Internationaler Tag gegen Rassismus: Der Ansatz des Kritischen Weißseins

BLOG: Die Sankore Schriften

Die Welt ist voller Rätsel
Die Sankore Schriften

Peter (20), BWL-Student in Köln, sucht dringend eine Wohnung. Er hat in den Wohnungsanzeigen des Kölner Stadtanzeigers einige interessante Angebote entdeckt und macht sich nun mit der Straßenbahn auf den Weg zu seiner ersten Wohnungsbesichtigung in Köln Lindenthal, dem Stadtteil in dem sich die Universität befindet.  Eine halbe Stunde Bahnfahrt, zehn Minuten Fußweg dann ist er angekommen: DING DONG! Die Tür öffnet sich und ein mürrisch dreinblickender Thilo in den Fünfzigern erscheint im Türrahmen.

„Ja, Bitte?”

Ich komme wegen der Wohnungsanzeige. Ist die….“

Peter kommt nicht dazu den Satz zu beenden.

„Ich vermiete nicht an Afrikaner“ entgegnet der Vermieter, schließt die Tür und lässt den verdutzt dreinblickenden Peter ratlos auf dem Treppenabsatz zurück.

Gustav (20), ein weißer Medizin-Student, der eine Stunde später erscheint, bekommt vom gleichen Vermieter die Gelegenheit sich die Wohnung anzuschauen.

Peter hatte das Pech, das ihn der Vermieter aufgrund seiner Herkunft und Hautfarbe diskriminierte. Er hofft, dass dieser Vorfall bei der weiteren Wohnungssuche eine unrühmliche Ausnahme bleibt.

Peter ist aufgrund seiner Hautfarbe bei der Wohnungssuche benachteiligt worden die meisten Leser denken OHNE gleichzeitig mitzudenken, dass Gustav aufgrund seiner Hautfarbe bevorteilt, wurde also privilegiert ist. Gustav hatte einen Nutzen vom rassistischen Verhalten des Vermieters gegenüber Peter – ohne selbst rassistisch zu sein.

Ich hebe das hervor, da Rassismus im Alltagsverständnis allzu oft auf eine Interaktion zwischen zwei Menschen reduziert wird und der Diskriminierungsaspekt im Vordergrund steht. Rassismus ist als gesellschaftliches und kulturelles Phänomen jedoch sehr viel umfassender und subtiler.

Mir geht es daher heute nicht um Thilo, den rassistischen Vermieter, über solche Menschen und ihren Opfern wird am heutigen Tag noch viel geschrieben und gesprochen werden. Mir geht es um Gustav, der für die überwiegende Mehrheit der weißen Deutschen steht. Gustav ein Mitglied jener Gruppe, die Bundeskanzler Gerhard Schröder damals mit seinem „Aufstand der Anständigen“ ansprechen wollte.

Angenommen Gustav erführe von dem Vorfall zwischen Peter und dem Vermieter. Gustavs erstes Privileg ist, dass er sich nicht mit dem Vorfall befassen muss. Er kann sagen: „Ich setze mich jetzt mal mit Rassismus auseinander heute am Internationalen Tag gegen Rassismus.“ Genau so schnell – nämlich nächste Woche – kann er es auch wieder lassen. Peter hat diese Wahl nicht. Ist es Gustav bewusst, dass er die Wohnung anschauen durfte, weil er weiß war? Nein, denn Weißsein wird im Allgemeinen nicht benannt oder markiert. Es bleibt unsichtbar und wird von Weißen Menschen unbewusst als „Norm“ wahrgenommen, der alles davon Abweichende gegenüber gestellt wird. Darüber hinaus geht mit dem Weißsein eine Vielzahl von Privilegien einher, die aber von den betroffenen Personen meist nicht als solche identifiziert, sondern als selbstverständlich betrachtet werden.

Diese implizite Normsetzung wird besonders beim Begriff „Farbige“ sichtbar. Alle Menschen haben eine Hautfarbe aber warum werden „Weiße“ dann nicht als „Farbige“ bezeichnet?  Warum wird oft von „Schwarzafrikanern“ gesprochen aber nie von „Weißeuropäern“? Warum erübrigt sich bei Europäern diese nähere Bestimmung durch ein Farbadjektiv? Schwarz ist das Bestimmbare, das Sichtbare.

In der Tagespresse kann man bei Berichten über rassistische Vorfälle häufig Schlagzeilen wie diese finden:

Schwarzer am Hauptbahnhof brutal zusammengeschlagen 

Afrikaner Eintritt zur Diskothek verwehrt.

Die Hautfarbe oder die Herkunft des Opfers wird benannt aber nicht die des Täters.

Gustav hat die Sicherheit, dass er im öffentlichen Raum aufgrund seines Weiß-Seins nicht rassistisch beschimpft, an seinen Haaren angefasst oder noch schlimmer verprügelt wird. Er genießt aufgrund seines Weiß-Seins im Alltag den Schutz der Anonymität: die Aufmerksamkeit ist nicht ständig auf ihn gerichtet und seine Zugehörigkeit als Weißer ist selbstverständlich. Wenn sich an einem bestimmten Ort nur Weiße aufhalten, wird er davon ausgehen, dass es daran liegt, dass Weiße in Deutschland nun mal die Mehrheit stellen und nicht die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass das so ist, weil Schwarze ausgegrenzt werden.

Zusätzlich nehmen Schwarze und Weiße den Deutschland aufgrund ihrer Erfahrungen oder Nicht-Erfahrungen sehr unterschiedlich wahr. Während der weiße Innenminister Schäuble bei der Vorstellung des Verfassungsschutzberichts 2005 die Existenz von “No-go-Areas” in Deutschland bestritten hat, erklärt der schwarze Bundestagsabgeordente Edathy: Er selbst würde nachts bestimmte Teile von Ostberlin nicht betreten. Für Edathy gibt es also No-Go-Areas. Schäuble aber bestreitet das. Leugnet das, was er nicht haben will.

Peter hingegen wird im öffentlichen Raum von manchen Leuten penetrant angeblickt: neugierig, misstrauisch, staunend. Manchmal beschimpfen ihn Fremde. Mehrfach haben Kinder wie Erwachsene in der Straßenbahn oder im Bus nach seinen Haaren gegriffen und gesagt, dass sich das so toll anfühlt „wie Wolle“.

Sie sprechen aber ein schönes Deutsch“ ein aufrichtiges aber gefährliches Kompliment, das Peter öfters zu hören bekommt. Warum gefährlich? Das Erstaunen ob des schönen Deutschs zeigt nur, dass ein gebrochenes, fehlerhaftes Deutsch mit Akzent erwartet wurde. Warum wurde das erwartet? Weil aufgrund der dunklen Hautfarbe angenommen wird, dass Peter nicht aus Deutschland ist und wer nicht aus Deutschland ist, muss Deutsch erst mühsam als Fremdsprache lernen. Peter, der übrigens schwarzer Deutscher ist, spricht genau so gut oder schlecht Deutsch wie Gustav – aber Gustav bekommt nie solche Komplimente. Dabei könnte Gustav ja Aussiedler oder aus Polen sein und erst vor Kurzem nach Deutschland gekommen sein – aber aufgrund seines Weiß-Seins wird erstmal implizit angenommen, dass er Deutscher ist, wenn er Deutsch ohne Akzent spricht. In Abwandlung eines bekannten Spruchs gilt er solange als Deutscher bis seine andere Staatsangehörigkeit bewiesen ist. Was aber auch zeigt wie stark die Assoziation zwischen Weiß-Sein und Deutsch-Sein in der Psyche der Menschen verankert ist.

