Bringt euch mit ein in der Diskussion “Die neue Heilkunst – Was bringt die sanfte Medizin?”

Enkapsis
Die Augustausgabe des GEO Magazins schlug im Sommer in der deutschen Blogosphäre hohe Wellen. Grund dafür war die Titelstory namens "Die neue Heilkunst" (hier als PDF verfügbar) in welcher Petra Thorbrietz dafür plädierte, dass Schul- und Alternativmedizin zum Wohle des Patienten voneinander lernen sollten. Dies sorgte für recht erhitzte Gemüter, da nach Meinung vieler ein einseitiger Artikel vorlag, der Studien falsch zitiere und somit eine völlig verdrehte Faktenlage darstelle –  Pro Alternativ- und contra Schulmedizin.

Es ist ja grundsätzlich nichts neues, dass sich bei der Gesundheitsfrage stets die Geister scheiden und man es bei solchen Themen nie jedem Recht machen kann. Bemerkenswert war dieses mal aber das Ausmaß der Diskussionen, die sich von den Blogs auf Facebook und dann auch auf Telepolis verlagerten. Sogar die Autorin meldete sich zu Wort und ging auf Ulrich Bergers Quellenanalysen ein, die dem Artikel eine schlechte Note verpassten. Es war spannend dies alles zu verfolgen und zu lesen, wer was zu sagen hatte, da die Titelstory der GEO schlichtweg große Kreise zog und auf sämtlichen digitalen Medien vertreten war.
Aus diesem Grund wurde wohl die Fishbowl-Diskussion "Die neue Heilkunst – Was bringt die sanfte Medizin?" ins Leben gerufen, die Teil der Veranstaltungsreihe "Gesundheitsforschung kontrovers" ist, welche derzeit deutschlandweit u.a. vom Haus der Wissenschaft organisiert wird. Mir wurde die Ehre zu Teil mich mit Petra Thorbrietz, Klaus Linde und diversen anderen Diskussionspartnern in eine Runde zu setzen, um noch einmal über das Thema zu reflektieren.

Da ich als "kritischer Blogger" angekündigt wurde, möchte ich aber nicht nur meine Meinung abgeben, sondern auch euch zu Wort kommen lassen! Schließlich war ich im Sommer nicht der einzige, der sich kritisch zur "neuen Heilkunst" äußerte. Falls ihr also was auf den Lippen habt, was ihr unbedingt in dieser Diskussion eingebracht sehen möchtet, könnt ihr mir dies in den Kommentaren mitteilen und ich versuche mein bestes, es mit einzubeziehen! Wer zudem am 12.12. in München ist, kann selber zur Veranstaltung kommen und aktiv an daran teilnehmen, da sich Gäste mit in die Diskussionsrunde setzen dürfen!

 
Ich freue mich schon und werde – um es schon einmal vorwegzunehmen – insbesondere auf personalisierte Medizin und Krebsforschung zu sprechen kommen. 
 
 
 
 
 

Sebastian Reusch

Veröffentlicht von

Sebastian Reusch ist studierter Biologe und spezialisierte sich auf molekularbiologische Fächer wie Genetik und Zellbiologie. Seine Abschlussarbeit machte er am Max-Delbrück-Centrum für molekulare Medizin, wo er an Prozessen in weißen Blutkörperchen forschte.

4 Kommentare

  1. mein Senf

    zunächst würde ich den Diskussionsboden auf das solide Niveau anheben & unterstreichen, dass Schulmedizin ein Begriff ist, der als Denunzierung verwendet wird.

    Mehr als 2 Kernthesen gehen sich in Diskussionen selten aus (außer Affekt-Einwürfe).
    * wie kann es ethisch vertretbar sein, Methoden an Patienten zu verkaufen, deren Wirkung als nicht vorhanden eingestuft wird?
    Birgt den Angriffspunkt, dass “es ja Studien gibt die aber…blabla”, der wiederum damit pariert werden kann, dass es an der Reproduzierbarkeit scheitert & selbst wenn es helfen sollte, es keine Effektgrößen wären die man von Medikamenten gewohnt ist.
    Die Frage nach der Ethik öffnet auch das Feld, ob Ärzte wissen, dass sie damit Placebo verabreichen, oder es nicht wissen & ob dann die Ideologien dahinter nicht verworfen werden können.
    * keine einheitlichen Bestimmungen im Heilwesen. Weder einheitliche Lehren, noch einheitliche Qualität trotz Lobby, intern gegenseitige Kritik ohne Folgen.
    * Seiteneinwürfe, dass viele Zutaten der neuen Heilkunst aus Mrd-Unternehmen kommen, tw von konventionellen Pharmafirmen, kann auch nicht schaden.

    Viel Erfolg & Spaß!

  2. Placebos und self management

    Hier geht es zwar nicht direkt um die neue Heilkunst, aber doch eine interessante andere These, die ein “health management system and a postulated self management system” zusammenbringt. Eine kleine Leseempfehlung. http://edge.org/…-evolved-self-management-system

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