10 Jahre “Clear Skies”

BLOG: Clear Skies

Astronomie mit eigenen Augen
Clear Skies

Die SciLogs – Tagebücher der Wissenschaft – feiern in diesen Tagen ihr Wiegenfest: Aus der Taufe gehoben wurde dieses Blogportal unter dem Dach des Verlags Spektrum der Wissenschaft vor 10 Jahren, und mein Blog Clear Skies zu Themen der Amateurastronomie ging kurz darauf im November 2007 an den Start. Einige meiner Themenschwerpunkte nehme ich hier in den Fokus – mit manchen Blogposts versuchte ich, über den amateurastronomischen Tellerrand hinauszublicken:

 

Einordnung von Entfernungen, Zeitskalen oder Geschwindigkeiten

Entfernungen wie Zeitskalen, mit denen Astronomen oder Geologen hantieren, liegen weit jenseits unseres Alltagsverständnisses. Was Wissenschaftlern mit der Zeit geläufig wird, bleibt für Viele schwer vorstellbar. Hier ein paar Ansätze, dieses “Unvorstellbare” zu relativieren und durch Vergleiche ein wenig vorstellbarer zu machen:

Der nahe, ferne Exoplanet Proxima Centauri b (vom 1.9.2016) – Medienberichte zur Entdeckung von Exoplaneten stellen kosmische Distanzen häufig als “Katzensprung” dar. Doch selbst, wenn wir heute ein Raumschiff konstruieren könnten, das es auf eine Reisegeschwindigkeit von 1/100 der Lichtgeschwindigkeit brächte, vergingen für diese Reise zum uns allernächsten Sternsystem Proxima Centauri mehr als 400 Jahre.

Erdgeschichte zum Scrollen (vom 21.6.2011) – Hier erfährt der Leser “am eigenen Zeigefinger” und maßstabgerecht, wie viel Zeit seit der Entstehung der Erde vor 4,56 Milliarden Jahren vergangen ist.

Der schnelle Geselle US 708 (vom 9.3.2015) – Nur wenige Sterne bewegen sich schnell genug, um dem gravitativen Feld unserer Heimatgalaxie entfliehen zu können. US 708, einer dieser 10 bis dato bekannten “Hyperschnelläufer”, benötigte für die Strecke Erde – Mond weniger als sechs Minuten.

 

Extraterrestrisches Leben

Extraterrestrisches Leben (vom 10.10.2008) – Warum wissen wir bislang nichts über Leben jenseits der Erde?

Der Aktionsradius extraterrestrischer Intelligenzen (vom 15.9.2010) – Eine pessimistische Hypothese, warum Raum und Zeit uns daran hindern dürften, jemals von anderen “intelligenten” Lebensformen zu erfahren oder gar in Interaktion miteinander zu treten.

UFOs entstehen im Hirn (vom 22.10.2008) – Mein Text zur erst äußerst kurzen Geschichte angeblicher UFO-Sichtungen zog eine intensive Diskussion nach sich.

Kommunikation mit Aliens (vom 13.11.2007) – Weshalb eigentlich nimmt jeder Science-Fiction-Fan oder UFO-Freund an, mit Aliens kommunizieren zu können, sollte man doch mal aufeinander treffen?

 

Bloggewitter

Eine der schönen Traditionen der SciLogs waren und sind die Bloggewitter, bei denen mehrere Blogger unterschiedliche Sichtweisen auf dieselben Themen zum Besten geben.

“Yuri´s Night 2011 – 50 Jahre bemannte Raumfahrt”: Klassenarbeit über Juri Gagarin (vom 12.4.2011) – Exklusive Einblicke in die Gedankenwelt eines Schülers, der für seinen Aufsatz frechweg sein Smartphone zurate zieht. Es war die Zeit, da ein aus Bayern stammender Bundesverteidigungsminister, der ebenfalls abgepinnt hatte, abtreten musste.

