Umfrage: Was erwarten Sie vom Astronomiejahr?

BLOG: Einsteins Kosmos

Vom expandierenden Universum bis zum Schwarzen Loch
Einsteins Kosmos

Liebe Weltraumfreunde,
2009 ist das internationale Jahr der Astronomie (IYA), das offiziell diese Woche am 15.-16. Januar in Paris und am 20. Januar in Berlin eröffnet wird. In den KOSMOlogs wird Susanne Hoffmann von Uhura Uraniae von den Aktivitäten in Berlin und ich von Paris berichten. Stay tuned.

Über das ganze Jahr 2009 verteilt wird es zahlreiche internationale und nationale Aktivitäten geben, u.a. Sonderveranstaltungen wie

  • die Beobachtungsnacht "100 Stunden Astronomie" am Astronomietag dem 4. April, mit einer Fülle von Live-Beobachtungen auf der ganzen Welt; 
  • die Veranstaltung "Highlights der Physik" vom 21.-25. September an der Uni Köln, mit einer unterhaltsamen, sehens- und hörenswerten Mischung rund um die Physik;
  • die "Woche der Schulastronomie" vom 9.-15. November, wo u.a. Sterngucker in die Schulen gehen, um von der Faszination Astronomie zu erzählen sowie Himmelsbeobachtungen in Schulen durchgeführt werden; 
  • und natürlich unzählige öffentliche Vorträge in Schulen, Planetarien, Sternwarten und Museen.

Was wann wo in Deutschland läuft erfährt man jederzeit in dem IYA-Terminkalender. Internationale Veranstaltungen und z.B. die Cornerstone-Projekte sind auf der internationalen IYA-Website nachzulesen.

Umfrage: Meine Fragen an Sie als einer der Astrophysiker, die sich im IYA engagieren und zum Gelingen beitragen wollen, lauten:

  • Finden Sie die IYA-Initiative für die Astronomie gut?
  • Was erwarten Sie persönlich vom IYA?
  • Welche Veranstaltungen werden Sie im IYA besuchen?
  • Welche Aktivität/en sollte/n unbedingt im IYA ergänzt werden?

Ich würde mich freuen, wenn Sie die Kommentarfunktion am Ende dieses Artikels nutzen würden, um Ihre Meinung mitzuteilen. Vielen Dank!

Beste Grüße,
Andreas Müller

  • Veröffentlicht in: IYA

Veröffentlicht von

Die Astronomie ist faszinierend und schön – und wichtig. Diese interdisziplinäre Naturwissenschaft finde ich so spannend, dass ich sie zu meinem Beruf gemacht habe. Ich bin promovierter Astrophysiker und befasse mich in meiner Forschungsarbeit vor allem mit Schwarzen Löchern und Allgemeiner Relativitätstheorie. Aktuell bin ich der Scientific Manager im Exzellenzcluster Universe der Technischen Universität München. In dieser Tätigkeit im Forschungsmanagement koordiniere ich die interdisziplinäre, physikalische Forschung in einem Institut mit dem Ziel, Ursprung und Entwicklung des Universums als Ganzes zu verstehen. Besonders wichtig war mir schon immer eine Vermittlung der astronomischen Erkenntnisse an eine breite Öffentlichkeit. Es macht einfach Spaß, die Faszination am Sternenhimmel und an den vielen erstaunlichen Dinge, die da oben geschehen, zu teilen. Daher schreibe ich Artikel (print, online) und Bücher, halte öffentliche Vorträge, besuche Schulen und veranstalte Lehrerfortbildungen zur Astronomie, Kosmologie und Relativitätstheorie. Ich schätze es sehr, in meinem Blog "Einsteins Kosmos" in den KosmoLogs auf aktuelle Ereignisse reagieren oder auch einfach meine Meinung abgeben zu können. Andreas Müller

5 Kommentare

  1. Ich erwarte …

    Ich erwarte vom Jahr und von mir persönlich, dass ich mich ein wenig intensiver mit der Thematik an sich beschäftige. Bisher beruht meine Erfahrung grundlegend auf einzelnen Blogbeiträgen, ein wenig Alpha-Centauri und hier und da ein wenig Physik.

    Astronomie ist für mich ein wichtiges Thema, obwohl ich glaube, dass es von den meisten Menschen so gut wie nicht wahrgenommen wird. Ich werde aber dennoch auf jeden Fall weiterhin jegliche interessante Information zu diesem Thema aufsaugen und versuchen mein Wissen zu erweitern.

  2. @ Henry

    Das ist eine ganz tolle Einstellung! Wir brauchen mehr Leute wie Sie, lieber Henry 😉

    Das Schöne am IYA ist, dass Sie viele Gelegenheiten haben werden, um Amateure und Profis in der Astronomie mit Ihren Fragen zu löchern.

    So machen wir’s!

    Beste Grüße,
    Andreas

  3. Ein feuerwerk an Aktivitäten

    Ich erwarte vom internationalen Jahr des Astronomie, dass ein wahres Feuerwerk an Aktivitäten abgebrannt wird.

