Flossendrama

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Würziges aus den Biowissenschaften
Biosenf

 

Shark Finning

Vor 10 Tagen in Bangkok war es ganz aufregend für Hailiebhaber: schaffen es fünf weitere Haiarten in den Appendix II des CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora oder auch Washington Convention)?  Als es endlich so weit war ging ein großes Jubeln durch die Netzwelt. Verfolgen  kann man es hier:  storify.com/WhySharksMatter/shark-conservation-at-cites-cop16.

Heringshaie, 3 Hammerhai Arten und  Weißspitzen-Hochseehaie dürfen nur noch unter strengen Auflagen gehandelt werden.

Aber was bedeutet das für den Hai? Der Hai hat ein Problem und das sind seine 8 Flossen. Besonders die Brust und die Rückenflossen sind einer der teuersten Luxusnahrungsmittel der Welt. 400 Dollar für ein Kilo getrocknete Flosse.

Haifischflossensuppe ist ein traditionelles chinesisches Gericht, das zu besonderen Anlässen serviert wird. Nicht nur in China sondern in großen Teilen Süd-Ost-Asiens ist das Süppchen ein Muss auf jeder Hochzeit. Und sie wird immer beliebter denn die Flossen sollen auch allerlei super tolle Eigenschaften haben, leider dafür aber null Nährwert. Sie bestehen nämlich nur aus Knorpel. Das gibt der Suppe auch ihren gelatinösen Aspekt, der Knorpel bindet die Soße. Die Knorpelstrahlen oder Nadeln sind das eigentlich Leckere und Qualitätsmerkmal einer guten Flosse.

Die kostbaren Flossen werden den Haien zum Verhängnis. Sie sind die größten Jäger in der Meeresnahrungskette und K-Selektiert, daher sie leben lange, wachsen langsam, bekommen wenig Junge und erreichen eine beträchtliche Köpergröße. Man kann sie sich als Tiger der Meere vorstellen. Es sind außerdem nur die größten, also fortpflanzungsfähigen Tiere,  deren Flossen in Frage kommen. Dafür aber alles an Arten was das Meer so her gibt. Nur größer als 1 Meter  50 müssen sie sein. Da das Fleisch der Haie oft nichts einbringt weil es nicht schmeckt und man so ein Paar Fangquoten umgehen kann werden Haie, von ihren Flossen befreit,  wieder ins Meer geschmissen. Teilweise werden die Flossen von den noch lebenden Haien abgetrennt. Die Haie sinken verstümmelt in die Tiefe und ersticken oder werden gefressen. Tierethisch sehr fraglich.

Aber bedroht es auch den Erhalt der Haiarten? Dreimal dürft ihr raten: Die Hochseehaiarten werden ja eh schon durch Beifang in der Thunfisch-Industrie dezimiert, gezieltes Fangen ist für eine Haipopulation auf Grund ihrer Biologie fatal. Beispiele kennt man aus Europa.  Flossen sind bei uns nicht so beliebt aber das Fleisch des Heringshais war noch in den 1970er Jahren zum Beispiel in Italien eine Delikatesse. Der Hype hielt nicht lange an, die Fangzahlen nahmen rapide ab. „Boom and Bust“ Fischerei nennt man das. „Busted“ sind die Haie. Heringshai ist selten geworden, besonders im Nord-Atlantik.

Den anderen großen Haiarten geht es jetzt an den Kragen: besonders beliebt sind Blauhai, Schwarzhai,  Hammerhaie aber auch Geigenrochen. Auch Weißspitzen-Hochseehaie gehören zu den Leckerbissen. Seit Jahren versuchen Aktivisten diese Arten zu schützen. Dazu kann man den Fang oder den Handel einschränken. CITES reguliert den Handel, den Fang kontrollieren die Staaten. In der EU ist das „Finning“, also das Abtrennen der Flossen auf hoher See, schon seit 2003 verboten. 2012 wurde dann auch endlich das letzte Schlupfloch gestopft, das es Fischern weiterhin ermöglichte, Flossen und Körper der Haie auf See getrennt zu lagern: wer kann da noch die Flossen und Kadaver zu ordnen? So gingen viele vielleicht auch geschützte Haiarten flossenlos und lebendig über Bord. Gefischte Haie müssen seit November intakt, mit Flossen in den Hafen kommen.

