Vorbeugung von Coronavirus-Pandemien durch kreuz-neutralisierende Antikörper

SARS-CoV-2, SARS-CoV und MERS-CoV sind Betacoronaviren, die beim Menschen tödliche Krankheiten auslösen können und erst kürzlich von Tieren auf den Menschen übertragen wurden. Laut Virolog*innen ist es möglich, dass sich bereits ein neues Betacoronavirus in einem uns unbekannten Wirtstier befindet und in Zukunft Menschen infizieren wird.

SARS-CoV befand sich in Fledermäusen und wurde über Zibetkatzen auf den Menschen übertragen. Bei MERS-CoV übertrugen Kamele das Virus auf den Menschen. Bei SARS-CoV-2 kennt man den Überträger nicht, vermutet aber Fledermäuse als die Wirtstiere. Um weiteren Epidemien bzw. Pandemien vorzubeugen, macht es daher Sinn auch Tiere1 zu impfen, die sich im näheren Umfeld des Menschen aufhalten, damit sich die Wahrscheinlichkeit verringert, dass diese die Viren auf den Menschen übertragen.

Immunolog*innen unter der Leitung von Tomohiro Kurosaki von der Osaka Universität in Japan haben eine Impfstrategie für Mäuse entwickelt, die die Produktion von Antikörpern fördert, die nicht nur SARS-CoV-2, sondern auch andere Betacoronaviren wie SARS-CoV und MERS-CoV neutralisieren können, sogenannte kreuz-neutralisierende Antikörper. Sie veröffentlichten ihre Experimente in der Fachzeitschrift Journal of Experimental Medicine [1].

Das für COVID-19 verantwortliche SARS-CoV-2-Virus dringt in menschliche Zellen ein, indem es mit seinem Spike-Protein an den Zelloberflächenrezeptor Angiotensin-converting enzyme 2 (ACE2) bindet. Das Spike-Protein besteht aus zwei Untereinheiten: Die S1-Untereinheit enthält die rezeptorbindende Domäne (RBD), die an ACE2 bindet; die S2-Untereinheit vermittelt danach die Fusion von Virushülle und Zellmembran.

Die RBD des Spike-Proteins besteht aus zwei Teilen: einer “Kernregion”, die bei allen Coronaviren sehr ähnlich ist, und einer spezifischen “Kopfregion”, die die Bindung an ACE2 vermittelt.

Die räumliche Struktur der rezeptorbindende Domäne (RBD) des Spike-Proteins von SARS-CoV-2 mit der Kopfregion (Head) und der Kernregion (Core). Quelle: Figure A from Ryo Shinnakasu et al (2021) Glycan engineering of the SARS-CoV-2 receptor-binding domain elicits cross-neutralizing antibodies for SARS-related viruses, Journal of Experimental Medicine, 218 (12): e20211003, page 3

Antikörper, die die Kopfregion erkennen, können das Eindringen von SARS-CoV-2 in menschliche Zellen blockieren, bieten aber nur wenig Schutz gegen andere Coronaviren, wie z. B. SARS-CoV. Antikörper, die die Kernregion erkennen, können dagegen das Eindringen verschiedener Coronaviren in menschliche Zellen verhindern. Leider neigen jedoch Menschen, die dem viralen Spike-Protein ausgesetzt sind, dazu, viele Antikörper gegen die Kopfregion zu produzieren, aber nur wenige, wenn überhaupt, Antikörper, die die Kernregion erkennen.

Das deutet darauf hin, dass, obwohl die Bildung kreuz-neutralisierender Antikörper möglich ist, die SARS-CoV-2-Infektion und die derzeitigen Impfstoffe wahrscheinlich keinen Schutz gegen das Auftreten neuer SARS-CoV-2 verwandter Viren bieten.

Glykanisierung der Kopfregion

Kurosaki und sein Team beschlossen, eine neue Impfstrategie zu testen, die das Immunsystem in die Lage versetzen könnte, kreuz-neutralisierende Antikörper zu produzieren. Die Forscher*innen veränderten gentechnisch die rezeptorbindende Domäne des SARS-CoV-2-Spike-Proteins und umhüllten dessen Kopfbereich mit zusätzlichen Zuckermolekülen, sogenannten N-Glykanen. Diese heißen so, weil das Glykan an eine Aminogruppe (-NH2) des Proteins, hier das virale Spike-Protein, gebunden wird. Diese N-Glykane sollten die Kopfregion vor dem Immunsystem abschirmen und die Produktion von Antikörpern gegen die nicht abgeschirmte Kernregion der rezeptorbindenden Domäne ankurbeln.

