Die Natur schlägt zurück – Lasst uns endlich denen zuhören, die sie am besten verstehen!

BLOG: Beobachtungen der Wissenschaft

Grenzgänge in den heutigen Wissenschaften
Beobachtungen der Wissenschaft

Jede Krise bringt ihre eigenen Helden hervor. In der gegenwärtigen Krise sind dies in erster Linie die Krankenpfleger, Rettungssanitäter und Ärzte, die unter Einsatz ihrer eigenen Gesundheit bis zur Erschöpfung arbeiten, um unser Gesundheitssystem aufrecht zu erhalten, aber auch die Supermarktverkäufer, Apotheker, Lastwagen- und Gabelstaplerfahrer, Postboten, bis zu den Lehrern und Pädagogen, die schnell auf digitalen Unterricht umstellen, um so auch in der Krise unseren Kindern den notwendigen Lernstoff zu vermitteln. Und noch eine Gruppe rehabilitiert sich in dieser Krise: die Wissenschaftler, die sich schon seit einigen Jahren mit einem Zeitgeist der «fake News», der politischen Lüge, des ideologischen Fundamentalismus, der pseudoreligiösen Machtlegitimationen und des dumpfen Weltvereinfachertum konfrontiert sehen. In Deutschland gehören die Wissenschaftler und Virologen Christian Drosten und Alexander Kekulé unterdessen zu den populärsten öffentlichen Figuren und  in den USA hat sich ein wahrer Fanclub um den Arzt, Immunologen und Präsidentschaftsberater Anthony Fauci gebildet, dessen Aussagen im Vergleich zu denen seines Chefs so ungewohnt ehrlich, faktenbezogen und wahrhaftig erscheinen. Der Corona-Virus hat etwas geschafft, was zuvor fast unmöglich erschien: die öffentliche Blossstellung der intellektuellen Unredlichkeit der Rechtspopulisten.

Der Populismus der Lügen und Wissenschaftsfeindlichkeit Donald Trumps und Michael Pences, Jair Bolsonaros und Recep Tayyip Erdoğans, Scott Morrisons und Boris Johnsons und ihrer Propagandakanäle wie Fox News wird mit der erbarmungslosen Realität einer globalen Pandemie konfrontiert, die Trump und Co. so lange für nicht-existent erklärt haben, bis es einfach nicht mehr anders ging. Das Abweisen von Tatsachen («Das ist nicht weiter als eine Grippewelle», Trump, Bolsonaro), die Lügen («Wir haben Tests für alle», Trump), («Brasilianer können sich nicht anstecken», «Gott ist Brasilianer. Das Heilmittel ist gleich hier», Bolsonaro) und die bewusste Irreführung («Anti-Malaria-Pillen heilen die Corona-Kranken», Trump, Bolsonaro), («Das Virus wird eines Tages wie ein Wunder verschwinden», Trump), («Kölnisch Wasser hilft gegen Corona», Erdoğan) – all dies wird in seinem unwahren Kern durch die Dynamik der Corina-Krise gnadenlos aufgedeckt. Donald Trumps bisherige Vorliebe, die USA durch seine Ahnungen und sein von ihm als untrügliche angesehenes Bauchgefühl zu führen, anstatt durch die Anerkennung von Tatsachen und wissenschaftlicher Evidenz, wird durch das Corona-Virus in ihrer fundamentalen Schwäche enthüllt. Die Zerstörungskraft dieses Virus offenbart die Versäumnisse der populistischen Rechten ebenso wie ihre Vorurteile gegen wissenschaftliche Erkenntnisse in aller Deutlichkeit. Hätte Trump den Wissenschaftlern und Experten für öffentliche Gesundheit nur zugehört, hätte er die Katastrophe für sein Land abwenden oder zumindest sehr viel milder gestalten können.

