Warum Frauen nicht bloggen

BLOG: Feuerwerk der Neuronen

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Feuerwerk der Neuronen

Blogs, eine Männerdomäne? Dies bewahrheitet sich zumindest (derzeit) für die Scilogs. Bereits vor Deidesheim beklagte sich Stephan Schleim über die niedrige Zahl der Bloggerinnen bei den Scilogs.* Und auch während der geistreichen Unterhaltungen in dem pfälzischen Weinort kam die Frage auf, warum generell so wenig Frauen bloggen. Was sagt man da als einzige Frau mit zehn Männern am Tisch, die ausnahmsweise mal nicht konzertiert die Blicke in ihre iphones versenken, sondern gar zu einem analogen Gespräch bereit sind?

Da ich die Frage natürlich nicht beantworten konnte, sie aber offensichtlich von Interesse war, habe ich kurzerhand eine Mini-Umfrage in meinem Bekanntenkreis per Mail gestartet, indem ich sämtliche Frauen in meinem Adressbuch per Mail bat, einen von mir angefertigten Fragebogen auszufüllen und diesen an möglichst viele weibliche Bekannte weiterzuschicken. Ich entschied mich für diese Form der Erhebung, da ich mir auf diese Weise am schnellsten die größte Teilnehmerzahl erhofft hatte. Bislang haben dennoch leider nur 15 Frauen teilgenommen. Deswegen und allein aufgrund der Vorgehensweise erhebt die Umfrage natürlich keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit oder Repräsentation des Durchschnitts. Dennoch kann sie vielleicht Einblicke geben in die Gründe, warum einige Frauen nicht bloggen. Bzw. kann die Veröffentlichung der Ergebnisse hier ja auch Anstoß zu weiteren Diskussionen geben.

Das (Zwischen-) Ergebnis habe ich der Übersichtlichkeit halber hier tabellarisch zusammengefasst (dank Lifetype nicht besonders übersichtlich, ich hoffe, es geht trotzdem):

  • Teilnehmerinnen:
    • 15
  • Alter:
    • 23 bis 32 Jahre
  • Davon bloggen:
    • Zwei, eine über Biologie, eine über Persönliches, beide investieren ca. 1 Stunde pro Monat;
    • Beide bloggen seit drei bis mehreren Jahren und wollen weitermachen.
    • eine weitere Teilnehmerin hat früher über Persönliches gebloggt.
  • Warum bloggen diejenigen, die bloggen? (Mehrfachantworten möglich)
  • “Blogs erreichen potenziell eine breitere Öffentlichkeit als andere Medien”;
  • “um auf die literarischen Werke aufmerksam zu machen (als Autorin)”;
  • “um Geld zu verdienen”;
  • “I like writing, just for fun”.
  • Der Rest bloggt nicht, da… (Mehrfachantworten möglich)

    • “keine Zeit” (10);

    • “es gibt bereits zu viele Aktivitäten in meinem realen Leben” (3);

    • “keine Lust” (10);

    • “ich habe nichts Interessantes zu schreiben/ bloggen” (3);

    • “ich will meine eigenen Gedanken nicht selbst lesen” (2);

    • “zu den Themen, die mich interessieren, gibt es bereits Blogs” (1);

    • “eine Person muss wirklich etwas zu sagen haben, damit es interessant wird” (1);

    • “einen gewissen Standard zu erreichen und erhalten […] bedarf einer guten Vorbereitung und Pflege. Das war mir bisher zu aufwändig” (1);

    • “es gibt schon genügend Blogs und davon sind längst nicht alle inhaltlich überzeugend”/ “es gibt bereits genügend Geschwafel im Internet” (2);

    • “Angst vor Verlust der Anonymität, zum Beispiel ‘Ausspionieren’ durch Schüler, Arbeitgeber, Eltern” (1);
    • “Ich kenne mich damit nicht aus und es ist mir zu kompliziert, mich damit auseinanderzusetzen” (1).
  • Nutzung anderer digitaler Medien (Mehrfachnennung möglich):
    • Facebook (11), Twitter (2), Skype (2)
  • Es würden gern bloggen
    • Vier Teilnehmerinnen, über Themen wie:
    • “Vegetarismus”;
    • “Geschichte der privaten und öffentlichen Gewohnheiten”;
    • “Denkmuster (z. B. Demokratieverständnis, Moderne, Zoos, Museen etc.)”;
    • “Erlebnisse auf Reisen und private Reiseinformationen (für Familien und Freunde)”;
    • “Persönliches, Alltag, Freunde, Hobby (Stricken z.B.)”;
    • “Persönliches, Alltag, Freunde, Medien und Journalismus, Kunst, Musik, Theater”.
  • Es planen, einen Blog zu eröffnen:
    • 0 Teilnehmerinnen.

Obschon die Umfrage wie gesagt nicht repräsentativ ist, gehen aus ihr, wie ich finde, einige interessante Aspekte hervor. Die Teilnehmerinnen scheinen keine generelle Scheu vor digitalen Medien zu haben, da die Mehrzahl in FB unterwegs ist (immer diese ungewollte Schleichwerbung :-/.

Interessant fand ich auch die Formulierung “reales Leben”, die ja immerhin dreimal auftauchte (sie war nicht vorgegeben) – nach meinem Eindruck würde keiner von Euch (Bloggern) behaupten, ein irreales Leben zu führen, oder etwa doch? Gemeint ist damit vermutlich das “digitale” im Gegensatz zum “analogen” Leben.

Des Weiteren bin ich froh, dass nur eine Teilnehmerin aus Angst vor “Spionage” nicht bloggt; ob das Bloggen dem Beruf schaden kann, wird zur Zeit ja auch an anderen Stellen diskutiert, zum Beispiel hier und hier oder hier.

Viele der Teilnehmerinnen scheinen außerdem eine sehr hohen Anspruch an sich selbst und an Blogs zu haben. Viele glauben demnach, sie hätten nichts Interessantes zu sagen; die Bedenken, womöglich Triviales oder Uninteressantes zu schreiben, scheinen also sehr hoch zu sein. Dabei finde ich die möglichen Themen derjenigen, die gern bloggen würden recht spannend – schade, dass sie es nicht tun!

Zeit scheint schließlich auch eine große Rolle zu spielen – und in der günstigen Situation, fürs Bloggen bezahlt zu werden, ist von den Teilnehmerinnen ja nur eine einzige. (Ansonsten würde ich mich auch fragen, was ich falsch mache 🙂

Und was meint Ihr anderen, Frauen wie Männer?

 

Leonie Seng

Bachelor-Studium "Philosophie, Neurowissenschaften und Kognition" in Magdeburg. Master-Studium "Philosophie" und "Ethik der Textkulturen" in Erlangen. Freie Kultur- und Wissenschaftsjournalistin: Hörfunk, Print, Online. Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Abteilung Philosophie, Fachbereich Medienethik an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg.

66 Kommentare

  1. Tolle Idee!

    Tolle Idee, diese Mini-Umfrage.

    Das Argument “keine Zeit” zählt nicht – entweder man nimmt sich im Leben Zeit für die Dinge, die einem wichtig sind, oder man ist selbst daran schuld.

    Dass ebenso viele “keine Lust” haben, das deutet meines Erachtens schlicht auf ein geringes Interesse. (Interessant wäre dann die Frage: “Würdest du bloggen, wenn du mehr Zeit hättest?” Laut den Angaben hier geht es ja gerade mal um eine Stunde pro Monat.)

    Wissen wir jetzt aber wirklich, warum Frauen weniger bloggen? Vielleicht gibt es andere Themen (Mode?, Lifestyle?), über die mehr Frauen als Männer bloggen.

    Idealerweise vergleicht man die Antworten also mit einer Stichprobe von Männern; und vergleicht den Antal der bloggenden Wissenschaftsbloggerinnen mit den Strukturverhältnissen in Wissenschaft und Wissenschaftsjournalismus. Vielleicht sind es dann relativ dazu gar nicht mal so wenige. Leider.

    Schön in jedem Fall, dass du hier bist, als bloggende Frau. 🙂

  2. Aber warum Frauen?

    Leider geht aus dieser Umfrage wieder nicht hervor, warum Frauen weniger bloggen als Männer (ist das so, oder ist es spezifisch für SciLogs?). Alle die Antworten, warum ich nicht blogge, kenne ich aus eigener Erfahrung. Das sind auch die bedenken, die ich hatte, bevor ich anfing im Netz zu veröffentlichen. (Außer vielleicht “Keine Lust.”)

  3. Zeitaufwand

    Davon bloggen: Zwei, eine über Biologie, eine über Persönliches, beide investieren ca. 1 Stunde pro Monat

    Eine Stunde? Eine ganze Stunde? Pro Monat? Selbst, wenn man über “Persönliches” bloggt, ist das wenig. Aber zu einem wissenschaftlichen Thema? Wo man auch mal Recherche betreiben muss, Bildmaterial zusammensuchen oder gar Grafiken erstellen, vielleicht mal was nachrechnen?

    Selbst das reine Schreiben, eventuell mit etwas Umformulieren und Korrekturlesen, vielleicht noch mit stilistischer Korrektur hier und da, kostet doch selbst für einen gar nicht so langen Artikel erhebliceh Zeit.

    Es fällt mir ziemlich schwer, mir vorzustellen, dass bei so wenig hineingestecktem Aufwand am Ende etwas Lesenswertes herauskommt. Das muss ich leider mal so hart sagen.

  4. @ Stephan: Zeit haben ist natürlich nur eine Prioritätenfrage, das sehe ich genauso, wie Du.
    @ Stephan und Joachim: “Wissen wir jetzt aber wirklich, warum Frauen weniger bloggen?”, “Leider geht aus dieser Umfrage wieder nicht hervor, warum Frauen weniger bloggen als Männer” – wie gesagt, die Umfrage erhebt natürlich keinen Anspruch auf Verallgemeinerung. Natürlich bräuchte man noch eine Kontrollgruppe und überhaupt eine größere Erhebung. Warum nur Frauen? Weil ich erst mal hierein einen Einblick gewinnen wollte und die Frage “Warum Frauen weniger als Männer?” nunmal viel komplexer ist.
    @ Michael: Ich habe mich ehrlich gesagt auch gefragt, wie man in einer Stunde pro Monat etwas Vernünftiges zustandebringen kann – ich könnte es nicht. Da wären wir wohl wieder beim Thema Priorität 🙂

  5. Missverständnis

    @Leonie: Meine Frage war nicht, warum du nur Frauen gefragt hast. Ich habe mich gewundert, dass diese nur Gründe genannt haben, die Männer ebenso betreffen. Nicht eine einzige Frau hatte offenbar sexistisch motivierte Angriffe befürchtet, obwohl sowas zweifellos nicht selten vorkommt. Das ist keine Kritik an die Vorgehensweise, es ist erstmal nur eine Beobachtung.

  6. Blogs, eine Männerdomäne?

    Blogs sind mit Sicherheit keine Männerdomäne. Ich interessiere mich auch für Kunst und Literatur und da gibt es viele Blogs von Frauen. Die SciLogs, als Wissenschaftsblogs, sind wohl nur ein Abbild der Realität, insofern, dass Frauen in diesem Bereich wohl ohnehin etwas unterrepräsentiert sind.

