Der Sprung von der akademischen Wissenschaft in die Industrie

BLOG: Detritus

Gedanken, biologisch abgebaut
Detritus

Nicht wenige junge Naturwissenschaftler/innen versuchen nach der Promotion in der Industrie Fuß zu fassen. Man verspricht sich davon, die zeitraubende universitäre Lehre, den Publikationswahnsinn und die oft endlosen Überstunden gegen ein geregeltes Arbeitsleben zu tauschen, auch wenn dabei etwas Freiheit verloren geht. Im Gegenzug kann man produktorientiert arbeiten und dabei Grundlagenforschung in etwas direktNutzbares umsetzen.

In Deutschland stehen die Chancen dafür vergleichsweise gut: es wird sogar traditionell in vielen Bereichen der außeruniversitären Forschung ein Doktorgrad vorausgesetzt, während etwa in den USA darauf eher weniger Wert gelegt wird.

Meine Gastautorin Maria H. ist eine Freundin von mir, Biologin, derzeit noch Doktorandin an einem Max-Planck-Institut und im Bereich der Pflanzenforschung und Molekularbiologie tätig. Sie berichtet von der Stellensuche in der Industrie und hat, wie ich finde, einige wertvolle Hinweise für angehende Industrie-Wissenschaftler. In ihrem neuen Blog " From Science to Business" wird man ihre Erfahrungen verfolgen können.

Ende Februar habe ich meine Dissertation nach guten 3 Jahren Laborarbeit eingereicht, und zu diesem Zeitpunkt bin ich auf ein neues Problem gestoßen:

Während langer Abende, Wochenenden oder einfach bloß anstrengenden Tagen in meinem Institut geisterte immer eine Illusion durch meinen Kopf: nach der Doktorarbeit arbeite ich in der Industrie! "Magische Industrie" nenne ich sie auch gerne, denn so richtig weiß eigentlich keiner, was das sein soll und wie man da hinkommt. Genau das probiere ich gerade aus und möchte mein Wissen darüber gern teilen, vermehrten und vielleicht muss ich es einfach auch nur loswerden.

Beginnen sollte man wahrscheinlich damit, sich zu überlegen, was man eigentlich den ganzen Tag bei der Arbeit in der "Industrie" tun möchte und kann. Oder eben damit, Stellen zu suchen, die irgendwie passend und spannend klingen. Ich hab mit letzterem angefangen und fleißig das Internet durchsucht. Sehr empfehlen möchte ich die Suchmaschinen auf JobVector und Academics.de auch SCIENCE-JOBS-DE, die Jobbörse der Uni Heidelberg, ist ganz hilfreich.

Ich bin ein Fan von Seiten, die einem automatisch nach einmaligem Speichern meiner Suchwörter wöchentlich ganz von alleine neue Stellenanzeigen zuschicken. Man kann auch ewig selbst suchen, aber dafür gehen Tage drauf, und ich bin immer noch im Labor und "beende" noch einige Projekte. Außerdem läuft mein Stipendium zum Glück noch bis zu meiner Verteidigung, ich kann mir also ein wenig Zeit lassen.

Hat man dann also eine schicke Stelle gefunden, kommt der nächste Schritt: Bewerbung schreiben, Zeugnisse einscannen, Lebenslauf und Publikationsliste (wenn vorhanden), alles muss fehlerfrei und perfekt formatiert aussehen, mal abgesehen vom Inhalt. Wichtig im Anschreiben sind Ergebnisse, vor allem wenn man wie ich in die „Industrie“ möchte. Teamfähig sind wir heute ja fast alle, furchtbar fleißig und motiviert sowieso, wichtig sind hier Belege. Fachpublikationen, Studentenbetreuung, Public Relations, Lange Nacht der Wissenschaften – alles Resultate, die einen Personaler oder Chef beeindrucken können.

