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Klimaschock durch Methan, zum zweiten

Ich muss kurz auf das Thema meines vorletzten Beitrages zurückkommen – obwohl meine Followlinge Marstektonik angemahnt hatten -, genauer gesagt auf einen kleinen Nebensatz, der eine genauere Betrachtung verdient. Vor dem Hintergrund, dass die apokalyptische Permafrost-Methan-Rückkopplung wohl nicht stattfindet, hatte ich auf den starken und rätselhaften Methan-Anstieg der letzten zehn Jahre hingewiesen.

Seit etwa 2007 steigt die Methankonzentration in der Atmosphäre deutlich an, nachdem sie sich zuvor auf einem Plateau stabilisiert zu haben schien. Die Entwicklung ist so drastisch, dass sie möglicherweise die Klimaziele des Paris-Agreement zerlegt, einfach weil Methan so ein potentes Treibhausgas ist. Kohlendioxid ist zwar auf lange Sicht bedeutender, weil seine Konzentration mehr als 200-mal so hoch ist und es lang in der Atmosphäre bleibt. Dafür ist Methan auf kurze Zeit viel effektiver darin, Wärme zurückzuhalten.

Je nachdem, wie lang der Anstieg dauert, wie hoch die Konzentration dann steigt und unentspannt das Erdsystem auf diesen zusätzlichen Wärmepuls reagiert, sind verschiedene Konsequenzen denkbar. Ein Szenario wäre, dass – mal allgemein gesprochen – zum Beispiel einer dieser ominösen Kipppunkte im Klimasystem ein paar Jahrzehnte früher erreicht wird.

Woher kommt all das Methan?

Bei der Suche nach dem Ursprung des Methans gibt es gleich mehrere Hauptverdächtige, allen voran natürlich die Schiefergas-Industrie in den USA. Die fördert ja große Mengen Methan, so die Überlegung, und wenn da überall kleine Mengen auslaufen, dann summiert sich das. Klingt erstmal plausibel, aber tatsächlich produziert fast alles, was Menschen so machen, in irgendeiner Weise Methan: Mülldeponien, Reisfelder, Kohlegruben, dazu kommen alle Arten von Industrien, die Erdgas nutzen. Insgesamt kommt bis zu 60 Prozent des Methans in der Atmosphäre aus menschlichen Quellen.

Deswegen war Methan auch das erste Klimagas, das sich in der Atmosphäre anreicherte. Der Anstieg begann etwa um 1750, noch vor der industriellen Revolution[1] und etwa ein Jahrhundert vor Beginn des Kohlendioxid-Anstiegs. Bis in die 80er Jahre war die Konzentration von knapp 700 ppb auf 1500 ppb gestiegen, dann schien sich langsam ein Gleichgewicht zwischen Ausstoß und Abbau einzustellen und die Methankonzentration pendelte sich Ende der 90er bei etwas über 1750 ppb ein.

Diese Entwicklung ist kaum weniger rätselhaft als der neue Anstieg, weil man allgemein so wenig über das globale Methanbudget weiß. Welche Faktoren in welchem Maß zum Anstieg der letzten zwei Jahrhunderte beigetragen und ihn dann beendet haben, ist wohl sogar noch schwieriger rauszukriegen, als die Herkunft des aktuellen Methans. Immerhin gibt es aus den letzten 20 Jahren Daten auch über regionale Methankonzentrationen.

Neben den menschlichen Quellen gibt es auch noch ein paar größere natürliche Methanproduzenten. Die eigentlichen Produzenten sind sehr klein, nämlich Bakterien, die meist in Sümpfen. Noch vor dem Permafrost der hohen Breiten sind vor allem tropische und subtropische Feuchtgebiete bedeutende Methanquellen. Bei allen drei Punkten hat – Überraschung – natürlich auch der Mensch seine Finger im Spiel, einerseits durch Klimawandel, andererseits durch Landnutzung.