Rechtspopulisten mit ihrer rücksichtslosen Missachtung wissenschaftlicher Beweise, z.B. über den Klimawandel oder die Gefahren der Umweltzerstörung, und generell wissenschaftlicher Erkenntnisse, die gegen ihr Glaubens- und Wertesystem sprechen, halten sich eben auch nicht an den wissenschaftlichen Rat, wenn es um die Dynamik einer Pandemie geht, auch wenn diese so einfach ist wie die Mathematik des exponentiellen Wachstums.  Dabei war die Regierung insbesondere in den USA vorgewarnt: Nach der Ebola-Epidemie im Jahr 2014 hatte die Obama-Regierung so viel Angst vor den Gefahren einer weiteren Epidemie, dass sie mehrere Neuerungen einführte, um die Nation basierend auf den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen auf eine mögliche Pandemie vorzubereiten. Doch wurde jedes Element dieser Bemühungen von der Trump-Administration missachtet, zurückgefahren oder gänzlich eingestellt. Dabei wussten die Wissenschaftler bereits erstaunlich früh erstaunlich viel über das Virus und seine Gefährlichkeit: Am 5. Januar hatten Wissenschaftler in Shanghai das vollständige Virusgenom von einem infizierten Patienten herausgefunden und es sofort an die GenBank, die Datenbank für genetische Sequenzierung der US National Institutes of Health (NIH), gemeldet. Anfang Februar wussten die Wissenschaftler, dass Covid-19 sowohl leicht zwischen Individuen übertragen werden konnte als auch, dass es mit einer relativ hohen Sterblichkeitsrate, insbesondere bei älteren und anfälligen Menschen, kommt. Anstatt auf die Wissenschaftler zu hören, entschieden sich Trump und seine Konsorten dazu, diese nicht ernst zu nehmen und vielmehr auf die bewährten Methoden der Vetternwirtschaft zurückzugreifen, indem er ihm nahestehende Laien mit der Ausarbeitung einer Reaktion auf die sich anbahnende Pandemie beauftragte: Vizepräsident Mike Pence, der immer noch an die Schöpfungsgeschichte glaubt und die Evolutionstheorie vehement ablehnt, und sein Schwiegersohn Jared Kushner, ein Immobilienspekulant, der keinerlei Wissen über medizinische und epidemiologische Fragen besitzt, sollen es nun richten.

Nun holt also die harte Realität zuletzt all die Lügen, Dogmen und Wissenschaftsskepsis der Populisten ein. Haben China, Korea und viele Länder Europa weitaus früher reagiert (teils vielleicht immer noch nicht früh genug) und sehen langsam erste Erfolge ihres Handelns, so ist das Wachstum von Corona-Fällen gerade in den USA, der Türkei und Brasilien (wo die Fälle innerhalb der Länder der südlichen Hemisphäre am stärksten wachsen) besonders hoch, dies obwohl sie durch die früher einsetzende Dynamik in anderen Ländern relativ früh hätten gewarnt sein sollen. Man könnte sagen: Die wissenschaftliche Wahrheit hat auf brutale Art und Weise zurückgeschlagen.

Nun wird die Corona-Krise in absehbarer Zeit wieder vorüber sein. Doch wie steht es mit den langfristigen, noch viel weitreichenderen Problem, vor denen uns die Wissenschaftler warnen und die von Wissenschaftsskeptikern wie Trump und Bolsonaro ebenso in ihrer Dringlichkeit oder sogar Existenz zurückgewiesen werden? Die Reaktion von Trump, Bolsonaro und Konsorten auf die Corona-Krise entspricht ihrer Reaktion auf die noch viel grössere Klimakrise. Auch dem allerletzten ihrer Wähler und Anhänger sollte mit der Corona-Krise nun klar sein, wie dünn das Fundament ihrer anti-wissenschaftlichen Ideologie ist. Zudem haben Wissenschaftler längst eine Verbindung zwischen dem Covid19-Virus und unserer Zerstörung der tropischen Regenwälder hergestellt. Das Covid19-Virus wie auch die ungleich gefährlicheren Viren von Ebola, HIV, Marburgfieber, Vogelgrippe, Mers, Zika oder Nipah sind Beispiele für Tierkrankheiten, sogenannte Zoonosen, die in den vergangenen Jahrzehnten von Wildtieren auf den Menschen übergesprungen sind. Durch den schrumpfenden Lebensraum der Tiere und die Umweltzerstörung wird dieser Übergang stark begünstigt. Insbesondere Fledermäuse treibt die Beschränkung ihres natürlichen Lebensraumes aus dem Urwald heraus, näher zum Menschen. Und Fledermäuse tragen einen Pool von mindestens 3200 verschiedenen Coronaviren in sich! Die Corona-Pandemie lässt sich nach derzeitigen Erkenntnissen zwar nicht direkt auf Abholzung des Regenwaldes zurückführen und auch ein direkter Zusammenhang zu Fledermäusen ist nicht eindeutig belegt (vermutlich sprang das Virus auf einem Wildtiermarkt in Wuhan über einen Zwischenwirt auf den Menschen über. Dieser Zwischenwirt, vielleicht ein kleines Säugetier, steckte sich womöglich bei einer Fledermaus an), aber für Virologen ist schon seit langem klar: Die Kombination aus einem weiten Spektrum an Wildtieren mit einer grossen Häufigkeit (Prävalenz) von Viren und der rücksichtslosen Verringerung des Lebensraumes durch den Menschen macht insbesondere Südostasien zu einem Hotspot für das Überspringen von gefährlichen Viren auf den Menschen. Hier ist die Wissenschaft gefragt, das Gefahrenpotential dieser Viren genauer zu analysieren und sich auf mögliche Übersprünge auf den Menschen vorzubereiten. Verantwortung liegt aber auch bei Wirtschaft und Politik, dieser masslosen Zerstörung der Umwelt Einhalt zu gebieten. Auch einfache Schritte sind notwendig, z.B. das Schliessen von Wildtiermärkten, wie dies in China bereits passiert ist. Die Corona-Krise und die politische Reaktion darauf zeigen nur allzu klar, dass unsere Gesellschaften im Angesicht von Krisen handlungsfähig sind. Diese Einsicht sollte uns auch in der Klimakrise helfen.