Schlechte Erfahrung habe ich mit Firmenportalen, in die man sich eintragen soll, statt einer Bewerbung auf eine ausgeschriebene Stelle. Noch heute bekomme ich von manchen Firmen standardisierte Mails, von wegen "… wir begutachten ihre Unterlagen, und bitten sie daher noch um etwas Geduld … ". Außerdem weiß man bei solchen Portalen nicht genau, wer überhaupt gesucht wird und kann nur sehr unpersönlich eine riesige Mengen an Daten hinterlassen, der Aufwand lohnt meiner Meinung nach nicht. Bei größeren Firmen sollte man auch mit einer etwas längeren Bearbeitungszeit rechnen.

Nach etwas 2 Monaten hatte ich eine Bewerbung schon gedanklich beerdigt, als ich einen Anruf bekam und zu einen Bewerbungsgespräch eingeladen wurde. Ich war relativ fassungslos, aber eingeladen wurde ich trotzdem und hatte dann mein erstes Interview. Dafür hatte ich mich vorher auf diversen Websites belesen, Freunde und Eltern befragt, und mich auf jeden Fall ziemlich stark unter Druck gesetzt, mehr gelernt als jemals zu einer Biologie-Prüfung und am Ende war ich ziemlich fertig. Für das Gespräch musste ich nach Berlin fahren, und mein Vorstellungsgespräch war eigentlich ein ganzer Vorstellungstag, mit einem Vortrag über meine Arbeit und mehreren Einzelgesprächen. Klingt gruselig, war dann aber relativ milde, denn ich musste fachlich fast nichts wissen, dafür sollte ich wiederholt beantworten, wie ich Probleme lösen würde, mit Kritik umgehen könnte und die ganz große Frage war immer wieder: Warum möchten sie in unserem Unternehmen arbeiten und nicht weiter in der Akademie bleiben? Da kann man ja schlecht sagen, weil ich Geld verdienen möchte für die Zeit, die ich arbeite, weil diese Zeit begrenzt wäre, weil man Anspruch auf Urlaub hätte und ein Arbeitsvertrag sowie ein langfristiges Arbeitsverhältnis das sind, was ich will. Merkwürdigerweise musste ich lang und breit erklären wieso ich nun in die angewandte Forschung möchte, obwohl fast alle der Befragenden selbst eine akademische Laufbahn hinter sich hatten. An dieser Stelle sollte wohl getestet werden, ob ich bloß aus dem Hamsterrad ausbrechen möchte, oder ob ich auch wirklich in einem Unternehmen arbeiten will.

Aber mal ehrlich, woher soll ich das eigentlich wissen? Ich war doch nie in einem Unternehmen tätig. Hätte ich hier als Student ein Praktikum absolvieren sollen? Und wer hat die Gelassenheit und das Geld, direkt nach dem (Bio-) Studium auf Jobsuche zu gehen, so ganz ohne Berufserfahrung? Also sucht man sich ein nettes Thema für seine Doktorarbeit, weiß, dass man erst mal für drei bis vier Jahre versorgt ist und begreift dann nach und nach, dass man entweder direkt in die „Industrie“ hätte gehen sollen, oder aber man fängt dann an, sich Methoden anzueignen, die später von Nutzen außerhalb der Forschung sein könnten (Zeitmanagement, Projektmanagement, Lehrqualifikationen). Aber vor Beginn meiner Thesis hätte ich mir auch eine Laufbahn in der Akademie vorstellen können.

Nun muss ich zwei bis drei Wochen auf eine Entscheidung warten, ich habe allerdings auch noch andere Bewerbungen laufen und gerade wieder eine abgeschickt, diesmal nach München.

Wichtige Punkte, die ich noch klären möchte, sind zum Beispiel:

  • Die Höhe des Gehalts einer ausgebildeten Doktorandin in der Industrie: da sagt einem keiner was dazu! In manchen Instituten scheint es sogar ein Kündigungsgrund zu sein, über das Gehalt zu reden. Warum?
  • In welchen Berufen kann man als fertiger Doktor überhaupt arbeiten? Wer will mich?
  • Was können andere besser (wie geht man mit Absagen um)?

