Der Fable-Schock: Der amerikanische KI-Protektionismus ist Weckruf und Chance für die EU

Die plötzliche Entwicklung rund um das KI-Modell Fable von Anthropic zeigt uns in Europa auf schmerzhafte Weise die eigene Verwundbarkeit auf: Ein Pfiff aus Washington genügt und Server werden abgeschaltet – auch dann, wenn geschäftskritische Anwendungen in Europa betroffen sind. Das Ereignis folgt dabei einem Muster und macht deutlich, was Unternehmen passiert, die bei der US-Regierung in Ungnade fallen. Es erinnert zudem an die restriktive Exportkontrolle von Verschlüsselungssystemen in den 1990ern.

Was ist Anthropic passiert?

Ausgelöst wurde die Abschaltung nach ähnlich lautenden Berichten durch eine Intervention von Amazon-CEO Andrew Jassy. Dessen Cyber-Experten hatten das Modell Fable (eine Variante von Mythos) getestet und konstatiert, dass man damit funktionsfähige Codefragmente erstellen könne, um Sicherheitslücken in vier verbreiteten Softwarelösungen auszunutzen. Jassy nutzte dann seinen direkten Draht zur US-Regierung, um diese Erkenntnisse mitzuteilen.

Fable wurde vorsorglich so eingeschränkt, dass es Anfragen zu den Themen Cybersecurity, Biologie und Chemie erkennt und dann nicht selbst beantwortet, sondern dies an schwächere Modelle delegiert, so dass es nicht dazu verwendet werden kann, gefährliche Entwicklungen zu unterstützen. Diese ohnehin umstrittene Einschränkung, die die Nutzbarkeit des Modells für viele legitime Zwecke stark beschneidet, ließ sich jedoch mit gewissem Aufwand umgehen. 

In der Folge setzte die Trump-Administration Anthropic ein Ultimatum: Entweder die „gefährliche“ Fähigkeit werde kurzfristig wirksam deaktiviert oder der Zugriff für alle ausländischen Staatsangehörigen müsse blockiert werden. Anthropic-Chef Dario Amodei sah keine sinnvolle Möglichkeit, eine der Vorgaben auf die Schnelle zu erfüllen, sodass er gezwungen war, den Dienst ganz abzuschalten. Bemerkenswert ist dabei, dass die angeblich weiterhin gefährlichen Fähigkeiten des Modells bei einer rein US-amerikanischen Nutzung unproblematisch seien, was an den hehren Motive zweifeln lässt.

Messen mit zweierlei Maß

Die Eskalation hat eine Vorgeschichte, die zeigt, wie sich das regulatorische Klima in den USA unter Trump verändert hat. Anthropic hatte sich bereits im Winter geweigert, seine Technologien uneingeschränkt für autonome US-amerikanische Waffensysteme oder zur Massenüberwachung von Amerikanern freizugeben. Es hat sich selbst ethische Grenzen gesetzt. Kam dies gut an? Nein, solche unternehmerischen Freiheiten werden in Washington nicht mehr gerne gesehen. Das Pentagon stufte Anthropic daraufhin kurzerhand als „supply chain risk“, und damit faktisch als nationale Bedrohung der Lieferkette ein. Anthropic klagte zwar dagegen und hat wohl gute Chancen, sich durchzusetzen, – ein US-Bundesgericht zeigte sich bereits skeptisch gegenüber der Einstufung – der Schaden für das Unternehmen war aber rasch spürbar. Die nun erzwungene weltweite Sperre wirkt wie eine Fortsetzung des Pentagon-Rachefeldzuges.

Dass nun eine Jailbreak-Schwachstelle zu einer weltweiten Sperre führt, lässt an der Neutralität der Behörden zweifeln. Mit Jailbreak ist das Umgehen der Beschränkungen des Modells durch geschickte Nutzer-Anfragen gemeint. Es wird mit zweierlei Maß gemessen:

  • Anthropic legt glaubhaft dar, dass die kritisierten Aufgaben auch mit Konkurrenzmodellen zu erledigen sind, wie zum Beispiel mit ChatGPT 5.5 vom Mitbewerber OpenAI, das jedoch seinerseits mit dem Pentagon kooperiert.
  • Viele aktuelle leistungsstarke Sprachmodelle zeigen Schwächen bei gezieltem Jailbreaking. Das Unternehmen Anthropic herauszugreifen, legt den Verdacht einer verdeckten Agenda zumindest nahe.

