Stepwells of India

BLOG: Con Text

Wörter brauchen Gesellschaft.
Con Text

Wie dicht Leben und Verfall, Schönheit und Tod beieinander liegen.

 

Journalist Spends Four Years Traversing India to Document Crumbling Subterranean Stepwells Before they Disappear | Colossal.

Dierk Haasis

Nach dem Abitur habe ich an der Universität Hamburg Anglistik, Amerikanistik, Soziologie und Philosophie studiert. Den Magister Artium machte ich 1992/93, danach arbeitete ich an meiner Promotion, die ich aus verschiedenen Gründen aufsteckte. Ich beschäftige mich meist mit drei Aspekten der Literatur: - soziologisch [Was erzählt uns der Text über die Gesellschaft] - technisch [Wie funktioniert so ein Text eigentlich] - praktisch [Wie bringen wir Bedeutung zum Leser] Aber auch theoretische Themen liegen mir nicht fern, z.B. die Frage, inwieweit literarische Texte außerhalb von Literatur- und Kunstgeschichte verständlich sein müssen. Oder simpler: Für wen schreiben Autoren eigentlich?

1 Kommentar

  1. Die indischen Stufenbrunnen passen gut zur Heterogenität der indischen Kultur, zur Heterogenität des indischen Subkontinents.Sie sind nämlich Zeugnis einer logistisch umsichtigen, auf beachtlichem technischen Stand stehenden Zivilisation, die in Indien aber nur wenigen vorbehalten war und ist. Die meisten Inder leben in Armut/Elend und auf einem Stand der durchaus dem der Subsahara vergleichbar ist.
    Stufenbrunnen wurden bereits 600 vor Christus im westindischen Staat Gujarat angelegt. Stufenbrunnen können als Zeichen einer bereits recht fortgeschrittenen Zivilisation betrachtet werden weil sie eine kollektive Antwort auf das Problem der fluktuierenden Niederschläge (Wechsel zwischen Monsun und Trockenheit) sind – einer Antwort, die einen Plan, eine Organisation und ein Heer von Arbeitern voraussetzt. Von den britischen Kolonisten wurden Stufenbrunnen aus hygienischen Gründen durch Pump- und Röhrensysteme ersetzt, womit die Briten auch die indische Kultur deklassierten und zurückdrängten. Das indische Kastensystem aber überstand sogar die britsche Kolonisation. Es muss wohl teilweise dafür verantwortlich gemacht werden, dass Indien noch heute eine grosse Schicht von armen und ungebildeten Bewohnern hat. Die ursrpüngliche und jetzt postkolonistische indische Zivilisation war und ist bis heute wenig egalitär und das obwohl sich Indien gern als grösste Demokratie der Welt sieht.