Wir sollten die jetzige Corona-Krise daher auch als Chance erkennen: einerseits als Chance, die notwendigen Schritte zu erkennen, um auf zukünftige, potenziell noch weitaus gefährlichere Viren vorbereitet zu sein. Andererseits sollte wir uns das Bild der nackten Hilflosigkeit der Rechtpopulisten in der Corona-Krise bei der Debatte um die Klimakrise immer wieder deutlich vor Augen führen. Ihr Kampf gegen die Wissenschaft, ihre schamlosen Lügen und ihr stures Zurückweisen empirischer Evidenz haben ein unrühmliches Kapitel geschrieben. Wir sollten sie diesen Kampf nicht fortsetzen lassen, denn die Verlierer dieses Kampfes werden wir alle sein.  

 

Lars Jaeger

Veröffentlicht von

www.larsjaeger.ch

Jahrgang 1969 habe ich in den 1990er Jahren Physik und Philosophie an der Universität Bonn und der École Polytechnique in Paris studiert, bevor ich am Max-Planck-Institut für Physik komplexer Systeme in Dresden im Bereich theoretischer Physik promoviert und dort auch im Rahmen von Post-Doc-Studien weiter auf dem Gebiet der nichtlinearen Dynamik geforscht habe. Vorher hatte ich auch auf dem Gebiet der Quantenfeldtheorien und Teilchenphysik gearbeitet. Unterdessen lebe ich seit nahezu 20 Jahren in der Schweiz. Seit zahlreichen Jahren beschäftigte ich mich mit Grenzfragen der modernen (sowie historischen) Wissenschaften. In meinen Büchern, Blogs und Artikeln konzentriere ich mich auf die Themen Naturwissenschaft, Philosophie und Spiritualität, insbesondere auf die Geschichte der Naturwissenschaft, ihrem Verhältnis zu spirituellen Traditionen und ihrem Einfluss auf die moderne Gesellschaft. In der Vergangenheit habe ich zudem zu Investment-Themen (Alternative Investments) geschrieben. Meine beiden Bücher „Naturwissenschaft: Eine Biographie“ und „Wissenschaft und Spiritualität“ erschienen im Springer Spektrum Verlag 2015 und 2016. Meinen Blog führe ich seit 2014 auch unter www.larsjaeger.ch.

28 Kommentare

  1. nur zur Klarstellung
    ´Kölnisch Wasser´ hilft tatsächlich gegen den Corona-Virus – denn dieses gibt man auf die Hand und massiert es ein. Wegen des hohen Alkoholgehaltes wirkt diese Vorgehensweise desinfizierend.

  2. Bei allem USA- und UK-Bashing nicht vergessen, dass auch das RKI sehr spät gewarnt hat. Im Grunde hat Deutschland erst Mitte März auf COVID-19 reagiert – 6 Wochen zu spät.

    Der Bund hat den Pandemieplan in keiner Weise durchgesetzt oder mit Ländern und Kommunen geübt. Und dem Bund ist auch erst jetzt aufgefallen, dass das Infektionsschutzgesetz für globale Epidemien kaum geeignet ist. Note: 5-.

    Die Länder schneiden besser ab. Die Krankenhausinfrastruktur in Deutschland ist hervorragend und hilft uns jetzt sehr. Allerdings gab es keinen hinreichenden Vorrat an Schutzmasken. Note: 3.

    Insgesamt eine schwache Leistung Deutschlands und eine sehr schwache Leistung der gesamten westlichen Welt.

    Hätten wir ein Behördenstrafrecht, müssten nach der bewältigten Krise viele Behördenmitarbeiter ins Gefängnis.

