Kanadas Riesensternschnuppe

Einsteins Kosmos

Schon mal ‘ne richtig fette Sternschnuppe gesehen? Falls nicht, hier gibt es einen Film eines Prachtexemplars!

Mit knapp 78.500 km/h drang ein mehrere Kilogramm schwerer Himmelskörper am 25. September 2009 um 21:03 Uhr Ortszeit in den Himmel über der kanadischen Provinz Ontario ein. Es war keine normale Sternschnuppe, sondern eine der hellsten: 100mal heller als der Vollmond! Das entspricht einer scheinbaren Helligkeit von etwa -17 mag.

Die Feuerkugel von Kanada (25.09.09)

Derartige Leuchterscheinungen gehören zu den Meteoren ("Sternschnuppen") und die hellsten unter ihnen sind die Feuerkugeln oder Boliden.

Das hier gezeigte Bild und Filmmaterial stammt von der University of Western Ontario. Die Astronomen versuchen nun Überreste (Meteorit) zu finden, die vielleicht auf der Erde eingeschlagen sind. Typischerweise fragmentieren die Himmelskörper in der Erdatmosphäre, so dass die Meteoriten deutlich kleiner sein könnten.

Weitere Informationen: SOMN fireball event of Sep 25, 2009; Univ. of Western Ontario, Canada

Andreas Müller

Veröffentlicht von

Die Astronomie ist faszinierend und schön – und wichtig. Diese interdisziplinäre Naturwissenschaft finde ich so spannend, dass ich sie zu meinem Beruf gemacht habe. Ich bin promovierter Astrophysiker und befasse mich in meiner Forschungsarbeit vor allem mit Schwarzen Löchern und Allgemeiner Relativitätstheorie. Aktuell bin ich der Scientific Manager im Exzellenzcluster Universe der Technischen Universität München. In dieser Tätigkeit im Forschungsmanagement koordiniere ich die interdisziplinäre, physikalische Forschung in einem Institut mit dem Ziel, Ursprung und Entwicklung des Universums als Ganzes zu verstehen. Besonders wichtig war mir schon immer eine Vermittlung der astronomischen Erkenntnisse an eine breite Öffentlichkeit. Es macht einfach Spaß, die Faszination am Sternenhimmel und an den vielen erstaunlichen Dinge, die da oben geschehen, zu teilen. Daher schreibe ich Artikel (print, online) und Bücher, halte öffentliche Vorträge, besuche Schulen und veranstalte Lehrerfortbildungen zur Astronomie, Kosmologie und Relativitätstheorie. Ich schätze es sehr, in meinem Blog "Einsteins Kosmos" in den KosmoLogs auf aktuelle Ereignisse reagieren oder auch einfach meine Meinung abgeben zu können. Andreas Müller

11 Kommentare

  1. Auffindung

    Der Link, den Andreas postete, beantwortet genau die Frage nach der Auffindbarkeit.

    http://aquarid.physics.uwo.ca/…vents/25sept2009/

    http://aquarid.physics.uwo.ca/…fireball_path.jpg

    Zitat:

    Analysis of the all-sky camera records as well as data from Western?s meteor radar and infrasound equipment indicates that this bright fireball was large enough to have dropped meteorites in a region south of Grimsby on the Niagara Peninsula, providing masses that may total as much as several kilograms.

  2. 13.10.2009

    Habe heute mit meiner Fußballjugendmannschaft und Teilen der Eltern so ein Ding über Garbsen-Havelse gesehen um ca 18:57 Uhr in Richtung Norden aus dem Süden kommend SEHR SCHNELL;SEHR HELL ca.8 Sekunden , bevor es hinter Bäumen verschwand man hat sogar ein Rauschen gehört und anschliessend einen dunklen Kondensstreifen gesehen.Das Ding war aber viel näher als auf dem Foto.

  3. @Andreas Wutschke

    Glückwunsch, da waren Sie wohl einer von vielen in Norddeutschland, die den Boliden sehen konnten. Ich hier in Südhessen hatte wieder mal kein Glück.

    Die Entfernung, die Sie erwähnen, ist allerdings notorisch schwer zu schätzen und wohl auch nur schwer mit der auf einer fotografischen Abbildung zu vergleichen, vor allem, wenn man die Bernnweite der verwendeten Optik nicht kennt.

    Der Kondensstreifen, den sie ansprechen, wird wohl eher die Rauchspur gewesen sein, die das Objekt beim teilweisen Verglühen seiner Oberfläche zurückließ.

  4. das ende der menschheit ist nah

    die welt wird untergehen, das zeigen die vielen meteore an die herunterkommen. So steht es geschrieben, das ende naht, weil die menschen böse sind und nicht gut. auch die vielen erdbeben mit stärke über 8 sagen das. da gibt es keinen zweifel mehr.

  5. Das Ende der Menschheit …

    Das Ende der Menschheit sehen manche Zeitgenossen bei jedem beliebigen Ereignis nahen. Man muss aber auch sehen, dass die Menschheit in ihrer Millionen Jahre währenden Entwicklungsgeschichte wahrscheinlich schon ganz andere Dinge erlebt und überstanden hat.

    ScienceDirect – Journal of Human Evolution :
    Late Pleistocene human population bottlenecks, volcanic winter, and differentiation of modern humans*1

    Die Bedrohung durch Asteroideneinschläge gab es immer, sie wird in Zukunft eher abnehmen, und zwar in dem Maße, wie es der technische Fortschritt ermoeglicht, dieser speziellen Bedrohung aktiv entgegenzuwirken.

    Nicht die Menschheit, aber doch unser expansiver Lebensstil wird in den kommenden Jahrzehnten infrage gestellt werden.

    In diesem Zusammenhang finde ich es durchaus passend, dass besagter Meteorit nun ausgerechnet einen SUV traf. Dieser Tatsache wohnt eine gewisse Gerechtigkeit inne.

  6. @Michael

    LOL

    Nun, die weitere Ironie dabei ist, dass dieses Steinchen, das den SUV touchierte, eher ein Wattebällchen war, das sich verirrte.

    Die Natur schlägt zwar zurück, doch der SUV steht unverrückt.

    Beste Grüße,
    Andreas

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