Anthroposophische Weisheiten

BLOG: Detritus

Gedanken, biologisch abgebaut
Detritus

In der Heftbeilage der Frauenzeitschrift „Für Sie“ fand ich einige Schätze über die sanfteste aller Heilmethoden des Querdenkers, geheim- und geisteswissenschaftlichen Vorreiters Rudolf Steiner, der uns materialistischen Naturwissenschaftlern in so vielem voraus war. Es geht um Anthroposophische Medizin, besser gesagt, was davon kompatibel mit dem heutigen Lifestyle erscheint.

Die Erkenntnisse der modernen Immunologie bestätigen all das, was der Philosoph Rudolf Steiner und die Frauenärztin Dr. Ita Wegmann schon vor fast 90 Jahren in eine neue individuell geprägte Medizin umsetzten. [FürSie-Beilage]

Steiner war eben Hellseher, was soll ich sonst noch dazu sagen? Seine Vorraussagen sind ausnahmslos eingetroffen, wie etwa diese über die Renaissance der Quecksilbertherapie (Steiner war bekanntermaßen ein Verfechter der Heilung mit Schwermetallen, „Planetenmetallen“):

Und in Bezug auf eben diese Wirkung des Quecksilbers bei syphilitischen Erkrankungen muss man ja erwähnen, dass in der neueren Zeit vieles an die Stelle von Quecksilber gesetzt worden ist. Die berühmten neueren Mittel, die an die Stelle gesetzt worden sind, nicht wahr, sind aber schon heute durchaus erkannt in ihrer nicht ganz einwandfreien Wirksamkeit, und sehr bald wird die Medizin auch auf diesem Gebiete durchaus wiederum zu den Quecksilberkuren zurückgegangen sein. [Steiner, nach Hansson]

Das Heft empfiehlt aber gar keine Einnahme von giftigen Schwermetallen, ganz entgegen Steiners Lehre. Vielleicht sollte man anfragen, weshalb man sich so entschieden hat.

Auch über die Tatsache, dass die Anthroposophische Medizin vor allem auf dem Glauben an Ideen basiert, die sich ein gescheiterter Philosoph einfach nur ausgedacht hat, ohne sie zu überprüfen, geschweige denn, sie einer Kritik zugänglich zu machen, darüber schweigt sich das 35 Seiten starke Beilagenheftchen freilich aus.

Wichtig: Das Auseinandersetzen mit der Krankheit, nicht das Ausrotten […] „Bakterien gelten in der Anthroposophischen Medizin nicht als Ursache von Krankheit, sondern als Ausdruck gestörter Verhältnisse im Organismus, die den Erregern Gelegenheit geben, Fuß zu fassen“, so Prof. Dr. Fintelmann. Antroposophische Medizin ermuntere den Patienten vor allem, sich aktiv mit seiner Krankheit auseinanderzusetzen. [FürSie-Beilage]

Diese menschenverachtende Auffassung von Krankheit – nämlich dass die Ursache für diese bei einem selbst liegt – und die geforderte „Auseinandersetzung“ als Notwendigkeit zur Menschwerdung gipfelt dann etwa in der Praxis, Kinder nicht zu impfen. Infolgedessen gibt es immer wieder Fälle von lokaler Masernepidemien, deren Ursprung man  zu Waldorfschulen und Waldorfkindergärten zurückverfolgen konnte. Dass in der Folge sogar Kinder gestorben sind, interessiert den gemeinen Anthroposophen weniger, denn die Wiedergeburt ist einem toten Kind sicher.

GA 317 30 6 1924

Nein, keine Kinderzeichnung einer Glühbirne und einer hässlichen Voodoopuppe, sondern eine Wandtafelzeichnung Steiners zur Anordnung seiner fantastischen Wesensglieder. Nach etwas Hinsehen zu erkennen: Die Anordnung der Glieder ist im Kopfbereich genau umgekehrt zur Anordnung im restlichen Körper. Weshalb das so sein muss, und weshalb sich jeder Idiot auch jede andere beliebige Erklärung hätte ausdenken können, erfährt man im Anthrowiki, von dort stammt auch dieses Bild.

