Außerirdisches Leben

Meine neueste Science-Fiction-Kurzgeschichte, veröffentlicht im aktuellen Science-Fiction-Magazin Exodus 45, kreist um ein Thema, mit dem sich die Menschheit ganz sicher auseinandersetzen muss, wenn sie unser Sonnensystem erobert: außerirdisches Leben.

Zur Geschichte selber möchte hier nichts sagen. Die Exodus-Redaktion hat freundlicherweise eine Leseprobe veröffentlicht. In diesem Blogpost soll es um den wissenschaftlichen Hintergrund gehen: die Herkunft des Lebens.

Auf der Erde müssen wir schon ganz weit zurückgehen, wenn wir die ersten Lebensspuren finden wollen. Die Erde ist 4,5 bis 4,6 Milliarden Jahre alt, der Urvorfahr aller Lebewesen hat vor mindestens 4 Milliarden Jahren gelebt, die ältesten direkten fossilen Lebensspuren lassen sich in Gesteinen nachweisen, die ca. 3,5 Milliarden Jahre alt sind. Seitdem wimmelt die Erde von Leben. Aber was ist mit den anderen Planeten des Sonnensystems? Der Mars zeigte sich vor drei Milliarden Jahren von seiner freundlichen Seite, mit großen Ozeanen, einer dichten Atmosphäre und wärmerem Wetter. Auch die Venus hat sich erst in den letzten drei Milliarden Jahren zu dem Höllenloch entwickelt, das es heute ist. Bei 460 Grad Celsius und 90 Atmosphären Druck ist Leben dort heute unmöglich. Aber als das Sonnensystem noch jung war und die Sonne weniger Kraft hatte, hat es dort vielleicht warme Ozeane gegeben.

Exodus 45 (11/2022).
13 neue Kurzgeschichten und phantastische Grafik
von Michael Böhme in der Galerie

Im Fall des Mars sind wir in der komfortablen Situation, direkt nach Anzeichen von Leben suchen zu können. Größere Asteroideneinschläge katapultierten in der Vergangenheit immer wieder Tausende Tonnen marsianisches Oberflächengestein ins Weltall. Ein kleiner Teil davon landete auch auf der Erde. Die NASA führt eine Liste mit 175 Meteoriten, für die der Mars sicher als Quelle identifiziert ist.

In einigen, genauer untersuchten Exemplaren fand sich eine Vielzahl organischer Substanzen und winzige Strukturen, die sich als fossile Spuren von Einzellern deuten lassen – aber auch anders.

Und noch ist nicht ausgemacht, ob hoch in der Venusatmosphäre vielleicht weiterhin Leben existiert. Wie im Fall der Marsmeteoriten haben Wissenschaftler Indizien gefunden, aber keine Beweise.

Auch die Jupitermonde Kallisto, Europa und Ganymed könnten Leben tragen – nicht auf ihrer viel zu kalten Oberfläche, sondern in ihrem Inneren. Diese sogenannten Eismonde bestehen zum großen Teil aus Wassereis, das unter der Oberfläche vermutlich aufgeschmolzen ist und riesige salzige Ozeane bildet. Auch die Saturn-Eismonde Dione, Titan und Enceladus verbergen möglicherweise Ozeane unter ihrer Oberfläche. Auch dort dürften wir Leben erwarten – selbst wenn sich das erstmal schwer nachweisen lässt. Mehrere wissenschaftliche Institute arbeiten an Sonden, die sich auf dem Eismond Europa durch den Eismantel bis in den inneren Ozean durchschmelzen sollen, um dort nach Leben zu suchen

Bislang sind das aber alles nur Spekulationen. Alle Hinweise, die wir bis jetzt gesammelt haben, sind mehrdeutig. Gesichert ist inzwischen, das alles Leben auf der Erde auf einen gemeinsamen Urvorfahren (im Englischen LUCA – Last Universal Common Ancestor) zurückgeht. Die Stoffwechselwege, die Codierung der Eiweißstoffe in der DNA, der Aufbau bestimmter Enzyme – das alles ist bei allen Lebewesen viel zu ähnlich, als dass ein Zufall möglich wäre. Ein systematischer Vergleich der Gene möglichst vieler heutiger Lebewesen gibt auch gute Hinweise auf seine Lebensweise. Er muss ohne Sauerstoff ausgekommen sein (er war also „Anaerobier”), war ein Einzeller und so klein wie heutige Bakterien. Außerdem hatte er keine Mitochondrien zur Energieerzeugung und keine Membran um den Zellkern. Alles weitere ist unsicher.

Aber eins wissen wir: Nur wenige Hundert Millionen Jahre nach der Abkühlung der Erde auf lebensfreundliche Temperaturen lebten in den frisch entstandenen Ozeanen die ersten Einzeller. Sicher, das ist eine lange Zeit, aber selbst ein primitiver Einzeller ist im Grunde ein äußerst komplexes Gebilde. Er muss einen Stoffwechsel aufrecht erhalten, Eiweiße bilden, die in DNA oder RNA codiert sind, Energie erzeugen und sich vermehren. Deshalb kamen einige Wissenschaftler auf die Idee, dass Leben nicht auf der Erde entstand, sondern bereits fertig angeliefert wurde. Lebende Zellen wären bereits Bestandteil der Wolke aus Gas und Staub gewesen sein, aus der sich das Sonnensystem gebildet hat. Möglich wäre das. Meteoriten und Kometen enthalten Material aus der Frühzeit des Sonnensystems und dort findet man erstaunlich viele Moleküle, die für das Leben, wie wir es kennen, unentbehrlich sind. Dazu gehören Aminosäuren, Zucker und sogar Nukleinbasen, die grundlegenden Bestandteile von DNA und RNA. Alle diese Stoffe sind also bereits in der Frühzeit des Sonnensystems auf die gerade entstandenen Planeten herabgeregnet. Oder sie sind bereits Überreste von frühem Leben, das einen langen Weg durch den Weltraum hinter sich hat.

Wie man 250 Millionen Jahre überlebt

Viele Einzeller bilden Ruheformen (Sporen), die außerordentlich lange überleben können. In Sibirien gab es 2016 eine Milzbrandepidemie, die vermutlich durch Milzbranderreger (Bacillus Anthracis) hervorgerufen wurde. Die Sporen der Bakterien haben vermutlich rund 70 Jahre im Boden verbracht. Das ist aber beileibe kein Rekord: Zuvor hatten Forscher bereits ein Riesenvirus erneut vermehren können, nachdem es 30000 Jahre im sibirischen Permafrost verbracht hatte. Fachleute machen sich ernste Sorgen, welche exotischen Krankheitserreger in den immer schneller tauenden Permafrostböden verborgen sein könnten.