Tatsächlich produzierten Mäuse, die mit diesen veränderten Spike-Proteinen geimpft wurden, einen viel höheren Anteil an Antikörpern, die die Kernregion erkennen. Diese Antikörper waren in der Lage, nicht nur den Zelleintritt von SARS-CoV-2, sondern auch von SARS-CoV und drei SARS-ähnlichen Coronaviren aus Fledermäusen und Pangolinen zu neutralisieren.

Leider besteht einer der potenziellen Schwachpunkte des Glykanisierung darin, dass diese Methode auf Kosten einer verminderten Neutralisierung des natürlichen SARS-CoV-2 zu gehen scheint, was zu einem suboptimalen Schutz gegen das Virus führen kann.

Eine Impfung von Wirtstieren wäre zwar wünschenswert, ist aber leider selten praktikabel. Es ist nur möglich, die Tiere zu überwachen. Der praktische Ansatz für die Überwachung möglicher Wirtstiere für Coronaviren sind regelmäßige Antikörpertests. Dabei soll im Blut der Tiere nach Antikörpern gegen Coronaviren gesucht werden – ein Zeichen dafür, dass ein Tier das Virus erfolgreich bekämpft hat. Vielleicht befindet sich ja unter diesen Antikörpern ein natürlicher kreuz-neutralisierender Antikörper.

Fußnoten

1.Coronaviren können Säugetiere und Vögel befallen, darunter auch Hunde, Hühner, Rinder, Schweine, Katzen, Schuppentiere und Fledermäuse. Die sieben bekannten Coronaviren, die beim Menschen Krankheiten hervorrufen können, fallen in zwei Gattungen: Alphacoronaviren (HCoV-229E, HCoV-NL63) und Betacoronaviren (HCoV-HKU1, HCoV-OC43, SARS-CoV, MERS-CoV, SARS-CoV-2).

Weiterführende Literatur

[1]. Ryo Shinnakasu et al (2021) Glycan engineering of the SARS-CoV-2 receptor-binding domain elicits cross-neutralizing antibodies for SARS-related viruses, Journal of Experimental Medicine, 218 (12): e20211003, 1-15.

Spike-Proteine nach Impfung oder durch COVID-19: Welche sind gefährlicher?

Auf der Suche nach dem Zwischenwirt für das SARS-CoV-2-Virus

Veröffentlicht von

Joe Dramiga ist Neurogenetiker und hat Biologie an der Universität Köln und am King’s College London studiert. In seiner Doktorarbeit beschäftigte er sich mit der Genexpression in einem Mausmodell für die Frontotemporale Demenz. Die Frontotemporale Demenz ist eine Erkrankung des Gehirns, die sowohl Ähnlichkeit mit Alzheimer als auch mit Parkinson hat. Kontakt: jdramiga [at] googlemail [dot] com

11 Kommentare

  1. Vorteile von universellen Corona-Impfstoffen
    Besten Dank für die Vorstellung einer experimentellen Impfung mit N-glykosilierten Sars-CoV-2 Corona-Spikeprotein-Nanopartikeln, wobei die N-Glykosilierung den Kopfbereich des Spikeproteins für das Immunsystem unsichtbar machte, so dass die geimpften Mäuse vor allem neutralisierende Antikörper gegen den Kernbereich des Spikeproteins bildeten und da dieser Kernbereich auch bei anderen Betacoronaviren vorhanden ist, waren die Mäuse nun gegen eine ganze Reihe oder gar gegen alle Betacoronaviren geschützt – leider aber nur teilgeschützt gegen Sars-CoV-2, was dann im Endeffekt einigen schwach wirkenden Impstoffen entsprechen würde wie sie auch während der aktuellen Corona-Pandemie zum Einsatz kamen.