So viel kommt aber in der EU gar nicht in die Suppe.  Die meisten Flossen werden nach Asien exportiert – Und hier greift das CITES. Bisher waren 4 Haiarten (Bogenstirn-Hammerhai, weißer Hai und Riesenhai sowie die Sägehaie, und der Heringshai) im Appendix des Abkommens, eine Liste der Tierarten deren Handel überwacht werden soll. Die Arten sind sehr unterschiedlich geschützt, je nachdem , ob sie in Appendix I, II oder III sind. In Appendix I kommen die Arten, die wir fast schon ausgerottet haben, II wenn die Bedrohung schon groß ist, in III sind Arten bei denen es jetzt schon brenzlig wird, die aber vielleicht nur in bestimmten Populationen vor dem Aussterben stehen. Import, Export, Re-Export regulieren, dazu haben sich die Mitgliedsstaaten des CITES geeinigt. Das heißt nicht verbieten, Ausnahmen gibt es immer – Je nach Appendix mehr oder weniger. Für den Handel mit Flossen ist dieses Abkommen wichtig. Deswegen freuen sich alle so, außer China und Japan, anscheinend. Sie wollten die Entscheidung, die Haiarten aufzunehmen, anfechten. Wie überraschend.

National Fischereiregulierungen und international Handelsabkommen wie CITES müssen beide greifen um Haiarten zu schützen. Dazu kommen noch die RFMOs (Regional Fisheries Management Organisation), Internationale Abkommen, die größerer Fischindustrien wie zum Beispiel des Thunfischs im Atlantik( International Commission for the Conservation of Atlantic Tunas (ICCAT)) in den Mitgliedstaaten und in internationalen Gewässern regeln. Sie sind wichtig um den Beifang zu verringern, aber auch das „Finning“ in internationalen Gewässern. Nur wenige regulieren leider den Haifang.

Alles super komplex. CITES reicht jedenfalls nicht um Haie vor dem verschwinden zu schützen. Viele andere Maßnahmen sind notwendig, alle haben Ausnahmen. So einige traditionelle Gerichte sind tierethisch nicht so prickelnd, als Französin kommt mir die Gänsestopfleber in den Sinn, aber im Fall der Haie gibt es gute Argumente gegen den Verzehr der Suppe: Zum Schutz der Tiere aber auch der Arten. Und wenn es nach nichts schmeckt und nicht einmal nahrhaft ist, warum eigentlich der ganze Stress?

www.cites.org

www.fao.org/docrep/005/x3690e/x3690e00.htm#Contents

www.fao.org/fishery/topic/16380/en

Übrigens, man munkelt, Haie sind die neuen Wale.

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Vor 10 Tagen in Bangkok war es ganz aufregend für Hailiebhaber: schaffen es fünf weitere Haiarten in den Appendix II des CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora oder auch Washington Convention)?  Als es endlich so weit war ging ein großes Jubeln durch die Netzwelt. Verfolgen  kann man es hier:  storify.com/WhySharksMatter/shark-conservation-at-cites-cop16.

 Heringshai, 3 Hammerhai Arten und  Weißspitzen-Hochseehaie dürfen nur noch unter strengen Auflagen gehandelt werden.

Aber was bedeutet das für den Hai? Der Hai hat ein Problem und das sind seine 8 Flossen. Besonders die Brust und die Rückenflossen sind einer der Teuersten Luxusnahrungsmittel der Welt. 400 Dollar für ein Kilo getrocknete Flosse.