Lebende Zellen überstehen aber noch ganz andere Zeiträume. In Bohrkernen aus Tiefseesegmenten fanden japanische Forscher vor drei Jahren Bakterien, die hundert Millionen Jahre lang dort überlebt hatten – unter extrem hohem Druck und fast ohne Nährstoffe. Im Wassereinschluss eines 250 Millionen Jahre alten Salzkristalls fanden Forscher ein bisher unbekanntes Bakterium, das sie tatsächlich wieder vermehren konnten. Sie tauften es Bacillus permians – das überdauernde Bakterium. Eine Forschergruppe um den amerikanischen Genetiker Michael Daly von der Uniformed Services University in Bethesda, Maryland berechnete, dass Bakterien durchaus 280 Millionen im Marsboden überstehen könnten, wenn sie ausreichend strahlenresistent sind.

Und die Arbeitsgruppe um Sara Schreder-Gomez von der University of West Virginia sieht Indizien dafür, dass Mikroorganismen in Wassereinschlüssen von Salzkristallen sogar 830 Millionen Jahre überleben können.

Lebende Zellen überstehen also unter günstigen Umständen durchaus die langen Wege zwischen Sonnensystemen. Eingeschlossen in das Eis interstellarer Kometen wären sie vor der kosmischen Strahlung ausreichend geschützt. Bei Temperaturen knapp über dem absoluten Nullpunkt (-273,16 C°) würden sie tiefgefroren auch eine Milliarde Jahre lang am Leben bleiben können.

Aber wie kämen sie am Ende ihrer Reise aus dem Kometen heraus? Dies ist überraschenderweise der einfachste Aspekt. Kometen, oft auch als schmutzige Schneebälle bezeichnet, tauen auf, wenn sie einer Sonne zu nahe kommen. Dann sublimiert das Eis (es geht vom festen direkt in den gasförmigen Zustand über) und bildet um den Kometenkern einen Hof, die sogenannte Koma. Das Eis reißt auch Staubteilchen mit, sodass auf diesem Weg auch Bakterien den Kometen verlassen können. Je weiter der Komet in das Sonnensystem eindringt, desto stärker wird die Sublimation und desto dichter die Koma. Schließlich bläst der Sonnenwind die Koma nach außen und der bekannte Kometenschweif entsteht. Wenn ein Planet den Schweif durchquert, dringen die Einzeller in seine Atmosphäre ein und sinken auf den Boden.

Panspermie: Das Leben reist durchs Weltall

Dies ist die Idee der unter anderem vom britischen Astronomen Fred Hoyle und seinem damaligen Doktoranden Chandra Wickramasinghe vertretenen Panspermie-Hypothese. Hoyle starb im Jahr 2001 und Wickramasinghe ist inzwischen emeritierter Professor der Astrophysik. Die beiden haben die These aufgestellt, dass ständig außerirdische Organismen auf die Erde herunterregnen und hier Krankheitsepidemien auslösen.

Wickramashinghe nennt als Beispiel die spanische Grippe von 1918. Aber spätestens hier wollen ihm die meisten Wissenschaftler nicht mehr folgen. Das hält einige andere aber nicht davon ab, noch weiter zu gehen. Der australische Immunologe Edward Steele vertritt die These, dass Oktopoden in Wirklichkeit außerirdische Lebewesen sind. Ihre Eier seien bei einem heftigen Asteroideneinschlag auf einem fremden Planeten ins All geschleudert worden und irgendwann hier gelandet. Oktopoden, so argumentiert er, hätten ein für Weichtiere überragend hoch entwickeltes Gehirn. Allein mit irdischer Evolution ließe sich das kaum erklären. Wickramasinghe ist einer der 32 Co-Autoren der umstrittenen Arbeit.

Die weit überwiegende Mehrheit der Fachleute hält diese Argumentation aber für wenig überzeugend, zumal es dafür keinerlei Nachweise gibt.

Vermutlich werden wir aber schon in wenigen Jahrzehnten wissen, ob auf dem Mars, der Venus oder den Eismonden Lebewesen existieren oder wenigstens existiert haben. Was könnten wir finden?

  1. Alle anderen Himmelkörper sind steril. Weder auf dem Mars noch auf den Eismonden lassen sich Hinweise auf früheres Leben finden. Auch interstellare Kometen erweisen sich als tote Schneebälle. In diesem Fall ist das Leben wahrscheinlich auf der Erde entstanden. Falls auch die Suche nach Leben in anderen Planetensystemen erfolglos bleibt, dürfen wir uns als etwas Besonderes betrachten. Vielleicht ist die Erde sogar der einziger belebter Planet der Milchstraße – und die Menschen die einzigen intelligenten Lebewesen (das spräche nicht unbedingt für das Universum).

  2. Wir finden Lebewesen, aber sie haben keine Gemeinsamkeiten mit irdischem Leben. Das wäre ein Hinweis, dass bei geeigneten Bedingungen überall binnen einiger Millionen Jahre Leben entsteht.

  3. In den verborgenen Ozeanen einiger Eismonde, unter der Marsoberfläche und vielleicht in der Venusatmosphäre wimmelt es von Leben, das dem irdischen ähnlich ist. Dann stammt es offenbar aus einer gemeinsamen Quelle. Das könnte der Mars sein, die Venus oder die Erde. Aber die Lebewesen können auch von außerhalb eingeschleppt worden sein. Den nächsten interstellaren Kometen sollten wir also genauer unter die Lupe nehmen.

Bei den beiden letzten Varianten sind wir wahrscheinlich auch nicht die einzigen intelligenten Lebensformen in der Milchstraße. Mal sehen, ob sie uns finden bevor wir sie finden.

 

Meine Kurzgeschichte „Meine künstlichen Kinder spielen im Park” ist enthalten in Exodus 45 (7.11.2022). Das Science-Fiction-Magazin Exodus gehört seit Jahren zu den wichtigsten Science-Fiction-Magazinen Deutschlands. Es bringt im Abstand von ca. sechs Monaten Kurzgeschichten und phantastische Grafik von hoher Qualität. Exodus 45 hat 120 Seiten und kostet 15,90. Die Herausgeber haben trotz deutlicher Steigerung der Druckkosten auf eine Preiserhöhung verzichtet.

 

Literaturhinweise

Betts, H. C., Puttick, M. N., Clark, J. W., Williams, T. A., Donoghue, P. C., & Pisani, D. (2018). Integrated genomic and fossil evidence illuminates life’s early evolution and eukaryote origin. Nature ecology & evolution, 2(10), 1556-1562. doi: 10.1038/s41559-018-0644-x.