Wenn man den bisherigen Erfahrungen mit Methanquellen folgt, sind diese natürlichen Quellen erst einmal etwas verdächtiger als unsere eigenen Emissionen. Der Grund ist ihre Dynamik. Direkte menschliche Methanemissionen steigen graduell an, während abrupte Veränderungen eher durch natürliche Quellen zustande kommen, die auf Wärme und Nässe von Jahr zu Jahr anders reagieren. [2]

Mehr Ausstoß, weniger Abbau?

Es gibt aber auch eine ganz andere Möglichkeit: Der Ausstoß bleibt gleich, während weniger Methan abgebaut wird. Das passiert hauptsächlich, indem das Gas mit den sehr reaktiven Hydroxylradikalen (·OH) reagiert, die in der Atmosphäre permanent entstehen. Hydroxyl reagiert auch mit sehr viel anderem Zeug, so dass es einerseits nur eine sehr kurze Lebensdauer hat und andererseits – das ist der entscheidende Punkt – sofort weniger mit Methan reagiert, sobald ein anderer Reaktionspartner häufiger wird.

Entwicklung der atmosphärischen Methankonzentration seit den 1980er Jahren.
Screenshot aus methanelevels.org.

Die geringe Lebensdauer bedeutet, dass man Hydroxyl nicht direkt messen kann. Deswegen nimmt man als indirekten Hinweisgeber die Konzentration von Molekülen, die lange in der Luft bleiben und überwiegend wie Methan mit Hydroxyl reagieren. Eines davon ist Trichlorethan. Diverse Analysen in den letzten Jahren deuten tatsächlich darauf hin, dass irgendetwas Hydroxyl daran hindert, dieses Molekül, und damit Methan, so effektiv abzubauen wie früher.

Blöderweise kann man Trichlorethan zwar gut messen, man weiß aber nur sehr ungenau, wieviel von dem Zeug neu in die Atmosphäre gelangt und wie stark diese Mengen schwanken. Insofern ist das bestenfalls ein Indiz dafür, dass Methan neuerdings weniger abgebaut wird. Es gibt auch bisher keine klaren Hauptverdächtigen, die seit 2007 plötzlich dramatisch mehr zusätzliche Radikale aus der Atmosphäre fangen könnten.

Bei den Emissionen allerdings ist das Bild auch nicht wirklich klarer. Möglicherweise aufschlussreich ist, dass sich der Anstieg seit 2007 in zwei Phasen unterteilt: Seit etwa 2014 steigt die atmosphärische Methankonzentration noch einmal deutlich schneller als vorher. Entweder ist in dem Jahr eine neue Quelle hinzugekommen, oder ein Faktor von außen hat die bestehende Entwicklung noch einmal angeschoben.

Tropische Feuchtgebiete und ihre Bakterien

Die Jahre seit 2014 waren global auch sehr warm, ein mindestens suggestives zusammentreffen. Möglich wäre, dass die tropischen Feuchtgebiete durch die allgemein gestiegenen Temperaturen und eventuell auch häufigere Überschwemmungen durch Starkregen deutlich mehr Methan abgeben.

Dafür spricht, dass Analysen der räumlichen Verteilung der Methanquellen eine Verschiebung in die südliche Tropen seit 2014 zeigen, wo viele dieser Feuchtgebiete liegen; dazu müsste deren Methanausstoß allerdings deutlich stärker von der Temperatur abhängen, als die Mehrzahl der Modelle annimmt.[3] Unter Umständen tragen auch landwirtschaftliche Aktivitäten, speziell Viehhaltung, zum Anstieg bei. Die ist immerhin nach der Jahrtausendwende deutlich angestiegen.

Ein anderer Kandidat mit genug Methan, um den neueren Anstieg zu erklären, ist die Produktion fossiler Energieträger. Ganz vorne natürlich Schiefergas, das zeitlich auch ganz gut passen würde. Das wird aber schon seit einiger Zeit genauer untersucht, weil die Idee so nahe liegend ist, und die Ergebnisse sprechen eher gegen Fracking als Hauptquelle.

