Eine öffentlich kaum ausreichend anerkannte Leistung der Wissenschaftler und der Chor des öffentlichen Nörgelns

BLOG: Beobachtungen der Wissenschaft

Grenzgänge in den heutigen Wissenschaften
Beobachtungen der Wissenschaft

Es gibt momentan kein heftiger diskutiertes Thema in Deutschland, der EU und der Schweiz als der schleppende Fortschritt bei den Corona-Impfungen. Journalisten, Politiker, Manager und alle möglichen anderen öffentlichen Stimmen nörgeln, dass die Menge der Impfstoffe zu gering sei, dass daher diverse Länder Deutschland und Europa abhängen (als ob dies ein Rennen sei), dass die Impfzentren nicht ausreichend gut organisiert seien, dass Inzidenzwerte, R-Werte oder andere statistischen Grössen einer gewissen Willkür unterliegen oder ganz allgemein, dass das Ganze doch nicht schnell genug vorangehen würde. Dabei geht vielen Menschen der Blick dafür verloren, welch aussergewöhnliche wissenschaftliche Leistung die Entwicklung des Impfstoffes gegen den SARS-CoV-2 Erreger überhaupt darstellt. Nur aus einer gewissen Ignoranz heraus kann man schreiben, wie dies der Spiegel-Kolumnist Thomas Fricke am 5 März 2021 tat: «Es ist schwer fassbar, dass es in Deutschland nicht gelingt, die Menschen in so einer Not schneller zu impfen.» Sind wir im emotionalen Brackwasser der Pandemie bereits derart abgestumpft, dass wir der enormen wissenschaftlichen Leistung einer Entwicklung von gleich mehreren COVID-Impfstoffen schon gar keinen Respekt oder gar Begeisterung mehr gegenüber zeigen können und uns stattdessen lieber im Sumpf des Permanent-Nörgelns suhlen? Ist der wissenschaftliche Fortschritt in der Einstellung der Menschen bereits zu einer derartigen Selbstverständlichkeit geworden, dass man ihn gar nicht mehr explizit sehen und schätzen kann. 

Was die Verfügbarkeit des Impfstoffs angeht, so war bereits vor einem Jahr, als die Pandemie gerade ins Zentrum der globalen Aufmerksamkeit geraten war, klar:

«Die Erprobung eines neuen potenziellen Impfstoffes ist ein hochkomplexes, mehrstufiges Verfahren […] Solche Studien dauern Monate […] Die grösste Hürde ist jedoch die Herstellung des Impfstoffs und seine anschliessende Verabreichung in grossem Massstab. Selbst der alleroptimistischste Pharmareferent würde wohl kaum behaupten, der Impfstoff sei vor Ende dieses Jahres fertig.»

(Lars Jaeger, An was glauben wir in der Corona-Krise? – An die Wissenschaft, 16. März 2020)

Tatsächlich ist es erstaunlich, wie gut sich die Entwicklung des Impfstoffes vorhersagen liess. So wurde bereits am 23. April 2020 ein erster Proband mit einem Impfstoffkandidaten von BioNTech geimpft. Es dauerte also nur etwas mehr als drei Monate vom Zeitpunkt, an dem die Gen-Sequenz des Virus ermittelt worden war (10. Januar 2020) bis zur Herstellung eines Impfstoffkandidaten durch eine deutsche Firma. Konkret diente diese Erbinformation als Bauplan für einen Stoff (eine so genannte «messenger RNA», kurz «mRNA», die ein bestimmtes spezifisches Protein des Virus kodiert), der es den Zellen der Geimpften ermöglicht, ein bestimmtes Virusprotein selbst herzustellen. Sobald der Körper dieses Protein produziert, wird es vom Immunsystem als nicht körpereigen erkannt und durch entsprechende, vom Körper produzierten Antikörper und T-Gedächtniszellen vernichtet. Dies bereitete den/die Geimpfte(n) auf die Bekämpfung des echten Virus vor. Ihr oder sein Körper wird in die Lage versetzt, Zellen mit diesem Protein zu zerstören, ganz als ob die Person mit dem echten Corona-Virus infiziert war und nun immun gegen dieses ist. Im Fall des SARS-CoV-2-Virus handelt es sich bei dem Ziel-Protein, das in der mRNA kodiert ist, um das besondere Corona-Spike-Protein, das auf der Oberfläche von Sars-CoV-2 sitzt und an die Wirtszellen andockt.

Bei der amerikanischen Firma Moderna (mit ebenfalls einem solchen mRNA-Impfstoff) ging es anfangs sogar noch schneller. Die erste klinische Impfsequenz wurde bereits am 7. Februar 2020 fertiggestellt und ersten Tests unterzogen und dann am 24. Februar, nur etwas mehr als einen Monat nach Sequenzbekanntgabe, an das National Institutes of Health (NIH) der USA versandt. Der erste Teilnehmer in der Phase-1-Studie der Moderna erhielt am 16. März eine Testimpfung, also nur ca. zwei Monate nach der Gensequenzbekanntgabe. Neben Moderna und BioNTech machte sich in jenen Wochen noch eine weitere deutsche Biotech-Firma daran, mRNA-basierte Impfstoffe zu entwickeln. Im Juni erhielt die Firma CureVac grünes Licht zum Start der klinischen Phase-1 Studie mit seinem eigenen SARS-CoV-2 Impfstoffkandidaten. Im September begann CureVac dann die Phase-2 Studie.

