Digitalisierung mit der Taschenlampe

Die Bedienung der neuen Stromzähler wird viele Stromkunden entsetzen

Die Einbaupflicht für digitale Stromzähler (Smart Meter) wirft ihre Schatten voraus. Die ersten Energieversorger und Stadtwerke informieren ihre Kunden über die Neuerung. So geben die Stadtwerke Velbert in dieser Woche bekannt, dass ab November 2017 die Stromzähler ihrer Kunden ausgetauscht werden. Die meisten Haushalte (ca. 89%) verbrauchen weniger als 6000 kWh/a und werden mit einer so genannten „modernen Messeinrichtung“ versorgt. Viele Stromkunden werden von dieser Einrichtung jedoch enttäuscht sein, denn ein Vorteil ist kaum erkennbar: Die Geräte sind nicht vernetzt und werden wie bisher einmal pro Jahr von einem Mitarbeiter der Stadtwerke abgelesen. Es entstehen jedoch Mehrkosten von 20 Euro jährlich für den Messstellenbetrieb. Als Gegenleistung erhalten die Kunden „einen besseren Überblick über ihren Stromverbrauch und so die Möglichkeit zu energiesparendem Verhalten“, lässt sich der Stadtwerke-Projektverantwortliche Michael Diermann zitieren. Die Kunden können auch wie früher das Display selbst ablesen.

“Wahnsinn. Digitale Zähler und die Kunden können sogar selbst ablesen.” (Udo Sieverding, @UdoSiev via Twitter)

Mit der Taschenlampe wird die PIN „gemorst“!

Wie sich die Kunden mit den nicht vernetzten Geräten einen Überblick verschaffen, erklärt die Westnetz, Verteilnetzbetreiber und RWE-Tocher in der „Kurzanleitung für den elektronischen Stromzähler EDL21“.

Zunächst benötigen die Kunden eine PIN, die ihnen per Post zugesandt wird. Die Geräte verfügen über ein zweizeiliges Display, jedoch über keine Tastatur oder andere Eingabeeinheiten mit Ausnahme eines Lichtsensors. Sie haben richtig gelesen: Der Stromkunde kommuniziert mit seinem Stromzähler über Lichtsignale; so sieht die praktische Umsetzung des „Gesetzes zur Digitalisierung der Energiewende“ für Stromkunden aus.

“Zur Bedienung des Zählers ist lediglich eine handelsübliche Taschenlampe notwendig, mit welcher der Lichtsensor auf der Vorderseite des Gerätes angeleuchtet wird.” (aus der Anleitung des Stromzählers)

Immerhin kann der Kunde seine im Haushalt befindlichen Taschenlampen weiternutzen, Spezialgeräte müssen nicht angeschafft werden. Die PIN-Eingabe wird mit Zweimal-kurz-Anleuchten gestartet, dann werden die vier Ziffern einzeln durch erneutes Anleuchten vorgezählt, für eine 9 wird also neunmal mit der Taschenlampe auf den Sensor geleuchtet, aber bitte nur kurz, denn Fehleingaben führen zum Neustart des gesamten Vorgangs. Nach Eingabe einer Ziffer wird drei Sekunden gewartet, dann kommt die nächste Ziffer dran. Wohl dem, der einen warmen Keller hat, falls die Stromzähler dort verbaut sind.