    Außerdem benutzen insgesamt mehr Männer als Frauen einen Computer. http://www.blogspan.net/10311-computernutzung-nimmt-weiter-zu.html

    Lediglich bei der Nutzung des Internets holen die Frauen auf, in erster Linie beim Shoppen. 🙁
    http://www.marketing-blog.biz/archives/5354-Statistik-des-Tages-Frauen-und-Maenner-im-Internet.html

  7. @ Joachim

    Ahh, okay. Du hast Recht, ich hatte ursprünglich auch Gründe wie “Angst vor Kritik” oder sowas erwartet, was ich mir schon gut vorstellen konnte – aber wie schon geschrieben scheint eher die “Angst”, Nichtssagendes zu schreiben, größer zu sein (Zumindest in dieser Mini-Erhebung). Danke für die Aufklärung!

  8. Hypothese

    Einfach mal unwissenschaftlich in den Raum gestellt: Eine Befragung unter einer beliebigen Zahl von Männern wäre nicht anders ausgegangen – mit der einzigen Abwandlung, dass statt “Vegetarismus” vielleicht “Grillen” herausgekommen wäre.

    Ich behaupte: Frauen bloggen sehr wohl. Vielleicht nicht so viele zu Wissenschaft. Aber dafür gibt es nur sehr wenige männliche Fashion-Blogger. (Und auch die gibt es.)

  9. Bloggen wie Grillen –

    lassen wir nur den Männern den Vortritt.
    Keine Zeit – gibt es nicht, alles eine Sache der Prioritäten. Leider kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass ich meine im letzten Jahr neben Job, Familie, Hund, Garten und mir aufteilen musste und daher die Bloggs sich nicht häuften.

    Haben Frauen die Bedürfnisse Claims in dieser Art abzustecken – vermutlich nur wenige, wie man sieht. Lassen wir den Männern den Vortritt (so wie beim Grillen – wir können es, aber es gibt immer Jungs die meinen, sie könnten es noch besser (ironie wieder aus!))

    Hat es etwas mit der Vernetzung zu tun – Frauen vernetzen sich anders…
    Interessant!!!
    Wie sieht es in anderen Ländern aus, ist da der Frauenanteil beim Bloggen höher?

    (Frühstückspause zuenden,,, muss leider wieder an die echte Arbeit)

  10. Mal abgesehen davon…

    … daß mir eine passende Fachrichtung fehlt, würde ich auf SciLogs auch eher ungerne bloggen.

    Warum? Erstens, weil es dort im Gegensatz zu meinem Privatblog (welches seit Sommer 2000 besteht)nur um einen eingeschränkten Themenkreis ginge. Das wäre mir zu einseitig. Und zweitens, weil das Blog auf einer solchen Plattform einen “offizielleren” Charakter hätte als ein Privatblog. Implizit würde ich immer eine Verpflichtung zum regelmäßigen Bloggen vermuten – und dazu hätte ich keine Lust.

    Würde mir ein Themenblog definitiv und quantifizierbar beruflich nutzen, wäre das vielleicht eine andere Geschichte. Aber solange es sich um eine reine Privatangelegenheit handelt, habe ich persönlich kein Interesse an einem reinen Themenblog, wo ich nicht einmal die “Alleinherrschaft” über die Plattform und die Technik habe.

  11. @Leonie: Aufwand und Ergebnis

    Die Sache mit dem Aufwand ist aber wahrscheinlich entscheidend für den “Erfolg”, also den Grad der allgemeinen Anerkennung, eines Blogs.

    Wer nichts hineinsteckt, erreicht nur eine eine geringe Artikelfrequenz und wahsrcheinlich auch nicht besonders informative, tiefschürfende oder aus anderem Grunde lesenswerte Artikel.

    Wenn man nichts hineinsteckt, dann steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass man einfach was Falsches schreibt oder sich seine Argumentation nicht besonders gut überlegt. Das kriegt man dann gleich in den Kommentaren um die Ohren gehauen. Manche Kommentatoren vergreifen sich dabei vielleicht auch im Ton, aber selbst wenn nicht, es mindert die Attraktivität des Blogs weiter, wenn die Nachlässigkeit auch gleich mitdokumentiert wird.

    Fazit: Die Zahl der Leser wird gering bleiben, positives Feedback kommt nicht, die Motivation für den Blogger/die Bloggerin selbst ist gering, deswegen steckt er/sie weiterhin keinen Aufwand ‘rein, was die Zahl der Leser weiter niedrig hält usw.

    Ein klassischer selbstverstärkender Kreislauf. Es gibt keinen Grund, anzunehmen, dass das igendwie anders kommt, wenn man selbst nicht bereit ist, den nun einmal erforderlichen Mindestaufwand beizusteuern.

    Es sei denn, man gehört zu den seltenen, begnadeten Menschen, bei denen jeder Gedanke ein funkelnder, polierter Edelstein ist, der gleich Bewunderung und Anerkennung findet. Wir alle wären gern so, aber die wenigsten von uns sind es.

    Die, die es nicht sind (so auch ich), müssen halten die Ärmel hochkrempeln und Arbeit ‘reinstecken.

  12. @Ute: nachvollziehbar, aber

    Alles, was Sie sagen, kann ich nachvollziehen, aber nichts davon trifft auf Frauen mehr als auf Männer zu.

    Wenn jemand ein Fachgebiet hat oder ein besonderes Interessenfeld, dann wird auch die Tatsache, dass der Themenkreis schon eingeschränkt ist, keine abschreckende Wirkung haben.

    Aber auch das gilt für Männer genauso wie für Frauen. Dieses Kriterium scheidet eher den Experten vom Laien.

  13. Bloggende Frauen

    Hallo zusammen!

    Bloggende Frauen gibt es schon einige, ich brauch da nur meine abonnierten Feeds ansehen. Dabei geht es aber nicht nur um reine private Geschichten oder so, sondern auch aus dem Sektor SEO und ähnliches. Qualitativ hochwertig und von mir sehr gerne gelesen, auch wenn ich mich selbst gar nicht um SEO auf meinem Blog kümmere.

    Eine Stunde im Monat? 🙁
    Was kann man denn bitte in dieser kurzen Zeit schreiben? Das würde bei mir nicht einmal für einen einzigen Artikel reichen, da wäre mein Blog wohl ziemlich leer!

    Natürlich ist es bei einigen Themen schwer, wenn es dafür schon andere Blogs gibt. Aber selbst auf einem Themen-Blog kann man seine eigenen Erfahrungen einfließen lassen, die sich nicht unbedingt mit denen Anderer decken müßen.

    Ich finde es ehrlich gesagt sehr schade, daß so wenige Frauen bloggen. Ich denke mal, daß ich demnächst ebenfalls einen Artikel dazu verfassen werde und darin einige Blogs von Frauen vorstelle. Dabei werde ich auch diesen Artikel hier erwähnen, da ich ja dadurch auf das Thema aufmerksam wurde. Mal sehen, wie viele Blogs ich zusammen bekomme! 😉

    Bloggende Grüße nun aus TmoWizard’s Castle zu Augsburg

    Mike, TmoWizard

  14. Wären die Antworten der Männer tatsächlich ähnlich? Gibt es Umfragen dazu? Und was sagen die Männer, die bloggen? Warum investieren sie diese Zeit? Gibt es bei Männern einen anderen Drang zur Selbstdarstellung? Oder in moderner Form, “ich schreibe, also bin ich”? UNd zwar ganz ohne jemanden, der mir in meinen Blog reinredet?

  15. @ Elke Ziese

    Auf diese Reaktion habe ich gewartet 🙂 Der Grund dafür ist vor allem, dass viele keine Lust hatten, an der Umfrage teilzunehmen und dass ich vermutlich zu ungeduldig war, noch länger auf Antworten zu warten 🙂

  16. @Elli Pirelli

    “Wären die Antworten der Männer tatsächlich ähnlich?”

    Selbstverständlich nicht. Bei 15 Probanden ist die Wahrscheinlichkeit, dass zwei Gruppen ähnliche Antworten geben, gering. Eine Gruppe von 15 Männern würde also anders antworten.

    Aber all die Punkte, die von diesen 15 Frauen genannt wurden, kann ich so nachvollziehen, ohne mich dabei in die Rolle einer Frau hineindenken zu müssen. Sie sind recht universell. Ich bin sicher, dass es auch Gründe nicht zu bloggen gibt, die stärker genderspezifisch sind. Aber sie wurden von diesen 15 Frauen eben nicht genannt.

  17. @Leonie

    Ich finde eine Umfrage mit 15 Probandinnen gar nicht so schlecht. Die Antworten geben Anhaltspunkte, mehr nicht. Aber hättest du 150 Antworten bekommen, so hättest du damit zwar eine schöne Statistik mit Fehlerbalken und allem machen können, aber eine repräsentative Umfrage wäre es noch immer nicht gewesen.

    Man hätte also auch nicht mehr als Anhaltspunkte bekommen. Aber in so großer Menge, dass man sie zusammenfassen muss. Damit ist man in Gefahr eine Wissenschaftlichkeit vorzutäuschen, die nicht vorliegt.

    Eine ehrliche Erhebung von 15 Einzelfällen ist bei weitem Stichhaltiger als eine vorgetäuschte Allgemeinheit.

  18. Sehr gutes Thema!

    Ich war vor einiger Zeit schon einmal auf diesen ZEIT-Artikel zum “Fehlen” von Frauen in der Blogosphäre gestossen, der vor allem die oft kompetitiven und aggressiven Umgangsformen als Problem benannte:
    http://www.zeit.de/digital/internet/2011-02/internet-frauen-maenner/seite-1

    Für eine Publikation “Wir Wildbeuter im Web 2.0” recherchierte ich dann auch Nutzerzahlen von sozialen Medien (wie FB), in denen Frauen tatsächlich “stärker” als Männer aktiv waren. Hier konnte, so die gängige Deutung, das Umfeld freundlicher gestaltet, problematische Kommentatoren (“Trolle”) schlichtweg weggeblockt werden. Auch die Facebook-Verkäufe würden, so Zuckerberg Anfang der Woche, maßgeblich durch Frauen – und zwar durch nicht-berufstätige Mütter – geprägt:
    http://www.telegraph.co.uk/technology/facebook/9180857/Facebook-shoppers-are-mostly-mums.html

    Und auch prominente Bloggerinnen wie die Piratin Julia Schramm berichteten über ihre (gemischten, um es vorsichtig auszudrücken) Erfahrungen in der Blogosphäre:
    http://www.sueddeutsche.de/digital/beschimpfung-oeffentlicher-personen-im-internet-wer-sichtbar-ist-wird-niedergemacht-1.1296258

    Ob da etwas dran ist? Ich kann nur berichten, dass ich eine Kunsthistorikerin (und Autorin) für die Scilogs gewinnen wollte und sie auch fasziniert von den neuen Medien war. Doch dann sagte sie ab. Begründung: Der Ton in den Kommentaren…

    Danke für den Denkanstoss hier, ich werde die Debatte auf jeden Fall weiter verfolgen!

  19. Positiv und negativ zusammengefasst

    @Leonie:

    Der Grund dafür ist vor allem, dass viele keine Lust hatten, an der Umfrage teilzunehmen.

    Was man ja eigentlich auch schon als Aussage zum Thema “Warum bloggt ihr nicht?” werten kann.

    Also, wenn ich das jetzt mal positiv zusammenfasse:

    Männer bloggen aus einem hohen Mitteilungsbedürfnis heraus und mit dem Wunsch, sich auf diese Weise mit Gleichgesinnten zu vernetzen. Frauen sind pragmatisch und schauen auf den messbaren Nutzen, den das Bloggen ihnen bietet und neigen nicht dazu, den Wert ihrer eigenen Artikel und den Vernetzungseffekt überzubewerten.