Daneben, und schlechter überwacht, gibt es die klassische Öl- und Gasproduktion, und Kohlebergbau spielt auch eine Rolle. Gleichzeitig könnten auch die Endverbraucher mehr Gas verlieren als man bisher dachte, Eine aktuelle Studie deutet darauf hin, dass die hier ausgestoßenen Mengen unterschätzt werden.

Da gibt es nur zwei Problemchen: Das kleinere ist, dass die räumliche Verteilung des Methans dazu nicht recht passt[4], das größere sind die Kohlenstoffisotope. Fossile Brennstoffe enthalten einen deutlich größeren Anteil 13C im Vergleich zu den meisten natürlichen Quellen. Dessen Anteil im atmosphärischen Methan, der zuvor zwei Jahrhunderte lang stieg, sinkt seit 2007 – kein definitiver Todesstoß für den vermuteten fossilen Beitrag zum aktuellen Wachstum, aber ein Zeichen, dass dieses simple Bild nicht stimmen kann. Es besteht die Möglichkeit, dass gleichzeitig deutlich weniger Biomasse verbrannt wird. Das dabei entstehende Methan hat einen 13C-Anteil zwischen natürlichen und fossilen Quellen.

Isotopendaten als Hinweis auf die Quelle

Dagegen würde die Vermutung vom langsameren Abbau des Methans durch weniger Hydroxylradikale zu den Isotopendaten passen. Grund dafür ist der kinetische Isotopeneffekt: Schwere Moleküle reagieren ein bisschen langsamer, so dass leichteres Methan schneller abgebaut wird (aus dem gleichen Grund ist das Methan aus verbrennender Biomasse so schwer). Wenn das Methan langsamer abgebaut wird, bleibt auch mehr des leichten Kohlenstoffisotops in der Atmosphäre.

Auch die Verteilung des zusätzlichen Methans spricht nicht dagegen: Die Hydroxylradikale sind in den Tropen am aktivsten, dort würde man den stärksten Effekt sehen. Der Haken an dieser Hypothese ist einfach, dass man für eine solche schnelle und deutliche Veränderung der Atmosphärenchemie schon ein paar Belege mehr braucht, besonders im Vergleich zu den unübersichtlichen und variablen, aber hinlänglich bekannten Emissionen.

Insofern scheint mir insgesamt am plausibelsten, dass zumindest ein erheblicher Teil des Effekts auf zusätzliches Methan aus natürlichen Quellen zurückgeht, und dort hauptsächlich auf die tropischen Feuchtgebiete. Derzeit noch laufende Messungen aus Afrika zum Beispiel scheinen dieser Hypothese zumindest nicht zu widersprechen, ebenso wie der Umstand, dass die Emissionen in den Tropen stärker wachsen als im hohen Norden. Da bleiben natürlich noch diverse Fragen offen, vor allem nach der Rolle der Erderwärmung. Die deutlich wärmeren Jahre seit etwa 2014 dürften bei der Beschleunigung seither eine Rolle spielen, aber was ab 2007 passierte, ganz zu schweigen von den zehn Jahren ohne Methananstieg – keine Ahnung.

Aber es ist ohnehin nicht gesagt, dass die Entwicklung direkt von den konkreten Bedingungen im jeweiligen Jahr getrieben wird. Eventuell haben die tropischen Feuchtgebiete um die Jahrtausendwende ihrerseits einen Point of no Return zu einer positiven Rückkopplung überschritten[5], ganz wie man es der Arktis zuschreibt. Nur dass die Tropensumpf-Methanokalypse ein bisschen mehr Potenzial hat als die Arktis: um 2007 rum war ihr Anteil an den natürlichen Emissionen dreimal so hoch wie der des Permafrosts.

