Silvestertipps: Fondue nach Art des Androiden und Serendipität

Wenn Sie noch gar keine Idee haben, wie Sie dem Silvesterabend etwas Pepp verleihen könnten, versuchen Sie es doch einfach mit Hilfe Ihres elektronischen Begleiters:

  • Sie laden Ihre Freunde zu einem Fondue ein und entstauben das Fondue-Set.
  • Sie diktieren Ihre übliche Einkaufsliste für ein Fondue inklusive Getränken dem Smartphone, dabei schnell sprechen und nicht durch das Display aus der Ruhe bringen lassen.
  • Sie kaufen alles ein, was das Smartphone verstanden hat, solange es nicht giftig ist.
  • Abends genießen Sie das Fondue nach Art des Androiden mit Ihren Freunden.
  • Ein guter Vorsatz für das neue Jahr könnte sein, neue Freunde zu gewinnen – falls die alten Ihren Humor nicht teilen.

Wenn sich das neue Rezept überraschenderweise als kulinarische Errungenschaft erweist, sollten Sie keineswegs von einem glücklichen Zufall sprechen. Vielmehr haben Sie es dann mit Serendipität zu tun. Das ist die eingedeutschte Variante des englischen serendipity, das an Silvester spätestens ab 21h niemand mehr unfallfrei aussprechen kann. Serendipität steht für eine zufällige Beobachtung von etwas, was Sie zwar nicht gesucht haben, das sich aber dann als nützliche Entdeckung erweist. Den Begriff kann man beim Party-Smalltalk immer fallen lassen, er passt zuverlässig in jeden Silvester-Themenkomplex: US-Präsidentschaftswahl, Digitalisierung, Brexit, Herbstmeisterschaft oder Abschiednehmen von Künstlern im Jahre 2016.

Bekannte Beispiele für Serendipität sind gemäß Wikipedia „die Entdeckung Amerikas 1492, die Entdeckungen der Röntgenstrahlung, des Penicillins und Viagras, des Sekundenklebers oder der kosmischen Hintergrundstrahlung“, auch der Klettverschluss gehört dazu. Historische Vorbilder gibt es also genug: Wer weiß, welches Potential Ihr Fondue entfaltet. Eine zweite Chance erhalten Sie dann beim Bleigießen danach. Wenn auch das nichts wird: Schieben Sie es auf das Unglücksjahr 2016!

”The purpose of computing is insight, not numbers.” (Richard Hamming) Ulrich Greveler studierte in Gießen Mathematik und Informatik, arbeitete sechs Jahre in der Industrie im In- und Ausland, bevor er als Wissenschaftler an die Ruhr-Universität nach Bochum wechselte. Seit 2006 lehrt er Informatik mit dem Schwerpunkt IT-Sicherheit an der Fachhochschule Münster (bis 03/2012) und der Hochschule Rhein-Waal (seit 03/2012). Sein besonderes Interesse gilt datenschutzfördernden Technologien und dem Spannungsverhältnis zwischen Privatsphäre und digitaler Vernetzung.

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Und natürlich wurde dieser Artikel samt seinen Ideen direkt in ein Mikrophon gesprochen. So beginnen gute Vorsätze. Diesen Kommentar habe ich übrigens diktiert. Guten Rutsch ins neue Jahr.

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