Sind wir alle Simulanten?

Leben wir alle in einer Simulation? Spätestens seit den Matrix-Filmen eine durchaus ernsthaft diskutierte Frage. Eine Gruppe von Mathematikern um Mir Faizal von der kanadischen University of British Columbia meint jetzt beweisen zu können, dass wir in der echten Realität zu Hause sind. Das ist doch beruhigend.
Schon 1961 entwarf der österreichische Autor Herbert W. Franke 1961 in seinem Science-Fiction-Roman „Das Gedankennetz“ die dystopische Vision eines totalitären Staates, der potentielle Abweichler einer Loyalitätsprüfung unterziehen konnte, und zwar mithilfe von perfekten Simulationen, die sie nicht von der Wirklichkeit unterscheiden konnten. Der Oxforder Philosoph Nick Bostrom veröffentlichte im Jahre 2003 eine Abhandlung, in der er argumentiert hatte, dass unsere Welt nur aus Bits und Bytes besteht und wir alle lediglich als Elektronenwolken im Inneren eines SSD-Speichers existieren, wo wir darauf warten, dass jemand die Simulation in den Hauptspeicher lädt und startet.
Die Philosophie kennt viele Behauptungen, die sich ebenso schlüssig widerlegen wie auch beweisen lassen. Wäre die Philosophie eine exakte Wissenschaft, könnte man sich viele Regalmeter Bücher ersparen. Aber sie ist es nicht, und so wundert es niemanden, wenn eine philosophische Schule mit viel Scharfsinn eine in sich schlüssige Lehre aufbaut, die dann von einer anderen Schule mit ätzend scharfer Argumentation widerlegt wird. Beide bauen ein tragfähiges Gedankengebäude auf, das den unausweichlichen Zusammensturz der gegnerischen Konstruktion beweist. Beweise und Gegenbeweise leben in friedlicher Koexistenz, denn sie ernähren jeweils eine erkleckliche Anzahl von Akademikern.
Aber hier geht es buchstäblich um eine existenzielle Frage, nicht um ein luftiges Gebilde aus sophistischen Argumenten. Sehen wir uns die Argumente beider Seiten einmal an:
Was für die Simulations-Hypothese spricht
Nick Bostrom argumentierte, vereinfacht gesagt, dass es nur eine Wirklichkeit gibt, aber beliebig viele Simulationen.
Das Spiel „Grand Theft Auto“ (GTA) schafft zum Beispiel eine ganze Spielwelt und läuft auf vielen Millionen Rechnern. Jede neue Version (wir sind inzwischen bei GTA VI) hat eine größere Spielwelt und mehr NPCs (Non-player Characters, vom Computer simulierte Nebenfiguren). Warum sollte nicht in naher Zukunft eine solche Spielwelt so groß sein wie die Erde, oder wenigstens so groß wie die Lebenswelt der Menschen?

Mehr als 400 Millionen Kopien des Spiels hat die Herstellerfirma verkauft. Wenn jede nur zehntausend NPCs1 erschafft, dann wären wir bei mehr als vier Billionen NPCs. Und wer weiß, vielleicht kann schon im Jahr 2100 jeder Laptop eine so riesige Welt simulieren.
Darauf baut Bostrom seine Argumente auf.
- Wenn unsere Nachfahren genügend große Rechner bauen können und
- wenn sie daran interessiert sind, eine Simulation zu bauen und zu spielen, die in der Vergangenheit spielt und
- wenn die NPCs darin tatsächlich ein Bewusstsein entwickeln können,
dann (und nur dann) leben wir wahrscheinlich in einer Simulation.
Das sind eine ganze Menge wenns. Fangen wir beim letzten an: Ob NPCs im Computer ein Bewusstsein entwickeln, wird auch längerfristig kaum zu klären sein. Schließlich wissen wir (wir = alle Wissenschaftler der Erde) nicht, was ein Bewusstsein überhaupt ist. Jeder weiß, dass er eines hat, und vermutet, dass alle anderen auch eines haben. Alles weitere driftet schnell in den Bereich der Esoterik ab. Wenn sich aber eine Hypothese in einem entscheidenden Punkt der Überprüfung entzieht, haben wir jedes Recht, sie zum Gedankenspiel herunterzustufen.
Wo wir gerade beim Gedankenspielen sind: Wer sagt denn eigentlich, dass wir nicht in einer Simulation leben, deren Schöpfer wiederum nur einer Simulation entstammen? Diese Idee stammt nicht von Nick Bostrom, sie findet sich schon im Jahr 1964 in dem Science-Fiction-Roman Simulacron III von Daniel F. Galouye. Darin beschreibt er die Simulation einer Großstadt zu Marktforschungszwecken. Aber auch die Wissenschaftler, die den gigantischen Computer betreiben, in dem die Simulation läuft, müssen irgendwann feststellen, dass sie selbst nur Bits in einem Computer sind. Rainer Werner Fassbinder hat den Roman 1973 kongenial verfilmt.
Der Roman und der Film enden damit, dass der Protagonist es schafft, aus der Simulation zu entkommen und in die Wirklichkeit vorzustoßen. Aber was, wenn es keine Wirklichkeit gibt? Wenn jede neue Ebene wieder eine Simulation ist? Wenn es sich um unzählige Spiegelbilder einer endlos fernen Wirklichkeit handelt, zu der wir niemals durchbrechen werden?

Dieser Idee sind dann doch enge Grenzen gesetzt. Jede Welt wird nur einen winzigen Teil ihrer Ressourcen auf die Simulation verwenden, schließlich muss man sich um wichtigere Dinge kümmern als Computerspiele. Jede höhere Stufe der Simulation wäre also Millionen Mal komplexer als aktuelle. Damit gelangen wir sehr schnell in Regionen, die einen mehrfachen Regress schon unwahrscheinlich werden lassen, einen endlosen Regress (Ursache der Ursache der Ursache … ad infinitum) aber sicher ausschließt.
Simulation oder Modell?
Wenn wir ehrlich sind, müssen wir natürlich zugeben, dass die Spiele im Rechner nicht einmal ein Dorf von hundert Einwohnern wirklich simulieren können. Ein professioneller Flugsimulator ahmt das wirkliche Flugverhalten eines einzelnen Flugzeugs sehr gut nach, so gut jedenfalls, dass die Piloten echte Notfälle darin üben können, ohne dass bei einer falschen Reaktion jemand zu Schaden kommt. Wohlgemerkt: Der Simulator bildet nur das nach, was die Piloten sehen, und konfrontiert sie mit den Konsequenzen falschen Handelns. Er könnte beispielsweise nicht simulieren, wie Passagiere reagieren, und nur sehr ungenau, an welchen Stellen sich eine Strukturüberlastung auswirken würde.
Ein Spiel wie GTA oder Civilisation ist dagegen ein Modell im Maßstab eins zu einer Million (oder noch kleiner). Von einer Simulation zu sprechen, ist zwar üblich, aber irreführend. Kein Computerspielstudio bildet die echte Lebenswelt der Menschen genauer nach als beispielsweise Disneyworld oder Legoland. Warum erscheint es dann so echt, wenn man vor seinem Bildschirm sitzt? Wir Menschen sehen eben nur einen verschwindend kleinen Ausschnitt unserer Welt, und davon auch nur das, was unser Gehirn daraus macht. Schon wenn wir ein Buch lesen oder ein Theaterstück erleben, dann haben wir das Gefühl, die Figuren seien Teil unserer Lebenswelt. Wir neigen also dazu, aus kleinen Mosaiksteinen auf das ganze Bild zu schließen. Und ein Großteil davon spielt sich nur in unserem Kopf ab.

Nach meinem Eindruck haben weder Nick Bostrom noch seine Kritiker den Unterschied zwischen Simulation und Modell ausreichend diskutiert. Denn seien wir ehrlich: Computerspiele wie GTA simulieren keine Welt, sie modellieren nur auf recht primitive Weise soziale Interaktionen, und das vor einem Hintergrund, der kaum realistischer ist als die gemalten Kulissen in einem Theater.
Kommen wir also jetzt zur Widerlegung.
Die Widerlegung: Wir leben nicht in einer Simulation
Während sich Bostroms Beweis durch seine Geradlinigkeit und Verständlichkeit auszeichnet, liest sich die Widerlegung wie ein Gewaltmarsch durch die dämmerigen Ränder der Mathematik, der Physik und der Philosophie. Die Quantengravitation wird da bemüht – ein Konzept, an dem sich Generationen von Physikern bisher vergeblich abarbeiten. Die Quantentheorie beschreibt hervorragend die Welt des Elektromagnetismus und der Kernkräfte. Die Quantenfeldtheorie beschreibt alle Kräfte außer der Gravitation, die wiederum von der Relativitätstheorie perfekt erfasst wird. Aber bisher sind alle Versuche gescheitert, daraus eine gemeinsame Theorie – die Quantengravitation – zu destillieren. Aber wenn es etwas nicht gibt, kann ich damit auch nicht argumentieren.