Haifischflossensuppe ist ein traditionelles chinesisches Gericht, das zu besonderen Anlässen serviert wird. Nicht nur in China sondern in großen Teilen Süd-Ost-Asiens ist das Süppchen ein Muss auf jeder Hochzeit. Und sie wird immer beliebter denn die Flossen sollen auch allerlei super tolle Eigenschaften haben, leider dafür aber null Nährwert. Sie bestehen nämlich nur aus Knorpel. Das gibt der Suppe auch ihren gelatinösen Aspekt, der Knorpel bindet die Soße. Die Knorpelstrahlen oder Nadeln sind das eigentlich Leckere und Qualitätsmerkmal einer guten Flosse.

Die kostbaren Flossen werden den Haien zum Verhängnis. Sie sind die größten Jäger in der Meeresnahrungskette und K-Selektiert, daher sie leben lange, wachsen langsam, bekommen wenig Junge und erreichen eine beträchtliche Köpergröße. Man kann sie sich als Tiger der Meere vorstellen. Es sind außerdem nur die größten, also fortpflanzungsfähigen Tiere,  deren Flossen in Frage kommen. Dafür aber alles an Arten was das Meer so her gibt. Nur größer als 1 Meter  50 müssen sie sein. Da das Fleisch der Haie oft nichts einbringt weil es nicht schmeckt und man so ein Paar Fangquoten umgehen kann werden Haie, von ihren Flossen befreit,  wieder ins Meer geschmissen. Teilweise werden die Flossen von den noch lebenden Haien abgetrennt. Die Haie sinken verstümmelt in die Tiefe und ersticken oder werden gefressen. Tierethisch sehr fraglich.

 Aber bedroht es auch den Erhalt der Haiarten? Dreimal dürft ihr raten: Die Hochseehaiarten werden ja eh schon durch Beifang in der Thunfisch-Industrie dezimiert, gezieltes Fangen ist für eine Haipopulation auf Grund ihrer Biologie fatal. Beispiele kennt man aus Europa.  Flossen sind bei uns nicht so beliebt aber das Fleisch des Heringshais war noch in den 1970 zum Beispiel in Italien eine Delikatesse. Der Hype hielt nicht lang an, die Fangzahlen nahmen rapide ab. „Boom and Bust“ Fischerei nennt man das. „Busted“ sind die Haie. Heringshai ist selten geworden, besonders im Nord-Atlantik.

Den anderen großen Haiarten geht es jetzt an den Kragen: besonders beliebt sind Blauhai, Schwarzhai,  Hammerhaie aber auch Geigenrochen. Auch Weißspitzen Hochseehaie gehören zu den Leckerbissen. Seit Jahren versuchen Aktivisten diese Arten zu schützen. Dazu kann man den Fang oder den Handel einschränken. CITES reguliert den Handel, den Fang kontrollieren die Staaten. In der EU ist das „Finning“, also das Abtrennen der Flossen auf hoher See, schon seit 2003 verboten. 2012 wurde dann auch endlich das letzte Schlupfloch gestopft, das es Fischern weiterhin ermöglichte, Flossen und Körper der Haie auf See getrennt zu lagern: wer kann da noch die Flossen und Kadaver zu ordnen? So gingen viele vielleicht auch geschützte Haiarten flossenlos und lebendig über Bord. Gefischte Haie müssen seit November intakt, mit Flossen in den Hafen kommen.

So viel kommt aber in der EU gar nicht in die Suppe.  Die meisten Flossen werden nach Asien exportiert- Und hier greift das CITES. Bisher waren 4 Haiarten (Bogenstirn-Hammerhai, weißer Hai und Riesenhai sowie die Sägehaie, und der Heringshai) im Appendix des Abkommens, eine Liste der Tierarten deren Handel überwacht werden soll. Die Arten sind sehr unterschiedlich geschützt, je nachdem , ob sie in Appendix I, II oder III sind. In Appendix I komm die Arten die wir fast schon ausgerottet haben, II wenn die Bedrohung schon groß ist, in III sind Arten bei denen es jetzt schon brenzlig wird, aber vielleicht nur in bestimmten Populationen vor dem Aussterben stehen. Import, Export, Re- Export regulieren, dazu haben sich die Mitgliedsstaaten des CITES geeinigt. Das heißt nicht verbieten, Ausnahmen gibt es immer. Je nach Appendix mehr oder weniger. Für den Handel mit Flossen ist dieses Abkommen wichtig. Deswegen freuen sich alle so, außer China und Japan, anscheinend. Sie wollten die Entscheidung, die Haiarten aufzunehmen, anfechten. Wie überraschend.

