Geheimnisvolle Sonnenkorona

BLOG: Astronomers do it at Night

…und auch tagsüber
Astronomers do it at Night

"Wissenschaftliche Beobachtungen werden während einer Sonnenfinsternis heutzutage kaum noch durchgeführt" hatte ich vor einem knappen halben Jahr im Vorfeld meiner Reise nach China zur Sonnenfinsternis am 22. Juli 2009 geschrieben. "Kaum" heißt aber noch lange nicht "gar nicht"…

Beim Zusammenstellen des Blog-Teleskops vor zwei Wochen (die aktuelle Ausgabe gibt es hier) stieß ich in Daniel Fischers Skyweek 2.0 auf ein Bild einer totalen Sonnenfinsternis, das mich sofort in seinen Bann zog. Sozusagen berufsbedingt weckte sein Anblick bestimmte Assoziationen in mir, und das Lesen der Bildunterschrift sagte mir, daß ich exakt das richtige vermutet hatte.

Weißlichtaufnahme der Sonnenfinsternis vom 1. August 2008, überlagert mit Schmalbandfilteraufnahmen um Fe XI bei 7892 Angstrom in rot, Fe XIII bei 10747 Angstrom in blau und Fe XIV bei 5303 Angstrom in grün. Image Credit: Habbal et al., ApJ 708, 1650

Ich kann mir allerdings sehr gut vorstellen, daß sich jemand beim Anblick dieses Bildes fragt: "Was soll daran nun so toll sein? Die Sonnenkorona rot und grün eingefärbt, na und?" Um zu erklären was es damit auf sich hat, muß ich ein wenig ausholen.

Fangen wir an mit dem, was wir bei einer totalen Sonnenfinsternis mit bloßem Auge oder im Teleskop sehen. Je nachdem ob sich die Sonne gerade in ihrem Aktivitätsmaximum oder Minimum befindet, sehen wir einen eher rundlichen oder langgstreckten hellen Strahlenkranz um die verfinsterte Sonne, und dazu vielleicht noch die eine oder andere rotleuchtende Protuberanz aus der Chromosphäre.

Langbelichtete Einzelaufnahme der Sonnenfinsternis vom 29. März 2006, aufgenommen von Hartwig Lüthen
 
Fotografisch ist das ganze viel schwieriger einzufangen. Unser Auge hat nämlich die Eigenschaft mit den großen Helligkeitsunterschieden in der Korona recht gut umgehen zu können, so daß wir all das erkennen können. Man sagt, es arbeitet logarithmisch. Kameras dagegen funktionieren (zumindest annähernd) linear und sind dadurch in ihrem Empfindlichkeitsbereich stark eingeschränkt. Mit kurzen Belichtungszeiten lassen sich die hellsten Bereiche direkt am Sonnenrand und die Protuberanzen gut einfangen, die Strahlenstruktur in den Außenbereichen kommt aber nicht zum Vorschein. Bei langen Belichtungszeiten wiederum wird die riesige Ausdehnung der Korona sichtbar, die Innenbereiche sind dann aber hoffnungslos überbelichtet.

Wie bekommen wir nun ein Bild was in etwa dem visuellen Eindruck entspricht? Die Digitaltechnik ermöglicht es uns kurz- und langbelichtete Aufnahmen einfach zu kombinieren und danach zu dem einen oder anderen Trick in der Bildbearbeitung zu greifen. Besonders bewährt hat sich da bei Sonnenfinsternisaufnahmen eine Technik, die Mitte der 80er Jahre von den Astrophysikern Steven M. Larson und Zdenek Sekanina entwickelt wurde, um Strukturen aus Aufnahmen vom Kernbereich des Kometen Halley herauszuarbeiten. Mit ihrer Hilfe wird die Strahlenstruktur der Korona deutlich sichtbar.

 

Kombination mehrerer Einzelbilder der Sonnenfinsternis vom 29. März 2006 mit unterschiedlichen Belichtungszeiten, aufgenommen und bearbeitet mit der Larson-Sekanina Filtertechnik von Hartwig Lüthen.
 
Perfektioniert wurde die Bearbeitung von Sonnenfinsternisaufnahmen von Miloslav Druckmüller, er zauberte beispielsweise dieses Bild der totalen Sonnenfinsternis vom 1. August 2008, derselben Finsternis, die auch in der rot-grünen Darstellung zu sehen ist. An der Entstehung des obigen Bildes ist er übrigens ebenfalls beteiligt.

Was hat es nun aber mit den Farben auf sich? Dazu benötigen wir noch ein wenig Spektroskopie. Ein Spektrum der Sonnenkorona im sichtbaren Licht erscheint auf den ersten Blick kontinuierlich, vielleicht durchsetzt mit Spuren der Chromosphäre, die sich in Form von hellen Emissionslinien bemerkbar macht, zum Beispiel von der Balmer-Serie des Wasserstoffs. Mißt man aber genauer nach, dann stellt man fest, daß das Koronaspektrum eigentlich dem Spektrum der Photosphäre der Sonne entspricht, nur so stark verwaschen, daß man die dunklen Fraunhoferlinien nicht mehr erkennen kann.

