Stephen Hawking – Zum Tod eines wissenschaftlichen Popstars

Die Physiker-Zunft trauert um Stephen Hawking, einer ihrer grössten Geister. Ein Leben, welches inmitten der tiefsten Krise des 20. Jahrhunderts seinen Anfang nahm und an intellektuellen Höhen und zugleich körperlichem Leiden wohl kaum zu übertreffen ist, hat sein Ende gefunden. Stephen Hawking war der Popstar der gegenwärtigen Physik. In dieser Rolle trat er in die Fussstapfen der beiden grössten wissenschaftlichen Popstars der Geschichte, Albert Einstein und Isaac Newton. Spätestens mit der Veröffentlichung seines populärwissenschaftlichen Buchs Eine kurze Geschichte der Zeit im Jahr 1988 wurde er zum berühmtesten Wissenschaftler unserer Zeit, dem zuletzt sogar die Ehre zweier Filme zuteilwurde. Sein Buch verkaufte sich mehr als 10 Millionen Mal und ist bis heute eines der meistverkauften populärwissenschaftlichen Bücher überhaupt. Zuweilen wird es auch als das „populärste ungelesene Buch“ überhaupt bezeichnet („the most popular book never read“).

Hawkings wissenschaftlichen Leistungen bauten stark auf die Theorien Albert Einsteins auf. Es war die wohl außergewöhnlichste Vorhersage der Allgemeinen Relativitätstheorie, die es Hawking seit den frühen Jahren seiner wissenschaftlichen Karriere angetan hatte: Schwarze Löcher. Bereits kurz nachdem  Albert Einstein im November 1915 die Grundgleichungen seiner neuen Gravitationstheorie formuliert hatte, hatten die Physiker begriffen, dass seine neue Theorie ein erstaunliches Phänomen vorherzusagen schien: Betrachtet man die Lösung der Einstein-Gleichungen für das Gravitationsfeld einer punktförmigen Masse, so ist die Gravitationskraft bzw. die Krümmung der Raum-Zeit in unmittelbarer Nähe dieser Masse derartig gross, dass daraus selbst Licht nicht mehr entweichen kann. Die Raum-Zeit-Struktur in diesem Punkt besitzt das, was Physiker eine „Singularität“ nennen. Das bedeutet nichts weniger, als dass an dieser Stelle Raum und Zeit zu existieren aufhören. Allerdings ist die notwendige Materiedichte eines derartigen Gebildes so gross (sie entspricht der Masse der Erde in einer Kugel mit einem Radius von 9 mm), dass Einstein und seine Kollegen mit einer solchen Lösung nichts anzufangen wussten. Der Begriff „Schwarzes Loch“ für ein solches Gebilde kam daher erst ca. 50 Jahre später auf.

Der junge Stephan Hawking gehörte zu einer kleinen Gruppe von Wissenschaftlern, die sich ab Mitte der 1960er Jahre den Eigenschaften und Details dieser exotischen Lösungen der Einstein-Gleichungen mit neuem Elan zuwandten. Ende der 1960er Jahre konnte er zusammen mit seinem Mentor und Kollegen Roger Penrose beweisen, dass die Singularitäten keine Artefakte als Folge falscher theoretischer Annahmen bei der Lösung der Einstein-Gleichungen sind, wie von vielen Physikern vermutet, sondern eine direkte Folge der anziehenden Natur der Gravitation selbst (es ist dies das so genannte Singularitäten-Theorem). Schwarze Löcher sollten daher bei ausreichend hoher Massenkonzentration tatsächlich existieren. Kurz darauf lieferten Hawking und Penrose einen mathematischen Beleg dafür, dass das Universum aus einem Urknall entstanden ist. Ihre Begründung: Die Mathematik der Singularität in einem Schwarzen Loch und diejenige beim Anfang des Universums ist die gleiche. Damit lieferten Hawking und Penrose eine bedeutende mathematische Stütze für die heute allseits akzeptierte Urknalltheorie. Es war dies zugleich der Startschuss für die Kosmologie als Wissenschaft.

