Die geskriptete Wahrheit – Erzählungen zum Ukrainekrieg

Der Frieden in der Ukraine ist weit entfernt, viel weiter, als es den Anschein hat. Aber sowohl Donald Trump als auch Wladimir Putin sind an der Lösung des Problems kaum interessiert. Sie arbeiten lieber an Zerrspiegeln der Realität, in denen sie als Helden erscheinen. Willkommen im Zeitalter der geskripteten Wirklichkeit.

Donald Trump ist alt. Er hat Mühe, eine Gangway hinunterzusteigen, und seine Aufmerksamkeit schwindet nach wenigen Minuten, aber er weiß sich zu inszenieren. Vielleicht ist er ein Naturtalent, vielleicht hat er diese Fähigkeit in den 14 Staffeln seiner Reality-Show „The Apprentice“ gelernt und verinnerlicht. Auf jeden Fall kennt er das erste Gesetz des Showbusiness: Das Publikum muss unterhalten werden. Dafür gibt es unverbrüchliche Regeln, zum Beispiel:

  • Der Showmaster (im amerikanischen „Host“ genannt) muss ein festes Profil haben.
  • Die Themen liegen fest, aber sie werden auf immer neue und unvorhersehbare Art variiert, damit das Publikum nicht das Interesse verliert. In Trumps Fall sind die Themen seine Wahlversprechen, und seine Wähler sind das Publikum.
  • Bevor sich ein Thema abnutzt, muss ein neues in den Vordergrund geschoben werden, während im Hintergrund die neue Variante eines der anderen Themen vorbereitet wird.
  • Die Diskussion über die Themen muss gelenkt werden, sie darf nicht dem Zufall überlassen bleiben. Beispielsweise unterfüttert Trump seine Thesen und seine Forderungen oft mit haarsträubenden Argumenten und offensichtlich falschen Behauptungen. Er weiß inzwischen, dass sich die Presse dann auf die Widerlegung seiner Falschaussagen konzentriert, aber die Forderungen selbst kaum angreift.
  • Und die Show muss die einzige bleiben („the only show in town“). Das Aufkommen anderer Shows und anderer Hosts muss mit allen Mitteln verhindert werden.

Während sich das Publikum prächtig unterhält, setzt Trump im Hintergrund die Interessen seiner Familie und die der herrschenden republikanischen Partei knallhart durch. Loyalität ist wichtiger als Leistung, und selbst für die Wirtschaft gilt: Wer Zuschüsse, Genehmigung oder Aufträge haben will, muss sich loyal verhalten.

Trump geht konsequent gegen alle vor, die er als Feinde ansieht – und das ist eine lange Liste. In seiner ersten Amtszeit sind ihm seine Minister dabei immer wieder in den Arm gefallen, aber diesmal hat er in allen wichtigen Behörden fanatische Gefolgsleute installiert. Auch sein Versprechen massenhafter Abschiebungen verfolgt er mit brutaler Konsequenz. Er lässt riesige Abschiebegefängnisse bauen. Die Einwanderungsbehörde soll von 20 000 auf 40 000 Mitarbeiter aufgestockt werden, um eine Million Menschen im Jahr abschieben zu können. 55 Millionen erteilte Visa sollen überprüft werden, wobei schon Äußerungen der Visa-Inhaber in sozialen Netzen zum Entzug des Aufenthaltsrechts führen können.

Zugleich setzt die amerikanische Bundesregierung bewaffnete Nationalgardisten als Polizeitruppen ein und treibt den Einsatz der regulären Armee im Inneren voran.

Warum Trump plötzlich Putin trifft

Für Trumps Entscheidung, sich mit dem russischen Präsidenten ausgerechnet in Alaska zu treffen, dem Bundesstaat also, den die USA im Jahr 1867 dem damaligen russischen Zarenreich abkaufte, waren wohl zwei Gründe maßgeblich:

Der erste und wichtigste war die neuerlich hochgekochte Epstein-Affäre. Der steinreiche Investmentbanker Jeffrey Epstein unterhielt einen Ring zur sexuellen Ausbeutung minderjähriger Mädchen. Gleichzeitig war er in der New Yorker Gesellschaft bestens vernetzt und zählte auch Donald Trump zu seinen Freunden. Am 6. Juli 2019 wurde er wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger und des Menschenhandels verhaftet. Nur einen Monat später, am 10. August 2019, starb er in seiner Zelle. Als Todesursache wurde offiziell Selbstmord festgestellt, was bis heute angezweifelt wird.

Diverse Verschwörungstheorien rankten um diese Affäre, unter anderem soll Epstein Prominente beim Verkehr mit minderjährigen Mädchen gefilmt haben, um sie anschließend zu erpressen. Er soll auch mit Geheimdiensten zusammengearbeitet haben, die immer an kompromittierendem Material interessiert sind. Und er soll eine Kundenliste geführt haben, wohl zur Absicherung gegen Strafverfolgung.

Trump befeuerte in diversen Tweets solche Verschwörungstheorien. Im Februar 2025 behauptete dann die von Trump eingesetzte Justizministerin Pam Bondi, die Kundenliste läge auf ihrem Schreibtisch und werde veröffentlicht. Aber es geschah erst einmal nichts. Im Juni streute Elon Musk die Behauptung, Trump stehe selbst auf der ominösen Liste. Im Juli erklärte Frau Bondi, sie habe keine Kundenliste und habe sie auch nie gehabt. Es gebe auch keine Beweise, dass eine solche je existiert habe. Und Epstein habe sich ganz sicher selbst umgebracht. Zur Bestätigung dieser Behauptung veröffentlichte das FBI ein Überwachungsvideo von Epsteins Zelle in seiner Todesnacht. Damit sollte bewiesen werden, dass niemand in seiner Zelle war, weshalb ihn niemand ermordet haben konnte. Nur: Der Timer des Videos sprang irgendwann um eine Minute und zwei Sekunden nach vorne. Eine genaue Untersuchung ergab, dass in dem Video sogar drei Minuten fehlten. Es war offenbar nachbearbeitet worden, obwohl das FBI schwor, es habe die Originalaufnahme veröffentlicht.

Ebenfalls im Juli brachte das Wall Street Journal einen Artikel, der behauptete, Donald Trump habe zu Epsteins 50. Geburtstag eine anzügliche Grußkarte geschickt, die das Journal einsehen durfte. Schon im Vorfeld setzte Trump alle Hebel in Bewegung, um die Veröffentlichung zu verhindern. Die Redaktion ließ sich aber nicht einschüchtern. Trump verklagte dann die Zeitschrift und den Herausgeber auf Schadenersatz in Höhe von „mindestens 10 Milliarden US$“.

Jetzt fielen mehrere prominente Verschwörungstheoretiker, darunter Steve Bannon, Tucker Carlson, Alex Jones und Marjorie Taylor Greene, über den Präsidenten her und warfen ihm Vertuschungsversuche vor.

Die Realität aus dem Laptop. Selbst erstelltes KI-Bild.

Damit hatte die Geschichte ein Eigenleben entwickelt, das Trump und seine Berater weder lenken noch kontrollieren konnten. Trump hatte selbst immer wieder die Gerüchte angeheizt hatte, dass Epstein ein zentraler Teil des geheimnisvollen „Deep State“1 sei und diverse gegnerische Prominente auf Epsteins Kundenliste standen. Von hier aus betrachtet, hat die Sache durchaus ihre witzigen Aspekte, weil sich Trump in seinen eigenen Verschwörungstheorien verfing. Aus der Sicht von Trumps Teams war die Affäre aber brandgefährlich, weil ein beträchtlicher Teil seiner Anhänger an ihm zu zweifeln begann. Also musste eine mächtige Ablenkung her. Eine sehr mächtige Ablenkung. Und schnell. So gab Trump am 8.8. bekannt, dass er Putin bereits für den 15.8. zu einem Gipfeltreffen nach Alaska eingeladen habe.

Der zweite Grund für die Einladung von Putin ist zweifellos Trumps Verlangen nach dem Friedensnobelpreis. Der stehe ihm zu, hat er mehrfach geäußert. Andererseits weiß er schon, dass er sich den Preis verdienen muss, wenn er das Nobelpreiskomitee überzeugen will. Hilft es dabei wirklich, wenn er sich mit Putin auf einem abgelegenen Luftwaffenstützpunkt in Alaska trifft? Es war ja nicht so, als hätte zwischen Trump und Putin in diesem Jahr Funkstille geherrscht. Seit Trumps Amtseinführung haben sie mindestens sechs lange Telefonate geführt. Trumps Vermittler Steve Witkoff flog regelmäßig nach Moskau, um dort Regierungsvertreter zu treffen, auch Putin selbst, zuletzt zwei Tage vor Trumps Ankündigung. Warum also jetzt das hastig anberaumte Treffen?

Ist das wirklich der Gipfel?

Ein Gipfeltreffen (nicht ein Arbeitstreffen) ist normalerweise ein sorgfältig vorbereitetes Event, dessen Protokoll zwischen beiden Seiten genau abgestimmt wird. Und die jeweiligen Regierungen haben Vereinbarungen ausgearbeitet, die nur noch unterzeichnet werden müssen.

Missverständnisse waren also vorprogrammiert. Weil der ukrainische Staatschef nicht eingeladen war, musste Russland annehmen, dass Trump mit Putin einen Waffenstillstand in der Ukraine verhandeln wollte und dann die Ukraine zwingen würde, das Ergebnis anzuerkennen, zumal bekannt war, dass Trump schon seit langer Zeit Putin für einen guten Freund hielt. Außerdem sah es so aus, als wolle Trump den westlichen Bann des russischen Präsidenten aufheben, und zwar mit allem Pomp. Eventuell sollte auch eine wirtschaftliche Zusammenarbeit dabei verabredet werden. Russische Kommentatoren reagierten entzückt.

Ganz anders die Ukraine und die Europäer: Sie befürchteten das Schlimmste. Trumps Team hatte jetzt mit einem großen Stock im Ameisenhaufen der internationalen Diplomatie herumgerührt, und die Epstein-Affäre verschwand erst einmal aus den Schlagzeilen.

Krieg in der Ukraine. KI-erstelltes Symbolbild.

Ursprünglich war wohl geplant, dass Trump fünf Stunden lang mit Putin unter vier Augen sprechen sollte. Einem solchen Marathon wäre Trump allerdings körperlich nicht gewachsen, schon gar nicht unmittelbar nach dem 5500 Kilometer langen Flug von Washington nach Anchorage. Letztlich dauerte das Gespräch am 15.8. dann keine drei Stunden, und mit Trump waren der Außenminister Marco Rubio und der Vermittler Steve Witkoff im Raum. In der anschließenden Pressekonferenz ließ ein erschöpfter Trump seinen Gast zuerst reden (was unüblich ist). Putin wiederholte seine bekannten Forderungen für einen Frieden in der Ukraine und Trump hatte sich offenbar überreden lassen, eine Friedensregelung ohne vorherigen Waffenstillstand zu akzeptieren. Möglicherweise war ihm auch der Unterschied nicht so recht klar.2

Wer hat gewonnen?

Das Treffen endete danach abrupt, ohne das geplante Essen und ohne Wirtschaftsgespräche. Es sah für viele so aus, als hätte Putin gewonnen.

Das halte ich aber für grundfalsch. Trump hat sich nie um die Einzelheiten des Angriffskriegs gegen die Ukraine gekümmert. Seine Statements dazu sind erratisch und voller Fehler. Ihn interessiert seine Rolle als Friedensengel. Außerdem brauchte er gerade eine Ablenkung von der leidigen Epstein-Affäre. Und die hat er bekommen. Nicht zuletzt deshalb sah die Welt drei Tage später einen prächtig gelaunten Trump bei seinem Treffen mit den europäischen Staatschefs und mit Selenskyj.

Mit Abstand von mehr als einer Woche lässt sich sagen, dass die US-Regierung in keiner Richtung verbindliche Zusagen gemacht und Trump lediglich erklärt hat, in zwei Wochen etwas zu entscheiden. Das ist trumpesisch für „irgendwann oder nie“.

Möglicherweise dämmert es auch den Russen inzwischen, dass sie lediglich als unbezahlte Statisten für eine neue spannende Wendung in Donald Trumps Realityshow eingeladen worden waren.

Russische Märchen

Aber will Putin den Krieg überhaupt sofort beenden? Nach dem realitätsfernen Narrativ der russischen Regierung gehört die komplette Ukraine zu Russland. Putin selbst hatte im Juli 2021 ein Manifest unter dem Titel „Über die historische Einheit der Russen und der Ukrainer“ veröffentlicht. Danach habe Russland das Recht, die Ukraine mit Russland zu vereinen, auch gewaltsam. Den Westen beschuldigte Putin, die „Brudernationen“ Russland und die Ukraine künstlich entfremdet zu haben.

Bereits in den Monaten vor dem Angriff auf die Ukraine ließ Russland eine eindrucksvolle Armee an der ukrainischen Grenze aufmarschieren, schloss aber einen Angriff auf den Nachbarstaat ausdrücklich aus. Im Dezember 2021 übermittelte die russische Regierung der NATO und den USA zwei ultimative Vertragsentwürfe, die ohne Änderungen sofort anzunehmen seien. Unter anderem sollte die NATO ihre militärischen Infrastrukturen auf den Stand vor dem 27.5.1997 zurückführen. Außerdem sollte die NATO auf sämtliche militärische Operationen auf dem Gebiet der früheren Warschauer-Pakt-Staaten verzichten, auch solchen, die NATO-Mitglieder geworden waren. Die USA solle alle Atomwaffen, die sie außerhalb ihres Staatsgebiets aufgestellt hatte, zurückführen und alle Infrastrukturen vernichten, die es erlauben würden, sie wieder zu stationieren. Eine Gegenleistung der russischen Seite war nicht vorgesehen.

Solche unannehmbaren Ultimaten gelten schon seit dem Altertum als Kriegssignal, und hier war es nicht anders. Am 24. Februar 2022 begann der russische Angriff auf die Ukraine. Bis heute besteht Russland allerdings darauf, dass es gegen die Ukraine gar keinen Krieg führt, sondern lediglich eine „spezielle Militäroperation“ in dem Land durchführt. Und als Kriegsziel hat Putin einen dauerhafter Verzicht der Ukraine auf die NATO-Mitgliedschaft, eine Entwaffnung der Ukraine und eine russlandfreundliche Regierung („Entnazifizierung“) ausgegeben. Bei dem Gipfeltreffen in Alaska sagte Putin:

„Wie ich bereits gesagt habe, hat die Situation in der Ukraine mit grundlegenden Bedrohungen für unsere Sicherheit zu tun. Darüber hinaus haben wir die ukrainische Nation immer als brüderliche Nation betrachtet, und ich habe dies mehrfach betont. Wie seltsam das unter diesen Umständen auch klingen mag [echt jetzt? TG] … Gleichzeitig sind wir überzeugt, dass wir, um eine dauerhafte und langfristige Lösung zu erreichen, alle primären Ursachen dieses Konflikts beseitigen müssen, und wir haben mehrfach gesagt, dass alle legitimen Anliegen Russlands berücksichtigt werden müssen, um ein gerechtes Sicherheitsgleichgewicht in Europa und in der Welt insgesamt wiederherzustellen, und wir stimmen mit Präsident Trump überein, der heute gesagt hat, dass natürlich auch die Sicherheit der Ukraine gewährleistet werden muss.“

Mit den „legitimen Anliegen“ meint Putin vermutlich die Forderungen aus den erwähnten Vertragsentwürfen, die allerdings für die NATO und die USA vollkommen indiskutabel sind.

Putin muss wohl angenommen haben, dass Trumps Einladung und die feierliche Begrüßung ein Ende der amerikanischen Unterstützung für die Ukraine einleiten werde. Damit hätte Russland eine exzellente Verhandlungsposition gewonnen, und Putin sah keinen Grund mehr, seine Positionen aufzuweichen. Trump muss die Rede aber so interpretiert haben, dass Putin trotz rotem Teppich und feierlichem Empfang an einem Kompromiss nicht interessiert war. Damit war Trump blamiert, was auch ein beträchtlicher Teil der internationalen Kommentatoren so gesehen hat.

Putin, der Illusionist

Putin hat in den letzten Jahren tatsächlich kein Interesse an einem Waffenstillstand gezeigt. Vielmehr hat er den Eindruck zu erwecken versucht, dass Russland unendliche personelle und materielle Ressourcen aufbieten kann. Ein steter Strom neuer Waffensysteme soll den Endsieg sichern. Die Bevölkerung lebt weiterhin im Frieden, die „spezielle Militäroperation“ ist nichts weiter als ein größeres Manöver, wie sie ständig stattfinden. Normalität aller Orten, das Leben geht weiter, Verluste erleidet nur der Feind.

Das ist natürlich eine Illusion, und selbst in Russland glaubt sie kaum noch jemand. In Wahrheit gehen Putin immer mehr die Ressourcen aus, und das Volk ächzt unter den Folgen. Einige Beispiele:

  • Grundnahrungsmittel werden knapp und teuer, darunter Kartoffeln, Brot und Rindfleisch.
  • Russland dürfte durch den Krieg bisher einen wirtschaftlichen Verlust von ca. 1 Billion (1000 Milliarden) US$ eingefahren haben. 350 Milliarden US$ haben alleine die westlichen Länder bei Kriegsbeginn arretiert. Und wegen der westlichen Sanktionen muss Russland sein Erdöl weit unter dem Weltmarktpreis verkaufen, während der Einkauf verschiedener Güter nur über teure Umwege möglich ist. Gleichzeitig zerstört die Ukraine immer mehr Raffinerien und kriegswichtige Infrastrukturen. Benzin ist teuer geworden.
  • Die russische Zentralbank hat die Leitzinsen schon vor geraumer Zeit auf rund 20 Prozent erhöht, und unterbindet damit wirksam die Kreditaufnahme von privaten Unternehmen. Das wird vermutlich schon in den nächsten Monaten zu massiven Pleiten führen.
  • Russland hat offensichtliche Probleme, genügend Freiwillige in den Krieg zu schicken. Das wäre auch kein Wunder: Mehr als eine Million Soldaten sind tot, vermisst oder verwundet. Die mediane Überlebenszeit eines neuen Rekruten (also die Zeit, bis die Hälfte tot sind) beträgt etwa einen Monat. Nicht zu vergessen: Russland muss für diesen einen Monat Einsatzzeit die Anwerbeprämie (mehr als 20000 US$), das Gehalt und die Lebensversicherung (mehr als 50000 US$) auszahlen. Man könnte meinen, Russlands Soldaten seien unterbezahlt und könnten an der Front billig verheizt werden. Tatsächlich muss aber der russische Staat pro Soldat und Monat deutlich mehr als 70000 US$ aufwenden.
  • Donald Trump trägt zu den Kopfschmerzen der russischen Regierung mehr bei, als er vielleicht ahnt. Er hatte versprochen, dass die amerikanischen Verbraucher weiterhin billiges Öl und Benzin bekommen und eine Ausweitung der Produktion in Aussicht gestellt („Drill, Baby, drill!“). Der Ölpreis verharrt deshalb seit Monaten bei Werten um 70 US$/Barrel. Russland muss sein Öl bei Produktionskosten von ca. 40 US$ mit hohem Abschlag verkaufen, bekommt also kaum mehr als 55 US$ – viel zu wenig für die hohen Kriegskosten. Besserung ist nicht in Sicht.

Auch sicherheitspolitisch hat sich die Lage seit Kriegsbeginn verschlechtert. Eigentlich wollte Putin mit dem Angriff auf die Ukraine die unüberwindliche Stärke der russischen Armee vorführen. Aber schon nach wenigen Wochen mussten sich die Streitkräfte hastig zurückziehen, um der völligen Vernichtung zu entgehen. Inzwischen hat die russische Armee so viele Offiziere und so viel Material verloren, dass sie einer größeren Auseinandersetzung nicht mehr gewachsen wäre.

Und wenn Putin die NATO schwächen wollte, so ist ihm das nicht gelungen. Im Gegenteil: Die bisher neutralen Staaten Finnland und Schweden sind der Allianz beigetreten. Durch seine brutale Kriegführung, die viele kleine Sabotageakte und nicht zuletzt durch die eigene Propaganda hat Russland auch entscheidend dazu beigetragen, das alle NATO-Staaten massiv aufrüsten. Westliche Experten nehmen die Drohungen gegen die NATO übrigens durchaus ernst. Nur haben sie die NATO-Staaten eben nicht eingeschüchtert, sondern im Gegenteil, wachgerüttelt.

