Sturzflut auf La Palma

Ich war’s wirklich nicht! Gestern Mittag bin ich auf La Palma[1] gelandet, ein paar Stunden später waren Teile der Insel überschwemmt. Allerdings nicht durch den anstehenden Mega-Tsunami, sondern durch schwere Regenfälle im Nordosten der Insel.

Ich bin allerdings in Puerto Naos, auf der anderen Seite der Insel, so dass wir nur noch ein kleines Wolkenbrüchlein heute morgen mitbekommen haben. Oben auf den Bergen ist aber einiges runtergekommen, und das ist direkt vorm Hotel lang hangabwärts ins Meer geflossen.

Der Wasserfall vom Steilabbruch war in echt noch ein Stückchen eindrucksvoller, als er hier aussieht.

Weiter unten dann rückschreitende Erosion: Das Wasser fällt über die kleine Stufe im Vordergrund und trägt sie durch die Turbulenz ab, so dass die Stromschnelle immer weiter hangaufwärts wandert. Der Canyon wird so von seinem Ende her eingetieft.

Am Strand hat die Sturzflut bis zu zwei Meter tiefe Löcher ausgeschwemmt.


Das Endergebnis: Sand und Kies sind über die gesamte Breite des Strandes bis auf kurz über dem Meeresspiegel abgetragen, nur die großen Blöcke am Fuß der Strandpromenade liegen noch da.

Das war schon mal ein, äh, interessanter Urlaubsbeginn. Ob dann morgen einer der Vulkane..? Ich werde berichten!
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[1] Eigentlich müsste die Insel eher La Banana heißen…

Ich bin gelernter Chemielaborant und habe ab 1999 in diesem Beruf gearbeitet. Anschliessend habe ich an der Uni Hamburg Chemie studiert. Seit dem Abschluss Ende 2006 veröffentliche ich Beiträge in meinem Fischblog und verkaufe Artikel an andere Publikationen. Seit 2008 wohne ich im Raum Heidelberg und bin bei Spektrum der Wissenschaft für das Blogportal Scilogs verantwortlich. Daneben arbeite ich als freier Journalist und Redakteur unter anderem für die digitalen Angebote von Spektrum, veröffentliche auf verschiedenen Social-Media-Plattformen und experimentiere mit Mobile Reporting. Zu meiner Webseite

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. So etwas ist uns da auch mal passiert. Wir haben uns beim Frühstück über die Bächlein im Frühstücksraum amüsiert, tagsüber die Atlantik-Brecher bewundert, uns über den Rettungsschwimmer lustig gemacht, der uns vom Strand verscheuchte und nachts die Gardinen sorfältig geschlossen, weil wir nicht sicher waren, ob die Fenster dem Winddruck standhalten würden. Borkum, Norderney und Sylt im Winter sind schon ne andere Nummer.
    So ein gewaltiger Sturm ist aber auf jeden Fall ein phantastisches Naturschauspiel. Wenn man etwas Zeit zum Bewundern hat und nicht gerade zurückfliegen möchte : ).

  2. Wow, Lars, was für ein Urlaubsstart! War’s da nicht, bevor du kamst, viel zu trocken? Die Weinbauern auf der Insel freuen sich jetzt bestimmt über diese ganzen Niederschläge…
    Ich drück dir die Daumen, dass jetzt auch noch der Vulkan zeitnah aktiv wird. Falls nicht, kannst du das nächste Mal mit uns auf La Réunion kommen (vielleicht dann zur Abwechslung mal zur Regenzeit 😉 ).
    Gute Erholung von #scilogsTEN etc. (nochmals vielen Dank für die tolle #grossefragen – Organisation!!!)! ¡Salud y qué disfrutes de tus tan merecidas vacaciones! 🙂

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