Die optische Strahlung der Korona besteht aus mehreren Komponenten: Da ist zum einen die F-Korona, deren Spektrum die typischen Fraunhoferlinien der Photosphäre zeigt. Sie entsteht aus photosphärischem Licht, das an Staubteilchen in der Erdbahnebene gestreut wird. Diese Staubteilchen fügen dem Koronalicht auch noch ihre eigene Wärmestrahlung hinzu, diese T-Korona zeigt sich hauptsächlich im Infraroten. Die K-Korona zeigt ein kontinuierliches Spektrum ohne Linien, dabei handelt sich wiederum um Streulicht aus der Photosphäre, diesmal allerdings gestreut an den Teilchen des koronalen Gases. Da in der Korona der Sonne aber Temperaturen von ca. 1-2 Millionen Grad herrschen bewegen sich die Teilchen dort sehr, sehr schnell und durch den Effekt der Dopplerverbreiterung verschmieren die Absorptionslinien des gestreuten Lichts.  Die einzige Komponente, deren Licht tatsächlich direkt aus der Korona stammt, ist die E-Korona, bestehend aus Emissionslinien, die das koronale Gas abstrahlt.

 
Spaltloses Spektrum von Chromosphäre (oben) und Korona (unten), aufgenommen während der Sonnenfinsternis am 11. August 1999. Die schwache koronale Fe XIV Linie im Koronaspektrum bei 5303 Angstrom unterscheidet sich von den Wasserstoff-, Helium- und Calciumlinien chromosphärischen Ursprungs durch das Fehlen der Abbilder der Protuberanzen, die eine wesentlich geringere Temperatur aufweisen. Zusammengestellt aus Aufnahmen von http://www.eurastro.de/webpages/MRSPECT.HTM

Bei Temperaturen von einer Million Grad und mehr sind die Atome stark ionisiert. Die wenigen Emissionslinien, die man im Spektrum der Sonnenkorona findet, stammen zum Beispiel von Fe X oder Fe XIV, also neunfach und dreizehnfach ionisiertem Eisen. Fe X erzeugt eine Linie im roten Licht bei 6374 Angstrom, Fe XIV die berühmte grüne Koronalinie bei 5303 Angstrom. Wichtig ist nun: Um beispielsweise von Fe X nach Fe XIV zu kommen, muß das Eisenatom noch weiter ionisiert werden. Dazu sind höhere Temperaturen erforderlich. Koronales Plasma, das im Licht von Fe X leuchtet, ist also kühler als Plasma das die grüne Koronalinie von Fe XIV aussendet.

Tatsächlich hat das farbige Bild mit eben solchen Koronalinien zu tun. Wenn man Aufnahmen der Sonnenkorona mit schmalbandigen Filtern macht, die auf die Wellenlänge einer Koronalinie zentriert sind, dann filtert man die F-, K- und T-Komponenten heraus, übrig bleibt also ein echtes Bild der heißen Sonnenkorona bei einer ganz bestimmten Temperatur. Wenn man jetzt Bilder von mehreren Koronalinien die von unterschiedlichen Ionen erzeugt werden miteinander zu einem Farbbild kombiniert, dann zeigt sich, welche Teile der Korona heißer und welche kühler sind. Und genau das macht das Bild. Mithilfe eines solchen Bildes kann man jede Menge über die Temperaturverteilung in der Sonnenkorona lernen. Wenn man Bilder unterschiedlicher Sonnenfinsternisse vergleicht – zum Beispiel von Fleckenmaximum und Minimum – kann man auch verfolgen wie sich diese Temperaturverteilung ändert, passen dazu wie sich die Form der Korona ändert.

Übrigens: Meine Arbeit in den vergangenen Jahren beschäftigte sich mit sehr, sehr ähnlichen Messungen an den Koronen von Sternen – allerdings mithilfe der Spektroskopie. Über die Stärke einzelner Spektrallinien verschiedener Ionen läßt sich ebenfalls die Temperaturstruktur der Korona eines Sterns ermitteln, wenn auch ohne die räumliche Auflösung unseres Sonnenbildes.