Die feinstofflichen Wesensglieder kann man sich aber auch ganz anders ruinieren, etwa durch zu viel kritisches Denken und Verkopftsein:

Intellektuelle Menschen mit einem überaktiven Kopfpol etwa neigen dazu, im unteren Stoffwechsel-Gliedmaßen-System zu schwächeln. Das führt leicht mal zu Bauchweh, Durchfall oder Verstopfung. [FürSie-Beilage]

Unsere bloggenden Professoren hätten damit die Ursache ihrer ständigen Verdauungsprobleme gefunden!

Die Verdauung und Ernährung spielt natürlich eine große Rolle, wenn man nach der eigenen Schuld an einer Krankheit sucht:

Eher abgeraten wird von konservierten Nahrungsmitteln, Fertiggerichten, Weißmehlprodukten, zu viel Fleisch und Gemüse aus der Gattung der Nachtschattengewächsem wie Kartoffeln, Tomaten und Paprika. [FürSie-Beilage]

Besonders die Ablehung von Nachtschattengewächsen macht stutzig. Nach kurzer Suche findet man in Steiners Vorträgen aber die Begründung für diese Auffassung:

Also sehen Sie, während wir beim Menschen vom Bauch zum Kopfe gehen müssen, von unten herauf, müssen wir bei der Pflanze den umgekehrten Weg machen. Die Wurzel der Pflanze ist mit dem Kopf verwandt. Wenn wir das bedenken, wird uns gewissermaßen ein Licht aufgehen über die Bedeutung der Wurzel. Denn die Kartoffel, die hat Knollen; das ist etwas, was nicht ganz Wurzel geworden ist. Man ißt also, wenn man viel Kartoffel ißt, vorzugsweise Pflanzen, die nicht ganz Wurzel geworden sind. Wenn man sich also beschränkt auf das Kartoffelessen und zuviel Kartoffeln ißt, kriegt man nicht genug in den Kopf hinein. Es bleibt unten im Verdauungstrakt. So daß es also so ist, daß mit dem Kartoffelessen die Menschen in Europa ihren Kopf, ihr Gehirn vernachlässigt haben. Diesen Zusammenhang sieht man erst, wenn man Geisteswissenschaft treibt. Da sagt man sich: Seit Europa diese Kartoffelnahrung immer mehr und mehr überhand genommen hat, seit der Zeit ist der Kopf des Menschen unfähiger geworden. [Steiner, GA 350, Vortrag 18.06.1923]

Hört sich wahnsinnig einleuchtend an, oder? Zumindest für einen Wahnsinnigen tat es das wohl.

Ich kann nur vermuten, Steiner meinte damit, dass die Kartoffel eine Sprossknolle ist, und keine Wurzelknolle wie das Speicherorgan von Rettich oder Möhre. Die Kartoffelknolle ist lediglich verdickter „Stängel“, der in die Erde hineingewachsen ist. Also, liebe Blogger-Professoren: Plagt euch das nächste Mal der Magen, esst Rettich statt Kartoffeln!

Jedenfalls musste ich bei diesem abstrusen Unsinn an einen schönen Ausspruch von Karl Popper denken, den man sogar in der Wikipedia findet:

Jeder Intellektuelle hat eine ganz besondere Verantwortung. Er hatte das Privileg und die Gelegenheit, zu studieren; dafür schuldet er es seinen Mitmenschen (oder „der Gesellschaft“), die Ergebnisse seiner Studien in der einfachsten und klarsten und verständlichsten Form darzustellen. Das Schlimmste – die Sünde gegen den heiligen Geist – ist, wenn die Intellektuellen versuchen, sich ihren Mitmenschen gegenüber als große Propheten aufzuspielen und sie mit orakelnden Philosophien zu beeindrucken. Wer’s nicht einfach und klar sagen kann, der soll schweigen und weiterarbeiten, bis er’s klar sagen kann. […] Was ich oben (Punkt 1) die Sünde gegen den heiligen Geist genannt habe – die Anmaßung des dreiviertel Gebildeten –, das ist das Phrasendreschen, das Vorgeben einer Weisheit, die wir nicht besitzen. Das Kochrezept ist: Tautologien und Trivialitäten gewürzt mit paradoxem Unsinn. Ein anderes Kochrezept ist: Schreibe schwer verständlichen Schwulst und füge von Zeit zu Zeit Trivialitäten hinzu. Das schmeckt dem Leser, der geschmeichelt ist, in einem so ‚tiefen‘ Buch Gedanken zu finden, die er selbst schon mal gedacht hat.