Ich bin gelernter Chemielaborant und habe ab 1999 in diesem Beruf gearbeitet. Anschliessend habe ich an der Uni Hamburg Chemie studiert. Seit dem Abschluss Ende 2006 veröffentliche ich Beiträge in meinem Fischblog und verkaufe Artikel an andere Publikationen. Seit 2008 wohne ich im Raum Heidelberg und bin bei Spektrum der Wissenschaft für das Blogportal Scilogs verantwortlich. Daneben arbeite ich als freier Journalist und Redakteur unter anderem für die digitalen Angebote von Spektrum, veröffentliche auf verschiedenen Social-Media-Plattformen und experimentiere mit Mobile Reporting. Zu meiner Webseite

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  1. “Ein anderer Kandidat mit genug Methan, um den neueren Anstieg zu erklären, ist die Produktion fossiler Energieträger. Ganz vorne natürlich Schiefergas, das zeitlich auch ganz gut passen würde. Das wird aber schon seit einiger Zeit genauer untersucht, weil die Idee so nahe liegend ist, und die Ergebnisse sprechen eher gegen Fracking als Hauptquelle.”

    .
    Da wäre ich mir nicht so sicher! Laut einem DW-Artikel könnte US-Gas so klimaschädlich wie Kohle sein. Zitat: “Beim US-Fracking-Gas sieht die Klimabilanz im Vergleich zur Kohle nun allerdings nicht mehr positiv aus. Laut der gerade veröffentlichten US-Studie haben die erhöhten, unbeabsichtigten Methanemissionen zur Folge, dass die Nutzung des Gases etwa so klimaschädlich ist wie die Nutzung von Kohle. Der potentielle Klimaschutzvorteil durch die Umstellung von Kohle auf Erdgas werde somit in den USA untergraben, lautet das Fazit der Autoren.”
    https://www.dw.com/de/us-gas-k%C3%B6nnte-so-klimasch%C3%A4dlich-sein-wie-kohle/a-44590963

  2. Ich verstehe nicht so Recht, was der verlinkte Artikel überhaupt mit meiner Aussage zu tun hat. Die Klimabilanz des Erdgases ist etwas völlig anderes als die Methanbilanz der Atmosphäre.

  3. Der Hauptverursacher in Sachen Methan,China.Wäre schön wenn 1 Klimakiller ausgeschaltet wird und zeitgleich viell. das aus China?
    Es wirkt gerade so ,dass an CO2=Kohle etc. soviel daran hängt das jetzt davon abgelenkt werden muss,anstatt 1 Problem jetzt 2 bedeutende Klimakiller aber es geschieht nichts.
    Das müssen die Politiker mit China klären aber erstmal 200% focus auf eine Sache.Primary CO2 secondary oder Zeigleich,Methan.

  4. Schöner Artikel von Lars Fischer. Danke dafür.
    Aber schon bei den Antworten hier sehe ich wiedereinmal, das das Klimagas Nr.1 = Wasserdampf völlig außer acht gelassen wird.
    Wobei gerade beim Wasserdampf auch ein erhöhter Anstieg seit Mitte letzten Jahrhunderts festgestellt worden ist.

    Gerade wo wir bei Methan schon von einer positiven Rückkopplung sprechen, sollten wir den Anteil von Wasserdampf ebenso beachten.

    Aber warum wird Wasserdampf in aller Diskussion ausgeblendet?

    Hochachtungsvoll,

    A. Stahl

  5. Ich denke auch, dass die Methanproduktion durch die Massentierhaltung verstärkt wird. Bis vor wenigen Jahrzehnten wurde das Milchvieh von Gras ernährt, im Sommer auf der Weide, im Winter durch Grassilage, also Heu, das unter einer Folie durch Milchsäure-Vergärung haltbar gemacht wird.

    Heute besteht die Silage fast ausschließlich aus Mais, das für die Kühe schlechter verdaulich ist, wodurch sie öfter furzen müssen. Das dabei abgegebene Gas besteht zu einem erheblichen Anteil aus Methan.