  3. Das fällt mir das Sprichwort ein “Wer im Glashaus sitzt ,sollte nicht mit Steinen werfen.” Will sagen: Bereits 2013 gab es eine dem Bundestag vorgetragene Risikoanalyse betreff einer möglichen Pandemie. In einer TV Sendung mit M. Illner hatte ein Schutzmaskenhändler unseren Gesundheitsminister darauf hingewiesen, dass dieses Land über keinem Vorrat solcher Masken verfügt. Laut Spahn waren wir aber im Februar auf solche Ereignisse bestens vorbereitet. Letzteres können nur die Mediziner einschätzen bzw. die Betroffenen. Dieser Virus offenbart also nicht nur die Versäumnisse der sogenannten Rechtspopulisten. Spätestens im Januar- als in China das Problem offenkundig wurde- hätte man hier in Europa reagieren müssen- Aber man hat die Zeit untätig verstreichen lassen. So gesehen finde ich ihren Kommentar doch etwas einseitig. Da in Zukunft solche Pandemien nicht auszuschließen sind, wird der Kampf der gesellschaftlichen Systeme wahrscheinlich darin bestehen, dass sich das System durchsetzt, was seine Bevölkerung und damit die Wirtschaft optimal schützen kann.

  4. Das ist wohl genau deswegen leichter gesagt als getan, weil jeder meint, die Natur am besten zu verstehen. “Lasst uns endlich denen zuhören, die die Natur verstehen.” heißt deswegen etwa genauso viel wie “Hört vor Allem mir zu und nicht den Anderen.”

  5. DieNatur schlägt zurück, das ist ein passender Titel.
    Wenn man den engen Kontakt von Mensch und Tier bemängelt, dann sollte man doch mal konsequent weiterdenken.
    Eine noch größere Dichte von Mensch und und Tier findet man in den städtischen Zoos.
    Zoos sind nicht nur eine Qual für die Tiere, sondern im Zeitalter der Videos auch gar nicht mehr notwendig.
    Und in den Zoos können auch die Viren vomTier auf den Menschen überspringen. Hat schon mal jemand die Mitarbeiter in den Zoos gestestet ?

    • @Lars: Zum damaligen Zeitpunkt mit der extrem unklaren Datenlage war eine Einschätzung auch wirklich schwierig. Sich jetzt im Nachhinein ins Fäustchen zu lachen, das sich mal ein Experte geirrt hat zeigt nicht gerade von geistiger Reife.

  6. Europa hat doch zu spät auf Covid-19 reagiert: Als in Italien schon dutzende pro Tag an Covid-19 starben waren Tiroler Skiorte wie Ischgl («Ibiza der Alpen»„ 25’000 Gäste aus aller Welt pro Saison“) noch in Hochbetrieb und Norditalien, wo der Tod schon umging, ist ganz in der Nähe. Viele Rückkehrer brachten das Virus dann in ihre Heimatländer wo es sich jetzt exponentiell vermehrt.
    Unverantwortlich. Dafür kann man nun wirklich nicht die Rechtspopulisten verantwortlich machen, sondern dafür müssen wenn schon die europäischen Regierungschefs zur Verantwortung gezogen werden (passiert natürlich nicht).

    Nur gerade Teile Chinas und die Nachbarländer Chinas wie Taiwan, Südkorea, Vietnam, Singapur haben „zeitnah“ (wie man so schön sagt) reagiert – weil sie noch Sars, Mers und die Schweinegrippe „in den Knochen“ hatten.

    Fazit: der Mensch scheint nur aus Katastrophen zu lernen. Doch lernen nützt nur, wenn man es das nächste Mal besser macht. Bei der Klimakatastrophe aber gibt es kein Nächstes Mal.

  7. Corona ist für gesunde Menschen nicht gefährlich. Deswegen ist es wichtig, gesundheitsbewusst zu leben. Mehr dazu auf meiner Internetseite (bitte auf meinen Nick-Namen klicken).

  8. Bis heute ist noch kein Mensch an dem Covid-19 Virus gestorben. Das mal vorneweg.
    Denn das Covid-19 Virus kann keinen Menschen so invizieren, das er allein an diesem Virus stirbt. Dies im Gegensatz zur Pest aus dem Mittelalter, mal als Vergleich.
    Nun zur Frage, ist dies die Rache der Natur das Sie der Mensch missachtet hat?:
    Nein.
    Denn was haben Sie nicht verstanden?
    Oder haben Sie bei allen Ihren Studien in Physik und Philosophie etwas Grundlegendes nicht wahrgenommen:
    Es gibt eine Dreifaltigkeit (nicht nur in der katholischen Kirche) auch in der Wissenschaft, nur dort heißt Sie: Raum-Zeit-Evolution.
    Die Evolution stattet den Menschen und alle anderen Lebewesen mit Immunsystemen aus. Sollten diese Immunsyteme überfordert werden, weil Sie in Raum und Zeit (auch Raumzeit genannt) überbeansprucht werden, kommt es zu einer überbeanspruchung der zu Lebenserhaltung notwendigen Energien. Mit anderen Worten; die notwendige Energieerhaltung des menschlichen Körpers ist nicht mehr gewährleistet
    Was unweigerlich zum absterben des Körpers führen muss.
    Was macht also Covid-19 ?
    Frage: Was überstehen Viren grundsätzlich nicht?
    Aber Kakerlaken!
    Wie energetisch ist Röntgenstrahlung?
    Warum haben Viren nur ein Mindesthaltbarkeitsdatum und überleben darüberhinaus nur in einer bestmmten Wärmezone?