Bereits im Juli 2020 lagen die ersten Ergebnisse aus den präklinischen und klinischen Daten der ersten beiden Phasen für die BioNTech- und Moderna-Impfstoffkandidaten aus Deutschland und den USA vor, so dass die Hersteller im späten Juli die letzte Studienphase mit jeweils über 30.0000 Freiwilligen einleiteten, die die Wirksamkeit und Verträglichkeit der möglichen Impfstoffe grossflächig testen sollte. Im Dezember begann dann auch die Phase-3 Studie von CureVac. Ab dem späten Sommer 2020 war also klar, dass zum Ende des Jahres mit einer sehr guten Chance ein wirksamer Stoff vorliegt. Die USA, die Europäische Union, das Vereinigte Königreich, Israel, die Schweiz und viele andere Staaten begannen daher, Lieferverträge mit den Firmen zu verhandeln (die einen mehr, die anderen weniger erfolgreich).

Und tatsächlich: Im November gaben zuerst BioNTech und einige Wochen darauf Moderna bekannt, dass ihre Impfstoffe in den Studien einen Wirkungsrad von jeweils über 90% zeigen, so dass diese schliesslich im Dezember sowohl in den USA als auch in Europa von den Behörden notfallmässig «zur aktiven Immunisierung zur Vorbeugung der COVID-19-Krankheit bei Personen ab 18 Jahren» zugelassen wurden. Im Q2 2021 wird dann wohl auch CureVac in Zusammenarbeit mit Novartis ihre Produktion des COVID-19-Impfstoffkandidaten vorantreiben können. Dieser wird voraussichtlich einen entscheidenden Vorteil besitzen: Anders als die Impfstoffe von BioNTech und Moderna bleibt er bei einer Standard-Kühlschranktemperatur von +5°C mindestens drei Monate lang und bei Raumtemperatur bis zu 24 Stunden lang als gebrauchsfertiger Impfstoff stabil. Das macht ihn wesentlich breiter einsatzfähig. CureVac selbst spricht von «positiven Effekten auf Verteilung, Kosten und Materialverbrauch».

Neben den mRNA-Impfstoffen von BioNTech, Moderna und CureVac wurden unterdessen auch erfolgreiche Adenoviren-basierte Impfstoffe entwickelt (AstraZeneca, Johnson & Johnson, der russische Sputnik V, der chinesische CanSino Biologics). Hier wird das entscheidende Gen zur Herstellung des Proteins gegen den Virus in eine genetisch modifizierte Version eines Erkältungsvirus (oft von Affen) eingesetzt, in einen sogenannten «adenoviralen Vektor». Diese Impfstoffe haben gegenüber denen von Moderna und BioNTech den Vorteil, dass sie stabiler sind als die mRNA-Varianten. Sie können (wie der Stoff von CureVac) einige Monate im Kühlschrank aufbewahrt werden, so dass sie als besser geeignet für den Einsatz in Ländern mit schwacher Infrastruktur gelten. Zudem ist ihre Herstellung günstiger. Die Nebenwirkungen von Adenoviren-basierten Impfstoffen sind ähnlich (gering) zu jenen der drei mRNA-Impfstoffe, wie Tests zeigen, ihre Wirksamkeiten dagegen etwas geringer.

Zu diesen beiden Formen gesellen sich noch Impfstoffe, die inaktivierte oder abgeschwächte Viren direkt als Wirkstoff enthalten (auf sie setzen einige chinesische Firmen), sowie Protein-basierte Impfstoffe, in denen direkt Eiweisse des Corona-Virus verabreicht werden, die den Körper dann zur Produktion von Antikörpern anregen sollen. Letztere werden von der US-Firma Novavax angestrebt, die zur Zeit in Grossbritannien und den USA klinische Studien (Phase-3) durchführt. Ein weiterer Protein-Impfstoffkandidat ist der von den Pharmaunternehmen Sanofi und GlaxoSmithKline. In ihn wurde lange viel Hoffnung gesetzt, er enttäuschte aber in den klinischen Studien und wird nun in neuen Varianten getestet.

Wie aber war es überhaupt möglich, dass das alles so schnell ging? Hören wir nicht immer wieder, dass die Herstellung neuer Impfstoffen Jahre oder gar Jahrzehnte dauert? Hier kommen gerade bei den mRNA-Impfstoffen die enormen Fortschritte der letzten Jahre in den lange so verteufelten Gentechnologien ins Spiel. Bereits vor der Covid-Pandemie zeichnete sich ab, dass «genetische Impfstoffe» wie die nun so prominent auftretenden mRNA-basierten Wirkstoffe einen bedeutenden Einfluss auf die allgemeine zukünftige Entwicklung von Impfstoffen haben werden. Auch (und gerade) in der Krebsbehandlung sah man in ihnen bereits vielversprechende Einsatzmöglichkeiten (so waren Uğur Şahin und Özlem Türeci, die Gründer von BioNTech, bereits vor der Corona-Zeit Experten bei der Identifizierung und Charakterisierung neuer Zielmoleküle (Antigene) für die Immuntherapie von Krebstumoren). In die mRNA-Wirkstoffe wird sozusagen die genetische Information zur Bekämpfung der Viren biotechnologisch «einprogrammiert», die dann nach Verabreichung von den eigenen Körperzellen des Patienten in die entsprechend wirksamen Proteine übersetzt wird. Aus den hergestellten mRNA-Sequenzen werden konkret die kleinsten Informationseinheiten (Dreier-Kombinationen von Nukleotiden zur Sequenzierung einer jeweiligen Aminosäure) zum Kampf gegen die Viren geeignet zusammengesetzt. Ist hier der Vergleich mit der Erstellung eines Computerprogramms zu weit hergeholt? Kaum, was sich im Übrigen gerade auch in der Macht des neuen Impfstoffs bei der Bekämpfung von auftretenden Virus-Mutationen zeigt. Hier sollte sich die «genetische Software» einfach geeignet umprogrammieren lassen, um die neuen Varianten zu bekämpfen. Genau dies haben die mRNA-Impfstoffhersteller bereits angekündigt.