Einige dieser Fragen hoffe ich im Laufe der nächsten Wochen und Monate beantworten zu können, für hilfreiche Kommentare wäre ich sehr dankbar. Außerdem ist jeder dazu eingeladen, mich auf meinem neuen Blog zu begleiten.

Martin Ballaschk ist Biologe. Das Blog dient ihm als Verdauungsorgan für seine Gedanken: Er denkt hier öffentlich nach über Dinge, die ihn erstaunen, ihm unklar sind oder ihn aufregen. Oder über die er mit Anderen diskutieren möchte. Beruflich als Wissenschaftskommunikator, hier privat unterwegs.

15 Kommentare

  1. Gute Fragestellung

    Ich finde Ihren Beitrag sehr interessant. Ich befinde mich momentan in der Endphase eines Bachelor-Studiengangs (Chemieingenieurwesen) und somit quasi am Anfang meiner akademischen Laufbahn. Allerdings mache ich ein Duales Studium, d.h. ich bin zudem noch voll berufstätig. Wie sich jeder vorstellen kann ist das ganze sehr zeitaufwendig und belastend. Dennoch möchte ich die beruflichen Erfahrungen nicht missen. Immerhin bin ich schon 5 Jahre (ohne Ausbildung!) in der “magischen Industrie” tätig und habe auch schon ein Unternehmenswechsel hinter mir. Trotz meiner guten Karriereaussichten möchte ich nächstes Jahr ein Masterstudium dranhängen, aber diesesmal als Vollzeitstudent! 😉

  2. Selbstbewusstsein

    Klare, selbstbewusste Aussagen kommen bei Vortellungsgesprächen am besten: sagen Sie direkt, dass Sie eine längerfristige, interessante Arbeit wollen; die auch gut bezahlt wird.
    Machen Sie klar, dass Sie eine faire Einstufung voraussetzen und bieten Sie an, nach einem Jahr neu zu verhandeln. Das ist ein guter Deal für beide Seiten, denn wenn Sie gut sind, wird man dies finanziell würdigen um Sie zu halten. (Akademiker werden meist über-/außertariflich bezahlt, für solche Leistungen wird Vertraulichkeit vereinbart.)

    Man setzt bei Ihrem Abschluss ein bestimmtes Fachwissen voraus, daher frägt man bevorzugt nach Ihrer Sozialkompetenz (Problemlösungen, Kritikfähigkeit). Sie müssen in ein Team passen und als Führungskraft Mitarbeiter motivieren und Probleme lösen können.

    In der Industrie ist man gut vernetzt. Bei einer Absage sollten Sie deshalb Ihren wichtigsten Gesprächspartner anrufen und sich für das Vorstellungsgespräch nochmals persönlich bedanken. Zum einen bleiben Sie damit in positiver Erinnerung, das ist günstig, falls doch noch eine andere Stelle frei wird – oder falls der eigentliche Favorit der Firma abspringt; dann sind Sie wieder im Rennen. Außerdem können Sie ´nebenbei´ fragen, ob Ihr Gesprächspartner zufällig von einer freien Stelle in einem anderen Unternehmen weiß, welche für Ihre Qualifikation passen könnte. So kommen Sie eventuell an eine Stelle, bevor diese ausgeschrieben wird.

  3. Verhandlungssicher

    @Tobias: Danke fuer Ihren Kommentar. Ein duales Studium finde ich super, leider war das bei mir damals noch nicht so populaer und dann gab es da auch eher sowas wie Biotechnologie statt Biologie.
    Haben sie denn in ihren Unternehmen auch andere Wissenschaftler kennengelernt, die zum Beispiel von Universitaeten kamen?

    @KRichard: Danke auch fuer Ihren Kommentar.
    Ich versuche natuerlich sehr selbstbewusst zu wirken, allerdings hatte ich auch erst ein Vorstellungsgespraech, und ich denke, man muesste schon mehr Gespraeche haben um wirklich sicher zu sein. Allerdings moechte ich natuerlich auch gleich meinen Traumjob haben, und daher faellt es mir schwer hart zu verhandeln.
    Die Idee mit der Neuverhandlung nach einem Jahr hatte ich, in dem Berliner Unternehmen wird auch sonst das Gehalt jedes Jahr neu bewertet, das hat mich positiv ueberrascht. Aber es fiel mir schon sehr schwer, meine Gehaltsvorstellung laut auszusprechen.