Credit: Westnetz, Stromzähler EDL21 Lichtsignalauswahlmenü

Sternstunde der Digitalisierung: Blinken mit der Taschenlampe

Wer erfolgreich die PIN übermittelt und dabei die Motivation noch nicht verloren hat, kann sich nun umfänglich über seinen Stromverbrauch informieren. Wie die Tabelle zeigt, könnten jetzt beispielsweise fünf Lichtblitze folgen, um den Verbrauch der letzten 30 Tage abzufragen. Auch eine Nullstellung ist über langes Anleuchten möglich, so dass der Stromverbrauch seit der letzten Nullstellung ermittelt werden kann. So könnte man den Verbrauch eines Wäschetrockners messen, wenn man für diesen Zweck alle anderen Verbraucher abschaltet, vor und nach dem Trockengang mit der Taschenlampe in den Keller geht und den Wert seit Nullstellung abliest. Die PIN muss allerdings beide Male übermittelt werden, denn zwei Minuten nach dem letzten Anleuchten zeigt die zweite Displayzeile wieder die aktuelle Leistung an. Es ist aber denkbar, dass bei einem Mehrpersonenhaushalt eine Person während des Trocknens im Keller verbleibt und den Timeout durch beharrliches Anleuchten des Stromzählers verhindert – denn dann ist die erste PIN-Eingabe immer noch gültig. Aber Vorsicht: Zu langes Anleuchten löst eine weitere Nullstellung aus, zudem sollten Ersatzbatterien für die Taschenlampe mitgeführt werden.

„Datenschutz“ über nicht änderbare PIN

Die PIN-Eingabe ist zwar umständlich, sorgt aber hier augenscheinlich für den Datenschutz. Die PIN kann jedoch nicht geändert, dafür aber beliebig oft ausprobiert werden, was ihren Nutzen zweifelhaft erscheinen lässt. Vorsichtige Stromkunden leuchten ihren Stromzähler daher nur im Verborgenen an, wenn niemand in der Nähe ist, der die Lichtblitze heimlich mitzählen könnte.

Intelligenz für Großverbraucher

Die verbliebenen 11% der Velberter Haushalte erhalten übrigens ein „intelligentes Messsystem“. Man wird also für seinen Stromverbrauch von mehr als 6000 kWh/a mit Intelligenz belohnt. Der Begriff ist etwas irreführend, denn der Stromzähler selbst ist nicht intelligenter, er ist aber über das Internet an eine Zentrale angebunden, was den jährlichen Besuch eines ablesenden Mitarbeiters überflüssig macht. Diese Kunden bezahlen noch mehr für den digitalen Stromzähler. Ob für die Nutzung der Internetanbindung des Kunden eine Kostenerstattung seitens der Stadtwerke erfolgt, ist der Pressemitteilung zu diesem Thema nicht zu entnehmen. Fair wäre dies, denn der Personaleinsatz beim Ablesen wird ganz eingespart.

Credit: EVB, CC BY-SA 3.0 Smart Meter

Enttäuschung und Entsetzen

“Das Schlimme ist, alle Netzbetreiber bauen diese Dinger jetzt ein.” (Markus Adam, @energyblawg via Twitter)

Für die meisten Stromkunden wird die Einbaupflicht vermutlich eine Enttäuschung sein. Die umständliche Bedienung mit der Taschenlampe ist wohl kaum ein geeigneter Weg, um sich Informationen zu energiesparendem Verhalten anzueignen. Aus Sicht der Verbraucher werden die jährlichen Mehrkosten von 20 Euro angesichts der Gebrauchstauglichkeit der Stromzähler wohl als Frechheit empfunden werden. Stoppen könnte die Zwangsdigitalisierung der Haushalte mit geringem Stromverbrauch nur der zuständige Gesetzgeber, in diesem Fall also der Bundestag. Eine Ausnahme von der Austauschpflicht für die Haushalte, die weniger als 6000 kWh/a verbrauchen, erscheint sachgerecht. Zumindest könnte man die Frist verlängern, bis die vorhandenen analogen Stromzähler ihre Eichfrist überschreiten und ohnehin aus Altersgründen getauscht werden müssen.

Zuständig ist der Bundestag

Der Bundestag wird noch in diesem September neu gewählt, aber Smart Metering spielt im Wahlkampf keine bedeutende Rolle. Die meisten Wähler werden wohl erst ab der nächsten Legislaturperiode bemerken, welche Auswirkungen die gesetzliche Regelung für sie hat. 20 EUR pro Jahr machen angesichts der hohen Gesamtrechnung beim Stromverbrauch nicht mehr viel aus, dachten sich wohl die Initiatoren der Gesetzgebung.