Als weitere Akteure im Paper treten auf: Gödels Unvollständigkeitssatz, Tarskis Satz über die Undefinierbarkeit der Wahrheit und der Platonismus in der Mathematik, eine philosophische Theorie, die von der wirklichen Existenz abstrakter mathematischer Objekte ausgeht. „Wirklich“ heißt hier, sie existieren wie Planeten oder Kometen, unabhängig vom menschlichen Denken, und wenn ein Mathematiker ein neues Konzept findet, hat er es nicht er-funden, sondern ge-funden.
Und das alles kondensieren die Autoren um Mir Faizal zu der Idee, dass sich unsere Welt von innen her nicht vollständig beschreiben lässt. Es bleibt immer ein undefinierbarer Rest, und zwar nicht etwa deshalb, weil man unmöglich schafft, in alle Staubecken zu gucken, sondern wegen des fundamentales Prinzips, dass immer irgendetwas nicht perfekt definiert ist.
Weil aber eine Simulation in einem Computer abläuft, in der jedes Bit einen exakten Wert hat, der nach bestimmten Algorithmen auf eindeutige Art verändert wird, kann ein Computer unsere Welt nicht komplett simulieren. Wenn unsere Welt aber nicht im Computer simuliert werden kann, dann leben wir offensichtlich nicht in einer Simulation.

Äh, ja, sicher, ist doch ganz einfach, oder nicht? Bei näherer Überlegung hat die Argumentation aber ähnlich viele Löcher wie der Beweis. Zunächst: Woher wissen Physiker eigentlich, wie die Welt im Kleinsten (Quanten) und Größten (Galaxien) zusammengesetzt ist? Naja, sie lesen Instrumente ab. Sie werten Fotos aus. Erst dann schaffen sie Theorien und setzen neue Experimente auf, um aus weiteren Messwerten mehr Erkenntnisse zu entnehmen. Auch ein eindeutig definiertes System wie ein Computer könnte diese Ablesungen simulieren und den NPCs vorgaukeln, ihre Welt sei schon prinzipiell nicht simulierbar.
Und das ist natürlich nicht alles. Wenn unsere Welt nicht simulierbar ist, dann könnte es auch keine Simulationen wie GTA geben. Es gibt sie aber. Nur: Diese Simulationen sind, wie schon gesagt, Modelle und haben eben mit der wirklichen Welt so viel gemeinsam wie ein Matchbox-Mercedes mit dem echten Auto.
Der Beweis und seine Widerlegung sind also an so viele Bedingungen geknüpft, dass sie, wie so oft in der Philosophie, friedlich nebeneinander leben.
Also was denn jetzt: Simulation oder nicht?
Wenn schon nicht die ganze Welt simuliert wird, könnte es sein, dass jemand unsere Gehirne mit falschen Informationen füttert, wie beispielsweise in den Matrix-Filmen? Sicher, unmöglich ist das nicht, aber irgendwie frage ich mich doch, warum jemand den ungeheuren Aufwand dafür treiben sollte. Das beantwortet die Matrix-Serie nicht befriedigend, die Erklärung im Film sorgt zwar für gehörigen Grusel, ist aber im Grunde unsinnig. Wenn wir einmal davon ausgehen, dass einfache Antworten wahrscheinlicher sind als komplizierte2, dann leben Sie und ich wahrscheinlich nicht in einer Simulation, auch nicht in einer minimalen, in der nur unser ganz persönliches Gehirn absichtlich in die Irre geführt wird. Selbst dieses Szenario ist ein gehöriges Stück komplizierter als die einfache Erklärung, dass unser Gehirn ein Modell der echten Außenwelt aufbaut, damit wir uns darin sinnvoll bewegen können.
Und wenn aber doch … ? Dann denken Sie darüber nach, wie die echte Welt aussehen könnte, warum ausgerechnet Ihr Gehirn in einem Tank liegt, und schreiben Sie ein Buch darüber. Es wird bestimmt ein Bestseller.
P.S.: Weil die künstliche Intelligenz bei diesem Thema sozusagen direkt betroffen ist, habe ich diverse KI-Modelle gebeten, Bilder zum Thema zu generieren. Die besten Ergebnisse stelle ich hier vor.
Anmerkungen
[1] In dem sehenswerten Film „Free Guy“ aus dem Jahr 2021 spielt ein NPC die Hauptrolle. Er ist damit zufrieden, dass seine Tage immer gleich ablaufen. Aber dann wird seine Routine durchbrochen, und er muss sich einem Kampf stellen, der seine ganze Spielwelt bedroht. Der Film ist als Actionkomödie angelegt, und so wird am Ende alles gut.
[2] In der Philosophie ist dieses Prinzip als „Ockhams Skalpell“ oder „Ockhams Rasiermesser“ bekannt. Es ist kein Gesetz, sondern eher eine Faustregel, benannt nach dem mittelalterlichen Mönch und Philosophen Wilhelm von Ockham, obwohl von ihm keine einzelne entsprechende Definition überliefert ist. Demnach sind einfache Erklärungen für einen Sachverhalt grundsätzlich vorzuziehen, immer vorausgesetzt, sie erklären ihn vollständig. Man soll dabei versuchen versuchen, mit möglichst wenigen Variablen, Hypothesen und Zusammenhängen auszukommen. Das Skalpell schneidet also wucherndes Gedankengewebe weg. Im Einzelfall mag eine Lösung komplizierter sein. Ein Beispiel: In neun von zehn Fällen ist eine Person, die mit einem blutigen Messer am Tatort eines Mordes angetroffen wird, tatsächlich der Mörder, aber möglicherweise ist es im Einzelfall komplizierter. Im Fall der Simulation ganzer Welten heißt das: Die Herstellung und der Betrieb einer Simulation ist außerordentlich kompliziert und fehleranfällig. Die Annahme, dass Ihre oder meine sichtbare Welt genau darauf beruht, ist demzufolge sehr viel weniger wahrscheinlich als die Annahme, dass wir in der echten Welt wohnen.
@Hauptartikel
„Schließlich wissen wir (wir = alle Wissenschaftler der Erde) nicht, was ein Bewusstsein überhaupt ist. Jeder weiß, dass er eines hat, und vermutet, dass alle anderen auch eines haben. Alles weitere driftet schnell in den Bereich der Esoterik ab.“
Unser Bewusstsein ist ja nun wohl auf jeden Fall ein selbsterzeugtes Modell unserer Umgebung. Wenn dieses im Sinne eines Panpsychismus nicht nur ein Gehirn braucht, sondern auch eine fast physikalische Bewusstseinswelt, dann sind wir bei einer Welt, die grundsätzlich Geisteswelten enthält.
Diese Geisteswelten sind aber eben nicht simuliert, sondern basieren auf physikalischer Grundlage. Möglicherweise einer Art Informatik, die verborgen im Vakuumuntergrund dieses Kosmos läuft.
Wir haben dann weder Simulation noch echte Welt, sondern eine Mischung aus Physis und Geisteswelten, die sich unter ganz bestimmten Bedingungen in der Biologie ausbilden können.
Vielleicht kommen wir mit dem Thema weiter, wenn wir es bei der Weiterentwicklung von KI zufällig schaffen, echtes Bewusstsein zu provozieren. Das könnten wir dann genauerer untersuchen, als wie wir es derzeit mit unseren Gehirnen machen können.
Möglicherweise mag ich hiermit Esoterikalarm auslösen, wobei ich eigentlich kein Esoteriker bin. Aber ganz vermeiden kann ich das Thema manchmal einfach nicht.
Wir haben die Fähigkeit zur ´bewussten Wahrnehmung´ aber wir haben kein ´Bewusstsein´. Denn ´Bewusstsein´ ist nur ein allgemeiner Kategoriebegriff für verschiedene Phänomene.
´bewusste Wahrnehmung´ und ´Bewusstsein´ haben unterschiedliche Bedeutung.
Und damit sind wir bei einem Problem:
Wissenschaft/Philosophie benutzen allgemeine Kategoriebegriffe (z.B. ´Bewusstsein´, ´Zeit´) – ohne aber genau zu definieren, was damit gemeint ist. Und deswegen scheitert man immer recht zuverlässig daran.
Für den Blogbeitrag bedeutet dies:
Wenn man davon ausgeht, dass Bewusstseinsphänomene das Ergebnis von biologisch aktiven Neuronen sind – dann kann man solche Bewusstseinsphänomene niemals mit einem Computer darstellen: denn Computer können keine biologischen Effekte erzeugen, sondern nur Rechenwerte.
Aus diesem Grund wird es auch niemals möglich sein, ´Bewusstsein´ mit KI zu erzeugen.
@Kinseher: “Und deswegen scheitert man immer recht zuverlässig daran.”
Falsch, Mensch scheitert, weil Mensch seine Wahrnehmung an Bewusstseinsbetäubung in wettbewerbsbedingt-konfuser Hierarchie von materialistischer “Absicherung” gekoppelt mit “Individualbewusstsein” zu systemrationaler Suppenkaspermentalität (ein- und aus)bildet – Die Religionen spielen da eine sehr große Rolle / ein faules starr-, stumpf- und blödsinniges Spiel mit falscher Interpretation der jeweiligen spirituellen Philosophie.