Carolin Liefke

Veröffentlicht von

Astronomin in vielerlei Hinsicht, so könnte man mich mit wenigen Worten beschreiben. Da ist zunächst einmal die Astrophysikerin, die an der Hamburger Sternwarte über die Aktivität von Sternen promoviert und dabei hauptsächlich mit den Röntgensatelliten Chandra und XMM-Newton gearbeitet hat, aber auch schon am Very Large Telescope in Chile beobachten durfte. Auslöser ihres beruflichen Werdegangs war ein engagierter Lehrer, dessen Astronomie-AG sie ab der 7. Klasse besuchte. Ungefähr zur selben Zeit erwachte auch die Hobbyastronomin, die anläßlich des Einschlags des Kometen Shoemaker-Levi 9 auf den Jupiter begann, mit einem russischen Feldstecher vom Flohmarkt den Tanz der Jupitermonde zu verfolgen. Heutzutage freut sie sich über jede Gelegenheit, mit ihrem 16-zölligen Dobson tief im Odenwald fernab der Lichter der Rheinebene auf die Jagd nach Deep-Sky-Objekten zu gehen. Und da Amateurastronomen gesellige Wesen sind, treffe ich mich gerne mit Gleichgesinnten, zum Beispiel zum gemeinsamen Beobachten. Auch nach meinem Umzug von der Großstadt Hamburg in das schöne Universitätsstädtchen Heidelberg halte ich engen Kontakt zu meinen Vereinskameraden von der Hamburger Gesellschaft für volkstümliche Astronomie und dem Astronomieverein meiner Jugend, dem Arbeitskreis Sternfreunde Lübeck. Seit einigen Jahren bin ich außerdem in dem Internetforum Astrotreff aktiv, wo ich Teil des Moderatorenteams bin. Um meine Faszination an der Astronomie an andere weitergeben zu können, besonders an Kinder und Jugendliche, habe ich mich seit Jahren in der Öffentlichkeitsarbeit engagiert, habe populärwissenschaftliche Vorträge gehalten und Schülergruppen betreut, die in Hamburg das Institut besucht haben. Diese Leidenschaft habe ich nun zu meinem Beruf gemacht. Hier in Heidelberg arbeite ich in einem kleinen aber feinen Team am Haus der Astronomie. Hiermit lade ich Sie ein, lieber Leser, an all diesen Facetten meines Astronomendaseins teilzuhaben. Mal witzig, mal spannend oder nachdenklich, manchmal auch persönlich oder mit Aha-Effekt. Carolin Liefke

23 Kommentare

  1. Tolle Bilder, toller Blogbeitrag

    Hi Caro,
    die Bilder sind ja fast schon ein Kunstwerk, und werden in Deinem sehr gut verständlichen und hochinteressanten Blogbeitrag gebührend gewürdigt!
    Viele Grüsse,
    Dominik

  2. Wunderbar

    Ich finde es großartig, wenn jemand trotz (?) Expertenwissens immer noch ein Auge für die ästhetische Seite seiner Arbeit behält. Das sollte eigentlich üblich sein, ist es aber ganz und gar nicht.

    Ich freue mich auch, dass du bei Inhalt und Bildmaterial grundsätzlich immer alle relevanten Quellen mit angibst, damit man dort weiter lesen kann.

    In der Blogwelt reißt die Unsitte ein – und davon bleiben auch die Kosmologs nicht verschont, wissenschaftliche Ergebnisse andere mit eigenen Worten zusammenzufassen und Bildmaterial aus anderen Quellen einfach so in den eigenen Webspace zu kopieren, anstatt zu verlinken, und dabei auch keine Quellen anzugeben … so, als sei das alles die eigene Arbeit.

    Typischerweise tun das allerdings Leute, die selbst keine sonderliche Qualifikation mitbringen, nie eigene Papers veröffentlichen und deswegen auch nicht mit den (aus gutem Grund existierenden) Gepflogenheiten der wissenschaftlichen Welt vertraut sein mögen.

    Ich hoffe, dass generell dem guten Beispiel von dir und fast allen anderen hier gefolgt wird.

  3. Der Druckmüller-Algorithmus

    Die Korona-Bildverarbeitung der Druckmüllers (die Idee hatte ursprünglich seine Tochter im Rahmen eines Schulprojekts; gemeinsam verfeinern sie sie seither) basiert auf der gezielten – und über ein erstaunlich intuitives GUI gesteuerten – Anhebung bestimmter Ortsfrequenzen. Das Larson-Sekanina-Verfahren ist hingegen rotational shift differencing, d.h. ein Negativ des Bildes wird im Ortsraum gegen das Original verdreht und subtrahiert. Entwickelt wurde letzteres ursprünglich, um vorwiegend radiale Staubstrukturen in Kometenkomae herauszuarbeiten.

    Ich hatte das Vergnügen, sowohl Larson wie auch die Druckmüllers einst an ihren “Tatorten” aufzusuchen (Tucson 1987 bzw. Brno 2006) und mir die Verfahren hands-on demonstrieren zu lassen; die damals in Deutschland noch kaum bekannte L-S-Methode haben wir auch mal im Rahmen einer frühen Violauer Planetentagung in einer nächtlichen Crash-Aktion nachprogrammiert …

  4. Zwei Seiten einer Sonnenfinsternis

    Die Schönheit und vor Allem die Faszination die von ihr ausgeht – sind die eine Seite. Man findet in vielen Gebieten solche(?) Falschfarbenfotos. Sie sind deshalb gut in der Lage, Hervorhebungen besser als Normalos wirken zu lassen. Schon als normaler Fotographierer kann man Probleme mit der Sonne bekommen.
    Für solche – wie das gezeigte Foto – muss man gut vorbereitet und auch schnell sein, um aus den Aufnahmen mehrere Fotos machen zu können – und jedes wird etwas anders.
    In einem FS-Beitrag wurde auch die Meinung eines Wissenschaftlers mit Beispielen veröffentlicht, die eine „dunkle“ Seite der Schönheit zeigen. Dort, wo der Kernschatten des Mondes z. B. über Grabengebiete gleitet, kann es in Folge zu Erdbeben kommen. Natürlich wurden auch Gegenmeinungen veröffentlicht. Amos Nur (Stanford University) entdeckte, dass an einer geologischen Bruchlinie Erdbeben in Serie auftreten können (galt als wissenschaftlicher Nonsens) [BE].
    Das erinnerte mich wiederum an den St. Helen, denn hier wurde wissenschaftlich ein Zentralausbruch erwartet. Es gab aber einen Forscher, der hatte in der Sowjetunion einen Seitenausbruch studiert und hier mit in die Vorbereitung eingebracht – er blieb Außenseiter!
    Ist über Forschungen zum Kernschatten-Problem „am anderen Ende einer Korona“ mehr bekannt?