Dem will ich gar nichts hinzufügen. Im Verschwurbeln von Trivialitäten und paradoxem Unsinn war Steiner ganz groß.


Martin Ballaschk ist Biologe. Das Blog dient ihm als Verdauungsorgan für seine Gedanken: Er denkt hier öffentlich nach über Dinge, die ihn erstaunen, ihm unklar sind oder ihn aufregen. Oder über die er mit Anderen diskutieren möchte. Beruflich als Wissenschaftskommunikator, hier privat unterwegs.

33 Kommentare

  1. Gruselig.

    Ich finde erschreckend, daß so viele Leute auf diesen Mist schwören, ohne selbst eine Psychose zu haben. Wenn man sein Gehirn (unabhängig vom Kartoffelabusus) einsetzen würde, dann müßte man doch darauf kommen, daß Steiner einfach wahnsinnig war…

  2. Also mit vergorenen Kartoffeln als Negativum für den Geist hätte ich ja noch leben können, aber normale? Sehr kurios wie überhaupt so einiges bei dem Typen.

  3. @Lichtecho

    Gute Frage, weshalb ich mir das antue. Vermutlich ist das ähnlich gruselig-faszinierend wie ein Autounfall: Schrecklich, man kann aber einfach nicht wegschauen.

  4. Rassismus zu Multikulti

    “Im Verschwurbeln von Trivialitäten und paradoxem Unsinn war Steiner ganz groß.”

    Nicht nur Steiner, auch seine Anhänger. Ich habe beispielhaft dokumentiert, wie Anthroposophen aus dem Rassisten Rudolf Steiner einen Menschenfreund machen:

    Waldorfschule: Dr. Detlef Hardorp verkauft Rudolf Steiners Rassismus als Multikulti

    Dr. Detlef Hardorp, bildungspolitischer Sprecher der Waldorfschulen in Berlin-Brandenburg, behauptet, dass sich Rudolf Steiner für eine multikulturelle Gesellschaft engagiert habe. Von unserem Gastautor Andreas Lichte.

    Ausgerechnet an Rudolf Steiners berüchtigtem „Arbeitervortrag“ – „Vom Leben des Menschen und der Erde – Über das Wesen des Christentums“, GA 349, Dritter Vortrag, Dornach, 3. März 1923 – versucht Detlef Hardorp zu belegen, dass Rudolf Steiner kein Rassist sei. Steiner sagt dort, Seite 54f.: (…)”

    weiter: http://www.ruhrbarone.de/…sismus-als-multikulti/

  5. Exzentriker

    R. Steiner war ein Exzentriker par excellence. Wie auch viele andere Exzentriker erschuf er eine eigene, oftmals skuril anmutende Welt auf der Grundlage eines ausgeprägten Nonkonformismus. Exzentriker sind übrigens seltener geisteskrank als Nicht-Exzentriker, sie pfeifen auf Kritik und beleben die Kultur, indem sie zeigen, daß man vieles auch anders sehen und den mainstream in Frage stellen kann. Ihre Ideen umfassen eine Bandbreite von harmlosen Albernheiten bis zu bedeutungschweren Lebenskonzepten. Man muß diese Leute und ihre “Werke” nur richtig einordnen.

  6. Töne wie aus einer undichten Gummizelle

    @ Synthese

    “Man muß diese Leute und ihre “Werke” nur richtig einordnen.”