Furukawa, Y., Chikaraishi, Y., Ohkouchi, N., Ogawa, N. O., Glavin, D. P., Dworkin, J. P., … & Nakamura, T. (2019). Extraterrestrial ribose and other sugars in primitive meteorites. Proceedings of the National Academy of Sciences, 116(49), 24440-24445.

Horne, W. H., Volpe, R. P., Korza, G., DePratti, S., Conze, I. H., Shuryak, I., … & Daly, M. J. (2022). Effects of Desiccation and Freezing on Microbial Ionizing Radiation Survivability: Considerations for Mars Sample Return. Astrobiology. https://www.liebertpub.com/doi/abs/10.1089/ast.2022.0065

Oba, Y., Takano, Y., Furukawa, Y., Koga, T., Glavin, D. P., Dworkin, J. P., & Naraoka, H. (2022). Identifying the wide diversity of extraterrestrial purine and pyrimidine nucleobases in carbonaceous meteorites. Nature communications, 13(1), 1-10. https://doi.org/10.1038/s41467-022-29612-x

Schreder-Gomes, S. I., Benison, K. C., & Bernau, J. A. (2022). 830-million-year-old microorganisms in primary fluid inclusions in halite. Geology, 50(8), 918-922. doi: https://doi.org/10.1130/G49957.1

Steele, E. J., Al-Mufti, S., Augustyn, K. A., Chandrajith, R., Coghlan, J. P., Coulson, S. G., … & Liu, Y. (2018). Cause of Cambrian explosion-terrestrial or cosmic?. Progress in Biophysics and Molecular Biology, 136, 3-23. https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0079610718300798

Xavier, J.C., Gerhards, R.E., Wimmer, J.L.E. et al. The metabolic network of the last bacterial common ancestor. Commun Biol 4, 413 (2021). https://doi.org/10.1038/s42003-021-01918-4



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www.thomasgrueter.de

Thomas Grüter ist Arzt, Wissenschaftler und Wissenschaftsautor. Er lebt und arbeitet in Münster.

38 Kommentare

  1. Einzeller sind nicht auf der Erde entstanden, sondern haben sich über Milliarden von Jahren anderswo entwickelt, denn nur so ist zu erklären, dass LUCA (der erste Einzeller) bereits so komplex ist und so viele unverzichtbare Gene besitzt. Man weiss nämlich inzwischen wie lange es im Durchschnitt dauert bis ein neues stabiles Basenpaar (praktisch ein Buchstaben des Genalphabets) durch Mutation und Selektion entsteht und diese Zeitspanne ist viel zu gross als dass Leben auf der Erde hätte entstehen können.

    Der arxiv-Artikel Life Before Earth ist einer von vielen, der das detailliert analysiert und bespricht. Hier die ersten paar Sätze aus der Kurzzusammenfassung:

    Eine Extrapolation der genetischen Komplexität von Organismen auf frühere Zeiten deutet darauf hin, dass das Leben begann, bevor die Erde gebildet wurde. Das Leben könnte mit Systemen mit einzelnen vererbbaren Elementen begonnen haben, die funktionell einem Nukleotid gleichwertig sind. Es wird erwartet, dass die genetische Komplexität, grob gemessen an der Anzahl der nicht-redundanten funktionellen Nukleotide, aufgrund mehrerer positiver Rückkopplungsfaktoren exponentiell gewachsen ist: (1) Genkooperation, (2) Duplizierung von Genen mit ihrer nachfolgenden Spezialisierung (z.B. durch expandierende Differenzierungsbäume in mehrzelligen Organismen) und (3) Entstehung neuartiger funktioneller Nischen, die mit bestehenden Genen verbunden sind.
    Die lineare Regression der genetischen Komplexität (auf einer Log-Skala), die auf nur ein Basispaar extrapoliert wurde, deutet auf die Zeit des Ursprungs des Lebens = vor 9,7 ± 2,5 Milliarden Jahren hin. Anpassungen für potenzielle hyperexponentielle Effekte würden den projizierten Ursprung des Lebens noch weiter zurück in die Vergangenheit treiben, nahe am Ursprung unserer Galaxie und des Universums selbst, vor 13,75 Milliarden Jahren.

    Fazit: Irdische Einzeller entstanden vor 7 bis 11 Milliarden Jahren, also lange bevor es die Erde überhaupt gab. Im Weltraum können tiefgefrorene Einzeller im Innern eines Gesteinsbrocken Millionen von Jahren unversehrt überstehen und Strecken von vielen Lichtjahren durchqueren bevor sie schliesslich auf einem Planeten wie der Erde landen.

    Allerdings: Alles spricht aber dafür, dass Leben wie wir es kennen in unserer Milchstrasse entstanden ist und nicht von einer anderen Galaxie stammt. Womöglich gibt es sogar nur Leben in unserer Galaxie.

    • Es ist schon spannend, dass der bereits hochentwickelte Urvorfahr, der LUCA, auf der einen Seite bereits einen komplexes Innenleben aufweist, auf der anderen Seite aber bereits kurz nach der Entstehung der Erde auftauchte. Damit reicht die Zeit eigentlich nicht aus, die er gebraucht hätte, um sich aus primitiveren Vorläufern zu entwickeln. Aber wenn wir ehrlich sind, dann müssen wir schon zugeben, dass wir bisher nur sehr grobe Berechnungen anstellen können, die zudem auf sehr unsicheren Grundlagen beruhen. Ich denke, dass die Untersuchung von neu gewonnenen Marsproben aufschlussreich sein werden. Vielleicht finden wir auch in der Venusatmosphäre Mikroben, die neue Aufschlüsse liefern. Oder wir finden im inneren Ozean den Jupitermondes Europa fremdartiges Leben. Warten wir es ab …

      • @Thomas Grüter: Ja, wenn man etwas finden will muss man zuerst suchen und eventuell eine Reise machen. Wer weiss wann Amerika entdeckt worden wäre, hätte sich Kolumbus nicht auf den Weg gemacht?

        Kolumbus machte seine Amerika-Reise im Auftrag von Isabella von Kastilien und Ferdinand von Aragon.
        Wikipedia: Die erste Reise wurde mit etwa 2 Millionen Maravedís finanziert (knapp 2500 Dukaten), ein geringer Betrag im Vergleich zu späteren Expeditionen. Der größte Teil des Geldes (1,4 Millionen Maravedís) stammte von der Santa Hermandad, einer Organisation, die für die öffentliche Sicherheit außerhalb der Städte zuständig war.

        Grössere Raumfahrtprojekte werden heute leider nur gerade von ein paar grossen Ländern durchgeführt. Wir wären in der Erforschung des Sonnensystems wohl schon viel weiter, wenn es so einfach wäre im Weltraum zu reisen wie es einfach ist, die irdischen Ozeane zu befahren.