    Und hier die negative Fassung desselben Sachverhalts:

    Männer sind ich-bezogen und neigen dazu, sich über ihre Blogs öffentlich zu produzieren und merken dabei gar nicht, dass das gar keinen interessiert (Hoppla, da beschreibe ich ja gerade mich). Frauen haben dagegen von vorneherein nichts zu sagen und sind obendrein faul.

    Das sind die Endpole eines Kontinuums, auf dem sich irgendwo die Wahrheit befinden könnte. Vielleicht ist es aber auch ganz anders.

  20. Verschiedene Themen

    Also die Meissten, die irgendwann mal mit dem Bloggen anfangen stellen bald fest, daß sie der Welt gar nichts zu sagen haben. 😉

    Aber das ist kein frauenspezifisches Problem, kann also nicht der Grund für den Bloggerinnenmangel sein.

    Ganz persönlich habe ich eine ganze Reihe von Gründen, warum ich (fast) nicht mehr blogge:

    Wie hier schon erwähnt: Der Umgangston mancher Kommentatoren. Wenn man erstmal eine gewisse Bekanntheit erreicht hat, ist es wohl unvermeidlich, daß man auch Trolle anzieht.
    Und auf sowas hab ich wirklich keine Lust.
    Das ist übrigens auch ein ganz wichtiger Grund, warum ich bisher noch nicht bei den Piraten zumindest mal reingeschaut habe, denn dort soll der Umgangston ja auch ziemlich rau sein…
    Ich könnte mir schon vorstellen, daß sowas Frauen mehr abschreckt als Männer.

    Dann die Frage, ob das was ich schreiben kann und mag wirklich so wichtig ist, daß ich es der Welt unbedingt mitteilen ‘muss’…
    Und die Antwort ist bei den meissten persönlichen Dingen ein klares NÖ! 😉
    Wenn ich z.B. über meinen Garten schreibe, mag das meine Bekannten interessieren, aber für die Welt ist das total belanglos…

    Und dann die Frage, ob ich mit dem was ich schreibe, etwas bewegen kann.
    Und die Antwort ist darauf ist leider auch ein klares NEIN.
    Also wozu soll ich über das schreiben was in der Welt alles schief läuft – und da gehen einem die Themen leider nie aus 🙁 – und was man eventuell daran ändern könnte, wenn ich sowieso keine Chance habe dadurch etwas daran zum besseren zu verändern?

    Ob das jetzt – Nr 2 und 3 – frauentypische Gründe sind nicht zu bloggen, weiss ich aber nicht.

    Ich muss aber auch sagen, daß ich keinen Mangel an Bloggerinnen sehe – die Allermeissten meiner Blogbekannten sind Frauen und ich glaube mich zu erinnern, daß mehr als die Hälfte aller Blogger Frauen sind – was es gibt ist einen Mangel an Wissenschaft-Bloggerinnen und an bekannten Bloggerinnen.

    Ich kann nur vermuten, daß das einerseits der Themenwahl beim Bloggen geschuldet ist – Frauen bloggen nunmal eher über Mode, Katzen, Stricken usw. als über Wissenschaft – und daß Frauen andererseits weniger Ehrgeiz haben unbedingt eine große A-Bloggerin zu werden, die jeder kennt.

    Letzteres geht mir zumindest (auch) so.

  21. Nachtrag

    Ach ja, noch was vergessen:

    Wer viel im Internet über sich preisgibt bietet auch viel Angriffsfläche für alle möglichen wenig wohlmeinenden Menschen.
    Das beschränkt sich dann eventuell nicht auf Trollereien auf dem Blog, sondern kann durchaus auch unschöne Konsequenzen im analogen Leben haben.

    Hab ich in Ansätzen auch schon erlebt, mehr davon muss ich wirklich nicht haben.

  22. Falsche Prämisse

    Michael Blume schrieb: “Ich war vor einiger Zeit schon einmal auf diesen ZEIT-Artikel zum “Fehlen” von Frauen in der Blogosphäre gestossen, der vor allem die oft kompetitiven und aggressiven Umgangsformen als Problem benannte.”

    Erstens fehlen die Frauen in der Blogosphäre nicht wirklich, sie sind halt nur auf anderen Blogs und zweitens finde ich den Umgangston hier nicht generell aggressiv. Ich finde sogar, dass sich dieser in letzter Zeit verbessert hat (vor allem seit Gender-Ferdinand und seine Mannen vom Zirkel des Perseus abgezogen sind). Warum es allerdings auf Blogs, die sich mit Religion oder Politik beschäftigen, so oft zu hässlichen Gefechten kommt, das liegt wohl daran, dass weltanschauliche Ansichten stärker polarisieren, als andere Themen.
    Außerdem gibt es auf den SciLogs auch Blogs, wo es sehr freundlich und kameradschaftlich zugeht, das sollte dabei vielleicht nicht übersehen werden.

    Nachtrag: Mir ist es etwas unbegreiflich, wie die Zeit 2011 so einen Artikel veröffentlichen konnte, da es bereits 2006 eine Studie gab, die feststellte, dass es fast ebenso viele Bloggerinnen wie Blogger gibt. Wahrscheinlich wurden von der Zeit die ganz jungen Frauen einfach außer Acht gelassen, anders kann ich mir die Diskrepanz jetzt nicht erklären.

    Hier die Studie von 2006: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,400154,00.html

  23. Ausgangsthese

    Stimmt die sehr breit aufgestellte Ausgangsthese überhaupt?

    Ich habe nicht den Eindruck, dass Frauen generell weniger bloggen, aber vielleicht liegt das daran, dass mein Tellerrand auch in die USA und ins UK geht. Dort sehe ich ebenso oft Bylines weiblicher wie männlicher Autoren.

    Vielleicht liegt das Problem aber auch in einer völlig künstlichen Verengung – so ist die These zwar sehr weit, aber die Definition für ‘Bloggen’ ist doch recht eng. Was soll das denn sein? Die technische Plattform kann es nicht sein, denn die trifft heute auf so ziemlich jede Website mit mehr oder weniger regelmäßiger Inhalteänderung zu. Es kann auch kaum die reine Onlinepublikation nichtprivater Inhalte sein, denn Salon.com würden die meisten hier wohl nicht als Blogplattform sehen, sondern als Magazin.

    Warum ist publizieren auf Facebook kein Bloggen? Was ist mit Twitter, das immer wieder als ‘Mikroblog’ beschrieben wird? G+, tumblr, Posterous …

    Es kann auch nicht die Regelmäßigkeit von Veröffentlichungen sein, denn so manch’ Blog, auch hier [auch bei mir] bleibt schon mal mehrere Tage, manchmal Wochen, sogar Monate brach liegen.

    PS: Ich hatte in Deidesheim einige Male geäußert, wie überrascht ich doch sei, dass es so viele Frauen bei den scilogs gäbe [ausgehend von den dort anwesenden]. Vielleicht liegt’s vor allem an Themen und Karriereschwierigkeiten [es soll im Wissenschaftsbetrieb Deutschlands welche geben]? Immerhin gibt es doch erheblich mehr Männer als Frauen in entsprechenden Positionen => erheblich mehr männliche Wissenschaftler bloggen.

  24. @ Muselnrössle: “Wer viel im Internet über sich preisgibt bietet auch viel Angriffsfläche für alle möglichen wenig wohlmeinenden Menschen.” Das ist finde ich ein sehr guter Punkt.
    @ Dierk und generell: “Stimmt die sehr breit aufgestellte Ausgangsthese überhaupt?” Die ursprüngliche These ist m. E. relativ eingeschränkt, da ich mich ausdrücklich nur auf die Scilogs beziehe. Ich finde auch gar nicht, dass mehr Frauen bloggen sollten, wenn sie das nicht wollen. Ebenso wenig sollten mehr Frauen in die Wissenschaft, wenn sie das nicht wollen. Wenn sie es jedoch wollen, sollten ihnen keine geschlechtsspezifischen Hindernisse im Weg stehen. Das halte ich für ein ganz großes Missverständnis in dieser ganzen Frauenquoten-Pseudo-Gender-Gerechtigkeits-Debatte (das nur am Rand).
    Mein Interesse lag vor allem auf dem Punkt: Wenn Frauen bloggen, warum tun sie es und wenn sie es nicht tun, warum? Da ist diese Umfrage, wie Joachim schon festgestellt hat, eben zu dem Ergebnis gekommen, dass sich die Gründe der hier beteiligten Frauen offensichtlich nicht großartig von möglichen der Männer unterscheiden.

  25. Frauenquoten-Pseudo-Gender-Gerechtigkeit

    Ich glaube ja nicht, dass es in der “Frauenquoten-Pseudo-Gender-Gerechtigkeits-Debatte” darum geht, irgend jemanden in die Wissenschaft oder in die Führungsebenen zu zwingen. (Das nur so am Rande)

  26. @ Joachim

    Den Eindruck habe ich manchmal schon, wenn ich mit Müttern spreche, die das Gefühl haben, sich schämen zu müssen, wenn sie “nur” für Kinder und Haushalt da sind (das habe ich in letzter Zeit wirklich oft gehört). Aber ich vermute, dies hier nicht der richtige Ort/ Thread, um das auszutragen. Das scheint mir eher eine Debatte für sich zu sein.

  27. @Stephan Schleim: Frauen im Verlag

    Hallo Stephan,

    bei Spektrum rettet die Redaktion von Gehirn&Geist die “Frauenquote”. Sonst sähe es dort ähnlich mager mit weiblicher Beteiligung aus (wenn man jetzt mal nur die festangestellten Redakteurinnen zählt – im Bereich der freien Mitarbeiterinnen ist das Verhältnis wieder ausgeglichener)

    Viele Grüße
    Antje
    (spektrum.de)

  28. @musenrössle, @Mona, @Dierk

    @Musenrössle:

    Wie hier schon erwähnt: Der Umgangston mancher Kommentatoren. Wenn man erstmal eine gewisse Bekanntheit erreicht hat, ist es wohl unvermeidlich, daß man auch Trolle anzieht.

    Das hört man manchmal von Bloggern, aber davon sollte amn sich nicht ins Bockshorn jagen lassen. Nach meiner Erfahrung korreliert die Qualität der Kommentare stark mit der Qualität des Blogs. Natürlich kann man sich immer einzelne Trolle einfangen, oder auch Leute, die gar nicht gelesen haben, wovon es geht, und in Kommentaren nur eine Plattform für die eigene, oft verschrobene Ansicht suchen.

    Aber der Blogger hat das “Hausrecht” in seinem Blog und muss zur Not auch einzelne Leute sperren oder deren Kommentare löschen. Das hilft.

    Generell hilft einfach Qualität. Steile Thesen gerade zu Reizthemen ohne belastbaren Beleg führen wahrscheinlich geradewegs in den Kommentaren zu einem “Shoutfest”. Sauber recherchierte, gut dokumentierte und solide Argumentation hebt dagegen von vorneherein das Niveau, auch bei Widerspruch.

    Wichtig ist auch, wie der Blogger reagiert, wenn man ihm einen Fehler nachweist. Wenn er das negativ aufnimmt oder sich weigert, selbst einen unbestreitbaren Fehler zuzugeben und zu korrigieren, dann provoziert das leicht eine geharnischte (und nicht unbedingt sachliche) Reaktion in den Kommentaren.