Gustavs Privilegien gelten übrigens global nicht nur in Deutschland, wo Weiße die Mehrheit stellen. Sie gelten, auch wenn Gustav in einem Land ist wo Schwarze die Mehrheit stellen. Nehmen wir an Gustav befindet sich als Tourist in Mombasa, Kenia und feilscht auf dem Markt um den Preis für Mangos. Natürlich wird der Obsthändler Gustav die Mangos für einen viel höheren Preis anbieten als den Einheimischen, weil er weiß dass Gustav aus Europa kommt und im Gegensatz zu den Einheimischen diesen Preis bezahlen kann, er also das Geld (Kaufkraft) und somit die Macht hat. Der Händler wird sich also nach Kräften um ihn bemühen und die einheimischen Kunden dafür vernachlässigen. Je mehr Weiße und je öfter diese bei dem Obsthändler kaufen umso besser geht es ihm finanziell. Das höhere Einkommen ermöglicht ihm den Zugriff auf gesellschaftliche und ökonomische Ressourcen, die ihm bisher verwehrt blieben. Gustavs globales Privileg wird zum lokalen Privileg des kenianischen Obsthändlers. Selbst die schwarze Schönheit, die ihn abends an der Hotelbar anlächelt, tut das vielleicht nicht, weil er wie Brad Pitt aussieht, sondern weil er als weißer Europäer durch eine Liasion oder Heirat womöglich einen Weg aus ihrer Armut bietet.

Gustav bekommt am Flughafen in Nairobi problemlos ein Visum für Kenia. Er muss nur 50 US Dollar zahlen und kann dann dort 3 Monate bleiben. Will der kenianische Obsthändler aber als Tourist Urlaub in Deutschland machen muss er zur Deutschen Botschaft in Nairobi und für sein Touristenvisum Folgendes erbringen:

Reisepass des Antragsstellers, gültig bis mindestens 3 Monate nach vorgesehener Rückreise und 1 Kopie.

2 biometrische Passfotos (3,5 cm x 4,5 cm), nicht älter als 3 Monate, heller Hintergrund.

1 Antragsformular für Schengen-Visa, ausgefüllt und unterschrieben

Hotel Reservierung und plausiblen Reiseverlauf

Bescheinigung des kenianischen Arbeitgebers über die Funktion, den Zeitpunkt der Einstellung, das monatliche Einkommen des Antragstellers, den Jahresurlaubsanspruch und über den für die vorgesehene Reise gewährten Urlaub

Nachweis der finanziellen Verwurzelung in Kenia anhand von Kontoauszügen, Grundbesitz etc.

Nachweis der familiären Verwurzelun in Kenia anhand von Geburts,- Heiratsurkunden etc

Krankenversicherungsnachweis für die Aufenthaltsdauer im Schengenraum, Mindestdeckung 30.000,– €, im Original und in Kopie

Dazu kommen noch 60 Euro Visa-Gebühren.

Worauf beruhen Gustavs Privilegien als Weißer in Kenia? Sie sind die Folge von Jahrhunderten europäischer Expansion, Kolonialismus und Sklaverei. Gustav profitiert von diesen historischen Ereignissen, ob er will oder nicht. Zwischen Weiß und Schwarz gibt es also eine Machtbeziehung. Trotz der guten Absichten beruht auch das patriarchalische Verhältnis des weißen Entwicklungshelfers in Afrika zu den schwarzen Einheimischen darauf.

Plant Gustav aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse Deutschland zu verlassen und in Australien eine Kängurufarm aufzumachen, wird man ihn als Auswanderer bezeichnen. Verlässt der arbeitslose Jean seine Heimat, den Kongo, um in Deutschland Arbeit zu finden, heißt es er ist Wirtschaftsflüchtling.

Anfang der 90er Jahre, angeregt durch die Literaturnobelpreisträgerin Toni Morrison, rückte Weiß-Sein in den Fokus der Betrachtungen der amerikanischen Rassismusforschung. In den USA bekam dieses Vorgehen den Namen „Critical Whiteness“, in Deutschland gibt es diesen Ansatz erst seit wenigen Jahren. Die Kritische Weißseins-Forschung versucht, den Ursprung und die verschiedenen Aspekte des Rassismus von einer anderen Seite zu beleuchten, indem sie die Ausgrenzenden anstelle der Ausgegrenzten in den Mittelpunkt des Diskurses rückt. Dabei geht es nicht darum, Menschen aufgrund ihrer äußeren Merkmale verschiedenen Gruppen zuzuordnen, sondern darum auf strukturelle Hierarchien aufmerksam zu machen und dabei Weißsein als Konstruktion zu entlarven. Daher stehen die Begriffe Weiß und Schwarz nicht etwa für Hautfarben, sondern werden als soziale Konstruktionen verstanden.

Als Weißer mit antirassistischem Anliegen genügt es nicht, nicht zu diskriminieren oder diejenigen, die das tun, anzugreifen. All das ist notwendig, aber es ist darüber hinaus wichtig, darüber zu reflektieren, wie man selbst sozialisiert wurde und woher die eigenen weißen Privilegien kommen –  um sie dann sichtbar zu machen und zu bekämpfen.

Nach dieser Reflexion soll man sich dann bemühen Beziehungen mit Benachteiligten auf Augenhöhe aufzubauen, indem man, zuhört, Feedback erfragt, auf Führungspositionen verzichtet, materielle und immatierelle Ressourcen anbietet.

Einige fangen schon an und es werden mehr.

Einen ähnlichen Ansatz wie die Critical Whiteness findet man übrigens schon bei dem deutschen evangelischen Theologen Friedrich Schleiermacher (1768-1834) also aus einer ganz anderen Ecke.

Nach Schleiermacher reicht es nicht aus, dass wir vernünftige und sittliche Menschen sind, da es immer Menschen gibt, die in einer bestimmten Umgebung privilegiert sind. Schleiermacher setzt an mit der Überlegung, dass wir in Umgebungen leben, die uns stärken oder schwächen. Während manche von uns durch ihre gesellschaftlichen Umgebungen besonders gestärkt werden, werden andere durch eben diese Umgebungen besonders geschwächt. Deshalb müssen, so Schleiermacher, die am meisten Begünstigten den am stärksten Benachteiligten am meisten helfen. Er fragt, wie wir durch unser Handeln „gesellig“ ausstrahlen können, das heißt unsere Umgebung durch unser Verhalten so positiv verändern können, dass es nicht nur uns selbst sondern auch anderen zugutekommt.

Menschen die zum Beispiel verschiedene Herkunft und verschiedene Bildung haben benötigen unterschiedliche Bedingungen zur optimalen Selbstentfaltung. Er ist darin interessiert, Gesellschaftsformen zu erfassen und zu kultivieren, die erlauben, die individuelle Vielfalt einer Gesellschaft zu steigern.  In seiner Schrift „Versuch einer Theorie des geselligen Betragens“ sucht er die Bausteine zu einer funktionierenden multikulturellen Gesellschaft.

Literatur

Wachendorfer, Ursula (2004): Weiß-Sein in Deutschland. In: ADB Köln/cbN (Hg.): TheBlackBook

Sow, Noah (2008): Deutschland Schwarz Weiss

Hooks, Bell (1994): Black Looks. Popkultur – Medien – Rassismus

Rommelspacher, Birgit (2002): Anerkennung und Ausgrenzung. Deutschland als multikulturelle Gesellschaft.