    • Einzeller sind nicht auf der Erde entstanden, sondern haben sich über Milliarden von Jahren anderswo entwickelt

      Das ist eine stark umstrittene Hypothese, aber bei Weitem kein gesichertes Wissen.

      Man weiss nämlich inzwischen wie lange es im Durchschnitt dauert bis ein neues stabiles Basenpaar (praktisch ein Buchstaben des Genalphabets) durch Mutation und Selektion entsteht und diese Zeitspanne ist viel zu gross als dass Leben auf der Erde hätte entstehen können.

      Wenn das der Fall wäre, warum springt kaum ein anderer Molekularbiologe auf diese These auf?

      Davon abgesehen wirft die Panspermie-Hypothese vollkommen neue Hürden auf, die erstmal überwunden werden wollen. Wie lang befand sich der Planet, auf dem das Leben entstanden sein soll, in einer habitablen Zone? Lang genug, dass dort LUCA oder eine Vorform entstehen konnte? Wieviele Meteoriten mit Lebensformen als Passagieren hat er ins All geschleudert, so dass auch nur ansatzweise eine Chance besteht, dass die Erde sich irgendwann in der Flugbahn eines solchen Meteoriten befindet, vor allem, wenn man die interstellaren Entfernungen ins Kalkül zieht? Immerhin haben Asteroideneinschläge auf einem Planeten, die geeignet sind, dem Planetengestein Fluchtgeschwindigkeit zu verleihen, üblicherweise so viel Energie, dass sie auch geeignet sind, das Leben zumindest regional auszulöschen. Und mit welcher Wahrscheinlichkeit befand sich die Erde gerade dann in der Flugbahn dieses angenommenen Leben tragenden Meteoriten, als sie genau die Umweltbedingungen aufwies, dass der Meteoritenpassagier nicht nur in der Atmosphäre nicht verglüht, sondern auch nach seiner Landung auf der Erde florieren und sich weiter entwickeln konnte?

      Meiner Ansicht nach ist die Wahrscheinlichkeit weit höher, dass Sharov und Gordon krass unterschätzen, wie schnell sich Leben auf der Erde selbst entwickeln konnte. Wir reden immerhin noch immer über mehrere Hundert Millionen Jahre. Und sie überschätzen krass die Wahrscheinlichkeit, wie leicht ein Panspermium eine interstellare Reise antritt, um genau zur richtigen Zeit auf der Erde zu landen und diese zu besiedeln.

  2. Interessant in diesem Zusammenhang ist ja das Fermi-Paradox. Obwohl die Wahrscheinlichkeit dafür spricht, das Leben im Universum weit verbreitet sein müsste und in andere Ecken des Universums mehr Zeit dafür gewesen wäre als auf der Erde, haben wir bisher noch kein anderes Lebenszeichen vernommen. Eigentlich müsste es bereits höher entwickelte Spezien geben, die z.B. Dyson Sphären gebaut und Sternensysteme kolonialisiert haben. Die Frage ist nur, warum sehen wir nichts davon? Wo sind sie?

    • @Peter Müller(Zitat): „ Obwohl die Wahrscheinlichkeit dafür spricht, das Leben im Universum weit verbreitet sein müsste und in andere Ecken des Universums mehr Zeit dafür gewesen wäre als auf der Erde, haben wir bisher noch kein anderes Lebenszeichen vernommen.“

      Genau. Und die Erklärung dafür ist ganz einfach und einleuchtend: Es dauert 7 bis 11 Milliarden Jahre bis aus Vorformen des Lebens höhere Organismen entstehen.
      Mit grosser Wahrscheinlichkeit ist unsere Milchstrasse voller Leben. Aber unbehaarte Affen mit geschickten Händen gibt es womöglich erst auf unserem Planeten.

      • @Martin Holzherr

        “Aber unbehaarte Affen mit geschickten Händen gibt es womöglich erst auf unserem Planeten.”

        Ist sicher möglich aber auch unwahrscheinlich, das bei einer großflächigen “kosmischen Aussaat” ausgerechnet auf der Erde die schönste Blume aus dem Samen gewachsen ist.

        • @Peter Müller: Hier auf der Erde hat es 4 Milliarden Jahre gedauert bis Menschen enstanden. Enstanden womöglich nur durch ein glückliches Zusammentreffen sehr vieler Faktoren. Nur schon, dass das Klima auf der Erde über diese lange Zeit behaglich blieb ist möglicherweise eine absolute Ausnahme. Gut möglich, dass auf allen anderen irgendwann belebten Planeten als der Erde irgendwann das vorzeitige Ende kam oder mindestens das Ende für höheres Leben.

          Ist es nicht so, dass man seine Existenz immer als selbstverständlich betrachtet. Auch wenn sie es genauer betrachtet nicht ist.

          • “Hier auf der Erde hat es 4 Milliarden Jahre gedauert bis Menschen enstanden.”

            Erstaunlicherweise kann die Evolution teilweise auch sehr “schnell” voran gehen, wie z.B. bei der sog. “Kambrischen Explosion”, als sich in “nur” 5-10 Mio Jahre plötzlich extrem viele neue Spezies entwickelt haben.

          • @Peter Müller: die kambrische Explosion ist vor allem darum speziell, weil sich multizelluläres Leben, das es schon früher mehrmals gab, plötzlich fest etablierte, wobei es komplexe Formen annahm.
            Ohne Multizellularität gäbe es keine Menschen. Doch scheinbar dauerte es sehr lange nicht bis Multizellularität entstand, aber bis Multizellularität einen echten Vorteil brachte. Man liest nämlich in der Wikipedia dazu:

            Die Multizellularität hat sich bei Eukaryoten[7][8] und auch bei einigen Prokaryoten wie Cyanobakterien, Myxobakterien, Actinomyceten, Magnetoglobus multicellularis oder Methanosarcina unabhängig voneinander entwickelt.[ 3] Komplexe mehrzellige Organismen entwickelten sich jedoch nur in sechs eukaryotischen Gruppen: Tiere, Symbiomykotanpilze, Braunalgen, Rotalgen, Grünalgen und Landpflanzen.[ 9] Es entwickelte sich wiederholt für Chloroplastida (Grünalgen und Landpflanzen), einmal für Tiere, einmal für Braunalgen, dreimal in den Pilzen (Chytride, Ascomyceten und Basidiomyceten)[10] und vielleicht mehrmals für Schleimpilze und Rotalgen.[ 11] Der erste Beweis für eine mehrzellige Organisation, bei der einzellige Organismen das Verhalten koordinieren und ein evolutionärer Vorläufer der wahren Mehrzellularität sein können, stammt von cyanobakteriösen Organismen, die vor 3,0-3,5 Milliarden Jahren lebten.[ 7] Um sich zu vermehren, müssen echte mehrzellige Organismen das Problem der Regeneration eines ganzen Organismus aus Keimzellen (d.h. Spermien und Eizellen) lösen, ein Problem, das in der evolutionären Entwicklungsbiologie untersucht wird. Tiere haben eine beträchtliche Vielfalt an Zelltypen in einem mehrzelligen Körper (100-150 verschiedene Zelltypen) entwickelt, verglichen mit 10-20 in Pflanzen und Pilzen.