Eigentlich müsste Putin den Angriffskrieg gegen die Ukraine so schnell wie möglich beenden. Jeder weitere Tag kostet Ansehen, schwächt die Armee und lässt das Land verarmen.

Aber sobald ein sicherer Waffenstillstand in Kraft tritt, würde abgerechnet. Dann müsste Putin erklären, warum er geglaubt hat, die Ukraine mit viel zu schwachen Kräften in einer Woche überrennen zu können. Vielleicht würden sich die Russen auch fragen, warum sie für einen minimalen Gewinn an Landesfläche eine Billion US$ und eine Million Soldaten geopfert haben. Und sie werden überlegen, ob Russland jetzt sicherer, mächtiger und angesehener ist als vorher – oder nicht.

Anmerkungen

[1] „Deep State“ ist ein unter Trump-Anhängern und rechten Verschwörungstheoretikern beliebtes Schlagwort für unsichtbare Machtzirkel innerhalb der politischen und administrativen Strukturen des Staates. Dem „Deep State“ kann man alles anhängen, weil er eben unsichtbar ist. Trump hat davon in seinen Wahlkämpfen ausgiebig Gebrauch gemacht.

[2] Es ist fast unmöglich, einen Frieden zu verhandeln, wenn weiter gekämpft wird. Die Regelungen für den Friedensvertrag spiegeln nicht zuletzt die Stärke der Positionen auf den Schlachtfeld wieder. Solange sich die Frontlinien verschieben, ändert sich die Ausgangslage für den Frieden. Damit besteht die Gefahr, dass beide Seiten versuchen werden, eine zeitweilige Überlegung auszunutzen, um bereits ausgehandelte Regelungen wieder in Frage zu stellen.

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Veröffentlicht von

www.thomasgrueter.de

Thomas Grüter ist Arzt, Wissenschaftler und Wissenschaftsautor. Er lebt und arbeitet in Münster.

116 Kommentare

  1. Chruschtschow hat russische Gebiete an die Vor-ukraine zugeordnet. Dies führte dazu, dass sich einer der wichtigsten Militärstandpunkte Russlands (die Krim) auf ukrainischem Staatsgebiet befand, als die Ukraine 1991 ein Staat wurde. Dieses Problem hätte man mit einem einfachen Pachtvertrag friedlich lösen können!

    Leider hat man sich aber dazu entschlossen Russland militärisch zu provozieren – indem die NATO 2008 in Bukarest beschloss, die Ukraine irgendwann in die NATO aufzunehmen und indem die Ukraine das Ziel in die NATO aufgenommen zu werden, in die Verfassung schrieb.
    Damit hatte Russland nur zwei Möglichkeiten: A) einen seiner wichtigsten Militärstandorte aufzugeben oder B) dafür zu sorgen dass die Krim und der Zugang dazu russisch wird.
    Russland hat sich für die B)-Variante entschieden.

    Diese Ursache des aktuellen Ukraine-Kriegs wird bisher leider nicht ernsthaft in den Überlegungen einbezogen, wie man den Krieg beenden könnte.
    Aus diesem Grund wird dieser Krieg wohl noch einige Zeit andauern.
    Von ernsthaften oder gar zielführenden Friedensverhandlungen kann man wohl kaum sprechen, wenn ausgerechnet die Ursache des Konflikts absichtlich nicht beachtet wird
    Deutschland hat schon über 50 Mrd. Euro für einen Krieg ausgegeben, der vermeidbar gewesen wäre – der unermessliches Leid über viele Menschen gebracht hat und der auch noch zu massiven Umweltzerstörungen führte und führt

    • Herr Kinseher, die Ukraine hatte mit Russland zwei Verträge über die russische Nutzung der Krim geschlossen. Es handelt sich um den russisch-Ukrainischen Flottenvertrag von 1997 und um die Charkiw-Verträge von 2010. Darin erlaubte die Ukraine eine Verlängerung der Präsenz der russischen Schwarzmeerflotte in Sewastopol bis 2042, mit einer Verlängerungsoption bis 2047. Warum ist das bloß so wenig bekannt? Im Jahr 2014 besetzte Russaldn völkerrechtswidrig die Krim und kündigte den Flottenvertrag. Also: Seit 1997 hat Russland vertraglich zugesichert einen Flottenstützpunkt auf der Krim. Mit der NATO hat das nichts zu tun. Seit 2014 hat Russland außerdem die Krim annektiert. Russland hätte 2022 also für den Flottenstützpunkt, den es längst hatte, keinen Krieg gegen die Ukraine b beginnen müssen.

  2. Meine Zustimmung zur Zusammenfassung aller bisherigen Kommentare zu diesem Thema.
    Trump will den Nobelpreis? Nehme ich auch an. Wird er aber wohl nicht bekommen…
    Was will Putin? Ich nehme an, außer Rußland im CCCP-Format wohl ein Mausoleum an der Kremlmauer…
    Was sind die beiden? Meiner Meinung nach zwei total durchgeknallte Irre, die zwingend in die Klappse gehören!

  3. @H.P.DU: “Was sind die beiden?”

    Teil der extrem-fachidiotischen Spitze der wettbewerbsbedingt-konfusen Symptomatik – ALLE, die denken eine Weltordnung OHNE wettbewerbsbedingt-konfuse Symptomatik in “Wer soll das bezahlen?” und “Freiheit” von unternehmerischen Abwägungen zu “Arbeit macht frei” funktioniert nicht, gehören auch in die Klappse!

    • Vorsicht bei so vielen Worthülsen kann an sich furchtbar verschlucken… Versteht die junge Generation eh nicht mehr 😎

  4. @Kinseher: “Deutschland hat schon über 50 Mrd. Euro für einen Krieg ausgegeben, der vermeidbar gewesen wäre – der unermessliches Leid über viele Menschen gebracht hat und der auch noch zu massiven Umweltzerstörungen führte und führt.”

    Deutschland hat sich, mit Russland, zum extrem menschenverachtenden Kriegsverbrecher gemacht, denn unser Grundgesetz sah vor, dass wir uns in keinster Art einmischen dürfen – Eine vorgeschobene Verteidigung ist heuchlerisch-verlogen, die Ukraine und Russland hätten ohne die Waffenlieferungen keinen so fürchterlich-verlustreichen und nachhaltig-hasserzeugenden Krieg geführt!

  5. Die Charkiw-Verträge, betreffend die Präsenz der russischen Schwarzmeerflotte in Sewastopol bis 2042, mit einer Verlängerungsoption bis 2047, wurden von den Staatspräsidenten Dmitri Medwedew und Wiktor Janukowytsch unterzeichnet.

    Im Jahr 2021 informierte die ukrainische Staatsanwaltschaft darüber, dass gegen den ehemaligen Präsidenten Janukowytsch (gehört der Russischen Volksgruppe in der Ukraine an) und den ehemaligen Ministerpräsidenten Mykola Asarow wegen ihrer Mitwirkung an den Charkiw-Verträgen Ermittlungen wegen Hochverrats aufgenommen worden sind. (Frei aus der Wikipedia).

    Das sagt alles darüber, was die neue Ukrainische Führung von den Verträgen gehalten hat.

    So ist es für mich kein Wunder, dass alles so gekommen ist, wie es nun einmal kommen musste….

    Kein Staat mit 5 000 Atombomben in der „Hínterhand“ lässt sich seinen Flottenhafen abnehmen, um ihn ausgerechnet an den potentiellen Feind (die Nato) zu verhökern.

    Bei einem Atomkrieg würden sich hauptsächlich Amerika und Russland die Atombomben um den Schädel hauen. Trump war klug genug, dass ihm das aufgefallen ist…..

    • Im Jahr 2021 hatte Russland die Krim bereits seit sieben Jahren annektiert und den Flottenvertrag gekündigt. Es konnte Russland also völlig egal sein, ob Her Janukowytsch deswegen vor Gericht gestellt wurde. De facto hatte Russland die Kontrolle über die Krim, und die Krimbrücke war auch bereits eingeweiht. Russlands Zugang zum schwarzen Meer war bereits gesichert, und der Angriff auf die Ukraine hat die Situation nicht verbessert. Im Gegenteil: Die Schwarzmeerflotte ist besiegt und traut sich nicht mehr aus ihren Häfen.

    • @hto

      Deutschland hat sich, mit Russland, zum extrem menschenverachtenden Kriegsverbrecher gemacht”

      ____________________________________________________________

      Russland hat durch seinen Überfall auf die Ukraine ein Kriegsverbrechen begangen; und begeht weiterhin täglich Kriegsvebrechen. so weit, so klar.
      Aber jetzt wollen Sie uns allen Ernstes erzählen, Deutschland wäre auch Kriegsverbrecher, weil es die Ukraine bei ihrer Verteidigung gegen den verbrecherischen Überfall unterstützt?
      Sie sehen tatsächlich Verteidigung als Verbrechen??
      Das ist eine sehr seltsame Definition von Kriegsverbrechen; die genau so, 1:1, aus dem Kreml stammen könnte.

  6. Es ist schon das dritte Mal, dass die Amis das gescheiterte Russland retten, um einen bösen Wolf zu haben, mit dem sie die aufmüpfigen Schafe Europas in Schach halten können.

    Was Sie beschreiben, ist nur Deko. Hintergrundrauschen der Geschichte. Irgendwie muss sie uns ja bei Laune halten und ablenken, sonst merken wir ja, dass wir den gleichen Schwachsinn machen wie immer und die Konsequenzen auch die gleichen sein werden. Alles, was wir heute für neu und überraschend halten, ist reine Routine, ein grauer, langweiliger, bürokratischer Vorgang.

    Geografie schreibt Geschichte, menschliche Dummheit wiederholt die Geschichte, die Technologie eskaliert die Geschichte: Immer größere, mächtigere Akteure übernehmen die Rolle der alten, und die alten werden von ihnen assimiliert.

    Die Geografie ist hier das, was ich den Blitz nenne, und das im Süden das Heilige Land heißt: Die offene Grenze zwischen Europa und Asien, etwa von der Ostsee über den Bosporus bis zum Roten Meer, die keine Seite lange halten kann, sodass sie stets zuckt, kippt und verschoben wird, bei den Römern war sie am Rhein, im 19 Jahrhundert schien sie zeitweise bis zur Mandschurei zu springen.

    Den Grenzsoldaten erkennen Sie am Pfeil in der Brust und Dolch im Rücken. Byzanz, Polen, Ukraine endeten auf eine Weise, die für die Soldaten der Welt recht üblich ist: In Kriegen aufgerieben, vom Hinterland verraten, denn das Hinterland fühlt sich sicher, weil es verteidigt wird, und macht Innenpolitik und Geschäfte mit dem Feind auf dem Rücken jener, die es verteidigen, und die sollen das auch noch nahezu gratis machen, aus Dankbarkeit für die paar Säbel, die man ihnen schickt, um ihr Sterben in die Länge zu ziehen. Das Ende durch Krieg, Verrat und Teilung ist völlig normal für die Große Mauer von Europa, und wenn jetzt ganz Europa dieses Schicksal teilt, dann ist sie die Große Mauer von Amerika geworden, und der sichere Westen Europas, Westrom, die Piraten-Halbinsel, ist nach Übersee emigriert und zum Piraten-Kontinent Amerika geworden.

    Polen und Litauen. Deutschland und Russland. USA und Sowjetunion. USA und China, denn Russland verliert an Bedeutung: Putin ist als Zar in den Krieg gezogen und kehrt als Hetman zurück, er wollte die Ukraine, jetzt hat er eine bis zum Amur, denn heute übernimmt Russland ihre Rolle. Rom und Byzanz heißen heute Washington und Beijing, Russland ist zu klein geworden für das oströmische Erbe.

    Für Europa bedeutet das, dass in 200 Jahren eine Rollenumkehr stattgefunden hat: Heute sind die USA das Empire, wir die Kolonien in Übersee. Nur haben wir kein Amerika voller Reichtümer, das wir dem Mutterland aus der Betriebskasse mopsen könnten, um uns damit ein Eigenleben aufzubauen, wir haben auch nicht genug Kraft, Willen, Verstand, Disziplin für NO TAXATION WITHOUT REPRESENTATION oder einer Unabhängigkeitserklärung, also werden wir einfach zum Pendant römischer Provinzen ohne Bürgerrecht – so ähnlich, wie es die Amis in Südamerika eingerichtet hatten, jeder von uns kriegt seinen eigenen Pinochet. Wird wohl so was wie der Warschauer Pakt in Schwarz-Braun statt Rot, nur mit größerer sozialer Ungerechtigkeit.

    Das heißt, Trump verhält sich völlig normal – ein Herrscher konsolidiert seine Macht. Die Europäer verlieren ein Stück ihrer Unabhängigkeit, werden enger ans Mutterland gebunden, vom Rentnerheim für Imperialisten A.D. zu tributpflichtigen Nebenländern, vom Pfauen-Zoo zur Hühnerfarm. Und das ist ein Glück für uns, denn auch wir verhalten uns völlig normal für Barbaren-Stämme im Grenzland eines Imperiums, und ohne den Kaiserstiefel im Nacken würden wir sofort übereinander herfallen. So haben wir eine Chance, uns zu Bundesstaaten der USA zu emanzipieren und uns die Gleichberechtigung und das Wahlrecht zu erkämpfen. Falls wir nicht wieder achtzig Jahre brauchen, um zu bemerken, dass sich das Rad der Geschichte weitergedreht hat.

    Das heißt, alles was Trump und Putin zerschlagen ist unsere Fantasie, wir wären Staaten. Die sind wir seit 1945 nicht mehr, seitdem unsere Imperien de facto im amerikanischen aufgegangen sind, hängen wir am Tropf – ohne es könnten wir nicht mehr die Ressourcen der ganzen Welt plündern, unsere Staaten würden massiv verarmen. Man sieht’s ja gerade, mit den Ressourcen Europas allein, mit den Ressourcen des Mittelalters, fallen wir ins Mittelalter zurück – lauter Stammesfehden und streitlustige Anarcho-Adelige und ein politisch-wirtschaftliches System, bei dem die große Mehrheit in Armut schuftet, um die Waffen für ihre Ritter zu bezahlen, die sie vor den Waffen der anderen Ritter schützen.

    Wenn sich jetzt die beiden über unsere Köpfe hinweg einigen, spiegelt das in Europa die tatsächlichen Machtverhältnisse wieder, doch in der Beziehung zwischen USA und Russland, die die Machtverhältnisse von Gestern. Trump sieht in Putin immer noch den Zaren, nicht den Hetman, in den Russen die Sowjets, nicht die Saporoger Kosaken, die Illusion ist noch nicht geplatzt. Das wird sie aber, wenn sich USA und China um den Einfluss in Russland streiten, wie heute Russland und Westen über die Ukraine, oder gestern Deutschland und Russland um Osteuropa oder vorgestern Polen-Litauen, Moskau und Tataren um die Ukraine.

    Putin – nun. Im Moment macht jeder auf der Welt das Dümmste, was er tun kann, und setzt darauf, dass die Dummheit der Anderen ihm schon zum Erfolg verhilft. Aber wenn Sie in Europa 30 Kamikaze-Staaten haben, die sich selbst um die Wette die Eingeweide herausreißen, und er immer noch nicht die Kontrolle über den Laden hat, wissen Sie, wer der dümmste Anführer Europas ist. Die Polen, Ukrainer, Esten, werden ihm irgendwann Denkmäler aufstellen, als dem Totengräber Russlands.

    Wenn alle absolut hirnlos, planlos und willkürlich handeln, werden Staaten zu Würfeln im Becher – Eiswürfeln, deren Zukunft allein von der Physik bestimmt wird. Europa ist ein Schneematschklumpen, Russland ein kleiner Splitter, USA ein großer, massiver, harter Block, China ein noch größerer Brocken. Wenn Sie das Ganze lange genug schütteln, bleiben nur die zwei großen, harten Brocken übrig und das Zeug, das an ihnen kleben geblieben ist. Von Russland bleiben nur Splitter. Es kann nur auf den Zufall hoffen, auf einen Lottogewinn, der die Wahrscheinlichkeiten verändert. Also stiftet es Chaos, um die Zufälle zu mehren.

    Geben Sie einem Eiswürfel zehn Gramm Hirn und ein paar Flossen zum Manövrieren, und Sie haben einen Game Changer. Aber so weit ist die Ursuppe Weltpolitik noch nicht.

  7. Die gegenwärtige Situation der Ukraine ist keine Überraschung, sofern man über geschichtliche Zusammenhänge etwas mehr weiß als deutsche Haltungsjournalisten, die relotierte Fake-News in teils willentlich informationsverarmten, teils dezidiert anti-russischen und Putin-feindlichen oder teils gezielten, hetzerischen Märchendarstellungen kriegslüstern verbreiten, ohne gebotene kritische Distanz, Unvoreingenommenheit der Differenzierung obwalten zu lassen (jedenfalls in den meisten Fällen).

    Der polnisch-US-amerikanische Politikwissenschaftler und Politikberater Zbigniew Kazimierz Brzeziński (1928–2017) brachte es in seinem Buch „Die einzige Weltmacht: Amerikas Strategie der Vorherrschaft” (im Original: „The Grand Chessboard”) bereits 1997 auf den Punkt: Im zweiten Kapitel („The Eurasian Chessboard”) heißt es dort recht apodiktisch: „Die Ukraine wird neutral oder sie wird zerstört.” Hintergrund dieser Einschätzung war Brzezińskis Einschätzung, die US-amerikanische Außenpolitik sei grundsätzlich imperialistisch ausgerichtet, und zwar völlig losgelöst vom jeweils amtierenden Präsidenten. Und in der Tat waren und sind diese, bis vielleicht auf Donald Trump, beliebig austauschbare Statisten im Amt gewesen.

    Fragmentarisches zum Verständnis
    Die mediale Inszenierung des Ukrainekriegs, insbesondere die derzeit fast täglich zunehmende irrige Propaganda, u.a. die Ukraine könne in diesem Krieg militärisch obsiegen, ist in erster Linie eine moralische Agitation, um die Solidarität und Opferbereitschaft der Öffentlichkeit für die Milliardenflüsse in die Ukraine aufrecht zu erhalten. Des Weiteren lässt sich so das wirtschaftliche Desaster Deutschlands respektive Europas (und, in einem größeren Bild, teilweise auch das der USA) von der Erstinszenierung „Corona“ nun nahezu lückenlos in das Zweitszenario des Krieges „erklären”; ein angeblich unverschuldet und unerwartet von außen hereingebrochener Notstand folgt dem nächsten. Das Deutschland und die Europäische Union schon vor Corona pleite waren, wird dabei ebenso verdrängt wie die Tatsache, dass Energiekrise und Inflation in der Klima-, Haushalts- und Währungspolitik wurzeln, und nicht in „Russlands Krieg”. Die Propaganda trichtert uns jedoch ein, zuerst China (Corona) und nun der Kreml mit dem Ein-Mann-Feindbild Putin seien an allem schuld.

    Zur Propaganda gehört übrigens auch die Ausblendung und Verschleierung der fragwürdigen Vorgeschichte des aktuellen Konflikts, der nicht am 24. Februar mit der Invasion seinen Anfang nahm. Ohne an dieser Stelle näher und explizit auf die historischen Details einzugehen, sei noch einmal an Folgendes erinnert: Mit dem „Maidan-Putsch” im Februar 2014 („Euromaidan”) wurde die legitim gewählte, prorussische Janukowytsch-Regierung in Kiew gewaltsam abgesetzt und durch eine prowestliche ersetzt. Es handelte sich um einen faktischen Putsch, ohne den die weiteren Abläufe – von der Krim bis zum Donbas – nicht zu verstehen sind. Geschichte beginnt nicht erst an dem Datum, das denen, die sie manipulieren wollen, in den Kram passt.

