Heidi Klum…?

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Plasmen im Mittelpunkt
Formbar

"Heidi Klum? Wer ist das?"

Diese Frage wurde mir gestern gegen 8.30 Uhr morgens in der Jugendherberge in Greifswald gestellt. Und das meine ich auch noch ernst. 

Die Situation war folgendermaßen: Wie bereits in meinem letzten Artikel erwähnt, durfte ich mit einer Menge Kollegen an einer Plasmaphysik-Tagung im beschaulichen Greifswald teilnehmen. Aufgrund der Menge an Kollegen waren wir alle in der Jugendherberge untergebracht, da sonst einige hätten zuhause bleiben müssen. Nach dem Frühstück sammelten wir uns üblicherweise in der Hotellobby (auch "Jugendherbergseingang" genannt). So auch am Mittwoch.

Dort liegen dann neben dem üblichen Prospekt-Krams auch einige aktuelle Zeitschriften herum, wie zum Beispiel das Magazin GQ. Da es sich um eine Ausgabe handelte, die Heidi Klum auf der Titelseite hatte, fand das Heftchen bald einige interessierte Blicke. Diese führte dazu, dass die gute Frau Klum kurzzeitig zum Gesprächsthema wurde. Als einer meiner meiner Kollegen mitbekam, dass wir über eine Person redeten, die scheinbar einiges an Gesprächsstoff hergab, fragte er leicht irritiert:

"Heidi Klum? Wer ist das?"

Nach einigen kurzen kritischen Blicken stellte ich fest, dass diese Frage ernst gemeint war. Aufklärung war angesagt und dankenswerterweise hatten wir ja diese Magazin in den Händen, welches die Wissenslücke bei meinem Kollegen schließen konnte. Wenn noch Bedarf besteht, dann finden sich auf wikipedia noch einige weitere Informationen.

Abschließend bleibt festzuhalten, dass wir Physiker natürlich nicht die gängigen Klischees erfüllen, die einige Leute wohl haben. Und dass solche Momente, wie der hier geschilderte, quasi nie passieren. Und wenn doch, bekommt es eh keiner mit, außer einigen anderen Physikern. Gut, dass das unter uns bleibt.

Alf Köhn-Seemann

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Alf Köhn-Seemann hat in Kiel Physik studiert und in Stuttgart über Mikrowellenheizung von Plasmen promoviert. Von 2010 bis 2015 war er dort als Post-Doc tätig. Nach mehreren Forschungsaufenthalten im englisch-sprachigen Raum, arbeitet er von 2015 bis Ende 2017 am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Garching. Seit Ende 2017 forscht und lehrt Alf Köhn-Seemann wieder an der Uni Stuttgart.

13 Kommentare

  1. ?

    “Da es sich um eine Ausgabe handelte, die Heidi Klum auf der Titelseite hatte, fand das Heftchen bald einige interessierte Blicke.” Sorry Alf, aber ich fürchte, Ihr erfüllt doch alle Physiker-Klischees; abgesehen von dem Kollegen, der die absolut völlig berechtigte Frage stellte, wer denn eigentlich Heidi Klum sei.
    Ist in Greifswald sonst noch irgendein Sack Reis umgefallen?

  2. “Gut, dass das unter uns bleibt.”

    Ja, das sehr wichtig! Es muß auch noch Leute geben, die zusammenhalten, auf die man sich verlassen kann und wo nichts nach außen dringt. 😉

  3. Reis

    @Stefan:
    Heidi Klums Bekanntheitsgrad kenne ich zwar nicht wirklich, schätze aber doch, dass 95% oder mehr (der Deutschen) sie kennen. Und mit “Kennen” meine ich nur das Wissen, dass es sich bei ihr um eine extreme präsente Figur in der Medienwelt handelt. Die leicht provozierende Frage nach den Reissäcken werde ich nächste Woche beantworten 😉

  4. “Abschließend bleibt festzuhalten, dass wir Physiker natürlich nicht die gängigen Klischees erfüllen, die einige Leute wohl haben. Und dass solche Momente, wie der hier geschilderte, quasi nie passieren. Und wenn doch, bekommt es eh keiner mit, außer einigen anderen Physikern. Gut, dass das unter uns bleibt.” *rofl* Wie süß dieser Erklärungsversuch doch ist. Gegen die sich bestätigenden Klischees kann man nix machen.

    Wenn man Physikübungsstunden und ein Physikpraktikum unter der Obhut von Physiktudenten hatte, erlebt man manchmal auch als Nicht-Physiker solche speziellen Momente.

    Chemiker, Biologen und Mathematiker haben auch ihre “speziellen” Momente, keine Bange 😉

  5. Klum

    Ja, immer das selbe.
    Früher hiesess es die Marxisten und Kommunisten würden staatszerrüttende Infiltration machen.

    und heute? die Billig- Freude wird glorifiziert. Pornographie als politisches Machtmittel um Revolutionäre zu lähmen . Wenn die wirtschaftskriese deutlicher wird, legen sie die Pornos fort und nehmen das Gewehr in die Hand.