            Fazit: Wir leben nur, weil die Evolution irgendwann herausfand, dass Multizellularität einen echten Vorteil bringt und nicht wieder abgeschafft werden sollte.

  3. Eigentlich stammt die Panspermie-Hypothese nicht von Hoyle & Wickramasinghe, sondern sie wurde schon Anfang des 20. Jh. von Svante Arrhenius aufgestellt. Wobei der auch schon Vorläufer hatte. Und nach Arrhenius, aber vor Hoyle, vertraten beispielsweise auch Francis Crick und Leslie Orgel die Panspermie.

    • Das ist sicher richtig. Ich habe den Text etwas umformuliert. Weil ich die ganze Geschichte der Panspermie-Hypothese aber hier nicht aufrollen kann, und die Ausarbeitung der Hypothese von Hoyle und Wickramasinghe die heute wohl einflussreichste ist, habe ich darauf verzichtet, die Ideen der Vorgänger ausführlich vorzustellen.

  4. Lieber Herr Grüter,

    Ihre Wortwahl zeigt mir, dass Sie wohl irgendwie nicht mitbekommen haben, was läuft: “Das Sonnensystem erobern.” Der Eroberer siegt sich gerade zu Tode und nimmt täglich unfassbar große Zahlen an Lebewesen dieses Planeten mit in den Tod. Ich bin über 60 und habe auch “Phantastische Literatur” in der Schulstunde heimlich unter der Bank gelesen. Ein Titel bleibt unvergessen: “Menschen wie Götter”.
    Es gibt einen wunderbaren Bildband zum Mars. Nun die Frage: “Wollen Sie da wirklich leben? Der Drang, aus Geltungssucht irgend etwas “als erster Mensch” gemacht und erreicht zu haben, wird in den nächsten Jahren stark nachlassen. Einfach, weil es zunehmend um die nackte Existenz auf diesem Planeten gehen wird.

    • Es wird sich vermutlich in den nächsten zwanzig Jahren zeigen, ob die Menschheit tatsächlich das Sonnensystem erobert. Ich kenne auch die Probleme, Gefahren und Herausforderungen, denen sich die Menschheit stellen muss (ausführlich beschrieben z.B. in meinem Buch Offline!). Aber ich erwartete deshalb nicht, dass sie sich komplett zurückzieht und die bemannte Raumfahrt aufgibt.

  5. “Das Sonnensystem erobern.”

    Ich finde die Wortwahl ebenfalls etwas problematisch. Wollen wir wirklich fremde Welten „erobern“, ausbeuten und zerstören? Besser wäre es doch als Forschende unterwegs zu sein, um die Andersartigkeit fremder Welten erst mal kennenzulernen. Dabei könnte man auch abschätzen, ob sie für eine menschliche Besiedelung geeignet wären. Natürlich unter Berücksichtigung der „Rechte“ eventueller Bewohner. Zumal diese sich deutlich von humanoiden Lebensformen unterscheiden könnten und nicht, wie wir, als organische Kohlenstoffverbindungen existieren. „Bereits 1973 verwendete der Astrophysiker Carl Sagan den Begriff „Kohlenstoffchauvinismus“, um die Begrenztheit des menschlichen Denkens über extraterrestrisches Leben zu illustrieren. Man könne in keiner Weise ausschließen, dass sich Leben auf anderen Planeten in einer ganz anderen, anorganischen Form entwickelt habe.“

    • @Mona (Zitat): „Man könne in keiner Weise ausschließen, dass sich Leben auf anderen Planeten in einer ganz anderen, anorganischen Form [ohne Kohlenstoff] entwickelt habe.“

      Doch, das kann man ausschliessen. Carl Sagan, der andere Chemien als die Kohlenstoffchemie als Grundlage für Leben für möglich hielt, war eben Physiker. Als Physiker weiss er wahrscheinlich kaum, dass die Kohlenstoffchemie in Form der organischen Chemie die grössten Triumpfe von allen chemischen Disziplinen feiert und dass alles Plastik (Plastik ist fantastisch) auf Kohlenstoffchemie basiert.

      • @Martin Holzherr

        „Carl Sagan, der andere Chemien als die Kohlenstoffchemie als Grundlage für Leben für möglich hielt, war eben Physiker. Als Physiker weiss er wahrscheinlich kaum, dass die Kohlenstoffchemie in Form der organischen Chemie die grössten Triumpfe von allen chemischen Disziplinen feiert… “

        Sie glauben doch nicht ernsthaft, dass Carl Sagan, der sowohl Astrophysiker als auch Exobiologe war, das nicht wusste?

        • Science-Fiction-Autoren haben durchaus auch andere Arten von Leben für möglich gehalten. Mir fallen auf Anheib Beispiele ein: “The talking stone” von Isaac Asimov und “Out of the Sun” von Arthur C. Clarke. In der ersten Geschichte geht es um ein Wesen, dessen Stoffwechsel auf Silizium statt Kohlenstoff beruht. Die zweite Geschichte beschreibt die Entdeckung eines Lebewesens in einem solaren Massenauswurf. Es besteht aus Plasmastrukturen, zusammengehalten von elektrischen und magnetischen Feldern. Es stirbt beim Aufprall auf die Tagseite des Merkur – nicht allein am Aufprall, sondern an der unvorstellbaren Kälte fester Materie.
          Das ist alles sehr fantasievoll, aber man muss doch sagen, dass Kohlenstoff einen einmaligen Vorteil hat, wenn es um die Bildung von großen Systemen geht: Kein anderes Element bildet so leicht lange Molekülketten und -netze. Gleichzeitig ist es sehr flexibel, was die Art der Verbindung angeht.
          Deshalb ist Kohlenstoff mit Abstand die geeignetste Grundlage für komplexe Moleküle, aus denen dann Leben entstehen könnte.