    Hat Harry Rowohlt getan, er ordnet Rudolf Steiner so ein:

    „Töne wie aus einer undichten Gummizelle!“

    Harry Rowohlt hat Rudolf Steiner gelesen, z.B. das hier:

    “Aber mit der Zeit verliert sich die Blondheit, weil das Menschengeschlecht schwächer wird. Und die Erdenmenschheit würde vor der Gefahr stehen, daß die ganze Erdenmenschheit eigentlich dumm würde, wenn nicht das kommen würde, daß man eine Geisteswissenschaft haben wird, eine Anthroposophie, die nicht mehr auf den Körper Rücksicht nimmt, sondern aus der geistigen Untersuchung selbst heraus die Gescheitheit wieder holt, wenn ich so sagen darf […]

    Die blonden Haare geben eigentlich Gescheitheit. Geradeso wie sie wenig in das Auge hineinschicken, so bleiben sie im Gehirn mit ihren Nahrungssäften, geben sie ihrem Gehirn die Gescheitheit. Die Braunhaarigen und Braunäugigen, und die Schwarzhaarigen und Schwarzäugigen, die treiben das, was die Blonden ins Gehirn treiben, in die Haare und Augen hinein.”

    Rudolf Steiner, “Über Gesundheit und Krankheit. Grundlagen einer geisteswissenschaftlichen Sinneslehre” GA 348 p 102

    Quelle und weiterer Steiner-Wahnsinn bei Esowatch, “Steiner Zitate”: http://www.esowatch.com/…hp?title=Steiner_Zitate

  7. Exzentriker haben schon was

    Wie würde man einen Isaak Newton einordnen, würde man ihn auf sein Schaffen bezüglich der Alchemie reduzieren? Auch Newton hat Aussagen getroffen die aus der Gummizelle hätten stammen können.

    Über Steiner kann ich nicht viel sagen, hat mich nie sonderlich interessiert.
    Über Steiner kann ich nicht viel sagen, hat mich nie sonderlich interessiert. Vermutlich, weil ich ihn sehr schnell und bequem als Wichtigtuer einsortiert habe.

    Eins ist klar, wenn Jemand Dinge sieht, die Andere nicht sehen, hat er gute Chancen für verrückt gehalten zu werden. Wenn er rhetorisch gut ist, hat er das Zeug zum bewunderten Guru. Wenn er eitel und unkritisch ist, wird er dann zwangsläufig jede Menge Blödsinn verzapfen und das meiste davon selber glauben. Das alles bedeutet nicht, dass er nicht auch Dinge sieht, die es sehr wohl Wert wären von Anderen reflektiert zu werden.
    Wenn Jemand Dinge sieht, die Andere nicht sehen, so kann es auch passieren dass er sich selber für verrückt hält. Er wird dann tunlichst schweigen damit die Anderen es nicht merken.

  8. Steiner als Sektenpriester ein Genie

    @ RD

    “Wie würde man einen Isaak Newton einordnen, würde man ihn auf sein Schaffen bezüglich der Alchemie reduzieren?”

    Das ist eben der Unterschied zwischen Newton und Steiner: Newton hat Bedeutendes geleistet, siehe wikipedia:

    Gravitationsgesetz, Infinitesimalrechnung, Leistungen auf dem Gebiet der Optik …: “Aufgrund seiner Leistungen, vor allem auf den Gebieten der Physik und Mathematik, gilt Sir Isaac Newton als einer der bedeutendsten Wissenschaftler aller Zeiten. Die Principia Mathematica werden als eines der wichtigsten wissenschaftlichen Werke eingestuft.”

    Rudolf Steiner hat der Nachwelt nichts als Unsinn hinterlassen, Rudolf Steiner kann man nicht reduzieren, weil nichts da ist:

    “Der Begründer der anthroposophischen Bewegung war als Dichter ein stümpernder Epigone, als Mystiker ein Hochstapler, als Philosoph eine Null, als Naturforscher ein Scharlatan und nur als Sektenpriester ein Genie.”

    GERHARD HENSCHEL

  9. @Andreas Lichte @RD

    Steiner hat ja kaum einen Lebensbereich unangetastet gelassen und sich auch kräftig bei anderen Bewegungen und Ideen seiner Zeit bedient.

    Somit kann man auch nützliche Ideen in der Anthroposophie finden. Nur kann man diese Glückstreffer dann wohl kaum als „Verdienst“ Steiners bezeichnen.

    Was ist zu erwarten von einem, der sein Wissen angeblich nur aus seiner Hellsichtigkeit bezieht?

