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Das innere Spektrum

Bis so ein Titelbild bei Spektrum der Wissenschaft, Gehirn und Geist oder Spektrum neo entsteht, sind unzählige Absprachen, jede Menge Gehirnschmalz und das Sichten Tausender von Bildern notwendig. Im Auge des Orkans befindet sich Karsten Kramarczik, seines Zeichens Art Director bei Spektrum.

Karsten KramarczikBis vor kurzem beschäftigte den 40-Jährigen die Midlife Crises. Nicht, dass er selbst schon mit solchen Unwägbarkeiten zu kämpfen hätte, weit gefehlt. Dem groß gewachsene Blondschopf spukte vielmehr das nächste Titelbild für Gehirn und Geist im Kopf herum.

Bevor er sich aber in die digitalen Angebote der Bildagenturen versenkt, braucht er Infos, um sich auf seine detektivische Spurensuche zu begeben. Schließlich macht es einen riesigen Unterschied, ob  Experten eventuell festgestellt haben, dass es die Krise der mittleren Lebensjahre gar nicht gibt, oder Rezepte dafür gefunden werden, wie Mann und Frau sie unbeschadet überstehen.

Anders als bei Spektrum der Wissenschaft, dem publizistischen Flaggschiff des Verlags, wo schon mal Quantengravitation oder Dunkle Materie in Szene zu setzen ist, „kann ich mir bei Gehirn und Geist zumeist selbst etwas vorstellen“, berichtet Karsten Kramarczik aus seinem Alltag. In diesem Fall also ein Mann über 40, der sich gerade große Fragen über sein bisheriges und künftiges Leben stellt.

Entsteht blitzartig eine Idee im Art Director-Kopf ist das gut und wichtig. Doch bevor dann am Ende die Coverdiskussion mit Redaktionsleitern, Chefredakteur und Geschäftsführung den Sieger kürt, wird in mindestens fünf Richtungen gedacht, gesucht und illustriert. Nicht nur, weil das Bild am Ende den Betrachter emotional packen oder faszinieren soll, sondern auch, weil das Motiv stimmen muss und der Text seinen Platz braucht.

Makellos müssen anders als in Modemagazinen die Menschen nicht sein, die es am Ende auf den Titel schaffen. Aber ein bisschen mehr Schärfe, ein wenig mehr Brillanz, das kann fast jeder vertragen. Bei besonders kniffligen Geschichten werden auch gezielt Betrachter gesucht, die nicht betriebsblind sind. Mitunter sind das Umfragen, öfter auch die Kolleginnen und Kollegen. Ist der Sieger gekürt, fängt die Arbeit der Layout-Abteilung, deren Chef der Art Director ist, quasi erst an. Wenn dann endlich der Abonnent oder die Zeitschriftenkundin am Kiosk das druckfrische Exemplar in Händen halten, sollen sie nicht nur ästhetisch angesprochen sein, sondern auch Lust auf den Inhalt haben. Denn, eines ist sicher, das Bild ist immer nur der Anfang eines Hefts.

Über 40 – Lebensmitte oder Krise?

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Ich bin von Natur aus neugierig, will Menschen und ihre Beweggründe verstehen und ich liebe gute Geschichten über alles: Das macht mich zur Journalistin. Ich möchte aber den Dingen auch auf den Grund gehen und verstehen, was die Welt im Innersten zusammenhält: Das erklärt meine Faszination für Wissenschaft und Forschung. Nach dem Studium der Germanistik und Politikwissenschaft habe ich als Zeitungsredakteurin für viele Jahre das Schreiben zum Beruf gemacht. Später kamen dann noch Ausbildungen zur zertifizierten Mediatorin und zum Coach hinzu, die mich in meiner Auffassung bestärkt haben, dass das Menschliche und das Allzumenschliche ihre Faszination für mich wohl ein Leben lang nicht verlieren werden. Das Organisieren habe ich als Büroleiterin einer Europaabgeordneten gelernt, bevor ich im Juli 2012 als Referentin des Chefredakteurs bei Spektrum der Wissenschaft begonnen habe. Von dieser Tätigkeit bin ich nun erst einmal ab 1. Januar 2015 für ein Sabbatical beurlaubt. Und ganz gespannt, was das „Abenteuer Auszeit“ für mich bereithalten wird.

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