Gewinner sind die Gerätehersteller

Welchen Nutzen der zwangsweise Gerätetausch im Hinblick auf die Energiewende noch hat, wenn die Kunden von der Möglichkeit, über Lichtsignale mit ihrem Stromzähler zu kommunizieren, keinen Gebrauch machen, weiß niemand so recht. Die Gerätehersteller stehen aber wohl bereits jetzt als Gewinner fest.

Komfortgewinn durch Digitalisierung?

Seitens des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie wurden hohe Erwartungen an das Gesetz geknüpft: „Intelligente Messsysteme können nicht nur den Stromverbrauch messen, steuern und kommunizieren (…) Sie [sind ein] Allround-Talent, um Energiekosten zu senken und Effizienz und Komfort zu steigern.“ Über Komfort sollten die Akteure sich vielleicht noch einmal austauschen.


Update (22.09.2017)
Die Bedienung der digitalen Stromzähler mit der Taschenlampe wurde inzwischen eindrucksvoll erläutert von extra3.


weitere Beiträge zur Digitalisierung der Stromzähler:

https://scilogs.spektrum.de/datentyp/zwangsdigitalisierung-stromverbraucher-regulierung/

https://scilogs.spektrum.de/datentyp/smart-grid-sicherheit/

”The purpose of computing is insight, not numbers.” (Richard Hamming) Ulrich Greveler studierte in Gießen Mathematik und Informatik, arbeitete sechs Jahre in der Industrie im In- und Ausland, bevor er als Wissenschaftler an die Ruhr-Universität nach Bochum wechselte. Seit 2006 lehrt er Informatik mit dem Schwerpunkt IT-Sicherheit an der Fachhochschule Münster (bis 03/2012) und der Hochschule Rhein-Waal (seit 03/2012). Sein besonderes Interesse gilt datenschutzfördernden Technologien und dem Spannungsverhältnis zwischen Privatsphäre und digitaler Vernetzung.

43 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ich habe erst einmal auf den Kalender geguckt.
    Nein, wir haben nicht den 1. April.
    Und der Artikel stammt nicht aus dem “Postillion”. (http://www.der-postillon.com)
    Aber wenn es den Herstellern dieser digitalen Wundergeräte hilft…
    Ich freue mich schon auf die Digitalisierung, jetzt weiß ich auch, was Angela Merkel gemeint hat mit der Aussage, das Deutschland bei der Digitalisierung viel aufzuholen hat!

  2. Immerhin ist das Protokoll offen.
    Jeder (***grins***) kann sich mit einem Arduino oder RasPi oder einer nackigen MCU einen kleinen Morsesender bauen, der das mühsame Blitzezählen erledigt. Ein wahrer Auftrag für die digitale Volksblidung.
    Mich regt nicht diese technische Umsetzung auf, sondern der erhebliche Eingriff in mein digitales Selbstbestimmungsrecht und der Griff in mein Protemoine – als stromsparsamen Menschen trifft mich so eine Gebühr ja Prozentual mehr, als es bei einem Stromverschleuderer der Fall ist.

  3. Immerhin haben sie nicht den Übertragungsweg gewählt, den ein paar sadistische Entwickler sich für die Sync meiner CO-Melder ausgedacht haben: Schrilles, überlautes Geschrebbel, welches die dazugehörige App übers Mikrofon des Smartphones aufnimmt. Und dem man nicht entkommen kann.

    Was in manchen Köpfen so vor geht… Man weiß es nicht. Und sollte in einigen Fällen vielleicht sogar dankbar dafür sein. ^^

  4. Hallo BastlerInnen,

    ich würde jedenfalls ein SmartMeter-Interface kaufen: LED an Klebestreifen über der SmartMeter-Fotozelle, kleiner Scanner über dem Display, Pulsgeberschaltung und Prozessor mit starker Krypto-Einheit per Wifi mit Smartphone-App koppeln, Auslesen des Verbrauchs plus ein paar Statistiken bequem per Smartphone.
    Premium-Variante: Kopplung mit ein paar Geräten, um normalen Verbrauch auch dann zu simulieren, wenn man gerade länger nicht zu Hause ist.