1974 folgte Hawkings berühmteste Arbeit, die ihm den Ruf eines Genies einbringen sollte. Zur Überraschung seiner Physiker-Kollegen konnte er zeigen, dass Schwarze Löcher Materie und Energie nicht unwiederbringlich verschlucken, sondern dass sie ihrerseits Strahlung aussenden. Somit verdampft ein Schwarzes Loch langsam, bis es irgendwann verschwindet, mitsamt allem, was hineingefallen ist. Dies betrifft auch jegliche Information, die es je verschluckt hat. Das widerspricht jedoch den Gesetzen der Quantentheorie, nach denen Information nicht unwiederbringlich verloren gehen kann. Hawking war von seiner Schlussfolgerung derart überzeugt, dass er forderte, die etablierte und experimentell bisher in jedem noch so kleinen Detail bestätigte Quantenfeldtheorie entsprechend abzuändern.

Die Angelegenheit führt uns tief in die Problemstruktur der heutigen theoretischen Physik. Hawking erkannte, dass wir, um schwarze Löcher zu beschreiben, nicht darum herumkommen, neben der Relativitätstheorie und Quantentheorie eine dritte wesentliche Theorie der heutigen Physik herbeizuziehen, die Thermodynamik. In ihr verfügt jedes physikalische System über eine so genannte Entropie, ein Mass für die darin enthaltene Unordnung, oder äquivalent seine Information. Gemäss Hawking sollte auch einem schwarzen Loch ein solches Mass zukommen. Lässt sich aber einem schwarzen Loch eine Entropie zuordnen, so müsste es dem zweiten Hauptsatz der Thermodynamik gehorchen, nach dem die Entropie in einem (geschlossenen) System niemals sinken kann, geschweige denn verschwinden. Gemäss der allgemeinen Relativitätstheorie wäre ein Schwarzes Loch jedoch ein Entropie- (oder analog Informations-) Vernichter. Das Dilemma, vor welchem die theoretischen Physiker stehen, lässt sich also wie folgt auf den Punkt bringen: Entweder sie lassen den Verlust der Information (oder Entropie) zu und müssen die Quantentheorie und Thermodynamik entsprechend modifizieren, oder sie lassen Information aus Schwarzen Löchern entkommen, was einer Ergänzung der allgemeinen Relativitätstheorie bedarf.

Die Strahlung Schwarzer Löcher erhielt Hawking zu Ehren den Namen Hawking-Strahlung. Was seine Einsicht besonders macht: Hawking gewann sie unter Berufung auf die Quantentheorie. Er war damit der erste, der eine astrophysikalische Theorie aufstellte, die Quantentheorie und allgemeine Relativitätstheorie kombinierte. Bis heute ist es der Traum der Physiker, diese beiden fundamentalen, aber inkompatiblen Theorien der Natur, die Quantenfeldtheorie und die allgemeine Relativitätstheorie, zu einer Theorie der „Quantengravitation“ zu vereinen. Wie Einstein 50 Jahre vor ihm suchte Hawking Zeit seines Lebens nach einem Weg zu einer solchen vereinheitlichenden Theorie, einer so genannten „Theorie von Allem“ („Theory of Everything“). Doch wie seinem grossen Vorgänger war ihm dabei kein Erfolg gegönnt.