“Bloggen für Kinder”: Wie weit ist es bis zum Mond? – ein Blogpost für Kinder (vom 5.2.2015) – Hier schicke ich Kids auf eine Reise zum Erdtrabanten. Allein mit einem Passagierflieger benötigte man für diese Strecke gut 20 Tage.

 

Astronomischer Lesestoff

In meiner Rubrik Lesestoff präsentiert die Leseratte in mir Werke zur Astronomie. Einige dieser Buchbesprechungen sind hervorgegangen aus Rezensionen, die ich für “Sterne und Weltraum” schrieb, und die ich in Clear Skies teils ausführlicher, teils mit mehr Praxisbezug zur Amateurastronomie behandele.

Ein roter Faden bei alledem: Egal wo, ich schreibe gerne über solche Werke, die mich beeindrucken, und die ich empfehlen kann. Über solche Bücher, bei denen ich potentiellen Lesern eine sinnvollere Verwendung ihres Geldes als den Kauf des Druckerzeugnisses nahelegen möchte, schreibe ich meist nur dann, wenn es über diese andernorts Lobhudeleien gibt. Wer in meinem Lesestoff stöbert, entdeckt Bücher zur Astronomie, die ich unbedingt empfehlen kann!

 

Wissenschaftsblogs-Auslese

Ein erfreulicher Nebeneffekt des Bloggens in den SciLogs: Insgesamt vier Blogposts aus meiner Feder fanden sich in der von Lars Fischer und Marc Scheloske initiierten “Wissenschaftsblog-Auslese”:

Komet über Heidelberg (vom 19.6.2008) – Wissenschafts-Cafe´ – Meine Deutung eines Kupferstichs von Matthaeus Merian aus dem Jahr 1635.

 

 

 

 

 

 

 

 

Abb.: Matthaeus Merian: Komet über Heidelberg 1619, aus: Theatrum Europaeum, Band 1. Ausgabe 1635, S. 119. Repro: Stefan Oldenburg

Grenzen des homo sapiens (vom 12.5.2010)Fisch-Blog – “Warum zerstört der Mensch wissentlich und in vollem Besitz seiner geistigen Kräfte seine Lebensgrundlagen, überschreitet Grenzen, welche sein Lebensraum vorgibt?” Diese Frage beschäftigt mich seit meiner Jugend. Eine Antwort darauf habe ich nicht.

Der Zeithorizont des Menschen (vom 12.5.2011)Wissenschafts-Cafe´ – Entstanden unter dem traumatisierenden Eindruck des Tsunamis und der folgenden Nuklearkatastrophe von Fukushima.

Angst unterm Sternhimmel (vom 9.9.2011)Wissenschafts-Cafe´ – Ein Text für Amateurastronomen, denen am Teleskop in nächtlicher Einsamkeit mitunter mulmig zumute ist.

 

Bildreportagen

Zum Abschluss was für die Augen: Fotoreportagen, etwa von den beiden, jährlich im Frühjahr bzw. Herbst stattfindenden Astromessen in Essen und Villingen-Schwenningen, die gewürzt sind mit meinen amateurastronomischen Eindrücken, oder Events bei der ESA.

ATT 2017 in Essen (vom 17.5.2017)

AME 2016 in Villingen-Schwenningen (vom 16.9.2016)

ATT 2016 in Essen (vom 24.5.2016)

ATT 2013 in Essen (vom 27.5.2013)

Philae in Darmstadt (vom 14.11.2014) – Fotos einer genialen Veranstaltung der ESA in Darmstadt zur Landung der Sonde Philae auf dem Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko.

Deidesheim 2013 (vom 12.3.2013) – Bilder eines der legendären SciLogs-Bloggertreffen.

5th Heidelberg Laureate Forum – Boat Trip (vom 28.9.2017) – Bildreportage einer Bootstour mit hochkarätigen Mathematikern und Informatikern.