    [BE] Erdbeben – Der Domino-Effekt. BBC Dokumentation, XXP, Sendung am 29.12.2004

  5. Lieber Herr Deistung,

    ich möchte Ihnen dringend anraten, damit aufzuhören seriösen Wissenschaftlern nach Ihrem Belieben falsche Worte in den Mund zu legen.

    Angesichts der Katastrophe in Haiti sind Ihre Aussagen zu Zusammenhängen von Sonnenfinsternissen und Erdbeben nicht nur völlig abstrus und unhaltbar (kein Wissenschaftler sagte etwas derartige, auch in der von Ihnen genannten Dokumentation nicht!) sondern auch noch äußerst makaber.

  6. Sind Sterne sexy ?

    Hier wurde schon angemerkt, dass die Beschäftigung mit den Sternen weit weniger Leute zu faszinieren vermag als andere Bereiche astronomischer Forschung, dass Sterne nicht “sexy” seien.

    Das sehe ich überhaupt nicht so. So schaue ich mir täglich die Bilder des Soho-Observatoriums an.

    Mein erstes Teleskop, nicht gerade ein Meisterwerk der Linsenmacherkunst, habe ich als erstes zur Sonne gerichtet, mit angeschraubtem Filter selbstverständlich.
    Der Zufall wollte es, dass ich, ohne es zu wissen, einen Merkurtransit beobachten konnte. Das nennt man Glück 🙂

    Seither interessiere ich mich für Astronomie im Allgemeinen und die Erforschung der Sonne und der Sterne im Speziellen.

    Die Bilder der Korona sind wirklich beeindruckend !

  7. Zufall Sonnenfinsternis

    Hallo Peter,

    was mich an einer totalen Sonnenfinsternis so fasziniert ist, daß wir sie überhaupt sehen. Das verdanken wir ja einzig und allein der Tatsache daß die unterschiedlichen Entfernungen Erde-Sonne und Erde-Mond genau das Größenverhältnis Sonne-Mond ausgleicht so daß uns beide Himmelskörper in etwa gleich groß erscheinen.

    Wäre der Mond nur etwas kleiner oder weiter weg oder andersrum die Sonne größer oder näher dran, dann gäbe es ausschließlich ringförmige Finsternisse und die Korona bliebe uns verborgen. Ähnlich wäre es umgekehrt, in dem Falle würden große Teile der Korona oder insbesondere der Chromosphäre mit abgedeckt werden.

    Stellen wir uns vor was wäre wenn: Hätten die Menschen schon in alter Zeit genauso ehrfürchtig eine Sonnenfinsternis betrachtet, wäre die Korona dabei nicht zu sehen? Hätten dementsprechend Generationen von Astronomen genauso fasziniert versucht, ihr Geheimnis zu lüften? Wüßte man dann heute genausoviel über die Sonne und die Sterne wie man heute weiß?

    Aufgrund der langsam zunehmenden Entfernung des Mondes wird in ferner Zukunft der Tag kommen, wo von der Erde aus tatsächlich keine totale Sonnenfinsternis mehr zu sehen sein wird. Genießen wir also den Anblick.

  8. @Carolin

    >Stellen wir uns vor was wäre wenn:
    >Hätten die Menschen schon in alter Zeit
    >genauso ehrfürchtig eine
    >Sonnenfinsternis betrachtet, wäre die
    >Korona dabei nicht zu sehen? Hätten
    >dementsprechend Generationen von
    >Astronomen genauso fasziniert versucht,
    >ihr Geheimnis zu lüften?

    Ich denke schon. Allein die Phänomene des Nachtwerdens am hellichten Tag und des Heranrasens des Kernschattens des Mondes (von einem Berg aus gut zu beobachten)… das ist schon beeindruckend genug (und wenn man nicht weiß, was da vor sich geht, beängstigend genug), um Interesse und Ehrfurchy zu wecken.

  9. Nicht Finsternis, sondern Tideneffekt

    Sollte tatsächlich in einer Fernsehsendung behauptet worden sein, die Finsternis habe ein Erdbeben ausgeloest, dann liegt da wohl eine Verwechslung von Ursache und Wirkung vor.

    Oft liegt der Fehler schon beim Fernsehsender. Das kommt leicht mal vor, besonders wenn Sendungen von Leuten ohne Sachkenntnis aus dem Englischen ind Deutsche übersetzt werden, ich erinnere mal an die “Hüdrogähnwolken” aus einer in N24 gesendeten US-Doku zur Bildung des Sonnensystems, dort wurde folgerichtig dann auch von einer Temperatur von -400 Grad gefaselt.