Die zeitaufwendigste Etappe auf dem Weg zur globalen Wirksamkeit der Impfstoffe gegen die Pandemie ist ihre Herstellung in grossem Massstab und ihre anschliessende grossflächige Verabreichung. Wir befinden uns zur Zeit gerade in diesem Zwischenbereich des massiven Hochfahrens der Impfstoffherstellung mitsamt der parallel dazu vollzogenen Errichtung einer geeigneten Impfinfrastruktur, die unsere Geduld auf eine so derartig schwere Prüfung stellt, dass sich die öffentliche Presse in einem Zustand nahe der Hysterie zu befinden scheint. Schon bald wird es Impfstoffe in jedem gewünschten Masse geben. Bei nüchterner Betrachtung ist ihre Entwicklung und Herstellung bisher mit einer erstaunlichen Geradlinigkeit und Vorhersagbarkeit verlaufen – dem wir doch endlich auch mal mit einem lautstarken «Bravo» an die Wissenschaftler entgegen sollten. Denn anders als im beruflichen Leben vieler Menschen sind Ergebnis und Erfolg wissenschaftlicher Arbeit kaum vorherbestimmt. Was die Wissenschaftler geschafft haben, ist also alles andere als selbstverständlich. Und nun sind wir aufgrund ihres Erfolges endlich bald über den Berg.

Veröffentlicht von

www.larsjaeger.ch

Jahrgang 1969 habe ich in den 1990er Jahren Physik und Philosophie an der Universität Bonn und der École Polytechnique in Paris studiert, bevor ich am Max-Planck-Institut für Physik komplexer Systeme in Dresden im Bereich theoretischer Physik promoviert und dort auch im Rahmen von Post-Doc-Studien weiter auf dem Gebiet der nichtlinearen Dynamik geforscht habe. Vorher hatte ich auch auf dem Gebiet der Quantenfeldtheorien und Teilchenphysik gearbeitet. Unterdessen lebe ich seit nahezu 20 Jahren in der Schweiz. Seit zahlreichen Jahren beschäftigte ich mich mit Grenzfragen der modernen (sowie historischen) Wissenschaften. In meinen Büchern, Blogs und Artikeln konzentriere ich mich auf die Themen Naturwissenschaft, Philosophie und Spiritualität, insbesondere auf die Geschichte der Naturwissenschaft, ihrem Verhältnis zu spirituellen Traditionen und ihrem Einfluss auf die moderne Gesellschaft. In der Vergangenheit habe ich zudem zu Investment-Themen (Alternative Investments) geschrieben. Meine beiden Bücher „Naturwissenschaft: Eine Biographie“ und „Wissenschaft und Spiritualität“ erschienen im Springer Spektrum Verlag 2015 und 2016. Meinen Blog führe ich seit 2014 auch unter www.larsjaeger.ch.

24 Kommentare

  1. Die Wissenschaft haut etwas raus und vor allem steht erst einmal der Profit im nun “freiheitlichen” Wettbewerb an oberster Stelle – Wie kann man da stolz sein, wo das auch nur Krieg mit anderen / “friedlichen” Mitteln ist!?

    Heute hörte ich in einer TV-Sendung, dass Versicherungen wegen Corona die Berufsunfähigkeit nur noch mit höheren Beiträgen abschließen werden, wenn überhaupt, denn auch die möglichen Spätfolgen der Impfung machen dies anscheinend unberechenbar!!!

  2. Die Wissenschaft haut etwas raus und vor allem steht erst einmal der Profit im nun “freiheitlichen” Wettbewerb an oberster Stelle – Wie kann man da anerkennend sein, wo das auch nur Krieg mit anderen / “friedlichen” Mitteln ist!?

    Heute hörte ich in einer TV-Sendung um Gesundheitsrecht, dass Versicherungen wegen Corona die Berufsunfähigkeit nur noch mit höheren Beiträgen abschließen werden, wenn überhaupt, denn auch die möglichen Spätfolgen der Impfung machen dies anscheinend unberechenbar!!!

  3. Gouverner, c’est prévoir
    Wissenschaft und Technologie können heute zaubern, ja, aber nur wenige verstehen, was dahinter steckt und was man mit den Wundermitteln, die dabei entstehen machen oder auch nicht machen kann. Zu den Vielen, die wenig verstehen, zählen auch die meisten Journalisten, Politiker und Entscheider. Doch so oder so gilt für erfolgreiches politisches Handeln: gouverner, c’est prévoir und tatsächlich kann es bei einer Pandemie wie Covid den grossen Unterschied zwischen einem guten und schlechten Politiker ausmachen ob er voraussieht, worauf es ankommt, um die Lage in den Griff zu bekommen.

    Und worauf kommt es an (kam es an), um die Covid-Pandemie zu beenden oder mindestens unter Kontrolle zu bringen?
    Nun, entweder man ergreift Massnahmen um die Verbreitung der Krankheit stark einzudämmen wie das China, Taiwan oder Südkorea getan haben oder man vertraut auf die Medizin bei der Behandlung Erkrankter oder/und man hofft auf eine Impfung, die den ganzen Spuk beendet.