    Der Drang zu einfachen Antworten
    Aber genau das wollen Menschen: Klare, einfache Ursachen. Leicht erkennbare Feindbilder. Inwieweit diese richtig oder falsch sind, spielt keine Rolle. Tatsache ist übrigens: Millionen Ukrainer werden nicht mehr in das korrupte Armenhaus Ukraine zurückkehren. Und egal, wie es dort weitergeht: Die Amerikaner haben bereits (zu) viel von dem erreicht, was sie mit dem bewusst geschürten oder zumindest sehenden Auges in Kauf genommenen Ukraine-Konflikt umsetzen wollten. Die „westlichen“ Sanktionen gegen Russland führten in einer bemerkenswerten Rückkopplung zu einer Beschleunigung der wirtschaftlichen Schwächung Europas und insbesondere Deutschlands als Wirtschaftsstandort.

    Dass die amerikanische Regierung nicht nur von der erzwungenen Gaskrise profitiert, sondern in der Folge der Wirtschaftskrise nun schamlos und ganz direkt international aufgestellte deutsche Firmen abwirbt und diesen in den USA allerlei Standortvorteile verspricht, zeigt, wie respektlos und abfällig dort über die Protagonisten der deutschen Politik gedacht wird.

    Weder die Vertreter der deutschen Regierung noch deren etablierte Oppositionspolitiker sind im Stande, die einfachsten Zusammenhänge der amerikanischen Strategiepolitik zu erkennen. Allenfalls Renegaten des politischen Tagesgeschäfts oder Realoppositionelle – vor allem Politiker der ausgegrenzten AfD – scheinen noch klar denken zu können und sind zum Widerspruch fähig.

    Zur Erinnerung, Kenntnisnahme und Selbstanalyse…
    Das Völkerrecht
    § 13 Verbrechen der Aggression
    (1) Wer einen Angriffskrieg führt oder eine sonstige Angriffshandlung begeht, die ihrer Art, ihrer Schwere und ihrem Umfang nach eine offenkundige Verletzung der Charta der Vereinten Nationen darstellt, wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe bestraft.

    (2) Wer einen Angriffskrieg oder eine sonstige Angriffshandlung im Sinne des Absatzes 1 plant, vorbereitet oder einleitet, wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe oder mit Freiheitsstrafe nicht unter zehn Jahren bestraft. Die Tat nach Satz 1 ist nur dann strafbar, wenn

    1. der Angriffskrieg geführt oder die sonstige Angriffshandlung begangen worden ist oder

    2. durch sie die Gefahr eines Angriffskrieges oder einer sonstigen Angriffshandlung für die Bundesrepublik Deutschland herbeigeführt wird.

    (3) Eine Angriffshandlung ist die gegen die Souveränität, die territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabhängigkeit eines Staates gerichtete oder sonst mit der Charta der Vereinten Nationen unvereinbare Anwendung von Waffengewalt durch einen Staat.

    Pool von Tätern
    (4) Beteiligter einer Tat nach den Absätzen 1 und 2 kann nur sein, wer tatsächlich in der Lage ist, das politische oder militärische Handeln eines Staates zu kontrollieren oder zu lenken.

    (5) In minder schweren Fällen des Absatzes 2 ist die Strafe Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren.

    Formal beschreiben die oben zitierten Ausführungen der Artikel 2, 3 und 4 genau das, was derzeit in Deutschland – und von der Bundesregierung methodisch in Gestalt von Waffenlieferungen, militärischer Ausbildung, Kriegspropaganda und vielem mehr durchgeführt wird.

    • @Dirk Freyling

      Die gegenwärtige Situation der Ukraine ist keine Überraschung, sofern man über geschichtliche Zusammenhänge etwas mehr weiß

      _______________________________________________________________________________

      Natürlich nicht. Aber besonders weit braucht man in der Geschichte nicht zurückgehen. Putin hatte ja aus seinem Weltbild und seinen Absichten nie einen Hehl gemacht.
      Besonders die Ukraine und andere osteuropäischen Länder, die mit Russland schon nähere Erfahrung gemacht hatten, haben uns stets eindringlich gewarnt vor dem, was jetzt tatsächlich eingereten ist, und noch eintreten könnte.
      Wir waren schlicht zu einfältig und gutgläubig. Die Vorstellung, der Kalte Krieg wäre Geschichte und man könnte jetzt mit Russland friedlich zusammenleben wie mit einem demokratischen Land, war einfach zu verführerisch.
      Wie schnell wir jetzt die neue Situation zur Kenntnis nehmen und uns drauf einstellen, wird die Zukunft der noch Freien Welt für viele Jahrzehnte bestimmen.

  8. @hto

    “Nur Russland hat sich zum extrem menschenverachtenden Kriegsverbrecher gemacht” sollte das doch heißen, oder?

    Ist Dir immer noch nicht aufgefallen wer den Krieg angefangen hat? Oder gibt es für Dich berechtigte Aggression gegen ein anderes Land?

    Lies noch mal den Blogartikel bitte.

    Von wegen das Grundgesetz sieht vor ^^

    Nach deutschem Grundgesetz gibt es keine pauschale Verpflichtung zur vollständigen Neutralität in internationalen Konflikten, sodass sich Deutschland völker- und verfassungsrechtlich durchaus in bewaffnete Konflikte einmischen darf, sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind und die parlamentarische Zustimmung vorliegt.

    Hier ein bischen was. Du darfst gerne weitersuchen. AAber nach Quellen suchen die nicht Deine Meinung wiedergeben ist nicht so Deins gelle?

    https://www.bundestag.de/resource/blob/414312/6c2da0da7695dda25ee3242a235b1d5b/wd-2-118-08-pdf-data.pdf

    https://www.bpb.de/kurz-knapp/hintergrund-aktuell/188072/vor-25-jahren-bundesverfassungsgericht-billigt-auslandseinsaetze/

  9. @Dirk Fryking

    Definition Angriffskrieg

    Ein Angriffskrieg ist laut Grundgesetz und Völkerstrafgesetzbuch (§13 VStGB) jede militärische Gewaltanwendung gegen die Souveränität, territoriale Unversehrtheit oder politische Unabhängigkeit eines anderen Staates.

    Finde Deinen Fehler. Tipp: Bei 3 + 4 bist Du raus, 2 ist vorsichtig gesagt strittig.

    • Uli Schoppe schrieb…

      Finde Deinen Fehler.”

      @Dirk Fryking

      Tipp:*

      *mein Name ist Dirk Freyling, mein Tipp: Versuche es erst einmal mit korrekten Abbildungen einfacher Wahrnehmung, bevor Du Dir Gedanken über Komplexeres machst…

  10. Die Krim und die (unsichere) Krimbrücke wären allenfalls die Lösung gewesen, hätte die Ukraine aufgegeben und die Präsenz der Russen in Sewastopol akzeptiert. Hat sie aber nicht.

    Nach 2022 haben die Russen begonnen, sich mit dem Krieg einen „stabilen Schwarzmeerzugang“ (über die Ostukraine) zu sichern. Herr Janukowytsch war den Russen eher egal.

    Nicht aber, dass die Nato und die Ukraine offensichtlich das Nato Gebiet auf die Russischen Bodenschätze erweitern wollten. Die Schulden müssen ja irgendwie gedeckt werden. Solange ganz samtpfötig nur „Unruhen schüren“, allenfalls Westmarionetten (Nawalnytypen) installieren, bis das „große Ziel“ erreicht ist….

    Das Treiben ist den Russen aufgefallen und sie sind einfach einmarschiert, das Völkerrecht war ihnen egal.

    Russland wird mit allen Mitteln seine internationalen Verkehrswege verteidigen.

    Womöglich steigt auch noch Amerika, Japan, Südkorea, Taiwan gegen China und Nordkorea „in den Ring“. Das ist alles ganz normaler Darwinismus, trotz A,B,C Waffen.

    Der Norden „zerlegt“ sich selbst, der vom Klima gefährdete Süden „übersiedelt“, nachdem sich die Strahlung und die Viren „verflüchtigt“ haben, nach Norden….

    Die Probleme scheinen sich von selbst zu lösen….

  11. Es gibt keine klaren Belege, dass die NATO-Staaten bewusst das Ziel verfolgt haben, russische Bodenschätze kontrollieren zu wollen. Die NATO-Osterweiterung ist eine sicherheitspolitische Maßnahme. Guck Dir mal an was man so von der Ukraine aus strategisch alles machen kann in beide Richtungen.

    Die Arktis gehört bis heute einfach niemandem – weder über noch unter dem Eis. Das ist im UN-Seerechtsübereinkommen festgelegt.

    Die Nummer mit dem Festlandsockel versuchen Dänemark und Kanada ja auch ^^

    Russland, die USA, Kanada, Dänemark und Norwegen durfen lediglich eine 320 Kilometer breite, an ihrem jeweiligen Festland beginnende Wirtschaftszone beanspruchen.

    Die russische Flagge aus Titan in den Meeresboden zu rammen war natürlich ein cooler Showeffekt …

  12. Putin erobert die Ukraine oder stirbt
    Putin wollte und will die ganze Ukraine erobern und hat das sowohl in seinem Essay zur Ukraine als auch in der Eröffnung des Krieges gegen die Ukraine offenbart. Daran hat sich nichts geändert und kann sich auch nichts ändern, denn mit dem heutigen Frontverlauf kann Putin niemals die hohen Verluste der russischen Armee und die katastrophalen wirtschaftlichen Folgen für Russland rechtfertigen.
    Trump forderte ja einen Waffenstillstand, doch Putin will weiterhin keinen Waffenstillstand und es gibt sogar Hinweise darauf, dass Putin den Krieg eventuell ausweiten könnte indem auch weissrussisches Militär dazu stösst.
    Angesichts der vielen Hinweise darauf, dass Putin den Krieg mit dem heutigen Frontverlauf nicht beenden will, erstaunt es, wieviele hier im Westen, gerade auch im deutschsprachigen Raum, nach Alaska bereits von einem Frieden gesprochen haben. Und das obwohl Putin den von Trump geforderten Waffenstillstand ablehnte. Offensichtlich gibt es sehr viele hier, die nur noch an die Beendigung des Krieges denken – egal zu welchen Kosten.
    Doch es gibt nun auch erstmals deutliche Signale aus der russischen Gesellschaft und ihren Institutionen (z.B. dem Finanzministerium), dass der Krieg und seine wirtschaftlichen Folgen für Russland selbst immer verheerender werden. Es scheint also neben Putin durchaus noch andere Akteure in Russland zu geben – auch wenn sich die erst melden, wenn die Lage katastrophal wird.
    Kurzum: Putin kann nicht mehr zurück und er steht unter Zeitdruck. Es könnte durchaus sein, dass Putin jetzt noch einen Sieg oder einen verbesserten russischen Frontverlauf erzwingen will. Wenn ihm das aber nicht gelingt, dann könnte es für Putin vorbei sein.

  13. Mir ist in der Amtszeit der letzten Bundesregierung aufgefallen: immer wenn Bundeskanzler Scholz deutlich betonte, dass die Ukraine alles bekommt, was sie braucht – hat die AfD an Zustimmungswerten zugelegt.

    D.h. wenn auch die aktuelle Bundesregierung massive Geldmittel für diesen Konflikt ausgibt – aber in Deutschland im Bereich Soziales, Kultur, Bildung, Infrastruktur, … spart, dann besteht die Gefahr, dass sich dieser Trend weiter fortsetzt.

    • Herr Kinseher, es gibt Dutzende von Untersuchungen, warum Menschen die AfD wählen. Zum Beispiel hat infratest dimap im Februar nachgefragt, aus welchem Motiven die Wähler der AfD bei der Bundeswahl tatsächlich ihre Stimme gegeben haben (nachzulesen bei Tagesschau.de). “Zuwanderung” und “innere Sicherheit” waren die mit Abstand wichtigsten Themen. Die Waffenlieferungen an die Ukraine spielten keine Rolle.

  14. @Schoppe: “Die NATO-Osterweiterung ist eine sicherheitspolitische Maßnahme.”

    Dann hätte die Nato die Ukraine ohne … aufnehmen sollen, alles andere ist heuchlerisch-verlogen🤔oder war da doch ein Grund Russland zum Krieg zu provozieren!?🤗

    “Es gibt keine klaren Belege, dass die NATO-Staaten bewusst das Ziel verfolgt haben, russische Bodenschätze kontrollieren zu wollen.”

    😊”Entwicklungshilfe” und die Globalisierung der “Dienstleistungsgesellschaft” waren schon immer auf Kontrolle aus!?🤗

  15. @ Uli Schoppe 26.08.2025, 23:23 Uhr

    Ein Krieg wird meistens ganz rational, wegen Begehrlichkeiten, z.B. auf „Bodenschätze“, oder „Lebensraum“ verursacht.

    Der Ukrainekonflikt hat ganz besonders bedeutsame „psychologische Gefühls Komponenten“, die Ursache für die Verbitterung, einerseits der Ukrainer, andererseits der Russen sind.

    Kurz gesagt: Das ist damit zu begründen, dass in Sibirien früher kaum Getreide gewachsen ist und die Menschen auf die „Kornkammer Ukraine“ angewiesen waren. Sie haben von den Russen so etwas wie „Dankbarkeit“ erwartet.

    Praktisch: Sie durften z.B. von den russischen Gaslieferungen nach Europa profitieren. Das haben die Russen auch noch akzeptiert, als Russland, wegen der modernen Möglichkeiten, selbst genug Getreide hatte und sogar am Weltmarkt für die Ukrainer Konkurrenz wurde.

    Europäische Importkaufleute haben sich gewundert, warum bei den Preisverhandlungen die Ukrainer „recht dominant“ waren. Europäer konnten das wegen der anderen Mentalität in Europa nicht nachvollziehen. Die Ukrainer wurden wegen Nordstream „umgangen“ und aus dem Geschäft „vertrieben“, waren verbittert darüber. Die Situation ist eskaliert. Die Ukrainer wollten als Antwort die Russen vom Schwarzen Meer „vertreiben“. Für mich verständlich. Es führt aber zu immer mehr Eskalation und womöglich letztlich zum Atomkrieg.

    Das ist D. Trump, zum Glück für die ganze Welt aufgefallen und er hat dies Selensky im Februar recht drastisch, zu erklären versucht.

    [Absatz gestrichen. Bitte verzichten Sie auf Polemik und unnötige Nazivergleiche. TG]

    Die Ukrainer und Russen sollten die Probleme erkennen, würdevoll miteinander verhandeln. Gebietsabtretungen, damit die Russen ihren Schwarzmeerzugang nicht verlieren, sollten so erfolgen, dass sie den Menschen, besonders auch den Urkainern, „nicht weh“ tun. Sie sollten zum gegenseitigen Nutzen wieder kooperieren um Synergien zu nutzen und beide höchst erfolgreiche moderne Industriestaaten werden.

    Als Nachkomme eines Volkes das ehemals beiden Ländern großes Leid zugefügt hat, würde ich mir das ausdrücklich wünschen.

  16. Ohne auf die Kommentare einzugehen nur mal eine kurze Bemerkung zum Artikeltext:

    Zwei Widersprüchlichkeiten finde ich schon fast tragikkomisch:

    A)

    In einem langen Schlussabsatz versucht der Text die Leser von der eigentlichen militärischen Schwäche Russlands zu überzeugen. Gleichzeitig bedient er aber das Narrativ (auch von Pistorius) , dass Russland vermutlich schon in wenigen Jahren in der Lage sein werde, halb oder ganz Europa militärisch zu unterjochen. Als Putins Motiv wird eine mehr oder weniger irrationale zunehmende Neigung Russland (und manchmal auch der “russischen Seele”) zum Imperialismus ,d.h. also zu Weltmachtgelüsten postuliert. Und völlig unter den Teppich gekehrt, dass ….
    a) Russland ja tatsächlich schon bzw. immer noch (strategisch) atomare Weltmacht ist und
    b) die andere nachweislich (!!) imperiale Atom Weltmacht es niemels zulassen würde, wenn Russland einen atomaren “Sicherheitsgürtel” direkt südlich oder nördlich der USA – Grenzen anlegen würde.

    B)
    Genauso fast tragikkomisch finde ich eine andere Widersprüchlichkeit im ersten Teil des Artikeltextes:

    Genau diejenigen, die bisher immer die (erkenntnistheoretische) und moralische Unzulässigkeit von “Verschwörungstheorien” und “Verschwörungsschwurblern ” betont (oder dem zugestimmt ) haben (oder das auch jetzt andeutungsweise im Artikeltext noch tun), bedienen sich nun mit der Causa Epstein und auch bei Trumps Verhalten direkt völlig hemmungslos selbst dieser /solcher “GROSSEN Verschwörungserzählungen” , die nach den Aussagen von bekannten einschlägigen Buchautoren doch eigentlich unmöglich ( weil niemals geheimzuhalten) sein sollen.
    Merke : Verschwörungsschwurblerische Geschichten erzählen immer nur “die Anderen”. Wenns bei einem selbst passt, tut man so, als seien unbelegte Hypothesen und Unterstellungen dasselbe wie unschlagbare Beweise.

    Und was bei einem selbst “Verteidigung” heißt, bezeichnet man beim “Gegner” als “Imperialismus ” und unstillbaren Drang zur Unterjochung und Eingliederung in den eigenen Machtbereich.
    Und alle schweigen dazu, obwohl jeder weiß , wer in den vergangenen Jahrzehnten mit einem vielfach höheren Militäretat rund um den Globus seine militärischen und wirtschaftlichen Interessen “gesicher” hat.

    • Ich denke, da haben Sie einiges falsch verstanden. Zunächst: Die militärische Schwäche Russlands lässt sich nachverfolgen, weil die Materialverluste gut bekannt sind (eine Liste findet sich z.B. auf Oryx). Die Verluste an Personal werden von den meisten Beobachtern auf ca. 1 Million geschätzt. Entscheidender ist aber der Verlust von einigen tausend gut ausgebildeten Offizieren. In meinem Artikel ist von der russischen Seele nicht die Rede. Es geht vielmehr um die von russischen Politikern und Militärs vielfach geäußerten Drohungen gegen Deutschland, Polen, Schweden, Norwegen, Finnland oder das Baltikum. Die russische Führung könnte durchaus versucht sein, ihren Ansehensverlust im In- und Ausland durch eine überschaubare Militäroperation auszugleichen, zum Beispiel zur Besetzung Spitzbergens oder zur Schaffung einer Landbrücke zur Exklave Kaliningrad. Zum Thema Atommächte: Es gibt deutlich mehr als zwei davon. Und die USA und Großbritannien haben Atomwaffen auf U-Booten stationiert. China wird wahrscheinlich nachziehen. Die Vorstellung, Atomwaffen seien nur an bestimmten Punkten auf dem Globus stationiert, ist leider nicht richtig.
      Zum Thema der Verschwörungstheorien:
      Die vier genannten Protagonisten Steve Bannon, Tucker Carlson, Alex Jones und Marjorie Taylor Greene verbreiten seit Jahren die Theorie, dass der amerikanische Staat von einer unsichtbaren Elite (“Deep State”) gekapert wurde. Das ist also keineswegs neu. Und solche Theorien sind auch nicht unzulässig, sie sind lediglich wirklichkeitsfrei. Sie passen immer wieder aktuelle Ereignisse in ihre Theorie ein. Das ist relativ einfach, weil der Deep State ein ziemlich diffuses Gespenst ist. Bisher haben diese Leute Trump dafür dafür gefeiert, dass er den Deep State ausräuchern wollte. Jetzt verdächtigen sie ihn aber öffentlich, selbst dazuzugehören. Weil eine ganze Reihe der Trump-Anhänger an diese Verschwörungstheorie glaubt, ist die jetzige Entwicklung für Trump brandgefährlich.
      Große und dauerhafte Verschwörungen sind tatsächlich kaum aufrecht zu erhalten. Machiavelli postulierte, dass mehr als zwei Leute eine Verschwörung nicht dauerhaft geheim halten könnten, weil immer einige Mitverschwörer abspringen. Sie sind irgendwann überzeugt, dass es sich für sie mehr lohnt, mit den Behörden zusammenzuarbeiten. So sind schon viele Mafiaorganisationen aufgeflogen.

  17. Ein paar Gedankensplitter zum Ukrainekrieg.
    Die Parteisekretäre der ehemaligen Sowjetunion rekrutierten sich im Wechsel aus dem Militär und aus dem Geheimdienst. Darüberhinaus fand ein Wechsel zwischen Russen und Ukrainern statt.
    Chrustschow kam vom Militär und war Ukrainer. Sein Ziehsohn Brewschnew kam ebenfalls vom Militär und war Ukrainer.
    Dessen wichtigster Nachfolger war Andropow, der war Russe und Chef des Geheimdienstes, dessen Ziehsohn ist Herr P. und wieder dem Geheimdienst zugeordnet.
    Das mal zur Anregung der Phantasie.