    Diese Forschungsarbeit lässt sich unter der Kategorie „Universeller Corona Impfstoff“ einordnen. Unter diese Kategorie fallen auch Ansätze mit einer einem chimärischen Corona- Antigen, einem Antigen, das Spikeanteile verschiedener existierender Varianten von Betacoronaviren enthält.
    Der Artikel Chimeric spike mRNA vaccines protect against Sarbecovirus challenge in mice berichtet darüber. Dort liest man:

    Das schwere akute respiratorische Syndrom Coronavirus 2 (SARS-CoV-2) ist das dritte Coronavirus, das sich in den letzten 20 Jahren als schwerwiegender menschlicher Krankheitserreger herausgestellt hat. Es werden Behandlungsstrategien benötigt, die weitgehend gegen aktuelle und zukünftige SARS-ähnliche Coronaviren schützen. Martinezet al. Nehmen Sie diese Herausforderung an, indem Sie Impfstoffe entwickeln, die auf Chimären des viralen Spike-Proteins basieren. Die Boten-RNA-Impfstoffe kodieren für Spike-Proteine, die aus Domänenmodulen von epidemischen und pandemischen Coronaviren sowie Fledermaus-Coronaviren bestehen, die das Potenzial haben, auf den Menschen überzugehen. Bei gealterten Mäusen, die anfällig für Infektionen sind, schützten die chimären Impfstoffe vor einer Erkrankung durch SARS-CoV, SARS-CoV-2 und getestete besorgniserregende Varianten sowie zoonotische Coronaviren mit pandemischem Potenzial.

    Im Abstract des Forschungsartikels selbst liest man dann:

    Chimäre Spike-mRNA-Impfstoffe neutralisierten effizient D614G, Nerz-Cluster fünf und die besorgniserregenden britischen B.1.1.7- und südafrikanischen B.1.351-Varianten. Somit können multiplexed-chimäre Spikes SARS-ähnliche zoonotische Coronavirus-Infektionen mit pandemischem Potenzial verhindern.

    Beurteilung: Die Impfung mit einem universellen Corona-Impfstoff könnte im Idealfall in einer Corona freien Zeit verabreicht werden und würde dann, wenn sehr viele geimpft sind, eine spätere Epidemie/Pandemie eventuell verhindern. Sie könnte aber auch, wenn sie schon zur Verfügung steht, bei einem Ausbruch einer neuen Corona-Epidemie sofort verimpft werden um einen Teilschutz zu gewährleisten und die Verbreitung zu verlangsamen.

    • Ein Problem, Herr “Holzherr” (die Anführungszeichen, die eine gewisse Metaphorik, auch eine gewisse Distanz ausdrücken sollen, nur deshalb, weil ein als solches unerkennbares Pseudonym verwendet wird, was einigen “da draußen”, im Web also, als unschicklich gilt), bei Ihren Ausführungen, Dr. Webbaer “mag” insbesondere auch Ihre Stringenz, Sie vermögen nicht selten auch mit (gesondert ausgezeichneten ‘Beurteilungen’ und ‘Faziten’ aufzuwarten), besteht darin, dass sich hier auf einen (ganz vermutlich unnötigen und potentiell frickin gefährlichen) Wettlauf mit der Natur eingelassen wird, wenn sozusagen routinegemäß. wie substanziell bspw. auch von Bill Gates an anderer Stelle angedeutet oder promoviert, eingelassen wird.

      Vielleicht ist Ihnen, nicht allen Mitlesenden auch, nicht klar, dass regelmäßige Abwehrmaßnahme, Bill Gates schien sich, der Philanthrop ist gemeint, Der Philanthrop sozusagen, die kleinen sozusagen biologisch feststellbaren potentiellen Feinde (die auch sozusagen Freunde sind), Mikroorganismen meinend, mit sozusagen quartalsweise anfälligen Impfungen der Weltbevölkerung entgegen stellen zu wollen, seine Interviews, die bereits vor langer Zeit, vor “Corona” entstanden sind, sind vergleichsweise klar:

      auch trainiert und sie, die Mikroorganismen, sozusagen böser werden lassen könnte.

      (Besonders böse sind sie im Moment nicht, sie haben sich ja auch mit dem Wirt sozusagen zu arrangieren, sie wollen nicht selten nur sozusagen ein wenig mitnuckeln, am Lauf des Lebens sozusagen, vielleicht gerne mal allgemein bereit stehende Kenntnisstände zu den den Bären oder Menschen befallende Mikroorganismen beachten, danke.)

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Webbaer

  2. Grundsätzlich rät Dr. Webbaer an i.p. Prävention nicht in Humankörper einzugreifen, wenn die Gefahrengröße unbestimmt ist, sicherlich hatte dies auch niemand vor.
    Statt “Impfstrategie” insofern “Impftaktik” angeraten scheint, die Unterschiede zwischen Strategie und Taktik könnten bekannt sein.