    Allemal obliegt es aber dem interessierten Zuschauer, das, was er in einer solchen Sendung gelernt zu haben meint, mal an real im Web zugänglichem Fachwissen zu erden. Ein wenig eigenes Nachdenken kann dabei grundsätzlich nicht schaden.

    Bekannt ist, dass seit langem ein Zusammenhang zwischen Tideneffekten und der Ausloesung von Erdbeben gesehen wird.

    http://en.wikipedia.org/…/Moon-Earthquake-Theory

    Es ist auch plausibel, dass, wenn die aufgebaute Spannung in einer Verwerfung kurz vor dem Punkt steht, an dem sie nicht mehr gehalten werden kann, die zusätzliche Belastung einer Springtide eben genau das bevorstehende Ereignis ausloest.

    Eine Springtide entsteht nun einmal dann, wenn Sonne und Mond auf einer Linie stehen, also in einer Syzygy ( http://en.wikipedia.org/wiki/Syzygy ). Diese Situation haben wir bei Neu- oder Vollmond.

    Eine Sonnenfinsternis kann wiederum nur bei Neumond auftreten (allerdings nicht bei jedem Neumond).

    Wenn nun also Springtiden und damit zu 50% die Neumond-Situation die Ausloesung eines Erdbebens beguenstigen, Sonnenfinsternisse nur bei Neumond auftreten koennen, dann ist es durchaus zu erwarten, dass statistisch gesehen Sonnenfinsternisse auffällig mit Erdbeben korrelieren.

    Eine existierende Korrelation heißt aber nicht, dass die Finsternis das Beben ausloest. Warum sollte sie?

    Was Professor Amos Nur angeht, hier ist seine Publikationsliste. Würde mich mal interessieren, welcher genau die hier zitierten angeblichen Behauptungen entnommen worden sein sollen.

    http://srb.stanford.edu/nur/pub1960.html
    http://srb.stanford.edu/nur/pub1970.html
    http://srb.stanford.edu/nur/pub1980.html
    http://srb.stanford.edu/nur/pub1990.html
    http://srb.stanford.edu/nur/pub2000.html

  10. Bekannt ist, dass seit langem ein Zusammenhang zwischen Tideneffekten und der Ausloesung von Erdbeben gesehen wird.

    Es ist auch plausibel, dass, wenn die aufgebaute Spannung in einer Verwerfung kurz vor dem Punkt steht, an dem sie nicht mehr gehalten werden kann, die zusätzliche Belastung einer Springtide eben genau das bevorstehende Ereignis ausloest.

    So habe ich mir das auch zusammengereimt, allerdings hab ich mich nie eingehender mit der Thematik beschäftigt.

    Stellen wir uns vor was wäre wenn: Hätten die Menschen schon in alter Zeit genauso ehrfürchtig eine Sonnenfinsternis betrachtet, wäre die Korona dabei nicht zu sehen? Hätten dementsprechend Generationen von Astronomen genauso fasziniert versucht, ihr Geheimnis zu lüften? Wüßte man dann heute genausoviel über die Sonne und die Sterne wie man heute weiß?

    Schwer zu beantworten. Ich bin schon seit längerer Zeit auf der Suche nach einem Buch, welches die Geschichte der Astronomie in einem soziokulturellen Kontext beschreibt.

    Die Astronomie ist als Wissenschaft einzigartig. In ihrem Wissens – oder Unwissensstand reflektiert sie das Denken der Epochen, vom mythisch – irrationalen bis zum modernen Rationalismus ist die Astronomie ein Spiegelbild der kulturellen Entwicklung der Menschheit.
    Die Verschränkung von Astronomie und Astrologie in vergangenen Zeiten war damals nichts anderes als Ausdruck einer allgemein mythisch – magischen Weltsicht und insofern waren die Deutungsmuster naheliegend.

    Hättest Du, Carolin, einen Buchtipp ?

  11. Literarisches

    Hallo Peter,

    wenn du so ein Buch findest, sag mir Bescheid, sowas hätte ich nämlich auch gern. Die meisten wissenschaftsgeschichtlichen Werke, die ich kenne, befassen sich ausschließlich mit mit der Einordung des Wirkens einzelner Personen, bestimmter Entdeckungen oder Erfindungen in den entsprechenden wissenschaftlichen Kontext, “das große Ganze” kommt häufig zu kurz.

    Vielleicht hat Susanne Hoffmann einen Tip für uns?