Quellenhinweis:
Kinseher Richard
Auflösung großer Fragen: Was ist Bewusstsein? Was ist Zeit?
In dem Buch werden diese beiden großen Menschheitsfragen beantwortet.
Sie geben als Quellenhinweis ein von Ihnen selbst geschriebenes Buch an? ^^
Wir “leben”/vegetieren, in gleichermaßen unverarbeitet-instinktiver Bewusstseinsschwäche, in einem holographischen Universum, bzw. sind Bewusstsein für holographische Realität, in vielen Realitäten, sozusagen wie in der lösungsuchenden Simulation eines Computers, mit dem Unterschied, daß wir das Programm steuern können, ganz könnten, wenn wir den Freien Willen erlangen – Die Homöopathie, neuerdings auch die Plazeboforschung belegen (unbewusst), daß wir, in sehr begrenztem/gesichertem “individualbewussten” Rahmen, daß Potenzial für Möglichkeiten eines geistig-heilenden Selbst- und Massenbewusstsein haben, allerdings müssen wir diesen Rahmen, der von wettbewerbsbedingt-konfuser Symptomatik beherrscht wird, entsprechend mit wirklich-wahrhaftiger Vernunft und Verantwortungsbewusstsein überwinden.
Lügen hat nicht der Mensch erfunden, wenn Sie sich die Parallelen zwischen Physik und Ökonomie anschauen. Es handelt sich um quantifiziertes Nichts. Genauso wie bei der Quantifizierung von Materie zu Teilchen und der Quantifizierung von Energie, ist’s sowohl Folge wie Ursache der Energiezunahme eines Systems. Sprich, wenn Sie Pampe zusammendrücken, entstehen Klümpchen mit Hohlräumen dazwischen, also extreme Hierarchien mit unterschiedlichen Energieniveaus, und ohne die Hohlräume könnten sich die Klümpchen nicht bewegen, das System wäre also reine Masse, ein tiefgefrorener, rigider Klumpen. Und ein Tiefkühl-Universum ohne Bewegung, ohne Zeit, sehe ich nicht um mich.
Eine Lüge ist eine Art Proto-Teilchen, eine Simulation, ein Hohlraum voller Potenzial, in dem sich Datenströme mischen, in dem sich alle möglichen Teilchen formen, verfestigen könnten. Und hier wird’s sehr relativ, weil für einen Felsbrocken Luft nur eine Lüge ist, wenn er sich mit der Geschwindigkeit einer Kontinentalverschiebung bewegt, aber knallharte Realität, wenn er als Asteroid mit Vollgas daran zerschellt. Der Unterschied zwischen Wahrheit und Lüge, Realität und Simulation, liegt allein im Energieniveau, und die Verhältnisse ändern sich ständig.
Wenn mein Gehirn in meinem Kopf ist, bin ich real, wenn es auf mehrere Prozessoren in einem Computer um mich herum verteilt ist, bin ich eine Simulation. Wenn mein Körper von Atomen gebildet wird, die durch Magie aufrechterhalten werden, die ich nicht verstehe, bin ich real, wenn diese Atome bloß Pixel auf dem Bildschirm sind, die durch eine Magie aufrechterhalten werden, die ich verstehe, bin ich eine Simulation. Wenn mein Gehirn aus Datenfetzen tausend Romanfiguren auf unterschiedlichste Lebenswege projiziert, sind sie eine Simulation. Wenn meine DNA aus Datenfetzen tausend Menschen auf unterschiedlichste Lebenswege schickt, sind sie real.
Diese Unterscheidung ist einfach zu willkürlich, zu irrational, um damit zu arbeiten. Sie ist ein Provisorium, mit dem ich durch den Alltag komme, doch wenn die Wissenschaft ins Detail geht, macht die Unterscheidung zwischen Simulation und Realität keinen Sinn mehr.
Wahrheit macht stark und tut weh, Lügen bringen Linderung, doch machen schwach. Wahrheit gibt es nur eine, Lügen gibt’s viele. Sie sehen das typische Muster einer Welle: Implosion und Explosion, Energiebündelung, um einen einzigen Weg gehen, einen Durchbruch auf einer höheren Energieebene zu erringen – und eine Streuung, um eine Wahrheit energetisch zu unterlaufen, ein Hindernis auf vielen verschiedenen Wegen zu umgehen, die alle, relativ dazu, Lügen sind, die daran zerschellen können, wie die Maus an der Katze.
Sie sehen gerade, wie die alte Welt sich mit Donald Trump verbündet und die neue mit der Sonne. Die alte Welt rettet sich, indem sie ihre Energie bündelt, lokale Hohlräume mit lokalen Wahrheiten erzeugt, doch die scheitern an der Lüge mit der besseren Energieversorgung. Atome sind „objektive“, materielle Realität wegen E=mc2, der Gott, vor dem sich alle verbeugen müssen – doch wenn sie mit einer theoretischen Materie mit E=mc^3 kollidieren, verpuffen sie als alternative Fakten.
Durch ihren konkreten Tod explodiert die Maus, löst sich in Möglichkeiten, viele Schrödinger-Mäuse auf, die alle möglichen Wege gehen können. Parallel dazu löst sich ihr Körper auf, die Teilchen gehen alle möglichen Wege, werden Teil der Katze, Teil der anderen Mäuse. Falls sie das Abbild der Maus behalten könnten, eine Art DNA, könnten sie versuchen, die ursprüngliche Maus bei jeder Gelegenheit zu rekonstruieren – gibt’s schon, nennt man Fortpflanzung. Allerdings haben die Atome und Proteine eher nur Gencodes für Moleküle und Proteinketten, die stellen sie immer wieder her. Sie enthalten also den Gencode für „Lebewesen“, die dann je nach Umwelt improvisiert werden können – die Interaktion mit jeder neuen Leinwand erzeugt neue Varianten, Menschen, Mäuse, Katzen.
Und so weiter und so fort. Evolution ist ein Teil der Physik, Lügen sind Teil der Wahrheit, das Nichts ist ein Etwas und hat Eigenschaften. Der Unterschied zwischen Simulation und physikalischer Realität ist relativ und hängt für jeden Beobachter von seinem eigenen Energieniveau und seiner Position innerhalb des Systems ab.
Danke für die Darstellung. Bostrom klingt für mich ebenso tautologisch wie Anselm von Canterbury mit seinem “Gottesbeweis” aus dem 11. Jahrhundert (Gott ist nur allmächtig denkbar, und Allmacht schliesst Existenz ein). Bezahlen würd ich für solche kraft- und fruchtlose Philosophie eher nichts.
Nichts Neues , oder doch nicht ?
Vor 200 Jahren hat der Philosoph Arthur Schopenhauer ein Buch geschrieben, Die Welt als Wille und Vorstellung.
“Er argumentiert, dass wir die Welt nie so erkennen können, wie sie an sich ist, sondern nur so, wie sie uns durch unsere Sinne und unseren Verstand erscheint. Alles, was wir wahrnehmen (Objekte, Raum, Zeit), existiert für uns nur als ein Bild in unserem Bewusstsein. ”
Vielleicht hat ihn das Aufkommen von psychogenen Substanzen angeregt, man denke an das Märchen von Zwergnase, die Gruselgeschichten von Edgar Alan Poe oder noch konkreter, in” Rip van Winkle” schläft ein Mann 20 Jahre lang und kehrt dann in die Welt zurück, in der sich alles verändert hat.
Psychogene Pilze wachsen in unserer Welt, also Leute , nichts ist so wie es scheint. Was für ein Quatsch.
Wir sollen froh sein, dass wenigstens die Ärzte konkret nach den Krankheitsursachen suchen und die Welt so sehen wie sie ist.
Drei weitere Möglichkeiten:
1.) Unsere Welt könnte eine Simulation auf einem Analogrechner sein.
In diesem gibt es keine digitalen Zahlenwerte, sondern nur die
kontinuierlichen Materialeigenschaften, wie zum Beispiel die von Memristoren.
Die Analogrechner sind unserer Welt ähnlicher als die Digitalrechner.
Ein Analogrechner wird von seiner Struktur gesteuert und benötigt
kein digitales Steuerprogramm.
Ein vollkommen genauer Analogrechner wäre ein genaues Duplikat
eines Teiles der Welt, also ein physikalisches Experiment.
Vielleicht sind die Parallel-Universen solche Experimente.
2.) Unser Universum ist ein Demokrit-Universum aus Atomen.
Ein Heraklit-Universum würde aus völlig kontinuierlicher Materie bestehen.
Die Außenwelt unserer Simulation könnte ein Heraklit-Universum sein.
Die konstanten chemischen Bindungsverhältnisse erklären wir uns
aus der Anzahl der beteiligten Atome.
Bei der völlig kontinuierlichen Materie kommen die konstanten chemischen
Bindungsverhältnisse aus den unteilbaren Eigenschaften dieser Materie.
