Das Framinggate der ARD

Die Debatte um den Framing-Leitfaden der ARD hat sich nach der ersten Empörung über die ARD in ein Tribunal über die Verfasserin des Papiers verwandelt. Besser hätte es für die ARD kaum kommen können. Alle blicken nur noch auf Elisabeth Wehling, die in Deutschland zukünftig kaum noch ein Bein an die Erde bekommen dürfte.

Mein Geduldsfaden riss, als ich am Freitag, den 22.2., bemerkte, dass sich nun selbst die “Bild”-Zeitung in ihrer Online-Ausgabe der vermeintlichen Causa Elisabeth Wehling angenommen hatte. “Ist die ARD auf eine Hochstaplerin hereingefallen?”, rief es in großen Lettern ganz oben von der Einstiegsseite. Kurz darauf wurde die Überschrift in “Rätsel um das Institut der ARD-Gutachterin” abgeändert, unter der der Artikel noch immer zu finden ist.

In dem Artikel wird unter anderem insinuiert, dass Wehling Probleme mit ihrem Doktortitel hätte. Dort “präsentiert sich Elisabeth Wehling (ohne Doktortitel) als Linguistin der Uni Berkeley”, heißt es in dem Artikel, wobei unerwähnt bleibt, dass sich Wehling einer eher amerikanischen Zurückhaltung befleißigt und ihren Ph.D. der University of California, Berkeley erst im Lebenslauf erwähnt. Ihr Institut scheint der rechtliche Rahmen ihrer Beratungstätigkeit zu sein, in dem sie, sicherlich unter bewusst unklarer Bezugnahme auf den Ortsnamen Berkeley, die Universität zumindest “framet”. Gleichwohl kann man wohl kaum etwas Ehrenrühriges darin erkennen, seine wissenschaftliche Transfertätigkeit in einer geeigneten Rechtsform zu betreiben – jede Transferstelle einer Uni rät einem dazu.

Schaut man sich die wissenschaftlichen Leistungen von Elisabeth Wehling an, so sollte eigentlich klar sein, dass es sich um eine noch recht junge, aber sehr produktive Wissenschaftlerin von einer renommierten Universität handelt, die oft zusammen mit einem der ganz großen Namen im Linguistik-Gewerbe, George Lakoff, publiziert hat. Selbst wenn man ihre eher populärwissenschaftlichen Bücher auslässt, verbleiben so viele Zeitschriftenartikel, Buchbeiträge und Konferenzpaper, dass unstrittig sein sollte, dass wir es mit einer anerkannten Wissenschaftlerin zu tun haben. Ein Benjamins-Journal, auf das sie mit Bezug auf ihre Herausgeberfunktion verweist, wurde vom Verlag zwar angekündigt und wird mittlerweise als “cancelled” geführt. Auch das wird ihr vorgehalten. Das Editorial Board der Zeitschrift vereinigte in seinem Call for Papers jedenfalls alles, was in der kognitiven Linguistik Rang und Namen hat.

Ist hohe mediale Präsenz verwerflich?

Sicherlich hat Elisabeth Wehling ein Faible für Medienauftritte, wie ihre eigene Übersicht zur Präsenz in Print-, Radio- und Fernseh-Medien verrät. Aber soll man es ihr vorwerfen, dass sie kognitionslinguistische Forschung als Beratungsprodukt zu einer Dienstleistung macht? In Deutschland jedenfalls wäre jede Universitätsleitung froh, in einem geisteswissenschaftlichen Fachbereich jemanden zu haben, der in einer Weise mediale Präsenz zeigt und Wissenschaftstransfer betreibt, wie es fast überall in Zielvereinbarungen und Hochschulgesetzen angelegt ist.

Leider wird in diversen Zeitartikeln der Blick darauf vernebelt, womit man es beim linguistischen Framing eigentlich zu tun hat. Framing-Begriffe finden in diversen Disziplinen Anwendung und Tageszeitungen wie die FAZ vergrößern die Verwirrung, wenn sie vor allem Kommunikationswissenschaftler in der Beurteilung von Wehlings Tun auftreten lassen. Nur die WELT hat sich in einem Beitrag bemüht, die Linguistik selbst zu Wort kommen zu lassen – hier konnte ich auch selbst meine Einschätzung abgeben.