  6. Ich will die Erkenntnisse über die Atmosphärenchemie von @Lars Fischer nicht in Abrede stellen. Es ist jedoch kein Zufall, dass sich der erneute Anstieg von Methan zu dem Zeitpunkt einstellte, als in den USA der Fracking-Boom ausbrach. Schließlich besteht Erdgas ja überwiegend aus Methan. Außerdem konnten Wissenschaftler nicht nur einen Anstieg von Methan in der Atmosphäre beobachten, sondern auch eine höhere Konzentration von Ethan, das ebenfalls bei der Erdgasförderung frei wird. In der Sueddeutschen kann man dazu lesen: “Spektralmessungen von der Zugspitze belegten, dass auch Ethan von Mitte der 2000er-Jahre an in der Atmosphäre stark zunahm. Daraus schlossen die Forscher, dass mindestens 40 Prozent, wahrscheinlich sogar viel mehr des seit 2007 zusätzlich frei gewordenen Methans, aus der Öl- und Gasförderung stammen müssten.”
    https://www.sueddeutsche.de/wissen/klimawandel-die-loesung-des-methan-puzzles-1.3868555

  7. Was wir brauchen, ist ein globaler Krieg gegen den Klima-ermorder Nummer Eins, Wasserdampf. Wie jeder weiss, ist der einzige Ort, an dem das Klima nicht stirbt, die WUESTE.
    Die war vorher zu heiss und ist es immer noch.
    Waehrend die Klimawissenschaftlerdarsteller frech behaupten, ein Anstieg von CO2 wuerde ueber ein positives Wasserdampf-Feedback das Klima ermorden, stellen wir in der Realitaet fest, dass alle Orte MIT Wasserdampf und damit Wolken und damit Niederschlaegen und einem Wasserkreislauf ein GEMAESSIGTERES Klima als die trockenen Wuesten haben. Der ggrund ist eben dieser Wasserkreislauf, ein homoeostatisches System, das Energie in die Region ueber dem LTE traegt, wo CO2 ein EMITTER von IR ins Weltall ist.

  8. Welchen Einflus haben die Ozeane auf die Methankonzentration der Atmosphäre? An vielen Stellen gibt es am Meeresboden Methanhydrate. Wenn sich die Meere erwärmen, setzen die Methanhydrate gasförmiges Methan frei.

  9. Wasserdampf wurde noch und wird auch nie ausgeblendet werden. Da aber aus dem Wasserdampf zum Teil Wolken entstehen, die das Klima mehr kühlen, als der Anstieg des gasförmigen Wasserdampfes die Luft, ist die Bilanz negativ 😉 Wobei derzeit gerade diskutiert wird, ob eine zusätzliche Erwärmung dazu führen wird, dass Wolken über den Tropen und Subtropen (Strato Kumulus – waren es glaube ich) abnehmen werden. Dies wäre ein sehr starker Feedback. Eine Studie geht von bis zu 8°C zusätzlicher Erwärmung aus. Wir wissen nämlich heute besser wie die Wolkenbildung funktioniert und der Temperaturunterrschied zwischen Oberseite und Unterseite einer Wolke führt zur Bildung dieser Wolken. Nur wird eben dieser durch eine zusätzliche Erwärmung in der Atmosphäre abnehmen. Denke mal in ein paar Jahren, wenn die Diskussion gereift sein wird, werden wir mehr wissen.