    Was jetzt die persönliche Seite betrifft, nach Aussage einer …….kannten sich Herr T. und Herr P. schon früher.

    Was die Rivalität der Ukraine und Russland betrifft, dabei braucht man nur die Geschichte der deutschen Länder betrachten, bei den Kriegen gegen Napoleon war Württemberg auf der Seite Napoleons, Preussen gegen Napoleon.
    Und trotzdem haben sich Württemberg und Preussen im Deutschen Bund wieder vereinigt.

    Wenn man also in die Zukunft blickt, so ist eine Wiederannäherung von Russland und Ukraine nicht auszuschließen.

  18. @ Doe 27.08.2025, 11:32 Uhr

    Zitat: „Wenn man also in die Zukunft blickt, so ist eine Wiederannäherung von Russland und Ukraine nicht auszuschließen.“

    Dass wäre unbedingt anzustreben. Das hat sogar Frankreich und Deutschland nach dem WK2 geschafft. Für die Bürger ist es letztlich egal wo sie leben….

    Die Ukrainer benötigen einen Umstieg von der Landwirtschaft zum modernen Industriestaat um die nicht mehr benötigten Landarbeiter zu beschäftigen. Die Veredelung von Rohstoffen böte beste und attraktive Jobmöglichkeiten.

    Die Russen haben praktisch alles was an Rohstoffen gebraucht wird. Die beiden Länder könnten sich bestens gegenseitig ergänzen. Sie sollten, besonders auch die psychologischen Probleme, schnellstens überwinden und das Projekt „Wohlstand für alle durch Kooperation“ angehen.

    Allenfalls sollten sie sich pensionierte und höchst erfahrene „Schweizer Friedensrichter“ zur Beratung ins Land holen.

    Es kann wegen der höchst zerstörerischen Waffentechnik einfach nicht so weitergehen.

    Ein Treffen der Staatschefs sollte bestens, auch psychologisch, vorbereitet sein, damit es nicht zum Fiasko wird.

    Russland kann einfach nicht vom Welthandel abgetrennt werden, der Schwarzmeerzugang ist existentiell wichtig.

    Früher hat es den Ukrainern auch nicht „weh getan“ wenn die Russen über die Ostukraine ihre Hafengeschäfte abgewickelt haben. Selbstverständlich sollten die Russen mit Hafenkapazitäten der Ukraine „aushelfen“, wenn Odessa nicht reicht, z.B. bei der Getreideernte?

    Für die Ukrainer dürften günstige Rohstoff und Energiepreise für die eigene Wirtschaft wichtig sein. „Zwischenhandel“ ist eine extrem heikle Frage und es sollte beachtet werden, dass dieses Problem nicht wieder entartet….

  19. Gute Analyse, davon könnten sich viele Experten und Journalisten eine Scheibe abschneiden.

  20. Ich ringe seit mehreren Stunden mit mir, ob ich auf diesen Beitrag antworten soll. Debatten im Internet haben ja leider überhaupt keinen Sinn: Noch nie ist es vorgekommen, dass damit eine Meinung geändert worden wäre. Daher treibt mich jetzt wohl auch mehr die Besserwisserei als echte Hoffnung. Wenn, dann nur darauf, wenigstens ein bisschen Verständnis für “die andere Seite” zu wecken. Wenigstens ein bisschen Bereitschaft zum Perspektivwechsel.
    Zum Teil über Trump habe ich nicht Grundsätzliches einzuwenden. Nur, weshalb, nachdem die seltsamen Begebenheiten rund um J. Epstein völlig zutreffend beschrieben wurden, zweimal die überflüssige Kampfvokabel “Verschwörungstheorie” herausgeholt werden muss, erschließt sich mir nicht.

    Aber der Teil über Putin verrät, dass Sie sich ausschließlich innerhalb der transatlantischen Echokammer informieren lassen. Im Sinne einer rationalen Debatte und Wahrheitsfindung erscheint es mir wünschenswert, andere Standpunkte wenigstens zur Kenntnis zu nehmen.
    Nur ein paar Einwände:

    Eine Gegenleistung der russischen Seite war nicht vorgesehen.

    Die Vertragsentwürfe können Sie hier (https://mid.ru/ru/foreign_policy/rso/nato/1790803/) und hier (https://mid.ru/ru/foreign_policy/rso/nato/1790818/) nachlesen. Sie sprechen in den Artikeln stets von “Стороны” (Seiten) bzw. “Участники” (Teilnehmer). D.h., fast alle Artikel gelten für beide Seiten. Allerdings räume ich ein, dass einige Vorschläge (Beide Seiten ziehen alle Soldaten auf ihr eigenen Territorium zurück.) von den USA mehr verlangten als von Russland.
    Wie man die Vertragsentwürfe betrachtet, ist eine Frage des Framings. Für Sie sind es Ultimaten, die unannehmbar waren. Für Russland der letzte Versuch, die wachsende Bedrohung durch die NATO friedlich durch eine gemeinsame Sicherheitsarchitektur in Europa abzuwenden. Versetzen Sie sich wenigstens einmal gedanklich in Russland hinein!

    Die russische Zentralbank hat die Leitzinsen…

    . . . mittlerweile wieder zu senken begonnen.
    Die russische Staatsschuldenquote liegt unter 20%, die Wirtschaft wächst, es herrscht Vollbeschäftigung. Das sieht in den NATO-Staaten – geraden großen – weitaus weniger gut aus.

    Russland hat offensichtliche Probleme, genügend Freiwillige in den Krieg zu schicken.

    Selbst wenn das stimmen sollte: Es sind Freiwillige. Die Ukraine ist schon seit sehr langem bei Zwangsrekrutierungen angekommen. Die Zahl der Deserteure liegt, ukrainischen Ermittlungsakten zufolge, bei 200000.

    Mehr als eine Million Soldaten sind tot, vermisst oder verwundet.

    In jedem Krieg untertreibt jede Seite die eigenen Verluste und übertreibt die des Gegners. Die tatsächliche Opferzahl ist daher kaum zu wissen, liegt aber logisch über der größten Zahl, welche die betreffende Seite selbst einräumt, und unter der kleinsten Angabe der Gegenseite.
    Für die russischen Verluste haben wir da die (auffallend wenig zitierte) Recherchearbeit von BBC und Meduza – beides stramm russophobe Medien: https://en.zona.media/article/2025/08/01/casualties_eng-trl
    Die ukrainischen Verluste sind schwerer abzuschätzen, liegen aber aus mehreren Gründen (Relation der Kriegsgefangenen, Relation der ausgetauschten Leichen, Relation der verfeuerten Artilleriegeschosse) mit Sicherheit mehrfach über den russischen. Dieser sehr lesenswerte Artikel in Responsible Statecraft (US-amerikanisch, nicht prorussisch) kommt auf 800000 Tote. Und noch mal ebensoviele Schwerverletzte:
    https://responsiblestatecraft.org/ukraine-battlefield/

    Eigentlich wollte Putin mit dem Angriff auf die Ukraine die unüberwindliche Stärke der russischen Armee vorführen.

    Nein, sicherlich nicht. Die Ziele der russischen Föderation in diesem Krieg sind klar benannt: Entmilitarisierung und Entnazifizierung der Ukraine.

    Aber schon nach wenigen Wochen mussten sich die Streitkräfte hastig zurückziehen, um der völligen Vernichtung zu entgehen.

    Nach russischer Lesart zog sich die Armee zurück als Zeichen guten Willens, weil die Ukraine in Istanbul bereits einem tragfähigen Friedensabkommen zugestimmt hatte. Das kann natürlich auch eine Schutzbehauptung sein. Aber “völlige Vernichtung” ist natürlich . . . Nein, ich bleibe mal höflich. Aber bitte: Hätte diese Gefahr bestanden, dann wäre die Armee jetzt wohl nicht am Gewinnen, oder?

    Inzwischen hat die russische Armee so viele Offiziere und so viel Material verloren, dass sie einer größeren Auseinandersetzung nicht mehr gewachsen wäre.

    Ich bin zu faul, die Quellen rauszusuchen, aber auch nach Angaben westlicher und ukrainischer Quellen hat Russland in den letzten Jahren seine Armee vergrößert und neue Divisionen aufgestellt. Das ist ja der Grund, weshalb uns die Bellizisten einreden, wir müssten dringend “kriegstüchtig” werden, um uns gegen den angeblich bevorstehenden Angriff zu wappnen. Würde stimmen, was Sie schreiben, dann wäre das offenkundig überflüssig.

    Soviel nur. Bei der Quellenrecherche bin ich auf diesen Artikel gestoßen, der, wie ich finde, die Vorgeschichte sehr zugänglich umreißt:
    https://www.infosperber.ch/medien/ueber-die-netzwelt/das-ignorierte-angebot-russlands-briefe-vom-17-dezember-2021/

    Wenn mein Weltbild richtig ist, dann wird die Ukraine spätestens im nächsten Jahr kapitulieren. Und Russland wird danach niemanden mehr angreifen (solange es nicht durch z.B. die Stationierung atomwaffenfähiger Systeme dazu provoziert wird). Wenn Ihres richtig ist, dann wird der Krieg in der Ukraine sich auf Jahre hinaus an einer Frontlinie festfressen, Russland in Armut stürzen und die NATO-Staaten zu Macht und Größe führen.
    In einem Jahr sind wir klüger.

    • Herr Lehmann, eine Meinung zu ändern, braucht normalerweise Zeit. Bei einer öffentlichen Debatte ist es in der Tat eher unwahrscheinlich, dass einer der Beteiligten noch in der Diskussion seine Meinung ändert. Vielmehr tragen alle dem Publikum ihre Argumente vor. Und im Publikum könnte durchaus jemand seine Meinung ändern, oder sich überhaupt erst eine Meinung zu dem Thema bilden. Damit hat die Debatte durchaus ihren Sinn.
      Jetzt zu den Argumenten:
      Die Verschwörungstheorie dreht sich nicht um Jeffrie Epstein, sondern um die Idee des “Deep State”. Und das ist eine Verschwörungstheorie im engeren Sinne. Sie postuliert eine Verschwörung, also eine Verabredung zu Straftaten oder wenigstens zu unmoralischen oder bösen Taten. Sie sagt außerdem, dass die Verschwörer bestimmte Dinge vorhaben (sich Vorteile auf Kosten von einfachen Bürgern zu verschaffen, Bürger um ihre Rechte zu bringen, Wahlen zu fälschen etc.). Sie gibt außerdem an, welche als Feinde wahrgenommenen Politiker und Prominente darin verwickelt sein sollen. Für mein Buch “Freimmaurer, Illuminaten und andere Verschwörer” habe ich die Definition des Worts “Verschwörungstheorien” ausführlich entwickelt und begründet.
      Weil die Verschwörer in den Augen der Verschwörungstheoretiker natürlich moralisch zutiefst verderbt sind, lässt sich der Fall Epstein wunderbar einpassen. Und deshalb ist die widersprüchliche Behandlung des Falls durch die Trump-Regierung auf für Donald Trump so gefährlich.
      Jetzt zum Thema Russland:
      Die beiden Vertragsentwürfe hatte ich bereits in einem Blogbeitrag im Februar 2022, wenige Tage vor dem Überfall auf die Ukraine besprochen. Titel war: Kaum wahrgenommen: Russlands Langzeitstrategie. Ich habe damals vorhergesagt, dass Russland kurzfristig einen Krieg plant. Warum? Wenn man wirklich einen internationalen Vertrag schließen möchte, dann muss man einige Dinge berücksichtigen:
      Erstens übermittelt man den Vertrag den Vertragspartnern zur Durchsicht, bevor man ihn veröffentlicht. Zweitens bietet man Verhandlungen darüber an. Kein Vertragsentwurf wird jemals ohne Änderungen angenommen, schließlich müssen beide Seiten ihr Gesicht wahren. Drittens ist es ungünstig, wenn man ein Ultimatum setzt (Annahme bis …, sonst …)
      Russland hat keine dieser Gepflogenheiten eingehalten, und das liegt nicht daran, dass Russland sich mit Diplomatie nicht auskennt. Der Vertrag wurde noch vor Übermittlung öffentlich vorgestellt, jegliche Verhandlungen darüber waren ausgeschlossen, und die Vertragsbedingungen waren sofort zu akzeptieren. Russland hat Jahrhunderte an Erfahrungen in europäischer Diplomatie vorzuweisen und weiß deshalb genau, dass ein solches Diktat unannehmbar ist, wenn die Gegenseite nicht ihr Gesicht verlieren soll. Nein, Russland kann nicht mit einer Unterschrift gerechnet haben. Wenn man also nicht annehmen will, dass Russland höchst dilettantisch vorgegangen ist, kann die Aktion nur eine weitere Rechtfertigung für den bereits beschlossenen Überfall gewesen sein.
      Zur Stärke der russischen Wirtschaft:
      Ja, es herrscht Vollbeschäftigung. Das liegt im aber wesentlichen an der enormen Aufrüstung, für die der Staat teuer bezahlen muss. Geht es der russischen Wirtschaft also gut? Als grobe Faustregel für den Zustand einer Staatswirtschaft kann man die Zinsen werten, die ein Staat für seine Anleihen zahlen muss. Ich habe hier einmal einen Vergleich herausgesucht. Deutschland zahlt für zehnjährige Staatsanleihen 2,7 Prozent, Russland zahlt 13,9 Prozent jährliche Zinsen. Wenn Russlands Wirtschaft so stabil ist, wie Sie annehmen, dann könnten Sie damit einen glänzenden Profit einfahren. Bedenken Sie aber: Kein Staat zahlt freiwillig mehr Zinsen als er muss. Die Höhe der Zinsen gibt also wieder, wie viel der Staat bieten muss, damit ihm jemand seine Anleihen abnimmt.
      Zu den Verlusten: BBC und Mediazona machen sich laufend die Mühe, Nachrufe und Todesanzeigen auszuwerten, um den gefallenen russischen Soldaten Namen zuzuordnen. Hier ist die Webseite: https://zona.media/article/2025/08/01/verluste.
      Danach waren bis 1.8.2025 121507 gefallene russische Soldaten namentlich bekannt. Anhand der veröffentlichten Übersterblichkeit geht Medianzona von ca. 165000 Gefallenen aus. Dazu kommen ca. 25000 Ukrainer aus den russisch besetzten Gebieten (rund 10000 Tote hatte eine der beiden “Republiken” bereits Ende 2023 gemeldet). Unter den Toten sind noch nicht die Vermissten aufgeführt, von denen viele auch tot sein dürften. Und dann haben wir natürlich noch die Verzögerung der Auswertung, die sich auf der Seite von Mediazona ebenfalls gut erkennen lässt. Insgesamt dürfte sich die Verluste der russischen Seite also tatsächlich auf ca. 250000 belaufen. Damit kommt man ungefähr auf die Zahl von einer Million gefallener, vermisster, gefangener oder verwundeter Soldaten.
      Die Zahlen für die Ukraine liegen nach den meisten Quellen bei etwa 35 bis 40 Prozent davon, gemessen an der Bevölkerungszahl also etwa ähnlich hoch.
      Die von Ihnen zitierte Zahl von 800000 ukrainischen Toten stammt aus einer etwas zweifelhaften Quelle, dem Quincy Institute for Responsible Statecraft. Es plädiert für eine isolationistische Politik der USA. Es kritisiert die NATO und Ukraine relativ scharf, hält sich mit Kritik an Russland aber deutlich zurück. Das Quincy Institute kann die Zahlen auch kaum selbst gesammelt haben, und so liegt der Verdacht nahe, dass es Zahlen verwendet, die seine Agenda stützen sollen.
      insgesamt glaube ich nicht, dass die Ukraine schnell kapituliert. Warten wir also ab.

      • @Grüter: “… wenigstens zu unmoralischen oder bösen Taten. Sie sagt außerdem, dass die Verschwörer bestimmte Dinge vorhaben …”

        Unmoralisch oder böse, was ja auch normal ist im nun “freiheitlichen” Wettbewerb (der heuchlerisch-verlogene Kreislauf/Tanz um den heißen Brei) um die Deutungshoheit der wettbewerbsbedingt-konfusen Symptomatik, braucht in der gewohnt-etablierten Schuld- und Sündenbocksuche des zeitgeistlich-reformistischen Kreislaufes einen anderen / dem verschärften Wettbewerb entsprechenden Namen (🤔Verschwörer😃👍🏻), damit die Dinge …!?

      • “… eine Meinung zu ändern, braucht normalerweise Zeit.”

        Was ist in der “normalen Zeit” (reformistischer Zeitgeist) schon weise???

        Zur Zeit von “Wirtschaftswunder” und “sozialen Errungenschaften” (Geschenke auf Zeit), da gab es sehr viel mehr einfachen (woken) Spielraum mit “Verschwörer” umzugehen!?
        👊🥹👍🏻

      • Ich teile meine Antwort mal auf zwei Beiträge auf, entsprechend den Themen. Beginnen wir mit den “Verschwörungstheorien”.
        Kennen Sie die legendäre britische Sitcom “Yes Minister“? Da ringt der neue Minister James Hacker mit seinem Staatssekretär Sir Humphrey darum, seine politischen Vorstellungen durchzusetzen. Sir Humphrey führt das Ministerium schon sehr lange, er betont immer wieder gerne, wie viele Minister er schon hat kommen und gehen sehen. Aufgrund seiner Erfahrung und seiner Vernetzung im Regierungsapparat sorgt er dafür, dass Hackers politische Pläne versanden, wenn sie ihm nicht passen. Das ist einerseits sehr lustig mit anzusehen, und andererseits von niemand geringerem als Margaret Thatcher als völlig zutreffend zertifiziert worden.
        Aus meiner Sicht ist “Deep State” nur eine Bezeichnung für dieses Beharrungsvermögen des Regierungsapparats. Zehn-, wenn nicht Hunderttausende von Regierungsmitarbeitern in den USA sind ja nicht willenlose Rädchen, die Trump bloß in Bewegung zu setzen bräuchte, sondern Menschen mit eigenen Interessen, Zielen und Loyalitäten. Sie sind über Jahrzehnte hinweg zu einem Apparat zusammengewachsen, der sich selbst erhält und dabei den Präsidenten auflaufen lassen kann. So gesehen ist “Deep State” keine Verschwörungstheorie, sondern einfach eine Trivialität.
        (Und dass vor der Wahl 2020 eine Gruppe von 51 hohen FBI- und Geheimdienstfunktionären in einem offenen Brief behauptet hat, der Laptop von Hunter Biden (der Joes Chancen vernichtet hätte) habe “alle Kennzeichen russischer Desinformation” – was eine Lüge war -, zeigt, dass Mitglieder dieses Apparats durchaus gewillt sind, sich parteipolitisch einzumischen.)

        Warum bezeichne ich “Verschwörungstheorie” als Kampfbegriff? Nun, wir haben in den letzten Jahren eine Reihe von “Verschwörungstheorien” gesehen, die sich als (wahrscheinlich) zutreffend erwiesen haben: Dass das CoViD19-Virus aus einem gentechnischen Labor stammt, dass das Robert Koch-Institut unwissenschaftlich mit der Politik gekungelt hat, dass Joe Biden im Amt dement war und von seinem engeren Kreis gedeckt wurde, u.v.m.. Auf der anderen Seite haben sich allerhand orthodoxe Erzählungen als Verschwörungstheorien erwiesen: die angebliche russische Einflussnahme auf die US-amerikanischen Präsidentschaftswahlen, oder die angeblichen russischen Angriffe auf Infrastruktur in der Ostsee.
        Daraus folgt für mich: Verschwörungstheorie und “legitime Vermutung” lassen sich gegeneinander nicht inhaltlich abgrenzen. Beides sind Hypothesen über die Hintergründe von beobachteten Phänomenen. “Verschwörungstheorie” dient daher nur dazu, eine unerwünschte Überlegung zu brandmarken. Das Wort dient den Mächtigen dazu, der Bevölkerung zu signalisieren: “Das ist pfui-pfui, das sollt ihr lieber nicht genauer angucken.”
        M.E. sollte ein solches Denkverbot einen mündigen Bürger nicht abschrecken, sondern im Gegenteil neugierig machen.