In den 1980er Jahren, mit seinem Körper schon stark von seiner Krankheit gezeichnet, suchte Hawking nach einem besonderen Weg zu einer Theorie der Quantengravitation und allgemeinen Kosmologie. Dafür wandte er eine komplexe mathematische Methode aus der Quantenfeldtheorie auf die Relativitätstheorie an, die sogenannte euklidische Pfadintegralformulierung. Wie er in seinem Buch Eine kurze Geschichte der Zeit erklärt, muss man dafür eine imaginäre Zeitvariable einführen, ein Trick, der in der Quantentheorie und Thermodynamik Wick-Rotation genannt wird. Damit liess sich der Anfang des Universums mathematisch beschreiben. Veranschaulichen lässt sich dies mit einer Kugel wie der Erdoberfläche, deren „Anfang“ (in zeitlicher Dimension) der Nordpol ist. Eine Kugelfläche hat keinen Rand, auf ihr gibt es keine natürliche Begrenzung. Wege darauf sind geschlossen oder endlos. Bezogen auf die zeitliche Dimension bedeutet dies: Es gibt keinen Anfang und kein Ende. Analog ist auch das Universum in sich geschlossen. Es begann nach dieser “Kein-Rand-Hypothese” spontan aus dem Nichts. Hawking meinte: „Die Frage, was vor dem Urknall war, ist genauso wie jene, was eine Meile nördlich des Nordpols liegt.“ (diese Aussage geht auf Albert Einstein zurück). Er war überzeugt: Die „Kein-Rand-Bedingung“ ist der Schlüssel zur Schöpfung, zur Antwort auf die Frage, warum wir hier sind. Hawkings Konzept hätte bedeutende Konsequenzen für unser Weltbild und religiöse Glaubenssysteme. In seinen eigenen Worten:

„Wenn das Universum einen Anfang hatte, können wir von der Annahme ausgehen, dass es durch einen Schöpfer geschaffen worden sei. Doch wenn das Universum wirklich völlig in sich selbst abgeschlossen ist, wenn es wirklich keine Grenze und keinen Rand hat, dann hätte es auch weder einen Anfang noch ein Ende; es würde einfach sein. Wo wäre dann noch Raum für einen Schöpfer?“

Im Jahr 2004, er konnte schon nicht mehr sprechen, erkannte Hawking eine Eigenschaft Schwarzer Löcher an, die seinen Arbeiten von 30 Jahren zuvor widersprach: In ihnen geht keine Information verloren. Jegliche Information über Objekte, die ein schwarzes Loch verschluckt, wird irgendwann in einer veränderten Form wieder ausgespuckt. Diese Einsicht beruhte auf Eigenschaften einer Theorie, die seitdem entstanden war: der String-Theorie. Und hier gab er sich als fairer Verlierer. Noch im Jahr 1997 hatte er mit seinem Kollegen John Preskill gewettet, dass es in einer Quantengravitationstheorie keine Möglichkeit gibt, dass in einem Schwarzen Loch Information erhalten bleibt. Mit seinem Meinungswechsel löste er auch seine Wettschulden ein, eine Enzyklopädie nach Wahl des Gewinners, aus der Informationen „ganz nach Wunsch wiedererlangt werden können”.

Auch ausserhalb seines Fachgebiets zögerte Hawking nicht, seine Meinung öffentlich zu machen. So sprach er über mögliche Risiken, die die Suche nach außerirdischem Leben für die Menschheit hat, die Notwendigkeit, den Weltraum zu besiedeln, oder darüber, dass künstliche Intelligenz und Roboter den Menschen insgesamt ersetzen könnten. Bezüglich letzterem sagte er:

„Der Erfolg bei der Schaffung einer künstlichen Intelligenz könnte das größte Ereignis in der Geschichte unserer Zivilisation sein. Aber es könnte auch das Letzte sein, wenn wir nicht lernen, Risiken zu vermeiden. Neben den Vorteilen bringt die künstliche Intelligenz auch Gefahren mit sich, wie mächtige autonome Waffen oder neue Wege für die Wenigen, die Vielen zu unterdrücken.“

Durch Hawkings öffentliches Engagement und seine populären Bücher erhielt auch ein breiteres Publikum eine gewisse Vorstellung davon, wie verrückt die moderne theoretische Physik klingt und wie erhaben und wunderschön sie doch zugleich ist. Stephen Hawking hat wie nur sehr wenige Menschen aufgezeigt, dass die hoch abstrakten und mathematischen Einsichten der modernen Astrophysik und Kosmologie zu den schönsten Produkten des menschlichen Geistes gehören. Trotz ihrer Abstraktheit, die den meisten Menschen den Zugang zu ihnen verschliesst, prägen sie unser modernes Weltbild wie kaum etwas anderes. Auch hier trifft sich Hawking mit Albert Einstein. Ist es nur ein Zufall, dass sein Todestag genau auf den Geburtstags des grössten Physikers aller Zeiten fällt: Einstein wäre am 14. März 139 Jahre alt geworden (zudem ist Hawking an Galileis Todestag geboren).