 

Ich danke dem Verlag Spektrum der Wissenschaft, allen Leserinnen und Lesern und allen Kommentatoren für spannende 10 Jahre mit vielen schönen Begegnungen & Horizonterweiterungen. Insbesondere danke ich dem treuesten aller Kommentatoren meiner Blogposts seit der ersten Stunde und über all die Jahre: Edgar Lösel! Danke, Edgar! 😉 Den SciLogs und allen Bloggern wünsche ich für die kommende Dekade – und darüber hinaus – alles Beste!

Danke und Clear Skies! Stefan Oldenburg

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Astronomische Themen begeistern mich seit meiner Kindheit und ich freue mich, Zeuge des goldenen Zeitalters der Astronomie zu sein. Spannende Entdeckungen gibt es im Staccatotakt, aber erst im Erkunden unserer kosmischen Nachbarschaft mit den eigenen Augen liegt für mich die wirkliche Faszination dieser Wissenschaft. "Clear Skies" lautet der Gruß unter Amateurastronomen, verbunden mit dem Wunsch nach guten Beobachtungsbedingungen. Deshalb heißt dieser seit November 2007 bestehende Blog "Clear Skies".

4 Kommentare

  1. Aus der Sicht einer Eintagsfliege erscheint das menschliche Lebensalter schon sehr lange.
    Und da wir uns Distanzen gern in Zeitmaßen vorstellen (Lichtjahr), ist das schon beindruckend.

    Nehmen wir stattdessen Längenmaße ist das gar nicht mehr so toll.
    Unser Universum hat eine Ausdehnung von 10 Mrd. Lichtjahren , also eine Zahl hoch 10.Ein Lichtjahr hat 10 hoch 12 Km ergibt eine Entfernung von 10 hoch 22 km.
    Nehmen wir jetzt einen Atomkern mit 10 hoch minus 18km und nehmen an dass ein Quark wiederum 10 000 mal kleiner ist, dann haben wir 10 hoch -22km.
    Also von einem Quark bis zu der Oberflache deiner Fingerspitze ist es im Verhältnis genau so weit , wie von dir bis zum Ende des Weltalls.
    Die Mathematik machts möglich.

  2. Der Mensch wird klein im Angesicht von allem, was größer ist! Das ist das Wesen der Größenordnung, das Sie uns immer so trefflich vor Augen führen, und das selbst bei Größenordnungen, bei denen man die Riesenwand vor der gigantischen Mauer nicht mehr sehen kann, weil man sich in einer Distanz befindet, die immer auch Entfernung bedeutet! Was wäre, wenn ich meinen Arm bis zum nächsten Stern ausstrecken könnte, wäre ich dann noch in der Lage, mir selbst zu winken? Solche Fragen sind bescheiden und erfüllen mich dennoch mit Demut! Danke, Herr Oldenberg!

  3. Hallo Stefan,
    etwas verspätet meinen herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum (das mich schlagartig daran erinnert, dass sich mein eigenes 10jähriges ja auch nähert…)! Deine Beiträge zählen für mich seit je zu den Highlights der Scilogs. Die Zusammenstellung oben motiviert mich, mir die ein oder andere Perle deines Schaffens noch mal zu bewundern!

    Als ersten bringe ich mein Mausrad noch mal zum Glühen 🙂

    Viele Grüße!
    Jan

    • Hallo Jan,

      herzlichen Dank! 🙂 Ein Lob von Dir wiegt besonders, da Dein Blog Himmelslichter unzweifelhaft ein Stern mit besonderer Leuchtkraft im Reigen der vielen SciLogs-Blogs war. Zum Glück sind sie heute ja nur an anderem Ort, Deine Himmelslichter.

      Alles Beste und viele Grüße,

      Stefan

      P.S.: Ich hoffe, Dein Mausrad hat den Ritt durch die Jahrmillionen überstanden…

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