    Dass gerade Blogger, die von einem generell (und nicht nur vereinzelt) niedrigen Niveau und üblen Umgangston in den Kommentaren zu ihren Beiträgen betroffen sind, jegliche Mitschuld weit von sich weisen werden, düfte nicht verwundern, es lässt sich aber leicht verifizieren, dass obige Sachverhalte schon den Kern der Sache treffen.

    Fazit: Es ligt zum großen teil in der Hand des Bloggers oder der Bloggerin.

    @Mona:

    Ich finde es auch wichtig, im Auge zu behalten, wie wenige Menschen überhaupt bloggen. In meinem weiteren Bekanntenkreis sind nur zwei weitere Blogger. Zwei von ihnen habe ich selbst zum Bloggen “animiert”. Einer hat es aber wieder aufgegeben. Das war’s. Ist das in Ihrem Bekanntenkreis anders?

    Bloggen scheint also generell ein ganz seltenes Phänomen zu sein, das nur von einer verschwindenden Minderheit betrieben wird, und fundiertes, wissenschaftliches Bloggen erst recht.

    Wir reden von “geschlechtsspezifischen” Unterschieden. Wenn wir dabei aber nur eine hauchdünne männliche Minderheit mit einer hauchdünnen weiblichen Minderheit vergleichen, dann kann es sein, dass es dabei viel wichtigere Faktoren gibt die nichts mit dem Geschlecht zu tun haben.

    @Dierk

    Was ist mit Twitter, das immer wieder als ‘Mikroblog’ beschrieben wird?

    OK, wenn man auf Twitter “bloggt”, dann kann ich mir vorstellen, wie man mit einer Stunde im Monat auskommt. 🙂

  29. Qualität

    Hallo,

    ich gehöre zu den bloggenden Frauen. Die Miniumfrage mag nicht repräsentativ sein, bestätigt aber dennoch meine Vermutungen, warum weniger Frauen bloggen.

    Vor allem kann ich mir vorstellen, dass es die Bedenken sind nicht interessantes zu sagen zu haben, die die Frauen hemmen. Auch für mich steht die Qualtät der Texte ganz oben auf der Liste und ich habe öfter mit Zweifeln über den Mehrwert meiner Artikel zu kämpfen.

    Der Gedanke, dass ich nichts zu sagen hätte oder niemand meine Beiträge lesen will, würde mich also als erstes vom Bloggen abhalten.

    Ich hoffe ein Puzzelteilchen beigetragen zu haben 🙂

  30. @Antje

    Meines Wissens sind bei uns im Verlag die Männer das Minderheitengeschlecht, wie es so schön im Amtsdeutsch heißt.

    Das tut nichts zur Sache, ist aber halt ein tolles Wort, das ich unbedingt mal anbringen wollte 🙂

  31. @Michael Khan

    “Ich finde es auch wichtig, im Auge zu behalten, wie wenige Menschen überhaupt bloggen. In meinem weiteren Bekanntenkreis sind nur zwei weitere Blogger. Zwei von ihnen habe ich selbst zum Bloggen “animiert”. Einer hat es aber wieder aufgegeben. Das war’s. Ist das in Ihrem Bekanntenkreis anders?”

    Nicht wirklich! Ich habe zwar einen Sohn im Teenageralter, der bloggt nicht nur, sondern betreut auch noch ein Forum. Leider investiert er in diese Sache dermaßen viel Zeit, dass die Schule darunter leidet, worüber ich, als Mutter, natürlich nicht gerade glücklich bin. Naja, und eine Freundin von mir bloggt noch – vorwiegend über Frauenthemen. Manche haben auch wieder damit aufgehört wie ein ehemaliger Vereinskamerad, da er beruflich zu stark eingespannt ist. Mich selbst schreckt ebenfalls die viele Arbeit ab, die man in ein gutes Blog stecken müsste. Ich war mal Mitherausgeberin einer kleinen Zeitung und weiß wie viel Mühe allein die Recherche macht von dem technischen Drumherum ganz zu schweigen. Von daher bin ich auch durchaus im Stande, die Arbeit, die Sie in Ihr Blog stecken, zu würdigen.

  32. blogs sind keine social networks…

    Und da dominieren Frauen mittlerweile klar die Plattformen, der vernetzte soziale Kontakt mit Bekannten scheint ihnen in der Mehrheit wichtiger zu sein.

    Auf Mikroblog Netzwerken wie tumblr posten auch viele Frauen, hier gibts aber eben stärkeres social networking durch Funktionen und diese Blogs über alltägliches, Hund und Katz, Hinz und Kunz fokussieren (meist als Tagebuch wohl gedacht) ein ganz anderes Publikum als Blognetzwerke wie scienceblogs/scilogs. Sprachliches und inhaltliches Level sind damit imho nicht zu vergleichen, oft nur Mem-Austausch. Es gibt BLOGS und blogs…

    Das Männer eine ausgeprägtere Streitlust und Diskussionskultur haben, scheint mir auch evident, denn auf science oder scilogs geht es doch recht sittlich zu, kommentierende Frauen sieht man trotzdem eher selten. Und derben Diskussionsstil mit Einzeilern findet man auf Facebook weitaus mehr. Es gibt viele grosse Foren mit neutralen Themen, SPON, musiker-board.de, stackexchange, quora, aber auch hier sind grösstenteils Männer unter sich. Social Networking, Private Nachrichten und anderen Usern followen steht hier aber absichtlich nicht im Vordergrund. Es sind Lern- und Diskussionsforen, keiner will dort Bekanntschaften fürs Leben schliessen. Wenn ich auch in dem von Herrn Blume verlinkten Zeit-Artikel und v.a. in den Kommentaren lese, dass Frauen sich das Diskussionsniveau nicht antun wollen, seh ich schwarz für direkte Demokratie und liquid democracy. Wie gesagt, das Argument passt garnicht zu wiss. Blogs und riecht nach Ausrede. Leserbriefe werden auch hptsl. von Männern geschrieben, die Argumentation mancher Frauen ist hier unstimmig und pauschalisierend. Wer meint dass Diskussionsniveau hierzulande ist unterirdisch solch sich mal Kreationismus oder Klima Debatten in den amerik. Medien und Blogs antun.

    Natürlich hat Bloggen jetzt keinen grossen Karrierenutzen und Frauen sind in dem Alter von 20-40 dann doch zu Recht wg. der biolog. Uhr weitaus zweckorientierter und haben den Zeit/Nutzen-Faktor im Auge. Es ist multifaktoriell bedingt, aber nicht wirklich verwunderlich dass Frauen weniger Muse, Interesse haben um einen hochqualitativen Blog regelmässig zu schreiben und sozialen Plattformen den Vorzug geben. Sehr änhnliche Gründe warum wir auch wenig herausragende Kabarretistinnen haben. Ein Metier, das den meisten Frauen vom Naturell und Lebensplan nicht in die Tüte kommt, Romanautorinnen gibts ja zuhauf, aber da muss man kein direktes Feedback fürchten. Das soll keine Kritik sein, aber wenn man nicht lernt seine Ideen in Diskussionen zu verteidigen, setzt man sie nur halbherzig durch oder man entwickelt eben erst gar keine. Den Diskussionstil “der Männer” abzuqualifizieren ist da ne schwache Ausrede, denn der zeichnet gerade hoch-kompetitive wiss. Gemeinschaften wie in den Naturwissenschaften gerade aus. Man kann sich ja den passenden Blog suchen wie Michael Khan ausgeführt hat. Ne Quote kann da helfen, aber wenn diese durch stärkeres Netzwerken die Diskussion nur substituiert, ist es eben eher ein Rückschritt und die Frauen brauchen sich dann nicht wundern wenn sie wegen fehlender Diskussionspraxis, Argumentationsstärke Durchsetzungsfähigkeit in den Führungsetagen später keinen überzeugen können.

    Warum machen sich den Autoren hier Mühe zu bloggen? Weil sie ihre Argumentationstärke und rhetorische Gewandheit eben gerne testen oder verbessern möchten und Feedback/Berichtigung ihrer Thesen wollen, wie könnte eine Frau die wiss. Karriere macht das nicht wollen, wenn sie genug Zeit hätte? Warum gibts den Netzwerke wie Researchblogging wo gerade junge Forscher mit dem Schreiben wiss. Blog-Artikel Erfahrung sammeln wollen bevor sie richtige Paper publizieren. Es gibt gute Gründe, aber die könnne bei vielen Frauen eben durch unterschiedliche Ausprägung obiger Faktoren nivilliert werden.

  33. @Mona

    Manche Artikel von mir enthalten sehr viel Aufwand, das stimmt. Beispielsweise habe ich mal ausrgerechnet, was passiert, wenn ein weißer Zwerg durch das Sonnensystem fegt. Dazu musste ich erst noch Software schreiben und numerische Berechnungen anstellen.

    In manchen Artikeln stecken 20 Stunden Arbeit. Gut, fairerweise muss man dazusagen, dass ich mir die Arbeit nicht gemacht hatte, um den Artikel zu schreiben, sondern weil ich einfach das Ergebnis wissen wollte. Der Blogartikel war so gesehen nur eine Art Abfallprodukt.

    Aber wie soll man den überhaupt die Vorbereitung des Artikels, die Recherche und Materialsammlung, vom eigentlichen Schreiben trennen? Das geht nicht wirklich.

    Übrigens ist es so, dass ich die Idee zum Bloggen gar nicht selbst hatte. Ich bin von einem Mitarbeiter der Redaktion der Zeitschrift “Sterne und Weltraum” dazu eingeladen worde. Sonst hätte ich das vielleicht bis heute nicht angefangen. Wer weiß?

    Das meinte ich eigentlich auch, als ich den Sachverhalt mit den objektiv geringen Zahlen an Blogs allgemein und an wissenschaftlichen Blogs speziell ansprach. Nebenbei: Nicht jeder sich wissenschaftlich gebende Blog ist es auch objektiv, manche sind eher journalistische Blogs zu wissenschaftlichen Themengebieten, deren Autor zwar viele Artikel liest und diese vorstellt, aber keine eigene Arbeit in der Branche leistet und deswegen auch nicht wirklich Neues beitragen kann.

    Ich vermute mal, dass viele dieser ganz wenigen wissenschaftlichen Blogger, die es gibt, da irgendwie über diverse, oft mehr zufällige Wege hineingerutscht sind, so wie ich auch. Aber wenn schon der Weg zum Bloggen so sehr vom Zufall bestimmt ist und es dazu auch eine so geringe Datenbasis gibt, wie kann man da Aussagen zu geschlechtspezifischen Unterschieden treffen und wie kann man die Folgen dieser Unterschiede von den Folgen anderer Einflüsse abgrenzen? Das sehe ich erst mal gar nicht.

  34. Bin etwas Entsetzt! @Michael Ruttor

    Sie mögen ja in einigen Punkten recht haben, aber in Bezug auf Frauen vertreten Sie einige steile Thesen, die Frauen ganz stark abqualifizieren. Ich will jetzt gar nicht auf alles, sondern nur auf die krasseste Aussage eingehen, da schreiben Sie: “Natürlich hat Bloggen jetzt keinen grossen Karrierenutzen und Frauen sind in dem Alter von 20-40 dann doch zu Recht wg. der biolog. Uhr weitaus zweckorientierter und haben den Zeit/Nutzen-Faktor im Auge.”
    Glauben Sie, dass Frauen Torschlusspanik hätten, wie das früher hieß, oder halten sie sie für einen alten Joghurt, der irgendwann abläuft?
    Mir stoßen auch die vielen Vergleiche mit den großen Foren auf, wo die “guten” Männer unter sich sind. Kein Wunder, dass da keine Frau auftaucht, wenn manche Leute solche Ansichten vertreten, wie Sie hier. Ich finde die SciLogs sollten da durchaus selbstbewusst sein und ihren eigenen Stil weiterentwickeln, da er zudem besser ist, als das was Sie beschreiben.