    p.s. sehr schöner Artikel – verfolge die wissentschaftliche Diskussion über die steigenden Mengen Methankonzentrationen seit ein paar Jahren und er hat schön den Stand unseres Wissens wiedergegeben. So Artikel sind selten! Nur das mit der Arktis und dem Permafrost ist immer noch offen, da a. der Permafrost sehr viel schneller schmilzt als angenommen, die Zirkulationsveränderungen auf der nördlichen Hemisphäre aufgrund der Erwärmung, dass Potential haben, die Erwärmung massiv zu beschleunigen (Jetstream, der schon heute extrem zu schwanken begonnen hat), Feuer in der Arktis mit dunklen Wolken nicht linear zunehmen werden, Niederschläge und feuchte Böden zunehmen (Methanproduktion der Böden), das Meereis heute schon im Winter zurückgeht (Warmes Wasser sammelt sich im arktischen Ozean in tieferen schichten an und beginnt die Oberfläche zu erreichen, Schmelzereignisse und Regen selbst im Winter in der Arktis von Grönland bis zu den Tundren zunehmen und der Permafrost entgegen der üblichen Annahme von ein paar Zentimetern im Jahr bis zu mehrere Meter in ein paar Wochen bis Tagen schmelzen kann. Yedoma Permafrost besteht zu guten Teilen aus Eis, welches, wenn es abgeschmolzen ist den Boden bis mehrere Meter tief absacken lässt und ganze Hänge abrutschen, wodurch der Permafrost auch schneller abschmilzt und die Thermokast Seen (~2m tief) sich stark erwärmt haben und unter ihnen der Permafrost schon ganzjährig geschmolzen ist. Und Yedoma Permafrost und Thermokarst Seen machen jeweils um die 20% der arktischen Landschaften aus. Und wie es aussieht wird auch Lachgas sehr wichtig werden in der Arktis. Daher die Arktis wird richtig spannend werden in der Zukunft!

  10. Ohne jetzt einen Roman über das eigentliche Thema schreiben zu wollen, wollte ich doch mal anmerken, dass ich Deine Artikel immer wieder super gut finde. So von science-nerd zu science-nerd. Es sollte mehr Autoren wie Dich geben, die informiert sind und nicht jeden Hype blind nachplappern.
    //end of worship

  11. @ M. Sommerer

    Tropische Feuchtgebiete […], 2. Absatz am Ende: “Unter Umständen tragen auch landwirtschaftliche Aktivitäten, speziell Viehhaltung, zum Anstieg bei. Die ist immerhin nach der Jahrtausendwende deutlich angestiegen.”

  12. @ Lars Fischer
    11. Juni 2019 @ 13:54

    “verstehe nicht so Recht, was der verlinkte Artikel überhaupt mit meiner Aussage zu tun hat. Die Klimabilanz des Erdgases ist etwas völlig anderes als die Methanbilanz der Atmosphäre.”

    Naja, da scheint ja schon durchaus eine Emission von Methan erwähnt zu werden, die in der Klimabilanz berücksichtigt wird:

    “die erhöhten, unbeabsichtigten Methanemissionen zur Folge, dass die Nutzung des Gases etwa so klimaschädlich ist wie die Nutzung von Kohle.”

    Das steht also, dass bei der Produktion Methan in die Atmosphäre gelangt und dadurch die Klimabilanz des eigentlich besseren Erdgases versaut wird.

  13. Die Überschrift erzeugt oder zeigt leider nur Panik anstatt Wissen oder besser noch eine Strategie. Wissen wir eigentlich, ob wie wie gut die Modelle über die Erwärmung sind, die jeden Tag in Form von Zitaten aus irgendwelchen Studien für die Nachrichtenbefrachtung herhalten müssen. Es scheint mir so, dass alle, die glauben etwas zu wissen oder darüber vermelden zu müssen, empfehlenswerter Weise einen oder zwei Schritte zurück zu gehen, damit das Blickfeld größer wird. Wie immer ist die Welt komplexer als das die Aufassungsgabe wünscht. Dann würden sich ggf. auch komplexere Ursachen und Wirkungen erklären lassen und mit den lauten sowie medienwirksamen CO2 Terror wäre endlich Schluss, damit wieder Zahlen, Daten, Fakten sowie eine sachliche Diskussion einziehen können.

  14. Ich sehe ihren Artikel als eine einzige hohle Nuss, sie wissen garnix, beschreiben etwas, schmeißen mit einigen Wissenschaftlichen Schlagwörtern um sich, das ganze ist für mich nur bla bla….
    R.L.