Mit Stephen Hawking ist ein wahrlich wunderschöner Geist von uns gegangen, der auch dann nicht aufgehört hat sich in den höchsten Sphären des Denken zu bewegen, als der Körper schon nahezu jede Bewegungsfähigkeit verloren hatte.

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Jahrgang 1969 habe ich in den 1990er Jahren Physik und Philosophie an der Universität Bonn und der École Polytechnique in Paris studiert, bevor ich am Max-Planck-Institut für Physik komplexer Systeme in Dresden im Bereich theoretischer Physik promoviert und dort auch im Rahmen von Post-Doc-Studien weiter auf dem Gebiet der nichtlinearen Dynamik geforscht habe. Vorher hatte ich auch auf dem Gebiet der Quantenfeldtheorien und Teilchenphysik gearbeitet. Unterdessen lebe ich seit nahezu 20 Jahren in der Schweiz. Seit zahlreichen Jahren beschäftigte ich mich mit Grenzfragen der modernen (sowie historischen) Wissenschaften. In meinen Büchern, Blogs und Artikeln konzentriere ich mich auf die Themen Naturwissenschaft, Philosophie und Spiritualität, insbesondere auf die Geschichte der Naturwissenschaft, ihrem Verhältnis zu spirituellen Traditionen und ihrem Einfluss auf die moderne Gesellschaft. In der Vergangenheit habe ich zudem zu Investment-Themen (Alternative Investments) geschrieben. Meine beiden Bücher „Naturwissenschaft: Eine Biographie“ und „Wissenschaft und Spiritualität“ erschienen im Springer Spektrum Verlag 2015 und 2016. Meinen Blog führe ich seit 2014 auch unter www.larsjaeger.ch.

13 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Stephen Hawkings hat vor mehreren Gefahren – nicht nur vor der künstlichen Intelligenz – gewarnt, als er 2016 sagte: “We face a number of threats: nuclear war, global warming and genetically engineered viruses,”
    Selber halte ich die Gefahr von menschengemachten, genetisch modifzierten Viren für die Grösste, denn sie töten Menschen quasi nebenbei – beispielsweise im Rahmen einer Grippe – und der Mensch sorgt selber für ihre Ausbreitung (durch Husten etc.). Auch der Aufwand ist gering und die Wirkung eventuell sogar testbar: ein Gen- und Bioingenieur kann einen bereits unter Menschen zirkulierenden Virus (wie die Grippe) gezielt modifizieren und ihn eventuell an Tieren austesten, die ebenfalls am Virus erkranken, so dass er seinen Angriff recht gut planen und testen kann. Mit der künstlichen Intelligenz ist das viel schwieriger, denn 1) gibt es sie heute noch nicht und 2) ist es schwer vorauszusehen was sich Menschen alles einfallen lassen um eine bösartige künstliche Intelligenz zu bekämpfen. Zudem gibt es bereits genetisch modifzierte Viren wie die folgende Aussage aus Genetically Engineered Virus Dangers: Why Does Stephen Hawking Think It Will Wipe Out Humanity? zeigt (übersetzt von DeepL): In einem Labor in Wisconsin hat Gizmodo berichtet, dass ein Wissenschaftler einen Stamm der gefürchteten H1N1-Grippe, allgemein als “Schweinegrippe” bezeichnet, geschaffen hat, der “dem menschlichen Immunsystem und seinen Antikörpern vollständig entkommen kann” und uns alle “unfähig macht, einem Ausbruch zu widerstehen”.