Auch unendlich kleine Tropfen Wasser sind dann immer noch genauso Wasser.
3.) Wir könnten Gedanken in einem Boltzmann-Gehirn sein.
In einem sehr alten und sehr großen Universum, das nahe dem thermischen
Gleichgewicht ist, ist ein Boltzmann-Gehirn viel wahrscheinlicher als
die Gehirne von Lebewesen.
Dieses Boltzmann-Gehirn träumt von der heißen Jugendzeit des Universums,
als es noch Lebewesen gab.
Karl Bednarik,
du hast die Quarks vergessen !
Nicht nur die Teilchen unseres Universums.
Im großen Maßstab erscheint unser Raum eher glatt.
Wenn man aber der Planck-Länge nahe kommt,
dann wird der Raum immer welliger.
Bei der Planck-Länge ist der Raum dann völlig chaotisch.
http://s880616556.online.de/Q-foam.jpg
Karl Bednarik,
Mit der Planck-Länge haben wir die kleinste Einheit des Universums.
Und wenn sich der Raum dort chaotisch verhält, dann können wir ihn auch nicht simulieren.
Und da wir in unserem eigenen Gehirn chaotisch sind, kann man unsere Persönlichkeit auch nicht simulieren.
Nebenbei ist damit auch das Rätsel ob unsere Welt determiniert ist, gelöst. Sie ist es nicht.
Die Simulationshypothese und die philosophische Strömung des Idealismus
Für den Idealismus (Hegel, Fichte, Schelling) ist die Wirklichkeit primär geistiger Natur und beruht auf Ideen, Bewusstsein, jedenfalls nicht-materiellen Prinzipien. Für Idealisten ist der Geist, sind Ideen das Primäre und die Materie ist das Sekundäre. Das heisst: der Geist schafft die Materie und nicht umgekehrt.
So gesehen ist die Simulationshypothese nichts anderes als eine moderne, digitale Version des Idealismus, denn auch in der Simulationshypothese steht zuerst die Information in Form von Bitströmen und Bytes und die Materie ist sekundär, sie ist simuliert.
Frage: Warum taucht immer wieder die Idee auf, Ideen oder in der modernen Version Informationen, seien realer als Sonne, Regen und die eigene Haut?
Antwort: Die Antwort auf diese Frage hat bereits Descartes gegeben. Sie lautet: COGITO ERGO SUM oder zu Deutsch: „Ich denke, also bin ich“. Descartes meinte folgendes damit: Ob das, was ich sehe und erlebe wirklich existiert, kann ich gar nicht sagen, alles, was ich mit Sicherheit sagen kann, ist, dass ich denke, erlebe, fühle. Und klar stimmt das. Wir alle erfahren die Welt nur indirekt, nämlich über unsere Sinne und wenn wir ehrlich sind, sind selbst einfachste Annahmen wie etwa die, dass sich hinter einem Baum jemand verstecken kann, Hypothesen. Die ganze materielle Welt und wie sie funktioniert ist eine Hypothese in unserem Geist und inzwischen auch eine Hypothese in unserer Beschreibung der materiellen Welt.
Die Simulationshypothese, die Physik und Informatik
Behauptung: Die Simulationshypothese ist inkompatibel mit unserem physikalischen Weltbild.
Begründung: Die physikalischen Theorien, die etwa die Kräfte in den Atomkernen erklären, also etwa die Quantenchromodynamik, diese Theorien erlauben uns etwa die Eigenschaften eines Atomkerns zu berechnen, etwa die Eigenschaften eines einzelnen Eisenatoms. Doch die Berechnungen sind so aufwendig, dass ein Supercomputer mehrere Tage rechnen muss um zu einem Resultat zu kommen.
Das aber bedeutet, dass ein Universum voller Atomkerne, wie von der Physik beschrieben niemals simuliert werden kann, weil die Berechnung einen Supercomputer erfordern würde, der grösser ist als das Universum, das wir kennen.
Das Problem, das dahintersteckt ist übrigens eng verwandt mit dem aus der Informatik bekannten NP-Problem, wobei NP für Non-Polynomal steht und Rechenprobleme beschreibt, die extremen Rechenaufwand benötigen und zwar so extremen Rechenaufwand, dass man ab einer bestimmten Problemgrösse mehr Rechenkapazitöt bräuchte als das ganze Universum zur Verfügung stellen kann
Ausweg: Es gibt einen Ausweg aus diesem Simulationshypothesen-Killer. Und der geht so: Angenommen, die Simulation weiss, dass es unter den Menschen Forscher gibt, die etwa Quantensysteme untersuchen, dann kann die Simulationssoftware die ganze Quantenwelt mit ihrer scheinbar ungeheueren Komplexität einfach vortäuschen. Ja, die ganze Physik, die die Physiker in vielen Jahrzehnten gefunden haben, wäre nichts anderes als eine Täuschung durch die Simulationssoftware, die uns steuert. Physiker etwa erkennen in ihren Experimenten unendlich feine Details, aber diese Details gibt es gar nicht, sie wurden von der Simulationssoftware im Moment der Untersuchung den Physikern untergeschoben, sie wurden getäuscht.
Kurzum: Die Simulationshypothese (= wir leben in einer Simulation) ist nichts anderes als die ultimative Verschwörungstheorie. Sie bedeutet, dass „Gott“ (=Schöpfer der Simulation) mit uns spielt und dass wir im eigentlichen Sinne nicht einmal existieren, sondern nur ein paar zusammengewürfelte Bytes sind.
Bei der Simulations-Hypothese geht es nur darum, eine fundamentalistisch religiöse Idee zu verbreiten:
Denn wenn es Etwas/Jemand gibt, der unser Universum und alles was sich darin ereignet, als Simulation erschaffen kann – Dann muss dieser/s Etwas/Jemand außerhalb und unabhängig dieser physikalischen Gesetze stehen. D.h. damit wäre die Existenz von Gott bewiesen.
Ein allmächtiger Gott, der unser Universum bis in die kleinste Kleinigkeit festgelegt geschaffen hat – ist eine Idee des religiösen Fundamentalismus.
Dieser Ideen stimmen aber nicht einmal die Religionen zu – denn diese lehren, dass der Mensch frei ist. sich zu entscheiden ob man das Richtige bzw. Falsche tut.
D.h. die Diskussion um die Simulations-Hypothese vernebelt nur die eigentliche Idee: den Versuch eines Gottesbeweises
Kinseher Richard
“die Diskussion um die Simulations-Hypothese vernebelt nur die eigentliche Idee: den Versuch eines Gottesbeweises”
Jetzt übertreibst du aber. Um dir das deutlich zu machen.
Simulieren in der Technik bedeutet physikalische Vorgänge mit einem Computermodell nachbilden um schneller zu Ergebnissen zu kommen.
Simulieren in der Psychologie bedeutet, eine Erkrankung vorzutäuschen um Hilfe zu bekommen.
Eine Simulation der Vorstellung ist das Schaffen einer Traumwelt. Jedes Kind durchläuft diese Phase. Wobei……das Kind weiß, dass es spielt, es tut nur so….
Der Autor von ScienceFiction Romanen weiß auch , dass seine Welten nur Phantasieprodukte sind. Die Leser aber tauchen so tief ein , dass sie ernsthaft darüber nachdenken, ob wir vielleicht doch in dieser Phantasiewelt leben.
Dem Gedanken Nick Bostroms, dass es nur eine Wirklichkeit und viele Simulationen gibt, könnte man zustimmen. Allerdings nur unter der Bedingung, dass diese eine Wirklichkeit ewig ist. Denn sonst hätten wir nur wirklichkeitslose Simulationen.
Diese eine Wirklichkeit kann aber nicht materiell beschaffen sein, denn alles Materielle hat einen Anfang. Was ist es dann? – Es ist das “Leben an sich” (Gott). Wenn man das akzeptiert und begreift, werden plötzlich alle Probleme, die von der Naturwissenschaft ungelöst bleiben müssen lösbar.
@Karl Bednarik 17.01. 11:26
„Bei der Planck-Länge ist der Raum dann völlig chaotisch.“
Was, wenn dieses Zeugs, dass da wabert, rechnen kann? Und dann einerseits die ganz normale Physis erzeugt, aber auch Bewusstsein unterstützt. Und Magie im Leben möglich macht.
Grenzen hätte das immer noch, Magie wäre sehr aufwändig, und das meiste Leben käme ohne aus. Das ganz normale Geschehen, dass wir täglich erleben, ist schon aufwändig, und auch die Wunder des Lebens können nur etwas mehr, als das, was die Wissenschaft schon kennt.
@Martin Holzherr 17.01. 09:58
„Doch die Berechnungen sind so aufwendig, dass ein Supercomputer mehrere Tage rechnen muss um zu einem Resultat zu kommen.“
Mit genug Rechenpower geht es dann doch. Aber das wäre nicht unbedingt eine Simulation, sonder schlichtweg der Prozess, der die Wirklichkeit erzeugt.