          • Ja, aus unserer Sicht „ist Kohlenstoff mit Abstand die geeignetste Grundlage für komplexe Moleküle, aus denen dann Leben entstehen könnte.“ Florian Freistetter hat auf seinem Blog mal ein Video veröffentlicht, das ein Interview mit Carl Sagan enthält. Dabei weißt dieser auf die “vermenschlichte” Darstellung von Aliens hin und Herr Freistetter sagt dazu: „Wir sind psychisch nicht in der Lage, uns etwas völlig fremdes vorzustellen…
            Und absolut nichts spricht dagegen (und sehr viel dafür), das etwaiges außerirdisches Leben völlig fremd ist!“

          • Science-Fiction-Autoren haben durchaus auch andere Arten von Leben für möglich gehalten.

            Auch der eine oder andere Wissenschaftler. Da gab es etwa Graham Cairns-Smith mit seinen Tonmineralen:

            https://de.wikipedia.org/wiki/Graham_Cairns-Smith

            Cairns-Smith hat darüber auch mal einen Artikel in Spektrum der Wissenschaft geschrieben.

          • Grundsätzlich: Bitte keine urheberrechtlich geschützte Musik verlinken, auch dann nicht, wenn der Link nach YouTube führt. Die Musikindustrie ist außerordentlich humorlos. Die Links habe ich entfernt.TG


            Randbemerkung :

            Und vielleicht den sozusagen eigentlichen Punkt meinend, wie ist es es möglich, dass Leutz mit zweifelsfrei in der Menge so bekanntem Fassungsvermögen überhaupt (halbwegs) sinnhaft beitragen können ? :

            -> https://de.wikipedia.org/wiki/Gehirn#Menschliches_Gehirn (‘Das Volumen eines menschlichen Gehirns liegt bei einem Mann bei durchschnittlich etwa 1,27 Litern, bei einer Frau bei etwa 1,13 Litern’ – bei Dr. W ist, bei Bären und so, ist ein wenig anders zu rechnen [1])

            HTH (“Hope this helps”)
            Dr. Webbaer

            [1]
            Ein Liter sozusagen ist schon recht bescheiden.

            Die Troggs versöhnen womöglich Link entfernt TG

  6. @Mona: … “Rechte” eventueller Bewohner

    Ein nach goldgrabender Indigener Südamerikas sagt: “Wir graben nach Gold um unseren Lebensunterhalt und Bildung für unsere Kinder zu ermöglichen, dabei schädigen wir nachhaltig, was unseren Nachkommen auch noch nutzen sollte. Warum wir das tun?, weil es keine Vision gibt es anders zu machen.”

    Es gibt diese Vision, aber die bewusstseinsbetäubten Bestimmer was Zivilisation und Leben ist, wollen lieber den nächsten Planeten mit Stumpf-, Blöd- und Wahnsinn erobern, anstatt …!?

    • @Peter Müller “Erstaunlicherweise kann die Evolution teilweise auch sehr “schnell” voran gehen, …”

      Aber seit Mensch erstem und bisher einzigen geistigen Evolutionssprung (“Vertreibung aus dem Paradies”) bleibt die geistige Evolution, trotz aller Erkenntnisse bis zum nun holographischen Universum, wenig erstaunlich, in Teilen der Konfusion, stets sehr beschränkt weise bis verschwindend!?

  7. Wenn Mensch Teil des holographischen Universums ist, dann ist “Individualbewusstsein” im Ganzen / im ganzheitlichen Wesen Mensch eine besonders merk- und denkwürdige …!?

  8. Jaja, vielen Dank für Ihre Arbeit, lieber Herr Dr. Thomas Grüter, der Schreiber dieser Zeilen hält sich auch gerne am Panspermie-Gedanken fest, den auch Stanley Kubrick genutzt hat für cineastische Arbeit, so zumindest einmal :

    -> https://en.wikipedia.org/wiki/Monolith_(Space_Odyssey)

    Und der auch von Ihnen berichtet, ernst genommen worden ist.

    Das Alter [1] der Welt soll (aktuelle – Dr. W kennt oder kannte auch andere diesbezügliche Vermutungen) bei ca. 14 Milliarden Jahren liegen, die Erde soll [2] etwa fünf Milliarden Jahre alt sein und der hier gemeinte Primat, ein Humanoide, ein Hominidae, ein Ape sozusagen (Terry Pratchett hob so immer ab, darauf also), liegt vor, ist vor vielleicht 100.000 Jahren entstanden, vielleicht auch erst als sog. Cro-Magnon-Mensch, vgl. :

    -> https://de.wikipedia.org/wiki/The_Man_From_Earth

    Der Schreiber dieser Zeilen hat dann noch die sog. Aufklärung vor ca. 500 Jahren und die sog. industrielle Revolution noch ein wenig später festzustellen.
    Eigentlich und sozusagen : gestern, wenn mit den anderen Zeiträumen verglichen wird. [3]

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer (der “SciFi” eher im Philosophischen besonders grundiert anlegen würde, er mag u.a. auch so :
    -> https://de.wikipedia.org/wiki/ZBV_(Romanserie) [4] )

    [1]
    Dr. W ist sich nicht sicher, ob derartige physikalische Theorie richtig ist.
    Zeitangaben fallen vermutlich schwer, wenn keine so zur Zeitmessung begabten und erkennenden Subjekte bereit stehen.

    [2]
    Wenn Dr. W wie hier von einem Sollen redet, meint er naturwissenschaftliches Bemühen, das er schätzt.

    [3]
    Bspw. unser Kollege Helmut Wicht kommt (kam?) wie gemeint auch nicht ganz klar :

    -> https://scilogs.spektrum.de/anatomisches-allerlei/author/wicht/

    Er betrachtete sich als dieser Zeit, so von ihm benachrichtigt, “nicht ganz” zugehörig. als “aus der Zeit gefallen” sozusagen, der Schreiber dieser Zeilen konnte ihm folgen.

    [4]
    -> https://www.sueddeutsche.de/muenchen/wolfratshausen/herbert-w-franke-wie-der-grossmeister-der-science-fiction-die-zukunft-sieht-1.3425414 (hat bei “ZBV” womöglich nicht beigetragen, sein Name ist Dr. W ein Begriff)

  9. Warum ist Leben für Leben gefährlich

    Ein Tier ist offensichtlich gefährlich für eine Pflanze.
    Denn Tiere fressen Pflanzen.

    Ein Tier kann für Tiere gefährlich sein.
    Denn es gibt Raubtiere und Allesfresser.

    Ein Bakterium kann gefährlich sein für Tiere (z.B. Milzbrand) und Pflanzen (z.b. Feuerbrand).

    Ein Virus kann gefährlich sein für Tiere, Pflanzen und Bakterien
    Denn Viren benutzen Lebewesen um sich zu vermehren.

    Nichts kann für ein Virus gefährlich sein. Ausser natürlich die Abwesenheit eines geeigneten Wirts. Denn Viren sind keine Lebewesen und können sich ohne Lebewesen nicht vermehren.