        • Der/die/das Verschwörungsmythos/Verschwörungstheorie/Verschwörungsdingsbums, ist im K(r)ampf um die Deutungshoheit der wettbewerbsbedingt-konfusen Symptomatik normaler Teil der gewohnten Überproduktion von stumpf-, blöd- und wahnsinnig zeitgeistlich-reformistischen Kommunikationsmüll – Das Fünkchen Wahrheit bleibt Schwachsinn des geistigen Stillstandes!?
          👋😇😎🤚

        • @Konrad Lehmann: “M.E. sollte ein solches Denkverbot einen mündigen Bürger nicht abschrecken, sondern im Gegenteil neugierig machen.”

          ⚠️ 😳👃👂Bei “mündigen Bürger” werde ich sehr neugierig, ob da wirklich etwas Neues, bzw. etwas wahrhaftig Menschenwürdiges drin steckt, denn der “mündige Bürger” ist …!?

        • Zunächst einmal zum Thema “Deep State”: In den USA ist “Deep State” mit den behauptungen von QAnon verbunden. Ein oder mehrere Unbekannte haben unter dem Namen QAnon etwa von 2017 vielfach die Behauptung gepostet Angehörige des “Deep State”, also hauptsächlich der Funktionäre der demokratischen Partei, seien in einen internatioanlen Kinderhandel verwickelt und wollten die Kinder missbrauchen, zum Missbrauch verkaufen oder in satanischen Ritualen opfern. Und Donald Trump sei der weiße Ritter, der dieser Verschwörung ein Ende bereiten werde. Immer wieder posteten sie, dass große Enthüllungen, Razzien und Befreiungsaktionen unmittelbar bevorstünden. Die QAonon-Bewegung hatte erstunlichen Zulauf, und viele Republikaner glaubten die wüsten Behauptungen. Die englische hat einen sehr ausführlichen Artikel dazu. Weil Trump stets als der weiße Ritter dastand, der die Kinder retten wird, ist es für ihn jetzt brandgefährlich, mit dem Epstein-Skandal um den Missbrauch minderjähriger Mädchen verwickelt zu sein. Die Abgeordnete Marjorie Tayloer-Greene, erklärte Trump-Anhängerin und zeitweilige Verbreiterin von QAnon-Thesen, hat Trump jetzt geschrieben: “If you tell the base of people, who support you, of deep state treasonous crimes, election interference, blackmail, and rich powerful elite evil cabals, then you must take down every enemy of The People.”
          Wenn Trump plötzlich vom strahlenden Retter der Kinder zum Verdächtigen mutiert, verliert er einen großen Teil seiner Basis.

          Zum Thema Verschwörungstheorien: Ich halte es nicht für erwiesen, dass Covid-19 in einem amerikanischen Labor erzeugt wurde, um dann heimlich in China ausgesetzt zu werden. Ich nehme, diese These, die vom chinesischen Außenministerium ausgegeben wurde, meinen Sie damit. Ich halte es nicht für erwiesen, dass die russische Regierung sich nicht in den amerikanischen Präsidentschaftwahlkampf eingemischt hat. Ich halte es ebenfalls nicht für erwiesen, dass die russische Regierung keinerlei Sabotageaktionen in der Ostsee unternommen hat.

      • So, und nun zur Ukraine.
        1. Die russischen Vertragsentwürfe vom Dezember 2021
        Hier ist sachlich fast alles falsch, was Sie schreiben, aber im Kern liegen Sie am Ende doch richtig.

        Der Vertrag wurde noch vor Übermittlung öffentlich vorgestellt, jegliche Verhandlungen darüber waren ausgeschlossen, und die Vertragsbedingungen waren sofort zu akzeptieren.

        Ersteres halte ich für legitim, wenn es darum geht, einen Lösungsvorschlag zur Diskussion zu stellen. Das zweite (“jegliche Verhandlungen . . .”) ist diametral kontrafaktisch (m.a.W.: gelogen). Es war die NATO, die jegliche Verhandlungen über die russischen Sicherheitsinteressen rigoros verweigert hat. Ob Russland zu Verhandlungen bereit gewesen wäre, wissen wir mithin nicht. Und auch das Dritte (“sofort zu akzeptieren”) ist falsch. Ein Ultimatum (“(Annahme bis …, sonst …)”) hat es nicht gegeben. Russland hat keine Frist gesetzt.
        Und trotzdem haben Sie recht damit, dass die russische Regierung sicherlich nicht damit gerechnet hat, dass die NATO ihre seit über zwanzig Jahren verfolgte Strategie zur Eingrenzung Russlands plötzlich umkehren würde. Dabei waren die russischen Vorschläge inhaltlich mitnichten unannehmbar. Ginge es den NATO-Politikern um eine friedliche, ausgewogene Sicherheitsarchitektur in Europa, dann hätten sie sich durchaus darauf einlassen können. Aber Russland hat der eigenen Bevölkerung und der restlichen Welt damit demonstriert, dass die NATO zu einer diplomatischen Lösung nicht bereit ist. Der Krieg war zu dem Zeitpunkt selbstverständlich schon vollkommen vorbereitet. Alles andere wäre fahrlässig gewesen.
        2. Gefallenenzahlen
        Wie Sie die 125000 toten Russen von Mediazone mal flott verdoppeln, nur weil sie Ihnen nicht gefallen – u.a., indem Sie die Vermissten zweimal zählen -, das ist schon frech. Ich halte die Schätzung anhand der Übersterblichkeit für einigermaßen realistisch. Das ist aber auch, wie ich einleitend sagte (jede Seite übertreibt die gegnerischen Verluste), die absolute Obergrenze. Nimmt man noch, wie üblich, das Dreifache an Versehrten hinzu, kommt man auf die rund 600000 Verluste, welche einige NATO-Stellen vor einigen Monaten verkündet haben.
        Und es ist nicht jede Quelle “etwas zweifelhaft”, die eine Haltung vertritt, die Sie nicht teilen. Wenn Sie selbst das tief im Mainstream verankerte Quincey Institut nicht wahrnehmen wollen, wenn es etwas sagt, das Sie nicht hören wollen, dann mauern Sie sich ihre Echokammer zu einem sehr kleinen, von der Wirklichkeit unzerstörbaren Bunker.
        Hätten Sie den Artikel gelesen, dann wüssten Sie, dass der Autor sich auf OSINT-Quellen stützt – also ähnlich wie Oryx, das Sie anscheinend für eine verlässliche Quelle halten. Da wurden Satellitenbilder von ukrainischen Friedhöfen ausgewertet. Was m.E. die Totenzahlen noch unterschätzt, weil viele Leichen ja nicht gefunden, oder von den Russen geborgen werden.
        Es gibt keinen begründeten Zweifel daran, dass die ukrainischen Verluste mehrfach höher sind als die russischen.
        a) Schon fast seit Anfang des Krieges melden westliche Zeitungen (NY Times, zum Beispiel), dass die Russen eine fünf- bis zehnfache Überlegenheit bei der Artillerie haben. Und trotz Drohnen tötet die Artillerie immer noch die Mehrheit der Opfer.
        Wobei Russland auch bei den Drohnen mittlerweile eine qualitative und quantitative Überlegenheit hat, wie der Corriere della Sera weiß: “«Per ogni nostro drone i russi ne sparano dieci; dispongono anche di più uomini da mandare in pattuglia», dice l’ufficiale.”
        Außerdem verfügt Russland über eine Luftwaffe, die täglich Dutzende oder Hunderte von Gleitbomben abwirft, über Raketen und Marschflugkörper, und auf der anderen Seite über eine funktionierende Luftabwehr. Nichts davon hat die Ukraine.
        b) In den letzten Monaten gab es diverse Austausche von Leichen. Russland hat dabei stets 1000 ukrainische Leichen übergeben. Es erhielt dafür zuletzt 19 (neunzehn!) tote russische Soldaten. Ich finde gerade auf die Schnelle die Übersicht über die Austausche nicht, aber mit Ausnahme der frühen Kriegsphase war die Relation immer stark in dieser Richtung verzerrt, mit zuletzt immer 1000:<100. Und das galt auch in der Zeit, als die Ukraine in Kursk vorrückte. Das Argument, dass die Russen vorrücken und daher mehr Leichen bergen, sticht also nicht ganz.
        c) Kriegsgefangene: Ich finde keine genauen Zahlen, weil es sie möglicherweise nicht gibt. Aber die ukrainische Seite spricht von mindestens 8000 Ukrainern in russischer Gefangenschaft, und eine andere Stelle davon, dass “Ukraine holds a likely smaller but also publicly undisclosed number of Russian PoWs in five camps.” Einsichtigerweise korreliert das Gefangenenverhältnis mit dem Gefallenenverhältnis.
        d) Die Zahl der Deserteure liegt mittlerweile bei mindestens 250000 in der Ukraine (Ukrainische Pravda). Würden die Männer so zahlreich fliehen und sich gegen den Militärdienst sträuben, wenn ihre Überlebenschancen hoch wären?
        e) Und schließlich gab es da dieses Interview in der Rzeczpospolita: “when it comes to the Ukrainian soldier, the biggest problem is that he’s just… not there.” (Übersetzung vom Moon of Alabama)
        Soweit die Fakten. Es gibt noch einige weitere Gründe, weshalb ich 800000 ukrainische Tote und ebensoviele Schwerversehrte für eine realistische Schätzung halte. Einige russische Propagandisten gehen noch einmal doppelt so hoch. Aber dann hätte die Ukraine mehr Soldaten verloren, als sie je gehabt hat . . .

        • Wir sind uns wirklich kaum über irgendetwas einig, aber immerhin doch darüber, dass die russische Regierung nicht angenommen hat, die NATO (die übrigens nicht im Namen ihrer Mitglieder international bindende Verträge abschließen kann) ihren Mitgliedern die Annahme seiner Forderungen empfiehlt. Es wäre dafür eine Änderung des NATO-Vertrags notwendig und die dauert lange. Die NATO ist, anders als viele Menschen offenbar meinen, kein Staatenbund. Und deshalb bedroht sie niemanden, sie kann keinen Angriffskrieg befehlen. Sie ein Beistandspakt gegen Angriffe auf einzelne Mitglieder. Deshalb ist es schon ernsthaft verwunderlich, wenn Russland konstant behauptet, es fühlte sich durch die NATO bedroht.
          Zu den Todeszahlen: Ich habe die Anzahl der Vermissten nicht doppelt gezählt, eigentlich habe ich sie überhaupt nicht gezählt. Ich habe nur darauf hingewiesen, dass sie natürlich nicht in den Namenslisten enthalten sein können, die aus Nachrufen, Todesanzeigen und Erbschaften zusammengestellt sind. Sie können auch nicht in die Übersterblichkeit eingehen, weil die Vermissten nicht für tot erklärt sind (auch wenn sie es wahrscheinlich sind).
          Aber natürlich könnten sie auch desertiert, gefangen genommen oder sonstwie aus den Listen gefallen sein.
          Die Ukraine hat inzwischen sehr wohl eine funktionierende Luftabwehr. Russische Flugzeuge trauen sich schon lange nicht mehr an die Frontlinie, weil sie einen Abschuss riskieren.
          Und wenn die russischen Artillerie wirklich 10:1 überlegen ist, dann machen die russischen Offiziere offenbar einen schlechten Job, sonst hätten sie die Ukrainischen Linien längst auf breiter Front durchbrochen.
          Also, es bleibt dabei: Ich glaube nicht, dass die Ukraine so schnell kapituliert.

          • We agree to disagree. Das meiste können wir jetzt so stehen lassen. Wie gesagt: In einem Jahr sind wir klüger. Sie werden dann nicht sagen können, Sie hätten es nicht gewusst.
            Aber das Folgende löst mir doch Kopfschütteln aus:

            Und deshalb bedroht sie niemanden, sie kann keinen Angriffskrieg befehlen. Sie ein Beistandspakt gegen Angriffe auf einzelne Mitglieder. Deshalb ist es schon ernsthaft verwunderlich, wenn Russland konstant behauptet, es fühlte sich durch die NATO bedroht.

            Das erinnert mich an einen lieben Freund, der vor einem guten Jahr treuherzig sagte: “Aber die NATO ist doch ein Verteidigungsbündnis.” Ich habe dann schnell das Thema gewechselt, um die Freundschaft nicht zu gefährden.
            Die NATO ist das Militärbündnis der USA, die erklärtermaßen nach Vorherrschaft auf dem ganzen Planeten streben, und dazu seit dem zweiten Weltkrieg zahllose Kriege angefangen und Millionen von Menschen getötet haben. NATO-Mitgliedschaft impliziert, den Interessen der USA zu dienen, und z.B. auch amerikanische Waffen und Truppen auf dem eigenen Territorium zu stationieren. Die NATO ist auch mitnichten ein reines Verteidigungsbündnis: Den ersten völkerrechtswidrigen Angriffskrieg in Europa nach dem zweiten Weltkrieg hat die NATO begangen, und die BRD war dabei. Von den diversen völkerrechtswidrigen Angriffskriegen der USA, bei denen nicht alle NATO-Staaten mitgemacht haben, ganz zu schweigen.
            Falls Sie das nicht überzeugt, stellen Sie sich einfach vor, Russland würde mit fast allen lateinamerikanischen Staaten ein “Verteidigungsbündnis” gründen, mit einer Charta, die von der NATO-Charta geguttenbergt wird. Und würde dann, trotz US-amerikanischer Warnungen, als letztes auch noch México den Beitritt antragen (nachdem dort eine pro-russische Regierung gewalttätig an die Macht geputscht wurde – aber das sehen Sie vermutlich auch anders).
            Würden die USA dann auch großmütig von der “freien Bündniswahl” sprechen?

  21. #Analyse

    – Der Tanz um den heißen Brei, in allen denkbaren …losigkeiten, ob Gewinner oder Verlierer, es ist immernoch alles nur Illusion in stumpf-, blöd- und wahnsinniger Konfusion der gleichermaßen unverarbeitet-instinktiven Bewusstseinsschwäche, wo sogar der wirklich-wahrhaftige Schwachsinn den geistigen Stillstand …!?

  22. @Konrad Lehmann, zu Thomas Grüter: “Würde stimmen, was Sie schreiben, dann wäre das offenkundig überflüssig.”

    Ja, dann würde es wirklich kein Jahr mehr dauern bis zum Atomschlag.

  23. Ich glaube die meisten Menschen im Westen denken in der gewohnten Naivität, dass Russland zuerst einmal die Ukraine mit Atomwaffen angreifen wird, das werden sie aber SICHER nicht, denn die Ukraine ist für sie Russland – Den ersten (und vielleicht einen) Schlag, werden sie dem Westen ZU DENKEN geben!?

  24. @hto Dein Gezeter möchte ich nicht lesen wenn die NATO die Ukraine ohne großes Ferderlesen aufgenommen hätte.

    Die sofortige, direkte Verpflichtung aller NATO-Staaten zur militärischen Verteidigung der Ukraine ist Dir also ein Herzenswunsch? Weil das dann nicht mehr heuchlerisch und verlogen ist?
    Die hohe Wahrscheinlichkeit einer unmittelbare Eskalation des Ukraine-Kriegs zu einem groß angelegten, internationalen Konflikt zwischen Russland und NATO wäre Dir also lieber gewesen als weniger kurzschlüssiges Handeln?
    Was ist das bei Dir, eine radikale Lust am Chaos, Zerstörung und Anarchie?

    • @Schoppe

      Würde es nach mir und dem Traum von einem globalen Gemeinschaftseigentum OHNE wettbewerbsbedingt-konfuse Symptomatik gehen, würde sich die Nato auflösen. 🤗

  25. @Wie sehen denn wirklich die Kräfteverhältnisse aus?

    Ist Russland längst am Ende seiner Kräfte angekommen? Wie verträgt sich das noch mit unseren Befürchtungen, Putin könnte nach kurzer Pause mit dem Baltikum gleich weiter machen?

    Womöglich kommt es darauf an, ob die USA uns weiter unterstützt oder eben doch nicht mehr. Ohne USA haben wir nicht mal mehr Satellitenaufklärung, und überhaupt einen bunten Haufen von Einzelstreitkräften, der anscheinend nicht mal eine Verlegung von einem Batallion Bundeswehr nach Litauen zugig hinbekommt.

    Wir ständen ohne die USA echt doof da, fürchte ich. Deshalb müssen wir aufrüsten. Mit der USA verlässlich an unserer Seite müssten wir es vermutlich eigentlich wenig, die Auffüllung der an die Ukraine gelieferten Ausrüstung und Munition ausgenommen.

    Wir müssen aber Trump bei Laune halten, vor allem deswegen die jetzt doch in Angriff genommene Aufrüstung ganz Europas. Insbesondere wird sich die USA wohl über Waffenbestellungen aus Europa freuen.

    Das ist vermutlich einerseits unser Dilemma. Aber es ist glaube ich schon OK, dass jetzt die USA seine umfangreiche Aufrüstung der letzten Jahre von uns honoriert bekommt. Ohne diese Aufrüstung ständen wir jetzt alle ziemlich hilflos da.

    Wir fühlten uns die letzten 20 Jahre von Freunden umzingelt, die USA war da offenbar weitsichtiger?

    • @ Tobias Jeckenburger
      Zitat: “ Ist Russland längst am Ende seiner Kräfte angekommen? Wie verträgt sich das noch mit unseren Befürchtungen, Putin könnte nach kurzer Pause mit dem Baltikum gleich weiter machen?“
      40% der Staatsausgaben Russland waren 2025 für das Militär. Russland ist ökonomisch in einem prekären Zustand mit einer Inflation über 10%, sinkenden Absätzen von Öl zu tieferen Preisen und nun auch Zerstörung von Infrastruktur (z.B. Raffinerien) durch ukrainische Drohnenschwärme.
      Trotzdem dürfte es für Putin schwierig bis unmöglich werden, den Krieg zu beenden, denn das könnte auch sein Ende sein. Ein russischer Angriff aufs Baltikum ist durchaus denkbar, allerdings wohl eher als eine Art Suizid Putins.

      Zitat: “ Womöglich kommt es darauf an, ob die USA uns weiter unterstützt oder eben doch nicht mehr.“
      Es geht im Extremfall auch ohne USA, ja es könnte genügen die Ukraine zu unterstützen mit Waffen und Geld, denn inzwischen ist die Drohnen- und Raketentechnologie (Flamingo) der Ukraine so weit fortgeschritten, dass sie Russland in Bedrängnis bringen kann. Inzwischen fehlt es der Ukraine nur noch an Soldaten, nicht an Technologie.
      Der Ukraine-Krieg zeigt übrigens Europa, dass Russland militärisch durchaus zu besiegen und zurückzudrängen ist, allerdings nicht mit konventionellen Waffen, sondern mit Drohnen und intelligenten Missilen. Anstatt teures Gerät braucht es nun kostengünstige, autonom agierende intelligente Agenten, die in grosser Stückzahl eingesetzt werden und innert Wochen produziert werden können.

  26. @Jeckenburger: “Wir ständen ohne die USA echt doof da, fürchte ich.”

    Aufrüstung im herkömmlich-gewohnten Rahmen ist echt doof, weil der Ukraine-Krieg nicht nur den Russen gezeigt hat wie man Angreifer bekämpft.

    Aber jetzt wird aufgerüstet als ob wir auch angreifen und nicht nur verteidigen können wollen.👋🥴

  27. @ Konrad Lehmann

    “Daraus folgt für mich: Verschwörungstheorie und “legitime Vermutung” lassen sich gegeneinander nicht inhaltlich abgrenzen.”

    Ich plädiere für den Begriff Verschwörungshektik. Vermuten kann man viel und aus berufenem Munde klingt eine Vermutung oft schon wie eine Tatsache. Und andächtig sinken die Jünger auf die Knie. Es bedarf eben einer empirischen Grundlage, wenn man Behauptungen aufstellt. An die Daten muß man aber eben erst rankommen. Das ist nicht jeden gegeben, der nicht bspw. Edward Snowden heißt. Heute heißt es: “kann unabhängig nicht verifiziert werden.” Statt einfach mal die Klappe zu halten, schießen heute die Gurus wie Pilze aus dem Boden von denen es heißt: “folget ihnen nicht nach”. Der übliche Narzißmus halt…

  28. @Hilsebein: “Ich plädiere für den Begriff Verschwörungshektik.”

