Black History Month 2011: Die Bloggerin Ory Okolloh

BLOG: Die Sankore Schriften

Die Welt ist voller Rätsel
Die Sankore Schriften

Die kenianische Bloggerin und Harvard-Juristin Ory Okolloh nutzt auf innovative Weise die Internettechnologie und das Web 2.0 für Transparenz, politische Aufklärungsarbeit und humanitäre Hilfe in Krisengebieten.

Okolloh hat die Website Mzalendo (Suaheli: Patriot) aufgebaut die über die Arbeit der Abgeordneten des kenianischen Parlaments berichtet. Auslöser für die Gründung von Mzalendo war eine Diätenerhöhung für die Parlamentarier im Jahr 2003. Zwei Bürger wollten die Hintergründe zu dieser Erhöhung und mehr über die Arbeitsweise ihrer gewählten Abgeordneten erfahren. Sie begannen mit dem Projekt im Jahr 2006. Seitdem wächst das Angebot der Seite kontinuierlich und umfasst inzwischen auch die Bereiche parlamentarische Ausschussarbeit und parlamentarische Gesetzesinitiativen.

Ushahidi (Suaheli: Zeugenaussage) ist ein weiteres Brain Child von Okolloh, das sie gemeinsam mit der Kenianerin Juliana Rotich entwickelt hat. Ushahidi ist eine Web-Plattform für Crowdsourcing-Informationen, also Informationen, die von einer großen Masse von Menschen stammt. Es ist ein Werkzeug, um Daten zu sammeln, zu bündeln und zu visualisieren. Es ist ein Mash-up was SMS (In vielen Entwicklungsländern gibt es keinen Online-Zugang, die Infrastruktur fehlt. Mobiltelefone sind viel verbreiteter, weit mehr als Computer.) E-Mail, Twitter, Facebook etc. nutzt: Mit Ushahidi ist es möglich, Daten auf einer Karte in Echtzeit anzuzeigen.

Ushahidi soll Menschen und Hilfsorganisationen in Krisensituationen oder bei Katastrophen helfen. Jeder kann Informationen zur Lage vor Ort per SMS oder via Internet schicken, Ushahidi sammelt die Informationen und visualisiert sie auf einer Karte. So bekommt man einen Überblick, wo mögliche Opfer zu finden sind, wo dringend Wasser benötigt wird oder wo Unruhen stattfinden. Trauriger Anlass für die Entwicklung der Plattform waren die Unruhen nach den Wahlen in Kenia Anfang 2008. Auch Umweltkatastrophen wie das Erdbeben in Haiti werden auf Ushahidi visualisiert. Die kostenlose Software können auch Hilfsorganisationen auf ihren Webseiten einbinden. Den Menschen in Afrika möchte Ushahidi darüber hinaus möglichst bald eine kostenlose Hotline anbieten, über die sie von Katastrophen oder Unruhen berichten können.

In folgendem TED-Video (mit deutschem Untertitel) erzählt Ory Okolloh die Geschichte ihres Lebens und ihrer Familie, die exemplarisch für viele Afrikaner ist.

Weiterführende Links

Mzalendo Eye on Kenya’s Parliament
 

Ushahidi
 

Okolloh’s Blog: Kenyan Pundit

Joe Dramiga

Veröffentlicht von

Joe Dramiga ist Neurogenetiker und hat Biologie an der Universität Köln und am King’s College London studiert. In seiner Doktorarbeit beschäftigte er sich mit der Genexpression in einem Mausmodell für die Frontotemporale Demenz. Die Frontotemporale Demenz ist eine Erkrankung des Gehirns, die sowohl Ähnlichkeit mit Alzheimer als auch mit Parkinson hat. Kontakt: jdramiga [at] googlemail [dot] com

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