  35. @Michael Ruttor

    Frauen sind in dem Alter von 20-40 dann doch zu Recht wg. der biolog. Uhr weitaus zweckorientierter und haben den Zeit/Nutzen-Faktor im Auge.

    Und das lässt den Damen dann kein Zeit zum Bloggen, aha… Wenn solch zielgericheter Pragmatismus wirklich das weibliche Handeln bestimmt, schlägt sich das auch nicht auch bei anderen zeitraubenden Handlungen nieder, beispielsweise dem Telefonieren oder dem Schuhkauf?

  36. Abweichende Befriedigung von Eitelkeiten

    @ Michael Khan

    Im Prinzip sind Sie auf der richtigen Fährte, denn ich kann keinen gravierenden und schon gar keinen existenziellen Unterschied darin erkennen, wenn Sie aufwändigst berechnen, was passiert, wenn ein weißer Zwerg durchs Sonnensystem fliegt oder wenn eine Dame das x-te Schuhgeschäft aufsuchend darüber aufwändigst sinniert, was passiert, wenn sie mit diesem oder jenem Stiefel durch die Fußgängerzone flaniert.

    Man könnte höchstens einwänden, dass Sie vom Typ oder von dem Schwerpunkt her, wie Sie Ihre Lebensenergie einsetzen oder konzentrieren, etwas spröder oder reduzierter als die gestiefelten Damen leben.

  37. @Khan, Mona: Prioritäten

    @Mona: Etwas erstaunt über die “Entsetztheit” bei Nennung von nüchternen zusammenhängenden Fakten (einigen stimmen sie ja scheinbar zu), oder ist das political correctness (?)

    Ihre Gegenargument, dass Frauen auf Experten-Netzwerken wie Stackexchange/Quora kaum zu finden sind ist doch jetzt aber bitte nicht der Diskussionsstil von Männern dort? Da sind hptsl. Leute mit Master, PHD, Prof Titel. Dann würd sich im Umkehrschluss auch keine Frau in die Wissenschaft wagen, wo man sich in den Arbeitsgruppen noch viel mehr behaupten muss als in diesen Boards, eine Physikerin ist in der Männerdomäne Kosmologie die meistzitierte Frau, Lisa Randall. Aber viele Physikerinnen diskutieren eben bei weitem nicht so lebhaft mit in Studium und Promotion wie das die oft männlichen Nerds tun. Das ist keine Abqualifikation, das ist einfach so und hat vor-universitäre Gründe. In den Naturwissenschaften muss man sich behaupten, Ehrgeiz haben/Zeit investieren und Príoritäten setzen was Hobbys und Privatleben angeht. Zu glauben dass durch eine Professorinnen-Quote in Physik z.B. mehr Frauen sich für das Studium entscheiden und eine wiss. Karriere anstreben zeigt leider nur völlige Unkenntnis wie solche wiss. Netzwerke funktionieren und mit welchen Entbehrungen solch ein Studium verbunden ist. Da bin ich dann entsetzt, was ich recht selten bin 😉

    Es ist doch bekannt, das Akademikerinnen weniger/keine Kinder bekommen von 20-40 wenn sie eine wiss. Karriere anvisieren (Muss ich das belegen?)

    Wenn sie meine Gegenargumentation zu der HAUPTTHESE in den Zeitartikel-Kommentaren als Abqualifation empfinden, haben sie es falsch verstanden, ich sag ja nicht das Frauen keine guten Diskussionspartner sein könnten, aber letztendlich wird eben nicht die Zeit und das Interesse investiert, weil die Prioritäten eben woanders liegen, das deutet doch die Umfrage oben an sowie alle von mir zitierten Belege

    @Khan

    Sie sind doch Physiker wie ich, kennen sie viele weibliche Physikerinnen die ihre Freizeit mit langen Telefongesprächen und Schuhe/Kleidung kaufen verbringen. Ich nicht und ich zieh mir ihr Vorurteil auch nicht an. Nicht alle Frauen haben einen Schuhtick, einige setzen eben andere Prioritäten oder Lebensinhalte. Sie schreiben selbst, dass sie 20 Std. in einen Blogartikel investieren, ja, natürlich bleibt dann wenig Zeit für solche Tätigkeiten, da Aussehen und soz. Kontakte eben Frauen wichtiger sind. Sorry, aber ihr Argument ist ein Boomerang.

    Ich hab explizit geschrieben, dass Frauen statt Diskussionforen eher soziale Netzwerke favorisieren und belegt. Dazu gibts auch Studien:

    Dass Menschen überhaupt in Netzwerken kommunizieren, egal ob in analogen oder digitalen, führt der amerikanische Soziologe Charles Kadushin übrigens auf zwei Motive zurück. Zum einen suche das Individuum nach ‘support’ und ‘comfort’, zum anderen treibt uns Wettbewerb und Konkurrenz um. Wie sich Netzwerke entwickeln, so Kadushins These, hängt von der Art der Bindungen ab: Wo enge Kontakte und direkte Sichtbarkeit überwiegen, setzt sich eher der harmonisch-unterstützende Ton durch. Wo Anonymität und lose Bindungen vorliegen, geht es ruppiger und machtorientierter zu

    Daraus darf man jetzt aber nicht den Fehlschluss ziehen, dass die Männernetzwerke “ruppig” sind, Diskussionforen in denen Wettbewerb und Konkurrenz dominiert im Gegensatz zu soz. Netzwerken wo sich alle nur noch +1en sind per se eben von dieser Natur. Kann sein dass damit der Grossteil der Frauen nicht klarkommt, aber dann sieht es für Karrieren in Wissenschaft und Mangment eben auch nicht besser aus. Denn da wird diskutiert und nicht gefollowed oder +1

    Ich diskutier gerne weiter, aber dann mit nachvollziehbare Gegenbeispiele nennen, warum es dieses Ungleichgewicht von Blogs/Expertennetzwerken und soz. Netzwerken gibt bei den Geschlechtern gibt. Mit Abqualifizieren hat das nix zu tun, mit mangelnder Zeit, Einsatz, Präferieren von anderen soz. Strukturen und Kommunikationsformen scheinbar mehr. Dann muss man aber über spez. Fördermassnahmen und Systemveränderungen nachdenken, eine blosse Frauenquote geht eben an der Problematik vorbei.

  38. Bestimmen Ausnahmen die Regel?!

    @ Michael Ruttor schrieb:

    “Nicht alle Frauen haben einen Schuhtick, einige setzen eben andere Prioritäten oder Lebensinhalte.”

    Damit haben Sie zweifellos recht, z. B. meine sympathische Nachbarin hat keinen Schuhtick, da verfügen ihre Kinder über ein größeres Schuhsortiment als sie.

    Aber seit wann bestimmen Ausnahmen die Regel? Nach dem zartem oder überraschenden Hochfrühlingseinbruch Anfang/Mitte März bedauern alle, Männlein oder Weiblein den erneuten Kälteeinbruch.

    Was auffällt ist, dass die oder die meisten oder doch zumindest sehr viele Weiblein dem Kälterückschlag das Positive abgewinnen und gleich wieder ihre Stiefel aus dem Schuhschrank holen. Was ein mächtiges Argument für einen Schuh- oder/und Stiefeltick der Frauen ist, denn selbst in kältesten Wintern tragen die wenigsten Männer kniiehohe oder gar overknee-Stiefel, sondern eher lange Unterhosen…

  39. Gestiefelte Damen @Geoman

    Sie schrieben an @Michael Khan: “Im Prinzip sind Sie auf der richtigen Fährte, denn ich kann keinen gravierenden und schon gar keinen existenziellen Unterschied darin erkennen, wenn Sie aufwändigst berechnen, was passiert, wenn ein weißer Zwerg durchs Sonnensystem fliegt oder wenn eine Dame das x-te Schuhgeschäft aufsuchend darüber aufwändigst sinniert, was passiert, wenn sie mit diesem oder jenem Stiefel durch die Fußgängerzone flaniert.
    Man könnte höchstens einwänden, dass Sie vom Typ oder von dem Schwerpunkt her, wie Sie Ihre Lebensenergie einsetzen oder konzentrieren, etwas spröder oder reduzierter als die gestiefelten Damen leben.”

    Nun ja, wenn da kein Unterschied besteht, dann wird wohl demnächst auf den SciLogs ein virtuelles Schuhgeschäft eröffnet werden. Ich finde es auch traurig, dass Sie ihre Lebensenergie hier verschwenden, wo Ihnen gestiefelte Damen, die durch die Fußgängerzone flanieren, so viel besser gefallen, als Wissenschaftler, die “aufwändigst berechnen, was passiert, wenn ein weißer Zwerg durchs Sonnensystem fliegt.”

  40. Zurückgerudert @Michael Ruttor

    “Etwas erstaunt über die “Entsetztheit” bei Nennung von nüchternen zusammenhängenden Fakten (einigen stimmen sie ja scheinbar zu), oder ist das political correctness (?)”

    Soso, “nüchternen zusammenhängenden Fakten” vertraten Sie also. In Ihrem ersten Kommentar liest sich das aber etwas anders. Zitat: “Es ist multifaktoriell bedingt, aber nicht wirklich verwunderlich dass Frauen weniger Muse, Interesse haben um einen hochqualitativen Blog regelmässig zu schreiben und sozialen Plattformen den Vorzug geben. Sehr änhnliche Gründe warum wir auch wenig herausragende Kabarretistinnen haben. Ein Metier, das den meisten Frauen vom Naturell und Lebensplan nicht in die Tüte kommt…”.

    Außerdem schrieben Sie an Herrn @Khan: “Sie sind doch Physiker wie ich, kennen sie viele weibliche Physikerinnen die ihre Freizeit mit langen Telefongesprächen und Schuhe/Kleidung kaufen verbringen. Ich nicht und ich zieh mir ihr Vorurteil auch nicht an.”

    Brauchen Sie auch nicht, denn Herr Khan wollte bloß einen Witz machen. Der Mann hat nämlich Humor. Von daher ist das Verhältnis zwischen den Geschlechtern hier auch recht entspannt.

  41. Theoretisch ‘Weiße Zwerge’ oder Kometen

    @ Mona

    Unabhängig davon, ob ich mich nun für ‘Weiße Zwerge’ interessiere, die wie in Grimm’s Märchen durch unser Sonnensystem vagabundieren, oder auch nicht interessiere, sehe ich doch nur, was alle ob Frauen oder Männer sehen, nämlich gestiefelte Käterinnen, sobald die Temparaturen auch nur leicht sinken.

    Und wenn Sie mich fragen würden, ob Frauen (overknee-)Stiefel wegen der Männer- oder eher der Frauenblicke anziehen, würde ich sogar behaupten, vorwiegend wegen der (neidischen) Blicke ihres eigenen Geschlechtes und weniger wegen der des anderen.

    Wenn Herr Khan sich allerdings mehr mit Kometenfragmenten oder Asteroiden in seinem Blog beschâtigen würde, statt Weißer Zwerge, die uns um die Ohren fliegen, könnte es sogar sein, dass mir seine Beiträge substanzieller und existenzieller als die irritierend
    unfreiwillige oder unvermeidliche Zurkenntnisnahme der Vielzahl gestiefelter Damen erscheinen würde.

