Zur Zukunftsträchtigkeit von Forschung und Wissenschaft

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Zwischen Molekularbiologie und Medizin
Enkapsis

Ich hatte letztens ja schon zwei Videos über die Zukunft der Biotechnologie gepostet, aber nicht nur die drei Herrschaften dort machten sich Gedanken über die Zukunft, sondern auch die Max-Planck-Gesellschaft und ein in November stattfindende Kongress mit dem schönen Namen "Our Common Future". Die Max-Planck-Gesellschaft ist neben anderen Forschungs-Gesellschaften eine Top-Adresse für Forscher und Wissenschaftler in Deutschland und stellt auf der Seite "Research Perspectives of the Max Planck Society 2010+" nun vor, welche Forschungsgebiete besonders zukunftsträchtig sind. Die Bewertung der Forschungsperspektiven fand mit über 120 Wissenschaftlern aus den eigenen Reihen statt, wobei jede einzelne einen längeren Bericht über das eigene Fachgebiet und dessen Zukunftsträchtigkeit verfasste. Dabei sind die Themen in

  • Biologie und Medizin
  • Chemie, Physik und Technologie
  • Geisteswissenschaften

aufgeteilt. Damit aber nicht nur geredet wird, wurde gleichzetig der Pakt für Forschung und Innovation verlängert, der die Umsetzung der Ideen vorantreiben soll.

"Our Common Future" ist ein Kongress, der vom 2. bis 6. November in Hannover und Essen stattfinden wird und als Ziel einen generationsübergreifenden Dialog zu zentralen Zukunftsfragen hat. Die Idee dahinter liest sich folgendermaßen:

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts befindet sich unsere Gesellschaft in einem sozialen, ökologischen, kulturellen und technologischen Wandel von beispielloser Geschwindigkeit. Den Herausforderungen dieses rasanten Veränderungsprozesses lässt sich nur dadurch begegnen, dass wir neue Konzepte und Ansätze entwerfen, im generationenübergreifenden Dialog erörtern und kontinuierlich weiterentwickeln. Der Kongress "Our Common Future", der vom 2. bis 6. November 2010 in Hannover und Essen stattfindet, bietet ein Forum für international führende Persönlichkeiten aus Forschung, Wirtschaft, Politik und Kultur, um im Austausch mit jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die wichtigsten globalen Herausforderungen zu identifizieren, interdisziplinär zu analysieren und Lösungswege aufzuzeigen.
"Our Common Future" ist eine gemeinsame Veranstaltung der VolkswagenStiftung, der Deutschen Messe und der Stiftung Mercator in Verbindung mit der Landeshauptstadt Hannover und RUHR.2010. Der Kongress greift Debatten über zentrale Zukunftsfragen auf, die im Rahmen der Expo 2000 in Hannover angestoßen wurden. In Essen bildet er den Abschluss des Veranstaltungsjahres der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010.

Besonderen Wert hat man dabei auf folgende Themengebiete gelegt:

  • Klimawandel und Energie
  • Zukunftstechnologien
  • Wirtschaftliche Entwicklung und Strukturwandel
  • Weltgesundheit und Molekularmedizin 
  • Menschenrechte und globale Werte

Ziemlich interessant! Eine Programmliste kann hier eingesehen werden. Wer sich dafür interessiert, wer auf dem Kongress so alles reden wird, kann dies hier nachschauen. Insgesamt werden ca. 500 Leute Gastvorträge halten, worunter sich Nachwuchwissenschaftler aber auch bereits etablierte Spitzenforscher tummeln. Um mal ein paar Namen zu nennen, es werden referieren:

Die Nobelpreisträger Elizabeth Blackburn und Carlo Rubbia, der Wirtschaftswissenschaftler Paul Collier, der Präsident des Bundesverfassungsgerichts Andreas Voßkuhle, die Hirnforscherin Baroness Susan Greenfield, der ehemalige Direktor des UN-Umweltprogramms Klaus Töpfer, der postkoloniale Theoretiker Homi K. Bhabha, der Künstliche-Intelligenz-Forscher Wolfgang Wahlster, der Präsident der Internationalen Akademie für Produktionstechnik Fred van Houten, die Integrationsforscher Klaus J. Bade und Steven Vertovec, der Stammzellpionier Irving Weissman, der indisch-amerikanische Schriftsteller Suketu Mehta, die Religionswissenschaftler Philip Jenkins und Pippa Norris, Joseph Kardinal Zen aus Hong Kong, die Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber und Reinhard Hüttl sowie Norbert Lammert, Präsident des Deutschen Bundestages und und und…

Wer auf den Kongress geht, ist herzlich eingeladen hier die gesammelten Erfahrungen zu teilen! Ansonsten bleib mit nur zu sagen, dass ich es gut finde, wenn man sich Gedanken macht! 

 


Quellen: 

Sebastian Reusch

Veröffentlicht von

Sebastian Reusch ist Naturwissenschaftler und studierte Biologie mit den Schwerpunkten Zell- und Entwicklungsbiologie, Genetik und Biotechnologie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Danach arbeitete er am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin an molekularbiologischen Prozessen des Immunsystems. Derzeit promoviert er am IRI Life Sciences der Humboldt-Universität zu Berlin an grundlegenden Fragen der Zellbiologie und Biochemie des Tubulin-Zytoskeletts in Stammzellen. Seine Schwerpunktthemen hier im Blog sind Molekularbiologie und Biomedizin. Twitter: @MrEnkapsis

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