Laschet, Armin (2009): Die Aufsteigerrepublik Zuwanderung als Chance

 

 

 

Joe Dramiga

Veröffentlicht von

Joe Dramiga ist Neurogenetiker und hat Biologie an der Universität Köln und am King’s College London studiert. In seiner Doktorarbeit beschäftigte er sich mit der Genexpression in einem Mausmodell für die Frontotemporale Demenz. Die Frontotemporale Demenz ist eine Erkrankung des Gehirns, die sowohl Ähnlichkeit mit Alzheimer als auch mit Parkinson hat. Kontakt: jdramiga [at] googlemail [dot] com

34 Kommentare

  1. Es

    wäre besser über die Zugehörigkeit zu sogenannten Rassen nicht zu sprechen, auch das Aufrechnen von Verbrechen oder das zuzreit häufiger vorkommende Autorassistische sind nicht cool.

  2. Worauf beruhen Gustavs Privilegien als Weißer in Kenia? Sie sind die Folge von Jahrhunderten europäischer Expansion, Kolonialismus und Sklaverei.

    Ich hatte in Uganda und Tansania immer mehr das Gefühl, dass die Beamten schlicht davon ausgingen, das ich mich beim ersten Anzeichen eines Problems so schnell wie möglich wieder in mein Heimatland verziehen und niemanden dort weiter damit damit weiter belästigen würde. dass dieses Privileg der einfachen Einreise in diese Staaten durchaus auch mit dem wirtschaftlichen Gefälle zwischen den Ländern zu tun haben könnte.

    Ansonsten gebe ich dir gerne Recht. Die Ungleichheit in der Behandlung ging mir tierisch auf den Senkel. Ich hatte ein klitzekleines Visaproblem in Uganda. Aufgrund einer Falschberatung war mein Visum nämlich schlicht abgelaufen. Außer einer kleinen Standpauke beim Amt musste ich aber kaum etwas ausstehen. Ich hätte umgekehrt nicht in der Haut eines Uganders stecken mögen, dem das selbe hier in Deutschland widerfahren wäre. Der wäre wohl kaum mit einer auschweifigen Entschuldigung und einem möglichst betroffenen Gesichtsausdruck davongekommen.

  3. Der Autor beschreibt seine subjektive Sicht der Dinge, und vermengt rassistische Diskriminierung (ein Schwarzer bekommt keine Wohnung), harmlose Vorurteile (Schwarze sprechen schlechtes Deutsch) und politische Benachteiligung die weniger mit der Hautfarbe und mehr mit der Staatszugehoerigkeit zu tun haben (Reisebeschraenkung).

    Der Autor haette auch erwaehnen koennen, dass Peter genauso schnell wie Gustav ein Kenia-Visum bekommen kann, oder das afrikanische Kinder auch einem weissem Mann ins Haar fassen wollen. Und warum sich mancher Deutsche wundert, wenn ein Schwarzer ohne Akzent spricht ist ja auch einfach zu beantworten.

    Es ist verstaendlich, dass Vorurteile auch dann unglaublich nerven koennen, wenn sie nicht boese gemeint sind, rassistisch sind sie deshalb aber nicht.

  4. Irgendwie ist es doch schon umgekehrter Rassismus jeden Angehörigen der weißen Rasse als rassistisch zu bezeichnen, einerseits aufgrund von Ereignissen auf die sie keinen Einfluss haben und andererseits aufgrund von (zugegebenermaßen durchaus subjektiven) Erfahrungswerten.

    Fragt sich natürlich woher das kommt, aber objektiv gesehen profitieren andere Rassen/Nationalitäten bereits sehr stark von den nordeuropäischen Kulturen.
    Einwanderer erhalten Asylantengeld (versucht das mal als deutscher Auswanderer in Kenia zu erhalten) und Krankenversicherung.

    Aber natürlich kann man seine Vorteile noch erhöhen, wenn man allen Weißen ein schlechtes Gewissen macht.

    Schade, dass auch noch viele darauf reinfallen und ebenso viele nichtweiße in die vermeintliche Opferrolle verfallen, in der es okay ist, weiße Kulturen (von denen dieses Nutznießer sind) zu verunglimpfen, während umgekehrte Kritik als Rassismus abgestempelt werden kann.

    Es ist natürlich einfacher, alles auf Rassismus zu schieben und sich zu beklagen, als etwas dagegen zu tun.
    Ich kenne ein paar Schwarze die zwar auch schon aufgrund rassistischer Vorurteile benachteiligt wurden, doch es steht jedem frei hart zu arbeiten, sich zu behaupten und Vorurteile aus dem Weg zu räumen…

    Wehleidiges Beklagen und Generalanklagen… nun ja das hört sich an wie das weinerliche Geplärre eines unmündiges Kindes…

  5. @ Dr Webbaer

    Ich spreche nicht von Zugehörigkeit zu sogenannten Rassen. Welche Verbrechen rechne ich auf? Spielen Sie Scrabble? Erklären Sie mir bitte ihren Begriff „autorassistisch“. Der sollte schnellstens in die neuen Soziologie-Lexika eingetragen werden.

  6. @ Gunnar

    Das wirtschaftliche Gefälle zwischen diesen Ländern (z. B. Deutschland und Kenia), was Du ansprichst, hat sicher auch Wurzeln im Kolonialismus, wo schwarze Menschen gezwungen wurden, für weiße Menschen ohne einen Lohn oder für einen sehr geringen Lohn zu arbeiten. Die Früchte dieser Arbeit wurden in Form von Rohstoffen exportiert und in eine Wertschöpfungskette eingespeist, die zu hohen Profiten führte für weiße Menschen und ihre Herkunftsländer. Der Reichtum der Kolonialländer beruhte also auf der gemachten Armut der kolonisierten Länder.

  7. @ Detlef Schulze

    Das ich auf meinem Blog eine subjektive Sicht der Dinge beschreibe ist ja kein Wunder. Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass diese Meinung völlig aus der Luft gegriffen ist und nicht auf Fakten basiert. Außerdem habe ich in meinem Text erwähnt, dass es mir ja gerade darum geht, dieses Konglomerat von Diskriminierung, Privilegien, politischer Benachteiligung mit seinen ökonomischen und gesellschaftlichen Verflechtungen aufzuzeigen.
    Natürlich kann Peter genauso schnell wie Gustav ein Keniavisum bekommen. Peter kann sich auch genauso einfach wie Gustav im Supermarkt ein Tüte Gummibärchen kaufen. Es ist mir schon klar, dass Peter nicht in ALLEN Lebensbereichen und IMMER aufgrund seiner Hautfarbe benachteiligt ist. Es geht hier bei dem Beispiel mit dem Visum um den wesentlichen größeren Aufwand, den ein Kenianer betreiben muss, um als Tourist nach Deutschland zu reisen im Vergleich zu einem Deutschen, der als Tourist nach Kenia reist. Ein anderes Beispiel, mit welchen subtilen Mitteln die Behörden arbeiten: Wenn ich z. B. als Deutscher eine Uganderin heiraten will, muss ich meine Einbürgerungsurkunde beim Standesamt vorliegen, weil ich vorher Ugander war. Eigentlich -so denkt man – sollte es doch egal sein denn jetzt bin ich Deutscher und da sollte es keine Rolle spielen, ob ich von Geburt an Deutscher war oder die deutsche Staatsbürgerschaft im Laufe meines Lebens erworben habe.
    Selbst wenn afrikanische Kinder einem weißen Mann in die Haare fassen wollten, was ich stark bezweifle, ist das nicht Gleiche wie wenn fremde weiße Menschen in Deutschland einem Afrikaner in die Haare greifen. Wollen und Tun sind zwei unterschiedliche Dinge. Jemanden, ob Schwarz oder Weiß einfach so ungefragt in die Haare zu greifen ist in den meisten afrikanischen Ländern stark verpönt und würde von den Eltern dieser afrikanischen Kinder entsprechend schwer geahndet. Umso höher ist die Hemmschwelle für afrikanische Kinder, das bei einem Weißen aus einem anderem Land zu tun, dessen Gebräuche und Sitten sie nicht kennen.