  10. @ Martin Ballaschk

    “Somit kann man auch nützliche Ideen in der Anthroposophie finden”

    nenn mir doch mal ein Beispiel, werde konkret–

    Ich kenne keine “Leistung” Steiners, die über einen ALLGEMEINPLATZ hinausgeht. Dinge, die uns zu blöd sind, sie zu sagen.

  11. der „geschulte Hellseher“ Rudolf Steiner

    @ Martin Ballaschk

    “Was ist zu erwarten von einem, der sein Wissen angeblich nur aus seiner Hellsichtigkeit bezieht?”

    Anthroposophen GLAUBEN an die “Hellsichtigkeit” Steiners. Eine andere Wahl haben sie auch gar nicht:

    “Aha. Das sieht der „geschulte Hellseher“ Rudolf Steiner. Aber warum meint [Prof. Dr. Peter] Loebell, sich auf Steiner berufen zu können? Ist Loebell selber „geschulter Hellseher“? Oder plappert er einfach nur nach, was ihm Rudolf Steiner vorgesagt hat? Das möchten wir bei einem „Prof. Dr.“ doch nicht hoffen!”

    “Waldorfschule: Prof. Peter Loebell verkauft Rudolf Steiners Jahrsiebte

    Prof. Dr. Peter Loebell, Dozent an der anthroposophischen Freien Hochschule Stuttgart, behauptet, dass die für die Waldorfpädagogik zentrale „Jahrsiebte-Lehre“ Rudolf Steiners mit der empirischen Forschung vereinbar sei (…)”

    weiter: http://www.ruhrbarone.de/…f-steiners-jahrsiebte/

  12. @Andreas Lichte

    Als einzige „Leistung“ Steiners wäre vielleicht die ökologische Komponente im bio-dynamischen Landbau zu nennen. Damit meine ich nicht die Umsetzung und die ganzen magischen Rituale, sondern die Idee der Rücksichtnahme auf die Umwelt in der Landwirtschaft.

    Mag sein, dass das eigentlich eine Idee der Reformbewegung ist, aber mehr fällt mir beim besten Willen auch nicht zu Steiners Errungenschaften ein.

  13. Saturn-, Jupiter-, Marswirkungen …

    @ Martin B.

    “Leistung Steiners …: ökologische Komponente im bio-dynamischen Landbau … Damit meine ich nicht die Umsetzung und die ganzen magischen Rituale, sondern die Idee der Rücksichtnahme auf die Umwelt in der Landwirtschaft.”

    Das ist doch gerade der entscheidende Punkt:

    Wer von uns wollte denn nicht den ALLGEMEINPLATZ “Rücksichtnahme auf die Umwelt in der Landwirtschaft”?

    Aber wenn man beim bio-dynamischen Landbau Steiners MAGIE streicht, was bleibt dann noch von Steiner? Nichts!

    “Der tierische Organismus lebt im ganzen Haushalt der Natur darin. Von vorne nach hinten im Tier: Von der Schnauze gegen das Herz zu hat es die Saturn-, Jupiter-, Marswirkungen, in dem Herz die Sonnenwirkung, dahinter gegen den Schwanz zu die Venus-, Merkur- und Mondwirkung […] Das vom Mond zurückgestrahlte Sonnenlicht ist ganz unwirksam, wenn es auf den Kopf eines Tieres scheint. Aber diese Dinge gelten namentlich für das Embryonalleben. Das Mondlicht entfaltet seine größte Wirkung, wenn es auf den Hinterteil eines Tieres scheint.”

    Rudolf Steiner, “Geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft” GA 327 p. 60

    Quelle und weiterer Steiner-Wahnsinn bei Esowatch, “Steiner Zitate”: http://www.esowatch.com/…hp?title=Steiner_Zitate

  14. Nützliche Ideen in der Anthroposophie

    Sicher kann man nützliche Ideen in der Anthroposophie finden — Steiners Werke sind vage, verklausuliert und widersprüchlich genung, um alles darin zu finden, wenn man nur lang genug danach sucht. Natürlich immer nur post hoc und nur, wenn man extrem assoziativ und impressionistisch an die Sache herangeht.