  4. Sicherlich habe ich einige Kollegen und Vorgesetzte, die von einer Uni oder Hochschule kommen…

    Die beschriebenen “geregelte Arbeitszeit” in der Industrie ist aber mit Vorsicht zu betrachten. In der freien Wirtschaft herrscht immer ein gewisser Leistungsdruck. Überstunden und ständige Erreichbarkeit sind vorallem in Führungspositionen keine Seltenheit.

    Bezüglich der Bewerbungsgespräche (oder besser Jobinterview) kann ich KRichard nur zustimmen. Es kommt dabei fast immer auf Persönlichkeit, Charakter und Auftreten an. Fachliches Wissen interessiert an dieser Stelle kaum, das wird vorausgesetzt. Eine Absage sollte man nie zu persönlich nehmen. Entweder ein Mitbewerber passt einfach besser auf das Stellenprofil oder es entscheiden eben Sympathien.

    Bei der Gehaltsvorstellung sollten Sie ruhig ehrlich und selbsbewusst sein. Wenn ein Unternehmen an Ihrer Mitarbeit interessiert ist, wird man sich in diesem Punkt sicherlich einig.

  5. So geht es mir gerade auch

    Die Situation kommt mir doch recht bekannt vor. Ich werde meine Dissertation im April einreichen und werde mich auch auf Stellensuche in der Industrie/Wirtschaft begeben. Also mache ich mir gerade auch dieselben Gedanken, vor allem: Wer will eine promovierte Mathematikerin? Wobei ich noch einige Randbedingungen habe, z.B. Kind. Also drücke ich kräftig die Daumen, dass wir unsere gewünschten Arbeitgeber außerhalb der Uni finden.

  6. Kind

    @Tobias, danke fuer Ihren Kommentar. Folgende Ueberlegung moechte ich gerne in den Raum stellen: Verlangt man zuviel Gehalt, wird man wohl eher nicht eingestellt, verlangt man zu wenig, verdient man eben eine Weile viel weniger als “gleichwertige” Kollegen, aber ohne Kenntnisse der Gehaelter von anderen kann man hier schlecht einen Mittelwert finden. Vielleicht habe ich damit aber auch einfach ein philosophisches Problem, den woran misst man den Wert meiner Arbeit?

    @Nadja,
    ja in meinem Freundeskreis gibt es auch den Fall, dass ein Kind eine Art Hindernis zu sein scheint, es scheint wirklich schwierig zu sein, nach der Babyauszeit einen neuen Job zu finden. Ich moechte in Zunkunft natuerlich auch gerne Kinder und finde es schon jetzt schwierig, dieses Thema offen anzugehen. Ich glaube im Vorstellungsgespraech darf man gar nicht ansprechen, dass man vielleicht mal ein Kind will, allerdings wuerde mich ja dann schon auch interessieren, wie das in den jeweiligen Firmen geregelt wird. Gefuehlt finde ich schon vorher ein Kind zu haben angenehmer, da man da nicht so ins Ungewisse geht. Und wenn einen ein Unternehmen nicht einstellt weil man ein Kind hat..ich weiss nicht, da wuerde ich dann aber auch nicht arbeiten wollen.
    Ich wuensche Ihnen auf jeden Fall alles Gute auf der Suche nach dem Traumjob 🙂

  7. Philosophie

    Die Frage nach dem richtigen Anfangsgehalt sollte man den Philosophen überlassen.
    Zuerst geht es für Berufsanfänger darum, überhaupt eine erste Stelle zu finden. Deshalb sollte man sich fragen: was will/kann ich? was will/kann ich nicht? Welche Kompromisse sind für mich akzeptabel? Kann ich ausbildungsfremd als Quereinsteiger arbeiten? Kann ich mich selbstständig machen? usw.