  5. So ein Teil würd ich erstmal fuzzen, also mit zufälligen Eingaben fluten und gucken, ob es abstürzt. Einfach ne Stunde lang mit nem Stroboskop beschießen.

    Aus der Idee mit dem RasPi oder einer App zum Auslesen werden sicherlich noch einige Anbieter Kapital schlagen.

  6. Ich bin gespannt wann findige Hacker*innen den Code zum Reset des Zählers herausfinden. Die eine oder andere Schwachstelle wird das Interface doch mit Sicherheit haben. *grins*

  7. Am besten ausser der LED zum Ansteuern auch gleich noch eine Fotozelle mit einbauen, die kontrolliert ob die LED auch vernuenftig funktioniert.

    Und wenn dann der Ableser vorbeikommt mal schauen was der fuer eine PIN benutzt. Und sich mit den Nachbarn absprechen, was die fuer eine PIN haben, oder einfach mal die eigene PIN an anderen Zaehlern ausprobieren… 😉

    Ehrlich gesagt, wenn das Ding nicht fernsteuerbar (und nicht mit dem Internet verbunden) ist ist mir das ganz recht.

    Lesevorschlag: https://www.amazon.de/BLACKOUT-Morgen-ist-sp%C3%A4t-Roman/dp/3442380294/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1505148643&sr=8-1&keywords=blackout+marc+elsberg

  8. Stroboskop ist gut. Und das machen dann bitte alle so lange, bis die Stadwerke richtig richtig richtig Schmerzen im eigenen Portemonaie verspüren, weil der Kundendienst alle naslang zu defekten digitalen Zählern ausrücken musste!

  9. Hallo Ulrich,
    sei froh, dass die Geräte nichts mehr können als die alten und nicht vernetzt sind. Denn die Auswertung der Daten von vernetzten Geräten soll bis zu 400 € als extra-Dienstleistung kosten. Und über vernetzte Geräte soll es auch irgendwann klappen, dass Sie dir den Computer und die Waschmaschine digital abschalten. Vor allem wenn du nochmal so einen Artikel schreibst.
    In diesem Sinne bleibe froh und munter
    Mike

  10. Naja, ganz so schlimm wie in dem Beitrag dargestellt ist es technisch dann doch nicht, wenn man das PDF anschaut:
    – Der aktuelle Zählerstand (1. Zeile) ist immer sichtbar,nur für die Sonderfunktionen (akt. Leistung / verschiedene Zeiträume) des Zusatzdisplays braucht es die Blinkerei
    – Die aktuelle PIN-Ziffer / aktive Stelle wird angezeigt, so das man nicht blind drauflos morsen muss
    – Das Zusatzdisplay bleibt so lange aktiv, bis man es selbst (durch lange Anleuchten bei einer best. Anzeige) wieder abschaltet, d.h. wenn nach 2 min wieder die aktuelle Leistung angezeigt wird, ist keine neue PIN-Eingabe erforderlich sondern nur kurz “anblinken” zum Umschalten. Wenn man die Datenschutzfunktion nicht benötigt, kann man das Zusatzdisplay also auch permanent an lassen, nur im Auslieferungszustand ist es eben erst einmal aus und braucht eine PIN. Aber auch ohne dieses Zusatzdisplay sind die Zählerstände immer ablesbar, so dass ich da nicht wirklich ein Problem sehe, man muss diese Funktion also gar nicht nutzen. In Mehrfamilienhäusern will man nicht, das der Nachbar auf einen Blick sehen kann,wieviel man gerade verbraucht, daher finde ich diese Datenschutzfunktion zumindest nicht komplett sinnlos. Natürlich kann man das auch aus dem Zählerstand errechnen, aber da braucht man geringfügig länger und eine Stoppuhr…
    – Die PIN per Brute Force auszuprobieren dauert wegen den 3 Sekunden nach jeder Stelle mehr als 24 Stunden und bringt nichts, ne Kamera vor dem Display, die den permanent angezeigte Zählerstand direkt aufnimmt, würde auch ermöglichen, die Daten abzufassen.Wie bei einem analogen Zähler auch.
    – Ich würde die Anzeige des aktuellen Verbrauchs bzw. verschiedener Zeiträume als nette Zusatzfuktion sehen, das “Smart Meter”, was die hier vor ein paar Jahren verbaut haben, zeigt nur den Zählerstand der verschiedenen Tarifzonen (permanant im Wechsel) an, da ist nichts mit aktuellem Verbrauch oder verschiedenen Zeiträumen. Das diese Funktion mir keine 20 € Aufpreis wert wäre, ist eine andere Sache.
    – Zumindest hier wurden die Daten (bei einem Feldtest vor ein paar Jahren) mit 15min-Genauigkeit an den Anbieter übermittelt und ganz nett grafisch aufbereitet über ein Webportal bereitgestellt, Vergleiche verschiedener Zeiträume und auch ein Export der Daten war möglich. Man man war also auf die Ablesung am Zähler nicht angewiesen, um die digital erfassten Daten nutzen zu können. Allerdings konnte der Zähler hier auch PLC, also die Daten direkt per Stromnetz an den Anbieter schicken.