  15. Steiner-Zitate bei EsoWatch

    sorry, link einfach aus Kommentar kopiert, funktioniert natürlich nicht, korrekt:

    Quelle und weiterer Steiner-Wahnsinn bei Esowatch, “Steiner Zitate”: http://www.esowatch.com/…hp?title=Steiner_Zitate

  16. Steiner, Entdecker der Quantenphysik

    @ A.S.

    “Steiners Werke sind vage, verklausuliert und widersprüchlich genug, um ALLES darin zu finden, wenn man nur lang genug danach sucht.”

    Hab ich mal so formuliert:

    „Wer Steiner richtig zu lesen weiss, findet dort ALLES, Antworten auf alle Fragen, auch die allerletzten. Verhält sich ähnlich wie Nostradamus: man muss nur richtig lesen können …“

    Der Anlass: Dr. Detlef Hardorp, bildungspolitischer Sprecher der Waldorfschulen in Berlin-Brandenburg, hat “gefunden”, dass Rudolf Steiner der eigentliche Entdecker der Quantenphysik ist– Ne, echt wahr, siehe den Artikel von Tobias Maier:

    “Waldorfschule: Physik vom Hellseher”

    http://www.ruhrbarone.de/…er-der-anthroposophie/

  17. @Andreas Lichte

    Das mit der Quantenphysik hatte ich schon wieder vergessen, obwohl ich WeiterGen natürlich regelmäßig lese. Es wäre ja komisch, wenn es nicht so traurig wäre.

  18. “Rudolf Steiner der eigentliche Entdecker der Quantenphysik”
    Durchläuft man als Angestellter einer Waldorfschule eigentlich eine Gehirnwäsche?
    Hat dort Steiner einen ähnlichen Status wie Marx in der DDR?

  19. „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“

    @ RD

    “Hat in der Waldorfschule Steiner einen ähnlichen Status wie Marx in der DDR?”

    Ich muss doch schon sehr bitten! Rudolf Steiner ist der SPIRITUELLE FÜHRER der GESAMTEN MENSCHHEIT–

    “Durchläuft man als Angestellter einer Waldorfschule eigentlich eine Gehirnwäsche?”

    sag mal, wie du das nennen würdest– mein Erfahrungsbericht:

    Waldorflehrer werden! – am „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“

    http://www.ruhrbarone.de/…dorfpadagogik-berlin“/

  20. Die Kunst, immer das Richtige zu sagen

    Sicher kann man nützliche Ideen in der Anthroposophie finden — Steiners Werke sind vage, verklausuliert und widersprüchlich genung, um alles darin zu finden, wenn man nur lang genug danach sucht. Natürlich immer nur post hoc und nur, wenn man extrem assoziativ und impressionistisch an die Sache herangeht.

    In dieser Hinicht ähneln Steiners Schriften den Horoskopen, denn in denen findet man auch immer das, was man finden will.

  21. Steiner: Triebleben des Negers

    @ Michael Khan

    “… ähneln Steiners Schriften den Horoskopen …”

    Damit keine Missverständnisse über die Qualität der Steiner-Horoskope aufkommen, hier eine weitere Leseprobe:

    “(…) Wenden wir das auf den Menschen selber im Weltenraum an. Sehen wir uns zunächst die Schwarzen in Afrika an. Diese Schwarzen in Afrika haben die Eigentümlichkeit, daß sie alles Licht und alle Wärme vom Weltenraum aufsaugen. Sie nehmen das auf. Und dieses Licht und diese Wärme im Weltenraum, die kann nicht durch den ganzen Körper durchgehen, weil ja der Mensch immer ein Mensch ist, selbst wenn er ein Schwarzer ist. Es geht nicht durch den ganzen Körper durch, sondern hält sich an die Oberfläche der Haut, und da wird die Haut dann selber schwarz.

