Laura oder der Duft der Frauen Teil 1 [Video]

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Ihr Duft macht Frauen für Männer attraktiv. Doch was riechen Männer da überhaupt und welche Wirkung hat der Duft auf das männliche Sexualverhalten und die männliche Partnerwahl? Diese Fragen möchte ich in diesem und dem folgenden Artikel beantworten. Wer ist Laura? Das werde ich euch sagen – aber noch ein wenig Geduld…

Wie entsteht ein Geruch?

Das was man riecht, sind die Stoffwechselprodukte des Menschen und der Bakterien die auf seiner Haut leben. Der individuelle Geruch wird beeinflusst von der aufgenommenen Nahrung, Krankheiten, Cremes und anderen Hautpflegeprodukten.

Es gibt zwei Arten von Geruch: Der „flüchtige“ Geruch und der „beständige“ Geruch. Beim flüchtigen Geruch sind die Stoffwechselprodukte leichter als Luft und steigen kegelförmig nach oben. Dieser Geruch ist natürlich windanfällig und umgibt den Menschen wie eine Wolke. Diesen Geruch nehmen wir oft im Vorübergehen war.

Der beständige Geruch eines Menschen an einem Ort ist abhängig von seinen Hautschuppen, die vom Körper abfallen und so den Geruch produzieren wenn sich der Mensch längst nicht mehr in der Nähe befindet.  Diese Hautzellen und die Bakterien auf den Hautzellen sammeln sich auf der Kleidung, den Möbeln, dem Boden und produzieren so den spezifischen Geruch. Natürlich kann man sich vorstellen, das an Orten wo viele Menschen verkehren jeder seine individuelle „Duftmarke“ hinterlässt. Jeder Mensch verliert ständig alte Hautzellen. Je schneller er sich bewegt, desto mehr Hautzellen verliert er. Bleibt ein Mensch längere Zeit an einer bestimmten Stelle stehen, so sammelt sich eine größere Menge Hautzellen an dieser Stelle an.

Genug der trockenen Wissenschaft! Machen wir einen Schlenker nach Hollywood und sprechen über den Film  „Das Parfüm – Die Geschichte eines Mörders

Das Parfüm – Die Geschichte eines Mörders

In diesem Film, nach dem gleichnamigen Roman von Patrick Süskind, geht es um Grenouille der im Paris des 18. Jahrhunderts lebt und den Geruchssinn eines Hundes hat. Auf der Straße entdeckt er einen Duft der es ihm besonders angetan hat: Es ist der Duft eines jungen Mädchens, das Mirabellen verkauft. Grenouille folgt ihr, sie erschrickt und schreit, und er hält ihr den Mund zu, da in diesem Augenblick Passanten vorbeikommen und er damit in Gefahr ist, entdeckt zu werden. Grenouille bemerkt kurz darauf, dass er das Mädchen erstickt hat. Er entkleidet sie und saugt gierig den Duft des toten Mädchens in seine Nase, jedoch gerät er in große Verzweiflung, als ihm gegenwärtig wird, dass mit ihrem Tod auch ihr Duft verschwindet.

Je intensiver der Geruch ist, desto höher ist die Stoffwechselrate der Bakterien und desto schneller sind die Nahrungsreserven, die die Hautzellen bereitstellen, erschöpft. Umgekehrt, je schwächer die Geruchsentwicklung desto geringer der Stoffwechselrate der Bakterien, was dazu führt, dass der Geruch länger anhält. Die Stoffwechselproduktion der Bakterien hängt stark von der Temperatur und der Feuchtigkeit ab. Kein Wunder also, dass wir im Sommer (Wärme), wenn wir draußen Sport treiben und schwitzen (Feuchtigkeit), besonders stark riechen. Allgemein gesagt ist es nicht unbedingt so, dass der Geruch im Laufe der Zeit kontinuierlich abnimmt, sondern es kann aufgrund der Witterung zu großen Schwankungen kommen.

Laura

Wer ist Laura? Laura ist ein Mädchen aus dem Film “Das Parfüm – Die Geschichte eines Mörders”

Auf dem Weg nach Grasse entdeckt Grenouille einen Duft, der köstlicher ist als der des ermordeten Mädchens in Paris: Ein junges Mädchen fährt in einer Kutsche vorbei.  Laura. Grenouille folgt ihr nach Grasse bis zu ihrem Haus. In dem folgenden Video sieht man wie Grenouille zum ersten Mal Laura begegnet.