    Chronisch wird im TV den Leuten die billig-Version der Lösung ihrer Alltagsprobleme angepriesen. Wenn es mit der Geliebten zu Haus nicht gleich geht, gehts im Bett der Nachbarin. Staatszerrüttung leicht gemacht. So fördert man die Ehescheidung und Kinderpornographie. ALLES LEGAL!

  6. @Karl

    Die Lüneburger Heidi, sehr schön 🙂
    Eine sehr entspannte und ruhige Persönlichkeit, mir persönlich sehr sympathisch.

  7. Brittney who?

    Lieber Alf, nachdem du mir in Deidesheim so nett und beispielhaft das Plasma erklärt hast, frage ich mich natürlich, ob Heidi Klum heiß und undicht genug ist …
    Dass Physiker einen gewissen Hang zu Form und Gestalt der Materie haben, beweist auch folgende Seite: http://www.britneyspears.ac/lasers.htm
    Hier versucht ein englischer Professor seine, vermutlich meist männlichen Physikstudenten für das tiefere Verständnis der Halbleiterphysik mittels einer anderen weiblichen Figur, die zwischenzeitlich auch schon in anderen Aggregatzuständen war, zu motivieren.
    (In meiner Lehrveranstaltung zur „medialen Vermittlung abstrakter Inhalte“ führe ich diese Webseite regelmäßig zur Abschreckung vor.)

  8. Die Dissipation der thermischen Energie

    Neue, genauere Daten, ganz ohne Heidi:

    Die Dissipation der thermischen Energie durch Strahlung:

    Reichweite von Elektronen in Wasser:
    1 MeV ….. 4,0 mm,
    2 MeV ….. 9,5 mm,
    5 MeV ….. 25 mm.

    Reichweite von Protonen in Wasser:
    1 MeV ….. 0,028 mm,
    2 MeV ….. 0,086 mm,
    5 MeV ….. 0,40 mm.

    Reichweite von Alphateilchen in Wasser:
    1 MeV ….. 0,0061 mm,
    2 MeV ….. 0,012 mm,
    5 MeV ….. 0,039 mm.

    Halbwertsschichten in Wasser:

    1 MeV Neutronen … 10 cm,

    2 MeV Gammastrahlung … 14 cm.

    1 MeV entspricht einer Temperatur von rund 10 GK.

    100 MK entsprechen einer Energie von rund 10 keV.

    Die Dissipation der thermischen Energie durch alle Arten von Strahlung wird durch deren geringe Reichweiten stark behindert.

    Wenn man eine Nuklearwaffe in 10000 m Wassertiefe zündet, dann stehen jedem Quadratzenzimeter der Druckwelle 1000 kg Masse gegenüber.

    Die Expansion dieser heißen Plasmablase kann daher im kernphysikalischen Sinne nur langsam stattfinden.

    Die Wärmeleitung und die thermische Konvektion in Wasser sind noch viel langsamer.

    Wasser ist schlecht komprimierbar, aber es wird in Atomkere und Elektronen zerlegt werden.

    Durch diesen massiven Trägheitseinschluß müßte eigentlich eine hohe Dichte energiereicher Protonen entstehen.

    Eine Sauerstoff 16 mit Proton Reaktion ist ziemlich unwahrscheinlich.

    Die Proton-Proton-Reaktion liefert aber zusätzliche Energie nach:

    1H+ + 1H+ = 2H+ + e+ + ve + 0,42 MeV

    Die Neutrinos tragen aber einen Energieanteil von 0,26 MeV in die Unendlichkeit davon (endlich eine hohe Reichweite).

    Das wäre doch eine hübsche Computersimulation.

  9. @Karl

    zu Ihren Ausführungen könnte man noch folgendes ergänzend hinzufügen:
    Zündet die Atombombe, so wird mit Sicherheit die nötige Temperatur für die Fusion erreicht. Allerdings werden die Fusionsprozesse (die pp-Reaktion, die Sie ja angesprochen haben) vermutlich nur einzelne, kurze Ereignisse darstellen, die direkt im Zentrum der Explosion stattfinden. Im Gegensatz zur Trägheitsfusion gibt es hier eben keine Schockwellenfronten die in einem Punkt zusammenlaufen, sondern eine Schockwelle, die von einem Punkt ausgehend, auseinanderläuft. Und diese Schockwelle wird ihre Energie wohl in erster Linie durch Aufheizen des umgebenden Wasser dissipieren. Da möchte man als Fisch lieber nicht in der Nähe solcher Experimente sein…

  10. Wenn jemand fragt “Wer ist Heidi Klum?” und er es ernst meint und er sie wirklich nicht kennt, dann sehe ich das als etwas Positives. (Das wäre sogar “Niveau” für mich.) Da denke ich mir, ja, endlich gibt es jemanden, der sie & co nicht kennt und viel wichtigeres im Leben und Kopf hat als Heidi Klum und die kitschige Medienwelt.

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