„Sie bedeutet, dass „Gott“ (=Schöpfer der Simulation) mit uns spielt und dass wir im eigentlichen Sinne nicht einmal existieren, sondern nur ein paar zusammengewürfelte Bytes sind.“
Wir sind dann eben reichhaltiges Bewusstsein, das sich des Lebens freut, inmitten einer hochinterressanten Welt, in der es sich wunderbar leben lässt.
Eine ähnliche Platzinflation sind ja bereits die Weiten des Alls im Vergleich mit unserem kleinen Planeten. Wenn es da jetzt noch Riesenwelten braucht, nur einzelne Atome zu berechnen, passt das dann am Ende doch.
@KinseherRichard 17.01. 10:05
„Dieser Ideen stimmen aber nicht einmal die Religionen zu – denn diese lehren, dass der Mensch frei ist. sich zu entscheiden ob man das Richtige bzw. Falsche tut.“
Bei so viel Berechnungsaufwand sind dann aber ja wohl die Freiheiten des Individuums inklusive?
@Tobias Jeckenburger(Zitat): „Mit genug Rechenpower geht es dann doch.“
Antwort: Nein, denn es braucht bei genügender „Grösse“ des Problems, immer mehr, am Schluss unendlich viel Rechenpower. Übrigens: Verschlüsselungsalgorithmen beruhen gerade auf dem fast unbegrenzten Rechenaufwand, den es braucht um den Schlüssel zu knacken. Das bekannte RSA-Verschlüsselungssystem basiert beispielsweise auf einer Zahl, die sich durch die Berechnung von p*q ergibt, wobei p und q sehr, sehr grosse Primzahlen sind. Mit einem konventionellen Supercomputer ist es nicht möglich aus der Zahl p*q zu bestimmen, was p und q sind. Der Rechenaufwand um das zu bestimmen übersteigt bei genügender Grösse der beteiligten Zahlen jede denkbare Grenze.
Kurzum: jede noch so gute Simulation stösst irgendwann an die Grenzen ihrer Rechenkapazität. In unserem Universum gibt es sehr viele Dinge, die zwar prinzipiell berechenbar sind, wo aber der Rechenaufwand extrem gross ist, so gross, dass selbst der beste Supercomputer überfordert ist.
Wenn die Simulation besser ist als die Wirklichkeit
Hier erzähle ich die Geschichte des fiktiven zukünftigen Physikers „TheLastBeliever“ (sein Name), der in der nahen Zukunft als Stringtheoretiker lebt. Er hat die erste Hälfte seines Leben der Stringtheorie gewidmet, sich dann aber wegen immer weniger Fördergeldern für die Welt der Software, der KI und der virtuellen Welten entschieden und vor allem für das Letztere, die virtuellen Welten, ist er nun der führende Spezialist und die Leute reissen ihm die Software nur so aus den Händen. Doch gerade sein grosser Erfolg lässt ihn sehnsüchtig zurückdenken an seine Zeit als Stringtheoretiker und jetzt, kurz vor dem hundertsten Geburtstag der Stringtheorie will er sich noch einmal auf die Stringtheorie einlassen und ihren Durchbruch erleben, denn er glaubt immer noch mit jeder Faser seines Körpers an die Stringtheorie. Also schreibt unser Herr „TheLastBeliever“ die ultimative Simulation, eine virtuelle Welt, die von vielen Millionen, ja Milliarden von simulierten Menschen bevölkert wird und er hat sie so programmiert, dass diese Simulierten es durchsetzen, das grösste Teleskop der Welt zu bauen, 1000 Mal leistungsfähiger als alles was auf der „echten“ Erde gibt. Und mit diesem Teleskop entdecken die simulierten Menschen im ganz frühen Universum riesige Strings, die sich da in der Anfangsphase des Universums entfalten. Das ist der Beweis, dass die Stringtheorie korrekt ist und dass alles im Universum auf Strings zurückgeht. Es bildet sich dann bald schon eine String-Religion aus: die simulierten Menschen wollen die Strings als Urbausteine des Universums in eigenen Tempeln verehren. Es gibt bald schon mehrere Feiertage zu Ehren der Strings und es werden dem String-Gott sogar Opfer gebracht. Es gibt sogar eine Art Kampfsport in denen die Kämpfer sich an den Strings packen und in dem es nicht um überlegene Kraft, sondern um höchste Eleganz und Ästhetik geht.
Unser Physiker „TheLastBeliever“ erlebt das alles mit und ist absolut hingerissen. Irgendwann weiss er, dass er auch in der „Stringsimulation“ leben will, dass er sich zu den simulierten Menschen hinzugesellen will um dort dem String-Gott zu dienen und den String-Gott zu verehren. Und tatsächlich ist „TheLastBeliever“ plötzlich verschwunden und alles was von ihm übrig geblieben ist, ist ein leistungsfähiger Fusionsreaktor, der einen riesigen Grosscomputer mit Strom versorgt und es gibt eine von „TheLastBeliever“ gegründete und mit viel Kapital ausgestattete Stiftung, deren einzige Aufgabe es ist die „Stringsimulation“ auf ewig laufen zu lassen.
@Martin Holzherr 17.01. 18:53
„jede noch so gute Simulation stösst irgendwann an die Grenzen ihrer Rechenkapazität. In unserem Universum gibt es sehr viele Dinge, die zwar prinzipiell berechenbar sind, wo aber der Rechenaufwand extrem gross ist, so gross, dass selbst der beste Supercomputer überfordert ist.“
Meine Idee ist ja die, dass sich die Wirklichkeit nicht nur an mathematische Beschreibungen hält, sondern sich selber mit einer Eigenproduktion der Vorgänge und Prozesse realisieren muss.
Die Konsequenz wäre, dass Grenzen erreicht werden, und jenseits dessen schlichtweg Ungenauigkeiten akzeptiert werden müssen. Es wird entsprechend alles durchgerechnet, was jetzt gerade passiert, soweit das möglich ist.
Es brächte nur eine Art kosmische Algorithmen, die dann am Ende einfach an der Genauigkeit sparen, wenn sie an ihre eigenen Berechnungskapazitäten kommen.
Das Endergebnis ist freilich keine Simulation im engeren Sinne, sondern die tatsächliche Wirklichkeit. So gut sie eben nur sein kann.
Computerspiele funktionieren doch so ähnlich. Wird es zu aufwändig, wird an der Qualität der Grafik gespart. Und muss auch, anders geht es ja nicht.
Eine Informatik auf Skalen der Plancklänge, die im ganzen Universum verteilt ist und mit Lichtgeschwindigkeit rechnet, jedenfalls wäre schon recht mächtig.
Für mich ist das die Frage, wie sich das Universum selbst realisiert, und weniger, ob hier was simuliert wird. Es gibt dann nichts anderes, als eben dieses Wirklichkeitsgeschehen. In wirklich allen grausamen Einzelheiten.
@Tobias Jeckenburger bezüglich Verhältnis Wirklichkeit und Bewusstsein:
Alles spricht dafür, dass die Grundidee von Baruch de Spinoza, ausgedrückt in seinem Spruch Deus sive Natura, zu deutsch: „Gott oder auch die Natur“, sehr gut mit dem übereinstimmt, was wir heute über das Universum wissen. „Gott oder auch die Natur“ bedeutet, dass wenn es schon einen Gott gibt, das Universum dieser Gott ist, dass es also nichts anderes als das Universum gibt und wir als Menschen Teil dieses Universums sind genau so wie auch Steine, Regenbogen, Pflanzen und Elementarteilchen Teile dieses Universums sind.
Wer unbedingt einen Gott sucht und finden will, der muss sich nur klar werden, dass er von Beginn weg Teil dieses Gottes ist, weil er Teil des Universums ist.
Kurzum: Das Universum wie wir es erleben und beobachten ist alles was wir kennen und zudem alles, was wir je kennen lernen können. Es gibt nichts anderes und als Teil des Universums können wir dem Universum nie entkommen.
@Holzherr
Bischof Augustinus ging vor 1600 Jahren in seinen Überlegungen zum Thema ´Zeit´ davon aus, dass Gott zeitlos ist. (in ´Bekenntnisse´, Buch 11, Kap.13)
In unsere heutige Sprache übersetzt, bedeutet dies, dass Gott unabhängig von physikalischen Gesetzen und menschlicher Wahrnehmung existiert.
D.h. als Teil des Universums ist man nicht ein Teil von Gott.
@Martin Holzherr 18.01. 00:14
„..dass wenn es schon einen Gott gibt, das Universum dieser Gott ist, dass es also nichts anderes als das Universum gibt und wir als Menschen Teil dieses Universums sind…“
Genau so sehe ich das auch, so muss das einfach sein. Fragt sich jetzt nur, wie lebendig das Universum ist, und auf welchen Skalen. Wenn es schon die Planckskala ist, ist das mehr, als wenn es nur in der Biologie anfängt, wirklich lebendig zu werden.