  12. Sonnenfinsternis und Pendel

    Auch hierzu gab es einen Bericht im Fernsehen, der das Phänomen darstellte. bild der wissenschaft brachte 1999 einen Beitrag dazu [SP], Dr. Wild beschreibt es in „Unerklärbare Effekte“ [WH].
    Sonnenfinsternis vom 30. Juni 1954, etwas Außergewöhnliches, Nobelpreisträger M. Allais berichtet davon in seinem Artikel für die englische „Aero/Space Engeneering“: “Eine außergewöhnliche Störung des Pendels wurde während der totalen Sonnenfinsternis am 30. Juni 1954 beobachtet, die nicht als Folge einer zufälligen Störung angesehen werden kann. Ebensowenig ist sie das Produkt eines indirekten Einflusses bekannter Faktoren wie Temperatur, Druck, Magnetismus etc. Und schließlich kann der Effekt auch nicht mit einer periodischen Gezeitenwirkung erklärt werden.”
    Die Sonne strahlt ein breites Frequenzspektrum, wobei der Mond ev. als Linse wirken kann und ein schmales Band so fokussiert, dass es bestimmte Wirkungen auf u.a. Pendel ausüben kann.
    Neumond, Sonnenfinsternis und Springflut – sind allgemein bekannt. Es gibt aber noch mehr Wirkungsfaktoren, wie das Pendel zum Ausdruck bringt.
    Unter http://www.xy44.de/arte/pendel.html heißt es: „Jüngste Messungen des Instituts für Gravitationsforschung fanden eine abrupte Änderung dieses Schwingungswinkels während der letzten Sonnenfinsternis im September 2006. Die Ursache ist unter Wissenschaftlern umstritten.”
    [SP] Sonnenfinsternis 99 – Das Pendel des Monsieur Allais. bild der wissenschaft 1999
    http://www.wissenschaft.de/…9/themen/sofi_9.html
    [WH] Dr. H. Wild: Was ist Raumenergie? Unerklärbare Effekte.
    http://www.safeswiss.org/…n/wild/raumenergie.htm

  13. S.Hoffmann

    Vielleicht hat Susanne Hoffmann einen Tip für uns?

    Hallo Carolin
    Wer ist S.Hoffmann ? Ich würde die Frage gern weiterleiten.

  14. @Peter

    Dass ein Zusammenhang zwischen Syzygiendurchgang (also Neu- oder Vollmond) und damit Springtiden und der Auslösung ohnehin bevorstehender Beben vermutet wird, bedeutet allerdings noch nicht, dass diese Zusammenhang auch bewiesen ist. Dazu müsste es einen statistischen Abgleich aller registrierten seismischen Ereignisse mit der Mondphase geben, der eine signifikante Korrelation aufzeigt.

    Zumindest gäbe es, könnte eine solche Korrelation festgestellt werden, dafür auch einen plausiblen Erklärungsansatz. Das ist bei dem Unsinn über die Erdbebenauslösung durch den über den Boden streichenden Kernschatten des Mondes sicher nicht der Fall.

  15. @Carolin

    Bevor jemand Zeit und Energie in eine Antwort auf Herrn Deistungs neueste Behauptungen investiert, sollte festgestellt werden, ob der betreffende Kommentar nicht wieder ein Fake ist.

    Nachgefragt:

    Sind die Artikel in “Bild der Wissenschaft” in der Regel so schlecht recherchiert und zusammengehauen wie das hier?

    http://www.wissenschaft.de/…9/themen/sofi_9.html

  16. @ Michael Khan

    Bei einer Recherche gibt es mehrere „Bild der Wissenschaft“. Bei bdw konradin habe ich angefragt, ob es da einen Zusammenhang gibt oder nicht, das Impressum ist ja angegeben.
    Mit den FS-Sendern und den „fehlenden“ Fachleuten gebe ich Ihnen Recht. Da werden auch schon mal Strom und Spannung verwechselt. Und wenn das Wasser vom Mittelmeer am Bosporus nach unten ins Schwarze Meer fließt – wie kommt dann die Arche als hell erleuchtetes Schiff über 300 km weiter auf den Ararat?
    In der angegebenen FS-Sendung von XXP – den Text zur Sendung habe ich, s. u. – wurde Prof. Nur von der BBC persönlich und als Pionier der Erdbebenforschung vorgestellt. Mir ist das deshalb so gut in Erinnerung, weil es die Schulwissenschaft war, die im Vorfeld seine Forschungen (Serie von Erdbeben) als Nonsens (Erdbeben folgen keinen Mustern) abgetan hat.
    Im Schatten der Sonnenfinsternis erreichen die wirksamen Kräfte ein Maximum auf die Springtide, weil sie gleichgerichtet sind. Ob sie Wirkung zeigen oder nicht, hängt von den Bedingungen auf der Erde ab. Es kann auch Randgebiete treffen, wie die Bilder unter
    http://en.wikipedia.org/…/Moon-Earthquake-Theory zeigen.