    Vielleicht von Interesse auch derartige Einschätzung bekannter Online-Enzyklopädie :

    -> https://de.wikipedia.org/wiki/Mikroorganismus#Mikroorganismen_im_menschlichen_Körper

    Das Feld also weit ist.

    Mit freundlichen Grüßen + vielen Dank für den Artikel, Joe ist ja so-o sachnah, von der Überwachung sozusagen potentieller Wirtstiere (“Tiere1” ?) rät Dr. W i.p. Aufwand eher ab

    Dr. Webbaer

    • @Dr. Webbaer (Zitat): „ Grundsätzlich rät Dr. Webbaer an i.p. Prävention nicht in Humankörper einzugreifen“
      Sie sind also gegen in ihren Augen überflüssige Impfungen.
      Dann leben sie aber zur falschen Zeit: Impfungen sind eine der besten menschlichen Erfindungen und sie finden immer mehr Anwendungen. Inzwischen gibt es Impfungen gegen Krebs und die Impfmethode mRNA findet immer weitere Anwendungen.

      mRNA-Impfungen für ganz unterschiedliche Anwendungsbereiche könnten schon in 20 Jahren mehr als 20% aller medizinischen Eingriffe ausmachen. Allerdings gehen die Möglichkeiten von mRNA über das eigentliche Impfen heraus.

      Gemäss gibt es folgende Anwendungsbereiche:
      1) Therapeutische Vakzine gegen bestimmte Krebsformen
      2) Personalisierte Krebstherapie: individuell angepasste mRNA-Impfstoffe, die gegen Mutationen auf Tumorzellen gerichtet sind, die nur bei dem jeweiligen Patienten auftreten
      3) Therapeutische Proteine, hergestellt nach mRNA-Injektion. Dazu gehören: Antikörper-Präparate, Protein-Ersatztherapien gegen seltene Erbkrankheiten, Herstellung des korrekten Proteins bei cystischer Fibrose, Herstellung von Code-Proteinen für bestimmte Signalmoleküle des Immunsystems (Cytokine)
      4) Einsatz in der Gentechnologie als Fähre für CRISPR/Cas-9

      Dies als Zusammenfassung des Artikels Krebs, Lungenleiden, Rheuma: Wo die Zukunft der mRNA-Medizin liegt – und wo die Hürden

      • Gerne angemessen zitieren, Herr “Holzherr”, danke, Dr. W weiß, dass dies nicht leicht fällt und dem Sinn von Aussagen nachzuspüren bleibt, vgl. :

        @Dr. Webbaer (Zitat): „ Grundsätzlich rät Dr. Webbaer an i.p. Prävention nicht in Humankörper einzugreifen“ wenn die Gefahrengröße unbestimmt ist. [Ergänzung : Dr. Webbaer]

        Sie sind also gegen in ihren Augen überflüssige Impfungen.

        Hoffentlich ist dies jeder.

        Dann leben sie aber zur falschen Zeit: Impfungen sind eine der besten menschlichen Erfindungen und sie finden immer mehr Anwendungen. Inzwischen gibt es Impfungen gegen Krebs und die Impfmethode mRNA findet immer weitere Anwendungen.

        Dr. Webbaer ist genereller Impfbewürworter, ‘lebt’ insofern nicht ‘in falscher Zeit’, mag die Impfmöglichkeit und bleibt auch bei besonderer derartiger intravenöser Injektion positiv gestimmt.
        Rät insbes. bei vorerkrankten, risikobelasteten Patienten zur “Corona”-Impfung.
        Anderen teils, wenn sie ein sog. Präferenzmodell entwickelt haben und sich ihrer Impf-Entscheidung bewusst sind.
        Ja, es gibt auch (dokumentierte, bei Ehrlich-Institut z.b.) Impffolgen, die tödlich sein können.

        Bei jungen sozusagen umfänglich resilienten Personen i.p. “Corona”. darf so abgeraten werden.
        Keinem besonderen Solidaritätsgedanken folgend.
        Vor allem soll i.p. “Solidarität” nicht gesellschaftlich zerstörerisch gewirkt werden, das Recht auf leibliche Unversehrtheit ist bekannt und ist in sog. Güterabwägungen, in liberaler Demokratie, zu bearbeiten.