    • Covid-19 legt den Gasaustausch in der Lunge lahm, da hilft kein Beatmen mehr.
      Wen das ereilt, hat Lungenversagen und zwar irreversibel.
      Viren überleben nicht, weil sie nicht leben – die halten nur eine Weile ohne Wirt.

  9. Schon haben wir wieder den poetischen Wortsalat, wenn Physiker ein fachfremdes Thema aufgreifen.
    Die üblich-Verdächtigen sind sofort da Weisheiten ausgießen, nur niemand Qualifikation beizusteuern.
    Es gibt doch überall nebenan gute medizinisch und epidemiologisch verantwortungsvolle Blogs.

  10. Herr Jaeger,

    Alles gut und schön mit der Natur. Das einzige Problem ist, daß es sie gar nicht gibt.“ so hat und würde Paul Valéry (u.a. Lyriker und Philosoph) aphoristisch Ihr Naturverständnis in Ihrem Pamphlet kommentieren.

    [Da ich Anfang 2018 nach einer Herzoperation „parallel“ an einer Lungenentzündung, Sepsis und multiplen Organversagen litt, wurde ich als [Koma-]Patient (u.a. 14 Tage ECMO) und später noch einige Wochen in der Rehaklinik intensivmedizinisch versorgt und auch dort künstlich beatmet. Diese Erfahrungen verschaffen mir offensichtlich den erkenntnisreichen Vorteil als real Betroffener bezüglich schwerwiegender Krankheitssymptome hier nicht nur theoretisch oder irgendwie abstrakt analytisch vorzutragen. Siehe u.a. meine Ausführungen dazu.]

    Bevor man, insbesondere auch Sie – gemäß Ihren emotionalen Aussagen – sich mit „biologischen“ Grundlagen, Auswirkungen und Vermutungen des Virus Covid19 beim Menschen beschäftigt, sollte man sich erst einmal mit dem psychologischen Nährboden befassen, ein Stichwort Nocebo-Effekt (siehe insbesondere “Anatomie“-Studien zum Psychologischen Nährboden http://www.kinkynature.com/ektheorie/coronahype.htm)

  11. Wieso der Titel „Die Natur schlägt zurück“? Das klingt nach der GAIA-Hypothese von James Lovelock, nach der die Erde sich als ein Lebewesen verhält, was meiner persönlichen Ansicht nach Esoterik ist. Lovelock, der ursprünglich den Klimawandel als bedrohlich ansah, hat bekanntlich seine Meinung vor ein paar Jahren geändert.

    Die zweite Titelaussage „Lasst uns endlich denen zuhören, die sie am besten verstehen!“ ist nicht umsetzbar. Wer versteht „die Natur“ bzw. die spezifischen Eigenheiten des aktuell grassierenden Corona-Virus denn nun besser, sind es die von Ihnen genannten Virologen Prof. Droste und Prof. Kekulé oder ist es der Virologe Prof. Streeck, der mit den beiden Erstgenannten in seinen Aussagen nicht übereinstimmt, oder ist es Prof. Sönnichsen, der in einem Brief an die österreichische Regierung dringend zu einer andern Vorgehensweise rät?
    Und wer versteht den Klimawandel denn besser, diejenigen Wissenschaftler, die eine Klimakatastrophe prophezeien, wenn der CO2-Ausstoß nicht radikal reduziert wird, oder die Wissenschaftler, die zwar auch dem CO2 eine Klimawirkung zuschreiben, aber nur eine schwache bis sehr schwache und ohne Katastrophenszenario – und deshalb von „den Andern“ gleich als Klimawandelleugner verschrien werden?
    Wie in andern Blogs von mir schon darauf hingewiesen hat die von Ihnen als „beste Versteher“ angesehene Klimawissenschaft ganz übersehen, dass die FCKW-Gase zu einem Drittel der globalen Erwärmung beitragen und war sie vor dem Bekanntwerden dieses Fakts schon dabei, das einzige IPCC-Szenario, das laufend propagiert wurde, das Katastrophenszenario RCP8.5 in Frage zu stellen um es zu streichen und nur die „milderen“ Szenarien weiter zu belassen. Was also haben diese Wissenschaftler am Besten verstanden? Sie lagen wohl wohl bisher mit ihren Vorhersagen ziemlich „daneben“, was für ein Vertrauen in ihre Aussagen wenig förderlich ist.