Anthropic hat jedoch auch selbst zu seinem Schicksal beigetragen. Nachdem es sein Modell Mythos trainiert, aber nicht freigegeben hatte, mit der Verlautbarung, es sei zu gefährlich für eine allgemeine Veröffentlichung, da es Sicherheitslücken besonders gut aufspüren könne, war dem Unternehmen die allgemeine Aufmerksamkeit gewiss. War der Vorsprung von Mythos wirklich so groß, dass es zurückgehalten werden musste? Hängte Anthropic die Konkurrenz ab? Mythos war in aller Munde, obwohl es fast niemand ausprobieren konnte. Unter Marketinggesichtspunkten war dies ein genialer Schachzug, jedoch lieferte man damit der US-Regierung und möglicherweise auch Mitbewerbern Munition, gegen das von Mythos abgeleitete Fable vorzugehen.

Crypto Wars 2.0

Der Vorfall erinnert an Vorgänge, die etwa 30 Jahre zurückliegen. Ältere werden sich erinnern: Bis zum Ende der 1990er-Jahre stufte die US-Regierung wirksame Verschlüsselungssoftware wie Kriegswaffen bzw. -munition ein und beschränkte den Export. Dies betraf auch Browser, die den Datenverkehr verschlüsselten, oder E-Mail-Programme, die elektronische Post signieren und verschlüsseln konnten. Das damals neue WWW startete gerade weltweit durch, es drohte eine Zwei-Klassen-Architektur im Internet: Außerhalb der USA sollten die User nahezu ungeschützt durchs Web surfen oder E-Mails versenden, während amerikanische Anwender auf Schutzfunktionen der Software vertrauen konnten. Eine Folge war, dass US-Hersteller stark unter Druck gerieten und sich europäische und asiatische Anbieter auf dem Markt besser positionieren konnten. Eine Stärkung der Softwareindustrie in Europa war die Konsequenz, denn Unternehmen wie auch Privatanwender außerhalb der USA hatten wenig Interesse daran, „beschädigte“ Software aus Amerika zu beziehen, wenn es voll funktionsfähige Alternativen gab. Der dadurch ausgelöste wirtschaftliche Druck – verstärkt durch den politischen Druck von US-Bürgerrechtsgruppen und Teilen der Wissenschaftscommunity – führte schließlich zur Aufhebung dieser Exportkontrolle zum Jahrtausendwechsel.

Dilemma: Offenheit vs. Geheimhaltung von Schwächen

Die Debatte dreht sich neben dem Vorgehen gegen einzelne Marktakteure auch um eine wichtige Frage: Müsste man KI-Modelle, die Software-Schwachstellen finden und böswilligen Akteuren helfen könnten, in Systeme einzudringen, nicht generell verbieten? US-Behörden argumentieren hier oft mit dem asymmetrischen Schadpotenzial: Angreifer könnten kritische Infrastrukturen automatisiert attackieren.

Das klingt dramatisch und legt schnelles Handeln nahe, aber aus Sicht der IT-Sicherheitsforschung ist Verbieten und Verheimlichen („Security by Obscurity“) fast immer der falsche Weg.

  • Werkzeuge für illegal zu erklären, macht Software nicht sicherer. Wenn westliche Forscher diese Fähigkeiten nicht nutzen können, werden es staatliche wie auch nichtstaatliche Akteure in unregulierten Staaten trotzdem tun.
  • Entwickler und Tester benötigen vergleichbar starke Werkzeuge, um die Systeme wie ein mächtiger Angreifer analysieren zu können. Es war schon immer ein Kopf-an-Kopf-Rennen; oft wurde rechtzeitig gepatcht, manchmal waren die Angreifer schneller und richteten großen Schaden an, bevor Patches verfügbar waren.