    Kann ausserirdisches Leben für irdisches Leben gefährlich sein?
    Sicher. Wobei es zwei Fälle zu unterscheiden gibt:
    a) Ausserirdisches Leben unterscheidet sich vollkommen von irdischem Leben. Nennen wir es Alien Alien Life
    b) Ausserirdisches Leben und irdisches Leben haben einen gemeinsamen Ursprung. Nennen wir es Alien Similar Life

    Für den Fall a) gilt: Viren aus dem Reich Alien Alien Life, also Alien Alien Virus werden für irdisches Leben mit grosser Wahrscheinlichkeit ungefährlich sein, denn Viren, die irdisches Leben zu ihrer eigenen Vermehrung nutzen wollen müssen über Erbmaterial verfügen, dass irdischer Erbsubstanz sehr stark ähnelt. Nur so können Viren sich mittels eines Wirtes vermehren: weil sie nämlich zuerst einmal ununterscheidbar sind von eigenem Erbmaterial. Ein Alien Alien Virus kann sich also in einem Geschöpf von der Erde mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht vermehren.

    Für den Fall b) gilt: Viren aus dem Reich Alien Similar Life sind zuerst einmal mit grosser Wahrscheinlichkeit ungefährlich für irdisches Leben. Weil Viren fast immer hochangepasst sind an ganz bestimmte Organismen. So ist etwa das Katzen-Leukämievirus“ (abgekürzt FeLV), für den Menschen völlig ungefährlich. Doch Viren können sich anpassen, anpassen an einen neuen Wirt. Das HIV-Virus (Auslöser von AIDS) beispielsweise sprang wahrscheinlich von Schimpansen auf Menschen über.

    Fazit: Viren von Alien Similar Life wären zuerst einmal mit grosser Wahrscheinlichkeit ungefährlich für Menschen, Tiere und Pflanzen irdischer Herkunft. Aber sie könnten irgendwann gefährlich werden. Allerdings müssten wir zuerst einmal damit in Kontakt kommen. Es geht also um eine mögliche Gefahr der Zukunft nicht der Gegenwart.

    • @ Herr “Martin Holzherr” (die doppelten Anführungszeichen meinen, dass Sie den sog. Real-Life-Name meiden, was Ihr gutes Recht ist, aber auch unerkennbar ein Pseudonym verwenden, was von einigen angemängelt wird) und hierzu :

      Fazit: Viren von Alien Similar Life wären zuerst einmal mit grosser Wahrscheinlichkeit ungefährlich für Menschen, Tiere und Pflanzen irdischer Herkunft. Aber sie könnten irgendwann gefährlich werden. Allerdings müssten wir zuerst einmal damit in Kontakt kommen. Es geht also um eine mögliche Gefahr der Zukunft nicht der Gegenwart. [Ihre Nachricht]

      Sie kommen hier mit dem Wahrscheinlichkeitsbegriff, woher haben Sie den?

      Dann dürfen Sie auch mit einer Virus-Definition kommen, Dr. W bringt sie bei :

      Es liegt ein Virus vor, wenn es 1.) wiederverwendet werden kann, reproduziebar ist 2.) wenn es ein kommunizierbares Subjekt, ein Gegenstand ist, der in einer Auffassung reproduziert, kommuniziert werden kann und 3.,) wenn er zu beachten ist, qua Nutz- oder Schadwirkung.
      Gesellschaftlich sozusagen.

      Bei Nutzwirkungen wird von einigen, manchmal, auch so geschmunzelt :

      -> https://de.wikipedia.org/wiki/Döderlein-Bakterien

      Ansonsten auch steckt der hier gemeinte Hominide sozusagen generell “schwer im Sumpf” mit drinnen, wie bspw. so anschaulich werden könnte :

      -> https://de.wikipedia.org/wiki/Mikroorganismus#Mikroorganismen_im_menschlichen_Körper (Text-Probe : ‘Dies entspricht einer Gesamtmasse von 0,5 bis 1 kg Mikroorganismen.’ (Kommentar : not vely wenig))


      Dann gibt es noch die Vorstellung, dass extraterrertisch wie gemeint beigebracht werden könnte und auch Dr. W mag diese Denkvorstellung, lässt sich derart abär auch von Meidzinern sozusagen wie gemeint in dieser Vorstellung abkühlen.


      “SciFi”, nun naja, darin wähnt sich der Schreiber dieser Zeilen sehr erfahren, also diese ist aus diesseitiger Sicht letztlich dann doch mehr Üben, als Erfassen.


      Insgesamt, aus diesseitiger Sicht : “SCiFI” ist oft groß im Denken, sie ist Kultur und nicht wahr. [1]

      MFG
      WB

      [1]
      Nicht “wahre” Kultur wäre dann Metaphyisik, Dr. W vely good darin sein, auch ausführen könnten, dann aber anderen Baustein zu haben hätten tun.

  10. Vielen Dank für die Freischaltung des obigen, mit einigen Webverweisen befügten Kommentars; Dr. W wird natürlich nie esoterisch [1] beitragen.
    MFG
    WB
    [1]
    Die Naturwissenschaftlichkeit folgt der szientifischen Methode und auch die Geisteswissenschaft darf so – sozusagen symmetrisch und teils auch streng begleitend folgen.
    Jedenfalls wie gemeintes Vorhaben erkennend, auch annehmend.

    Dr. W hat ‘Makroleben’ (ca. 1980) von George Zebrowski gelesen.
    Gerne mal reinschauen.

    MFG
    WB

  11. @Holzherr 25.11. 12:15

    „a) Ausserirdisches Leben unterscheidet sich vollkommen von irdischem Leben. Nennen wir es Alien Alien Life“

    Ich kann mir vorstellen, dass das erhebliche Probleme machen kann. Wenn wir etwa Photosynthesetreibende Mikroben, die eine komplett andere Biochemie haben, in den Weltmeeren aussetzen würden, dann könnten die CO2, Stickstoffverbindungen und den Phosphor dort nutzen, um sich reichlich zu vermehren.

    Aber sie würden dann eventuell Eiweise und Aminosäuren herstellen, mit denen kein Irdischer Organismus was anfangen kann. Wer also diese Alienmikroben frisst, dem wird das womöglich ziemlich unbekömmlich sein, oder sogar giftig. Diese nicht zu verarbeitenden Ingredienzien könnten sich zudem wie Mikroplastik in der Nahrungskette immer weiter ansammeln.

    Das könnte die ganzen Ökosysteme in den irdischen Ozeane durcheinander bringen.

    Das selbe würde passieren, wenn wir mal Exoplaneten besiedeln wollen, auf denen es schon Mikroben gibt, die aber mit uns in keinster Weise verwandt sind.