  42. @Michael Ruttor

    Spekulieren Sie bitte nicht über meine Ausbildung, die tut nie nichts zur Sache, und außerdem liegen Sie da sowieso falsch.

    Es ist doch bekannt, das Akademikerinnen weniger/keine Kinder bekommen von 20-40 wenn sie eine wiss. Karriere anvisieren

    Damit entkräften Sie aber sehr effektiv Ihr eigenes Argument aus einem vorherigen Kommentar, nach dem es der Zeitfaktor sein soll, der Frauen von Bloggen abhält. Was denn nun?

    Natürlich sind Frauen viel mehr in sozialen Netzwerken aktiv als zu bloggen. Männer aber auch. In beiden Geschlechtern ist Bloggen ein reines Randphänomen.

    Übrigens setzt man üblicherweise, um einen Hyperlink abzuschließen, den Tag “kleiner Slash a größer”.

  43. Weiße Zwerge

    […] ‘Weiße Zwerge’ […], die wie in Grimm’s Märchen durch unser Sonnensystem vagabundieren

    Täten sie das, würde schon längst keiner von uns mehr einen Mucks machen.

  44. @Mona, Khan

    @Mona

    Eigentlich hab ich im zweiten Kommentar sogar meine These noch weiter belegt statt zurückzurudern. Sie haben mir immer noch nicht erklärt, warum es nur so wenig weibl. Blogger und Kommentatoren, Userinnen in Expertennetzwerken, Zeitungsleserbriefen etc… gibt.

    Ich sags noch mal ganz deutlich: Es gibt mehrere Faktoren, Zeit ist ein wichtiger, daneben aber auch scheinbar ein mangelndes Diskussionsinteresse (nicht Vermögen) bei vielen Frauen in hochkompetitiven Netzwerken (nicht generell) zu agieren und als Ausrede dann niedriges Diskussionsniveau vorzuschieben. Über meine Kabarett-Analogie kann man streiten, aber das ist eben genauso ein hochkompetitiver Markt wie Stellen- und Verwirklichungssuche in Managment, Forschung in den 30ern. Es gibt ja Frauen wie Randall oder Merkel die sich hier durchsetzen (diese Bereiche sind also durchlässig), aber es sind wenige obgleich mittlerweile die weibliche die männliche Studierendenzahl übersteigt. Direktorinnen an Max-Planck-Instituten gibts auch genug. Warum bloggen also so wenig Wissenschaftlerinnen, die Randphänomenhyothese spricht wohl nicht dafür?

    @Khan

    Da widersprechen sie jetzt wieder Mona oder der Anzahl der WordPress Nutzer, dass Bloggen ein Randphänomen ist. Dafür halte ich es gar nicht, ich lese viele engl. Blogs, die meisten werden von Profs geschrieben, während in Deutschland wenige Profs ein regelmässigen Blog unterhalten. Auch hat Popular Science im englischen Web/Medien einen viel höheren Stellenwert. Norbert Bolz geht ja sogar soweit zu sagen, dass populärwissenschaftliche Veröffentlichungen kontraproduktiv für die eigene Karriere sind, während hochzitierte Profs im englischen Blogs und auch auf Stackexchange/Quora aktiv sind.

    Mein Argument bez. des Kinderkriegens widerspricht sich nicht, bzw. setzen sie ständig ein Argument gegen ein anderes wobei ich seit dem ersten Kommentar von multifaktorieller Prioriätensetzungs spreche. Müssen alle Wissenschaftlerinnen die keine Kinder bekommen jetzt bloggen? Das scheint ihre Conclusio zu sein. Schauen sie sich doch mal hier um bei den aktiven Bloggerinnen, auch die bloggen mit niedriger Frequenz als die meisten männlichen Blogger, weil es eben scheinbar nicht die Priorität hat oder eben überhaupt keine wie in der Umfrage. Wir können doch die Interessen der Frauen nicht mit Logik analysieren, die sind eben wie sind. Ich wiederhol noch mal meine These dass neben anderer Prioritätensetzung/Zeitgründen und “soz. oder kommunikativer Aversion” gegenüber hochkompetit. Diskussionsnetzwerken MANCHER Frauen (scheinbar aber noch eine Mehrheit, sonst gäbe es mehr in genannten Netzwerken oder Managment/Politik) solche hochqualitativen Blogs bei denen man mit Diskussion/Widerspruch rechnen muss eben nicht favorisiert werden in den Hobbys.

    Denn es gibt ja genug Frauen die als Publizistinnen, Autorinnen, Regisseurinnen, sich in den gesellschaftlichen Diskurs zum Glück auch einbringen, warum also nicht in direkten Diskussionsformaten?

    PS: sorry für die Physiker-Andichtung, hatte ihren Namen/Beruf bei den Kosmologs in Erinnerung, aber liegt mit Raumfahrtingenieur ja nicht völlig daneben

    PPS: vielleicht sollte man den Autoren hier mal Edit-Rechte geben wenn bei Links Tippfehler passieren, fehlende Vorschaufunktion wurde auch schon des öfteren angemahnt.

  45. @Michael Ruttor

    “Sie haben mir immer noch nicht erklärt, warum es nur so wenig weibl. Blogger und Kommentatoren, Userinnen in Expertennetzwerken, Zeitungsleserbriefen etc… gibt.”

    M.E. ist das nur eine Frage der Zeit, bis die Frauen da weiter aufholen. Momentan sind sie in den naturwissenschaftlichen Berufen ja immer noch etwas unterrepräsentiert. Ich finde es jedoch nicht gut, wenn man bei solchen Phänomenen immer gleich mit der großen Keule kommt und den Frauen alles Mögliche unterstellt, nur weil sie auf Wissenschaftsblogs noch nicht so zahlreich vertreten sind und darum drehte sich die Diskussion hier ursprünglich ja auch. Insgesamt gibt es jedoch genauso viele Blogger, wie Bloggerinnen. Herr Khan schrieb: “Natürlich sind Frauen viel mehr in sozialen Netzwerken aktiv als zu bloggen. Männer aber auch. In beiden Geschlechtern ist Bloggen ein reines Randphänomen.” Insgesamt gesehen also schon und ich sehe da jetzt auch keinen Widerspruch zu meiner Bemerkung: “Blogs sind mit Sicherheit keine Männerdomäne.”

    Ihre Aussage: “Wir können doch die Interessen der Frauen nicht mit Logik analysieren, die sind eben wie sind.”, finde ich übrigens sehr amüsant. Erinnert mich fast an einen Ausspruch von Albert Einstein, der ja nicht gerade als Frauenversteher bekannt war:
    “Manche Männer bemühen sich lebenslang, das Wesen einer Frau zu verstehen. Andere befassen sich mit weniger schwierigen Dingen, zum Beispiel der Relativitätstheorie.”

  46. „Wenig Bloggerinnen?“

    Dass „so wenig Frauen bloggen“ stimmt nicht. Ich habe leider keine ganz aktuellen Zahlen, aber seit dem Beginn von Blogs waren Bloggerinnen in der Mehrheit. Was sie nicht sind: Anerkannt. Da gibt es viel Forschung zu, warum das so ist und über die geschichtlichen Hintergründe.

    Ein Anfangspunkt: http://www.eduhi.at/dl/B1_2008_Hesse.pdf

  47. @Mona

    Ich kann mit Mitteln der Logik nicht eruieren welche Interessen bei Frauen Priorität haben, deswegen war die Mini-Studie in Form eine Umfrage ja zielführend, warum Frauen nicht bloggen. Da dies aber nicht repräsentativ ist habe ich jedem bekannte und evidente Fakten und Studien genannt. Das Internet und Diskussionsforen gibts seit 20 Jahren, warum hier kaum Frauen schreiben kann mit aufholen wenig zu tun haben.

    Die Argumente/Statistik die Sie nennen passen also grösstenteils nicht zusammen, zumal eben auf posterous, tumblr, facebook ja die Frauen schon längst in der Überzahl sind!? Die Teilnahme von Frauen in Expertennetzwerken ist auch nicht relativ zu Studierendenanteil in MINT Fächern (der ist weltweit garnicht so gering, v.a. im Ausland), es sind weit weniger. Dass Frauen unbedingt andere Frauen als Vorbilder oder nächste Nachbarn brauchen in solchen Diskussions- und Berufsnetzwerken damit sie darin bestehen und dieses Netzwerk im Männer-Netzwerk organisch wachsen kann (Frauenquote) ist evtl. die Gretchenfrage.

    Es gibt mittlerweile Ingenieurstudiengang-Projekte bei denen Frauen und Männer im Grundstudium getrennt werden um Frauen den Einstieg zu erleichtern. Kann ich gutheissen, wenn Frauen aktiv ausgeschlossen werden sollten (was ich bei mir im Studium nicht bemerkt habe, mann ist da eher froh über jede, evtl. wiegen verminderte soziale Kontakte abseits des Studienstoffs da schwerer als die Schwere des Stoffs, Fälle wie Lisa Randall oder Max-Planck Direktorinnen sind auch klarer Gegenbeweis). Und die Diskussion mit anderen Studierenden von Übungsaufgaben/Theorien etc. pp ist doch gerade der Bereich wo viel Lern- und Veständnispotential drinsteckt und wo themengemäss nur sachlich diskutiert werden kann (auch beim Bloggen das ohne Feedback keinen Spass macht), von daher bin ich sehr neugierig, wie sich diese Absolventinnen später dann qualitativ und argumenativ im Wettbewerb mit normalen Absolventinnen schlagen die durch diese Schule eben gegangen sind. Ich fürchte eher schlechter aber das ist Abwägung wenn dadurch überhaupt mehr Frauen MINT studieren.

    Nur sehe ich da wenig Potential sich dauerhaft in obigen Diskussions-Netzwerken dann Reputation zu erarbeiten, wenn andere Frauen dazu notwendig wären für den allg. Frauentyp (wenn wir die obigen weiblichen Gegenbeispiele als nicht repräsentativ betrachten wollen) Diese Quoten-Wiss., -Managerinnen werden nach einer Weile einfach links liegen gelassen, auch wenn sie gleichviel sind, weil das Geschlecht in der Wissenschaft keinen interessiert und nur Qualität zählt. Wer hohe Wissenschaft betreibt oder viel Zeit für ihn interessierende Topics beim Bloggen verwendet, dem ist doch ziemlich egal, ob Männlein oder Weiblein das im Umfeld tun, da steckt ganz andere Motivation/Ambitionen dahinter. Genauso wie Frauen auch schon immer Bücher geschrieben haben. Scheinbar haben momentan Frauen diese Motivation/Ambitionen in der Wissenschaft/Managment nicht in dem Masse wie die Männer, ich sehe keine Evidenz für die Nicht-Durchlässigkeit. Auch nicht für Aufholen, sie müssen eben andere Prioritäten setzen, wie es viele Ausländerinnen in MINT Fächern tun. In Deutschland werden Technik- und Mathematik-lastige Studiengänge den Mädchen schon von Kindesbeinen an ausgeredet. Aber eine Quote zu Lasten der Gesamt-Qualität ist dann eben genau das falsche und unnütze Instrument weil nicht mehr als eine Beschäftigungsmassnahme für Frauen. Gleichberechtigung heisst gleiche Chancen nicht gleiche Anzahl.