Eine willkommene Ablenkung von der eigentlich zentralen Frage

Man muss der ARD gratulieren, dass es nach der ersten Empörung so gekommen ist, dass statt von der Fragwürdigkeit ihres durch die Beauftragung zum Ausdruck gekommenen Anliegens stattdessen eine junge Wissenschaftlerin attackiert wird, die so ungeschickt war, nicht erkannt zu haben, wie gefährlich das Spiel mit dem öffentlich-rechtlichen Mediendiskurs in Deutschland derzeit werden kann. Hätte ich der ARD in der ersten Zeit nach Bekanntwerden des Papiers einen Ratschlag erteilen müssen, so hätte er wohl gelautet: Lenkt um jeden Preis von Euch ab, indem Ihr Legitimationsfragen auf die Verfasserin und ihr Mini-Institut umleitet. Sorgt dafür, dass sich sogar die “Bild”-Zeitung in diese Frau verbeißt, die mit ihrer etwas überambitionierten Imagepflege und ihrem ikonenhaften Auftreten eine nachgerade idealtypische Zielscheibe darstellt, eine Art Ute Lemper der Sprachwissenschaft. Elisabeth Wehlings Medienkarriere in Deutschland dürfte mit diesen Angriffen wohl auf kaum absehbare Zeit in ähnlicher Weise zum Erliegen
gekommen sein wie seinerzeit die des damaligen Musical-Stars aufgrund einer ebenso unfairen Medienkampagne.

Denn wovon abgelenkt wird, ist die Frage, warum die ARD eigentlich überhaupt der Meinung war, statt mit Sachlichkeit in einer Art moralischer Überwältigungsstrategie für sich werben und die privatwirtschaftliche Konkurrenz dabei verunglimpfen zu müssen. Wir brauchen nämlich nicht mehr, sondern weniger Framing in der öffentlichen Diskussion, und erst recht nicht von einem der größten öffentlich-rechtlichen Sender der Welt. Man sollte sich fragen, warum man dort nicht nach den ersten Vorgesprächen oder Workshops, um die es wohl ursprünglich ging, die Finger von der ganzen Sache gelassen hat, um zu vermeiden, was jetzt nicht mehr zu vermeiden ist, dass nämlich den “Staatsmedien” ohnehin kritisch gegenüberstehende Kreise von “Gehirnwäsche”, “gelenkter Medien-Demokratie” und “Staatspropaganda” reden.

Glückwunsch, liebe ARD! Irgendjemand hat ganze Arbeit geleistet und den Felix-Krull-Frame auf Elisabeth Wehling angewandt anstatt den Narrenschiff-Frame auf Euch selbst. Glückwunsch!

Veröffentlicht von

www.lobin.de

Henning Lobin ist seit 2018 Direktor des Instituts für Deutsche Sprache in Mannheim (Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft) und Professor an der dortigen Universität. Zuvor war er ab 1999 Professor für Angewandte Sprachwissenschaft und Computerlinguistik an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Von 2007 bis 2016 leitete er dort das interdisziplinäre Zentrum für Medien und Interaktivität, in dem die Auswirkungen von neuen Kommunikationsformen auf Wissenschaft, Kultur und Bildung untersucht werden. Seine Forschungsschwerpunkte bilden die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Sprache, Texttechnologie und die multimediale Wissenschaftskommunikation. Gegenwärtig ist er u.a. Mitglied des Fachkollegiums "Sprachwissenschaft" der Deutschen Forschungsgemeinschaft, germanistischer Fachbeiräte von DAAD und Goethe-Institut und des Forschungsbeirats der Stiftung Wissenschaft und Politik. Bei den SciLogs ist Henning Lobin Autor des Blogs "Die Engelbart-Galaxis" und Gast-Autor im Blog "Wissenschaftskommunikation hoch 3" der ACATECH, für die er auch als externer Experte für Fragen der Wissenschaftskommunikation in sozialen Medien fungierte. Lobin ist Autor von sieben Monografien und hat zahlreiche Sammelbände herausgegeben (Bücher bei Amazon, bei Buch.de und im Buchhandel). Zuletzt erschienen: Engelbarts Traum (Campus, 2014, polnische Übersetzung 2017). Im August 2018 ist im Metzler-Verlag erschienen: Digital und vernetzt. Das neue Bild der Sprache.

Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. wie seinerzeit .. aufgrund einer ebenso unfairen Medienkampagne

    Ist wohl an mir vorbeigegangen, weil ‘Musical’ -äh- nicht gerade ein Haupt-Interessengebiet meinerseits ist. Da EN- und Dpedia nichts vermelden – gibt es evtl einen link zu einer Überblick-schaffenden Zusammenfassung des damaligen Geschehens?