        Mit freundlichen Grüßen
        Dr. Webbaer (der hoffentlich, diesen “Blockquote-Salat” korrekt ausgezeichnet hat, sich ansonsten idF noch einmal korrigierend melden wird, “Holzie”!)

      • Bonuskommentar (ganz kurz) :

        “mRNA” und “CRISPR” könnten mächtig schief gehen, oder meinen andere anders?

        Lohnt es sich ?

        >:->

        • @Dr. Webbaer: CRISPR lohnt sich auf alle Fälle. Zum ersten Mal können Pflanzen und Tiere punktgenau genetisch verändert werden. Angeborene Erbkrankheiten können geheilt werden und wurden in klinischen Studien bereits geheilt. Zitat:

          Seit 2012 wurde das CRISPR-Cas9-System schnell und erfolgreich in einer Vielzahl von Organismen und Zellen, einschließlich hämatopoetischer Zellen, getestet. Die Anwendung von CRISPR-Cas9 in menschlichen hämatopoetischen Zellen betrifft hauptsächlich die Gene, die für HIV-Infektion, β-Thalassämie und Sichelzellanämie (SCD) verantwortlich sind. Die erfolgreiche Zerstörung der CCR5- und CXCR4-Gene in T-Zellen durch CRISPR-Cas9 fördert die Aussicht auf die Technologie zur funktionellen Heilung von HIV. In jüngerer Zeit wurde in mehreren Labors erfolgreich die Eliminierung von CCR5 und CXCR4 in induzierten pluripotenten Stammzellen (iPSCs) von Patienten durchgeführt, die auf das HIV-Genom abzielen. Die Ergebnisse dieser Ansätze bringen uns dem Ziel der Ausrottung der HIV-Infektion näher.

          In Kombination mit der mRNA-Technologie kann CRISPR an genau die richtigen Stellen im Organismus geführt werden (Zitat):

          mRNA-Formulierungen bieten ein erhebliches Potenzial als Vehikel für die In-vivo-Gen-Editierung.

          Es geht hier um somatische Gentherapien, als Gentherapien an Kindern oder Erwachsenen. Irgendwann wird man so wohl auch die Alterungsvorgänge stoppen können und sie Dr.Webbaer könnten ein paar hundert Jahre anhängen.

          • Ja, danke, Herr “Holzherr”, für Ihre Ergänzungen.

            Es gilt aber auch der Satz, dass die genaue Funktionsweise der Erbdatenhaltung nicht bekannt sein kann, u.a. wegen Komplexität nicht, und insofern, wie einige finden, außerordentlich vorsichtig mit diesen neuen Techniken umzugehen ist.
            Die nächste Genkartoffel könnte sozusagen (für den Konsumenten) die letzte Kartoffel sein, insbesondere seine Erbnachfolge meinend.

            Dr. Webbaer hat hier zuvörderst einen Gag beigebracht, an besondere Risiken bei (nach bestmöglicher Forschung sozusagen) genveränderten Pflanzen glaubt er nicht, wohl aber an die stets wie im Gag beschriebene Möglichkeit.
            Insofern scheint es angeraten, in Anbetracht dessen, was auf dem Spiel steht, auch bei der hier gemeinten Veränderung von Pflanzen sehr vorsichtig zu sein, nichts spricht an sich gegen eine sozusagen bessere Genkartoffel, verglichen mit der herkömmlichen Kartoffel, auch i.p. Reis und Getreide generell darf es aus diesseitiger Sicht so versucht werden, nicht aber beim Menschen (oder Bären), denn es könnte hier und wird hier – Murphy’s Law folgend – zu schwerwiegenden Seiteneffekten kommen.

            Sie sind oft so-o optimistisch, Herr “Holzherr”, das defensive Element, wie es sozusagen jeder Ingenieur kennt, scheint Ihnen a bisserl fremd zu sein, dezent formuliert.

            Mit freundlichen Grüßen
            Dr. Webbaer (den übrigens auch die Meinung des hiesigen freundlichen und sozusagen super-klugen werten Inhaltegebers dazu interessieren täte)

  3. Universeller Corona-Impfstoff basierend auf Ferritin-Nanopartikeln an die die Sars-CoV Proteine S, S1 und RBD gebunden sind
    Der Artikel SARS-CoV-2 ferritin nanoparticle vaccines elicit broad SARS coronavirus immunogenicity berichtet über einen weiteren Ansatz, der einen breit wirkenden Corona-Impfstoff ergibt, und zwar gegen SARS-CoV-2, SARS-CoV-1 und gegen besorgniserregende SARS-CoV-2 Varianten wie B.1.1.7, B.1.351, P.1, ALFQ.