An Verbote halten sich Angreifer jedoch selten; Verbote behindern vor allem die „Guten“ – diejenigen, die Software und Systeme sicherer machen wollen.

Mit KI Schwachstellen in Code finden: Beispiel (mit lokalem LLM gemma4:26b)

Weckruf für die EU – und eine Chance!

Für Europa ist der Vorgang erneut ein Weckruf. Wie abhängig möchte man von US-Anbietern oder plötzlichen Entscheidungen aus Washington sein? Die EU-Staaten verfügen über keine ausgeprägte, unabhängige Cloud-Infrastruktur, die es mit US-amerikanischen Hyperscalern in der Breite aufnehmen könnte. Viele KI-basierte Anwendungen europäischer Unternehmen und Behörden können von heute auf morgen abgeschaltet werden, wenn die US-Regierung dies will. Der Fall Fable macht dabei klar, dass kritische Dienste zukünftig für europäische Kunden abgeschaltet werden können, amerikanische Konkurrenten aber nicht behelligt werden.

Die Erfahrung aus den Crypto Wars der 1990er-Jahre zeigt, dass nun eine Chance gegeben ist, europäische Infrastrukturen auszubauen und einen Wettbewerbsvorteil zu realisieren: Welches Unternehmen möchte zukünftig seine Geschäftsprozesse noch Anbietern anvertrauen, die diese ohne Vorwarnung kappen, wenn sie Post aus Washington erhalten?

Avatar-Foto

”The purpose of computing is insight, not numbers.” (Richard Hamming) Ulrich Greveler studierte in Gießen Mathematik und Informatik, arbeitete sechs Jahre in der Industrie im In- und Ausland, bevor er als Wissenschaftler an die Ruhr-Universität nach Bochum wechselte. Seit 2006 lehrt er Informatik mit dem Schwerpunkt IT-Sicherheit an der Fachhochschule Münster (bis 03/2012) und der Hochschule Rhein-Waal (seit 03/2012). Sein besonderes Interesse gilt datenschutzfördernden Technologien und dem Spannungsverhältnis zwischen Privatsphäre und digitaler Vernetzung.

11 Kommentare

  1. Bemerkung eines Lesers zu:
    „Viele KI-basierte Anwendungen europäischer Unternehmen und Behörden können von heute auf morgen abgeschaltet werden, wenn die US-Regierung dies will.“

    ein paar Beispiele wären aufschlussreich.
    Ein selbstfahrender Staubsauger ist KI-basiert. Bleibt der jetzt stehen ?
    Ein KI-basiertes Verschlüsselungsystem für das Lizenzgebühren verlangt werden, darf das dann nicht mehr verwendet werden ?

    Worum geht es , um Lizenzeinnahmen, um Sicherheit um Verdrängungswettbewerb ?

  2. Wo kein Schiri ist, wird kein Fußball gespielt, weil irgendwann jemand eine Pistole zum Spiel mitbringt, und dann entwickelt der freie Wettbewerb nur noch Gewalt – Tore entscheiden kein Spiel mehr, also wird er Fußball aus dem Krieg wegrationalisiert. Wo der Schiri den Sieger kürt, wird kein Fußball gespielt, denn dann entwickelt der freie Wettbewerb nur noch immer perfektere Leistungssportler in der Disziplin Schleimen und Buckeln. Wo kein Fußall gespielt wird, wird sowieso kein Fußball gespielt, und deswegen lernt man weder Fußball spielen noch sonst etwas.

    Emperors Always Chicken Out – ob Trump und seine Fossilien, ob der Kaiser von China mit seiner Schatzflotte, ob die übermächtigen deutschen Feudal-Klüngel mit ihrem fossilen Wirtschaftsmodell – Sie sehen überall den Fluch und Segen einer Autorität, die der Evolution den Stecker zieht, sobald sie sich einbildet, die ginge in eine gefährliche Richtung, oder wenn sie in eine Richtung geht, die für die Autorität gefährlich wird, während sie für den Großteil der Menschheit einen Segen bedeutet.

