Epigenetik – 2

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Braincast 326

Gene zum Schweigen zu bringen, das lernen Sie in dieser Episode! Wie das medizinische Hoffnungen weckt und psychiatrische Befürchtungen bestätigt. Wie es sich chronobiologisch auf die Leber schlägt. Und wie sich so missbrauchte Gene ins Epigenom brennen.

 
MP3 File Dauer: 16:21

Text von Volker Herzog auf dem Blog von Stephan Schleim: Epigenetik: Wie erworbene Eigenschaften vererbt werden können.

Aktuelle Funde und auch mal ein Kommentar zum Zeitgeschehen auf Google+

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SHOWNOTES

Ambientiges, reloaded: Destiny von EsGi, Ladderdown von Driftig in Sielence und Ernesto Sett mit Edgy Sunday.

Arvid Leyh

Veröffentlicht von

www.nurindeinemkopf.de

Nach diversen Artikeln und zwei Büchern zwischen Geist und Gehirn hier der Podcast. Wichtigster Punkt: die Übersetzung der aktuellen Erkenntnisse in verständliche Sprache, praktischen Alltag und guten Humor.

5 Kommentare

  1. Populäre Irrtümer…

    …in Sachen Epigenetik gibt es zuhauf, vielleicht hätte man in dieser Podcast-Serie hierauf etwas stärker das Augenmerk legen können.

    Immerhin wurde am Ende doch noch deutlich, dass die epigenetischen Mechanismen nichts mit Lamarcks Vorstellungen von der Vererbung erworbener Eigenschaften zu tun haben. Anders, als manche meinen, liefert die moderne Biologie bislang eben keine hinreichenden Belege dafür, „dass Lamarck zum Teil Recht gehabt haben könnte“.

    Volker Herzogs Beitrag auf „Menschen-Bilder“ ist überschrieben mit:

    “Epigenetik: Wie erworbene Eigenschaften vererbt werden können“

    Eigentlich hätte es heißen müssen: „Welche erworbenen Eigenschaften vererbt werden können“, denn offenbar ist die Liste dieser „Eigenschaften“ noch ziemlich überschaubar (speziell bei Tieren).

    Darwin scheint seinerzeit diesbezüglich noch einiges für möglich gehalten zu haben. In Riedls Kulturgeschichte der Evolutionstheorie (2003) findet sich folgende Bemerkung (S.64):

    »Darwin war sogar lamarckistischer als Lamarck, indem er Berichten von Reisenden Glauben schenkte, die berichteten, daß bei jenen Völkern, bei welchen die männliche Vorhaut regelmäßig beschnitten wurde, diese nach mehreren Generationen bereits schon kürzer geworden wäre. «

    Aber das nur am Rande. Kommen wir lieber zu dem im Podcast erwähnten Vergleich Herzogs, nämlich dass Genom und Epigenom sich in etwa zueinander verhalten wie Hardware und Software („Wie Hardware und Software wirken Genom und Epigenom Hand-in-Hand“).

    Ich halte diese Analogie für ziemlich unglücklich: Genregulation erfolgt durch die Aktivität spezifischer Genprodukte, die genau das „erzeugen“, was gemeinhin als „Epigenom“ bezeichnet wird (die Gesamtheit der chemischen Modifikationen der DNA).

    Legt man Herzogs Analogie zugrunde, dann wäre das m. E. so, als würde die Hardware die Software schreiben, die sie braucht, um als Hardware existieren und funktionieren zu können.

    Für mich macht die Metapher „genetisches Programm“ durchaus Sinn, während „epigenetisches Programm“ offensichtlicher Unsinn ist.

    Trotz allem oder gerade deswegen: Herzlichen Dank für diese Beiträge! 🙂

  2. Balanus:

    “Legt man Herzogs Analogie zugrunde, dann wäre das m. E. so, als würde die Hardware die Software schreiben, die sie braucht, um als Hardware existieren und funktionieren zu können.”

    Tatsächlich kann man das doch so sagen – nur dass die Bedingungen, nach dem die Software geschrieben wird aus den Umgebungseinflüssen, die auf die Hardware aus der Umwelt wirken, die Hardware stimmulieren, was wiederum auf die Hardware zurückwirkt. Die Hardware logisch schlüssig selbst keine Software bereitstellt oder gar erstellt, nach dem sie funktioniert. Schlicht funktioniert auch nicht die Hardware nach der Software, sondern der Organismus funktioniert, weil Hardware in der Wechselwirkung mit der Umwelt temporäre Programme aus den vielen funktionalen Wirkungen der Hardware im Organismus erzeugen.

    Dazu ein Gleichnis. Eine Zelle hat eine Funktion – viele Zellen haben mehr funktionen als eine und beeinflussen sich in ihrer Wirkung aufeinander und daraus in ihrer Funktion gegenseitig – eben aus ihrer Funktion innerhalb eines Organismusses.

  3. demolog,

    mit Hardware und Software meinte ich schon die Computer und die Programme. Wie hat man sich einen Rechner vorzustellen, der so konstruiert ist, dass er sich selbst programmiert? Müsste denn da nicht schon in der Hardware eine Software implementiert sein, in der festgelegt ist, wie die Hardware auf einen Input zu reagieren hat?

    Vielleicht meinte Herzog ja bloß, dass die nackte DNA, das Genom, wert- bzw. informationslos ist, wenn sie nicht in der passenden zellulären Umgebung vorliegt. Ohne Zelle gibt es keine genetische Information, sondern nur eine Riesenmolekül.

  4. Die Frage nach der Selbstprogrammierung steht da, wie die Frage, was zuerst war – Huhn oder Ei.

    Man wird wohl noch einen dritten Akteur suchen müssen. Und Umwelteinflüsse sind solche. Systematik scheint aber noch nicht übersichtlich genug durchschaut zu sein.

    Im Falle des Computers seihier ja der Mensch dieser dritte Akteur.

  5. Was war zuerst – Huhn oder Ei?

    Klarerweise das Ei. Eier gab es schon, bevor es Hühner gab. 😉

    Bezogen auf Genom und „Epigenom“ muss man wohl zurückgehen bis zu den Anfängen des irdischen Lebens. Ganz am Anfang, bevor es echte Zellen gab, könnte es eine RNA-Welt gegeben haben, oder eine Stoffwechsel-Welt. Wie auch immer, allein die DNA-Sequenz ist Träger der Erbinformation, und diese Erbinformation umfasst auch die an der Genexpression und –regulation beteiligten zellulären Maschinerie.

    Die Umwelt würde ich nicht als „Akteur“ bezeichnen. Wenn ein Organismus bestimmte Signale aus der Umwelt verarbeiten kann, so liegt das ganz allein am agierenden Organismus.

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