    In Deutschland und Europa war es schon früh im Jahr 2020 klar, dass nur noch eine Impfung verhindern kann, dass früher oder später alle infiziert werden. Doch – und da hat der Spiegel-Kolumnist Thomas Fricke zusammen mit anderen früher schon aktiven Spiegel-Autoren sehr recht – die EU als Verhandlungsführerin im Impfpoker hatte das offensichtlich nicht begriffen, hatte nicht begriffen, dass es nicht darauf ankommt ob eine Impfdosis nun 10 oder 20 Euro kostet, sondern nur darauf, dass überhaupt genügend schnell alle geimpft werden können.

    Nun, so schlimm ist dieses Versagen auch wieder nicht, denn wenn die EU sich grosse Mengen, gar Übermengen an Impfstoff gesichert hätte, dann wären einfach andere Länder die Angeschmierten, die Vergessenen und Verratenen, gewesen.

    Und zudem kann die EU und die Weltgemeinschaft auch etwas aus dem Impfproblem (Impfdebakel?) lernen: Die nächste Epidemie kommt bestimmt und sich darauf vorzubereiten scheint klug zu sein. Eine Vorbereitungshandlung könnte einfach darin bestehen, sich jetzt schon um Impfstoffproduktionsanlagen zu kümmern und sie quasi für den Fall der Fälle vorzuhalten.

    Fazit: Ohne Impfmöglichkeit wären irgendwann alle Europäer infiziert gewesen. Das aber haben nur wenige erkannt/vorausgesehen.

  4. Niemand hat eine langsame Entwicklung der Impfstoffe kritisiert. Die Kritik bezieht sich ausschließlich auf Beschaffung und Verteilung der Impfstoffe.

  5. DAs “Nörgeln” richtet sich eher gegen die deutschen und europäischen Politiker, denen die schnelle Beschaffung nicht so gut gelungen ist. Großbritannien, Israel und die USA haben in der Tat mehr von ihrer Bevölkerung geimpft als Deutschland.

    Was die Diskussion um Inzidenzen, R-Werte etc angeht, so geht die Kritik auch in Richtung Politiker, die die Kriterien für Lockerungen laufend ändern. Die Kritik ist aus der Sicht der Betroffenen, deren Existenz gefährdet ist, durchaus verständlich.

    Gruß
    Rudi Knoth

  6. Journalisten, Politiker, Manager und alle möglichen anderen öffentlichen Stimmen nörgeln, dass die Menge der Impfstoffe zu gering sei, dass daher diverse Länder Deutschland und Europa abhängen (als ob dies ein Rennen sei), dass die Impfzentren nicht ausreichend gut organisiert seien, dass Inzidenzwerte, R-Werte oder andere statistischen Grössen einer gewissen Willkür unterliegen oder ganz allgemein, dass das Ganze doch nicht schnell genug vorangehen würde. Dabei geht vielen Menschen der Blick dafür verloren, welch aussergewöhnliche wissenschaftliche Leistung die Entwicklung des Impfstoffes gegen den SARS-CoV-2 Erreger überhaupt darstellt.

    In dieser Form der Aufzählung geht m.E. einiges durcheinander.
    Wer meinte, dass nach der wirklich schnellen Entwicklung und Zulassung der Impfstoffe auch gleich mit “Fingerschnippen” in Deutschland 80 Millionen Impfdosen am nächsten Tag und weitere 80 Millionen in drei Wochen bereit stünden, hat keine Ahnung von “Ackerbau und Viehzucht”, wie man so sagt.

    Wer feststellt, dass >Inzidenzwerte, R-Werte oder andere statistischen Grössen einer gewissen Willkür unterliegen< oder vielmehr mit einer gewissen Willkür als Grenzwerte benutzt werden, liegt doch wohl augenscheinlich nicht so ganz daneben, aber dass ist den Impfstoffforschern nun wirklich nicht anzulasten, auch nicht den Epidemiologen oder Virologen, sondern denen, die für "Lockdown" und "Shutdown" zuständig sind.
    Das und die Aufzählung dessen, was in der organisatorischen Verantwortung der Politik lag und liegt und was nicht gut, schlecht oder überhaupt nicht funktioniert, wäre länger als der eigentliche Artikel.
    Dass diese Pandemie die erste ( nachdem frühere Andeutungen im alltäglichen politischen Klein-Klein untergingen ) war, die uns so voll getroffen hat und dass daher keine Erfahrungswerte vorlagen, sei der Politik zugute gehalten, entschuldigt aber das wenig professionelle weitere Vorgehen nicht ganz.

  7. Ob wir für die schleppenden Corona-Impfungen schon in kurzer
    Zeit dankbar sein werden?

    Geert Vanden Bossche
    @GVDBossche
    ·
    6. März
    “In this open letter I am appealing to the @WHO
    and all stakeholders involved, no matter their conviction, to immediately declare such action as THE SINGLE MOST IMPORTANT PUBLIC HEALTH EMERGENCY OF INTERNATIONAL CONCERN.”

    https://twitter.com/GVDBossche/status/1368232172872732675

    Ausführlicher ppt.-Vortrag:
    https://mcusercontent.com/92561d6dedb66a43fe9a6548f/files/bead7203-0798-4ac8-abe2-076208015556/Public_health_emergency_of_international_concert_Geert_Vanden_Bossche.01.pdf

    Interview:
    https://www.youtube.com/watch?v=ZJZxiNxYLpc

  8. Journalisten, Politiker, Manager und alle möglichen anderen öffentlichen Stimmen nörgeln, dass die Menge der Impfstoffe zu gering sei, dass daher diverse Länder Deutschland und Europa abhängen (als ob dies ein Rennen sei), dass die Impfzentren nicht ausreichend gut organisiert seien, dass Inzidenzwerte, R-Werte oder andere statistischen Grössen einer gewissen Willkür unterliegen oder ganz allgemein, dass das Ganze doch nicht schnell genug vorangehen würde. Dabei geht vielen Menschen der Blick dafür verloren, welch aussergewöhnliche wissenschaftliche Leistung die Entwicklung des Impfstoffes gegen den SARS-CoV-2 Erreger überhaupt darstellt.