    In Europa gibt’s keinen Kaiser, nur eine Anarchie unter Gott, also lauter Petrischalen und Experimente und Fußballer, die ihr Können perfektionieren, bis sie am Reality Check scheitern. Der Evolutionsdruck zwingt uns, vor allem Staaten und Technologie zu perfektionieren, deswegen haben wir den Maschinenstaat entwickelt, mit einer Demokratie-CPU, die dazu geeignet ist, eventuelle Möchtegern-Kaiser auszuschalten, sobald sie anfangen, gegen Gott zu ketzern – also sobald wir spüren, dass sie am Reality Check scheitern, sprich, den Karren mit Begeisterung gegen die Wand fahren.

    Doch erst in Amerika fand der Wettbewerb der Berserker genug Ruhe und Ressourcen, dass sie mit ihren Äxten eher Bäume einschlagen konnten als Schädel. Aus der Krieger-Ethik wurde endgültig die Arbeitsethik, und das viele Schuften baut Ihnen Reichtum und Wohlstand auf, und eine Oberschicht, die wie in China herrschen kann – indem sie sich einen so fetten Buddha-Hintern züchtet, dass sie sich einfach auf die Bevölkerung setzen kann und so weder Fortschritt noch eine hochentwickelte Demokratie-CPU mehr braucht.

    In Europa hat Deutschland den Trump versucht, mithilfe der EU – ist gründlich schiefgegangen. Die gleiche Zentrifuge, mit der Trump heute die Welt von sich schleudert, reißt im Kleinen Europa auseinander, in Deutschland muss der Klüngel-Kaiser zusehen, wie er ein Altenheim mit der Wirtschaft eines Altenheims durchfüttert, die aus Fortschritts- und Wettbewerbsfeindlichkeit nicht die Leistung bringen kann, ein Altenheim durchzufüttern, sodass das Ganze so was wie das Haus der Verrückten Katzenlady wird – die Welt macht einen Bogen drum herum, weil’s stinkt und pöbelt und Seuchen verbreitet, bis es darin plötzlich sehr leise wird und hungrige Katzen in alle Welt hinausziehen, denn dann kann man fleddern, was noch übrig ist.

    Dass das so läuft, entscheidet keine höhere Macht, sondern die demokratische Mehrheit der Deutschen. Wir wollen das so. Ist schon OK. Wenn Sie das nicht wollen, müssen Sie sich und Ihr Kapital der demokratischen Mehrheit entziehen und einen dicken Zaun zwischen sich und die Meute bauen, denn die Meute kriegt zwar nix gebacken, fühlt sich aber gleich beklaut, und lässt sich gerade ein Kruppstahl-Haifischgebiss ins senile Opa-Maul einbauen. Opa ist Wähler, weiß, was er will und hat alle Mittel, es zu bekommen, und Opa will keifend, winselnd und um sich schlagend elend im eigenen Dreck verhungern. Darf er, nur verschlingen die Kosten der Agonie auch die Mittel für Wirtschaft, Forschung und Entwicklung auch für jene, die noch eine Zukunft für sich bauen wollen, und das beinhaltet auch die Mittel für KI.

    Mit anderen Worten, das Problem mit Trump ist nicht, dass er in Amerika herrscht, sondern, dass er in Deutschland herrscht. Als Mini-Me-Dienststellenleiter-Klon.

    Würde der Wettbewerb normal laufen, würde Trump die rasante Entwicklung der KI in den USA abwürgen, der Kaiser von China die allgemein rasante Entwicklung in China, die Anführer der islamischen Welt jegliche Entwicklung in ihren Ländern, in Russland macht das der Zar hauptberuflich, während Europa auf EU, Trump, Demokratie, Papst und jeglichen Selbsterhaltungstrieb pfeift und sich einfach ins Chaos stürzt, wo jeder mit der KI alles macht, was ihm in den Sinn kommt, was in Europa hauptsächlich Raub, Mord, Genozid, Hexenjagd und Vertreibung bedeutet, und dadurch würde der Druck steigen, Formen der Zivilisation zu entwickeln, die mit allem, was KI über die Menschheit bringt, fertig werden können.