    Damit verabschied ich mich aus der Diskussion, denn ich kann mich nur noch wiederholen und wirklich evidente Gegenargumente die mit den Fakten stimmig sind hab ich nicht gesehen. Mit Geduld und Aufholen hat es m.M. recht wenig zu tun, eher mit Interesse und Spass an Diskussion, kann ja nicht jeder Superstar und Model werden 🙂

    Schöne Feiertage

  48. Womöglich ein typisches Frauenschicksal?

    In der Wissenswerkstatt – Büro für (digitale) Wissenschaftskommunikation – hieß es in der Rubrik “17 Fragen an…” am 23.06.2008:

    “Die wissenschaftliche Blogszene wird von ganz unterschiedlichen Akteuren bevölkert. Es gibt Wissenschaftsblogger, die sich ausschließlich zum Kernbereich ihrer wissenschaftlichen Expertise äußern und andere, für die kaum ein Thema zwischen Himmel und Erde nicht Anlaß für einen Kommentar ist. Es gibt die Lautsprecher und die Bedächtigen…

    Und es gibt Ludmila Carone! Die Planetologin, die an der Uni Köln in der Abteilung Planetenforschung des Rheinischen Instituts für Umweltforschung tätig ist, ist eines der streitbarsten Mitglieder der Wissenschaftsblog-Gemeinde. Sie argumentiert scharf und immer wieder dürfen wir flammende Plädoyers für die Wissenschaft bei ihr lesen.

    Sie ist ein Aushängeschild für die wissenschaftliche Blogszene. Aktiv, engagiert und diskussionsfreudig. Kein Wunder, daß ihr Blog viele Fans hat.

    Allerhöchste Zeit, daß ich ich die 17 Fragen diesmal an sie richte…”

    Ludmila Carone betrieb bis Februar 2012 auf Scienceblogs den streitbar-erfolgreichen Blog “Hinterm Mond gleich links.”. Am 19.02.11 kündigte diese einstige Gallionsfigur der Blogszene völlig überraschend und ohne jede Begründung an, erstmal eine Blogpause einzulegen. Seitdem ist von ihr, weder in der Blogo- noch der Twittersphäre irgendetwas zu lesen.

    Ist dies womöglich ein typisches Frauenschicksal oder steckt anderes dahinter?

  49. Grundlegend: Respekt bewahren

    Liebe Kommentatoren,

    ich bitte Euch hiermit ausdrücklich, beim Thema zu bleiben. Dieses lautet: Gründe für und gegen das Bloggen (von Frauen wie auch Männern).

    WER PERSÖNLICHE MEINUNGEN ZU INHALTEN BESTIMMTER BLOGGER HAT, MÖGE SIE IN ANGEMESSENER FORM IN DEM JEWEILIGEN THREAD ZU DEM BESTIMMTEN ARTIKEL KUNDTUN. Hier sind sie fehl am Platz.

    PERSÖNLICHE BELEIDIGUNGEN VERBITTE ICH MIR! Wer sich nicht daran hält, wird von der Diskussion suspendiert!
    Ausführlicheres zu den letzten Kommentaren folgt in Kürze.

  50. Schade,

    dass es doch zu einer scheinbar durch persönliche Gefühle motivierten, oft auf Stereotypen basierenden Männer-Frauen-Debatte gekommen ist, obwohl ich weiter oben schon ausdrücklich zu dem Punkt gekommen bin, dass diese Diskussion hier nicht angebracht ist. Wollen wir also Thema zurückkommen. Ich versuche, das Feld von hinten aufzurollen und mich dabei, trotz der vielen inzwischen geposteten Kommentare, kurz zu fassen (s. u.):

    @ Geoman: “typisches Frauenschicksal?” Darüber kann man m. E. nur spekulieren.

    @ Ruttor: “Gleichberechtigung heisst gleiche Chancen nicht gleiche Anzahl.” Da stimme ich Ihnen ausnahmsweise zu, aber darum geht es hier nicht.
    Im Übrigen: “scienceblogs/scilogs” – nur um das klarzustellen: Die beiden genannten sind formal völlig voneinander getrennte Instanzen.
    Außerdem: “Es gibt BLOGS und Blogs” – das verstehe ich nicht. M. E. eignen sich typographische Formatierungen nicht besonders gut zum Transport für inhaltliche Argumente.
    Es ist ferner ein Unterschied zu sagen, Frauen im Alter von 20 bis 40 Jahren bekämen weniger Kinder, wenn sie eine wissenschaftliche Karriere anvisierten, oder aber, Frauen seien in demselben Alter “zweckorientiert und haben den Zeit/Nutzen-Faktor im Auge”. Beides sind zudem verallgemeinernde, scheinbar willkürlich getroffene Behauptungen, ihr Wahrheitsgehalt daher höchst fraglich.

    @ Michael Khan: “Der Blogartikel war so gesehen nur eine Art Abfallprodukt.” Sehr schöne Bemerkung! Erst neulich hatte ich ein Gespräch darüber, dass der immense Rechercheaufwand für einen Artikel oder eine sonstige einmalige Verwertung oft viel zu groß erscheint – Blogs eignen sich finde ich auch gut dafür, Themen “zweitzuverwerten”.

    @ Diana: Danke für Dein Puzzleteil! “Der Gedanke, dass ich nichts zu sagen hätte oder niemand meine Beiträge lesen will, würde mich also als erstes vom Bloggen abhalten.” Dito. Zumindest könnte ich nicht, dies wissend, fröhlich weiter bloggen. Wäre dies jedoch nur die Reaktion der anderen und ich völlig vom Inhalt meiner Beiträge überzeugt, so würde mich das nicht stören :-).

    @ Dierk: “Warum ist publizieren auf Facebook kein Bloggen? Was ist mit Twitter, das immer wieder als ‘Mikroblog’ beschrieben wird? […] …” Es gibt den Begriff der Schöpfungshöhe, der dabei helfen soll, urheberrechtliche Werke von schnell dahergeschriebenem Blabla abzugrenzen.

    Generell: Es ist schön und leserfreundlich, wenn Ihr Eure Punkte klar und kurz à l'”Occam’s razor” auf den Punkt zu bringen versucht – das heißt in etwa, so kurz wie möglich und so ausführlich wie nötig. Thesen mehrfach zu wiederholen trägt in der Tat nicht unbedingt zu ihrer Klarheit bei und sollte daher vermieden werden. Danke für die Einsicht!

  51. Realitas

    nach meinem Eindruck würde keiner von Euch (Bloggern) behaupten, ein irreales Leben zu führen, oder etwa doch?

    Eine unter Nicht-Namensnennung erfolgte Meinungsäußerung ist sicherlich in gewisser Hinsicht irreal oder nichtsachlich.

    Die Realitas meint die Sachlichkeit, als philophische Richtung scheidet sie wg. dbzgl. zunehmender Beleglage langsam aus dem erkenntnisphilosophischen Kreis der Wissenschaft aus.

    MFG + frohe Ostern!
    Wb

  52. @Ruttor

    Da widersprechen sie jetzt wieder Mona oder der Anzahl der WordPress Nutzer, dass Bloggen ein Randphänomen ist.

    Meine Beobachtung, dass es unter den Leute, die ich kenne, darunter auch, aber nicht nur Wissenschaftler und Ingenieuren (beiderlei Geschlechts) kaum solche gibt, die bloggen (wohingegen fast alle in mindestens einem sozialen Netzwerk angemeldet, wenn nicht sogar aktiv sind), gilt unabhängig von den WordPress-Nutzerstatistiken.

    Jetzt bitte ich Sie, sich der von Ihnen gepflegten Unsitte zu enthalten, dem Gesagten noch eine Menge an eigener und nicht immer besonders sinnvoller Interpretation hinzuzufügen, das Sie dann mit Genuss und Getöse widerlegen können.

    Meine “Conclusio” (drücken Sie sich immer so geschwollen aus?”) ist, dass es anscheinend (und nicht “scheinbar”, denn das bedeutet etwas anderes) unter Männern wie unter Frauen eine starke Ähnlichkeit gibt. Bei beiden gibt es offenbar nur eine geringe Bereitschaft, sich in Form eines regelmäßig geführten Blog zu äußern.

    Auf die Frage, warum das so ist ja, ich habe gefragt!), bekomme ich von Männern wie von Frauen fast unisono dieselben Antworten: “Zuviel Aufwand”, “Ich habe doch eh nichts zu sagen, was jemand lesen würde”, “Es gibt schon genug Rauschen im Internet”, “Was ich schreiben würde, können andere besser”, “Wenn ich was über meine Arbeit schreibe, kann ich Ärger kiegen” usw..

    Was mir auffällt, die nicht der geschlechtsspezifische Unterschied in den Antworten, sondern ihre weitestgehende Übereinstimmung. Das betrifft die ganz überwiegende Mehrzahl der Leute, die erdrückende Mehrheit.

    Unterschiede mag es allenfalls in den Motivationen von Aktiven des Randgruppenphänomens “Bloggen” geben. da mit aber bekannt ist, wie sehr die Teilnahme an dieser Aktivität vom Zufall oder von der Heranführung durch Drite bestimmt ist (das sehe ich an mir selbst), neige ich dazu, bei der Bewertung vermeintlicher geschlechtsspezifischer Unterschiede vorsichtig zu sein.

    PS: sorry für die Physiker-Andichtung, hatte ihren Namen/Beruf bei den Kosmologs in Erinnerung, aber liegt mit Raumfahrtingenieur ja nicht völlig daneben

    Doch, da liegen Sie völlig daneben.

  53. @ Dr. Webbaer

    “Eine unter Nicht-Namensnennung erfolgte Meinungsäußerung ist sicherlich in gewisser Hinsicht irreal oder nichtsachlich.” Danke für den Hinweis. Ich stimme Ihnen insofern zu, dass meine Rezeption von “gefakten” Personen im Internet eine Illusion sein mag. Allerdings ging es in der Frage ja um die persönliche Wahrnehmung der Blogger und diese empfinden das Bloggen, obschon unter dem Deckmantel eines Pseudonyms, vermutlich als genauso real wie Bloggen unter sachgemäßem Namen.

  54. Ski fahren

    Frauen bloggen aus dem selben Grund nicht, warum sie auch nicht skifahren: Weil in der Küche kein Schnee liegt. Die armen Frauen. Und dabei haben wir schon reichlich unter Frauen in der Regierung zu leiden – Frauen, die es beileibe nicht besser machen als ihre männlichen Pendants.

    Frauen sollen bloggen oder meinetwegen auch nicht, wen kümmert’s? Wenn ich ein gutes blog lese, ist es mir reichlich egal, ob ein Mann oder eine Frau dahintersteckt.

  55. @ Ilse Bilse

    “Wenn ich ein gutes blog lese, ist es mir reichlich egal, ob ein Mann oder eine Frau dahintersteckt.” Das finde ich gut und geht mir genauso.
    “Frauen sollen bloggen oder meinetwegen auch nicht, wen kümmert’s?” Immerhin kümmert’s wohl so sehr, dass es zu einem Kommentar veranlasst, hm? 🙂

  56. entlarvende “Diskussion”

    mit der “Bitte” sich kurz zu halten (vielleicht sollte man dann das Bloggen lassen Frau Seng?) zum letzten Mal die Fakten:

    -30% der MINT Absolventen sind Frauen weltweit, nicht annährend diese Zahl diskutiert in oben genannten Experten-Netzwerken die geradezu boomen als Lern- und Autorenplattformen. Selbiges auf Wikipedia, 15% Frauen bei nicht nur MINT Themen.