    In dieser Form der Aufzählung geht m.E. einiges durcheinander.
    Wer meinte, dass nach der wirklich schnellen Entwicklung und Zulassung der Impfstoffe auch gleich mit “Fingerschnippen” in Deutschland 80 Millionen Impfdosen am nächsten Tag und weitere 80 Millionen in drei Wochen bereit stünden, hat keine Ahnung von “Ackerbau und Viehzucht”, wie man so sagt.
    Wer feststellt, dass >Inzidenzwerte, R-Werte oder andere statistischen Grössen einer gewissen Willkür unterliegen< oder vielmehr mit einer gewissen Willkür als Grenzwerte benutzt werden, liegt doch wohl augenscheinlich nicht so ganz daneben, aber das ist den Impfstoffforschern nun wirklich nicht anzulasten, auch nicht den Epidemiologen oder Virologen, sondern denen, die für "Lockdown" und "Shutdown" zuständig sind.
    Das und die Aufzählung dessen, was in der organisatorischen Verantwortung der Politik lag und liegt und was nicht gut, schlecht oder überhaupt nicht funktioniert, wäre länger als der eigentliche Artikel.
    Dass diese Pandemie die erste ( nachdem frühere Andeutungen im alltäglichen politischen Klein-Klein untergingen ) war, die uns so voll getroffen hat und dass daher keine Erfahrungswerte vorlagen, sei der Politik zugutegehalten, entschuldigt aber das wenig professionelle weitere Vorgehen nicht ganz.

  9. Zumal es ja keine Selbstverständlichkeit ist, dass überhaupt ein passender Impfstoff entwickelt werden konnte (vgl. HIV).

  10. Nun habe ich den Beitrag zum dritten Mal gelesen und frage mich, was soll das? Außer den Impfgegner hat niemand Zeifel an den wissenschftlichen Leistungen bei der Suche nach einem Impfstoff. Zu recht bezweifelt werden aber die politischen Leistungen. Ja, der Flaschenhals ist dir Impfstoffproduktion. Warum also wurden entsprechnde Anlagen nicht schon frühzeitig hochgezogen? Und wie man an den USA, England und Israel sehen kann, kann es auch viel schneller gehen.

    dem wir doch endlich auch mal mit einem lautstarken «Bravo» an die Wissenschaftler entgegen sollten

    Das kann man ja leicht schreiben, wenn man eine abgesicherte Existenz hat und einfach noch ein paar Monate abwarten kann. Aber *wir* ist dann doch ein eher elitärer Kreis.

    • Außer den Impfgegner hat niemand Zeifel an den wissenschftlichen Leistungen bei der Suche nach einem Impfstoff.

    • Außer den Impfgegner hat niemand Zeifel an den wissenschftlichen Leistungen bei der Suche nach einem Impfstoff.

      Das ist eine ziemlich naive Aussage.

      Es gibt jede Menge seriöse Bedenken. Zum Beispiel im Arzneimittelbrief vom November 2020 (“Zur Entwicklung genetischer Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 – technologische Ansätze sowie klinische Risiken als Folge verkürzter Prüfphasen”). Im Arzneimittel-Telegram steht ähnliches.

      Der französische Spezialist für Infektionskrankheiten, Prof. Eric Caume: “Was mich getroffen hat, als ich die 53 Seiten gelesen habe war, dass ich nie eine derart hohen Anteil an schädlichen Ereignissen bei einem Impfstoff gesehen habe. Neben kleineren Reaktionen an der Impfstelle, wie Hautrötung und Schmerz, traten andere Nebenwirkungen in hoher Rate auf, insbesondere bei jungen Leuten und nach der zweiten Dose.”

      Man beachtet, dass junge Leute vom natürlichen Virus praktisch nicht krank werden.

      Oder der hamburger Toxikologe Hockertz: “Ich habe mir natürlich die Unterlagen angeschaut. Ich möchte mich mal auf den Impfstoff von Biontech kaprizieren, weil der ja auch die Zulassung erhalten hat in UK und wahrscheinlich auch der erste sein wird, der in der EU zugelassen wird. Das steht ja im Grunde schon fest. Dieser Impfstoff von Biontech zeigt jetzt schon bei vielen Probanden, das sind ja gesunde Menschen, Nebenwirkungen, die als solche so eigentlich nicht auftreten dürfen und auftreten können. Ich habe hier zum Beispiel eine Nebenwirkungsmeldung für eine Gesichtslähmung, das sogenannte Bell’s-Palsy-Syndrom, und dieses tritt insgesamt schon bei sechs Menschen auf und zwar in der Gruppe der Geimpften. Das ist eine partielle Gesichtslähmung, die länger anhält und von der in diesem Falle noch nicht bekannt ist, ob das wieder komplett ausheilt.”

      Und das sind nun wirklich nicht die Einzigen.

      Insbesondere Langzeitschäden können nun mal nur durch Langzeittbeobachtung festgestellt werden. Die Narkolepsie beim Schweinegrippe-Impfstoff (2008/09) ist erst nach 1 – 2 Jahren aufgefallen.

      Das ist der Grund, warum die meisten Impfstoffentwicklungen am Ende scheitern.

  11. Auf Corodok.de durfte ich kommentieren.

    Nörgelender Jubelperser der Wissenschaft
    8. März 2021 um 11:48 Uhr

    Gestern habe ich den Versuch gestartet, Antworten auf die von Geert VandenBoosche aufgeworfenen Fragen innerhalb eines populärwissenschaftlichen Blog zu erhalten.
    Leider wurde der Kommentar (bislang?) nicht zugelassen.