    Jedenfalls ist Stephen Hawkings Aussage und Empfehlung, der Mensch müsse den Planeten verlassen (Zitat: “I don’t think we will survive another 1,000 years without escaping beyond our fragile planet.”), damit wenigst einige Zivilisationsinseln die nächste menschengemachte Katastrophe überstehen, recht plausibel, recht gut nachvollziehbar.

    • Ergänzung: Vor (fast) genau 100 Jahren – am 4. März 2018 erkrankte der US-Armeekoch Albert Gitchell – bekannt als Patient 0 – an der spanischen Grippe. In der Folge ihrer welweiten Ausbreitung – 1/3 aller Menschen weltweit wurden infiziert – starben mehr Menschen an der spanischen Grippe als im 1. Weltkrieg insgesamt starben. Und es hätte noch viel schlimmer herauskommen können, infizierten sich doch bei der spanischen Grippe 1/3 der Weltbevölkerung und die hätten bei einer noch gefährlicheren Grippevariante alle sterben können. Der Tod 1/3 der Menschheit würde wohl heute das Ende der globalen Zivilisation bedeuten.

      • Ergänzung: Vor (fast) genau 100 Jahren – am 4. März 2018 erkrankte der US-Armeekoch Albert Gitchell – bekannt als Patient 0 – an der spanischen Grippe.

        Sie meinten wohl 4. März 1918?

    • Ergänzung 2: It’s fiction, but America just got wiped out by a man-made terror germ spielt die realistische Gefahr einer Pandemie mit vielen Millionen Toten durch. Es ist eine Wiederholung eines Szenarios, das bereits in den 1990er-Jahren einmal durchgespielt wurde. Heute jedoch sagt ein Teilnehmer des Simulationsspiel 2018 folgendes (übersetzt von DeepL): “Ich kann Ihnen sagen, dass wir in den 90ern über staatliche Akteure nachgedacht haben.” Es war ein Virus im Gefrierschrank. 20 Jahre später (also heute) und das Erscheinen der synthetischen Biologie bedeutet, dass Dinge, die früher eine große Investition erforderten, billig und einfach zu haben sind. ..
      In der Vergangenheit genügte es, Impfstoffe gegen bekannte Keime – Pocken, Polio, Milzbrand – zu lagern. Aber jetzt könnte ein Übeltäter neue Bedrohungen auslösen, die nicht auf unser Liste stehen. Wie Bill Gates dieses Jahr sagte: “Die nächste Epidemie könnte auf dem Computerbildschirm eines Terroristen entstehen.””

  2. Steve Hawking ist (auch) in der BRD in den Achtzigern beginnend als eine Art Wissender vorgeführt worden, seine politischen Meinungen, wie auch seine metaphysischen, finden einige nicht gut, vergleiche mit :

    -> https://www.haaretz.com/israel-news/.premium-stephen-hawking-s-complicated-relationship-with-israel-1.5906160 (leider, leider hinter einer sogenannten Pay-Wall, Dr. Webbaer hat den Text gelesen, kennt Steve ja auch bald 40 Jahre, televisionär, zuvörderst, “BDS” [1] nicht cool, dies nur ganz am Rande angemerkt)

    -> https://www.cnbc.com/2018/03/15/stephen-hawking-predictions-human-extinction-to-global-warming.html (auch hier weiß Dr. Webbaer “nicht so recht”)

    MFG + schöne Endwoche,
    Dr. Webbaer

    [1]
    “BDS” ist ein “ganz heißes Eisen”, Einstein war bspw. Zionist – vgl. mit ‘Auch hier trifft sich Hawking mit Albert Einstein.’ (Artikel-Text), ist nicht cool und geht schon ein wenig in Richtung eben Antizionismus.
    Disclaimer :
    Dr. Webbaer kein Jude (kennt abär welche, haha).

    • Steve Hawking ist (auch) in der BRD in den Achtzigern beginnend als eine Art Wissender vorgeführt worden, seine politischen Meinungen, wie auch seine metaphysischen, finden einige nicht gut, vergleiche mit :

      Wie sagten die ollen Römer

      errare humanum est

      . Und Hawking war auch nur ein Mensch.