    Ja das passt zur wettbewerbsbedingt-konfusen Symptomatik und den entsprechenden populistischen Maßnahmen 🙂👍🏻

    “… und aus berufenem Munde …”

    Klingt der “mündige Bürger”!?

    “Statt einfach mal die Klappe zu halten, …”
    🙂👍🏻
    Denn die Wunder und Phänomene sind keine und deshalb nicht der intensiven Rede oder statistisch-technokratischen Erfassung wert.

  29. @ hto

    “Klingt der “mündige Bürger”!?”

    Viele mögen berufen sein, aber nicht jeder ist auserwählt. So stellen sich manche Gurus hin, hoffentlich mit einem Dr. Prof. vor dem Namen, die über die Daten nicht verfügen, um die autoritätshörigen, unmündigen Schäfchen zum Anbeten zu verleiten. Der Narzißt und die Schäfchen bedingen symbiotisch einander. So manches Schaf landet dann im übertragenem Sinne auf der Schlachtbank.

    • @Hilsebein: “Der Narzißt und die Schäfchen bedingen symbiotisch einander. So manches Schaf landet dann im übertragenem Sinne auf der Schlachtbank.”

      Nicht selten auch der Narziß, aber letztendlich landen wir alle auf der “Schlachtbank”, wo die “Festplatten und Arbeitsspeicher” OHNE Übertrag gelöscht werden, wenn wir den Irrsinn weiter so durchs Dorf treiben – Mensch bedeutet sinnvoll-vernunftbegabt ALLE, ausnahmslos.

  30. Sehr geehrter @Thomas Grüter,

    danke für den tollen Beitrag!

    Es ist spannend wie sehr sich doch die Menschen etwas von Trump erhoffen, obwohl auch dieser nur ein Mensch mit begrenzten Fähigkeiten ist. Aber aus irgendeinem Grund nehmen ihn die Menschen ernsthafter wie zb. Joe Biden oder Barack Obama. Vielleicht weil sie ihn für waghalsiger halten?

    Denn, Putin-Russland wird tun was es will, ganz egal was die USA tun oder sagen. Ob eine Millionen Russen sterben oder 10 Millionen, Putin wird seine persönliche Macht mehren und das ist auch in Ordnung für ihn. Russland selbst wird daran wohl zerbrechen. Was man wohl aus dem ganzen Lernen kann, ist, das wenn Diktatoren Aussagen tätigen, diese man im Zweifel ernst nehmen sollte und sich darauf vorbereitet.

    Auch scheinen diejenigen, die am lautesten vor Verschwörungen warnen, selbst gerne dazu neigen. Immer alles unklar lassen, eine Schein Realität aufrecht erhalten, unehrlich bleiben und auch nicht entschuldigen, selbst wenn es klar ersichtlich wird das man gelogen hat.

  31. “……..Das ist also keineswegs neu. Und solche Theorien sind auch nicht unzulässig, sie sind lediglich wirklichkeitsfrei. Sie passen immer wieder aktuelle Ereignisse in ihre Theorie ein. Das ist relativ einfach, weil der Deep State ein ziemlich diffuses Gespenst ist….”

    a)
    Die These der Wirklichkeitsfreiheit müsste in jedem Einzelfall belegt (!) werden oder wenigstens vorurteilsfreien rationalen Diskursen ausgesetzt werden.
    Was (zumindest hierzulande) kaum geschieht. Man begnügt sich mit der sematischen Belegung und hofft, sich damit um den Diskurs bzw. der Mühe des Belegens herumdrücken zu können. Das funktioniert gut da die meisten eher weniger informierten Leute glauben , dass Fachleute und Medienleute immer intellektuelle und journalistische Idealstandards einhalten, weil sie ja sonst keine Fachleute oder Journalisten wären. Die meisten glauben ja auch , dass die meisten religiösen Menschen sich grundsätzlich ethischer bzw. moralischer verhielten, weil sie ansonsten ja nicht religiös wären. Womit wir wieder bei einem (mathematischen) Mitformulierer der “Quantentheorie” angekommen wären.

    b)

    “….Sie passen immer wieder aktuelle Ereignisse in ihre Theorie ein. Das ist relativ einfach, weil der Deep State ein ziemlich diffuses Gespenst ist….”

    Der erste Satz beschreibt die gängige (nach Eigenauskünften angeblich so praktizierte) Mainstream -Wissenschaftspraxis .
    In der (zumindest kritischen)Wissenschaftstheorie wird kritisiert, dass der zweite zusammen mit dem ersten Satz im Großen und Ganzen auf die (völlig) mathematisierte Theoretische (!) Physik zutrifft.

    c)

    “…….Große und dauerhafte Verschwörungen sind tatsächlich kaum aufrecht zu erhalten. Machiavelli postulierte, dass mehr als zwei Leute eine Verschwörung nicht dauerhaft geheim halten könnten, weil immer einige Mitverschwörer abspringen. Sie sind irgendwann überzeugt, dass es sich für sie mehr lohnt, mit den Behörden zusammenzuarbeiten. So sind schon viele Mafiaorganisationen aufgeflogen…….”

    Gerade die Mafia ist eines der besten Beispiele zur Widerlegung der Aussagen dieses Zitates. Denn die gegenthese lautet:
    Verschwörungen und vor allem Verschwörungsorganisationen “überleben” so
    lange, wie sie mächtigen Interessengruppen von Nutzen sind.
    Jeder halbwegs “woke” (d.h.politisch eingermaßen aufgeweckte Bürger) musste sich zumindest seit dem Ende von WK2 die Frage stellen, wieso ganze Staaten jahrzehntelang (angeblich) nicht in der Lage waren diese (in Bezug aud Demokratie und Humanität) “Krebsgeschwüre” in ihrem Inneren zu eliminieren.
    Etwa Klarheit wurde für kurze zeit in Mittel- und Südeuropa nach dem Zusammenbru der SU erreicht, als es italienischen (unabhängigen) Staatsanwälten jetzt möglich war(oder erlaubt) war , in Italien Geheimgesellschaften mit und ohne Mafia in höchste Regierungskriesen zu “entarnen”. (Gladio usw.). Es wurde klar nachgewiesen, dass die Nato solche Strukturen strategisch – prophylaktisch für den Fall einer (legalen) kommunistischen Machtübernahme in Europa aufgebaut hatte.(Die US und die italienische mafia war schon bei der US- Militärinvasion in Süditalien äußerst nützlich gewesen und man war ersten diesen Leuten “zu Dank verpflichtet und zweitens wäre ein Bekanntwerden dieser Vorgänge ein Riesen- Skandal gewese. Dennbrave Demokraten tun sowas nicht. Das kurze “Aufklärungsfenster ” entstand dadurch, dass man zunächst glaubte, durch den Sieg über den Kommunismus keinerlei “Geheimstrategien” mehr nötig zu haben.
    Aber bekanntlich waren wenig später diese Staatsanwälte “weg vom Fenster”.

    Aber Merke: Bloße Aufdeckung ist für große Verschwörungsstrukturen unkritisch. Selbst wenn es (wie im Fall Gladio) fast unangreifbare Belege durch Aussagen vor Gericht und kriminalistisch- Staatsanwaltliche Nachforschungen gibt.

    Denn solange mächtige Interessengruppen, politische oder sonstige Verschwörungsaktivitäten (vor allem auch der Geheimdienste) schützen, und diese die Möglichkeit zur Meinungsbeeinflussung von mehr als ca 55% der Wähler haben, glaube die Leute nach diesen (Mainstream-) Medienvorgaben trotzdem, dass das alles verschwörungstheoretischer Quatsch ist. Und das besonders,wenn zusätzlich diffuse Existenzängste das “Aufmucken” noch mehr verhindern:
    Mein Gott, was könnte passieren, wenn mein Chef und die Nachbarn und Freunde erfahren, dass ich das oder das denke oder da oder da Zweifel habe, die sich die anderen verkneifen.

    • Lassen Sie mich vorausschicken: Intrigen und Verschwörungen sind alltäglich. Sie kommen überall vor. Aber nicht jedes Problem beruht auf einer Verschwörung. Wenn Sie beruflich nicht weiterkommen, kann das daran liegen, dass Ihre Kollegen sich abgesprochen haben, Sie auszubremsen. Es muss aber nicht. Ihr Verdacht, dass es so ist, kann in der Wirklichkeit verankert sein, oder auch nicht. Er ist wirklichkeitsfrei.
      Ebenso verfangen viele Verschwörungstheorien (damit meine ich ausgearbeitete Verschwörungserzählungen) im wesentlichen bei denen, die den angeschuldigten Verschwörern sowie alles Schlimme zutrauen. Auch diese Theorien halten sich allein aufgrund des Misstrauens, sie sind also wirklichkeitsfrei. Das muss nicht in jedem Einzelfall nachgewiesen werden. Weil eben Intrigen und Verschwörungen überall und ständig vorkommen, wird jede aufgeflogene Verschwörung, sei sie auch noch so klein, als Bestätigung für eine Verschwörungstheorie gewertet, wenn nur Mitglieder der angeschuldigten Gruppe darin verwickelt sind.
      Und ach ja, es gibt immer Interessengruppen. Immer. Und natürlich versuchen sie die Öffentlichkeit zu beeinflussen. Und Geheimdienste werden dafür bezahlt, dass sie Verschwörungen anzetteln und gegnerische Verschwörungen zerschlagen. Überall.

  32. Zum Folgenden :

    “…..Russland hat Jahrhunderte an Erfahrungen in europäischer Diplomatie vorzuweisen und weiß deshalb genau, dass ein solches Diktat unannehmbar ist, wenn die Gegenseite nicht ihr Gesicht verlieren soll. Nein, Russland kann nicht mit einer Unterschrift gerechnet haben. Wenn man also nicht annehmen will, dass Russland höchst dilettantisch vorgegangen ist, kann die Aktion nur eine weitere Rechtfertigung für den bereits beschlossenen Überfall gewesen sein….”

    “…….Die von Ihnen zitierte Zahl von 800000 ukrainischen Toten stammt aus einer etwas zweifelhaften Quelle, dem Quincy Institute for Responsible Statecraft. Es plädiert für eine isolationistische Politik der USA. Es kritisiert die NATO und Ukraine relativ scharf, hält sich mit Kritik an Russland aber deutlich zurück. Das Quincy Institute kann die Zahlen auch kaum selbst gesammelt haben, und so liegt der Verdacht nahe, dass es Zahlen verwendet, die seine Agenda stützen solle….”

    (Ende der Zitationen)

    Es wäre zu begründen, inwieweit die jeweiligen Thesen in den beiden Zitaten nicht irgendeine der Definitionen erfüllen, die in der einschlägigen Literatur (oder auch der einschlägigen Polemiken) bisher für (unglaubwürdige) “Verschwörungserzählungen” genannt wurden.

    Wo also liegt der Unterschied zwischen (moralisch sauberer) “Begründeter Vermutung” (z.B. auch als vorwissenschaftlichem Erkenntniskeim oder kriminalister Methode) oder (unmoralischen) “Verschwörungserzählungen” ?

    • In keinem der beiden Fälle ist eine Verschwörung beteiligt, also eine heimliche Verabredung zu kriminellen oder wenigstens unmoralischen Handlungen. Es handelt sich lediglich um Vermutungen über Motive der Beteiligten.

  33. @little Louis: “Wo also liegt der Unterschied zwischen “Begründeter Vermutung” oder “Verschwörungserzählungen” ?

    “Verschwörungserzählungen” sind in der gleichermaßen unverarbeitet-instinktiven Bewusstseinsschwäche von Angst, Gewalt und egozentriert-gebildetem “Individualbewusstsein” begründet, also kann der Unterschied nur in einem Trauma von materialistischer “Absicherung”/ Bewusstseinsbetäubung liegen, bzw. rumoren, vermute ich mal!?

  34. @Martin Holzherr 28.08. 14:05

    „Ein russischer Angriff aufs Baltikum ist durchaus denkbar, allerdings wohl eher als eine Art Suizid Putins.“

    Da kann man nur hoffen, dass Putin vor lauter persönlicher Verzweiflung nicht doch noch zu Atomwaffen greift.

    „Anstatt teures Gerät braucht es nun kostengünstige, autonom agierende intelligente Agenten, die in grosser Stückzahl eingesetzt werden und innert Wochen produziert werden können.“

    Das sind hier auch Lichtblicke für die europäische Aufrüstung. Man kann angesichts einer durchgreifenden Neuausstattung auch die jetzt auf dem Schlachtfeld erprobten Drohnentechnologie gleich einsetzen.

    Am Rande habe ich gelesen, dass man Drohnen per abwickelnden Glasfaserkabel fernsteuern kann. Das kann nicht gestört werden, und es gibt auch keine Kontrollsender, die man wiederum orten und dann angreifen kann. Im Prinzip gab es das schon bei den Milanraketen, die wir damals bei der Bundeswehr hatten. Nur wurde hier ein dünner Draht mit 2 Km Maximallänge verwendet.

    • @Tobias Jeckenburger (Zitat): „ Da kann man nur hoffen, dass Putin vor lauter persönlicher Verzweiflung nicht doch noch zu Atomwaffen greift.“
      Der US-Ökonom und Hochschulprofessor Jeremy Sachs sagt genau das (nicht wörtlich, aber sinngemäss) Wenn Russland in der Ukraine verliert, wird Putin Atomwaffen einsetzen um das zu verhindern.

      Jeremy Sachs gehört mit ein paar weiteren US-Ökonomen/Politologen zu einer Gruppe, die den Supermächten USA, China, Russland, Indien das Recht des Stärkeren zugestehen und die absolut verstehen, dass Putin von der alten Grösse Russlands und der Sowjetunion träumt und dass Putin alles unternehmen wird um Russland nicht zur Regionalmacht hinuntersinken zu lassen.

  35. @ Holzherr

    “dass Putin von der alten Grösse Russlands und der Sowjetunion träumt und dass Putin alles unternehmen wird um Russland nicht zur Regionalmacht hinuntersinken zu lassen.”

    Wenn der Krieg irgendwann beendet sein wird, dann liegt Rußland am Boden -schlimmer noch als die Sowjetunion nach dem Afghanistanfeldzug. Putin scheint das zu wissen und läßt den Krieg köcheln. Er ist weder an einem Sieg noch an einer Niederlage interessiert. Hauptsache der Krieg geht solange weiter, wie er noch am Leben ist. Er weiß ganz genau, daß er, von wem auch immer, nach dem Krieg gerupft werden würde. Wahlweise springt er aus irgendeinem Fenster.

    • @Hilsebein 🙂🙃

      1. Putin ist in Russland, wie Trump, nicht allein, ausserdem: Wie Gorbatschow 1996 in den USA, als es gegen die Bedingungen der Globalisierung ging, die vielen “kleinen” Länder!

      2. Nach dem Krieg ist vor dem Krieg, wenn diese Welt sich nicht endlich vom Wahn um die wettbewerbsbedingt-konfuse Symptomatik befreit.

  36. Können wir etwas wissen? Nichts! Putin könnte auch nach Canossa gehen. Das wäre wahre Größe: Putin vor den Toren Den Haags.

    • @Hilsebein: “Putin könnte auch nach Canossa gehen.”

      Denke ich nicht, denn wie in den USA, hat er den Wahn der Kirche auf seiner Seite – Der absolute Wettbewerb um die Apokalypse!!!

  37. @Dietmar Hilsebein 28.08. 21:46

    „Er ist weder an einem Sieg noch an einer Niederlage interessiert. Hauptsache der Krieg geht solange weiter, wie er noch am Leben ist.“

    Ja dann gehts ja noch. Schlecht für die beteiligten Soldaten und Zivilisten, und mit Sicherheit auch für uns lästig. Aber immer noch besser als atomare Auseinandersetzungen.

    „Er weiß ganz genau, daß er, von wem auch immer, nach dem Krieg gerupft werden würde. Wahlweise springt er aus irgendeinem Fenster.“

    Hitler hat bis zum letzten Mann gekämpft, und eines seiner letzten Worte soll gewesen sein: „Das deutsche Volk hat versagt“.

    Putin schätze ich eigentlich vernünftiger und wahrhaftiger ein. Ein Ende dieses Krieges und ein Ende seiner Herrschaft mit allen Konsequenzen durchzustehen wäre glaube ich für ihn Ehrensache.

    @Martin Holzherr 28.08. 19:13

    „..die absolut verstehen, dass Putin von der alten Grösse Russlands und der Sowjetunion träumt und dass Putin alles unternehmen wird um Russland nicht zur Regionalmacht hinuntersinken zu lassen.“

    Spätestens mit den Ende von Öl und Gas wird Russland unweigerlich zur Regionalmacht hinunter sinken. Oder hat hier Putin irgendeine zündende Idee, eine echt produktive Wirtschaft aufzubauen? Wenn nicht, dann sollte er im Interesse der eigenen Leute zurücktreten und sich den Konsequenzen des eigenen Handels stellen.

    Auch die Zukunft Russlands liegt weder in Öl- und Gasgeschäften noch in Eroberungen, die auch noch mit astronomischen Kosten verbunden sind. Eine vernünftige Gesellschaftsordnung kann nur helfen, die dann eine florierende Wirtschaft ermöglicht.

    • Tobias Jeckenburger,
      Die Zukunft Rußlands wird vom Klimawandel bestimmt. Die Permafrostböden werden auftauen und einer Landwirtschaft Platz machen.
      (Das Thema findet in einer Gedankenwerkstatt statt, und in der darf man auch zeitlich weiträumiger denken..)
      Und wenn in den USA im cornbelt die Wasservorkommen erschöpft sein werden, dann beginnt in Rußland ein neues Zeitalter als Kornkammer der Welt.
      Die jetzigen Machthaber bestimmen nur das augenblickliche Zeitgeschehen, die Geschichte schreibt aber auch die Natur.
      Kein Grund für Defaitismus.

      • @ Doe am 29.08.2025, 08:39 Uhr und:

        “…..Und wenn in den USA im cornbelt die Wasservorkommen erschöpft sein werden, dann beginnt in Rußland ein neues Zeitalter als Kornkammer der Welt…”
        (Zitatende)

        Richtig. Und das ist auch einer Gründe für die scharfe Dauerpolemik von z.B. Michael Blume (und dem Großteil der Grünen- Klientel) gegen die (natürlich besonders ost-nordöstlichen) “Fossil- Rentier- Staaten” (Staaten, die von Fossilenergien wirtschaftlich profitieren). Und gegen diejenigen, die in der Klimaerwärmung keinesfalls das Ende der menschlichen Zivilisation sehen wollen.

  38. Nachtrag Tobias Jeckenburger
    Ihr Artikel war gar nicht defaitistisch, sondern sogar optimistisch. Sorry !

  39. @ hto

    “Denke ich nicht, denn wie in den USA, hat er den Wahn der Kirche auf seiner Seite – Der absolute Wettbewerb um die Apokalypse!!!”

    Daher Den Haag. Verbrecher zu sein ist nicht einfach. Es lastet schwer und so kann es sein, daß er eine Stimme hört: Wladimir, o Wladimir -warum verfolgst du mich? Ich glaub’ ja eher nicht daran -ausschließen kann man es nicht.

  40. @ Tobias Jeckenburger 29.08.2025, 00:01 Uhr

    Ich fürchte Sie unterschätzen die Möglichkeiten von Russland. Wenn es so wäre, womöglich in Russland nur „Sauerkraut“ wachsen würde, so würde es diesen Krieg nicht geben. Die Leute sind doch nicht so verrückt, sich deswegen gegenseitig den Schädel einzuschlagen…..

    Russland hat nicht nur die vielen Bodenschätze, neben Öl und Gas, noch Kohle, Eisenerz, Gold, Platin, Diamanten, Seltene Metalle: Nickel, Kobalt, Wolfram, Titan,….

    Jetzt scheint es, dass für Russland sogar die Klimaerwärmung, anders als bei den Ländern des Südens, eher Vorteile haben wird. Es wird eher mehr begehrten „Lebensraum“ geben.

    Die Begehrlichkeiten, Russland beherrschen zu wollen, sind sehr groß. Dies ist den Russen offensichtlich nicht entgangen und sie haben vorgebaut, mit einem starken Militär und vielen Atombomben….