  8. @ Gustav

    Es ist kein umgekehrter Rassismus, wenn ich von den Privilegien spreche, die weiße Menschen genießen, auch wenn sie selbst nicht rassistisch sind, wie hier Gustav. Ich spreche davon, dass auch Gustav ungewollt vom Rassismus profitiert. Ich profitiere z. B. auch als Mann davon, dass ich für die gleiche Arbeit mehr Geld bekomme als eine Frau, dafür brauche ich nicht sexistisch zu sein.
    Wenn Sie glauben als weißer deutscher Mensch ein schlechtes Gewissen haben zu müssen, dann ist das ihre individuelle Entscheidung – aber dass historische Ereignisse wie die Sklaverei, Kolonialismus und Nationalsozialismus verschiedene Auswirkungen auf verschiedene Menschen und verschiedene Länder bis heute haben ist nun mal der Lauf der Dinge ob sie das wahrhaben wollen oder nicht. Bleiben Sie weiter in ihrer Schmollecke hocken und warten Sie darauf, dass die anderen Kinder mit Ihnen spielen. Es steht Ihnen jedoch frei hart an sich zu arbeiten, sich zu behaupten und Vorurteile aus dem Weg zu räumen.

  9. @ Joe

    Howdy,

    im Artikel gibt es fünfzehnmal die Wurzel ‘Rass’ zu lesen, etliche Zuordnungen ergänzen – und falls in den Beispielen kein Rassismus vorliegen sollte, dann liegt womöglich ein Problem vor, das Sie betrifft.

    Der Vorhalt des Rassismus ist ziemlich schwerwiegend, muss gut begründet sein, die Begründung kann der Schreiber dieser Zeilen zumindest bisher nicht dem Artikel entnehmen.

    Wichtich also die Klärung dieser Frage: Q: Wie definieren Sie R.?

    OK, der Auto-X-ismus meint generell den X-ismus gegen eine Gruppe, der man selbst angehört. Bekannt ist bspw. der jüdische Selbsthass mit sozusagen autoantisemitischen Zügen.
    Wenn Doitsche bspw. so etwas sagen oder schreiben: ‘Rassismus kann nicht von Minderheiten ausgehen, sondern nur von der Mehrheitsgesellschaft.’ – ist das ein Merkmal von Autorassismus.

    MFG
    Dr. W

  10. @Joe Dramiga

    “Außerdem habe ich in meinem Text erwähnt, dass es mir ja gerade darum geht, dieses Konglomerat von Diskriminierung, Privilegien, politischer Benachteiligung mit seinen ökonomischen und gesellschaftlichen Verflechtungen aufzuzeigen.”

    Genau, und ich glaube das diese Verflechtungen nicht so existieren, wie Sie behaupten sondern das es sich meist um voellig unterschiedliche Dinge handelt. Um Rassismus und Diskriminierung zu erkennen muessen Sie zwei Deutsche Maenner vergleichen, die sich in ihrer Hautfarbe unterscheiden (Peter und Gustav – wie Sie das im ersten Abschnitt gemacht haben), und koennen nicht einen weissen Deutschen mit einem schwarzen Kenianer vergleichen.

    Das Visa-Beispiel und auch ihr Heirats-Beispiel (aus dem Kommentar oben) haben doch nichts mit der Hautfarbe zu tun. Ein weisser aus Russland oder Moldavien hat wahrscheinlich die selben Visa-Probleme und jeder nicht-deutsch-geborene muss auch seine Einbuergerungsurkunde vorzeigen wenn er heiraten will. Meine Tochter wurde in den USA geboren und die deutsche Behoerden wollten meine US-Greencard sehen als wir fuer sie einen deutschen Pass beantragt haben. Das macht scheinbar keinen Sinn, aber das nennt man wohl Buerokratie und die unterscheidet nicht nach der Hautfarbe.

    Im Blogeintrag gibt es viele Beispiele die meiner Ansicht nach kein Zeichen fuer Rassismus sind und die man auch “andersrum” haette schreiben koennen. Man haette sagen koennen, dass Gustav in Mombassa heaufig bedraenkt wird, weil jeder ihm sein Zeug fuer ein Vielfaches des Wertes verkaufen will, dass jeder Bettler ihn um Geld bittet oder dass er staendig von aufdringlichen minderjaehrigen Prostituierten angesprochen wird, waehrend Peter sich in Ruhe am Strand ein Bierchen goennt. Man kann auch erwaehnen, dass es fuer den deutschen Hartz-IV Empfaenger sehr schwierig ist z.B. in die USA auszuwandern, da er dort eben niemanden kennt und keine Arbeitserlaubnis bekommt. Ein Afrikaner hingegen, wird mit etwas Glueck als politisch verfolgt eingestuft, und ist er erstmal im Land (das ist oft das Schwierige) wird er sehr schnell in das dortige Netzwerk aus Afrika-Immigranten eingebunden, und es wird ihm geholfen sich schnell zurecht zufinden.

    Noch kurz zu den Haaren: Ich schrieb aus eigener Erfahreung (Kinder haben gewollt und ich habe ihnen erlaubt es zu tun). Kleine Kinder verhalten sich ueberall auf der Welt gleich. Und wie Erwachsene mit Neugier umgehen ist kulturell unterschiedlich (Erwachsene wollten noch nie meine Haare anfassen). In manchen Kulturen ist man eher aufdringlich in anderen zurueckhaltend. Ich sehe darin aber keinen Rassismuss.

    PS: Ich war noch nie in Kenia, und habe meine Erfahrung aus anderen Laendern ignoranterweise einfachmal auf Kenia uebertragen. Vielleicht sind ja alle Menschen dort super zurueckhaltend.

  11. @ Detlef Schulze Verflechtungen

    “Genau, und ich glaube das diese Verflechtungen nicht so existieren, wie Sie behaupten sondern das es sich meist um voellig unterschiedliche Dinge handelt.”

    Es handelt sich um unterschiedliche Dinge, die aber zusammenkommen und so die Machtungleichheit verstärken. Ich verweise dabei auf Bourdieus Kapitaltheorie. Ökonomisches Kapital, kulturelles Kapital, soziales Kapital usw.Runtergebrochen übersetzt: Geld, Bildung, Kontakte, Prestige. Es kommt zu einer Akkumulation verschiedener Formen von Kapital bei dem Privilegierten.

    Nach dem deutschen Grundgesetz (Artikel 3) sind alle Menschen gleich zu behandeln, dass gilt allerdings nur für das Handeln des Staates. Im Verhältnis der Bürger untereinander (Privatrecht oder Zivilrecht) ist Art. 3, wie alle Normen des öffentlichen Rechts, grundsätzlich nicht anwendbar. Um den objektiv-rechtlichen Gleichbehandlungsauftrag des Grundgesetzes auch für das Verhalten der Bürger untereinander umzusetzen wurde das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz(AAG) geschaffen.