    Herr Jaeger, da Sie Physik studiert haben sollten Sie eigentlich den sehr großen Unterschied der wissenschaftlichen Hintergründe und Nachweise zwischen der Corona-Pandemie und dem Klimawandel, besser formuliert, der anthropogenen globalen Erwärmung (engl. AGW) kennen. Warum vermischen Sie beide vom Wissensstand der Forschung her so unterschiedlichen Themen völlig unangebracht miteinander?
    Der Unterschied ist sehr groß:
    – Bei der Corona-Pandemie besteht ein nachweisbarer und beweisbarer Zusammenhang zwischen den Viren, ihrer Ausbreitung und den Erkrankungen einschließlich der Todesfälle. Es besteht eine gesicherte Kausalität. Dabei ist jedoch schon nicht bekannt ist, warum viele der Infizierten nichts oder kaum etwas davon bemerken.
    – Beim Klimawandel dagegen fehlt nach wie vor der Beweis zum Zusammenhang zwischen CO2-Emissionen der Menschheit und dem Anstieg der (aus unzähligen durchweg fehlerbehafteten Daten errechneten) Globaltemperatur, es gibt nur eine nichtmal linear laufende Korrelation zwischen CO2-Anstieg und Anstieg der Globaltemperatur – Beweise gibt es hier eben nicht.
    Keine Frage, das CO2 beeinflusst die Temperaturen und damit das Klima, doch in welcher Art und Weise und in welchem Ausmaß, das ist nach wie vor nicht klar. Wie schwer man sich dabei tut zeigt das aktuelle Scheitern der neuen Klimamodelle im CMIP6, die laut offizieller Aussagen der Klimawissenschaft nun nicht wie geplant als Grundlage für den in Arbeit befindlichen AR6 zur Bildung politischer Entscheidungen herangezogen werden sollen.

    • Wieso der Titel „Die Natur schlägt zurück“? Das klingt nach der GAIA-Hypothese von James Lovelock, nach der die Erde sich als ein Lebewesen verhält, was meiner persönlichen Ansicht nach Esoterik ist. Lovelock, der ursprünglich den Klimawandel als bedrohlich ansah, hat bekanntlich seine Meinung vor ein paar Jahren geändert.

      Das mit dem Titel hat mich auch etwas gestört. Zwar ist es so, daß unsere Möglichkeiten schnell von einem Ort zum anderen zu kommen, eine solche Pandemie erst möglich macht. Aber “die Natur” war seit Beginn der Menscheit nicht immer “nett” zu den Menschen. Die Pocken gab es seit Jahrhunderten und dezimierte vor 500 Jahren Menschen, die “im Einklang mit der Natur” lebten.

      Gruß
      Rudi Knoth

  12. ‘Tatsachen’ oder ‘Fakten’, sind getätigt oder gemacht, die Etymologie ist hier klar und die Datenlage (“Gegebenes” meinend, ‘Daten’ sind gegeben) ebenfalls,
    Dies nur ergänzend und die Bedeutung von Wort meinend beigebracht.

    Das erkennende Subjekt sucht die Naturwelt näherungsweise, ausschnittsartig und an Interessen (!) gebunden zu erfassen, um dann näherungsweise, ausschnittsartig und an Interessen (!) gebunden zu theoretisieren.
    Es ist diesbezüglich eine Veranstaltung festzustellen, die die naturwissenschaftliche eben szientifische Methode meint.

    (Natur-)wissenschaftlich, in der Folge geht es dann darum den Herrschaftsverhältnissen geschuldet Maßnahmen zu ergreifen oder nicht zu ergreifen, es es gibt ja auch Probleme, die aktuell, zeitweise oder zeitgenössisch nicht sinnhaft zu bearbeiten sind.

    Dann ist noch zwischen Risiko, das meint ggf. teils auch unerwartete Folgen eigenen Handelns, teils auch idF nicht sinnhaft bekämpfbare Folgen, und Gefahr zu unterscheiden, nach Luhmann (und nicht nur nach Luhmann) ist Gefahr von eigenem zuvor ergangenem Handeln frei.

    Dann gibt es noch die Verhältnismäßigkeit – die Kosten der Remedy dürfen bspw. nicht die Kosten der Abwehrmaßnahmen übersteigen.


    So dass insbesondere sog. Güterabwägungen vorzunehmen sind, wenn Gefahr droht bzw. eingetreten ist.

    Dr. W hat bisher nur zur “Theorie” erklärt.