    Wenn man erst eine Stelle hat, dann kann man später nachverhandeln; wenn man gezeigt hat, was man kann. Und man kann später viel leichter und besser bezahlt in ein anderes Unternehmen wechseln, da man jetzt sogar praktische Berufserfahrung nachweisen kann. Hierbei wird ein eventuell geringeres Anfangsgehalt der ersten Stelle leicht wieder kompensiert.
    Außerdem kann man von einem sicheren Arbeitsplatz aus ohne Druck überlegen und verhandeln.

  8. Wert der Arbeit

    Die Höhe des Jahresgehaltes ist von vielen Einflussgrößen abhängig und hat nur bedingt etwas mit dem ´Wert´ der Arbeit zu tun. Z.B.
    Beamte verdienen deutlich weniger, sind dafür unkündbar und haben gut planbare Arbeitszeiten.
    Je nach Tarifbereich des Arbeitsgebers (Öffentl. Dienst, Nahrungsmittel, Metall, Chemie) gibt es bei vergleichbarer Tätigkeit deutliche Unterschiede.
    In Ballungsgebieten verdient man deutlich mehr als auf dem Land. Dafür hat man hohe Lebenshaltungskosten und steht oft im Stau – d.h auf dem Land bleibt mehr übrig.
    Bereitschaft zur Reisetätigkeit kann die Gehaltssumme erhöhen – dafür verliert man Sozialkontake.
    usw. usw.

  9. Gehalt

    Normalerweise bekommt man ein Anfangsgehalt, das nach der Probezeit neu verhandelt werden kann. Allerdings sollte man beim Vorstellungsgespräch schon ein angemessenes Gehalt ansetzen, da es ab und an passiert, dass einem die Firma runterhandeln möchte und dann ist man angeschmiert, wenn man eh schon zu bescheiden war. Natürlich kann man auch von sich aus runtergehen, wenn man merkt, dass einem der Job gefallen würde, aber man der Firma anscheinend zu teuer ist. Wenn man im Internet seinen Beruf und “Gehalt” eingibt, dann findet man dort meistens einige Links, die Angaben darüber machen, was so gezahlt wird. Gute Stellenangebote findet man häufig auch in Fachzeitschriften. Ich hoffe diese hier ist richtig, sie enthält auch noch eine Linksammlung mit Jobbörsen usw.:
    http://www.analytik-news.de/…/Karrieretipps.html

  10. Guter Schritt, den ich auch gerade gegangen bin. Bei mir war es von der Uni zum Start-Up im Silicon Valley, und ich hab einen großen Haufen Bewerbungen geschickt, ein paar Dutzend Telefoninterviews geführt und 4 Bewerbungsgespräche geführt, wobei jedes davon zwischen 4 und 6 Stunden gedauert hat, mit mehreren Gesprächen in Folge. Letztendlich hab ich aber wirklich eine Stelle gefunden, die mir sehr gefällt, und die super auf mich passt.
    Ein paar Dinge die letztlich den Ausschlag gegeben haben:
    – Sich auch in Online-Jobbörsen mit Profil eintragen um von Recruitern gefunden zu werden, denn dann ist man sehr viel näher am ersten Telefoninterview. Das Profil schön mit Schlagwörtern ausfüllen, ich hab mir auch meinen Lebenslauf professionell aufarbeiten lassen. Auf jeden Fall nachdenken, welchen Jobtitel du haben möchtest und den Lebenslauf grob darauf zuschneiden.
    – Niemals aufgeben, sondern immer lernen und es beim nächsten Mal besser machen. Dadurch lernst du, was dir gefällt, du lernst das auszuformulieren (wenn du dich hinsetzt und es im Kopf durchgehst). Das fiel mir auf bei den Fragen nach deiner Motivation. Das ist echt wichtig, dass du das schon vorbereitet hast und glaubhaft rüberbringst – glaubhaft heißt du musst wissen was daran wahr für dich ist.
    Das war für mich: Die Möglichkeit, schneller Ergebnisse zu bringen, mehr Zusammenarbeit zu haben, morgens Lösungen diskutieren, nachmittags hinhocken und programmieren. Das ist aber die technische Seite, für mich musste ich erst lernen, persönliche Bindungen zu den Leuten aufzubauen, die mich interviewten. Vermutlich für die meisten Leute einfacher, aber ich musste mich anstrengen und lernen dafür. Letztendlich habe ich aber dann meine Motivation meistens so formuliert: In einem Start-Up gibt es ein Ziel, und stetigen Anspruch aber auch Wertschätzung, effektiv Zwischenziele zu erreichen. Das ist eine Leitlinie die mir gefällt und die ich brauche. Aber wie man dahin kommt, das ist ein kreativer Akt, und ich bin sehr vielfältig kreativ. Daraus letztendlich schöpfe ich meine Motivation.
    Nachdem mir das klar geworden ist und ich es rüberbringen konnte, kam dann auch die Firma vorbei auf die das gepasst hat, super Zusammenarbeit und nette Leute, die auf dem Teppich geblieben sind.