    Nun komme ich nochmal auf die unterschiedlichen Formen von Kapital zurück.

    Der deutsche Gesetzgeber hat das erkannt und deshalb im AAG in Paragraf 2 den Anwendungsbereich wie folgt festgelegt:

    (1) Benachteiligungen aus einem in § 1 genannten Grund sind nach Maßgabe dieses Gesetzes unzulässig in Bezug auf:

    1. die Bedingungen, einschließlich Auswahlkriterien und Einstellungsbedingungen, für den Zugang zu unselbstständiger und selbstständiger Erwerbstätigkeit, unabhängig von Tätigkeitsfeld und beruflicher Position, sowie für den beruflichen Aufstieg,

    2. die Beschäftigungs- und Arbeitsbedingungen einschließlich Arbeitsentgelt und Entlassungsbedingungen, insbesondere in individual- und kollektivrechtlichen Vereinbarungen und Maßnahmen bei der Durchführung und Beendigung eines Beschäftigungsverhältnisses sowie beim beruflichen Aufstieg,

    3. den Zugang zu allen Formen und allen Ebenen der Berufsberatung, der Berufsbildung einschließlich der Berufsausbildung, der beruflichen Weiterbildung und der Umschulung sowie der praktischen Berufserfahrung,

    4. die Mitgliedschaft und Mitwirkung in einer Beschäftigten- oder Arbeitgebervereinigung oder einer Vereinigung, deren Mitglieder einer bestimmten Berufsgruppe angehören, einschließlich der Inanspruchnahme der Leistungen solcher Vereinigungen,

    5. den Sozialschutz, einschließlich der sozialen Sicherheit und der Gesundheitsdienste,

    6. die sozialen Vergünstigungen,

    7. die Bildung,

    8. den Zugang zu und die Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen, die der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen, einschließlich von Wohnraum.

    “Um Rassismus und Diskriminierung zu erkennen muessen Sie zwei Deutsche Maenner vergleichen, die sich in ihrer Hautfarbe unterscheiden (Peter und Gustav – wie Sie das im ersten Abschnitt gemacht haben), und koennen nicht einen weissen Deutschen mit einem schwarzen Kenianer vergleichen.”

    Ich verstehe, dass Sie versuchen die Confounder zu eliminieren, um zu entdecken, was die Wirkung des Rassismus ist. Welche gesundheitlichen Probleme des rauchenden und arbeitslosen Alkoholkranken gehen denn nun auf den Alkohol zurück. Mein Anliegen ist doch anders gelagert. Ich möchte zeigen, dass Rassismus ein Risikofaktor für verschiedene Krankheiten ist oder als Symptom verschiedener Krankheiten auftreten kann. Ich möchte zeigen welche Auswirkungen Alkoholsucht nicht nur auf die Gesundheit des Alkoholkranken,seine soziale Stellung, seine Berufsausübung sondern auch auf sein gesellschaftliches Umfeld wie Familie, Freunde, Arbeitskollegen, Fremde oder den Straßenverkehr hat.

    Ich muss nicht zwei deutsche Männer unterschiedlicher Hautfarbe vergleichen, um Rassismus und Diskriminierung zu erkennen. Rassismus hört leider nämlich nicht an der deuschen Landesgrenze auf sondern ist ein globales Phänomen. Es geht nicht vorrangig darum, zwischen unterschiedlichen Hautfarben zu unterschieden, sondern es kommt auf die gesellschaftspolitische Stellung an, die der Mensch hat. Die gesellschaftspolitische Stellung eines Menschen definiert sich auch über bestehende Machtungleichheiten.

    Das Heiratsbeispiel habe ich erwähnt um auf das ius sanguinis, das Abstammungsprinzip hinzuweisen. Bei dem der Staat seine Staatsbürgerschaft an Kinder verleiht, deren Eltern (oder mindestens ein Elternteil) selbst Staatsbürger dieses Staates sind.

    “Im Blogeintrag gibt es viele Beispiele die meiner Ansicht nach kein Zeichen fuer Rassismus sind und die man auch “andersrum” haette schreiben koennen.”
    Die gesellschaftliche Verortung in einem sozialen Raum unterliegt immer mehreren Dimensionen. Die Tatsache, dass es auch weiße diskriminierte Deutsche gibt reicht, nicht aus um die Tragweite von Rassismus abzuschwächen. Das Privileg des “Weißseins” bedeutet nämlich in diesem Falle nichts anderes, als das die Verortung im sozialen Raum insofern anders stattfindet, wenn die Variable Hautfarbe nicht ins Gewicht fällt. Diese „andersrum“ geschriebenen Beispiele entspringen weder aus dem existierenden gesellschaftlichen Machtgefälle noch reproduzieren sie dieses.

  12. @ Joe

    Könnten Sie, bevor die Debatte weitergeht und sich vertieft, noch so nett sein diese Frage zu beantworten?

    A: Wie definieren Sie Rassismus? [1]

    MFG
    Dr. W [2]

    [1] U.a. beim Rassismus wie beim Sexismus ist die Erfahrung gemacht worden, dass viele sich nicht konsistent an Definitionen halten und stattdessen wahlfrei feststellen und argumentieren – was der Sache gar nicht gut tut, wie der Schreiber dieser Zeilen findet.

    [2] der übrigens auch generationenübergreifend sozusagen Migrationserfahrung * hat, wobei auch benachteiligt (wie bevorteilt, auch so etwas gibt es in selteneren Fällen) worden ist, wobei es aber auch geschafft worden ist als Erklärung Rassismus in den allermeisten Fällen auszuschließen

    * weil das immer wieder gerne nachgefragt wird: kein Judentum im Spiel

  13. @ Joe

    Das wirtschaftliche gefälle _allein_ mit dem Kolonialismus und seinen Folgen zu erklären, ist in meinen Augen etwas zu kurz gegriffen. Sicher steckt der da mit drin. Aber sowohl Kenia als auch die von mir besuchten Länder Tansania und (ganz besonders sogar) Uganda (oder besser, deren temporäre einheimische Herrscher)haben mit sehr viel Energie darauf hin gearbeitet, dass auch nur das kleinste Bisschen Wohlstand möglichst im Keim erstickt wurde. Ich halte es also für sehr billig, hier immer nur auf den Kolonialismus und die Schuld(en) der Europäer hinzuweisen, und die Fehler und Verfehlungen der Herrscher seit der Unabhängigkeit zu unterschlagen. Vetternwirtschaft und Kleptokratie hat ihnen ja niemand befohlen. Immerhin ist es Staaten, in denen der neue, unabhängige Staat nicht sofort zur Beute einer kleinen Clique wurde, ja durchaus gelungen, manche Folgen des Kolonialismus abzuschütteln und einen gewissen Wohlstand aufzubauen.

  14. @Gunnar Afrik Regierungen

    @Gunnar Es ging ja darum zu zeigen, was der Kolonialismus und seine Ideologien (z.B. Rassismus) mit der Armut in diesen Ländern zu tun hat. Ich gebe Dir recht, dass einige afrikanische Regierungen nach der Unabhängigkeit, Misswirtschaft betrieben haben und sich bestimmte Cliquen auf Kosten der Bevölkerung bereichert haben. Deshalb schrieb ich ja “hat seine Wurzeln sicher auch” und nicht “nur”.

  15. @Joe

    Lieben Dank für den Blogpost!