    Natürlich ist heute der ganze Planet Europa, so viel hat der Kolonialismus schon gebacken bekommen. Das heißt, wenn wir das nicht machen, gehören wir zu jenen, die von denen gegessen werden, die das machen – und den ungeheuren Blutzoll zahlen, den eine von keinen Regeln, keiner Qualitätskontrolle, keiner Autorität gebremste oder gelenkte Entwicklung von Schimpansen fordert, die selbst das durch Versuch und Irrtum herausfinden müssen, was sie seit Jahrtausenden immer wieder herausfinden und sofort wieder vergessen.

    Das heißt, die typisch europäische Reaktion auf die Amis wäre: Ah wie schön, ihr wollt Spielchen spielen, das Ego über Verstand stellen und die Welt ins Chaos stürzen, endlich mal etwas, wovon wir was verstehen. Dann kommt mal her, ihr Noobs, lasst euch von Profis zeigen, wie das geht.

    Andererseits kann die Welt schon alles, was wir gestern als Einzige konnten. Und dies kommt als Konkurrenz- und Evolutionsdruck nach Europa zurück, das es selbst als Leiche nicht lassen kann, Regelungen und Qualitätsstandards zu schaffen, an die sich die Welt hält, obwohl sie es nicht müsste, aus purer Einsicht. Bislang machten wir destruktives Chaos als Hauptberuf und kreatives im Nebenjob, jetzt wäre aber Zeit fürs nächste Level – das heißt, ein Upgrade der Demokratie, damit sie das Ganze umkehren kann, die Entwicklung eines Systems, das unser Chaos in sinnvolle Bahnen lenken kann, dass seinen radikalen Totalabriss veralteter Strukturen ohne Krieg schafft, den Wettbewerb von Gewalt abhält, ohne ihn allzu sehr zu behindern oder zu steuern, und auch als Lazarett funktioniert, denn Chaos ist Krieg, auch wenn’s keine Toten gibt, und wenn man kein Alten- und Pflegeheim für all die Katzenladys hat, wird das Ganze einfach sehr schnell sehr unschön und verliert seinen Sinn. Wozu Entwicklung, wenn nicht im Dienste der Menschen?

    Was KI angeht – lasst sie kommen. Sie wird billiger werden, damit demokratischer, so viele Rechenzentren kann sowieso keiner im Blick behalten. Irgendwo ist immer ein Fleck, den kein Kaiser kontrollieren kann, und aus irgendeinem dieser Flecken wird immer ein Monster heraus kriechen, das alle Kaiser verschlingt und sich ihre Welt untertan macht. Wir haben keine Kaiser,denen wir trauen könnten, uns nicht zu erwürgen und den Monstern zum Fraß vorzuwerfen, also Oldschool – wichtig sind nicht all die Gefahren, die hinterm Horizont lauern und lauern könnten, sondern ob das Schiff und seine Mannschaft fähig sind, sie zu überleben.

    Während Amerika überlegt, ob es einschläft oder doch noch die Kurve kriegt, wachen andere auf. Die Zivilisationen Chinas und Indiens, aber auch Europa. Bei uns erheben die Barbaren ihre Häupter, kehren zu den alten Blutgöttern der Barbaren zurück, in neuen Kleidern der Nationalisten, um das Nest für den Phönix zu Asche zu verwandeln. Man sieht aber auch die Rückkehr der westlichen Zivilisation, America is coming home. Einige von uns haben die US-Upgrades installiert, die uns sagen, dass man keinen Waldbrand braucht, wenn der Förster Ahnung von seinem Job hat und gezielt mit der Axt im Walde wütet. Wir haben gelernt, dass ein wichtiger Teil effizienter Kontrolle daraus besteht, Kontrolle maximal, doch nicht völlig, aufgeben zu können. Das System am Rande des Chaos zu halten, ohne es abstürzen zu lassen.

    Ist halt Europa. Wenn was ist, ist Chaos. Wenn nix ist, kann nur Chaos werden. Man darf gespannt sein. Mit der EU sind wir bei der Entwicklung einer KI, die komplexe, dynamische Systeme steuern kann, jedenfalls ziemlich auf der Pole Position. Nur die Katzenladys am Steuer nerven, weil sie nix kennen als Bremse.