„Wer unbedingt einen Gott sucht und finden will, der muss sich nur klar werden, dass er von Beginn weg Teil dieses Gottes ist, weil er Teil des Universums ist.“
Auch hier fragt es sich aber, mit welchen konkreten Eigenschaften entsprechender Gottheiten wir es zu tun haben, bzw. zu tun hoffen. Einfach Teil zu sein, finde ich nicht nur plausibel, sondern auch erstrebenswert. Aber offenbar kann man das ganz anders sehen. Und wenn man Hilfe sucht, oder einfach nur mehr als schnödes Erdenleben, soll man es mit Gebeten und Geisteswelten durchaus versuchen?
„Es gibt nichts anderes und als Teil des Universums können wir dem Universum nie entkommen.“
Vermutlich ja. Aber weis man es wirklich? Mir soll es gerne reichen. Ist ja ganz schön groß, dieses Universum. Und im Kleinen dann auch noch ganz schön detailliert dabei.
Die Idee, dass wir in einer Simulation leben bzw. der mathematische Beweis, dass wir nicht in einer Simulation leben – beruht zum Teil auf einem fragwürdigen Verständnis von Mathematik.
Denn wenn Jemand eine Idee hat und es dann Mathematiker gibt, welche diese Idee mit ihren Berechnungen unterstützen oder widerlegen – dann bedeutet dies, dass man mit Mathematik alles berechnen kann, was man sich in seiner Phantasie ausdenkt.
Dies bedeutet, dass die Aussagen von mathematischen Berechnungen recht beliebig und von sehr fragwürdiger ´Qualität´ sind.
Man kann das Universum als zellulären Automaten auffassen,
mit Voxeln in der Größe der Planck-Länge, und mit Zeit-
Schritten in der Länge der Planck-Zeit, die das Licht
zum Zurücklegen einer Planck-Länge benötigt.
Jedes Voxel reagiert nur auf die Zustände seiner direkten
Nachbarn, und es macht das nach ganz einfachen Regeln.
Konrad Zuse hat solche Überlegungen im Jahre 1969
im Buch “Rechnender Raum” veröffentlicht.
Stephen Wolfram hat solche Überlegungen im Jahre 2002
im Buch “A New Kind of Science” veröffentlicht.
—–
Ein ganz einfaches, flächenhaftes Modell eines solchen
zellulären Automaten ist Conways Spiel des Lebens.
Jedes Pixel hat hier acht direkte Nachbarn, und
diese werden überprüft, ob sie besetzt oder leer sind.
Wenn zwei Nachbar-Pixel besetzt sind, dann bleibt
der Zustand des zentralen Pixels im nächsten Zeit-Schritt
unverändert, ganz gleich ob es vorher besetzt war oder leer.
Wenn drei Nachbar-Pixel besetzt sind, dann wird
der Zustand des zentralen Pixels im nächsten Zeit-Schritt
besetzt, ganz gleich ob es vorher besetzt war oder leer.
Bei allen anderen Anzahlen der besetzten Nachbar-Pixel, wird
der Zustand des zentralen Pixels im nächsten Zeit-Schritt
geleert, ganz gleich ob es vorher besetzt war oder leer.
Also: 2 = belassen, 3 = besetzen,
0, 1, 4, 5, 6, 7, und 8 = leeren.
Obwohl diese Regeln sehr einfach sind, erzeugt Conways
Spiel des Lebens viele komplizierte Strukturen, die
teilweise auch bewegungsfähig sind.
Fünf besetzte Pixel in der ungefähren Form einer schiefen
Pfeilspitze ergeben den “Gleiter” der schnell weiter wandert.
Fünf besetzte Pixel in der Form des “f-Pentomino” ergeben
ein starkes Wachstum vieler verschiedener Strukturen.
Das Spiel des Lebens kann sich sogar selbst simulieren,
https://www.youtube.com/watch?v=xP5-iIeKXE8
oder eine universelle Turing-Maschine bilden.
https://www.youtube.com/watch?v=My8AsV7bA94
Karl Bednarik,
John Horton Conway hat es sogar geschafft, einen Algorythmus zu entwickeln , der Primzahlen nicht rekursiv erzeugt , sondern iterativ.
Ein Zusamenhang von Mathematik zu Leben ist also nicht unwahrscheinlich.
Den Rahmen dabei bildet die Sprache, denn aus ihr kann man die Begriffe erzeugen, mit den Begriffen denkt man und simuliert so die Wirklichkeit.
Dass Menschen selbst Simulationen seien, das ist absurd, jeder Mensch ist einmalig, jeder Mensch hat eine Würde-.
Hallo NI.
Viele Techniker oder Chemiker denken in dreidimensionalen Bildern,
und haben Mühe ihre Vorstellungen in die Sprache zu übersetzen.
Dabei sind technische Zeichnungen und Molekülmodelle nützlich.
—–
Ein Nachtrag zu den Voxeln des Universums.
Eine Anordnung in einem Würfelgitter hätte 26 Nachbarn
mit unterschiedlichen Abständen.
Eine Anordnung in der dichtesten Kugelpackung hätte
12 Nachbarn mit gleichen Abständen.
Diese beiden Anordnungen würden aber einen
unrealistischen Raum mit Vorzugsrichtungen erzeugen.
Eine völlig ungeordnete Anordnung der Voxel in der Weise
wie die Atome einer einatomigen Flüssigkeit wäre günstiger.
Man hätte keinen Raum mit Vorzugsrichtungen, und die
Ergebnisse der Nachbarschafts-Wechselwirkungen würden
eine echte quantenmechanische Zufalls-Komponente enthalten.
Modelle wie Conways Spiel des Lebens können nur ein
deterministisches Chaos erzeugen, aber keinen echten Zufall.
Über Chrome habe ich die Werbung für Bookbeat mit ziemlicher Verlässlichkeit direkt über dem Text. Das erschwert das Lesen. Bei Firefox gibt’s andere Werbung und das Problem besteht nicht.
Chrome 143.0.7499.192
Android 16; Pixel 9a Build/BP4A.251205.006.E1
Auch auf meinem Smartphone sind die Werbungen teilweise extrem störend. Leider habe ich als Autor keinen Einfluss darauf, wie der Verlag die Werbung platziert. Ich kann das aber weitergeben.
Die Simulationshypothese lebt aus meiner Sicht vor allem von einer falschen Vorstellung von Bewusstsein. Bewusstsein ist kein „Etwas“, keine Informationseinheit und kein globaler Arbeitsraum, sondern ein körperlicher Zustand, der von Koma über Tiefschlaf, Unterbewusstsein, Aufmerksamkeit bis hin zu fokussiertem Denken reicht. Ein solcher physiologischer Zustand lässt sich nicht simulieren.
Die metaphysische Verzerrung entsteht, weil das Gehirn – anders als andere Organe – nicht nur physisch, sondern auch epistemisch untersucht werden kann. Wir können Erleben, Empfinden und Denken mit den jeweiligen körperlichen Zuständen korrelieren. Viele Bewusstseinstheorien verdinglichen Bewusstsein jedoch und machen daraus ein Objekt, statt es als dynamischen Zustand eines lebenden Organismus zu begreifen.
Das eigentliche Problem: Kein anderes Organ erzeugt einen epistemischen Innenraum, den wir erleben können. Zwar besitzt schon eine einzelne Zelle einen operativ geschlossenen Innenraum, doch erst die schnelle elektrische Signaltransduktion in Nervenzellen ermöglicht die Stabilisierung eines solchen Innenraums, bevor die zugrunde liegenden Strukturen dissipieren. Das hochkomplexe, hochdifferenzierte Gebilde, das wir Gehirn nennen, erlaubt uns schließlich sogar Fantasien, die bis zu Simulationshypothesen reichen.
Frage an Google: Was ist Realität?
Realität bezeichnet die Gesamtheit der Wirklichkeit, also das, was tatsächlich existiert und unabhängig von unseren Vorstellungen ist, aber auch das, was wir durch unsere Wahrnehmung als solches erfahren, wobei philosophisch und psychologisch zwischen einer objektiven (unabhängigen) und subjektiven (erlebten) Realität unterschieden wird.
Frage an Google: Was sind Simulationen?
Simulationen sind realitätsnahe Nachbildungen von realen Prozessen oder Systemen, oft mithilfe von Computern, um deren Verhalten zu untersuchen, zu trainieren oder Vorhersagen zu treffen, ohne die realen Kosten oder Risiken einzugehen.
Ich habe die beiden Fragen Google gestellt und bin mit den Antworten sehr einverstanden.
Viele Menschen haben jeweils eine gemeinsame Sprache und sie haben eine Art “Übereinkunft“, so dass die Interpretationen möglichst „einheitlich“ sind. Ganz einfach deswegen, weil sonst ein Chaos ausbrechen würde.
Aus Sicht der Informatik sind die Antworten so etwas wie „Begriffsdeklarationen“. In Programmiersprachen werden derartige Deklarationen Computerprogrammen vorangestellt um die Bedeutung und auch Abgrenzungen festzulegen um vernünftige „programmiersprachliche Verknüpfungen“ vornehmen zu können. Programmierer wissen, dass man dabei recht vorsichtig vorgehen muss, sonst „fliegt einem das Programm um die Ohren“.