  2. Ich bin etwas verwirrt, wie ist es denn nun, ist Framing nun etwas Gutes und sollte möglichst oft zum Einsatz kommen, oder ist Framing eine fragwürdige Geschichte, von der man tunlichst die Finger lassen sollte?

    Falls Letzteres zutrifft, dann machen sich Wissenschaftler(innen), die ihre wissenschaftliche Expertise nutzen, um diese fragwürdige Verfahren möglichst effektiv anzuwenden, doch eigentlich ihre Finger schmutzig, oder etwa nicht. Wie sonst soll man das bewerten, wenn Menschen über eine Sache getäuscht werden sollen?

    (Vom Presseecho habe ich übrigens kaum etwas mitgekriegt, nur das, was die ZEIT in einer Spalte dazu geschrieben hat, und da bekam vor allem die ARD ihr Fett weg).

  3. Gibt es eigentlich eine Medien- bzw. Kommunikationswissenschaftliche Definition einer „Medienkampagne“?
    Was das ist; welche Merkmale erfüllt sein müssen um mit hinreichend großer Wahrscheinlichkeit eine „Medienkampagne“ diagnostizieren zu können?
    Könnte man mit Analysen von Inhalt und Metadaten von Veröffentlichungen zu einem Thema bestimmt was finden; gibt es dazu Untersuchungen?

    Warum frage ich? Weil eine Kampagne m.E. meist eine Absicht und mglw. eine gewisse Koordination unterstellt. Ich würde das eher als Selbstorganisationseffekt vermuten, welche inhaltliche Ausrichtung einer Message die größten Verkaufs- oder Klickzahlen bietet.
    Ich glaube nicht, dass in irgendeiner Redaktion jemand sitzt und sagt (oder denkt): „Jetzt lasst uns mal Person XYZ öffentlich richtig zerstören.“ In Kauf genommen wird es aber vermutlich.

    Warum hacke ich da so drauf rum? Weil die Unterstellung einer Medienkampagne von jeglicher politischer Seite immer wieder mal als (Pseudo)-Erklärung für unliebsame Berichterstattung herangezogen wird oder diese Bezeichnung missbraucht wird, um die Opferrolle zu pflegen.
    Es ist hat meiner Wahrnehmung nach den Status eines „Kampfbegriff“ in der (Medien)politischen Landschaft und wird daher häufig auch nicht ernst genommen.

    Gibt es Medienkampagnen? Sicher, die Gestaltung solcher ist ja die Aufgabe z.B. von PR-Management. Aber die Kriterien, die herangezogen werden um welche in „freier Wildbahn“ nachzuweisen, würden mich sehr interessieren.

    Im Übrigen finde ich den Umgang der BILD-Zeitung mit Leuten, über die Auflage generiert werden soll, absolut widerwärtig. Falls irgendjemand Zweifel diesbezüglich in diesen Kommentar reinlesen möchte. Ich kenne zwar die Causa Ute Lemper nicht, dafür aber Charlotte Roche.

  4. Grundsätzlich haben Sie damit völlig recht, daß sich die ARD hier aus der Verantwortung stiehlt. Denn Wehling und ihr Papier dürften nur die Spitze eines Eisbergs sein.

    Andererseits sehen Sie Wehling nach meinem Eindruck zu positiv.

    “Schaut man sich die wissenschaftlichen Leistungen von Elisabeth Wehling an, …”

    Das habe ich hier gemacht, und ich komme da zu einem sehr negativen Ergebnis. Sie hat fast keine referierten wissenschaftlichen Publikationen.

    Die Lakowsche Denkschule, zu der Wehling gehört und die sie in ihren Vorträgen als zentrale Erkenntnis verbreitet, ist umstritten. Schon 2006 hat Steven Pinker einen massiven (und m.E. zutreffenden) Verriß der Lakowschen Denkschule geschrieben. Das aktuelle Framing-Gate der ARD ist nachgerade ein Musterbeispiel, wie unsicher die Erfolge von Versuchen sind, die öffentliche Meinung durch Framing-Tricks zu manipulieren.

    Das alles steht in krassem Widerspruch dazu, daß Wehling von diversen Medien als die maßgebliche Autorität auf diesem Gebiet gehypt wird.

    Wehling ist ein sehr aktiver Bestandteil der Strukturen, die Sie bei der ARD kritisieren. Von daher trifft die Kritik keinen falschen.