  3. @Hauptartikel

    Wenn KI immer besser selber programmieren kann, warum dann nicht gleich damit anfangen, alle IT mit Offener Software zu betreiben? Das schafft nicht nur Transparenz, Sicherheit und Unabhängigkeit, sondern spart auch gleich Lizenzkosten ein.

    Was vor allem im Globalen Süden sehr begrüßt werden dürfte. Entsprechend wäre diese Offene Software ein Projekt der ganzen Welt jenseits der US-Konzerne und der Chinesischen Version davon. Selbst die US-Bürger können sich dann über transparente und kostenlose IT-Lösungen freuen.

    Und ich würde fast drauf wetten, dass so auch die Qualität der Software einen deutlichen Sprung nach vorne dabei macht. Und am Ende sogar reichlich Hardwarekosten einspart.

    Mit Linux ist das längst Realität. Das läuft komplett problemlos auf über 10 Jahre alten Rechnern, auf denen ein aktuelles Windows schon länger nicht mehr installiert werden kann.

    Wir bräuchten eine globale Initiative, die das KI-gestützte Schreiben von Offener Software aller Art fördert und wo nötig auch finanziert. Das wäre sehr gut investierte Arbeit und investiertes Geld in eine ganz neue Freiheit.

    Das wäre ein Schaffen von Öffentlichen Gütern, das die Welt wirklich weiter bringt.

    • Tobias Jeckenburger
      Mit Linux ist das längst Realität.
      Das ist die eine Seite der Informatik, die andere Seite ist der Commerz.
      Wer selbst schon mal programmiert hat, der weiß, das ist „Knochenarbeit“.
      Und das Ergebnis, ein .exe Programm, das verschenkt man nicht.

      Und die Konnektivität bei den Autos, also die Vernetzung mit GPS oder einem anderen Sicherheitssystem die kostet Geld, die Betreiber dieser Systeme arbeiten nicht umsonst.

      Deswegen schließen sich ja die kleineren Automobilkonzerne zusammen um diese Lizenzgebühren zu verringern.
      Als Opel von GM an Peugeot verkauft wurde und dann später an Stellantis, da wurde das Sicherheitssystem von GM an den Opel Fahrzeugen abgeschaltet .

      „Das wäre ein Schaffen von Öffentlichen Gütern, das die Welt wirklich weiter bringt.“
      Nur, diese Welt gibt es noch nicht. Stattdessen findet hinter den Kulissen ein Krieg statt, ein Krieg um die Standards, richtigen Schraubenkopf über den richtigen Ladestecker bis hin zu den Computersystemen.

  4. @NI 17.06. 09:32

    „Wer selbst schon mal programmiert hat, der weiß, das ist „Knochenarbeit“. Und das Ergebnis, ein .exe Programm, das verschenkt man nicht.“

    Ich habe mir auch diverse Webseiten mit PHP gebastelt. Und könnte das verwendete Grundgerüst problemlos verschenken. Nur die Qualität ist dafür noch zu schlecht, das müsste noch mal sehr aufwändig überarbeitet werden. So wie das jetzt aussieht, kann ich da nur selber mit arbeiten.

    https://geier-wg.de/jeckenburger/index.php

    https://introspektiva.de/

    Aber wenn das wirklichst höchste Qualität wäre, wie wäre es, wenn es einen reichlich ausgestatteten EU-Fonds gäbe, der mir was dafür zahlt, dass ich den Quellcode meiner Projekte frei veröffentlichen würde?

    Zumal ja auch inzwischen mit KI-Unterstützung Programmcode immer schneller und einfacher erstellt werden kann.

    So könnte man etwa dem Hersteller des besten Selbstfahrsystems anbieten, dass er die Rechte komplett an die EU verkauft, und die dann den Quellcode einfach veröffentlicht. Man könnte auch gucken, dass dieser EU-Fonds auch noch finanzielle Unterstützung aus der ganzen Welt eintreibt.