    Wenn allerdings in der ganze Galaxis nur einmal Leben entstanden ist, und alles Leben auf allen Exoplaneten durch Panspermie verbreitet wurde, dann existiert auch dieses Problem nicht, das sich ergeben könnte, wenn man verschiedene Biologien zusammenbringt.

    • @Tobias Jeckenburger (Zitat): „Wenn wir etwa Photosynthesetreibende Mikroben, die eine komplett andere Biochemie haben, in den Weltmeeren aussetzen würden, dann könnten die CO2, Stickstoffverbindungen und den Phosphor dort nutzen, um sich reichlich zu vermehren.„

      Ja. Fremdartiges Leben könnte alles andere verdrängen weil kein Tier es fressen, keine Mikrobe ihm etwas antun und kein Virus es infizieren könnte. Es wäre unverdaulich wie für uns Sand, würde sich aber von Licht, Wasser, Gesteinen, eventuell sogar Strassen und Hochhäusern „ernähren“.

      Nun, solch fremdartiges Leben muss nicht einmal vom Weltraum kommen. Denkbar ist auch, dass eine synthetische Biologie des nächsten Jahrhunderts solch fremdartiges Leben erfindet und erschafft. Das wäre eventuell eine Katastrophe, die irdisches Leben auslöschen könnte. Übrigbleiben würden dann vielleicht nur humanoide Roboter.

      Kurzum: Ich kann mir dutzende von Gründen ausdenken warum irgendwann humanoide Roboter die einzigen übrigbleibenden Zeugen der Menschenrasse sind. Es würde also nur die menschliche Gestalt (in Form von Robotern/Humanoiden)) , nicht aber der menschliche Körper übrig bleiben. Und Humanoide würden sich vielleicht aus nostalgischen Gründen alte Filme mit Menschen darin anschauen – einfach zur Erinnerung an die alten Zeiten.

  12. @Holzherr 25.11. 16:06

    „Es wäre unverdaulich wie für uns Sand, würde sich aber von Licht, Wasser, Gesteinen, eventuell sogar Strassen und Hochhäusern „ernähren“. „

    Ich dachte hier gar nicht an etwas Exotisches. Selbst wenn das fremde Leben unter den gleichen Bedingungen mit in etwa der gleichen Biochemie entstanden ist, könnte dies unverträglich sein. Die Codes etwa, mit der die DNA einzelne Eiweißbausteine codiert sind ja schon zufällig, aber dann universal gültig. Und ebenso die von einer Biologie verwendeten Aminosäuren sind eine spezielle Auswahl unter den vorkommenden Aminosäuren. Wenn jetzt freigesetzte Mikroben massenhaft Aminosäuren produzieren, die bei uns gar nicht verwendet werden, könnte das schon zu Verdauungsschwierigkeiten führen, wenn sie von heimischen Lebewesen gefressen werden.

  13. Nur ergänzend angemerkt, es gibt einen Zyklus sozusagen von Energie, so zitierend :

    -> ‘Auch die Venus hat sich erst in den letzten drei Milliarden Jahren zu dem Höllenloch entwickelt, das es heute ist. Bei 460 Grad Celsius und 90 Atmosphären Druck ist Leben dort heute unmöglich.’ [Artikeltext]

    -> ‘Bei Temperaturen knapp über dem absoluten Nullpunkt (-273,16 C°) würden sie tiefgefroren auch eine Milliarde Jahre lang am Leben bleiben können.’ [Artikeltext]


    Den von wie gemeinten erkennenden Subjekten sich vorstellend, ist es abär auch so :

    -> https://de.wikipedia.org/wiki/Kernfusion


    Wenn durch Element niedriger Ordnungszahl sog. Energie gewonnen werden kann, ist es aus diesseitiger Sicht philosophisch (und physikalisch auch “ein wenig” untermauert), dass in puncto SciFi nicht lokal besonders zu denken gilt.


    In gewissem Sinne wären also womöglich (dann abär auch falsch) sog. Element mit hoher Ordnungszahl nicht für die Energiegewinnung geeignet, abgesehen so vielleicht :

    -> https://de.wikipedia.org/wiki/Radioaktivität


    Denn die Welt ist – ganz anscheinend – sozusagen Energie, auch mit sozusagen einfachen Mitteln des hier gemeinten Primaten nachgewiesen, naturwissenschaftlich.

    MFG
    WB

  14. Die Naturwissenschaft meint ja, dass (erst) bes. Aggregationen von Wasserstoffmolekülen (all dies ist natürlich theoretisiert, muss nicht “wahr” sein, die Theoretisierung des hier gemeinten Primaten ist die Welt meinend nicht bestimmend, sondern folgt weltlicher Beobachtung), erst einmal nicht energetisch, der direkten Energie-Gewinnung tauglich sind.) ausreichen.
    Um sich – wie gemeint – mit der Naturwelt und ihrer Energetik auseinander setzen zu können.

  15. Die schweren Elemente auf der Erde sind schon vor der Erde entstanden aus einer unbekannten Supernova. Und die Sonne dieser Supernova ist auch wieder aus einer Supernova heraus entstanden. Und wenn Energie tatsächlich nicht vernichtet werden kann sondern nur ihre Form ändert, dann ist das Universum nicht nur räumlich unendlich sondern auch zeitlich.

    Also, wenn wir schwere Elemente auf unserer Erde finden, dann ist das ein Beweis für ein Vorher. Und dieses “Voruniversum” hatte Zeit genug die gleichen Bausteine des Lebens zu schaffen, die sich auch auf Meteoriten befinden.

    Und wenn jetzt der Urozean der Erde von solchen Meteoriten getroffen wurde, dann hat die Entwicklung des Lebens in den Ozeanen “Hilfe” von Outerspace bekommen.

    Und so wird es in jeder “Ecke” unseres Universums das gleiche abgespielt haben, Entstehung von Leben und Export von Leben.

    Die Aliens, die sind überall aber durch Raum und Zeit von uns getrennt, zum Glück!

    • Alle Elemente, vielleicht außer Wasserstoff, Ordnungszahl 1, ganz klar ist so nicht, zerfallen, Elemente mit hoher Ordnungszahl zerfallen sozusagen zeitnäher.
      So wird dann sozusagen erneute Energiegewinnung durch Fusion möglich.
      Insofern besteht die Welt sozusagen aus Energie, wobei Einordnungen und Feststellungen von “Elementen” und sogenannten Ordnungszahlen, vermutlich nur zeitweise (aber netter und die Näherung versuchende) Bemühung des hier gemeinten Primaten entsprechen.
      Das physikalische Weltbild, Universum genannt, ist insofern Veranstaltung von (erkennenden) Weltteilnehmern.

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