Wo bin ICH?

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auf der Frequenz von Geist und Gehirn
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Braincast 308

Es gibt viele Arten, sich selbst aus dem Auge zu verlieren. Manche sind gewollt, wie der Isolationstank. Andere sind es nicht und klinisch. Das ist sensorisch genauso wie philosophisch interessant und lässt sich summieren im Begriff der „Meinigkeit“. Eine Bestandsaufnahme.

 
MP3 File Dauer: 19:12

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SHOWNOTES

Self ist das Stichwort: Selfless von Musicolor, I Will Take Them On By Myself – Instrumental von Sounda und Liquid Floor mit Selfish.

Veröffentlicht von

www.nurindeinemkopf.de

Nach diversen Artikeln und zwei Büchern zwischen Geist und Gehirn hier der Podcast. Wichtigster Punkt: die Übersetzung der aktuellen Erkenntnisse in verständliche Sprache, praktischen Alltag und guten Humor.

1 Kommentar

  1. Sehr inspirierend fand ich schon immer die Phrase: “Über sich hinaus zu wachsen”…. die man abseits der kulturrellen Deutung auf psyhiatrischer Ebene auch anders deuten kann. Nämlich eben als Persönlichkeitsspaltungen, Schizophrenie, Bipolar, .. usw…
    Also scheinbar eine andere Persönlichkeit werden/sein, “selbst” von den “anderen” Persönlichkeitsteilen überlagert/verdrängt zu werden.

    Solche Visionen von Begebenheiten haben einen ganz besonderen Reiz. Stelle man sich mal vor, man könnte vorrübergehend (möglichst halbwegs kontrollierbar) eine andere Persönlichkeit werden! Wie ginge das eigendlich? Spielt dann eigene Erfahrung eigendlich keine Rolle mehr? Kann man über diese einfach hinweg, sodass man plötzlich sogesehen ein Anderer sei?. Wie kann dies funktional gehen und dabei sich selbst (also die eigenen Erfahrungen) zumindest temporär zu vergessen?

    Der Humunkulus ist wesendlich für das BEwusstsein und von der Erkenntnis über das “Ich-selbst”. Wie sie sagen: Wir sind, was wir wahrnehmen. Ich würde sagen: Wir sind, weil wir (über die 5 standartsinne) wahrnehmen. Ansonsten wir nicht uns erkennen könnten. wer Drogenerfahrung hat, kann das so bestätigen. Ihr Beispiel mit dem Isolationskontainer ist hier symptomatisch vergleichbar. Es geht um Deprivation. Je weniger wir uns selbst fühlen, desto mehr können wir im Rausch sein und von “uns” selbst abstand nehmen – was ja in etwa das Ziel des Drogenkonsums sei. Das dabei zuweilen angenehme Rauschzustände entstehen, ist ein Phänomen, das man in diesem Szenario mal erforschen sollte (also, warum es angenehm empfunden wird, dass manseine Sinneswahrnehmungen einschränkt und sich selbstwenigerSpürt – und was anstelle dieser Wahrnehmungen kommt, da ja unser Gehirn relativ platisch sei und sich anpasst – vorrausgesetzt, es ist eine regelmässige Übung).

    Übrigens verursacht demnach zum Beispiel Schmerz eben das Gegenteil von Deprivation und kann therapeutisch dazu verwendet werden, Persönlichkeitsspaltungen/verlust zu heilen. Schmerz ist eben die extremste Form von sensorischer Wahrnehmung. Und wenn wir uns selbst (den eigenen Körper) spühren (auch per Schmerzreiz), werden Rauschzustände, Traum und Abwesenheit vom eigenen “Ich” nur schwer aufrecht zu erhalten sein, wenn überhaupt möglich darin einzusteigen.

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