    Allerdings sehe ich nicht, was dieser Zähler für Vorteile bringen soll. Der kann nicht mehr als ein normaler Zweitarifzähler, hat wohl keine Möglichkeit, die Daten direkt zu übermitteln, so dass nichtmal die Ablesungen wegfallen (immerhin erspart sich der Ableser durch die optische Schnittstelle das Abtippen der Werte, aber selbst dazu wird ja offensichtlich nur kommerziell erhältliche Hard-/Software eingesetzt, so dass man diese Schnittstelle als Verbraucher nicht mal selbst nutzen kann), und die zusätzlich angezeigten Werte kann ich mit Aufschreiben der Zählerstände auch selbst ausrechnen. Der erfüllt ja nichtmal die Wikipedia-Definition von Intelligenter Zähler, da die Anbindung an ein Kommunikationsnetz fehlt. Wahrscheinlich werden durch die zusätzlichen Anzeigen nur die gesetzlichen Mindestanforderungen erfüllt, egal ob das nun sinnvoll ist oder nicht.

    • @ ALX

      In anderen Ländern oder mindestens einem Land verschickt der Stromanbieter Briefe mit der Information dass ein Nachbar weniger verbraucht, das soll Anreiz geben auch weniger zu verbrauchen…

  11. Warum wird hier eigentlich immer von 20€ Mehrkosten gesprochen. Richtig ist, das der Gesetzgeber für die moderne Messeinrichtung 20€ als Preisobergrenze ins Gesetz geschrieben hat. ABER jeder zahlt heute bereits über die Netznutzungsentgelte für den Messstellenbetrieb (bei einem Eintarifzähler bei meinem Netzbetreiber z.B. 16,50€). Somit sind die Mehrkosten 3,50€.

  12. “Viele Stromkunden werden von dieser Einrichtung jedoch enttäuscht sein, denn ein Vorteil ist kaum erkennbar: Die Geräte sind nicht vernetzt”

    Dass die Geräte nicht vernetzt sind ist der Vorteil.
    Ich möchte kein Gerät, dass ständig meinen Stromverbrauch sendet.

  13. Nun kann man den Pin-Spaß einfach dadurch umgehen, dass man nen ESP8266 mit ner Fotozelle austattet und den Puls, der bei jeder verbrauchten Kwh vom Zähler ausgegeben wird (meine Annahme, siehe Bild des Zählers oben) und den zur eigenen Smarthome-Lösung schickt. Da gabs mal was dazu auf Hackaday.

    • Tim, analoge Stromzähler haben einen roten Strich auf ihrer Zählscheibe. Die kann man mit einem Infrarotsensor erfassen. Schaltungen dafür gibt es seit mehr als 20 Jahren, sogar für die technisch unbedarfteren als Bausatz (z.B. bei ELV). Da ist also rein gar nichts neues dran, wenn der rote Strich durch einen LED-Punkt ersetzt wird. Und der Typ des Mikrocontrollers ist auch völlig egal, deren Befehlssätze sind alle turing-vollständig. Schalgworte wie “ESP8266” oder “Arduino” sind irrelevant.

