Ein enzyklopädisches Werk zur Kosmologie

BLOG: Galaxienentwicklung

Spurensuche im jungen Universum
Galaxienentwicklung

Der einladende Einband und der Titel des hier vorzustellenden Buchs "The Oxford Companion to Cosmology" weckten sofort mein Interesse. Auf 330 Seiten mit zweispaltigem Layout in englischer Sprache erklären die beiden Autoren Andrew Liddle und John Loveday in alphabetischer Reihenfolge Begriffe, die im Zusammenhang mit dem Forschungsgebiet der Kosmologie stehen. Der Text wird durch zahlreiche Schwarz-Weiß-Abbildungen bereichert, jedoch nicht immer in der bestmöglichen Auflösung.

Die beiden Verfasser dieses Buches präsentieren nicht nur Definitionen oder Ideen, sondern auch Himmelsdurchmusterungen, Teleskope, Weltraumobservatorien und Methoden, die eng mit dem hier vorgestellten Fachgebiet der Astrophysik verbunden sind. Natürlich dürfen auch berühmte Astrophysiker beziehungsweise Kosmologen wie Fred Hoyle oder Edwin Hubble, die entscheidend zu diesem Forschungsgebiet beigetragen haben, nicht fehlen.

Gut gefiel mir auch, dass bei Teleskopen und Weltraumsatelliten auch die dazugehörige Instrumentierung und die wissenschaftlichen Ziele nicht zu kurz kommen. Den Wissenschaftlern bekannte Abkürzungen sind dem erklärten Begriff hinzugefügt. Des Weiteren fand ich es interessant, dass die rund zwanzig mit dem Nobelpreis für Physik gewürdigten Arbeiten mit astrophysikalischen beziehungsweise kosmologischen Hintergrund kurz erwähnt werden.

Nach dem Lesen dieser sehr informativen Lektüre hatte ich als Astrophysiker mit Fokus auf Galaxien(entwicklung) im jungen Universum in der Tat einiges gelernt. Den Autoren gelang es, die Begriffserklärungen verständlich zu verfassen. Ihr Umfang ist variabel, sie reichen in der Regel von einigen wenigen Sätzen bis hin zu einer Seite, in ganz wenigen Ausnahmefällen auch über mehrere Seiten. In einigen Fällen sind die Erklärungen in Unterbegriffe unterteilt. Wahrscheinlich um den Rahmen des Buchs nicht zu sprengen, fehlen Referenzen zu wissenschaftlichen Arbeiten in den Begriffserklärungen komplett, vereinzelt werden jedoch Pioniere einer Entdeckung beziehungsweise Methode erwähnt.

Die beiden Autoren verfassten dieses ambitionierte Buch auf (sehr) anspruchsvollem Niveau, das sich meiner Meinung nach vor allem an (Nachwuchs-)Wissenschaftler der Astrophysik richtet. Von meiner Seite aus kann ich sagen, dass die Lektüre dieses Nachschlagewerks auch meinen Horizont im Gebiet der Kosmologie erweitert hat. Dieses enzyklopädische Werk zur Kosmologie kann ich wärmstens weiterempfehlen – jedoch mit der Einschränkung, dass es für Hobbyastronomen möglicherweise zu speziell ist. Es sollte aber zumindestens in keiner Institutsbibliothek fehlen.

 

Bis zum nächsten Blog,

Euer Helmut Dannerbauer

 

Quelle:

Diese Rezension wurde im März Heft von "Sterne und Weltraum" 03/2008 auf Seite 114 veröffentlicht.

 

Weitere Informationen zum Buch:

Autoren: Andrew Liddle und John Loveday

Titel:The Oxford Companion to Cosmology

Verlag: Oxford University Press

ISBN: 978-0-19-860858-8

Preis: 45 brit. Pfund (gebunden)

Helmut Dannerbauer

Veröffentlicht von

Der promovierte Astrophysiker Helmut Dannerbauer – wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Astronomie, Heidelberg – fokussiert sich in seinem Blog auf die Erforschung von Galaxien und deren Entwicklung im jungen Universum.

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