Fragen könnte man alles, z.B. „Ist die Wiese rosa, warum nicht? Wegen der Vielzahl an Antworten wäre es nicht zweckmäßig.
Beim Nachdenken „simulieren“ wir Prozesse im neuronalen System, um sie besser zu verstehen und um allenfalls sehr wichtige Erkenntnisse zu gewinnen. Es kann auch vorkommen, dass irgend jemand, fast den ganzen lieben Tag lang, nichts anderes macht als „Nachzudenken“ also gedanklich Prozesse zu simulieren….
Allerdings, irgendwann muss er seine „Simulationen“ unterbrechen um sich zu ernähren, oder zu schlafen….
Ich nehme an, dass in biologischen sensorischen Zellen bzw. Zellverbänden (z.B. Zapfen im Auge für die Farbempfindung) einerseits „Empfindungen“ (Farbempfindungen, Schmerz, Lust, Gefühle,….) entstehen können, aber auch z.B. elektrische Signale für die „informelle Auswertung“.
Beim „Bewusstsein“ werden die „abgebildeten Informationen“ in einen sinnvollen (z.B. örtlichen und zeitlichen) Zusammenhang gebracht, und zusätzlich, im Vergleich zu einem technischen Computer, werden auch die „Empfindungen“ ausgewertet.
Dabei entwickeln die biologischen Systeme ein mitunter recht „intensives Eigenleben“ und natürlich auch ihr „generatives Verhalten“…..
@ Wolfgang Stegemann 18.01.2026, 10:34 Uhr
Zitat: „Die Simulationshypothese lebt aus meiner Sicht vor allem von einer falschen Vorstellung von Bewusstsein. Bewusstsein ist kein „Etwas“, keine Informationseinheit und kein globaler Arbeitsraum, sondern ein körperlicher Zustand, der von Koma über Tiefschlaf, Unterbewusstsein, Aufmerksamkeit bis hin zu fokussiertem Denken reicht. Ein solcher physiologischer Zustand lässt sich nicht simulieren.“
Wenn „Bewusstsein“ ein „körperlicher Zustand“ sein soll, dann ist eben „der Körper“ ein „Arbeitsraum“, in dem derartige Zustände (Koma, ….) auftreten können.
Zitat: „Wir können Erleben, Empfinden und Denken mit den jeweiligen körperlichen Zuständen korrelieren. Viele Bewusstseinstheorien verdinglichen Bewusstsein jedoch und machen daraus ein Objekt, statt es als dynamischen Zustand eines lebenden Organismus zu begreifen.“
Dass „Bewusstsein“ mit „dynamischen Zuständen lebender Organismen zu tun hat“, ist naheliegend.
Aber ich vermute, Sie gehen vermutlich von einem anderen „Objektbegriff“ aus, als die Informatiker. Objekte können in der Informatik „dinglich“ sein, aber auch „informell“, z.B. als „Bezeichner für ein Ding“, auch für „Beschreibungen für Beziehungen“, sowohl für Dinge, als auch z.B. für „Softwarekonstrukte“,…
Bewusstsein hat normalerweise besondere „Empfindungskomponenten“ und die sind typisch bei lebenden Systemen. Ob man derartiges irgendwann auch bei technischen Systemen realisieren kann, ist eine andere Frage.
Es dürfte eher nicht erwünscht sein, weil sich Nutzer ein „Eigenleben“ derartiger System nicht gefallen lassen würden….
Simulationen im Sinne von realitätsnahen Nachbildungen realer Prozesse, sind z.B. auch Menschen möglich, um zu trainieren Vorhersagen zu treffen um das Leben besser zu bewältigen, um keine sinnlosen Risiken eingehen zu müssen…..
@Realo 18.01. 13:03
„Wenn „Bewusstsein“ ein „körperlicher Zustand“ sein soll, dann ist eben „der Körper“ ein „Arbeitsraum“, in dem derartige Zustände (Koma, ….) auftreten können.“
Würde ich dann auch sagen. Das Gehirn ist ja nun eng mit dem ganzen Körper verbunden, das funktioniert nur zusammen.
Dennoch können hier Geisteswelten mitspielen, wie auch kosmische „Simulationen“, die sich aber eher selbst produzieren. Wenn das Vakuum auf der Planckskala rechnen kann, dann ergeben sich weitreichende Möglichkeitsräume.
Die dann Einfluss auf unser Leben haben.
Wie gesagt, wenn es gelingt künstliches wirkliches Bewusstsein zu erzeugen, kann man besser untersuchen, wie das dann im Detail funktioniert. Da könnten wir sogar hinkommen, wenn uns das künstliche Bewusstsein aus Versehen unterläuft, und ein KI-System Bewusstsein entwickelt, ohne das wir das angestrebt haben.
Solche Systeme halte ich für durchaus denkbar. Einfach, weil es bei uns doch auch funktioniert. Einfach genau das nachbauen, was in der Biologie entscheidendes passiert, und schon läuft es auch in der Technik. Wie auch immer.
Tobias Jeckenburger,
“Da könnten wir sogar hinkommen, wenn uns das künstliche Bewusstsein aus Versehen unterläuft, und ein KI-System Bewusstsein entwickelt, ohne das wir das angestrebt haben.”
Stellen wir uns vor, wir haben einen Roboter mit Sprachsystem, und der macht plötzlich einen Witz über uns, weil er gelernt hat, unsere Körpersprache zu deuten und er beherrrscht auch die Körpersprache !
Und wenn wir mit ihm zusammen lachen können, ja, dann haben wir den Simulant, über den Frau Grüter spricht.
Nachtrag, und wenn der sich noch bei einer Fastnachtssitzung bewährt, dann können wir ihn vervielfältigen und die beiden gegeneinander antreten lassen.
@ Tobias Jeckenburger 18.01.2026, 14:52 Uhr
Zitat: „Dennoch können hier Geisteswelten mitspielen, wie auch kosmische „Simulationen“, die sich aber eher selbst produzieren.“
Mich würde interessieren, ob Sie unter dem Begriff „Geisteswelten“ auch natürliche Prozesse sehen?
Eine Art von „automatischer Informationsverarbeitung“, wobei auch Kodierprozesse eine Rolle spielen, die aber völlig unabhängig von Menschen „ablaufen“.
DNA Prozesse, sind chemische Prozesse, aber es steckt eine besondere Systematik dahinter, die erklären wie es zu systematischen DNA Veränderungen, wie in einer Art von „Zufallsgenerator“ kommt, aber auch zur systematischen Bildung der Eiweiße.
„Geisteswelten“ hätten sozusagen so etwas wie eine „schöpferische Kraft“ wären sozusagen unsere unsichtbaren „Mitspieler“ auf der Welt. Selbstorganisierte Prozesse des Universums, Muster, die sich aus physikalischen Grundgesetzen heraus selbst generieren.
Das Wort „Simulation“ wird eher metaphorisch verwendet: Die Welt „berechnet“ sich selbst.
Manche Modelle (z. B. Wheeler’s „It from Bit“) beschreiben das Universum als informationsverarbeitend.
Ich finde ja schon das ein oder andere gute Kommentar hier. Für mich ist es unklar, denn Physik selbst ist eine kosmische Simulation, wenn man so möchte und ist damit selbst ein Hinweis darauf, dass wir das was wir als echt erkennen, eine Simulation ist, welche es nicht unechter macht.
Abgesehen davon, ich hab manchmal eher das Gefühl, dass wir in der Hölle leben, zumindest in dieser Instanz, wo alles was böse ist, es leichter hat, als alles was lieb ist, aber das ist natürlich nur ein Gefühl, eine Wahrnehmung von Dingen, welche offenbar nicht so funktionieren, wie sie könnten.
Wieder zurück auf dem Boden, denke ich schon, dass wir in der Lage sein werden, Bewusstsein zu erschaffen, sobald wir die Physik (Engine des Universums etc. wer so möchte) ausreichend gut verstanden haben.
Wie dem auch sei, wir sollten zuvor, so meine ich, erst mal vor unserer eigenen Welt kehren und aufräumen, was noch offen ist.
Gutes Gelingen.
@Realo 18.01. 17:16
„Mich würde interessieren, ob Sie unter dem Begriff „Geisteswelten“ auch natürliche Prozesse sehen?“
Was fest zum Universum gehört, dürfte dann wohl natürlich sein. Künstlich als Gegensatz sicher nicht, dass wäre halt, was wir Menschen so als Produkte fabrizieren. Die Geisteswelten, die ich vermute wären auf jeden Fall keine Konstruktion, sondern was Natürliches.
Sofern sie denn existieren aber nur. Wenn ich nur dran denke, aber es sowas gar nicht gibt, dann ist es gar nicht existent. Nur meine Vermutung wäre ein persönliches Faktum meiner eigenen Gedankenwelt. Immerhin das, etwas mehr als Nichts.