    So daß also ein Schwarzer in Afrika ein Mensch ist, der möglichst viel Wärme und Licht vom Weltenraum aufsaugt und in sich ver arbeitet. Dadurch, daß er das tut, wirken über den ganzen Menschen hin die Kräfte des Weltenalls so. (Es wird gezeichnet.) Überall nimmt er Licht und Wärme auf, überall. Das verarbeitet er in sich selber. Da muß etwas da sein, was ihm hilft bei diesem Verarbeiten. Nun, sehen Sie, das, was ihm da hilft beim Verarbeiten, das ist namentlich sein Hinterhirn. Beim Neger ist daher das Hinterhirn besonders ausgebildet. Das geht durch das Rückenmark. Und das kann alles das, was da im Menschen ist an Licht und Wärme, verarbeiten. Daher ist beim Neger namentlich alles das, was mit dem Körper und mit dem Stoffwechsel zusammen hängt, lebhaft ausgebildet. Er hat, wie man sagt, ein starkes Triebleben, Instinktleben. Der Neger hat also ein starkes Triebleben. Und weil er eigentlich das Sonnige, Licht und Wärme, da an der Körperoberfläche in seiner Haut hat, geht sein ganzer Stoffwechsel so vor sich, wie wenn in seinem Innern von der Sonne selber gekocht würde. Daher kommt sein Triebleben. Im Neger wird da drinnen fortwährend richtig gekocht, und dasjenige, was dieses Feuer schürt, das ist das Hinterhirn. (…)

    Die weiße Rasse ist die zukünftige, ist die am Geiste schaffende Rasse. (…)

    Rudolf Steiner, „Vom Leben des Menschen und der Erde – Über das Wesen des Christentums“, GA 349, Dritter Vortrag, Dornach, 3. März 1923

    Der komplette Steiner-Vortrag, online: http://fvn-rs.net/…schen-und-erde-&Itemid=19

  22. Remoralisierung der Medizin

    Einer der problematischsten Punkte in der Anthroposophischen Medizin ist die Überzeugung, dass Krankheit und Behinderung durch moralisches Versagen in einem früheren Leben verursacht werden.
    Lügenhaftes Verhalten führt laut Rudolf Steiner beispielsweise zu geistiger Behinderung.
    Es ist meines Erachtens eine der grossen Errungenschaften der Moderne, dass Krankheit und Behinderung nicht mehr mit Schuld und Sünde verbunden werden.
    Anthroposophische Medizin betreibt eine Remoralisierung von Krankheit und Behinderung, wobei dieser Aspekt der Lehre gegenüber Aussenstehenden nicht offen dargelegt wird.
    Rudolf Steiner spricht von „minderwertigen Kindern“ wenn es um behinderte Kinder geht.
    Details: http://heilpflanzen-info.ch/…-offene-fragen.html

  23. Martin Ballaschk

    Der Autor scheint sich in der Anthroposophie überhaupt nicht auszukennen – und kommt dennoch zu Werturteilen, die unhaltbar sind.

    Aber gegen diese dummen und trivialen Urteile von hohlen Zeitgenossen kann man nicht viel machen, außer: sich selbst mal intensiv mit Anthoposophie und der anthropos. Medizin zu befassen!

  24. @ Anna Schneider:

    Ja, so ist das eben mit Geheimlehren. Uneingeweihte, pardon – Nicht-Erleuchtete sind eben per definition „hohl“ und „dumm“. Sonst könnten die Erleuchteten nicht so „voll“ und „klug“ fühlen.

  25. @Mario

    Ich weiß nicht, ob das so explizit etwa vom Robert-Koch-Institut erhoben wird. Da kann man sich wahrscheinlich nur an Medienberichten orientieren, wie etwa an diesem Artikel hier: „13-Jährige stirbt an Masern: zweiter Todesfall 2011“:

    «Natalie hat sich 1999 in einer Kinderarztpraxis angesteckt. Dort war auch ein Junge mit unklaren Symptomen, dessen Eltern eine Masern-Impfung abgelehnt hatten», sagte Terhardt. Der ältere Junge habe damals sechs Kinder angesteckt, darunter drei Säuglinge. «Wenn der Junge geimpft gewesen wäre, würde Natalie heute noch leben.»