  15. Ich bin blutiger Laie, lese dennoch die Berichte, Kolummnen usw. im Spektrum, in Spiegel online und Zeit online über die Klimaveränderung mit größtem Interesse. Was mich dabei äußerst beunruhigt: Es gibt seitens der Wissenschaft oder Pseudowissenschaft keine Berichte ectr. über die Gesamtzusammenhänge der klimaschädlichen Vorgänge, jetzt wieder dieser Artikel über Methan. Zumindest habe ich diese noch nicht gefunden. Mag sein, dass es in den internen Wissenschaftskreisen solche Informationen gibt. Aber für alle Bürger wäre es interessant und Grundvoraussetzung für eine Entscheidung auf die Politik. Wie sonst kann es möglich sein, dass die Grünen es mit einfachen Parolen fertig bringen, ihre Wahlergebnisse so in die Höhe zu treiben, ohne einen Bezug auf die globalen Zusammenhänge der Klimaschädigung. Ich bin gespannt, was aus diesem Wahlergebnis herauskommt, bei solchen komplizierten Zusammenhängen, mit der Einführung einer CO2-Steuer, vor allem zu Lasten der miesen Autofahrern, und alles andere? Und nur in Deutschland, vielleicht in Europa. Das ich nicht lache.

  16. Wäre es denkbar, dass die Ozeane inzwischen Methan ausgasen? Immerhin sind gerade im Äquatorbereich einige ‘Todeszonen’, wo der Sauerstoffanteil unter 2mg/L beträgt. Da könnten doch anaerobe Abbaurozesse stattfinden? Das wäre dann ein ‘Umkippen’ der Meere, ein zeimlich plötzlicher Prozess, der den schnellen Anstieg erklären könnte. Ein echter ‘Kipppunkt’ also…

  17. Seit dem Ich bei Wikipedia gelesen habe das es schätzungsweise 14,8 Billionen Tonnen
    Mehtanhydrat gibt und diese 3X so viel Kohlenstoff wie alles Erdöl,alles Erdgas,alle Kohle
    und alles Holtz enthält,was heist das.Heist das wenn man all dieses Verbrennt,man nur
    1/75 bis 1/84 an Klimagas erzeugt was Mehtanhydrat enthält,da ja Mehtan 25-28 mal
    so wirkungsvoll ist.Und wir haben erst etwas der Fosilen Brennstoffe verbraucht,und
    so eine Wirkung auf das Klima.Was pasiert wenn das auftaut.Im Bermuda Dreieck
    sollen in einer tiefe von 350m eine Fläche so gross wie Losangeles alles Weiss
    von diesen Stoff sein.
    Ich finde das sehr bedrohlich.

  18. Hallo Herr Fischer.

    Vielen Dank.
    Man kann die veröffentlichte Grafik aber auch anders lesen:

    1. Wir haben einen dauerhaften Anstieg der CH4 Konzentration.

    2. Dieser ist durch Ereignisse ( die jeweils über mehrere Jahre anhielten ) der Jahre 1992 und 2000 abgeflacht worden.
    Im Jahr 2007 sind diese Ereignisse dann ausgelaufen, das System kehrte zum dauerhaften Anstieg der CH4 Konzentration zurück.

    3. Man sollte daher den Fokus nicht auf das Jahr 2007 legen, sondern auf die Jahre um 1992 und 2000.
    Was führte zu einem Abflachen der Kurve?

    4. Die Ursache für den dauerhaften Anstieg der CH4 Konzentration liegt zeitlich viel früher, vor 1985.

    MfG, Manfred

  19. @Manfred
    ich würde folgende Vermutung zu “2. Dieser ist durch Ereignisse ( die jeweils über mehrere Jahre anhielten ) der Jahre 1992 und 2000 abgeflacht worden.
    Im Jahr 2007 sind diese Ereignisse dann ausgelaufen, das System kehrte zum dauerhaften Anstieg der CH4 Konzentration zurück.” wagen:

    Mit der politischen Wende in Osteuropa sind dort Industrie und Massentierhaltung zusammengebrochen – letzteres kann man sicher (quanitiativ) nachrecherchieren. Mit/vor der EU Erweiterung stieg auch wieder Tierhaltung an. Dazu gibt es sicher Zahlen.

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