    Mir fiel zu Deiner Argumentation übrigens auf, dass in der Türkei tatsächlich von “weißen” und “schwarzen” Türken gesprochen wird, womit einerseits die (überwiegend säkulare) Oberschicht der Städte und andererseits die (überwiegend religiöse) Bevölkerung mit ländlichem Hintergrund verstanden wird. Und über jede dieser Seiten gibt es Selbst- und Fremdvorurteile (z.B. gelten “weiße” Türken als gebildet, aber arrogant, “schwarze” als roh, aber aufstiegswillig etc.). Die “Farbe” wird dabei, so scheint mir, zum stereotypen Code für die Schichtzugehörigkeit, den Status, die Religiosität und Weltanschauung.

  16. @Dr Webbaer Bärenfutter

    “Meine” Definition sieht so aus:

    Rassismus ist die verallgemeinerte und verabsolutierte Wertung tatsächlicher oder fiktiver biologischer Unterschiede, tatsächlicher oder fiktiver kultureller Unterschiede zum Nutzen des Täters und zum Schaden seines Opfers, mit der er seine Macht, Privilegien oder seine Aggressionen rechtfertigt.

    Das lege ich Ihnen jetzt mal so als Bärenfutter auf den Teller und sie koennen dran schnuppern, knabbern, runterschlingen und auswuergen was auch immer – bloss sie werden es alleine tun muessen. Ich werde mich nicht mit Ihnen zu Tisch setzen. Einen Rat habe ich allerdings noch: “Don’t chew more than you can swallow.”

  17. Rasse, Ethnie, Soziokulturelle Gruppe

    Gustav konnte die Wohnung vielleicht auch besichtigen weil er Medizinstudent war. Als Arbeitsloser wäre es nicht gegangen, nur dass man diesen Status niemandem auf den ersten Blick ansieht.

    In der Wikipedia liest man zu Rassismus:
    “Rassismus ist eine Ideologie, die „Rasse“ in der biologistischen Bedeutung als grundsätzlichen bestimmenden Faktor menschlicher Fähigkeiten und Eigenschaften deutet.”

    Die Verhaltensweisen und Vorurteile, die man als rassistsich deutet, sind aber im Kern möglicherweise die gleichen, die sich auch gegen andere Ethnien und gegen Menschen aus anderen soziokulturellen Gruppen richten. Diese Frage stellt sich zum Beispiel beim Völkermord in Ruanda wo Hutus und Tutsis einander als verschiedene Rassen wahrnahmen und damit eine Einteilung übernahmen, die von den früheren Kolonialherren vorgenommen wurde. Die Rassen der Hutus und Tutsis ist also ein Konstrukt, das irgendwann in der Vergangenheit erfunden und aufoktroyiert wurde und das dann von den so eingeteilten Menschen selbst übernommen wurde und Teil ihrer Identität wurde. Die Progromstimmung, die vor dem Völkermord in Ruanda heranwuchs erinnert sehr stark an ähnliches im Konflikt zwischen Serben und Bosniern (Zitat Wikipedia): “In den Jahren zwischen 1990 und 1994 entwickelte sich eine Rhetorik gegen die Tutsi, die die Verfolgung und Vernichtung dieser Gruppe vorbereitete. Diese Rhetorik prägte die Aufrufe zur Gewalt in den Tagen des Völkermords. Einer ihrer zentralen Aspekte war die Technik des Verdrehens. In spiegelbildlichen Anschuldigungen warf die extremistische Hutu-Propaganda den Tutsi vor, sie planten die Vernichtung der Hutu. Ein kollektiver Präventivschlag der angeblich Bedrohten sei darum unvermeidlich. In diesem Zusammenhang spielten erfundene Meldungen über bestialische Gewalttaten an Hutu eine wichtige Rolle. Ein weiteres Element war die Ausgrenzung der Tutsi aus der Gemeinschaft der Ruander. Allein das Mehrheitsvolk der Hutu sei zur Herrschaft berechtigt. Konkurrierende Machtansprüche der Tutsi seien undemokratisch, weil diese nur nach der Refeudalisierung des Landes trachteten. Ein drittes Kennzeichen der Anti-Tutsi-Propaganda war die Entmenschlichung der Tutsi. Die Propaganda bezeichnete sie als Kakerlaken, Schlangen, Gewürm, Stechmücken, Affen etc., die es zu töten gelte.”

    Offensichtlich haben sich Hutus und Tutsis als verschiedene Rassen gesehen und Serben und Bosnier wahrscheinlich genau so. Mit andern Worten: In beiden Fällen wurden dem Gegner (der anderen Rasse) Eigenschaften zugeschrieben, die quasi fest eingebrannt sind, so wie die Hautfarbe eben. Die Hautfarbe ist insoweit nur darum ein besonderer Faktor, weil sie sofort ins Auge fällt. Viele ethnische Konflikte sind aber auf psychologischer Ebene wohl kaum von rassistischen Konflikten zu unterscheiden.

  18. Kompetenzen

    Sind alle Krähen auf diesem Planeten gleich schlau? Vermutlich oder auch nachweislich nicht, denn es ist bei intellektuellen Leistungen immer wieder von den Krähen bestimmter Kontinente oder Inseln die Rede.

    Aber wer regt sich darüber auf, dass es Unterschiede in den oder bestimmten Kompetenzen bei Krähen gibt? Soweit mir bekannt niemand!

    Und warum soll oder darf es nicht Unterschiede bezüglich bestimmter Kompetenzen bei der menschlichen Spezies geben? Was ist daran so menschenverachtend?

  19. @ Dramiga

    Rassismus ist die verallgemeinerte und verabsolutierte Wertung tatsächlicher oder fiktiver biologischer Unterschiede, tatsächlicher oder fiktiver kultureller Unterschiede zum Nutzen des Täters und zum Schaden seines Opfers, mit der er seine Macht, Privilegien oder seine Aggressionen rechtfertigt. [Joe Dramiga]

    Die Schwächen dieser (politischen?) Definition offenbaren sich u.a. in der Unschärfe der Begriffe ‘Nutzen’, ‘Täter’, ‘Schaden’, ‘Opfer’ & ‘Macht’.

    Was halten Sie [1] hiervon?:
    ‘Racism is usually defined as views, practices and actions reflecting the belief that humanity is divided into distinct biological groups called races and that members of a certain race share certain attributes which make that group as a whole less desirable, more desirable, inferior or superior.’ [Wikipedia]

    Der Schreiber stellt hier gerne die Wikipedia-Definition zur Diskussion, weil sie ihm (bisher) sehr gelungen scheint.

    MFG
    Dr. W

    [1] selbstverständlich ist diese Frage auch an andere hier Debattierende gerichtet, die gerne auch unspiessig beitragen dürfen

  20. Albert Memmi

    War wohl an dessen Rassismus-Definition angelehnt:

    Der Rassismus ist die verallgemeinerte und verabsolutierte Wertung tatsächlicher oder fiktiver Unterschiede zum Nutzen des Anklägers und zum Schaden seines Opfers, mit der seine Privilegien oder seine Aggressionen gerechtfertigt werden sollen.

    Klingt im Original ganz OK.

