Die Verbreitung von Plasmodium falciparum

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researchblogging Bastian sagt Bastian sagt:
Vielleicht sagt der Name Plasmodium falciparum nicht jedem etwas, doch die Krankheit die dieser kleine, einzellige Parasit auslöst dürfte jeder kennen: Malaria. Eine Krankheit an der jährlich zwischen 1,5 und 3 Millionen Menschen sterben. Heute ist Welt-Malaria-Tag um auf diese Krankheit und ihre Folgen hinzuweisen. Und genau da wollen wir im Rahmen des von Lars organisierten Blogkarnevals natürlich auch teilnehmen:

Die eigentliche Infektion mit Plasmodium geschieht dabei meist über Anopheles-Mücken. Sticht eine infizierte Mücke einen Menschen überträgt sie dabei Plasmodium-Sporozoiten, so heisst eine der Formen im Lebenszyklus von Plasmodium, auf den Menschen. Diese Dinger machen es sich dann in Leberzellen bequem um sich da weiterzuentwickeln.

Wenn die Zeit dann reif ist machen sich die Plasmodien-Vorstufen auf den Weg in die Blutbahn um in den roten Blutkörperchen noch etwas weiterzufeiern bevor der Ernst des Lebens für die Plasmodien beginnt. Und genau an der Stelle hört dann auch für die infizierten Menschen der Spaß auf. Die von den Plasmodien zerstörten Blutkörperchen setzen Giftstoffe frei, die jene produziert haben, und lösen so das typische Fieber aus. Dazu kommt natürlich dass durch die Zerstörung der roten Blutkörperchen die Sauerstoff-Transportfähigkeit des Blutes beeinträchtigt wird. Den kompletten Lebenszyklus des Parasiten seht ihr auch hier.

Da Plasmodium also auf die Verbreitung durch die Mücken angewiesen ist beschränkt sich die Krankheit dabei auf die Lebensräume in denen Anopheles leben kann. Doch auch in diesen Gebieten kann man etwas gegen Malaria unternehmen. Einen Ansatz hatte Philipp hier ja bereits vorgestellt. Doch auch ein einfaches Moskitonetz kann schon helfen, genauso wie es Medikamente zur Prophylaxe und zur Therapie gibt. Das Problem dabei: Die meisten Ländern in denen Malaria vorkommt sind jene Länder die zu den Entwicklungsländern gezählt werden und nicht das nötige Kleingeld für teure Medikamente haben….

Da wir hier ja bei Weissbier & Wissenschaft sind vielleicht eine kleine, alkoholische Anekdote: Ein bereits lange bekanntes Mittel gegen Malaria ist Chinin dass die ungeschlechtlichen Formen Plasmodiums tötet. Chinin findet man auch in Tonic Water. Angeblich versetzten britische Kolonialisten das bittere Tonic Water mit Gin um es etwas geniessbarer zu machen und erfanden so den Gin Tonic!

Doch das soll nun auch mit Randbemerkungen reichen, kommen wir zurück zum Thema der Überschrift: Für eine effiziente Bekämpfung von Malaria und effektive Verteilung von Medikamenten etc. muss man wissen wo die Risikogebiete zu finden. Und diese Kartographierung ist schon etwas länger nicht mehr vorgenommen worden, seit über 40 Jahren nicht mehr um genau zu sein.

Doch in PLoS Medicine ist nun ein Artikel erschienen der sich genau dieses Themas annimmt, unter der Überschrift: “A World Malaria Map: Plasmodium falciparum Endemicity in 2007”. Aus gut 8000 Umfragen und mit enormen statistischem Aufwand wurde eine Weltkarte erstellt die zeigt wo und in welchem Ausmaß Malaria eine Bedrohung darstellt.

Dadurch gibt es jetzt eine recht aktuelle Karte die zeigt in welchem Maße Malaria verbreitet ist und was besondere Risikogebiete sind.

Map

Bleibt abzuwarten ob das im Kampf gegen Malaria wirklich die erhofften Vorteile bringt.


Hay, S., Guerra, C., Gething, P., Patil, A., Tatem, A., Noor, A., Kabaria, C., Manh, B., Elyazar, I., Brooker, S., Smith, D., Moyeed, R., & Snow, R. (2009). A World Malaria Map: Plasmodium falciparum Endemicity in 2007 PLoS Medicine, 6 (3) DOI: 10.1371/journal.pmed.1000048

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Bastian hat seinen Bachelor in Biologie in nur 8 statt 6 Semestern abgeschlossen. Nach einem kurzen Informatik-Studiums-Intermezzo an der TU Dortmund hat es ihn eigentlich nur für ein Stipendium nach Frankfurt am Main verschlagen. Dort gestrandet studiert er dort nun im Master-Programm Ökologie und Evolution. Zumindest wenn er nicht gerade in die Lebensweise der Hessen eingeführt wird. Neben seinen Studiengebieten bloggt er über die Themen, die gerade in Paperform hochgespült werden und spannend klingen.

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