    Vermutung :
    Es wird idF weniger i.p-. “Corona” gestorben werden, als bisher breit annonciert worden ist.
    Das Leben endet mit dem Tode, der Schreiber dieser Zeilen steht altersbedingt sog. Risikogruppen nahe, er wird sich post festum, post mortem jedenfalls nicht sonderlich beklagen, absehbarerweise, er wird auch nicht, im sozusagen ganz seltenen Falle des Überlebens, harhar, an diejenigen herantreten, die hysterisch aufbereitet haben, diesmal sozusagen im Ex Ante, um politisch irgendwie anzustreben, denn dies ist ein Wesen.

    MFG
    Dr. Webbaer (der schon einige dieser “Chroniken” zK nehmen konnte, klar, es wird bei gesellschaftlich allgemein niedriger Fertilität allgemein weniger gerne gestorben, abär es gehört sich letztlich schon so, gerne auch unaufgeregt – es gibt ja auch Kinder, Enkel und so – “Corona” scheint dem Schreiber i.p. Schadwirkung nicht viel anders zu sein als zuvor ergangene sog. Grippewellen)

  13. Wir sollten die jetzige Corona-Krise daher auch als Chance erkennen: einerseits als Chance, die notwendigen Schritte zu erkennen, um auf zukünftige, potenziell noch weitaus gefährlichere Viren vorbereitet zu sein. Andererseits sollte wir uns das Bild der nackten Hilflosigkeit der Rechtpopulisten in der Corona-Krise bei der Debatte um die Klimakrise immer wieder deutlich vor Augen führen. Ihr Kampf gegen die Wissenschaft, ihre schamlosen Lügen und ihr stures Zurückweisen empirischer Evidenz haben ein unrühmliches Kapitel geschrieben. Wir sollten sie diesen Kampf nicht fortsetzen lassen, denn die Verlierer dieses Kampfes werden wir alle sein.

    Dankenswerterweise, womöglich tragen letzte Ansätze idR Fazitäres, beigetragen und veröffentlicht.

    Blöde halt, dass sog. Rechtspopulisten u.a. in den Staaten, in Israel und in der sog. Visegrád-Gruppe demokratisch die Mehrheit bilden und bundesdeutschen gegenrednerischen Rat wenig benötigen, denn dort wird insbesondere muslimische Einwanderung mit ihrer intrinsisch sittlichen Niedrigkeit wenig benötigt.

    Die sittliche Niedrigkeit gerade auch muslimischer Einwanderung darf bundesdeutsch besser betont werden, wie Dr. Webbaer findet.
    Hier dürfen Sie, Herr Dr. Jaeger, wie Dr. W findet, noch ein wenig besser aus sich heraus gehen.
    Danke.

    MFG
    Dr. Webbaer

  14. Reinhard Schulz
    07.04.2020, 06:22 Uhr
    Bis heute ist noch kein Mensch an dem Covid-19 Virus gestorben. Das mal vorneweg.
    Denn das Covid-19 Virus kann keinen Menschen so invizieren, das er allein an diesem Virus stirbt. Dies im Gegensatz zur Pest aus dem Mittelalter, mal als Vergleich.

    An COVID-19 ist noch niemand gestorben?

    Mit derselben Argumentation könnte ich sagen, dass niemand jemals an der Pest gestorben ist:

    Das Herz hat halt aufgehört zu schlagen. Na und?

    Warum bei SciLogs immer wieder “Kommentatoren” aufschlagen, die nicht mal Zwei und Zwei zusammenzählen können, wird mir für immer ein Rätsel bleiben.

    • An COVID-19 ist noch niemand gestorben?

      Mit derselben Argumentation könnte ich sagen, dass niemand jemals an der Pest gestorben ist:

      Endlich mal ein Treffer! Man stirbt nicht an Pest (Covid) sondern an Komplikationen die diese hervorruft.

      Unglaublich was diese Privatvirologen (wie Reinhard Schulz) so alles leisten. 😆

  15. Schwer erträglicher Beitrag, der eine seltsame Melange aus linksverbrämter Wissenschaftsgläubigkeit und der großen Erzählung des Naturschutz ist:

    Was die große Erzählung des Naturschutzes angeht, wiederholen Sie, ohne es zu wissen, die Gründungsapokalypse der Natur- und später auch Umwelt- und Klimaschutzbewegung: ‚Der Mensch, zumal der moderne Mensch der westlichen Zivilisation zerstört die Natur und damit sich selbst.‘

    Heute wissen wir, dass so ziemlich das Gegenteil der Fall ist. Die moderne Technik schützt Natur und Umwelt mehr als es sie beeinträchtigt.

    Jeder Bürger mit gesunden Menschenverstand weiß, dass es in der Politik keine objektiven Entscheidungen, sondern nur ausgehandelte Abwägungen gibt. Warum soll diese Binsenweisheit ausgerechnet bei der Coronakrisen-Management und dem angeblich anthropogen verursachten nicht gelten?