Frauen wie Laura haben schon viele Dichter inspiriert, so auch den Perser Abu Sd’id Ibn L-Chair, er schreibt:

Als kaum es deinen Duft gespürt, der mit dem Ostwind hergeflogen,
Hat sich mein Herz von mir getrennt, ist dich zu suchen ausgeflogen.
Vergessen hat es längst nun schon den Leib, der einst ihm Heimat war, Und hat zugleich mit deinem Duft dein ganzes Wesen eingesogen

So das war’s jetzt erstmal… im zweiten Teil geht es dann um die Wirkung des weiblichen Geruchs auf das männliche Sexualverhalten und die männliche Partnerwahl. Da erfahrt ihr warum es zumindest biologisch! Sinn macht wenn weibliche Groupies ihre getragenen ungewaschenen Unterhosen dem männlichen Popstar auf die Konzertbühne werfen.

Weiterführende Literatur 

What it’s like to live without a sense of smell

Smell and Self-Control

Laura oder der Duft der Frauen Teil 2

Riechen: Wie das Hirn Duftnoten unterscheidet

Veröffentlicht von

Joe Dramiga ist Neurogenetiker und hat Biologie an der Universität Köln und am King’s College London studiert. In seiner Doktorarbeit beschäftigte er sich mit der Genexpression in einem Mausmodell für die Frontotemporale Demenz. Die Frontotemporale Demenz ist eine Erkrankung des Gehirns, die sowohl Ähnlichkeit mit Alzheimer als auch mit Parkinson hat. Kontakt: jdramiga [at] googlemail [dot] com

4 Kommentare

  1. @Joe: was kommt da?

    “So das war’s jetzt erstmal… im zweiten Teil geht es dann um die Wirkung des weiblichen Geruchs auf das männliche Sexualverhalten und die männliche Partnerwahl.”

    Eigentlich ist klar, daß ein angenehmer Geruch höchstens eine notwendige Bedingung bei der Partnerwahl spielen kann. Wenn du versuchst, die Sache doch irgendwie spannend zu machen, muß du schon behaupten, daß man sich die Entstehung einer Entscheidung wie nach einem Faktorenmodell, als gewichtete Summe oder auffassen läßt. Nur: Warum sollen wir das glauben?

    Doch schon von einer notwendigen Bedingung weg zu einer gewichteten Summe überzugehen zieht zwei Probleme nach sich: Zum einen möchte ich dann wissen, warum es keinen nicht-linearen Zusammenhang geben soll und zum anderen möchte ich wissen, warum sich die Ätiologie einer Entscheidung bei derselben oder gar allen Personen auch nur ein einziges Mal wiederholen soll?

    Ich würde also sagen, daß du auf metaphysische Annahmen angewiesen sein wirst – falls du es überhaupt spannend machen willst.

    Aber wir werden sehen …. 🙂

  2. @ Elmar /Modellbildung

    Ich schreibe lediglich von einer Wirkung des weiblichen Geruchs und versuche Teile des physiologischen Mechanismus zu erklären. Ich versuche kein Modell der Entscheidungsfindung, das auf dem Geruch basiert, aufzustellen.

  3. Kein Wunder also, dass wir im Sommer (Wärme), wenn wir draußen Sport treiben und schwitzen (Feuchtigkeit), besonders stark riechen.

    Beim Sport dürften wir nicht stark riechen. Aber wenn jemand mit seinen Sportklamotten noch in den Biergarten ginge müßte es danach anfangen zu riechen. Die Bakterien brauchen doch bestimmt eine gewisse Zeit um zu verstoffwechseln.

  4. @ Martin Huhn Geruch/Sport

    Ja, die Bakterien brauchen natürlich Zeit für den Stoffwechsel und damit braucht es auch Zeit bis man riecht. Ich denke aber, dass durch die Wärme aufgrund der Reaktionsgeschwindigkeit-Temperatur-Regel (RGT-Regel)schneller Geruch entsteht. Zusätzlich kommt es auf die Sportart und die Zeit die man ihr widmet an.

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