National Fischereiregulierungen und international Handelsabkommen wie CITES müssen beide greifen um Haiarten zu schützen. Dazu kommen noch die RFMOs (Regional Fisheries Management Organisation), Internationale Abkommen, die größerer Fischindustrien wie zum Beispiel des Thunfischs m Atlantik( International Commission for the Conservation of Atlantic Tunas (ICCAT))international und in internationalen Gewässern regeln. Auch wichtig um den Beifang zu verringern aber auch das „Finning“ in internationalen Gewässern. Aber nur wenige regulieren den Haifang.

 Alles super komplex.  CITES reicht jedenfalls nicht um Haie vor dem verschwinden zu schützen. Viele andere Maßnahmen sind notwendig, alle haben Ausnahmen. So einige traditionelle Gerichte sind tierethisch nicht so prickelnd, als Französin kommt mir die Gänsestopfleber in den Sinn, aber im Fall der Haie gibt es gute Argumente gegen den Verzehr der Suppe: Zum Schutz der Tiere aber auch der Arten. Und wenn es nach nichts schmeckt und nicht einmal nahrhaft ist, warum eigentlich der ganze Stress?

http://www.cites.org/

http://www.fao.org/docrep/005/x3690e/x3690e00.htm#Contents

http://www.fao.org/fishery/topic/16380/en

Vor 10 Tagen in Bangkok war es ganz aufregend für Hailiebhaber: schaffen es fünf weitere Haiarten in den Appendix II des CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora oder auch Washington Convention)?  Als es endlich so weit war ging ein großes Jubeln durch die Netzwelt. Verfolgen  kann man es hier:  storify.com/WhySharksMatter/shark-conservation-at-cites-cop16.

 Heringshaie, 3 Hammerhai Arten und  Weißspitzen-Hochseehaie dürfen nur noch unter strengen Auflagen gehandelt werden.

Aber was bedeutet das für den Hai? Der Hai hat ein Problem und das sind seine 8 Flossen. Besonders die Brust und die Rückenflossen sind einer der Teuersten Luxusnahrungsmittel der Welt. 400 Dollar für ein Kilo getrocknete Flosse.

Haifischflossensuppe ist ein traditionelles chinesisches Gericht, das zu besonderen Anlässen serviert wird. Nicht nur in China sondern in großen Teilen Süd-Ost-Asiens ist das Süppchen ein Muss auf jeder Hochzeit. Und sie wird immer beliebter denn die Flossen sollen auch allerlei super tolle Eigenschaften haben, leider dafür aber null Nährwert. Sie bestehen nämlich nur aus Knorpel. Das gibt der Suppe auch ihren gelatinösen Aspekt, der Knorpel bindet die Soße. Die Knorpelstrahlen oder Nadeln sind das eigentlich Leckere und Qualitätsmerkmal einer guten Flosse.

Die kostbaren Flossen werden den Haien zum Verhängnis. Sie sind die größten Jäger in der Meeresnahrungskette und K-Selektiert, daher sie leben lange, wachsen langsam, bekommen wenig Junge und erreichen eine beträchtliche Köpergröße. Man kann sie sich als Tiger der Meere vorstellen. Es sind außerdem nur die größten, also fortpflanzungsfähigen Tiere,  deren Flossen in Frage kommen. Dafür aber alles an Arten was das Meer so her gibt. Nur größer als 1 Meter  50 müssen sie sein. Da das Fleisch der Haie oft nichts einbringt weil es nicht schmeckt und man so ein Paar Fangquoten umgehen kann werden Haie, von ihren Flossen befreit,  wieder ins Meer geschmissen. Teilweise werden die Flossen von den noch lebenden Haien abgetrennt. Die Haie sinken verstümmelt in die Tiefe und ersticken oder werden gefressen. Tierethisch sehr fraglich.

