life in plastic, it’s fantastic!

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Würziges aus den Biowissenschaften
Biosenf

Die Plastisphere….in den Weiten der Ozeane gibt es einen Ort, an dem das schlechte Gewissen aller falsch oder nicht Recykler konvergiert (eigentlich gibt es in jedem Ozean zwei) und ihr habt wahrscheinliche alle schon von einem gehört: Der ” Great Pacific Garbage Patch” (*tommelwirbel*).
Die Meeresströmungen laufen in jedem Ozean im Kreis. Dadurch sammeln sie unablässig den Plastikmüll der ins Meer gelangt in der Mitte der grossen Stömungesläufe, den Gyren.

Der Nordpazifische Gyrus enthält am meisten Plastikpartikel, aber auch alle anderen sammeln fleissig unseren Müll. Die Plastikpartikel werden zermalen und sind meist nur noch als Zentimetergrossepartikel zu finden. Somit werden sie zum Teil des Planktons und bilden eine eigenes Ökosystem: die Plastisphere.
Dieser Lebensraum ist wohl am besten durch seine negativen Auswirkungen auf die Meereslebewesen bekannt:
Dazu ein Wort des Entdeckers des Great Pacific Garbage Patch Charles Moore

Aber diese Plastikwelt als neues Ökosystem zu erforschen birgt Überraschungen: Manche der Bewohner fangen an sich an die neue Umgebung anzupassen. In der Art einer “ Next Nature” findet man Tiere, die das Plastic nutzen: als Schwimmoberfläche, Eiablagemöglichkeit und sogar als Nahrung!!

Schon im März 2011 wurde dieser Fund in einem Natur Artikel beschrieben: Bakterien, die in der Lage sind, Plastik zu verdauen! Was das Endprodukt ist, und vieles mehr ist, noch unbekannt. Also freut euch nicht zu früh! Die Ergebnisse wurden auf einer Konferenz beschrieben. Ich warte gepannt auf weitere Details!

Das wird sicherlich nicht unser schlechtes Gewissen reinwaschen, aber es zeigt mal wieder wie durch Evolution wundersame Dinge entstehen können.
Charles Moor behauptet “Only we humans make waste that nature can’t digest”. Doch wir lernen, dass die Aussage”only we humans” mal wieder fehl am Platz ist.

Mehr Infos gibt es hier:
http://seaplexscience.com/
http://www.nature.com/news/2011/110328/full/news.2011.191.html
http://blogs.discovermagazine.com/notrocketscience/2012/05/08/insects-that-skate-on-the-ocean-benefit-from-plastic-junk/

Mathilde Bessert-Nettelbeck

Veröffentlicht von

Mit einem Diplom in Biologie in der Tasche, einer halben Doktorarbeit und viele Ideen will ich meinen Senf dazugeben. Meine irrsinnige Begeisterung für Lebewesen und des Lebens Wesen, möchte ich weitervermitteln. Und das an JEDEN. Jeder soll wissen, wie unglaublich Grottenolme sind und warum auch Gliazellen unserer Aufmerksamkeit bedürfen, dass Ratten nicht nur ekelig sind und die heimische Topfpflanze vielleicht bald schon die Nachttischlampe ersetzt. In Tübingen habe ich studiert, in Bern der Forschung den Rücken gekehrt. In Berlin bin ich nun auf der Suche nach Alternativen im Feld der Biologie und Kommunikation. Ganz besonders nach meinem Geschmack sind verrückte, unglaubliche oder einfach nur lustige Geschichten aus Ökologie, Evolution, Medizin und Technik. Schmeckt euch der Senf? Sonst mischt doch mal mit! Mathilde Bessert-Nettelbeck

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