    MFG
    Dr. W (der aber weiterhin die sozusagen handfestere Definition der englischsprachigen Wikipedia vorzieht)

  21. Kulturelle und soziale Identität

    @Michael Blume, @Martin Holzherr
    Danke für die interessanten Beispiele aus der Türkei, dem ehemaligen Jugoslawien und Ruanda. Sie zeigen sehr gut die kulturellen und sozialen Abgrenzungmechanismen innerhalb einer Gesellschaft. Diese sind zur Findung einer sozialen bzw. kulturellen Identität einer Gruppe zu einem gewissen Grad auch notwendig. Wenn diese Mechanismen jedoch willkürlich missbraucht werden, weil eine gesellschaftliche Gruppe mehr Macht hat und auch die Intention hat diese zu ihrem eigenem Nutzen und dem Schaden anderer einzusetzen, dann wird es gefährlich und kann schlimmstenfalls in einem Genozid enden wie in Ruanda. Inwieweit diesem Missbrauch vorgebeugt werden kann, hängt natürlich auch von dem politischen System und der Verfassung eines Staates ab.

  22. Gute Idee!

    Das mit dem kritischen Weißsein ist eine prima Idee! Aber man müsste, um ja nicht rassistisch zu sein und um anderen Ethnien ja keine kritischen Bewussseinserfahrungshorizonte vorzuenthalten, sich unbedingt auch Ansätze zum kritischen Schwarz, Gelb- und Rotsein überlegen. Danke für den Geistesblitz!

  23. Man

    müsste vielleicht wieder stärker an die Werte und Ideen der Aufklärung erinnern, an das Kritische Selbstsein.

    Und zwar ganz ohne vorherige Bestimmung, wer Täter und wer Opfer ist.

    MFG
    Dr. W (der auch mal, so im Alter von ca. 20 Jahren, also vor langer langer Zeit, mal ca. 15 Minuten darüber nachgedacht hat auf White Pride oder White Power zu machen, es dann aber sein ließ)

  24. DANKE! Weiter so

    Ich bin ziemlich froh über folgende Bekenntnisse des Nicht-Verstehens von Rassismus und Nicht-Kennens seiner historischen Wurzeln.

    “Aber wer regt sich darüber auf, dass es Unterschiede in den oder bestimmten Kompetenzen bei Krähen gibt? Soweit mir bekannt niemand! Und warum soll oder darf es nicht Unterschiede bezüglich bestimmter Kompetenzen bei der menschlichen Spezies geben? Was ist daran so menschenverachtend?”

    “Die Schwächen dieser (politischen?) Definition offenbaren sich u.a. in der Unschärfe der Begriffe ‘Nutzen’, ‘Täter’, ‘Schaden’, ‘Opfer’ & ‘Macht’.”

    (Da fragt man sich natürlich warum die noch unschärferen Begriffe “views, practices and actions” in der englischen Wikipedia-Definition so Begeisterungsstürme auslösen. Zumal sich “Täter, Opfer, Schaden,Nutzen, Macht” zumindest gemeinsam in eine konkrete Bedeutungsmatrix einordnen lassen.)

    “Man müsste vielleicht wieder stärker an die Werte und Ideen der Aufklärung erinnern, an das Kritische Selbstsein.”

    (Man müsste sich vielleicht wieder stärker daran erinnern, dass der Rassismus – vor allem der wissenschaftliche – seinen Anfang in der Aufklärung nahm. Wie wäre es erstmal mit einem kritischen Geschichtsbewusstsein?)

    “Aber man müsste, um ja nicht rassistisch zu sein und um anderen Ethnien ja keine kritischen Bewussseinserfahrungshorizonte vorzuenthalten, sich unbedingt auch Ansätze zum kritischen Schwarz, Gelb- und Rotsein überlegen.”

    (Damit Du selber nicht rassistisch bist, deswegen müssen sich nicht andere Leute den Kopf zerbrechen, sondern nur Du selbst. Sollte ich mal einer Frau sagen: “Damit ich nicht sexistisch bin, musst Du mal über dein Frau-Sein nachdenken!”)

    Auch späte Geständnisse wie dieses:

    “der auch mal, so im Alter von ca. 20 Jahren, also vor langer langer Zeit, mal ca. 15 Minuten darüber nachgedacht hat auf White Pride oder White Power zu machen, es dann aber sein ließ”

    mögen dazu beitragen, dass sich der Gestehende jetzt besser und erleichtert fühlt. Ich frage mich allerdings warum man über “White Pride” und “White Power” 15 Minuten nachdenken muss. Das sind genau 15 Minuten zuviel. Nach den zustimmenden Kommentaren des Gestehenden zu Thilo Sarrazin und seinem Buch auf anderen Blogs in der Vergangenheit hatte ich allerdings eher 1 500 000 Minuten erwartet – das muss ich jetzt gestehen.

    Da ich zuverlässig weiß, dass hier gewisse Leute nicht stillhalten können und sich weiter entblößen werden, freue ich mich natürlich auf weiteres Material was hier in den Kommentaren auftauchen wird und das ich liebend gern zu W. Heitmeyer an die Universität Bielefeld schicke.

  25. Griff in Haare

    Eine Kollegin, mit langen hellblonden Haaren, war im Urlaub mit öffentlichen Verkehrsmitteln in der Türkei unterwegs. Es kam oft vor, dass Frauen heimlich und offen ihre Haare berührten und daran zupften.
    Sie hatte einigermaßen türkisch gelernt und betrachtete diese Neugier immer als eine gute Gelegenheit, um mit Einheimischen in das Gespräch zu kommen.
    Dieses Beispiel zeigt, dass man ein bestimmtes Ereignis auch positiv nutzen kann

  26. @ Joe Dramiga

    der auch mal, so im Alter von ca. 20 Jahren, also vor langer langer Zeit, mal ca. 15 Minuten darüber nachgedacht hat auf White Pride oder White Power zu machen, es dann aber sein ließ

    Streng genommen war das kein Geständnis, sondern die ein wenig versteckte Erklärung dessen, was der Schreiber dieser Zeilen spiegelverkehrt von Ihnen hält.

    Das heißt: Natürlich wurde hier nie wie beschrieben nachgedacht.

    MFG
    Dr. W

  27. HörneswerterRadiobeitrag zum Thema (Link

    Ersteinmal vielen Dank für den Artikel und die Geduld in der Diskussion. Sie krankt wwie so häufig in Deutschland an einer ahistorisch verkürzten Rassismusdefinition. Rassismus kann, ebens o wie Sexismus, gerade nicht nur nach der Intetion, sondern muss nach der Wirkung bemessen werden. Institutioneller Rassismus wirkt auch dann, wenn nicht alle Akteure überzeugte biologische Rassisten sind (siehe das Totalversagen der Sicherheitsorgane im fall des Zwickauer Terrornetzwerkes ). Für eine sehr gute, nuancierte, kritische Auseinandersetzung mit Critical Whiteness empfehle ich: http://www.br.de/…te-critical-whiteness-100.html

  28. ahistorische Rassismusdefinition

    Die absurde Idee, Rassismus wäre auf Biologisierung und Sozialdarvinismus des 19 Jahrhunderts zurückzuführen, verkennt die Tatsache, dass zu diesem Zeitpunkt Rassismus bereits jahrhundertelang zu Genoziden, der Auslöschng jahrtausendealter Kulturen (zB in Südamerika), der Ermordung und der Deportation von Millionen von Menschen in intergenarationelle, rassistisch legitimierte Versklavung etc geführt bzw diese legitimiert hatte. Rassismus hat eine ideologische Dimension, funktioniert als Diskurs, Praxis, Struktur und Prozess aber ebenso gut mit der quasi-biologischen Essentialisierung von Kultur und/oder Religion. Siehe für letzteres die sogenannte “Re”-Conquista und die von de las Casas ausgelösten Debatten, an deren Ende ein päpstlicher Segen für die Abschwächung des Genozides in Südameria, bei gleichzeitiger, theologisch begründeter Intensivierung der genozidalen Verschleppung aus West- und Zentralafrika stand. Es wäre natürlich hilfreich, wenn die oben Diskutierenden dabei auch die Rolle Brandenburgs im Versklavungshandel mitbedenken würden, zumal im Namen des Kurfürsten Ende des 17 Jahrhunderts für ca 2 Jahre mehr Menschen deportiert wurden als von allen anderen Versklavernationen (England, Holland, Dänemark etc) zusammen. Kurzum: Würde hier die longue duree mitbedacht, könnte nd sollte hier anders diskutiert werden.

