Heute ist Weltgesundheitstag! Fokus: Antimikrobielle Resistenzen

BLOG: Enkapsis

Zwischen Molekularbiologie und Medizin
Enkapsis
Seit 1950 findet jährlich am 7. April der Weltgesundheitstag statt. Er wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) dazu genutzt einen Fokus auf ein ganz bestimmtes medizinisches Thema zu lenken. Dieses Jahr steht die antimikrobielle Resistenz im Mittelpunkt, die bekannterweise dazu führen kann, dass krankheitserregende Mikroorganismen und Viren gegen eine Behandlung mit bestimmten Medikamenten immun werden können. Ein Phänomen, welches man vor allem bei Antibiotikamissbrauch beobachten kann.

Viele Informationen, Materialien und Links findet ihr anlässlich dieses Tages auf der Seite der WHO: World Health Day – 7 April 2011

Die Sonderseite zur antimikrobiellen Resistenz gibt es hier: Antimicrobial Resistance

 
 
 
 

Veröffentlicht von

Sebastian Reusch ist Naturwissenschaftler und studierte Biologie mit den Schwerpunkten Zell- und Entwicklungsbiologie, Genetik und Biotechnologie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Danach arbeitete er am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin an molekularbiologischen Prozessen des Immunsystems. Derzeit promoviert er am IRI Life Sciences der Humboldt-Universität zu Berlin an grundlegenden Fragen der Zellbiologie und Biochemie des Tubulin-Zytoskeletts in Stammzellen. Seine Schwerpunktthemen hier im Blog sind Molekularbiologie und Biomedizin. Twitter: @MrEnkapsis

2 Kommentare

  1. Hygiene vs. Antibiotikamissbrauch

    Einsparungen beim Personal in Krankenhäusern führen nicht nur dazu, dass es fast nie Hygienefachpersonal gibt. Wenn sie Stationen mit zuwenig Pflegepersonal gefahren werden, nehmen Fehler eben zu. Auch Nachlässigkeiten in der Hygiene sind letztendlich Fehler.

    Dass das Gesundheitssystem auf diese Weise Geld spart, bezweifele ich. Infektionen kosten Geld. Einmal direkte Kosten für die Behandlung und Pflege der Infektion, die ja oft nur eine Folgeerkrankung darstellt.

    Dann aber, und das dürften wesentlich höhere Beträge sein, indirekte gesellschaftliche Kosten durch Arbeitsausfall, Invalidität, Körperbehinderung oder chronische Krankheit als Folge der Infektion und, in vielen Tausenden von Fällen, verfrühter Tod.

    Natürlich ist das nicht nur eine Kostenfrage – eine zivilisierte Gesellschaft ist verpflichtet, ihre Mitglieder vor vermeidbaren Beeinträchtigungen zu schützen.

    Aber selbst wenn man nur die Kosten betrachtet und Rechnung und Gegenrechnung aufmacht, erscheint es mir durchaus wahrscheinlich, dass bei gesteigerten Investitionen in die Pflege mit der Zielrichtung der Optimierung der Hygiene, wenn dadurch die Anzahl der Infektionen mit Krankenhauskeimen deutlich reduziert werden kann, unsere Gesellschaft bei Steigerung der allgemeinen Lebensqualität große Summen einsparen kann.

    Auch hier gilt: Sparen kann sehr teuer werden. Wir sollten es einfach mal wagen, uns dem kurzsichtigen Spardiktat zu widersetzen und den gesunden Menschenverstand walten zu lassen.

    Hygiene muss wie Qualitätskonktrolle in der Produktion zur Chefsache werden – die Hygienebeauftragten dürfen nicht anderen Abteilungen untergeordnet sein, sondern berichten direkt an die Klinikleitung.

    Hygiene und Infektionsvermeidung müssen als gleichrangig mit der Heilbehandlung angesehen werden. Schließlich ist die Vermeidung einer Erkrankung allemal einer Therapie vorzuziehen.

  2. @Michael Khan

    Ich kann dir eigentlich nur zustimmen! Was mir aber besonders auf den Magen schlägt, ist, dass in sehr vielen Ländern (zwei Beispiele sind etwa Argentinien und Vietnam) keine Rezeptpflicht für Antibiotika besteht. Wenn man also krank wird, kann man einfach in die Apotheke gehen und sich selber Antibiotika zulegen. Dieser Missbrauch ist äußerst schlimm und führt eben dazu, dass viele Erreger oftmals immun werden, da man eben das falsche Antibiotikum erwischt oder die Einnahmezeit nicht korrekt beachtet hat. Viele Leute nehmen dieses Problem noch zu sehr auf die leichte Schulter und da wundert es mich nicht, dass immer ein größerer Mangel an neuen Wirkstoffnachschub für Antibiotika besteht.

Schreibe einen Kommentar