    “… kaum etwas Ehrenrühriges darin erkennen, seine wissenschaftliche Transfertätigkeit in einer geeigneten Rechtsform zu betreiben”

    Dieses “Institut” ist offenbar keine juristische Person (eingetragener Verein, GbR, GmbH oder was auch immer, und wenn, müßte das in einem Impressum angegeben werden), erweckt aber vordergründig den gegenteiligen Eindruck.

    In einer älteren Version https://web.archive.org/web/20180107164601/https://www.framinginstitute.org/ werden Consulting, Training usw. angeboten, also gewerbliche Tätigkeiten, ohne Impressum. Das ist hart am Rande der Legalität, und daß dies kritisiert wird, ist richtig.

    Dieser juristische Mangel ist aber eine drittklassige Nebensache, wenn das z.B. ein e.V. wäre, würde sich am Gesamtproblem nichts ändern.

  5. Die “sehr produktive Wissenschaftlerin,” die bislang kaum publiziert hat und Aussagen von sich gibt wie diese: “Objektives, faktenbegründetes und rationales Denken gibt es nicht.”

    Bei Ute Lemper war mir übrigens nicht bewußt, daß die sich wissenschaftliches Arbeiten als Teil ihrer Selbstdarstellung auf die Fahne geschrieben hatte.

  6. Die ARD hat wesentlich größere Probleme, als das Framing-Manual oder die Einlassung mit einem „Institut“, das keines ist, sondern ein Einfraubetrieb, der größer erscheinen will, als er ist.

    Dieses Beispiel zeigt aber, wie schwer es ist die Hintergründe zu durchschauen, denn eines funktioniert bei der ARD noch relativ gut: Probleme zu verdecken und die eigentlichen Problemzonen nicht in der Öffentlichkeit diskutieren zu müssen. Bei der Gründung anno 1950 haben die Grümder vergessen der ARD eine effektive Kontrollinstanz mit zu geben. Wer selbst von einer Einrichtung profitiert, wird sie nicht in Frage stellen.

    In und zwischen den Redaktionen in der ARD sieht es bei fast allen Sendern ziemlich schlecht aus. Viele Weiterbildungsveranstaltungen und Workshops werden nicht selten zu Therapiesitzungen. Viele Mitarbeiter machen nur noch Dienst nach Vorschrift. Das mag zum einen an den uralten Strukturen liegen, die einen normalen Betrieb sofort in den Ruin treiben würden, oder an den fehlenden Kontrollmechanismen. Im Endeffekt sind die ARD-Anstalten eine Mitarbeiter- und Gebührenzahler verachtende Geldvernichtungsmaschine, die mit dem Doppelten oder der Hälfte des Geldes auch keine anderen Ergebnisse liefern und auch jederzeit solche fragwürdigen Aktionen wiederholen würden.

  7. > Ihr Institut scheint der rechtliche Rahmen ihrer Beratungstätigkeit zu sein, in dem sie, sicherlich unter bewusst unklarer Bezugnahme auf den Ortsnamen Berkeley, die Universität zumindest “framet”.

    Das nervt. Wehling hat sich damit das Theater selbst eingebrockt. ARD, ZDF & Co nerven immer heftiger. Darum gucke ich erst einmal hier: https://www.bbc.com/news/world Englisch ist nicht meine Muttersprache. Trotzdem verstehe ich die Leute dort deutlich besser als die deutschen Schnappatmer.

  8. Naja, die diesbezügliche Aggression einiger richtet sich schon eher gegen die ARD als gegen den Subunternehmer, gegen die Subunternehmerin, die Suffix markiert hier den Sexus des Beteiligten.

    Ansonsten, und darum hat sich Dr. Webbaer auch kurz gemeldet, lieber Herr Lobin, setzt es einen Pluspunkt hierfür :

    Wir brauchen nämlich nicht mehr, sondern weniger Framing in der öffentlichen Diskussion, und erst recht nicht von einem der größten öffentlich-rechtlichen Sender der Welt.

    Die Sprache ist nur ein Mittel für den Austausch von Information, manipulative Sprache scheitert insofern regelmäßig, modisch mal mehr und mal weniger.
    Ketzerisch noch kurz gefragt :
    Was ist der öffentlich rechtliche Rundfunk eher : Staatsfunk oder Parteienfunk (womit nicht nur politische Parteien gemeint sind, sondern auch andere Parteien, andere sozusagen Stakeholder)?`

    MFG + schönen und erfolgreichen März!
    Dr. Webbaer

  9. @ Herr Frank Meier und hierzu :

    Die “sehr produktive Wissenschaftlerin,” die bislang kaum publiziert hat und Aussagen von sich gibt wie diese: “Objektives, faktenbegründetes und rationales Denken gibt es nicht.”