    [BE] Erdbeben – Der Domino-Effekt. BBC Dokumentation, XXP, Sendung am 29.12.2004
    http://www.xxp.tv/…/termine/0,4522,30541,00.html
    Am Anfang stand ein archäologisches Rätsel. Doch dann wurde daraus eine schreckliche Prophezeiung: Die türkische Millionenstadt Istanbul könnte bald einer gewaltigen Naturkatastrophe zum Opfer fallen. Vier Millionen Menschen wären zum Tod verurteilt wenn die Katastrophe eintritt: Ein mächtiges Erdbeben, von dem Wissenschaftler bereits heute sagen können, dass es mit Sicherheit kommt – sie wissen nur noch nicht, wann es passiert.
    Mykonos und Troja zählten einst zu den bedeutendsten Städten des Altertums – doch beide gingen innerhalb weniger Jahrhunderte unter. Unzählige Theorien kursieren seitdem, woran diese Zivilisationen scheiterten – man machte Kriege und Seuchen für den Untergang verantwortlich. Bis der Geophysiker Amos Nur von der Stanford University die Ruinen von Mykonos untersuchte, und dabei erstaunliches entdeckte: Viele Bauwerke wiesen typische Beschädigungen auf, wie sie bei Erdbeben verursacht werden. Doch dieses Muster fand er nicht nur in Mykonos, sondern auch bei anderen Städten der Bronzezeit. Es schien, als wären diese Städte in einer Serie von Erdbeben zerstört worden. Amos Nur entdeckte, dass sie alle an derselben geologischen Bruchlinie lagen, und nacheinander durch aufeinanderfolgende Erdbeben in Serie zerstört wurden. Das einzige Problem dabei war, dass Erdbeben nach dem bisherigen Verständnis keinen Mustern folgen – und Nurs Theorie galt als wissenschaftlicher Nonsens.
    Bis der Wissenschaftler Ross Stein bei zwei aufeinanderfolgenden Erdbeben in Kalifornien eine ähnliche Beobachtung machte. Stein entwickelte ein Modell, wie Erdbeben in Serie entstehen können und veröffentlichte seine Ergebnisse in der Zeitschrift “Nature”. Die Theorie stand, was fehlte waren die Beweise. In der Türkei – entlang der Nordanatolischen Bruchlinie schien sich seine Theorie schließlich zu beweisen: Stein konnte das Erdbeben von Izmit voraussagen. Am 17. August 1999 kamen dabei 20.000 Menschen ums Leben. Und die nächste Stadt entlang der Linie ist die Millionen-Metropole Istanbul.
    Die Dokumentation zeigt die Entstehung einer Theorie, mit der man möglicherweise bestimmte Erdbeben voraussagen kann. Ein Wissenschaftskrimi, dem eine reale Bedrohung die nötige Brisanz verleiht.

  17. @Michael

    Dazu müsste es einen statistischen Abgleich aller registrierten seismischen Ereignisse mit der Mondphase geben, der eine signifikante Korrelation aufzeigt.

    Ich entnehme deinem Kommentar, dass der Nachweis einer signifikanten Korrelation zwischen Neu – und Vollmondphasen und Erdbeben bisher nicht erbracht wurde und es lediglich einen einigermassen plausiblen Erklärungsansatz gäbe, wie von dir beschrieben.

    Wenn nun also Springtiden und damit zu 50% die Neumond-Situation die Ausloesung eines Erdbebens beguenstigen, Sonnenfinsternisse nur bei Neumond auftreten koennen, dann ist es durchaus zu erwarten, dass statistisch gesehen Sonnenfinsternisse auffällig mit Erdbeben korrelieren.

    Ja, das ist plausibel. Und es sollte doch nicht allzu schwierig sein, dies zu überprüfen, da grössere Erdbeben in der Geschichtsschreibung ziemlich weit zurückverfolgt werden können.

    Das ist bei dem Unsinn über die Erdbebenauslösung durch den über den Boden streichenden Kernschatten des Mondes sicher nicht der Fall.

    Da sehe ich auch keinen plausiblen (physikalischen) Erklärungsansatz, warum der Kernschatten in irgendeiner Weise einen Einfluss ausüben könnte.

    Allenfalls könnte noch argumentiert werden, dass das Gebiet des Kernschattens genau auf einer Geraden Sonne – Mond liegt, während bei Neu – und Vollmond dies nicht (exakt) der Fall ist, wodurch die einwirkenden Gravitationskräfte etwas geringer ausfallen. Aber das halte ich für wenig überzeugend, denn die Differenzen sind gering. Alles andere, mysteriöse Kernschattenkräfte und dergleichen buche ich vorderhand, bis zum Beweis des Gegenteils, unter “Spekulation ohne rationale Grundlage” ab.

  18. Maurice Allais

    Etwas Nachforschung zeigt, dass es dem Herrn Professor Allais, der übrigens den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften erhleit, nicht etwa für Physik, gewiss nicht an Selbstbewusstsein mangelt.

    Publizierte er doch bereits 1959, nach einigen wenigen Experimenten mit einem Pendel, ein Paper mit dem Titel “Should the Laws of Gravitation be Reconsidered?”

    Zu dem nach im benannten Allais-Effekt ist in Wikipedia Folgendes nachzulesen:

    http://en.wikipedia.org/wiki/Allais_effect

    (Wer auf so etwas steht, findet auch alle moeglichen Verweise auf grenzwissenschaftliche Interpretationen und dramatische Behauptungen in Veroeffentlichungen, die nicht den üblichen Prozess des peer-Review durchlaufen haben)

    Dieses Paper findet für den angeblichen Effekt aber eine viel trivialere Erklärung als einen bisher unbekannten Faktor in der Gravitation, nämlich die abrupten meteorologischen Aenderungen beim Ein- und Austritt aus der Verfinsterung.

    http://home.t01.itscom.net/…prior/misc/tvanf.pdf

    Man muss sich auch einmal klarmachen, was es bedeuten würde, gäbe es wirklich so einen großen Fehler in dem physikalischen Verständnis der Gravitation, dass man diesen einfach so auf der Erde trotz allen anderen Stoerungen mit einem Pendel messen koennte.