    Nach dieser unkritischen Lobeshymne des Bloggers auf die Impfstoffentwicklung aber auch sehr verständlich:

    “Wir befinden uns zur Zeit gerade in diesem Zwischenbereich des massiven Hochfahrens der Impfstoffherstellung mitsamt der parallel dazu vollzogenen Errichtung einer geeigneten Impfinfrastruktur, die unsere Geduld auf eine so derartig schwere Prüfung stellt, dass sich die öffentliche Presse in einem Zustand nahe der Hysterie zu befinden scheint. Schon bald wird es Impfstoffe in jedem gewünschten Masse geben. Bei nüchterner Betrachtung ist ihre Entwicklung und Herstellung bisher mit einer erstaunlichen Geradlinigkeit und Vorhersagbarkeit verlaufen – dem wir doch endlich auch mal mit einem lautstarken «Bravo» an die Wissenschaftler entgegen sollten. Denn anders als im beruflichen Leben vieler Menschen sind Ergebnis und Erfolg wissenschaftlicher Arbeit kaum vorherbestimmt. Was die Wissenschaftler geschafft haben, ist also alles andere als selbstverständlich. Und nun sind wir aufgrund ihres Erfolges endlich bald über den Berg.”

    https://scilogs.spektrum.de/beobachtungen-der-wissenschaft/eine-oeffentlich-kaum-ausreichend-anerkannte-leistung-der-wissenschafter-und-der-chor-des-oeffentlichen-noergelns/#respond

    Man möchte dem Autoren gerne ein mitschwingendes “Hurra, Hurra, Hurra” zurufen. 😉

    Hier sieht man, wie verblendet selbst anscheinend spirituell orientierte Wissenschaftsphilosophen sein können, gegensätzliche Meinungen werden ungern diskutiert.
    Vieleicht ist aber auch die notwendige fachliche Flughöhe von mir nicht erreicht worden.
    So werde ich leider dumm bleiben müsssen.

    Der Corodok-Blog lässt im Gegensatz zu obigen Blog, einen breiten Diskursspielraum zu.
    Danke dafür!

  12. Journalisten, Politiker, Manager und alle möglichen anderen öffentlichen Stimmen nörgeln, dass die Menge der Impfstoffe zu gering sei, dass daher diverse Länder Deutschland und Europa abhängen (als ob dies ein Rennen sei), dass die Impfzentren nicht ausreichend gut organisiert seien, dass Inzidenzwerte, R-Werte oder andere statistischen Grössen einer gewissen Willkür unterliegen oder ganz allgemein, dass das Ganze doch nicht schnell genug vorangehen würde. Dabei geht vielen Menschen der Blick dafür verloren, welch aussergewöhnliche wissenschaftliche Leistung die Entwicklung des Impfstoffes gegen den SARS-CoV-2 Erreger überhaupt darstellt.

    In dieser Form der Aufzählung geht m.E. einiges durcheinander.
    Wer meinte, dass nach der wirklich schnellen Entwicklung und Zulassung der Impfstoffe auch gleich mit “Fingerschnippen” in Deutschland 80 Millionen Impfdosen am nächsten Tag und weitere 80 Millionen in drei Wochen bereit stünden, hat keine Ahnung von “Ackerbau und Viehzucht”, wie man so sagt.
    Wer feststellt, dass >Inzidenzwerte, R-Werte oder andere statistischen Grössen einer gewissen Willkür unterliegen< oder vielmehr mit einer gewissen Willkür als Grenzwerte benutzt werden, liegt doch wohl augenscheinlich nicht so ganz daneben, aber das ist den Impfstoffforschern nun wirklich nicht anzulasten, auch nicht den Epidemiologen oder Virologen, sondern denen, die für "Lockdown" und "Shutdown" zuständig sind.
    Das und die Aufzählung dessen, was in der organisatorischen Verantwortung der Politik lag und liegt und was nicht gut, schlecht oder überhaupt nicht funktioniert, wäre länger als der eigentliche Artikel.
    Dass diese Pandemie die erste ( nachdem frühere Andeutungen im alltäglichen politischen Klein-Klein untergingen ) war, die uns so voll getroffen hat und dass daher keine Erfahrungswerte vorlagen, sei der Politik zugutegehalten, entschuldigt aber das wenig professionelle weitere Vorgehen nicht ganz.

    Im Übrigen versuche ich hier schon das dritte Mal, den Kommentar zu platzieren.

  13. Wohl gesprochen! Da die meisten Personen sich jedoch wissenschaftliche Arbeit nicht vorstellen können (oder wollen), wissen sie auch nicht, dass dieser Beruf zu (subjektiv geschätzten) 95% aus frustrierenden Fehlschlägen und zu 5% aus “Heureka” besteht, wobei letzteres nicht unbedingt auch Wohlwollen der Umstehenden bedeuten muss: ” Ja, ganz toll, aber warum kann man es nicht schlucken, sondern muss es spritzen?” Arghhh!!! Das ist wie beim Pflegepersonal. Alles meckert, keiner packt selbst mit an oder hat auch nur einen Plan, wie es besser gehen könnte.