      • Der Punkt am ESP8266 ist doch, dass man für ~1,5€ verschlüsselte Kommunikation eingebaut hat. Ich kenne keinen anderen Mikrocontroller der das in der Preisklasse bietet. (wenn Du da Tipps hast, gerne, immer her damit) Der Zähler oben hat scheinbar den Vorteil 1000 mal pro Kwh zu pulsen, einmal pro Wh. Die Auflösung liefert ein herkömmlicher Stromzähler nicht. Aber im Prinzip hast du recht 🙂

  14. Da gab es im März 2017 einen Artikel zu dem Thema.

    Die Digitalen Zähler wurden in den Niederlanden getestet und dabei kam heraus, das die bis zu 7fach mehr Verbrauch registrieren, als tatsächlich verbraucht wurde.

  15. Setzen 6. Der Artikel ist schlecht recherchiert (der EDL21 entspricht nicht der geforderten modernen Messeinrichtung) noch wird hier klar differenziert dargestellt, wofür das künftige System steht. Das hier ist Populismus in Reinform.

    • der EDL21 entspricht nicht der geforderten modernen Messeinrichtung

      warum wird er dann als solche verbaut?

      …(nicht) klar differenziert dargestellt, wofür das künftige System steht

      na, dann klär uns mal auf, “besserwisser”.

  16. Bei mir (in BW) wurde vor einigen Monaten der Zähler ausgewechselt, jedoch kann ich am neuen digitalen Zähler jederzeit den Stand ablesen. Kein Pin, keine Taschenlampe notwendig, auch keine zusätzlichen Kosten. Ich fragte den Techniker nach dem Sinn der neuen Zähler, da sie ja nicht vernetzt sind; keine Antwort, nur Schulterzucken. Ich habe ein Haus in Italien und dort schon seit etwa 10 Jahren einen vernetzen (!) Zähler. Selbstverständlich existiert schon der Hack.

  17. der EDL21 entspricht nicht der geforderten modernen Messeinrichtung

    warum wird er dann als solche verbaut?

    …(nicht) klar differenziert dargestellt, wofür das künftige System steht

    na, dann klär uns mal auf, “besserwisser”.

  18. Und jetzt warten wir darauf, dass die Ableseeinheit im gleichen Verfahren zurueckfunkt. Dann koennen wir endlich dieses nervige Display wegrationalisieren.

    • Tun sie schon. Die Übertragung läuft in den meisten Fällen über s0 (S-Null)/D0 (D-Null) und im OBIS/SML-Protokoll. Das Display ist tatsächlich eigentlich nicht notwendig.

      Es ist halt so, wie es immer ist: Otto Normalverbraucher bekommt das Ding in den Keller gehängt und fertig, aber wer mehr Skills hat, kann die Möglichkeiten auch nutzen, ganz ohne Rückkanal zum EV.

  19. Diese Art Zähler ist bei uns seit über 20 Jahren in Betrieb.
    Die Bedienung wurde uns vom EVU damals erklärt.
    Da es ein HT/NT Zähler ist, muss man zum Ablesen der Zählerwerte die Anzeige “umschalten”.
    Also nichts neues…

  20. Dieser Bericht ist das Allerletzte !!!

    Es werden Gesetz und digitale Zähler(deren Hersteller) durch den Kakao gezogen. Dabei wird völlig außer acht gelassen, dass es digitale Zähler mit der beschriebenen Funktion schon seit Jahren gibt und in Neubauten installiert werden. Auch wird verschwiegen, dass die Zähler über Schnittstellen für den automatischen Datenaustausch verfügen.

    Das Gesetz und die Einführung von Smartmetern ist aber etwas ganz anderes. Es ist eben nicht die Einführung von digitalen Zählern geplant, sondern die Einführung von Smartmetern. Und die sind eine Kombination von digitalen Zählern PLUS Kommunikation zum Versorger.