    -Die Mehrzahl der Blogger ist weiblich (wurde hier jetzt schon mehrmals auch von weibl. Nebenkommentatoren bestätigt, sowie ein grosser Teil der Buchautoren (“Wen interessiert was ich lese” kann wohl nicht das Argument für Frauen sein), sowie die Mehrzahl der BWL Absolventen (Ist es unmöglich eine Firma als Fraugruppe zu gründen und damit erfolgreich zu werden, wo sind die weiblichen SAP ähnlichen Startup-Erfolgsgeschichten?)

    -70% der MINT Absolventen sind Männer die hauptsächliche für die wirt. Prosperität Deutschlands und Exportweltmeister verantwortlich sind, trotzdem verlangt der Feminismus in Führungsetagen der DAX Konzerne 40% (bei 30% weibl. Beschäftigten in den DAX Konzernen!) Repräsentation bei gleichen Gehalt obwohl Frauen die geisteswiss. Studiengänge stürmen mit der Verwunderung dann wenig zu verdienen oder geringe Aufstiegschancen zu haben. Das kann man im Kopf nicht zusammenbringen und hält keiner ernsthaften Diskussion stand, also tituliert mal schnell alle als frauenfeindlich. Es ist entlarvend Frau Schwarzer oder vor kurzem Ralf Bönt Widersacherinnen bei ORFs Club 2 zusehen zu müssen, entweder diese Frauen wollen nicht diskutieren oder sie können es nicht und das hat dann wieder sehr grossen Bezug zu ihrer Blog-Umfrage hier, weil ein guter Blog eben krit. Feedback erzeugt und aushalten muss.

    Schauen sie sich mal die Blogs von Blume/Schleim etc. hier an um zu sehen, was normale Länge eines Kommentars ist und wie oft das auf mehrere Seiten ausartet (wo selbst ich mich dann verabschiede weil ich darauf keine Lust habe). Leider bestätigen sie nur das Bild das ich gezeichnet habe, das MANCHEN Frauen scheinbar eine längere harte Diskussion nicht schmeckt. Wenn sie meinen das hier schon moderieren zu müssen, ist ihre Kritikpotential nicht tauglich für nen Wissenschaftsblog oder sie sollten Kommentare abschalten.

    Man kann eben nicht in die Runde fragen warum so wenig Frauen bloggen und dann die unproportionale Repräsentation von Frauen in den ähnlichen, viel repräsentativeren und lange existierenden Diskussionsnetzwerken als “Abschweifen” meinerseits abtun. Viele Diskussionsforen werden ja gerade in der letzen Dekade von Multi-Author Blogs ersetzt.

    Schade dass das so enden muss, aber offensichtlich kann man das Thema nicht mal objektiv auf den scilogs diskutieren oder andenken. Dass Männer momentan scheinbar besser adaptiert sind für diskussionslastige Blog- und Diskussionsthemen darf nicht mal als Hypothese ausgesprochen werden, selbst wenn niemand keinerlei Gründe dagegen nennen kann. Frauen und Männer müssen ja in allen gleich gut und motiviert sein, hat die Evolution scheinbar so eingerichtet. Ralf Bönt hat wohl leider Recht mit seiner Vermutung, dass die grossen Errungenschaften und Entbehrungen in Industrie/Wissenschaft grösstenteils Männern geschuldet sind, die jahrelang dafür Lebenszeit und Energie geopfert haben und sich unter vielen Konkurrenten durchsetzen mussten. Und Bloggen ist da nicht wirklich anders. Entweder man schafft es kontroverse Themen zu beackern und Publikum anzuziehen auf hohen Niveau oder man lässt es bleiben. Dann aber bitte nicht nach einer Quote schreien oder so abtun als würden Frauen nicht schreiben oder sich mitteilen wollen. Warum studieren sie denn dann alle die geisteswiss. Laberfächer, schreiben Bücher und Tagebücher? Ein Treppenwitz. Wenn die Erklärung aller hier ist, das Bloggen ein Randphänomen ist und Frauen darauf eben keine Lust haben (nicht meine Sichtweise da eindeutig widerlegbar), hätte man sich den ganzen Artikel eben sparen können, nicht genaues weiss man nicht.

    http://suegardner.org/tag/women/ hier mal ein Link von einem weiblichen interessanten Blog über Gründe (v.a. 3-6) warum so wenig Frauen mitdiskutieren. Wesentlich selbstkritischer als die Diskussion hier. Der Dreh- und Angelpunkt der ganzen Debatte scheint zu sein, ob Frauen in männerdominierten Netzwerken deswegen weniger Selbstbewusstsein haben und sich auf längere harte Diskussion nicht einlassen oder sie an sich ein Problem damit haben (was mir evidenter scheint wenn ich die selbstbewussten Feministinnen Schwarzer & Co miteinander und mit Andersgesinnten zanken sehe). Das kann doch aber keine Quote lösen, man definiert sein Selbstvertrauen doch gerade durch Zustimmung die man von anderen erhält in Gesprächen und Diskussionen oder Zeugnisnoten (die bei den Frauen sogar im Schnitt besser sind!). Das als Henne-Ei Problem den Männernetzwerken zuzuschieben und anzunehmen, dass Frauen in Frauennetzwerken wo über genderfreie Sachfragen diskutiert wird automatisch mehr Zustimmung und damit Selbstvertrauen bekommen ist doch noch unbeweisbarer, eine nicht selbsterfüllende Prophezeiung und Einzelfälle wie Lisa Randall widersprechen (Wer sind die Frauen, die DIE Quote brauchen, scheinbar viele unterschiedliche Einzelfälle). Da kommt man ohne Psychologiestudium mit gesunden Menschenverstand aus.

    Generell: Leuten vorzuschreiben wie sie in Blogs zu diskutieren haben (Kürze und Wortwahl) solange sie nicht persönlich beleidigen oder Trollen aber an Fakten nur vorbeidiskutiert mit ad hominem Attacken wie Herr Khan oder gar stereotype Vorurteile zu unterstellen weil keine Gegenbeispiele einfallen (das ist Sexismus) zeugt auch nicht von hohem Blog- und Diskussionsverständnis. Ich kommentiere auch schon etwas länger auf den scilogs und bin bisher wohl kaum durch Getrolle oder substanzlose Einwände aufgefallen. Aber sie brauchen nicht fürchten dass ich diesen Blog hier noch öfter frequentieren werde, wenn bei 59 Kommentaren nicht mehr als politisch korrektes Raten zulässlich ist ohne das jemand schlauer ist als zuvor. Zeitverschwendung, dafür gibts zu viel gute andere BLOGS. Hoffe der Unterschied ist jetzt klar.

  57. @Michael Ruttor: Methodischer Zwang

    Generell: Leuten vorzuschreiben wie sie in Blogs zu diskutieren haben (Kürze und Wortwahl) […] zeugt auch nicht von hohem Blog- und Diskussionsverständnis.

    Weiß Blume das schon? Der möchte seinen Besuchern noch ganz andere Dinge vorschreiben, zum Beispiel die Uhrzeit zu der kommentiert wird, das klingt dann so (13.10.2011):

    Allerdings […] habe [ich] verschiedentlich die Erfahrung gemacht, dass […] auch […] häufiger in müdem Zustand online kommuniziert [wird] […]

    oder am 12.04.2012, 07:44:

    Aber ich habe auch schon die Erfahrung gemacht, dass manche Kommentare spätnachts eher emotional-gereizt als inhaltlich ausfallen. Deswegen erlege ich mir da inzwischen Zurückhaltung auf. Und Sie haben ja gleich eine ganze Salve losgelassen
    , die Ihrem sonstigen Niveau nicht entspricht… Schade.

    Lassen wir es also in dieser Frage gut sein. Vielleicht ja ein andermal, ausgeschlafen und konstruktiv. Ihnen alles Gute.

    Da wird aus falscher Höflichkeit geheuchelt bis der Homöopath kommt.

  58. @Michael Ruttor

    “70% der MINT Absolventen sind Männer die hauptsächliche für die wirt. Prosperität Deutschlands und Exportweltmeister verantwortlich sind ….”

    Man soll ja hier nett und höflich sein, aber manchmal fällt das schwer. Die “MINT Absolventen” sind “verantwortlich” für die “wirt. Prosperität Deutschlands und Exportweltmeister”. Aber wer ist denn “verantwortlich” für die Produktion der so wichtigen “MINT Absolventen”? Was wäre denn mit der “wirt. Prosperität und Exportweltmeister”, wenn es keine Lehrerinnen mehr gäbe, die den Supermännern Lesen und Schreiben beibringen? Keine Krankenschwestern, die dafür sorgen, daß sie auch mit 50 noch tüchtig die wirt. Prosperität steigern können? Usw. usf. Ist’s Einfalt, ist’s Demagogie?

    Welch eine Demagogie!

  59. @Herr Ruttor

    Die Bitte, das Aufstellen und anschließende Umwerfen von Strohmännern (d.h., die Erfindung einer Aussage, die dem Gegenüber unterstellt und dann wortreich widerlegt wird) zu unterlassen ist keine ad-hominem-Attacke. Wenn man so etwas macht, muss man auch damit umgehen können, dass es einem angekreidet wird.

  60. Frauenquote in Blog-Verbunden

    * Im Gegensatz zu Stephan bin ich allerdings komplett gegen eine Frauenquote und hoffe, die Gründe dafür demnächst erläutern zu können.

    War wohl “nicht ganz” ernst gemeint, aber netter Versuch. 🙂

    Wenn wir uns die Welt als komplex vorstellen und die Frauen und Männer als mit unterschiedlichen Aufgaben versehen, und darum wissen, dass Männer immer die größten Idioten sind, …

    dann ahnen wir zumindest auch, warum bevorzugt Männer draußen, also im Web, den an sich sinnlosen oder zumindest einigen sinnlos erscheinenden Meinungskampf suchen, während die Kluge nachgibt.

    MFG
    Dr. Webbaer

  61. Warum Frauen nicht bloggen

    Weil Sie tausend andere Dinge zu tun haben!
    Ich blogge und ich würde liebend gern mehr bloggen. Der Tag hat aber nur 24 Stunden und der ganz normale Wahnsinn im Leben einer Frau sieht so aus:

    5.00 Uhr: Mails checken
    6.00 Uhr: Frühstück
    7.30 Uhr: Job
    13.00 Uhr: Mal schnell einkaufen für das Abendessen
    14.00 Uhr Job
    17.00 Uhr Kind aus Kita holen.
    17.30 Uhr Mit großen Kind reden und mit kleinem Kind noch die Hausaufgaben machen
    18.00 Uhr Kochen
    19.00 Uhr Essen
    20.30 Kinder im Bett
    21.00 Völlig fertig, nur noch ein bißchen surfen
    22.30 Uhr schlafen
    5.00 Uhr: Mails checken…..

    Auch wenn es bitter ist: Das ist die Beschreibung eines normalen Tages, noch nicht mal einer mit so richtig viel Stress.
    Ich denke wir würden schon mehr bloggen wenn wir mehr “Personal” hätten.

  62. Vielleicht geht mit-bloggen?

    Immerhin sind da vier Frauen (fast 1/3 der Befragten) dabei, die gerne bloggen würden! Das Thema “Geschichte der privaten und öffentlichen Gewohnheiten” finde ich so interessant, dass ich es bedauere, dass diese Frau NICHT bloggt!

    Und eine ist dabei, die “über Vegetarismus” bloggen möchte – vielleicht hat sie Lust, mal einen oder mehrere Artikel zu meinem Blog unverbissen-vegetarisch.de beizutragen?

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