    Ja, schon lustig, Dr. W nimmt die hier gemeinte Dame gerne ein wenig in Schutz und verweist erst einmal auf das Gesamtzitat :

    Entgegen dem gängigen Mythos entscheidet der Mensch sich nicht ‘rein rational’ und aufgrund einer ‘objektiver’ Abwägung von Fakten für oder gegen Dinge, denn objektives, faktenbegründetes und rationales Denken gibt es nicht, zumindest nicht in der Form, in der es der Aufklärungsgedanke suggeriert. Jedes Verarbeiten von Fakten findet innerhalb von Frames statt – und ein und derselbe Fakt erlangt in unterschiedlichen Frames ganz unterschiedliche oder sogar gegensätzliche Bedeutungen. [Elisabeth Wehling]

    Also aus konstruktivistischer Sicht war das schon, wohlverstanden und um Verständnis bemüht, schon richtig, auch wenn dies Dr. Webbaer, der zufällig Konstruktivist ist, ganz anders formuliert hätte, nie so grell und angreifbar.

    Aus konstruktivistischer Sicht ist eine Aussage zu einer Sache oder zu einem diesbezüglichen Verhalt, einem Sachverhalt, für den Systematiker immer zuerst als eine Aussage zu einer Sache oder zu einem diesbezüglichen Verhalt, einem Sachverhalt, einer Person(enmenge) zu bearbeiten.
    D.h. die erkennenden Subjekte formen Inhalt, lassen es offen, wie es letztlich ist.

    Denken ist natürlich ‘rational’, was sonst?, erfolgt immer mit einem gewissen persönlichen Scope oder Geltungsbereich.
    Blöd halt, dass die szientifische Methode funktioniert und gut ist, auch Anwendungen erlaubt, relativiert werden darf und soll, aber nicht im relativistisch-nihilistischen Sinne.

    Unser werter Herr Inhaltegeber versteht diese Aussage anzunehmenderweise und warum Dr. W Frau Dr. Wehling ein wenig in Schutz genommen hat, auch wenn er ihren Gesamtvortrag, den auftragsgemäß erfolgten, aus verschiedenen Gründen (die noch weiter ausgearbeitet werden könnten, was aber nicht notwendig erscheint, denn die Wehlingsche Minderleistung (vs. Minusleistung) könnte klar sein) streng missbilligt.

    MFG
    Dr. Webbaer

  10. @ Kommentatorenfreund Dr. Mistelberger und hierzu :

    Trotzdem verstehe ich die Leute dort deutlich besser als die deutschen Schnappatmer.

    Die BBC leidet ähnlich wie die bundesdeutschen sogenannten Öffentlich-Rechtlichen, flapsig auch “Öffies” genannt, sie ‘nervt’ nur anders, anderen Inhaberverhältnissen oder Stakeholder-Verhältnissen geschuldet.

    Frau Dr. Wehling hat halt Pech gehabt, dass ihre 120.000 EUR-Arbeit so-o in die Öffentlichkeit gezerrt worden ist, Dr. W will nicht wissen, wie bspw. das bundesdeutsche Kanzleramt mit der Dame, die zwar sprechen, aber nicht oder nur schlecht (frei) reden kann, “genudgt” wird und Interessen nicht unbedingt des Wahl- oder Staatsvolks unterworfen ist; die dortigen Beratungshonorare scheinen, wie berichtet wird, hoch zu sein und sozusagen in den letzten Jahren explodiert zu sein.

    Das Web machts sozusagen möglich, es ist für Politiker(innen) verlockend geworden nicht mehr das anfallende Problem, pardon!, die anfallende Herausforderung, politisch zu bearbeiten, sondern die öffentliche Sicht auf eine Herausforderung (vs. Problem), den Narrativ sozusagen.

    Dr. W war im Wirtschaftlichen, die Kneipe ist nicht gemeint, längere Zeit unterwegs und auch dort wird die Außensicht auf das Unternehmen oft rein durch erzählerische Sichtenbildung bearbeitet, von Bilanzen und so mal abgesehen, aber auch die sind “formbar”, die nichts, aber auch gar nichts mit dem real Vorgefundenen zu tun hat.
    Wobei Dr. W dies angemessen fand, abär derart nicht in der Demokratie wiederfinden will.

    MFG
    Dr. Webbaer

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