  29. Aufklärung als Wurzel des Rasismus

    Man müsste vielleicht wieder stärker an die Werte und Ideen der Aufklärung erinnern, an das Kritische Selbstsein. [Dr. W]

    (Man müsste sich vielleicht wieder stärker daran erinnern, dass der Rassismus – vor allem der wissenschaftliche – seinen Anfang in der Aufklärung nahm. Wie wäre es erstmal mit einem kritischen Geschichtsbewusstsein?) [Dr. D]

    Es wäre schon viel gewonnen, wenn eine allgemein akzeptierte Rassismus-Definition bereit stünde und wenn nicht wahlfrei, ahistorisch & anscheinend politisch zielgerichtet der Beginn des Rassismus nicht der Aufklärung zugeordnet werden würde.

    MFG
    Dr. W

  30. @Menelic

    @Menelic Wo Du gerade von den Wirkungen des Rassismus schreibst…..

    Es wird ja versucht die gesellschaftliche und politische Wirkung des Rassismus als schwächer darzustellen, als sie ist. Dazu wird gerne und häufig – übrigens auch beim Sexismus – folgende Strategie benutzt:

    Nenne ein Beispiel, wo jemand aus der Gruppe der Opfer das gleiche jemand aus der Gruppe der Täter antut. Notfalls auch ein Beispiel indem die qualitative und quantitative Verhältnismäßigkeit und der Kontext nicht vergleichbar sind. (In diesem Falle relativierend)

    z. B.

    In Deutschland durften Frauen früher nicht studieren (was sich Männer ausgedacht haben).

    “Meine Schwester hat neulich in unserem Wohnzimmer mit ihren Freundinnen eine Ladies Night gemacht und ich durfte mich nicht dazu setzen.”

    Ich fange also ein neues Thema an: “Ich wurde als Mann von den Frauen ausgegrenzt” Was sagt ihr dazu? Ist das nicht auch sexistisch?”

    Es wird ein Nebenkriegsschauplatz aufgemacht und durch dieses Ablenkungsmanöver gewinnt man Zeit um sinnvolle(sinnvoll für die Benachteiligten – aber nicht für Dich als Privilegierten) Maßnahmen hinauszuzögern.

    Denn statt nun die fragliche, historisch von Männern gesetzte, Norm “Frauen studieren nicht” zu diskutieren und abzuschaffen – sind wir auf einmal ganz woanders gelandet und ein Teil der Aufmerksamkeit wird sich nun auf dieses neue Thema richten.

    Dann kommt der Nächste: “Ich weiß gar nicht warum es so wenig Professorinnen an deutschen Universitäten gibt. Die Frauen können doch jetzt studieren! Niemand hindert sie daran eine akademische Laufbahn einzuschlagen.”

    Was ich sagen möchte: Gesellschaftliche Privilegien von Männern werden in ihrer Geltung auch nicht durch individuelle partielle Diskriminierung (wenn man den Ausschluss aus der Ladies Night so nennen will) in Frage gestellt.

    Anderes Beispiel:

    Der Jahresbericht der Polizei veröffentlicht die Anzahl rassistischer Übergriffe durch Rechtsextreme in den neuen Bundesländern.

    Daraufhin Axel Schweiß: “Mein Kumpel wurde vor zwei Wochen von einem Schwarzen verprügelt”

    Auch beim Thema Geschichte des Rassismus stimme ich Dir zu. Es stellt sich dann plötzlich eine spezielle Form der Amnesie ein. Wie hat es Michael Eric Dyson so schön gesagt: “What is too painful to remember we choose to forget.” Das zeigt auch folgende Studie aus den USA:

    Study: Claims of ‘Post-Racial’ Society May Reflect Ignorance of History

    “The authors note that these perceptions of racism are often treated as exaggerated or delusional. But theory and research from cultural psychology suggest that differences in how people perceive racism may arise because individuals from minority groups are actually attuned to knowledge that individuals from the majority group lack. Individuals from the majority group may deny racism in the context of current events because they are ignorant about documented racism from the past.”

    http://www.empowermagazine.com/…ance-of-history/

  31. Für die einen

    Es wird ein Nebenkriegsschauplatz aufgemacht und durch dieses Ablenkungsmanöver gewinnt man Zeit um sinnvolle(sinnvoll für die Benachteiligten – aber nicht für Dich als Privilegierten) Maßnahmen hinauszuzögern.

    … ist es ein ‘Nebenkriegsschauplatz’, für die anderen ist es die Probe, ob ein und derselbe Maßstab für vergleichbare Sachverhalte angelegt worden ist.

    Natürlich haben derartige Hinweise keine besondere empirische Aussagekraft – wenn Sie vielleicht zum Vergleich einmal die Kommentare Ihres Kommentatorenfreundes, Dr. Webbaer, diesbezüglich prüfen, dann meidet er meist Anekdotisches. Nichtsdestotrotz können diese Beispiel wie oben beschrieben dienen oder nützlich sein.

    Vielleicht gehen Sie mal ein wenig in sich und halten vom Anklägerischen Abstand, jedenfalls wenn es nicht solid oder substanziell angelegt ist.

    MFG
    Dr. W

  32. Dramigas politische Agenda:

    Sie brauchen bloß mal die Vergewaltigungsstatistiken der USA oder die Mordstatistiken von Südafrika anschauen, um zu sehen, dass die Kriminalität, auch die rassistisch motivierte Kriminalität von Schwarzen durchaus nicht bloß anekdotischer Natur ist. Sie verfolgen hier doch bloß eine politische Agenda und behaupten implizit, dass die einzige sozial konstruierte Hautfarbe, die den Menschen rassistisch machen kann, weiß ist. Im Gegensatz zu ihren Behauptungen sind europäische Länder relativ wenig ethnozentrisch, und im Vergleich zu übrigen Ländern der Welt verhältnismäßig fremdenfreundlich. Ebenfalls wird der erhebliche Großteil der Schwerverbrechen in diesen Ländern nicht von der autochthonen Bevölkerung begangen (siehe das Ende der Geduld von Kirsten Heisig), sondern eben von eingewanderten Minderheiten.

  33. Mit einigem zeitlichen Versatz

    angemerkt, Herr Dramiga, mit dieser Aussage haben Sie zweifellos recht:

    Man müsste sich vielleicht wieder stärker daran erinnern, dass der Rassismus – vor allem der wissenschaftliche – seinen Anfang in der Aufklärung nahm.

    Denn nur in einem aufgeklärten Biotop können sich Erkenntnissubjekte zur Konstruktion [1] derartiger X-Ismen erheben, oder?

    Aber so war’s womöglich gar nicht gemeint. Frage: Sind Sie Multikulturalist?

    MFG
    Dr. W

    [1] und Bekämpfung

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