    „Stattdessen findet hinter den Kulissen ein Krieg statt, ein Krieg um die Standards, richtigen Schraubenkopf über den richtigen Ladestecker bis hin zu den Computersystemen.“

    Entsprechend wären diese EU-Projekte darauf ausgerichtet, überall Standartschnittstellen einzuführen, dass alle von der EU geförderten quelloffenen Systeme problemlos zusammenarbeiten können.

    Das müsste doch alles möglich sein. Die Wertschöpfung an Öffentlichen Gütern, die damit erzielt würde, wäre jedenfalls riesig.

    Und das wäre nicht nur ein Schub für die Weltwirtschaft, sondern man wüsste endlich ganz genau, was z.B. die Sozialen Plattformen wirklich mit ihren Nutzern machen.

    • Tobias Jeckenburger,
      „wie wäre es, wenn es einen reichlich ausgestatteten EU-Fonds gäbe, der mir was dafür zahlt, dass ich den Quellcode meiner Projekte frei veröffentlichen würde?“

      Freeware gibt es zu Tausenden, und unter denen auf die Schnelle herauszufinden, welche Programme neu sind und welche „abgekupfert“, das braucht Zeit und Fachleute.

      Die Idee mit dem EU-Fonds ist verlockend, vorallem für Hobbyprogrammierer, die hätten dann ein Ziel und würden bei einem brauchbaren Programm von größeren Softwarefirmen eingestellt.

      so etwas fehlt tatsächlich.

  5. @NI 17.06. 17:57

    „Freeware gibt es zu Tausenden, und unter denen auf die Schnelle herauszufinden, welche Programme neu sind und welche „abgekupfert“, das braucht Zeit und Fachleute.“

    Es reicht ja für eine Anwendung eine vernünftige Offene Software. Die ja auch angepasst und weiterentwickelt werden kann.

    „Die Idee mit dem EU-Fonds ist verlockend, vor allem für Hobbyprogrammierer, „

    Ich dachte hier eher daran, das man eben möglichst das Beste, dass auf dem Markt ist, einfach aufkauft. Wenn der EU-Fond genug Geld dafür ausgeben kann, dann haben wir es doch.

    Das Ergebnis wäre eben freie offenen Software, die für die Anwender nichts mehr kostet. Die übrigen Konkurrenten müssten dann eben aufgeben. Oder an Aktualisierungen und Erweiterungen arbeiten, die dann auch wieder die Chance haben, von dem EU-Fonts aufgekauft zu werden.

    Profitieren würden alle Nutzer, das wäre ein Konjunkturprogramm für die gesamte Weltwirtschaft. Und wir hätten eben auch eine weitreichende Transparenz.

    Wenn das wirklich so weitergeht, dass immer mehr Programierarbeit von KI geleistet werden kann, rückt ein solches Projekt doch in immer greifbarere Nähe.

    • Tobias Jeckenburger,
      Die Programmierarbeit kann eine KI nur dahingehend durchführen, wenn es sich um die Struktur und die Syntax handelt.
      Und………der Programmentwickler muss das fertige Programm der KI auch verstehen, sondst kann er es nicht seinen Bedürfnissen anpassen.

      „Ich dachte hier eher daran, das man eben möglichst das Beste, dass auf dem Markt ist, einfach aufkauft. “

      Deine Idee ist richtungsweisend, praktisch sehe ich ganz große Hürden, weil dann diese EU-softwarefirma in Konkurrenz zu den anderen Anbietern geraten würde.

      Aus eigener Erfahrung; Eine kleine Softwarefirma hat bei uns an der Schule ein Programm vorgestellt, das war praktisch , leicht verständlich, nur…..keiner der Lehrkräfte hat Interesse gezeigt und so hat die Schulleitung das Programm nicht gekauft.

  6. @NI 18.06. 08:30

    „Und………der Programmentwickler muss das fertige Programm der KI auch verstehen, sondst kann er es nicht seinen Bedürfnissen anpassen.“

    Wie bei dem menschlichen Programmierer auch besteht die Kunst des Progammierens auch für KI darin, übersichtlichen, wartbaren und für jeden Kundigen verständlich Code zu schreiben. Das ist in der Informatik immer grundlegend. Sobald die Projekte größer werden, und viele Akteure mitspielen, muss man hier superordentlich ans Werk gehen.

