Erster Artikel — Eindrücke eines klaren Wochenendes

Hallo,

dies ist, wie die Überschrift schon sagt, mein erster KosmoLogs Artikel.

Ich freue mich sehr, hier mitmachen zu dürfen!

Aber nun zum eigentlichen Thema: Dem klaren Wetter am Wochenende, auf das so viele Hobbyastronomen gewartet haben. Diese Chance nach langem Warten musste genutzt werden!

Hier die Ergebnisse vom  Freitag (28.1.2011):

Zuerst nahm ich den Orionnebel (M42) ins Visier, den wohl bekanntesten Emissionsnebel am nördlichen Winterhimmel.

Dokumentiert wurde er erstmals 1611 von dem französischen Gelehrten Nicolas-Claude Fabri de Peiresc.

Entdeckt wurde das Objekt allerdings schon weitaus früher von arabischen Astronomen.

Mit einer scheinbaren Helligkeit von 3,7 Magnituden ist er recht einfach mit dem bloßen Auge im "Schwert des Orion" auszumachen (daher auch der arabische Name "Na’ir al Saif", was auf deutsch so viel bedeutet, wie "Der helle im Schwert des Orion").

Mit bloßem Auge zeigt sich M42 als nebliger Fleck, der bei sehr klarem Wetter einen rötlichen Farbton annehmen kann.

Im Teleskop hingegen konnte ich keine Farben beobachten. Hier erscheint der Orionnebel als helles, flächiges und nebliges Objekt mit einer leicht quadratischen Form und einer tiefen Einkerbung.

Als Fotografie hingegen zeigen sich uns viel mehr Details und vor allem die Farben:

Orionnebel

Links neben der hellen "Huygensregion" im Zentrum des Bildes liegt die "Große Bucht" (Sinus magnus), welche ich oben noch als "tiefe Einkerbung" beschrieben habe.

Zum nächsten Objekt: M1 Krabbennebel

Diesen Supernovaüberrest mit 10 Lichtjahren Durchmesser aufzufinden ist schon etwas schwieriger. Mit bloßem Auge hat man hier keine Chance, denn seine scheinbare Helligkeit beträgt "nur" 8,4 mag.

In klaren Nächten kann man Objekte nur bis zu einer Helligkeit von ca. 6 mag erkennen (bitte beachten: je kleiner die Magnitudenzahl, desto heller das Objekt!)

Im Teleskop (200 mm Öffnung) zeigt sich dieses Objekt viel schwächer und auch kleiner, als der Orionnebel. Strukturen waren leider keine auszumachen.

Entdeckt wurde dieses Objekt übrigens 1731 von  John Bevis.

Im Inneren des Supanovarests befindet sich ein Neutronenstern. Geladene Teilchen werden in seinem starken Magnetfeld nahe der Pole so beschleunigt, dass der Neutronenstern Strahlung entlang der Magnetfeldachse aussendet.  Trifft diese Strahlung die Erde in periodischen Abständen, so spricht man von einem Pulsar. Der Neutronenstern in M1 ist also ein Pulsar, der übrigens nur ca. 10 km Durchmesser besitzt. Dieser ist das erste Objekt seiner Art, zu dem ein optisches Gegenstück gefunden wurde!

 Nun zum Bild:

Krabbennebel

  Am Sonntag (30.1.2011) gelang mir dann noch dieser Schnappschuss der Plejaden (M45):

Plejaden

Dieser offene Sternhaufen ist mit 425 Lj Entfernung das am weinigsten weit entfernte Messier-Objekt.

Auf dem Bild erkennt man vor allem um den untersten (23Tau) und obersten Stern (20Tau) herum einige Nebelschwaden. Dabei handelt es sich um Reflexionsnebel, die durch die blauweißen Haufensterne angestrahlt werden.

Bekannt war der Stenhaufen durch seine unübersehbare Präsenz am Himmel der Nordhalbkugel übrigens schon seit dem Altertum.

Ich hoffe, dass die Bilder und die kurzen Infos gefallen.

Aufgenommen wurden sie alle mit einem 200/1000 mm Newtonteleskop und einer unmodifizierten Canon 350d.

Alles ohne Autoguiding.

Bearbeitet mit  DSS, fitswork und Photoshop.

Kevin Gräff

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Ich bin 1992 geboren und besuchte bis zum Abitur das "Gymnasium Gernsheim". Dort war ich in den Leistungskursen Mathe und Physik. Zur Zeit studiere ich Physik an der Technischen Universität in Darmstadt. Ich interessiere mich schon sehr lange für allerlei Wissenschaften, was wohl auch die Studienfachwahl begründen dürfte. Seit Ende 2006 beschäftige ich mich aktiv mit der Astronomie, worauf bald die Mitgliedschaft bei der Arbeitsgemeinschaft Astronomie und Weltraumtechnik Darmstadt folgte. Kevin Gräff

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