    Sie lassen es sich einfach nicht gefallen, auch nicht mit „Völkerrechtstricksereien“, vom Schwarzen Meer verdrängt zu werden.

    Die Klimaerwärmung hat, zumindest aus wirtschaftlicher und geopolitischer Sicht, auch Vorteile. Positive Effekte wären:

    Landwirtschaftliche Expansion wegen längere Vegetationsperioden: In Sibirien könnten wärmere Temperaturen den Ackerbau ermöglichen.

    Die fruchtbare Schwarzerde-Region könnte sich nach Norden ausdehnen, was die landwirtschaftliche Produktion steigert.

    Russland könnte seine Rolle als globaler Agrarproduzent ausbauen – besonders bei Getreide und Soja.

    Neue Handelsrouten und besserer Rohstoffzugang. Das Abschmelzen des Eises eröffnet neue Seewege im Nordpolarmeer, z. B. die Nordostpassage – kürzer als traditionelle Routen über den Suezkanal.

    Tauende Permafrostböden könnten den Zugang zu bislang schwer erreichbaren Rohstoffvorkommen erleichtern.

    Weniger Heizkosten: Mildere Winter könnten den Energieverbrauch für Heizung senken.

    Die Regierung plant angeblich hauptsächlich Anpassungen an den Klimawandel, wie Dämme, Straßen und neue Versorgungsnetze, um die Vorteile zu nutzen.

    Russland könnte durch bessere Erschließung seiner Ressourcen seine globale Machtstellung festigen.

    Die Ausweitung der Landwirtschaft und neue Transportwege könnten helfen, die Abhängigkeit vom Öl- und Gasexport zu verringern. Allerdings wir Öl immer eine wichtige Basis für die Chemieindustrie und für die Erzeugung von Kunststoffen sein.

    Russland will offensichtlich seine umfangreichen Ressourcen, auf eigene Rechnung, auf der ganzen Welt vermarkten…..

    Die Interessen der (westlichen) Kapitalanleger sind nicht die Interessen Russlands. Das ist der Grund für den drohenden Weltkrieg….

  41. @ Realo

    “Jetzt scheint es, dass für Russland sogar die Klimaerwärmung, anders als bei den Ländern des Südens, eher Vorteile haben wird. Es wird eher mehr begehrten „Lebensraum“ geben.”

    “Lebensraum im Osten” -da gab es doch schon mal einen -wie hieß der nochmal? Komisch -warum geht dann Putin nach Westen? Irgendwie scheint er eher die Ostsee zu begehren.

  42. Egal ob man dran glaubt oder nicht, es läuft einfach ALLES nach Skript.
    👋🤣👍🏻

  43. @ Dietmar Hilsebein 29.08.2025, 09:36 Uhr

    Offensichtlich sind für die Russen die freien „Transitwege“ (und was so „dazugehört“) existenziell wichtig. Sie lassen sich nicht „würgen“, sonst kracht es. Es gilt übrigens „Aug um Aug“….

    Das war schon immer so. Die Amerikaner sehen es genau so.

    Es sieht so aus, dass (auch wegen der Klimaerwärmung und dem Bevölkerungswachstum) der Lebensraum im Süden eher kleiner und im Norden eher größer wird.

    Kein Wunder dass D. Trump, (dem „Entwicklungen“ immer früher auffallen als seiner Konkurrenz) Richtung Grönland und Kanada „blickt“?

  44. @ Dietmar Hilsebein 29.08.2025, 10:46 Uhr

    Die Bevölkerung in Russland wächst nicht, aber die Begehrlichkeit auf Russengebiete, nicht nur wegen der Bodenschätze, auch wegen der zur Zeit niedrigen Bevölkerung und der allenfalls zu erwartenden Klimavorteile im Norden.

  45. @ Thomas Grüter am 28.08.2025, 18:17 Uhr :

    Und genau deswegen sollte man den polemischen und rationale Diskurse verhindernden Begriff “Verschwörungserzählungen” grundsätzlich vermeiden und nur von Guten oder schlechten Hypothesen oder Theorien sprechen. Dann könnte man sich auch weniger leicht um die rational Begründung für die jeweilige Einschätzung drücken. Was bei “Verschwörungserzählung” zumindest nach meiner Beobachtung allermeistens geschieht.

    Hier nur nebenbei:
    Beim “Zwang” zu Begründungen würde einem auch etwas wie das Folgende (nebenan bei scilogs) auffallen:
    In ihrem K.R. Popper- Video vor einigen Wochen sprechen Dr. Blume und Prof. Ince auch über (vorurteilsbedingte oder propagandistische) Falschinformation .
    Dr. Ince behauptet dort, dass die These einer (in Bezug zur Gesamtbevölkerung) hohen Kriminalitätsrate bei Migranten eine fahrläsige oder bewusste Falschinterpretation (der Statistiken) sei.
    Heute morgen nun höre ich in einem DLF- Interview den DLF – Interviewer (!) von einer ” Hohen Quote von Zugewanderten bei den Statistiken zur Gewaltkriminalität” sprechen. Ich höre den DLF täglich seit fast 40 Jahren. Er war bisher immer der Garant für regierungskonforme Information (Ironie aus).
    Handelt es sich dabei jetzt um “normale, alltägliche Verschwörungen” zur Meinungsmanipulation Anderer oder um unzulässige Verschwörungserzählungen unter Zuhilfenahme von Fake- Darstellungen der (statistischen) Wirklichkeit ?

    https://www.deutschlandfunk.de/interview-100.html

    • Ich bin kein Freund davon, eine Verwschörungstheorie als “unzulässig” zu bezeichnen, solange sie nicht gerade Menschen beleidigt, also Straftatbestände erfüllt. Wenn ich darüber hinaus anfange, Behauptungen, und seien Sie noch so abwegig, als unzulässig bezeichne. komme ich auf dünnes Eis. Und noch ein Hinweis: Wenn Sie Inhalte des Blogs von Michael Bluime diskutieren möchten, dann tun Sie das bitte in seinem Blog, nicht in meinem.

  46. @ Realo

    Die Begehrlichkeit auf Russengebiete wächst wegen einer zur Zeit niedrigen Bevölkerung? Bei Adolf hieß es noch “Volk ohne Raum” und bei Ihnen “Raum ohne Volk”. Ergibt für mich keinen Sinn. Und was machen wir dann mit diesem leeren Raum? Keine Ahnung. Nach schwarzen Löchern suchen.

  47. @Hilsebein: “Die Begehrlichkeit auf Russengebiete wächst wegen einer zur Zeit niedrigen Bevölkerung?”

    Er meint einer zur Zeit niedrigen russischen Bevölkerung!?🥴

    Ich glaube ja, dass der Krieg vor allem psychologische Gründe im Rahmen der wettbewerbsbedingt-konfusen Symptomatik hat.

  48. DER stumpf-, blöd- und wahnsinnige zeitgeistlich-reformistische Kreislauf / Tanz um den heißen Brei der wettbewerbsbedingt-konfusen Symptomatik, DIE heuchlerisch-verlogene Schuld- und Sündenbocksuche in herkömmlich-gewohnter Überproduktion von Kommunikationsmüll, DAS gleichermaßen unverarbeitete Instinktive in Angst, Gewalt und egozentriert-gebildetem “Individualbewusstsein” – Bewusstseinsbetäubung (Glaube an materialistische “Absicherung”) im geistigen Stillstand seit Mensch erstem und bisher einzigen GEISTIGEN Evolutionssprung (die “Vertreibung aus dem Paradies”), wo Bewusstseinsentwicklung ganz- und nachhaltig, dem Programm des holographischen Universums entsprechend, die Vernunftbegabung, zweifelsfrei-eindeutig und wirklich-wahrhaftig, zu Vernunft in Möglichkeiten des Vorstellbaren fusionieren soll.👋🥴👍🏻👋🤮🤚

  49. @ hto

    Macht es auch nicht besser. Warum sollte man Räume begehren, die man personell nicht besitzen kann?

  50. @ Dietmar Hilsebein 29.08.2025, 11:38 Uhr

    Zitat: „Und was machen wir dann mit diesem leeren Raum? Keine Ahnung. Nach schwarzen Löchern suchen.“

    Es geht um die frühe Vermarktung des „Klimawandel“ durch „Investoren“.

    Diese Denke macht den Unterschied zwischen „Normalos“ und „Investoren“. Für Investoren wird alles zum Geschäft gemacht. Dazu sind sie da und es hat auch einen Sinn. Wenn man es gut mit ihnen meint, akzeptiert man, dass sie genau austüfteln welche und wie viele Güter (Dienstleistungen) irgendwo, irgendwann, möglichst dringend gebraucht werden, um möglichst viel Kasse zu machen. Was nicht verkauft werden kann, muss oft vernichtet werden. Es ist nur ein kleiner Schritt vom „Investor“ zum „Bankrotteur“.

    Den absoluten Kälterekord hält Oimjakon, und der wurde im Februar 1933 gemessen: –67,7 °C. Der Name „Oimjakon“ bedeutet in der jakutischen Sprache übrigens „heiße Quelle“. Die Menschen dort haben offenbar Humor, eine ironische Bezeichnung für den kältesten Ort der Welt. Die Bewohner würden sich über mehr Wärme freuen.

    Wenn Menschen wegen der Hitze fliehen müssen, so könnte das langfristig eine Wanderung vom Süden Richtung Norden auslösen. Irgendwer möchte daran verdienen…..

  51. @ Realo

    Jetzt verstehe ich Sie. Die Investoren bereiten schon mal die sogenannten Arche-Regionen vor. Dann muß aber die Wanderung schnell einsetzen, damit die Investoren zu Lebzeiten noch Kasse machen können.

  52. @Dietmar Hilsebein 29.08. 13:06

    „Macht es auch nicht besser. Warum sollte man Räume begehren, die man personell nicht besetzen kann?“

    Das ist ja gerade der Witz. Anstatt eine florierende Wirtschaft zu fördern wird versucht das produktive Unvermögen mit Rohstoffförderung auszugleichen.

    Inwieweit die Landwirtschaftliche Produktion in Russland ausgeweitet werden kann, ist keine so einfache Frage. In den Dauerfrost-Taiga-Gebieten sind vermutlich die Böden von eher schlechter Qualität. Und Trockenheit im Sommer kann da schon auch zum Problem werden.

    Dann schrumpft auch noch der solvente Teil der Weltbevölkerung, die sich reichlich Fleisch leisten kann. Das dürfte die ohnehin niedrigen Weltmarktpreise für Grundnahrungs- und Futtermittel eher weiter reduzieren. Schwer zu sagen, ob sich dann eine Rodung der derzeitigen Dauerfrostgebiete überhaupt lohnt.

    Immerhin kann man da aber Forstwirtschaft betreiben.

    Aber das alles braucht keine Eroberungskriege. Das braucht eine florierende Wirtschaft. Die Menschen brauchen Inklusion und Arbeit. Und auch der Abbau diverser metallischer Rohstoffe kann generell förderlich sein, wird aber eben die Binnenwirtschaft nicht ersetzen können. Da hilft auch nicht der Zuspruch der Ost-Kirche weiter.

    Die Krimhäfen waren doch vor dem aktuellen Krieg längst in Russischer Hand, ich glaube kaum, das die Ukraine jemals versucht hätte, die zurück zu erobern. Insbesondere hätten wir dafür auch keine Waffen geliefert. Die Rechtssituation war in der Tat ungeklärt, das mag schon stören, aber das hätte man einfach aussitzen können.

    Europa hatte sich doch längst mit der Annektierung der Krim und des Dombass abgefunden, und sogar noch die Nordstreampipelines verlegt. Aber auch unsere europäische Genügsamkeit hat offenbar Grenzen. Wir liefern jetzt was wir können und rüsten auf was geht. Und unsere Energiewende kann dann die Weltmarktpreise für Öl und Gas reduzieren, spätestens dann geht auch Putin das Geld aus.

  53. @Realo 29.08. 13:57

    „Wenn Menschen wegen der Hitze fliehen müssen, so könnte das langfristig eine Wanderung vom Süden Richtung Norden auslösen. Irgendwer möchte daran verdienen…..“

    Wohnraum für 500 Millionen Menschen gäbe es in der Tat in der heutigen russischen Taiga. Nur will man soviele Muslime haben, und wollen die denn da wirklich hin umziehen?

    Zumal es einfacher wäre, z.B. in Pakistan genug PV-Module aufzustellen, dass es für Klimaanlagen und Entsalzungsanlagen reicht. Das dürfte deutlich günstiger sein, als was man für winterliche Heizung in Sibirien so aufwenden muss.

    Ich denke hier erst mal nur an lebenswerten Wohnraum. Die Versorgung mit Lebensmitteln ist eine Sache für sich. Gemüseproduktion und Tierhaltung geht auch in der Wüste, mit genug Strom und damit auch entsalztem Meerwasser. Für Grundnahrungs- und Futtermittel nicht, aber die kann man problemlos transportieren.

  54. Zum einleitenden Text.
    “Aber sowohl Donald Trump als auch Wladimir Putin sind an der Lösung des Problems kaum interessiert”

    Wenn man die Geschichte Rußlands betrachtet, dann ist der Ukraine Krieg eine Restauration des alten Kaiserreiches. Die Krim gehört den Großrussen und die Ruthenen/Ukrainer sind ein Teil des Großrussischen Reiches.

    Das wird Herr P. noch im Geschichtsunterricht gelernt haben.
    Was Herr T. betrifft, der ist auch an einer Restauration interessiert, denn Herr Z. ist eher an einer Anbindung an die EU interessiert. Und die USA betrachten die EU als Konkurrenz.

    Fazit: Es wird zu einem Frieden kommen , wobei der Ausgang ungewiss bleibt. Für Rußland steht alles auf dem Spiel, für die Ukraine ebenfalls.

  55. @little Louis 29.08. 11:15

    „Und gegen diejenigen, die in der Klimaerwärmung keinesfalls das Ende der menschlichen Zivilisation sehen wollen.“

    Das Ausmaß der Schäden hängt sicherlich direkt mit dem tatsächlichem Ausmaß der Klimaerwärmung und dessen konkrete Auswirkungen auf die Niederschlagsverteilungen ab.

    Es ist noch nicht klar, wie viele Treibhausgase wir noch freisetzen werden, es ist nicht klar wie heiß es deswegen genau wird, und es ist auch unklar, wie sich eben die Niederschläge dann über Raum und Zeit verteilen werden.

    Das hat dann aber Auswirkungen auf die globalen Landwirtschaftlichen Erträge, und auch auf den Bedarf von Klimaanlagen und Entsalzungsanlagen in Gegenden, die jetzt schon heiß sind. Und auf die zu erwartenden Hochwasserschäden.

    Ein Ende der Zivilisation muss das in der Tat nicht werden. Das hängt ja jetzt noch maßgeblich davon ab, wie gut wir Menschen zusammenarbeiten werden, oder eben auch gar nicht gut.

    Der Klassiker für ein Ende der Zivilisation ist nach wie vor ein möglicher Atomkrieg, scheint mir. Gefolgt von einer Pandemie oder von einem ausufernden Cyberkrieg. Ein eigenes Risiko sehe ich in der Klimaerwärmung aber schon, insbesondere weil wir die möglichen Klimakipppunkte nicht genau genug vorausberechnen können.

    • @Frankfurter: “Das ist eine sehr seltsame Definition von Kriegsverbrechen; die genau so, 1:1, aus dem Kreml stammen könnte.”

      Nein, das ist eine Logik, die schon die “Entwicklungshilfe” als unmoralische Komponente der wettbewerbsbedingt-konfusen Symptomatik im Verhältnis 1:5 (Wohlstand : Tittytainment) der Weltbevölkerung erkannt hat.

  56. @Frankfurter: “Sie sehen tatsächlich Verteidigung als Verbrechen??”

    Der reformistische Zeitgeist, oder die Surfer/Profitler auf dem/im Zeitgeist, sagen zwar wir verteidigen unsere (vorbildlich-nachahmenswerte?) “Freiheit” nun am Hindukusch, aber wenn es z.B. um die Freiheit der Menschen im “arabischen Frühling” geht, dann lassen wir die auch lieber … und absaufen!?

    • @hto

      “wettbewerbsbedingt-konfuse Symptomatik”

      __________________________________________________________________

      Haben Sie sich diesen Begriff, den Sie in fast jedem posting und zu fast jedem Thema, unterbringen, eigentlich selbst ausgedacht, oder irgendwo aufgeschnappt?

    • @hto

      wir verteidigen unsere (vorbildlich-nachahmenswerte?) “Freiheit” nun am Hindukusch

      _________________________________________________________________

      Es ist die Ukraine, die ihre Freiheit verteidigt. Wir unterstützen sie lediglich dabei.

      Nochmal meine Frage: Halten Sie das wirklich für verbrecherisch?

      • @Frankfurter: “Wir unterstützen sie lediglich dabei.”

        VOR ALLEM ist die heuchlerisch-verlogene Symptomatik dieser wettbewerbsbedingt-konfusen Welt- und “Werteordnung”, die in der Deutungshoheit auch vom “braven” Bürger mit leichtfertigem Kreuzchen auf dem Blankoscheck ebenso heuchlerisch-verlogen Demokratie genannt wird, VERBRECHERISCH.

  57. @ Tobias Jeckenburger 29.08.2025, 14:29 Uhr

    Russland setzt auf die Rohstoffförderung, weil sie das Glück haben, viele in der Welt höchst begehrte Rohstoffe im Land zu haben. Das würde doch jedes andere Land auch so machen. Außer Öl und Gas müssen die Rohstoffe mit schwerster bergmännischer Arbeit aus dem Boden geholt werden.

    Es ist naheliegend, und im nationalen Interesse Russlands, dass die Gewinne „dem Volk“ und nicht westlichen Anlegern zugeschanzt werden.

    Darum geht es auch im derzeitigen Konflikt.

    Es scheint, dass die Russen weitgehend problemlos, die Geschäfte westlicher Investoren, z.B. Mac Donald, mit leichten Anpassung an die russische Mentalität, erfolgreich weiterführen.

    Russland ist mit seiner Getreideproduktion höchst erfolgreicher Konkurrent der Ukraine am Weltmarkt geworden. Früher mussten die Russen mit ukrainischem Getreide „durchgefüttert“ werden.

    Heute scheint das Problem der weltweiten Hungersnöte gelöst. Der Fleischkonsum dürfte von der vorherrschenden Religion/Ideologie abhängen.

    Russland benötigt hauptsächlich ungestörte internationale Handelswege um seinen Geschäften nachgehen zu können…..

    Wie man auf den Landkarten tagtäglich im Fernsehen sieht, geht es den Russen offensichtlich darum, seinen ungestörten Schwarzmeerzugang zu erhalten. „Gebiet und Rohstoffe“ haben sie selber mehr als ausreichend…. Allerdings dürften sie die Nato Osterweiterung beendet haben.

    Die Krimhäfen waren zwar vor dem aktuellen Krieg längst in Russischer Hand, nur wurden die ohnehin nur befristeten Verträge von der neuen Staatsführung nach dem Majdanputsch nicht mehr anerkannt. Die Vorgängerregierung die die Verträge ausgehandelt hat, wurde sogar wegen Landesverrat angeklagt.

    Das Problem bei Friedensverhandlungen beruht darauf, dass die Ukrainer „Hintertüren“ für eine spätere Rückeroberung wollen. Darauf lassen sich die Russen nicht ein, weil sonst der nächste Krieg, womöglich ein Atomkrieg droht.

    Putin hat offensichtlich „neue Geschäftsfreunde“ gefunden, er braucht Europa nicht mehr.

    Auch ich bin der Meinung, dass die Probleme der Menschen mit Hochtechnologie gelöst werden sollten.

    • @Realo

      Es ist naheliegend, und im nationalen Interesse Russlands, dass die Gewinne „dem Volk“ und nicht westlichen Anlegern zugeschanzt werden.

      _____________________________________________

      Das “wäre” es. Ich bezweifle aber ganz stark, dass die Gewinne wirklich dem russischen Volk zugute kommen. Bei den gewaltigen Gewinnen müsste es dann viel reicher sein.