  14. Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 schnell herstellen: sind mRNA-Impfstoffe im Vorteil?
    Einen neuen Impfstoff in kleinen Dosen herzustellen dauert egal mit welchem Verfahren meist nicht sehr lange – nämlich meist weniger als 12 Wochen. mRNA-Impfstoffe wie die von Moderna oder BioNTech/Pfizer haben hier keinen grundsätzlichen Vorteil gegenüber anderen Verfahren wie etwa der direkten Verwendung von viralen Proteinen oder dem Vektorverfahren (Astra-Zeneca, Sputnik V) wo ein harmloser Virus so modifiziert wird, dass er auch das kritische Virusprotein herstellt, hier also das SARS-CoV-2 -Spikeprotein.
    Die klinischen Studien aber, die es braucht um die Effektivität und Sicherheit des Impfstoffes nachzuweisen, die benötigten früher typischerweise Jahre. Jetzt aber geschah das durch organisatorische Massnahmen viel schneller und zwar gleichermassen für die mRNA-Impstoffe wie auch für Vektorimpfstoffe wie Sputnik V, einem Impfstoff, der bereits seit August 2020 eingesetzt wird.

    Gibt es in Bezug auf die Schnelligkeit der Impfstoffherstellung also einen Vorteil von mRNA-Impfstoffen gegenüber älteren Verfahren? Grundsätzlich nein. Das zeigt ja gerade der Sputnik-V Impfstoff, der bereits seit August 2020 im Einsatz ist und der auf dem Vektorverfahren beruht und nicht auf mRNA.
    Doch wenn es darum geht gezieltere Impfstoffe gegen neue Varianten/Mutanten eines Virus zu impfen, für den es schon einen Impfstoff gibt, dann sind mRNA-Impfstoffe im Vorteil. Denn beim mRNA-Verfahren muss nur ein kleiner Teil der mRNA abgeändert werden. Alles andere ändert sich nicht, wenn eine Mutante eines Virus gezielter bekämpft werden soll.

    Warum sind mRNA-Impfstoffe so effektiv?
    Sowohl der Moderna, als auch der BioNTech – Impfstoff verhindern in 95% eine Erkrankung und in fast 90% eine Infektion mit Sars-CoV-2. Das ist besser als bei anderen Impfverfahren und so gut, dass es inzwischen darüber nachgedacht wird, ob auch ein mRNA basierter HIV-Impfstoff entwickelt werden könnte.

    Was aber sind die Mechanismen, die mRNA-Impfstoffe so effektiv machen? Das ist noch nicht klar. Es gibt aber eine Kandidatenliste:
    1) mRNA-Impfstoffe lassen den Körper für kurze Zeit grosse Mengen des Fremdproteins herstellen. Das stimuliert das Immunsystem ungemein.
    2) Vektorimpfstoffe können nur schon deshalb wenig wirksam sein, weil der Vektor – ein harmloses Virus – eventuell dem Körper schon bekannt ist und vorzeitig durch eine bereits bestehende Immunität abgefangen wird, so dass das neue Fremdprotein, das am Vektor haftet, gar nie eine Immunreaktion auslöst.
    3) das Nanolipid, in welches das mRNA eingepackt ist, scheint mit dafür verantwortlich zu sein, dass die mRNA-Partikel genau an der richtigen Stelle im Körper landen – dort nämlich, wo das Immunsystem an und für sich schon aktiv ist, in der Nähe von Lymphknoten und anderem lymphoidem Gewebe.

  15. @Martin Holzherr 07.03. 13:08

    „..dass es nicht darauf ankommt ob eine Impfdosis nun 10 oder 20 Euro kostet, sondern nur darauf, dass überhaupt genügend schnell alle geimpft werden können.“

    Wohl wahr. Offenbar hat hier die Politik wieder mal übersehen, dass die Pharmafirmen gerne möglichst viel Geld verdienen wollen. So haben die dann einfach einen Teil der mit der EU günstig ausgehandelten Impfdosen für mehr Geld an Israel, GB und die USA verkauft. Läuft ja auch nicht weg, wir kaufen unsere Dosen ja trotzdem.

    Hier hätte man Ähnliches eigentlich längst vorhersehen können. Wäre es eventuell gut gewesen, schon im August den Patentschutz per Notfallverordnung aufzuheben, und auf eigene Rechnung Impfstofffabriken anzuschaffen? Erstmal für Europa, und dann auch so schnell wie möglich für die armen Länder dieser Welt. Immerhin drohen hier mit der Zeit auch noch gefährlichere Mutationen, diesbezüglich sitzen wir mal alle im selben Boot. Im Vergleich zu den Kosten noch weiterer Lockdowns, denk ich mal das hier Geld eigentlich keine solche Rolle spielen sollte.

    Illusiorisch scheint es mir zu sein, dass man das von den Pharmafirmen erwartet.

    Aber trotzdem ein dickes Bravo an die Impfstoffentwickler, das war Klasse.

    • @Tobias Jeckenburger (Zitat): „ Wohl wahr. Offenbar hat hier die Politik wieder mal übersehen, dass die Pharmafirmen gerne möglichst viel Geld verdienen wollen.“
      BioNTech/Pfizer einigten sich mit der EU-Kommission im Sommer 2020 auf einen endgültigen Preis in Höhe von 15,50 Euro pro Impfdosis. Eine Impfdosis kostet also etwa gleich viel wie 50 Mund-Nasen-Schutz -Masken. Wegen solch tiefen Preisen haben einige Pharmafirmen ja die Impfstoffherstellung aufgegeben, denn mit einem Krebsmittel, das das Leben um 6 Monate verlängert kann eine Pharmafirmen tausende von Euro verdienen, mit Impfstoffen aber besteht heute das Risiko eines Verlustes. Auch neue Antibiotika werden genau aus dem gleichen Grund kaum noch entwickelt, denn die Pharmafirmen verdienen an anderen Medikamenten als an Antibiotika sehr viel mehr.
      Anstatt den Preis nach unten zu treiben hätte die EU viel gescheiter deutlich mehr für die ersten 1 Million Dosen offerieren müssen und sie hätte die Mitfinanzierung von Impfstofffabriken anbieten sollen. Selbst wenn die EU dadurch insgesamt 5 Milliarde mehr gezahlt hätte, hätte sich das immer noch gelohnt, denn jeder Tag Lockdown kostet EU-weit mehr als 1 Milliarde Euro.