    So etwas ist schnell mal postuliert, aber machen sich die betreffenden Autoren auch klar, dass so ein Faktor sich praktisch überall bemerkbar machen würde beispielsweise in der Himmelsmechanik oder in der Kosmologie?

  19. @Peter

    Mir ist nicht bekannt, ob ein statistisch bedeutsamer Zusammenhang zwischen Springtiden und seismischen Ereignissen inzwischen belegt werden konnte. Allerdings bin ich auch kein Fachmann auf diesem Gebiet.

    Was die Auswertung historischer Daten angeht, so bin ich etwas skeptisch. Je weiter man in der Geschichte zurückgeht, umso wahrscheinlicher ist es, dass die Geschichtsschreibung nur einen kleinen Teil der aufgetretenen seismischen Ereignisse erfasst hat, nämlich die, die a.) schweren Schaden anrichteten und b.) dies auf dem Gebiet einer Hochkultur taten. Ein klassischer Fall einer verzerrten Datenbasis (engl.: “skewed data”).

    Im Rahmen der Theorie über einen Zusammenhang zwischen Springtiden und seismischen Ereignissen sollten allerdings moeglichst komplette Daten über alle Ereignisse herangezogen werden. Da ist die Frage, wie lange solche schon vorliegen und ob die Beobachtungsspanne bereits ausreicht.

  20. Der Mond zur Fokussierung?

    Vom Museumsbesuch wissen wir, dass früher im Handwerk Kerzen und wassergefüllte Kugeln eine Beleuchtungseinheit bildeten. Meist aus der Schule wissen wir, dass man mit Glasprismen das Licht (sehr hohe Frequenzen, um 10^16 Hz) aufspalten kann. Was meist kaum bekannt mehr ist, dass man mit Wachsprismen Hochfrequenzen (um 10^7 Hz) vergleichsweise aufspalten kann. Noch tiefere Frequenzen aus dem sehr breiten Sonnenspektrum treffen auch auf dem Mond ein bzw. an seiner Oberfläche vorbei.
    Gedanke: Sie könnten vom Mond leicht fokussiert werden – und das Phänomen mit dem Pendel auf der Erde hervorrufen. Dabei sollten wir beachten, dass sich Mond und Erde bewegen und entsprechende Interferenzen (Schwebung) das auslösende Moment sein könnten. Es ist ja eine Kraft, die von Mauern nicht aufgehalten wird. Ein faradayscher Käfig könnte hier den ev. Einfluss elektromagnetischer Wellen weitestgehend ausschließen. Der Stahldraht ist – ginge es um el.-magn. Wellen – je nach Länge eine unterschiedlich abgestimmte Stab-Antenne.
    Die literarisch auch mehrfach erwähnten „…abrupten meteorologischen Aenderungen beim Ein- und Austritt aus der Verfinsterung“ – wie können sie sich so gravierend in einem geschlossenen Raum auswirken? Wie groß sind die Parameter dieser Änderungen?
    Ob Antenne oder abrupte meteorologischen Änderungen oder… – der Wirkungsmechanismus auf die Abweichung muss und wird geklärt werden, selbst wenn es noch Jahre dauern kann.
    In http://www.dradio.de/…en/einsteins-erben/344536/ wurde recherchiert: nicht alle Pendel reagieren nachweislich. Der Effekt ist aber oft auch sehr deutlich.
    Wie weit die Sonnenstrahlung (Aktivität) dabei eine Rolle spielt scheint auch noch ungeklärt.
    Den Begriff Kernschatten hatte ich am Anfang wohl nicht durchdacht gebraucht, als ich ihn symbolisch meinte und er hier durch meinen zeitweiligen Ausschluss zum „roten Faden“ wurde.

    Gefundene Links mit klarer Aussage: Sonnenfinsternis – Pendel:
    http://kuffner-sternwarte.at/Foucault/index.html ca. 3 Grad zusätzlich – nicht signifikant
    http://www.safeswiss.org/…n/wild/raumenergie.htm verlängerte Schwingung
    http://www.dradio.de/…en/einsteins-erben/344536/
    Pendel spielen verrückt
    http://www.xy44.de/arte/pendel.html
    10 Grad Abweichung
    http://www.welt.de/…terioese_Pendelversuche.html
    unerklärliche Abweichungen der Pendelbewegungen lassen sich nicht mit magnetischen, seismischen oder gravimetrischen Änderungen erklären
    http://science.nasa.gov/…dlines/ast06aug99_1.htm 13,5 Grad Abweichung

  21. der faradaysche Käfig

    ja, herr deistung, da stimme ich ihnen wieder voll und ganz zu, der faradaysche Käfig enthält einen teil der lösung. auch das mit den abrupten meteorologischen Änderungen sehe ich so. auch ist es der stahldraht, der die wellen aussendet, aber auch der mond und die verfinsterungen. die parameter können sie ganz klar ablesen in den glasprismen. So hatte ich damals schon geforscht in den 70ern. sie sprechen mir aus der seele, herr deistung. auch zur sonnenstrahlung kann ich etwas sagen. die aktivität ist nämlich in einer funktion der hochfrequenz zu ihr, wie auch die signifikante sonnenpendelgravimetration. ich freue mich auf weiteren austausch mit ihnen hier, wir sind wahre bruder im geiste.

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