    Jeder astronomisch aktive, vom Amateur bis zum ESO, vom Lehrer bis zum Dozenten der Astrophysik, vom Asimov-Leser bis zum Exobiologen, vom Raketenmodellbauer bis zum Raumfahrtingenieur (jawohl, ich sehe mich selbst hier in der Pflicht) soll sich über das Jahr an mindestens einem Dutzend oeffentlicher Veranstaltungen gestaltend beteiligen und sich verpflichtet fühlen, an mindestens doppelt so vielen Veranstaltungen als Zuschauer teilzunehmen.

    Jeder, bei dem auch nur das mindeste Interesse an Astronomie geweckt werden kann, soll mitgenommen werden, Ausreden soll man nicht gelten lassen. 🙂

    Die Presse muss natürlich entsprechend eingebunden werden, dieses Jahr darf nicht nur von den Fachmedien wahrgenommen werden.

    So mancher wird über seinen Schatten springen müssen, Stammtische wird man – “keine Zeit, muss zur Astronomieveranstaltung!” – mal sausen lassen, auch andere Hobbies werden dieses Jahr etwas vernachlässigt werden.

    Die eine oder andere Magnifizenz wird sich aus dem Elfenbeinturm zu uns normalen Sterblichen herabbegeben und dem ganz normalen Zeitgenossen ganz ohne doppeltlogarithmische Diagramme und Differentialgleichungen etwas erläutern … äh, gut, das wird nicht funktionieren, lassen wir diese Leute lieber in ihren Elfenbeintürmen, so viele sind es auch wieder nicht.

    Wir sollten ein klein wenig vom Geist vergangener Zeiten wieder aufleben lassen, dass es NICHT so ist, dass das Weltall da draußen ist und wir hier drinnen, sauber getrennt.

    Und vor allem, dass man Astronomie nicht einfach nur betreiben muss, sondern sehr wohl auch zelebrieren kann. Astronomie ist etwas, das Spaß macht, das einen weiter bringt, das Menschen zusammenführt, etwas das unvergessliche Erlebnisse vermittelt. Diese Gefühl will ich mit moeglichst vielen Leuten teilen.

  4. Interesse wecken

    Es wäre gut, wenn das Interesse an der Astronomie durch das IYA gefördert würde. Ich finde es erstaunlich, wie wenig Interesse Themen der Astronomie entgegengebracht wird. Ein Erfolg wäre es schon, wenn nach dem IYA in den Medien konsequent zwischen Astrologie und Astronomie unterschieden würde.

    Vielleicht wäre es hilfreich, wenn die Ursprünge der Astronomie, die ja mit der Sterndeutung verquickt sind, beleuchtet würden und im Rahmen der geschichtlichen Entwicklung die Entstehung des rationalen Weltbildes dargestellt würde. Ein verständliches Abgrenzungsbedürfnis der Astronomen gegenüber der Astrologie ist möglicherweise kontraproduktiv.

    Ich befürchte aber, dass das IYA 100 %ige Astronomiefans zu 150 %igen machen wird, aber nur wenig bisher uninteressierte Menschen sich für Astronomie begeistern werden.

    Woran liegt das ? Vielleicht an der Tatsache, dass Astronomie, Physik und Mathematik untrennbar verbunden sind und viele Menschen geradezu einen Widerwillen verspüren, sich mit Physik und Mathematik zu beschäftigen ?

  5. @ all

    Liebe Kommentatoren,

    besten Dank für die optimistischen Kommentare, denen ich mich gut anschließen kann.

    Wie allein die deutsche IYA-Website zeigt, gibt es in der Tat ein Feuerwerk an Aktivitäten. Mit 136 am IYA beteiligten Ländern ist dieses Unternehmen, die größte PR-Aktivität überhaupt, die sogar eine Brücke zwischen 1. und 3. Welt schlägt.
    Mit Genugtuung sehe ich (vielleicht in subjektiver Wahrnehmung?), dass die Schulen mehr denn je in gemeinsame Aktivitäten verwickelt werden, ob in Gestalt astronomischer Themen auf dem Lehrplan oder wissenschaftliche Vorträge in Schulen oder Lehrerfortbildungen zum Thema Astronomie oder oder. Das ist besonders wichtig, weil man nicht früh genug anfangen kann, die Kinder dafür zu sensibilisieren. Kids zwischen 5 und 10 Jahren haben eine natürlich ausgeprägte “Forscherneugier”, die im IYA (und hoffentlich auch danach) optimal gefördert werden kann. Ich wünsche mir als Konsequenz des IYAs ein Umdenken in der Bildungspolitik, dass man Naturwissenschaften und Mathematik als wichtige Grundfächer neu entdeckt und sie faszinierend und spannend in den Schulen “verkauft”. Denn genau das sind diese Disziplinen, wenn man es richtig anpackt.

    Wofür das alles? Naturwissenschaftliches Wissen ist eine Säule der Wirtschaft, die uns technologisch weiterbringt; und es ist Kulturgut, das unser Selbstverständnis in neue Sphären der Erkenntnis hebt. Und ganz praktisch gesehen ist eine gute naturwissenschaftliche Ausbildung eine Eintrittskarte in alle möglichen Berufsfelder – ja, man kann damit sogar Bundeskanzlerin werden.

    In diesem Sinne: Mundwinkel nach oben und auf ins IYA!

    Beste Grüße,
    Andreas Müller

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