 Aber bedroht es auch den Erhalt der Haiarten? Dreimal dürft ihr raten: Die Hochseehaiarten werden ja eh schon durch Beifang in der Thunfisch-Industrie dezimiert, gezieltes Fangen ist für eine Haipopulation auf Grund ihrer Biologie fatal. Beispiele kennt man aus Europa.  Flossen sind bei uns nicht so beliebt aber das Fleisch des Heringshais war noch in den 1970 zum Beispiel in Italien eine Delikatesse. Der Hype hielt nicht lang an, die Fangzahlen nahmen rapide ab. „Boom and Bust“ Fischerei nennt man das. „Busted“ sind die Haie. Heringshai ist selten geworden, besonders im Nord-Atlantik.

Den anderen großen Haiarten geht es jetzt an den Kragen: besonders beliebt sind Blauhai, Schwarzhai,  Hammerhaie aber auch Geigenrochen. Auch Weißspitzen Hochseehaie gehören zu den Leckerbissen. Seit Jahren versuchen Aktivisten diese Arten zu schützen. Dazu kann man den Fang oder den Handel einschränken. CITES reguliert den Handel, den Fang kontrollieren die Staaten. In der EU ist das „Finning“, also das Abtrennen der Flossen auf hoher See, schon seit 2003 verboten. 2012 wurde dann auch endlich das letzte Schlupfloch gestopft, das es Fischern weiterhin ermöglichte, Flossen und Körper der Haie auf See getrennt zu lagern: wer kann da noch die Flossen und Kadaver zu ordnen? So gingen viele vielleicht auch geschützte Haiarten flossenlos und lebendig über Bord. Gefischte Haie müssen seit November intakt, mit Flossen in den Hafen kommen.

So viel kommt aber in der EU gar nicht in die Suppe.  Die meisten Flossen werden nach Asien exportiert- Und hier greift das CITES. Bisher waren 4 Haiarten (Bogenstirn-Hammerhai, weißer Hai und Riesenhai sowie die Sägehaie, und der Heringshai) im Appendix des Abkommens, eine Liste der Tierarten deren Handel überwacht werden soll. Die Arten sind sehr unterschiedlich geschützt, je nachdem , ob sie in Appendix I, II oder III sind. In Appendix I komm die Arten die wir fast schon ausgerottet haben, II wenn die Bedrohung schon groß ist, in III sind Arten bei denen es jetzt schon brenzlig wird, aber vielleicht nur in bestimmten Populationen vor dem Aussterben stehen. Import, Export, Re- Export regulieren, dazu haben sich die Mitgliedsstaaten des CITES geeinigt. Das heißt nicht verbieten, Ausnahmen gibt es immer. Je nach Appendix mehr oder weniger. Für den Handel mit Flossen ist dieses Abkommen wichtig. Deswegen freuen sich alle so, außer China und Japan, anscheinend. Sie wollten die Entscheidung, die Haiarten aufzunehmen, anfechten. Wie überraschend.

National Fischereiregulierungen und international Handelsabkommen wie CITES müssen beide greifen um Haiarten zu schützen. Dazu kommen noch die RFMOs (Regional Fisheries Management Organisation), Internationale Abkommen, die größerer Fischindustrien wie zum Beispiel des Thunfischs m Atlantik( International Commission for the Conservation of Atlantic Tunas (ICCAT))international und in internationalen Gewässern regeln. Auch wichtig um den Beifang zu verringern aber auch das „Finning“ in internationalen Gewässern. Aber nur wenige regulieren den Haifang.