    Natürlich ist meine Erfahrung spezifgisch für Start Ups in der High Tech-Welt. Kleine Firmen müssen sehr viel mehr darauf achten, dass du in die Kultur passt, und suchen ein engeres Band an Fähigkeiten. Aber ich hoffe, dass die generellen Überlegungen etwas helfen.
    Abgesehen davon drücke ich natürlich die Daumen, dass das Interview dass du hattest klappt!

  11. Alternative zur Promotion?

    Habe den Artikel mit großem Interesse gelesen. Ich selbst habe im Sommer mein Studium der Molekularbiologie abgeschlossen und stehe nur vor der großen Frage: Promotion- ja oder nein? Auch ich weiß, dass ich nicht auf ewig in der Forschung bleiben will, doch wie kann ich die Weichen dahin jetzt schon sinnvoll stellen? Ich habe das Gefühl, es gibt so gut wie keine Stellenangebote für Hochschulabgänger ohne Berufserfahrung und zum Thema Promotion in der Industrie habe ich bisher noch kaum etwas gefunden.
    Daher meine Frage an die Autorin: Hättest du im Nachhinein irgendetwas anders gemacht, z.B. Promotion in einem anderen Bereich oder Erwerb zusätzlicher Schlüsselqualifikationen anstatt Promotion?
    Ich versuche derzeit mich mit möglichst vielen Biologen auszutauschen um meine Gedanken etwas zu ordnen 🙂
    Viele Grüße, Kathrin

  12. Promotion

    Liebe Katrin,

    auch wenn es vielleicht etwas verspätet erscheint: Ich hätte vielleicht probiert, in einem Unternehmen zu promovieren, oder vielleicht auch schon die Diplomarbeit dort gemacht. Davon gibt es einige Institute. Allerdings weiß ich nun auch wie es sich anfühlt, 3-4 Jahre in einem Labor zu arbeiten, und das war im Großen und Ganzen eigentlich ganz gut und hat mir viel Spaß gemacht, vor allem, da man sich viele Projekte selbst aussuchen darf und diese dann komplett selbst durchsteuert. In einem Unternehmen ist man immer nur am Liefern, man hat eben dann immer Aufträge.
    Wofür auch immer du dich jetzt entschieden hast, alles Gute 🙂

  13. Schöner Beitrag, denn genau das ist es was uns Absolventen so verunsichert. Ich habe nach meinem Studium bzw. auch schon im letzten Semester mich nach Jobs umgeschaut und war schockiert, wie wenig angeboten wird für Leite mit Studium. Letzendlich habe ich einen Job im T5-Karriereportal gefunden und bin damit auch super zufrieden 🙂 !
    Lg

  14. Hi, wo kann man mit einem Master in Bio/Mikrobiologie einen guten Jobeinstieg finden? Ich suche schon seit Monaten aber bisher erfolglos. Würdet ihr eine Promotion als Alternative empfehlen? Sind die Jobaussichten danach wirklich so viel besser?

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