  3. Bonuskommentar hierzu und Vermutung :

    Ihre Begründung: Die Mathematik der Singularität in einem Schwarzen Loch und diejenige beim Anfang des Universums ist die gleiche.

    Mathematik oder formalisierte Fähigkeitslehre, nichts anders liegt hier vor, die sich um ein sogenanntes schwarzes Loch bemüht, muss sich auch -und jetzt kommt’s- um das Ausbrechen aus diesem bemühen, um sozial akzeptant sein zu können.

    Insofern ergeben sich auch hier (tautologische) Rekursionen, physikalisch, die zwar “frickin” sozial akzeptant sein können, plausibel (das Fachwort : ‘beklatschenswert’ in etwa), abär so keinen besonderen Wert im Metaphysischen gewinnen müssen, streng genommen wird Dr. W bei derartiger Hypothetisierung auch ein wenig : stinkig.


    Mathematik (die Fähigkeitslehre bleibt gemeint), die Veranstaltung des hier gemeinten Primaten, um mit seiner Umgebung (Stichwort : Ökologie) angemessen umgehen zu können, das erkennende Subjekt sucht nach (gerne auch empirisch fundierter) Erkenntnis, es kann abär nicht außerempirisch sinnhaft über das Wesen der Welt spekulieren und in der Folge, sozusagen : geckenhaft, entscheidend verlautbaren.

    MFG
    Dr. Webbaer (der, der sich bekanntlich nie aufregen soll)

  4. Lars Jaeger schrieb (15. März 2018):
    > Bereits kurz nachdem Albert Einstein im November 1915 die Grundgleichungen seiner neuen Gravitationstheorie formuliert hatte, hatten die Physiker begriffen, dass seine neue Theorie ein erstaunliches Phänomen vorherzusagen schien: Betrachtet man die Lösung der Einstein-Gleichungen für das Gravitationsfeld einer punktförmigen Masse, so ist die Gravitationskraft bzw. die Krümmung der Raum-Zeit in unmittelbarer Nähe dieser Masse derartig gross, dass daraus selbst Licht nicht mehr entweichen kann.

    Dieser erstaunlichen Auffassung möchte ich eine didaktisch nachvollziehbare entgegensetzen:

    Nachdem Physikern (insbesondere auf Anregungen durch Einstein 1905 bzw. 1917) ein Begriff von “Nähe” (bzw. von “Entfernung”) als geometrische Messgröße zur Verfügung stand,
    der auf Signalaustausch zwischen geeigneten Beteiligten beruht (insbesondere auf Feststellungen der damit verbundenen Signalfronten, die in diesem Zusammenhang auch “Licht” genannt werden),

    wurde dieser wiederum zur Definition von geometrischen Messgrößen wie “Krümmung” und “Dimension” (d.h. zur Unterscheidung von “Kurven”, “Flächen”, bzw. “voluminösen Körpern”) und “Orientierung von Flächen” (bzw. Unterscheidung der “Seiten” einer Fläche) eingesetzt.

    (In Versuchen, in denen die betreffenden Beteiligten keine Signale untereinander austauschten, und folglich keine Messwerte für die o.g. geometrischen Messgrößen erhielten, sagt man auch, dass sie dabei “durch einen Beobachtungs-Horizont voneinander getrennt” gewesen wären.)

    Betrachtet man eine Serie von Flächen jeweils konstanter gemessener Krümmung, wobei jeweils “zum Inneren” einer bestimmten solchen Fläche hin nur noch solche weiteren Flächen auftraten, die noch krummer sind,
    und insbesondere Versuche, in denen zu einer bestimmten solchen Fläche alle weiteren Flächen in deren Innerem in Betracht gezogen wurden,
    so lassen sich unter all deren Krümmungswerten nicht beliebig große Werte finden, sondern diese überschreiten nicht einen bestimmten endlichen oberen Schrankenwert.