    Hier gaukeln so gläubige Naturwissenschaftler wie Sie uns eine alternativlose wissenschaftliche Wahrheit vor!

  16. Schwer erträglicher Beitrag, der eine seltsame Melange aus linksverbrämter Wissenschaftsgläubigkeit und der großen Erzählung des Naturschutz ist:

    Was die große Erzählung des Naturschutzes angeht, wiederholen Sie, ohne es zu wissen, die Gründungsapokalypse der Natur- und später auch Umwelt- und Klimaschutzbewegung: ‚Der Mensch, zumal der moderne Mensch der westlichen Zivilisation zerstört die Natur und damit sich selbst.‘

    Heute wissen wir, dass so ziemlich das Gegenteil der Fall ist. Die moderne Technik schützt Natur und Umwelt mehr als es sie beeinträchtigt.

    Jeder Bürger mit gesunden Menschenverstand weiß, dass es in der Politik keine objektiven Entscheidungen, sondern nur ausgehandelte Abwägungen gibt. Warum soll diese Binsenweisheit ausgerechnet bei der Coronakrisen-Management und dem angeblich anthropogen verursachten nicht gelten?

    Hier gaukeln so gläubige Naturwissenschaftler wie Sie uns eine alternativlose wissenschaftliche Wahrheit vor!

    • Liebe/r Geo-/Leoman (das ist schon witzig)
      “Der Mensch, zumal der moderne Mensch der westlichen Zivilisation zerstört die Natur und damit sich selbst.‘
      Heute wissen wir, dass so ziemlich das Gegenteil der Fall ist. Die moderne Technik schützt Natur und Umwelt mehr als es sie beeinträchtigt.”
      Ich frage mich wirklich wodurch es Ihnen überhaupt möglich wurde solch ein erratisches Weltbild zu entwickeln.

      “Hier gaukeln so gläubige Naturwissenschaftler wie Sie uns eine alternativlose wissenschaftliche Wahrheit vor!”
      Allein hierdrin offenbaren sich grundlegende Irrtümer.
      Wenn sie sich einmal ein wenig mit Wissenschafts- und Erkenntnistheorie auseinandersetzen wollten? Entgegen auf Glauben zu beharren, sagt der Wissenschaftler, dass es nur möglich sei Hypothesen über die Zusammenhänge des Naturgeschehens zu postulieren. Er fordert regelrecht ein immerfortes Hinterfragen seiner Theorien. Nur die “besten” widerstehen der Zeit. Vor 100 Jahren wurde das Ausmaß der “Auslenkung” einer Gravitationswelle auf ca. ein tausendstel Proton-Durchmesser vorausberechnet. Dann hat man dies tatsächlich messen können.

      Ich teile ihre grundlegende Haltung zur Skepsis, zumal gegenüber dem politischen Apparat. Und, persönlich, gegenüber der alternativlosen Technik.

      Aber sonst bleibt ihr Beitrag: schwer erträglich.

      • Vor 100 Jahren wurde das Ausmaß der “Auslenkung” einer Gravitationswelle auf ca. ein tausendstel Proton-Durchmesser vorausberechnet.

        Wo wurde das berechnet? Eine masselose Welle soll eine riesige Masse in erzwungene Schwingungen versetzen? Im Falle von Resonanz wäre vieles möglich, aber so, wie die das behaupten, auf keinen Fall.

        • @Mayer (01.05.2020, 00:24 Uhr)

          “Wo wurde das berechnet?”

          in Berlin

          “Eine masselose Welle soll eine riesige Masse in erzwungene Schwingungen versetzen?”

          Die Spiegel an den Enden der LIGO-Arme sind an frei-schwingend aufgehängten 40 kg-Massen befestigt. Diese folgen geodätisch der Raum-Längenänderung zwischen den Spiegeln. Die Wände der LIGO-Arme ändern ihre Längen dagegen nicht:

          A good paradigm of a length standard is a perfectly rigid rod. Such a rod does not change its length in the presence of a gravitational wave, because the arbitrarily strong elastic forces between its parts resist the gravitational force carried by the gravitational wave. As we will see below, we can also use the travel time of light as a reliable ruler under most conditions, in spite of the stretching of light waves that goes on when space expands.

          Quelle:
          https://pdfs.semanticscholar.org/393a/af6b1ced305ee40d175d5f3c3a2b6020348d.pdf

          • Die Spiegel an den Enden der LIGO-Arme sind an frei-schwingend aufgehängten 40 kg-Massen befestigt.

            Genau. Eine Masselose Welle kann diese 40kg-Masse nicht bewegen.

          • @Mayer, sogar fast korrekt, nicht mechanistisch:
            die Welle “bewegt” den Raum, nicht die Masse – oho,
            die Masse wird !im Raum! mitbewegt, wie im Auto 😉

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