      Zitat 2: “ Wäre es eventuell gut gewesen, schon im August den Patentschutz per Notfallverordnung aufzuheben, und auf eigene Rechnung Impfstofffabriken anzuschaffen? “
      Theoretisch und im Rückspiegel gesehen schon. Regierungen und auch die EU sind aber im allgemeinen eher Bremser als Beschleuniger. Ich kann mich noch gut erinnern, wie einige Organisationen und auch Politiker die beschleunigte Zulassung und das schnellere Genehmlassungsverfahren für die Covid-Impfstoffe in Frage stellten. Selten geht durch Staatseingriffe etwas schneller. Meist geht es langsamer.

  16. Wissenschaft besteht im Fragenstellen und methodischem Zweifeln. Bei experimentellen medizinischen Behandlungen, sind nun mal extrem hohe Anforderungen zu stellen. Das hat mit “Nörgeln” nun wirklich nichts zu tun.

    Und mit Impfgegnerschaft erst recht nichts.

    Im Gegenteil: Gerade wer fest vom Konzept Impfung überzeugt ist, sollte daran interessiert sein, dass die Impfskepsis nicht durch fahrlässig herausgebrachte, gefährliche Impfungen ansteigt.

    Hier kommt inzwischen die nächste Problematik: Selektion von Mutationen durch Impfimmunität gegen den Primärerreger. Ganz normale natürliche Auslese. Vom RKI selbst als mögliches Problem gesehen. Matthes, Impfen gegen Corona.

  17. Ein Buchtip (auch für eher pharmaunkritische Wissenschaftler
    geeignet). Man kann auch von der Gegenseite lernen…

    “Impfen – Für und Wider
    Die Wahrheit über unsere Impfstoffe und ihre Zulassung – inklusive der neuen Corona-Impfstoffe
    by Gøtzsche, Peter C.
    BookPaperback 336 pages
    German
    riva Verlagpublished on12/02/2021”

  18. Manche Kommentare hier kommen genauso unwissend rüber wie die Schmarrn auf TP.
    Ich würde ja empfehlen, viel Rotwein hülft, zumindest findet man die Tastatur nicht.

  19. Man kann sich die offiziellen Daten des Paul-Ehrlich-Instituts angucken, das in Deutschland für die Aufnahme der Impfnebenwirkungen zuständig ist.

    Es gab bei Erwachsenen vom 01.01.00 bis 31.12.20, also innerhalb von 20 Jahren, ca. 28 Tsd. Impfnebenwirkungen bei allen Impfungen insgesamt, davon ca. 11 Tsd. (40%) schwer.

    Jetzt bei den Covid-Impfungen gibt es vom 01.01.21 bis 26.02.21, also innherhalb von nur 8 Wochen oder 1/6 Jahr, schon fast 12 Tsd. Impfnebenwirkungen, davon ca. 2 Tsd. schwer.

    Will sagen, von Impfnebenwirkungen innerhalb der letzten 2,2 Jahre fallen 1/3 aller und 20% der schweren Nebenwirkungen auf die Covidimpfungen.

    Das ist jetzt schon nicht schlecht und die Kampagne steht erst am Anfang. Wie gesagt, das sind offizielle PEI-Daten. Eine möglicherweise existierende Dunkelziffer oder Nachmeldungen von Langfristnebenwirkungen ist noch garnicht da drin.

    Quelle: Corona-Blog

    Man muss das ja immer ins Verhältnis zu der Tatsache setzen, dass die natürliche Infektion bei unter 70-Jährigen nur in seltenen Fällen schwere Erkrankungen hervorruft oder dauerhafte Schäden hinterlässt. Da sind die Anforderungen an einen Impfstoff sehr hoch.

    Ich empfehle nochmal den Arzneimittelbrief vom November für eine nüchterne Betrachtung des Themas.

    @Werner

    Da die meisten Personen sich jedoch wissenschaftliche Arbeit nicht vorstellen können (oder wollen), wissen sie auch nicht, dass dieser Beruf zu (subjektiv geschätzten) 95% aus frustrierenden Fehlschlägen und zu 5% aus “Heureka” besteht, wobei letzteres nicht unbedingt auch Wohlwollen der Umstehenden bedeuten muss: ”

    Bei Medikamenten-Entwicklung dürfte die Rate, mit der die Scheitern, höher liegen, da die ethischen Anforderungen naturgemäss und sinnvollerweise höher sind.

    Sehr hilfreich zur Beurteilung des Themas finde ich die nachdenklichen Überlegungen vom Arzt und Bewegungslehrer Helmut Jäger in seinem Medizinischen Coaching.

  20. Nachtrag:

    Da ein Jahr ca. 50 Wochen hat, haben 20 Jahre ca. 1000 Wochen. Wir haben also bis 31.12.20: 28 Nebenwirkungen pro Woche, davon 11 schwer.

    Die Covidimpfungen haben bis jetzt 1500 Nebenwirkungen pro Woche, davon 250 schwer.

    Die Covidimpfungen haben somit mehr als 50 mal soviel Nebenwirkungen wie Impfungen normalerweise, und 22 mal soviel schwere Nebenwirkungen.

    Wie gesagt, offizielle PEI-Daten.

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