    In Überdehnung der zugrundegelegten Messgrößen-Definitionen (und mit Appell an Vorstellungen von “Orten”) mögen sich manche eine “Fläche wo dieser Schrankenwert erreicht wird” denken;
    und den in Betracht stehenden Schrankenwert wiederum als “die Krümmung dieser Fläche”;
    wobei “von dort” allerdings gar kein Signalaustausch erfolgte, also auch keine Messwerte (der “Nähe dorthin” usw.) zu ermitteln sind.

    Manche mögen sich sogar ein “Inneres dieser Fläche” denken, “mit dem” ebenfalls keine Signale ausgetauscht würden und bzgl. dessen ebenfalls keine ausdrücklich messbaren geometrischen Beziehungen bestehen.
    (Entsprechend wird diese gedachte “Fläche” auch als “Ereignis-Horizont” bezeichnet.)

    (Nach der Einsteinschen Definition von “Masse” als dynamischer Messgröße schreibt man dem in Betracht stehenden Krümmungs-Schrankenwert wiederum einen bestimmten Masse-Wert zu. Die Vorstellung, dass “diese Masse im Inneren des Ereignis-Horizontes enthalten” wäre, stellt allerdings eine nicht durch Messwerte nachvollziehbare Überdehnung der zugrundeliegenden Definitionen dar; und Hawking gelang es, diesen Zusammenhang sogar quantitativ zu beschreiben.)

    > Die Raum-Zeit-Struktur in diesem Punkt besitzt das, was Physiker eine „Singularität“ nennen. […]

    Um überhaupt von “Struktur” zu reden, wenn es um “jenseits des Horizontes” geht, braucht es wohl vor allem ausgeprägte Imagination …

  5. Gerald Fix schrieb (16. März 2018 @ 15:08):
    > Warum hat Hawking eigentlich nie einen Nobelpreis erhalten?

    Wann wird die Öffentlichkeit erfahren, ob Stephen Hawking zu Lebzeiten überhaupt für den Erhalt eines Nobelpreises nominiert war ? …

    (Von offizieller Seite her erwartungsgemäß spätestens etwa bis zum Jahre 2068.)

  6. Nobelpreise werden nur für bestätigte Entdeckungen “verteilt”.
    Hawkings Theorien “sind zu kompliziert” für beobachtbare Beweise.
    Die Hawking-Strahlung konnte im Labor simuliert werden, aber nicht in Natura.

  7. Ja, dass Hawking keinen Nobelpreis erhielt aus den von Herrn Senf genannten Gründen ist wohl mit ein Grund, dass fast jeder Physiknobelpreisträger den Preis auch wirklich verdient hat. Es erhalten also die richtigen Leute – diejenigen, die für den Fortschritt in der Physik wichtig waren -, den Nobelpreis. Und es ist ein buntes Gemisch von Leuten, von Praktikern (Experimentalphysikern wie Müller/Bednorz, oder Conrad Röntgen, die eigentlich nur gute Bastler waren) und Theoretikern (Planck, Einstein, Heisenberg). Die Leute, die den Physiknobelpreis vergeben, haben ein gutes Händchen. Im Gegensatz zu denen, die den Literaturnobelpreis oder Friedensnobelpreis (Barack Obama als Friedensnobelpreisträger?) vergeben. Es scheint einfacher zu sein, zu bestimmen was die Physik voranbringt, als zu sagen, was die Literatur oder den Frieden voranbringt.

  8. Gemäss der allgemeinen Relativitätstheorie wäre ein Schwarzes Loch jedoch ein Entropie- (oder analog Informations-) Vernichter.

    Ein Gedankenexperiment dazu ist der Wheelers Dämon. Dieser wandelt die Strahlung eines Körpers vollkommen in mechanische Energie um. Dazu fängt er die Strahlung in einem Spiegelkasten ein, lässt diesen bis zum Ereignishorizont runter und öffnet diesen damm am untern Ende. Dann zieht er den Spiegelkasten wieder hoch.

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