    Solche Berichte gibt es immer wieder. Ich habe vor einiger Zeit hier auch mal ein paar Sachen exemplarisch zusammengestellt:

    Auch wenn in Deutschland die Durchimpfungsrate stetig ansteigt[3], könnte die Situation besser sein. 2005 kam es zu zwei großen Ausbrüchen (Hessen, 223 Erkrankungsfälle und Oberbayern, 110 Fälle), dann in 2007 noch einmal. 2006 erkrankten in NRW 1.700 Personen. Es gab zwei Todesfälle: ein Säugling starb ungeimpft, weil er zu jung für die Impfung war. Ein weiteres Kind musste sterben, weil es wegen eines Immundefektes nicht geimpft werden konnte.[6]

    Ziemlich deprimierend, das alles. Artige Anthroposophenkinder können sich ja wenigstens auf eine schöne Wiedergeburt freuen, uns Normalos bleibt nur der Tod.

  26. Leseempfehlung!

    “Techniker Krankenkasse lässt Versicherte für anthroposophische Pseudomedizin bezahlen

    Die „Techniker Krankenkasse“ (TK) will ab 1. Januar 2012 die Kosten für homöopathische, pflanzenheilkundliche und anthroposophische Medikamente erstatten. Gastautor Martin Ballaschk kommentiert die Entscheidung (…)

    (…) Rudolf Steiner (1861–1925) war ein populärer Scharlatan und größenwahnsinniger Sektenführer, dessen „Anthroposophie“ so gut wie keinen Lebensbereich unberührt lässt. Seine Heilslehre, die in Anthroposophenkreisen auch irreführend als „Geisteswissenschaft“ bezeichnet wird, gründet sich praktisch vollständig auf den hellseherischen Eingebungen Steiners. Neben bio-dynamischem Gemüse, Heileurythmie und Waldorfschulen haben wir ihm so auch eine anthroposophische „Medizin“ zu verdanken (…)”

    zum Artikel beim Blog “Ruhrbarone”: http://www.ruhrbarone.de/…seudomedizin-bezahlen/

  27. Herr Ballaschk,trottelhafter kann die unselige Allianz bei Ihnen nicht sein:präpotente Arroganz,gepaart mit tölpelhafter Ignoranz.Psychiatrischer,wohlwollender Rat(Ihnen zur Genesung):lassen Sie die Finger weg von allem,wovon Sie nichts verstehen!Das allein bewahrt Sie vor weiterer Dummschwätzerei und fortlaufenden Blamagen!Bleiben Sie bei Ihren E.coli!

  28. @ Dr. med.Hans Eppinger

    Das mit dem Copy&Paste haben sie aber schon ganz gut drauf. Leider leidet die Originalität der Verbalinjurien ein klein wenig darunter.

    Lassen sie ihrer Fantasie doch einfach mal freien Lauf und erfreuen sie die Leser dieses Blogs mit ein paar neueren Kreationen aus ihrer Tastatur.

    Nur Mut

  29. @ Dr.medHansEppinger + auch sonst

    Danke! Schön gesagt. .. da der Verfasser dieses Textes, Aussagen aus dem Zusammenhang reißt und hämisch, eigentlich sich selbst verspottet, weil er wichtige Informationen weg lässt und keinen Sinn für die konstruktive Kraft des Philosphierens zeigt.. Wo Steiner nicht bewiesen hat, trug die Zeit das Ihre dazu bei. Vieles ist inzwischen bewiesen.. und vieles findet sich im Übrigen auch in der TCM wieder. Woher Steiner seine “Ideen” hat, ist irrelevant. Ob er “hellsichtig” oder “weitsichtig” war, oder einfach nur gut recherchiert hat und altes Wissen ZEITGEMÄSS an seine Mitmenschen zu “verkaufen” wusste, muss für einen umsichtigen Mensch keine Rolle spielen. Es mag sein, das viele Anhänger der Antroposophie sich, mangels “eigenen Denkens” (das Steiner übrigens regelmäßig forderte, ansonsten solle man die Finger von seinen Lehren lassen) dogmatisch verhalten, ist ein Problem das es vielleicht interessant wäre zu diskutieren.. Vielleicht würde man so zu einer an unsere Zeit angeglichenen Weltanschauung finden, die uns Allen hilfreich sein könnte. ..

  30. @katharina:

    Bitte klären Sie mich auf – was von Steiners Ideen ist inzwischen “bewiesen”? Wie verhält es sich mit den Ideen, die zweifelsohne inzwischen widerlegt sind?

    Mit freundlichen Grüßen
    Martin B.

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