    Ich kann mich da also Besserwisser anschließen: katastrophal recherchierter Bericht

    • Der Bericht bringt doch nur die Fakten. 89% der Leute erhalten eben keinen Smartmeter sondern dieses Ding zum selbst anblinken. So lässt es das Gesetz zu. Meine Stadtwerke haben mir bestätigt, daß die Angaben im Bericht stimmen. Ich bekomme auch bald so ein Gerät. Warum werde ich gezwungen, daß so ein altes Gerät bei mir eingebaut wird? Soll ich das selbst aufrüsten und kommunizieren lassen? Da ist nicht mal ein Stromanschluß in der Nähe um einen Mini PC auf Dauer anzuschließen.

      Unter Digitalisierung verstehe ich was anderes. Die Webseite von KoelnSolar zeigt mir, daß Sie auch von moderner Benutzbarkeit nicht viel halten. Das paßt zu den Geräten mit uralter Schnittstelle.

  21. Ja Moment, da sie ja nicht vernetzt sind, aber kann man sie im nachhinein vernetzen?

    Ja wenn das so gemacht wird, dann machen wir es so!

    Die beste Demo gegen Kernkraft ist, wenn man sich den Strom mit Solar oder/und Wind oder Bachlauf, wenn möglich selbst macht.Der beste Widerstand gegen eine Diktatur ist es, wenn man sich so viel wie möglich das nötige zum Leben selbst macht.

  22. Wir setzen das bauen dann mal eine Smart-Meter-Morse-App für Velbert dann mal auf unsere Projekt ToDo-Liste.

    Warum es die Stadtwerke oder der Hersteller allerdings nicht einfach selbst macht ist uns ein rätsel.

    @stadtwerke-velbert
    wir bieten die Erstellung einer App auch als Dienstleistung an (-;

    vg
    aus Solingen

  23. Ich wette, es wird bald eine kleine LED-Lampe für 5 € geben, die die ganzen Codes / Makros kann und auf Knopfdruck wiedergeben kann. Und falls nicht, das war jetzt die Idee für ein überfälliges Produkt.

    Kann man bestimmt auch als App mit dem Smartphone-Blitz realisieren.

  24. Ich war mir fast sicher, dass das eine Satire ist. Aber nach Recherche, leider auch bei uns in der Eifel.
    PDF:www.ene-eifel.de/sites/default/files/textblocks/1_flyer_stromzaehler_low.pdf

    “Zum Ablesen Ihrer aktuellen Verbrauchsdaten
    brauchen Sie eine punktuell strahlende Lichtquelle,
    also zum Beispiel eine helle Taschenlampe
    oder eine LED-Leuchte. Feuerzeuge, Kerzen
    oder das Einschalten des Raumlichts reichen
    hierzu nicht aus. Strahlen Sie den Licht-Sensor
    einmal an, um die Zeile 2 im Display zu aktivieren.
    Geben Sie dann Ihre PIN durch Anstrahlen
    ein”

    Kerzen! Sie haben Kerzen geschrieben!!!

  25. Auch in Bayreuth.

    > Ihr neuer Stromzähler „Smart Meter“
    > Die optische Taste ist ein lichtempfindlicher Sensor, der nicht durch Berührung, sondern durch das Lichtsignal einer handelsüblichen Taschenlampe bedient wird.
    > Die Eingabe des Codes kann beliebig oft wiederholt werden.

    Hier gibt es aber auch eine zusätzliche mechanische Taste. Das PIN-Morsen geht also auch mit ganz vielen Tastendrücken.

    Anleitung: http://www.stadtwerke-bayreuth.de/fileadmin/user_upload/netz/Messstellenbetrieb_und_Messdienstleistung/ihr-neuer-stromzaehler-smart-meter.pdf

  26. Hallo Ulrich,

    ich bin auf deinen interessanten Artikel gestoßen. Finde ihn sehr hilfreich. Vor allem aber deine Erläuterungen zum fehlenden Komfortgewinn dieser Digitalisierung, finde ich mehr als gelungen und sehr empfehlenswert. Danke dafür. Hat mich echt inspiriert.

    Liebe Grüße
    Timea

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