  58. @Realo 29.08. 21:35

    „Es ist naheliegend, und im nationalen Interesse Russlands, dass die Gewinne „dem Volk“ und nicht westlichen Anlegern zugeschanzt werden.“

    Das meiste bleibt wohl eher bei den Oligarchen hängen, und der Rest wird gerade in einem recht zwecklosen Krieg verheizt. Eine florierende Wirtschaft stelle ich mir anders vor. Die Leute brauchen einen gewissen Wohlstand und auch Arbeit und Beschäftigung. Nach Möglichkeit nicht in Schützengräben.

    „Das Problem bei Friedensverhandlungen beruht darauf, dass die Ukrainer „Hintertüren“ für eine spätere Rückeroberung wollen. Darauf lassen sich die Russen nicht ein, weil sonst der nächste Krieg, womöglich ein Atomkrieg droht.“

    Dass Selensky jede Gelegenheit nutzen wird, die verlorenen Gebiete zurück zu erobern, das denke ich auch. Aber weder Europa noch die USA wollen das, und werden das entsprechend nicht mit Waffenlieferungen unterstützen.

    Mag sein, dass sich Putin nicht recht vorstellen kann, dass auch ein militärisch starkes Bündnis dennoch keinen Bock auf Kampfhandlungen hat. Anders kann ich mir nicht erklären, warum Putin nicht die Nerven behält, und einfach die strittigen Häfen nutzt, und im Falle eines theoretischen Angriffs der Ukraine dann eben einfach dagegen hält. Ich glaube kaum, das wir das unterstützen werden. Und ohne unsere Unterstützung wird da nicht viel draus werden, schätze ich mal.

    Also ich würde dann auf die Straße gehen, dass wir dafür keine Waffen liefern sollen. Und ich wäre auch strikt gegen einen Natobeitritt der Ukraine, um eben nicht eingreifen zu müssen, wenn die Ukraine eine Wiederaufnahme der Kampfhandlung provoziert.

    „Putin hat offensichtlich „neue Geschäftsfreunde“ gefunden, er braucht Europa nicht mehr.“

    Und mich kann er auch mal. Inzwischen läuft die Energiewende weiter, und es geht offenbar ohne russische Gas und schon bald ganz ohne Gas. Wenn er weiter von alter Größe träumt, bleibt er offenbar sowieso gefährlich. Aufrüsten wäre auch unvermeidlich, wenn es wider allen Erwartungen doch noch einen Waffenstillstand oder mehr gäbe. Es wäre nicht die erste Vereinbarung, die Putin einfach bricht wie es ihm passt.

  59. @ Realo

    “Das Problem bei Friedensverhandlungen beruht darauf, dass die Ukrainer „Hintertüren“ für eine spätere Rückeroberung wollen. Darauf lassen sich die Russen nicht ein, weil sonst der nächste Krieg, womöglich ein Atomkrieg droht.”

    Dieser Sprechgesang könnte direkt von Medwedew stammen. Immer schön an die German-Angst appellieren, um die russische Propaganda im Westen salonfähig zu machen. Natürlich haben die Ukrainer alles Recht der Welt, in den territorialen Grenzen von 1991 zu leben. Sie reden hier einer Schuldumkehr das Wort. Nicht die Grenzen Rußlands sind vom Westen in Frage gestellt worden, sondern Rußland stellt die Grenzen der Ukraine in Frage und führt einen Angriffskrieg. Da kann sich Rußland winden, so viel es will. Das deutsche Kaiserreich hat sich auch umzingelt gefühlt. Es führte einen Angriffskrieg und ist genau dafür zur Verantwortung gezogen worden.

  60. @ Dietmar Hilsebein 30.08.2025, 09:27 Uhr

    Ich möchte keine „Scheuklappen“ tragen und ausgerechnet die Gefahren, die durch A,B,C Waffen drohen, ausblenden. Diese Waffen haben Ausrottungspotential. Wenn einer nichts mehr zu verlieren hat, werden sie auch eingesetzt.

    D ist barfüßig und daher Kanonenfutter, das sollte einem mit Blick auf die Söhne/Enkel klar sein. Die Amerikaner haben ungefähr so viele A Bomben wie die Russen, sind aber derzeit eher „friedlich gesinnt“. Vermutlich ganz einfach deswegen, weil sie sich wegen der Ukraine, nicht gegenseitig mit den Russen A Bomben um den Schädel hauen wollen.

    Würden diese neuartigen Gefahren nicht drohen, wäre mir völlig klar, dass Kriege wegen Darwins Ausleseprinzip „sein müssen“, es verrückt ist, gegen Darwin zu argumentieren. Jetzt, wegen der neuen Situation, melde ich zumindest meine Zweifel am „Krieg spielen“ (auch mit Spielzeugdrohnen) an.

    Die Grenzen des russischen Einflussgebietes wurden wegen der Nato Ostereiterung verändert (z.B. Majdanputsch), nicht nur ganz harmlos „in Frage gestellt“.

    Die Ukrainer haben sich von Russland abgesondert, das haben die Russen akzeptiert. Nachdem die rund 20% Russen in der Ukraine, z.B. mit dem Verbot ihrer Muttersprache, drangsaliert wurden, wollten sie eben auch die Unabhängigkeit von der Ukraine. Das wurde nicht akzeptiert….

    Der Majdanputsch war der 1. Gewaltakt, und die Gewalt ist eskaliert, wie meistens. Es ist lächerlich zu glauben, die Russen würden sich samt ihren Häfen (darunter ihr Flottenhafen), vom Schwarzen Meer vertreiben lassen. Da hilft nicht einmal „Völkerrechtsakrobatik“.

    Die Russen hätten genauso das Recht in den Grenzen nach 1945 zu leben….
    Da kann sich die Ukraine/Nato winden, so viel sie will.

    Jeder Verlierer wird zur Verantwortung gezogen. Das deutsche Kaiserreich wurde für seinen Angriffskrieg zur Verantwortung gezogen, weil es den Krieg verloren hat, ist doch ganz einfach.

    Ich habe schon öfter erwähnt, dass ich mir meine „Sichtweisen“ hauptsächlich schon als Jugendlicher nach dem WK2 „aufgerissen habe“, weil ich sehr neugierig, hauptsächlich den vielen „Kriegskrüppel“ in meiner Umgebung zugehört habe. Die haben mich über Methoden der Manipulation bestens aufgeklärt.

  61. Moralisch oder unmoralisch / vernünftig oder unvernünftig / dumm und dümmer / wunderlich und/oder phänomenal / heuchlerisch und verlogen – Was/wer ist es, wenn die westliche Welt, in Deutungshoheit über das “Zusammenleben” im stets gleichbleibenden Verhältnis von 1:5 (Wohlstand : Tittytainment), über das ebenso wettbewerbsbedingt-konfuse Verhalten der Beherrschten des nun “freiheitlichen” Wettbewerbs spekuliert und urteilt???

  62. @Realo: “Die haben mich über Methoden der Manipulation bestens aufgeklärt.”

    Was ist mit der manipulativ-schwankenden Welt- und “Werteordnung”, im nun “freiheitlichen” Wettbewerb um die Deutungshoheit der wettbewerbsbedingt-konfusen Symptomatik???

  63. @Realo: “Würden diese neuartigen Gefahren nicht drohen, wäre mir völlig klar, dass Kriege wegen Darwins Ausleseprinzip „sein müssen“, es verrückt ist, gegen Darwin zu argumentieren. Jetzt, wegen der neuen Situation, melde ich zumindest meine Zweifel am „Krieg spielen“ (auch mit Spielzeugdrohnen) an.”

    Das klingt “völlig” nach gleichermaßen unverarbeitet-instinktiv-gepflegter Bewusstseinsschwäche in Angst, Gewalt und egozentriert-gebildetem “Individualbewusstsein”, eben nicht nach Bewusstseinsentwicklung die überwinden soll / nicht nach Vernunftbegabung die zu Vernunft als ganzheitlich-ebenbildliches Wesen Mensch fusioniert werden soll – Es ist verrückt NICHT gegen Darwin zu argumentieren!?

  64. @ Realo

    “Die Grenzen des russischen Einflussgebietes wurden wegen der Nato Ostereiterung verändert (z.B. Majdanputsch), nicht nur ganz harmlos „in Frage gestellt“.”

    Ja ja -der berühmte Hinterhof. Genau aus dem Grund sind bspw. die baltischen Staaten, jetzt auch Schweden und Finnland, der Nato beigetreten. Diese und weitere osteuropäische Staaten wissen eben besser, wie der russische Imperialismus einzuschätzen ist.

    Sie können mit russischer Propaganda ganze Bibliotheken füllen. Aus der Nummer des Angriffskrieges kommen Sie nicht heraus.

  65. @ Dietmar Hilsebein 30.08.2025, 13:00 Uhr

    Zitat: „Aus der Nummer des Angriffskrieges kommen Sie nicht heraus.“

    Will ich auch nicht.

    Jetzt macht gerade wieder ein Scherzbold den Glauben an das westliche Rechtssystem lächerlich. Wechselt einfach sein Geschlecht und lässt sich in ein Frauengefängnis einweisen. Die Widersprüche explodieren.

    Glauben Sie ernsthaft die Russen hätten akzeptiert, von ihrem „fast ewig“ benutzten Schwarzmeerzugang vertrieben zu werden, um danach mit Transitgebühren schwer abgezockt zu werden?

    Oder die Amerikaner hätten akzeptiert, sich von Bin Laden vorführen zu lassen?

    Beides hätte eine unglaubliche Erniedrigung für die Russen, aber auch ehemals für Amerika bedeutet.

    Wie können Sie das ignorieren, oder ist für Sie das Recht etwas Absolutes????

    Was für den kleinen Mann gilt, gilt noch lange nicht für Staaten mit 5 000 Atombomben in der „Hinterhand“.

  66. @ Realo

    “Was für den kleinen Mann gilt, gilt noch lange nicht für Staaten mit 5 000 Atombomben in der „Hinterhand“.”

    Ich bin für die Stärke des Rechts und nicht für das Recht des Stärkeren, da wir keine Tiere sein sollten. 5000 Atombomben beeindruckten mich nicht, da die Menschheit auch durch einen Asteroiden vernichtet werden kann. “Mitten im Leben sind wir vom Tod umgeben.”

    • Ich bin für die zweifelsfrei-eindeutige Gerechtigkeit, nicht für den kategorischen Imperativ, dann sind wir wirklich-wahrhaftig ohne den Instinkt.

  67. @Realo 30.08. 14:07

    „Was für den kleinen Mann gilt, gilt noch lange nicht für Staaten mit 5 000 Atombomben in der „Hinterhand“.“

    In der Tat gibt es zwar ein Völkerrecht, aber eben keine Weltpolizei, die es durchsetzen könnte. Was bleibt ist, sich freiwillig an das Völkerrecht zu halten. Oder als stärkerer Player sich in kleinere Konflikte einzumischen, und sich dabei eng an das Völkerrecht zu halten.

  68. @ hto

    “Ich bin für die zweifelsfrei-eindeutige Gerechtigkeit, nicht für den kategorischen Imperativ, dann sind wir wirklich-wahrhaftig ohne den Instinkt.”

    Wenn ich es recht erinnere, hat Schopenhauer Kant vorgeworfen, seine Moral auf bloße Vernunftbegriffe zu reduzieren. Ihre “zweifelsfrei-eindeutige Gerechtigkeit” scheint Kants Imperativ noch an Begriffsleere zu übertreffen. Moral zu behaupten fällt leicht, sie zu begründen hingegen schwer.

  69. @Hilsebein: “Wenn ich es recht erinnere, hat Schopenhauer Kant vorgeworfen, seine Moral auf bloße Vernunftbegriffe zu reduzieren.”

    Auf zeitgeistlich-reformistische UNVERNUNFT (die auch heute noch das Unwesen menschlichen “Zusammenlebens” konfusioniert) basiert die “Moral” Kants!?

    MORAL – Nichts gehört den Menschen wirklich-wahrhaftig allein, sogar unsere Gedanken nicht, weil diese auch immer abhängig von Geist und “Gemeinschaft” geprägt wachsen, bzw. über den geistigen Stillstand (die “göttliche Sicherung” vor dem Freien Willen) wachsen könnten, wenn Mensch mit der Reinen Vernunft den Verstand und das Verantwortungsbewusstsein von Gemeinschaftseigentum (OHNE wettbewerbsbedingt-konfuse Symptomatik) zum ganzheitlich-ebenbildlichen Wesen Mensch zweifelsfrei-eindeutig und somit einzig sinnvoll gestalten würde (für das Programm der Schöpfung des holographischen Universums).
    👋😇

  70. Geistig-heilendes Selbst- und Massenbewusstsein, ANSTATT die kreislaufenden Ränkespiele des egozentriert-gebildeten “Individualbewusstsein” in gleichermaßen unverarbeitet-instinktiver Bewusstseinsschwäche, brauchen die Menschen derzeit nötiger als je zuvor!?

  71. @ hto

    “Auf zeitgeistlich-reformistische UNVERNUNFT (die auch heute noch das Unwesen menschlichen “Zusammenlebens” konfusioniert) basiert die “Moral” Kants!?”

    Kants Kategorischer Imperativ ist ein Prüfstein, ob eine Handlung moralisch sei. Der Kategorische Imperativ ist formal in sich schlüssig, er entbehrt aber, so Schopenhauers Vorwurf, der empirischen Grundlage, da die Vernunft als alleinige Instanz das gar nicht leisten kann. Nach meiner Definition ist die Vernunft ohnehin nur die vernehmende, hinterfragende Instanz des Menschen (Richterfunktion).

    “Nichts gehört den Menschen wirklich-wahrhaftig allein, sogar unsere Gedanken nicht, weil diese auch immer abhängig von Geist und “Gemeinschaft” geprägt wachsen…”

    Da haben Sie, wenn ich Sie recht verstehe, Nietzsche auf Ihrer Seite:

    “Erbfehler der Philosophen. – Alle Philosophen haben den gemeinsamen Fehler an sich, daß sie vom gegenwärtigen Menschen ausgehen und durch eine Analyse desselben ans Ziel zu kommen meinen. Unwillkürlich schwebt ihnen »der Mensch« als eine aeterna veritas, als ein Gleichbleibendes in allem Strudel, als ein sicheres Maß der Dinge vor. Alles, was der Philosoph über den Menschen aussagt, ist aber im Grunde nicht mehr als ein Zeugnis über den Menschen eines sehr beschränkten Zeitraumes. Mangel an historischem Sinn ist der Erbfehler aller Philosophen; manche sogar nehmen unversehens die allerjüngste Gestaltung des Menschen, wie eine solche unter dem Eindruck bestimmter Religionen, ja bestimmter politischer Ereignisse entstanden ist, als die feste Form, von der man ausgehen müsse. Sie wollen nicht lernen, daß der Mensch geworden ist, daß auch das Erkenntnisvermögen geworden ist; während einige von ihnen sogar die ganze Welt aus diesem Erkenntnisvermögen sich herausspinnen lassen. – Nun ist alles Wesentliche der menschlichen Entwicklung in Urzeiten vor sich gegangen, lange vor jenen 4000 Jahren, die wir ungefähr kennen; in diesen mag sich der Mensch nicht viel mehr verändert haben. Da sieht aber der Philosoph »Instinkte« am gegenwärtigen Menschen und nimmt an, daß diese zu den unveränderlichen Tatsachen des Menschen gehören und insofern einen Schlüssel zum Verständnis der Welt überhaupt abgeben können: die ganze Teleologie ist darauf gebaut, daß man vom Menschen der letzten vier Jahrtausende als von einem ewigen redet, zu welchem hin alle Dinge in der Welt von ihrem Anbeginne eine natürliche Richtung haben. Alles aber ist geworden; es gibt keine ewigen Tatsachen: so wie es keine absoluten Wahrheiten gibt. – Demnach ist das historische Philosophieren von jetzt ab nötig und mit ihm die Tugend der Bescheidung.”

    Der Rest Ihres Textes erschließt sich mir nicht, da Sie eine Begriffshülse an die nächste reihen. Sie müssen Ihre Begrifflichkeiten genau definieren.

    • @Hilsebein: “Da sieht aber der Philosoph »Instinkte« am gegenwärtigen Menschen und nimmt an, daß diese zu den unveränderlichen Tatsachen des Menschen gehören …”

      Aus der Philosophie der Bibel ist deshalb “Gottes Wege sind unergründlich” geworden!?
      👋🤣👍🏻
      Seit Mensch erstem und bisher einzigen GEISTIGEN Evolutionssprung (die “Vertreibung aus dem Paradies”), haben die Menschen in gleichermaßen unverarbeitet-instinktiver Bewusstseinsschwäche mit Angst, Gewalt und “Individualbewusstsein” nur eine Suppenkaspermentalität von “Warten auf Godot” zu materialistischer “Absicherung” GEDINGSBUMST, anstatt …, daran ändert auch die vollständige Erkenntnis der mathematisch-physikalischen Wissenschaft zum holographischen Universum sicher nichts mehr, schade eigentlich!?
      👋🥴
      Ein zweiter geistiger Evolutionssprung (Mutation), der wegen unserer stumpf-, blöd- und wahnsinnigen Unreife nur das Chaos / die Konfusion verstärken würde, ist also …!?

  72. Weil es jetzt mal wieder passt:

    “Nicht Mangel an Geist, sondern ein Geist*, der sich ununterbrochen selbst gegenwärtig ist, eine Ausgeglichenheit gegen die nichts und niemand ankommt. Die Menschen reden, die Karawane zieht vorüber: Die Dummheit erkennt man an jenem ruhigen Fortschreiten eines Wesens, das Worte von aussen weder ablenken noch berühren können.
    Sie ist nicht das Gegenteil der Intelligenz, sondern jene Form der Intellektualität**, die alles auf ihr eigenes Maß zurechtstutzt und jeden Anfang in einem vertrauten Vorgang auflöst.
    Der Dummheit ist nichts menschliches jemals fremd; die macht – über die Lächerlichkeit hinaus – ihre unerschütterliche Kraft und ihre mögliche Grausamkeit aus.” (Alain Finkielkraut)

    *Bewusstsein, wenn der Autor nicht den Zeitgeist meint

    **mehr und weniger gebildete Suppenkaspermentalität in herkömmlich-gewohnter Bewusstseinsbetäubung auf Schuld- und Sündenbocksuche

    • hto,
      so heilig wie du tust, ist Alain Finkielkraut nicht. Er verteidigt die Position von Marine Le Pen und wirft der französischen Justiz vor ihren liberalen Standpunkt verlassen zu haben weil sie gezielt gegen die Rechten einen Justizaktivismus praktizieren.
      Anmerkung: Alain Finkielkraut ist eine französicher Philosoph, Mitglied der Academie-francais.
      Dir kann man vorwerfen einen Philosophieaktivismus zu betreiben, weil du jede liberale Ansicht als heuchlerisch und verlogen bezeichnest.

      Und um jetzt mal wieder zum Thema Ukraine zu kommen, sind die Ukrainer auch heuchlerisch verlogen ?

      • @Doe

        1. Weiß ich das Finkielkraut ein Konservativer ist

        2. Sind die Ukrainer so heuchlerisch-verlogen wie die Masse der gleichermaßen unverarbeitet-instinktiven Bewusstseinsschwachen dieser wettbewerbsbedingt-konfusen Welt- und “Werteordnung”

  73. Die “Kommunikation” mit/durch Worte, hat bisher noch nie etwas menschenwürdig-sinnvoll verinnerlicht/fusioniert, sondern immer nur zeitgeistlich reformiert/konfusioniert, für den menschenUNwürdigen Kreislauf des stets und überall gleichermaßenen imperialistischen Faschismus auf heuchlerisch-verlogener Schuld- und Sündenbocksuche (Schuld sind/ist immer der/die “Andere(n)”!?

    • @Frankfurter #wettbewerbsbedingt-konfuse Symptomatik

      Wie soll man den Stumpf-, Blöd- und Wahnsinn von “Wer soll das bezahlen?” und “Freiheit” in unternehmerischen Abwägungen zu “Arbeit macht frei” (die Welt- und “Werteordnung” im zeitgeistlich-reformistischen Kreislauf des stets und überall gleichermaßenen imperialistisch-faschistischen Erbensystems seit …) denn sonst benennen???
      👋🙂

      #lediglich

      🤔Na da können wir ja von Glück reden, dass wir mit der Ukraine nicht Na(h)to(d-mäßig) oder EU(phemistisch) verheiratet sind!?
      🙂🫰