 Alles super komplex.  CITES reicht jedenfalls nicht um Haie vor dem verschwinden zu schützen. Viele andere Maßnahmen sind notwendig, alle haben Ausnahmen. So einige traditionelle Gerichte sind tierethisch nicht so prickelnd, als Französin kommt mir die Gänsestopfleber in den Sinn, aber im Fall der Haie gibt es gute Argumente gegen den Verzehr der Suppe: Zum Schutz der Tiere aber auch der Arten. Und wenn es nach nichts schmeckt und nicht einmal nahrhaft ist, warum eigentlich der ganze Stress?

http://www.cites.org/

http://www.fao.org/docrep/005/x3690e/x3690e00.htm#Contents

http://www.fao.org/fishery/topic/16380/en

Mathilde Bessert-Nettelbeck

Veröffentlicht von

Mit einem Diplom in Biologie in der Tasche, einer halben Doktorarbeit und viele Ideen will ich meinen Senf dazugeben. Meine irrsinnige Begeisterung für Lebewesen und des Lebens Wesen, möchte ich weitervermitteln. Und das an JEDEN. Jeder soll wissen, wie unglaublich Grottenolme sind und warum auch Gliazellen unserer Aufmerksamkeit bedürfen, dass Ratten nicht nur ekelig sind und die heimische Topfpflanze vielleicht bald schon die Nachttischlampe ersetzt. In Tübingen habe ich studiert, in Bern der Forschung den Rücken gekehrt. In Berlin bin ich nun auf der Suche nach Alternativen im Feld der Biologie und Kommunikation. Ganz besonders nach meinem Geschmack sind verrückte, unglaubliche oder einfach nur lustige Geschichten aus Ökologie, Evolution, Medizin und Technik. Schmeckt euch der Senf? Sonst mischt doch mal mit! Mathilde Bessert-Nettelbeck

3 Kommentare

  1. CMS

    Hi da,

    schöner Artikel und gute Neuigkeiten. Was mir spontan auffiel ohne jetzt die genauen Arten zu wissen ist, das Heringshaie (ok, eigentlich nur Lamna nasus) schon durch die Bonner Konvention der wandernder Tierarten (CMS) geschützt sind- zumindest in der Theorie- an der Umsetzung scheint wohl eher zu hapern..(?) Weisst du ob es Bestrebungen gab/gibt hier (also, CMS) weitere Arten aufzunehmen ? Gerade die erwähnten Hammerhai-Arten aber auch der Weißspitzen-Hochseehai sind ja eindeutige Kandidaten. Die CMS sollte ja eigentlich noch besseren Schutz der Tiere gewährleisten, da schon der Verbrauch im Inland reguliert wird, wo CITES noch nicht greift- oder liege ich da falsch ?

  2. Aberglaube

    Meiner Ansicht nach beruhen all diese Traditionen die den Verzehr geschützter Tierarten propagieren (Nashornhorn – Pulver, Haifischflossen und und…) schlicht auf Aberglauben. Das Zeug soll Glück bringen, gesund machen etc. (was es natürlich nicht tut.)Die einzig wirksame Bekämpfung die mir dazu einfällt wäre ein Fluch, der alle trifft, welche sich in den nächsten, sagen wir, 50 Jahren an diesen Tierarten vergreifen. Diesen besagten Fluch müsste jemand aussprechen, dem man das in China und Japan auch abnimmt, und es müsste sich die Information darüber bis ins letzte Dorf verbreiten. Mir schwebt sowas vor wie “Wer Haifischflossensuppe isst, wird in allem was er unternimmt Pech haben. Seine Gesundheit wird geschwächt, seine Nachkommen werden sich gegen ihn wenden und seine Nachbarn werden ihm keinen Respekt mehr erweisen….” und so weiter. Da es bis heute sogar Leute gibt, die sich vor den Drohungen in Kettenbriefen fürchten, vielleicht fürchten sich auch hinreichend viele Chinesen und Japaner vor dem WWF – Fluch? Den Haien (und Nashörnern etc.) könnte es nur recht sein!

  3. Bonner Konvention

    Es gibt ein Momerandum of understanding des CMS zum Haischutz. Das Bonner Abkommen ist aber glaube ich weniger effektiv als das CITES da es eher eine gute Absicht zeigt als Regulierungen einzuführen (aber ein Jurist weiß da bestimmt mehr). Durch CITES aber muss Import und Export der Tierprodukte genehmigt werden.Außerdem haben nur 100 Länder CMS unterschrieben und rate mal wer nicht dabei ist: Japan und China.

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