    Dabei werden Ferritin-Nanopartikel mit den Sars-CoV Proteinen S, S1 und RBD gebunden und diese Nanopartikel als Impfstoff verwendet. In so geimpften Mäusen wurden hohe Titer an neutralisierenden Antikörpern sowohl gegen Sars-CoV-2 als auch gegen Sars-CoV-1 und gegen verschiedene Varianten von Sars-CoV-2 gefunden und eine passive Impfung mit den gebildeten Antikörpern schützte Mäuse, die mit Sars-CoV-2 infiziert wurden vor einer tödlichen Erkrankung, die beim ungeimpften Tier zu erwarten gewesen wäre.
    – das S-Protein ermöglicht dem Virus das Eindringen in die zu infizierende Wirts-Zelle
    – das S1-Protein enthält die RBD, also die Rezeptor bindende Domäne
    – die RBD ist die Rezeptor bindende Domäne, welche sich an das transmembrane Enzym ACE-2 bindet.

    Kurzum: Nanopartikel, an die die „richtigen“ Virusproteinen gebunden sind, können als Impfstoff dienen, der gegen eine ganze Reihe von Coronaviren zur Bildung von neutralisierenden Antikörpern führt. Ein Impfstoff gegen viele Coronaviren resultiert

    • Wichtiger Hinweis: Die S, S1 und RBD-Proteine, welche im beschriebenen Ferritin-Nanopartikel basierten Impfstoff verwendet wurden, wurden vor der Verwendung modifiziert um eine grössere Kreuzreaktivität, also eine breitere Anti-Corona-Wirkung zu ergeben.

  4. Vaccine Foundries um auf Epidemien unmittelbar zu reagieren
    In der Chip-Industrie spricht man heute von Chip Foundries und meint damit Chip-Fabriken, die im Auftrag Dritter Halbleiterchips in einer bestimmten Technologie fertigen. Apple etwa lässt seine selbst designten Chips in der Chip Foundry TSMC (Taiwan Semiconductor Manufacturing) fertigen. Das gleiche brauchen wir in der Impfstoffindustrie. Anstatt dass jede Pharmafirma ihre eigene Impfstofftechnologie pflegt, sollte eine Firma wie Pfizer/Biontech oder/und Moderna ihre Impfstoffe in einer ständig tätigen Impfstoff-Fertigungsstätte fertigen lassen. Bei BioNTech und Moderna wäre die zugrundeliegende Technologie die mRNA-Technologie und die Vaccine-Foundry, welche mRNA-Impfstoffe herstellt könnte beispielsweise Global mRNA Foundries heissen in Anlehnung an die Halbleiterfirma Globalfoundries.

    Gäbe es eine ständig tätige mRNA Foundry, könnte auf einen Epidemieausbruch mit einem neuen Virus folgendermassen reagiert werden: 1) genetische Identifikation/Sequenzierung des Virus 2) Design des Antigenabschnitts, welcher im Impfstoff verwendet werden soll 3) Herstellung des Impfstoffs in einem mRNA-Labor 5) Tests an Tieren 4) Auftrag an die Global mRNA Foundries, den neuen Impfstoff in Millionendosen herzustellen für eine erste klinische Studie.

    Die Idee dahinter stammt nicht völlig aus meiner eigenen Küche, sondern ist im Ansatz etwa im Nature-Artikel An mRNA vaccine industry in the making schon angelegt, wo man in der Überschrift liest:

    Die Technologie [der Impfstoff-Fabriken] könnte die Grundlage für eine neue Generation von Impfstoffen gegen Krankheiten wie HIV/AIDS und Malaria bilden.

    Dort liest man etwa die Sätze:

    Geschwindigkeit und Vielseitigkeit machen mRNA für Forscher interessant. „Sie brauchen nur die Sequenz des Proteins, mit dem Sie impfen wollen, und Sie können es schnell schaffen“, sagt Dennis Burton, Immunologe bei Scripps Research in La Jolla, Kalifornien.

    Zukünftige Innovation: Vaccine Foundries produzieren Impfstoffe für Millionen von Menschen in Wochen statt Monaten und verhindern damit, dass aus Epidemien Pandemien werden.

Schreibe einen Kommentar