Der Fischblog-Adventskalender, 3. Türchen

Fischblog

Aus den Aufnahmen eines Computertomographen baut der Computer ein dreidimensionales Modell des menschlichen Schädels, den man nach Belieben aus jedem Blickwinkel betrachten kann – auch von innen. Alternativ kann man den Schädel natürlich auch einfach fallen lassen…

 

Lars Fischer

Ich bin gelernter Chemielaborant und habe ab 1999 in diesem Beruf gearbeitet. Anschliessend habe ich an der Uni Hamburg Chemie studiert. Seit dem Abschluss Ende 2006 veröffentliche ich Beiträge in meinem Fischblog und verkaufe Artikel an andere Publikationen. Seit 2008 wohne ich im Raum Heidelberg und bin bei Spektrum der Wissenschaft für das Blogportal Scilogs verantwortlich. Daneben arbeite ich als freier Journalist und Redakteur unter anderem für die digitalen Angebote von Spektrum, veröffentliche auf verschiedenen Social-Media-Plattformen und experimentiere mit Mobile Reporting. Zu meiner Webseite

11 Kommentare

  1. @ Lars

    Mir wird schwindelig!
    Und ich bin Anatom!

    Der Scan/die Regonstruktion ist aber recht eigenartig. Beim “Flug” durch die Augenhöhle in’s Innere des Schädels, in die Höhle des Gehirns, kommt man durch ein Kochenlabyrinth (oder besser: Knochen-Trümmerfeld) das es in Wahrheit nicht gibt (oder besser: nicht geben sollte). Die ganze Rückwand der Augenhöhle liegt in Trümmern, und vieles andere mehr auch.

    Da ist mit dem Segmentierungsalgorithmus etwas schief gegangen. Man kann also Schädel auch virtuell zerdeppern.

    Ob ich das jetzt beruhigend oder beunruhigend finden soll – das weiss ich nich nicht.

  2. Stimmt.

    Dass Augenhöhlen normalerweise anders aussehen, hätte mir auch auffallen können. Die Löcher in der Stirn sehen allerdings bei näherer Betrachtung auch nicht gesund aus.

  3. Ich finde es immer wieder schön, wenn Laien (Fischer *g*) von Experten (Wicht) auf Fehler hingewiesen werden. 😛

    Echte Kopfarbeit hier wieder mal.

  4. @ Lars/Martin

    Um Gottes Willen, ich wollt’ doch nicht den Lars bemeckern!

    Das Problem liegt m.E. darin, dass wir geneigt sind, zu vergessen, dass diese Bilder aus dem Inneren des Leibes eben auch “nur” Bilder sind, die einem Herstellungsprozess unterliegen, wie jedes Bild. Es sind keine “ungefilterten Wirklichkeiten”.

    Ein knöcherner Schädel ist es übrigens auch nicht. Auch er hat einen “Herstellungsprozess”, auch er ist “gemacht”, auch er ist ein “Artefakt” eines Segmentierungsprozesses – der allerdings in diesem Fall mit dem Messer vorgenommen wurde.

  5. @ Wicht

    Laß mich den Lars doch ruhig ärgern. Wenn er so richtig unzufrieden ist, dann läuft er zu Höchstleistungen auf. Ich denke, wenn er glücklich und zufrieden wäre, dann wäre das für ihn vielleicht toll, aber für den Rest nicht. Ich geh dann wenn es warm wird mit ihm als Entschädigung in den Biergarten. Ein wenig Zeit mit mir entschädigt für vieles.

    Zum Schädel: Wieso soll der Schädel keine Wirklichkeit sein? Weil er gemacht ist? Was ist denn wenn ich einen ausbuddel, der lange in der Erde lag. Sieht der anders aus?

  6. @ Huhn

    “Wirklichkeit” – das war salopp formuliert, entschuldigung. Freilich ist der knöcherne, zerbrochene Schädel, der vor mir liegt, ebenso wirklich wie das Datenfile, das der Animation zugrunde liegt, oder wie es die Vorgänge im Monitor sind, die mich das Bild sehen lassen.

    Ich wollte darauf hinaus, dass beide Artefakte sind, in dem Sinne, das sie nicht einfach “von sich aus sind”, sondern verfertigt werden müssen. Und ja: ein ausgegrabener Schädel, dessen “Verfertigung” man der Natur überlassen hat, sieht anders aus, als ein vom Anatomen präparierter. Er ist oft (kommt auf den Boden an) bräunlich. In sauren Böden schwindet schnell die äussere Knochenschicht (frag mich nicht warum – aber am raschesten vergammelt die Gegend um den Türkensattel herum, da, wo die Hypophyse sitzt) und er sieht dann “angefressen” aus. Die Schläfennaht geht gerne auf – usw…

  7. @ Wicht

    Ja, der Begriff Wirklichkeit sei mit Bedacht gewählt, sonst kommt Hoppe gleich noch vorbei. 😉

    Hm, ich will es anders formulieren. Mir geht es um den Knochenbau, wie er wirklich ist. Wenn ich einen frischen Schädel in ein Säurebad tunke – ich weiß nicht, welche Chemikalie am besten organisches Material auflöst ohne den Knochen anzugreifen, das weiß vielleicht Lars – sieht der dann auch anders aus als so ein Präparat? Die Präparation ändert doch nichts am Knochen, oder?

  8. ich weiß nicht, welche Chemikalie am besten organisches Material auflöst ohne den Knochen anzugreifen

    Welche Chemikalie das bewerkstelligt, weiß ich auch nicht, aber Fliegenmaden sollen da sehr effizient sein. Dauert allerdings ein bisschen.

  9. @ Khan

    Fliegenmaden? Finde ich nicht gut. Dauert zu lange und ist außerdem auch noch öko. Nein, schnell muß es gehen und hoffentlich werden damit möglichst viele Schadstoffe und Sondermüll produziert. Dafür ist der Schädel dann auch porentief rein.

  10. @ Khan/Huhn

    1.) Köpfen
    2.) Mit Messer und Schaber Weichteile so gut es geht enfernen
    3.) KEINE Säuren (Hartsubstanz des Knochens ist CaPO4, das löst sich auf!)
    4.) entweder:
    warmes Waser mit Waschmittel (Persil o.ä.) drin, öfters wechseln)
    oder: afrikanische Speckkäfer und deren Larven, werden in den anat. Inst extra dafür gezüchtet, die berühmt-berüchtigte “Käferkiste”
    5.) entfetten in Aceton
    6.) bleichen in H2O2.

    Fertig.
    Nein: Zähne wieder einkleben, fallen gerne raus.

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