„Selbstorganisierte Prozesse des Universums, Muster, die sich aus physikalischen Grundgesetzen heraus selbst generieren.“
Aber nicht unbedingt zufällig entstanden, sondern wirklich zentral in einer Gesamtkonstruktion des Universums.
„Das Wort „Simulation“ wird eher metaphorisch verwendet: Die Welt „berechnet“ sich selbst“
Genau das schwebt mir hier vor.
Tobias Jeckenburger Thema: Was es gibt und was es nicht gibt.
Mit dem Wort , eigene Gedankenwelt, hast du die Antwort. Sie ist das was unser Leben ausmacht.
Aus der Bibel: In Johannes 3,5 sagt Jesus zu Nikodemus: „Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht geboren wird aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen.
Nur mal zum Nachdenken.
wenn wir in einer Simulation leben würden, würde sie genügend Beweise dafür darlegen das es nicht so ist um uns weiterhin in der Simulation zu halten 😉
Martina Grüter schrieb (16. Jan. 2026):
> […] Woher wissen Physiker eigentlich […] ?
> Naja, sie lesen Instrumente ab. Sie werten Fotos aus. […]
Bevor Physiker mit dem Ablesen bzw. Auswerten beginnen (und i.A. empirische Wissenschaftler egalen Geschlechts) legen sie (sich darauf) fest,
– welche Wahrnehmungen überhaupt als auswertbare Beobachtungsdaten in Frage kommen und
– wie (in Anwendung welcher Operationen) diese ggf. auszuwerten wären, um bestimmte Messwerte zu ermitteln; insbesondere
– welche Gegebenheiten in wie fern überhaupt als “Instrument” für welche Messgröße zu bezeichnen wären und
– welche Ablesewerte dessen Anzeigen ggf. zuzuordnen sind.
(Das konkrete Ablesen, Aufbereiten, Auswerten wird dann gelegentlich an geeignet aufmerksame und rechen-affine Hilfsmittel delegiert.)
> Erst dann schaffen sie Theorien […]
Wieso wäre denn ein zuerst geschaffenes System von o.g. Festsetzungen (einschl. den dafür nützlichen begrifflichen Definitionen und allen damit beweisbaren Theoremen) nicht als “(wissenschaftliche) Theorie” zu bezeichnen ??
Und wieso sollte eine (zwangsläufig erst nach, und vermittels, der beschriebenen Festsetzungen zu erschaffende) Zusammenfassung von schon ermittelten Messwerten mit bestimmten Erwartungen weiterer Befunde denn (auch) als “Theorie” bezeichnet werden, und nicht eher (zur Unterscheidung) als “Modell”; insbesondere als “Standard-Modell” der festgesetzten Messgrößen ?
@NI 19.01. 08:40
„Mit dem Wort , eigene Gedankenwelt, hast du die Antwort. Sie ist das was unser Leben ausmacht.“
Wenn die Gedanken besser mit der Wirklichkeit zusammenpassen, dann umso besser. Aber man kann nun mal nicht alles haben. Und was noch nicht ist, dass kann es noch werden.
@Michi 18.01. 23.40
„wenn wir in einer Simulation leben würden, würde sie genügend Beweise dafür darlegen das es nicht so ist um uns weiterhin in der Simulation zu halten“
Und wie kämen wir denn da heraus, wenn wir es wollten? Selbstmord, vielleicht. Mit ungewissem Ausgang, was wenn es dann in den nächsten Level geht? Oder gar in Strafrunden.
Oder wir machen es gemeinsam, mit Großdemonstrationen gegen die kosmische Verwaltung unserer simulierten Wirklichkeit.
Naja, oder einfach gucken, das wir netter zueinander sind. Dann lebt es sich für alle besser, egal ob jetzt simuliert, vom Vakuum berechnet oder alles echte physikalische Wirklichkeit ist, die stur alles abspult.
Wir erschaffen stets neues Bewusstsein, allein durch die Tatsache, dass die meisten von uns sich fortpflanzen. Das neue ‚Gefäß‘ ist erstmals ein unbeschriebenes Blatt mit einem nahezu unendliches Auffassungsvermögen, besonders in der ersten drei Lebensjahren. Ab Tag eins fängt die Programmierung schon an, indem zuerst eine Identität in Form eines Namens zugeordnet wird, es wird gewogen und gemessen. Durch Syntax und Semantik der Sprache wird durch stete Wiederholung die Muttersprache beigebracht, wenn es Glück hat noch eine zweite oder dritte. Dann kommen noch die Werte dazu, indem es lernt, was gut, essbar, nützlich, gefährlich…ist. Das neugierige Kind das die ‚Wirklichkeit’ ergründet, würde, alleine gelassen, alles in den Mund stecken, ausprobieren und manche Gefahren nicht erkennen. Auch kulturelle und religiöse Prägungen der Familie werden ohne weiteres weitergegeben. In letzter Konsequenz kommen noch die Wünsche der Eltern, was die ‚Bestimmung’ des neuen Bewusstseins angeht. In der Regel lautet der (Programmier)Befehl: ‚mach es besser als ich’, werde glücklicher als ich, Du sollst es leichter haben, werde gebildet, werde reich…etc. Das kommt in der Software einem Upgrade gleich. Die neue Version ist schneller, effizienter, hat weniger Bugs. Somit werden Menschen/Simulanten selbst zu Programmierer. Der Meister lehrt seinen Nachwuchs (redundanter Code) und die Auszubildende (Wirkumfeld).
Erst mit ca. 3 Jahren, in der sog. Triangulationsphase entwickelt das Kind ein Ich-Bewusstsein, erkennt sich als ‚ich‘ im Spiegel und hat Besitzanspruch auf seine Spielzeuge: Mein Auto, meine Puppe. Später mein Wissen, meine Entdeckung, mein Bewusstsein, meine KINDER.
Wir ‚erlauben‘ dem Kind durchaus später ‚Freiheiten‘ z.B. durch Berufswahl oder Wahl des Partners aber in manchen Kulturen wird aus abstammungs- oder wirtschaftlichen Gründen sogar das eingeschränkt. Dennoch ist trotz diesen massiven Eingriffs das Kind eines Tages in der Lage neue, eigene Ideen und Gedanken zu entwickeln und verlernt sogar das Beigebrachte zur Gunsten einer besseren Alternative. Aber immer im Sinne der Selbstoptimierung. Das nennen wir dann Evolution. Erst persönlich, dann als Kollektiv.
So gesehen und auch innerhalb einer möglichen Simulation, sorgt der Programmieraufwand für erhebliche Redundanz, was die Rechenkapazität nur noch auf die Abweichungen lenken müsste. Anomalien nicht ausgeschlossen. Was muss neuberechnet werden und mit welcher Wahrscheinlichkeit tritt das ein, wenn ‚Model X‘ mit diesem speziellen (aber durch die Eltern größtenteils vorhandenen) Datensatz trainiert worden ist? Soviel meinerseits bezogen auf den realen Menschen bzw. Simulanten.
Was die ‚Spielumgebung‘ angeht, so müsste nicht alles gleichzeitig gerandert und mit allen Details erschaffen werden, sondern nur der kleine Spot auf das die Aufmerksamkeit und die Sinne gerichtet sind. Als Beispiel: Paris muss nicht die ganze Zeit durch Rechenleitung ‚am Leben‘ erhalten werden, sondern nur dann wenn Spieler X den Raum ‚Paris‘ betritt. Die Anzahl der Interaktionen mit anderen ‚Spieler‘ ist auch limitiert, also alles machbar (in der Theorie). Wenn alle Spieler miteinander vernetzt sind, dann wird es noch einfacher: was der eine erlebt (in diesem Fall Paris), kann von allen anderen bei Bedarf ‚abgerufen‘ werden. Siehe Google und Bilder von einer speziellen GPS-Adresse.
Meine persönliche Theorie ist, dass wir jetzt gerade durch die Massennutzung der KI genau das tun. Wir liefern den Datensatz für die Programmierung einer Simulation. Die Trainingsmenge ist immer deutlich größer als die Testmenge. Das beinhaltet persönliche Daten, die wir freiwillig preisgeben bis hin zu den großen Datenkraken (Cambridge Analytica, X), Social Media, ganze digitalisierte Archive, Suchanfragen und neuerdings Fragen an ChatGPT für alles denkbare.
Mich interessieren an der Stelle drei Fragen:
1. wie kann ich möglichst Schadenfrei darin navigieren
2. Falls es einen Ausgang gibt, was ist der Preis, um die Simulation zu verlassen?
3. Was passiert mit meinem Bewusstsein, wenn ich das geschafft habe? Bleibt es bestehen samt Erinnerungen oder fange ich auf ‚neuem‘ Level von vorne an (wie in den 3 Filmen Jumangji)
An der Stelle eine neue Serie, die sich damit befasst mit dem Titel ‘Pluribus’. Alle erlegen eines Kollektivbewusstseins, nur wenige erhalten sich ein Individualbewusstsein. Viel Freude wünsche ich…