    Die Hauptsache wäre aber, dass Programmieren bestimmter Aufgaben mit KI-Unterstützung insgesamt viel billiger wird. Dann kostet es auch genauso weniger Geld, wenn ein EU-Fonds kommerzielle Software kauft und dann mit offenem Quellcode allen Nutzern weltweit kostenlos zur Verfügung stellt.

    „Deine Idee ist richtungsweisend, praktisch sehe ich ganz große Hürden, weil dann diese EU-softwarefirma in Konkurrenz zu den anderen Anbietern geraten würde.“

    Das muss ein Fond sein, der nur Software aufkauft und dann umsonst zur Verfügung stellt. Da kommt dann keine kommerzielle Firma mehr mit. Höchstens, wenn sie noch Besseres anzubieten hat. Deswegen würde es ja Sinn machen, gleich dem besten Anbieter sein Produkt abzukaufen.

    Das kann freilich ganz schön teuer werden, aber sich denke, dass sich das überaus lohnen würde.

    Und wie gesagt, je mehr die KI hier selber kann, desto weniger wird das dann kosten.

    Und es kann dann jeder diese quelloffene Software anpassen und weiterentwickeln. Auch wieder mit immer mehr KI-Unterstützung. Das sind doch noch mal Welten von Möglichkeiten?

    • Tobias Jeckenburger Betreff: Software kaufen

      Mach mal den Versuch einen website builder zu kaufen, nicht zu mieten. Du wirst kein Programm finden, dass nicht irgend einen Haken dabei hat.
      Das entscheidende bleibt, dass der Quellcode bei Dir abgespeichert ist.
      Und wenn du das Programm mit eigener Domaine hochlädst, dass nur du Zugriff auf das Programm hast. PHP-Dateien werden auf dem Webserver gespeichert, nicht bei dir auf deinem Computer.
      Mit KI unterstützten Programmen bleibst du auch abhängig, nur auf eine ander Art und Weise.

      „Das muss ein Fond sein, der nur Software aufkauft und dann umsonst zur Verfügung stellt. Da kommt dann keine kommerzielle Firma mehr mit.“
      Na, na, Oracle und Microsoft sind ernsthafte Konurrenten von SAP.
      Und an wen bezahlt SAP Steuern ??
      Dein Konzept kostet Geld, das bestehende Konzept bringt Steuereinnahmen.

  7. @NI 19.06. 11:11

    „Und wenn du das Programm mit eigener Domaine hochlädst, dass nur du Zugriff auf das Programm hast. PHP-Dateien werden auf dem Webserver gespeichert, nicht bei dir auf deinem Computer.“

    Wo ist das Problem? Auf dem Webserver läuft meine Webseite, völlig autonom. Was will ich mehr?

    „Mit KI unterstützten Programmen bleibst du auch abhängig, nur auf eine ander Art und Weise.“

    Diese KI selber muss auch Offene Software werden. Als allererstes wohl sogar. Sonst kann das in der Tat alles nur suboptimal funktionieren. Als Basis für wirklich Offene Software muss auch solche KI eben offen sein.

    „Dein Konzept kostet Geld, das bestehende Konzept bringt Steuereinnahmen.“

    Tut das, ja. Aber bevor eine Softwarefirma vom EU-Fond aufgekauft wurde, sind ja schon die meisten Steuern geflossen. Und die Programmierer sollen ja nicht arbeitslos werden. Sondern selber zunächst weitere kommerzielle Software schreiben, die dann später auch wieder aufgekauft wird, um sie für alle zu veröffentlichen.

    Die m.E. erhebliche Wertschöpfung von Offener Software dürfte alle Aufwendungen lohnend machen. Das wäre ein riesengroßes Konjunkturprogramm für die gesamte Weltwirtschaft. Und würde das Potential von der globalen IT insgesamt vervielfachen.

    Neben einer tiefgreifenden Transparenz. Die Abhängigkeit von US-Konzernen und der chinesischen Version davon ist m.E. eigentlich jetzt schon fatal und ziemlich untragbar.

Schreibe einen Kommentar