AstroGeo Podcast: Das schönste Gestein der Welt verrät, wie die Alpen entstanden

Eine kreisrunde Mikroskopaufnahme, in der sich weiße, dunkelgraue, gelbe, blaue, pinke oder braune Flächen recht chaotisch aneinanderschmiegen

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Die Alpen sind ein Hochgebirge, dessen höchster Gipfel über 4800 Meter misst. Die Berge der Alpen gehören zu den ersten überhaupt, die Geologen durchstreift haben, die sie vermessen haben und vor allem: die versucht haben, zu verstehen, wie sie entstanden sind. Doch dafür brauchten sie lange – erst die Plattentektonik lieferte den Schlüssel zur Lösung des Rätsels. Diese Theorie selbst wurde aber nicht in den Bergen entdeckt, sondern in den Ozeanen. Eine große Frage blieb am Ende immer noch offen: Wie konnten die Alpen überhaupt ihre majestätischen Höhen erreichen?

In dieser Folge erzählt Karl seine dritte und vorerst letzte Alpengeschichte. Es ist die Geschichte eines einzelnen Gesteines, das dabei geholfen hat, die Frage des Höhenwachstums der Alpen zu klären. Dabei handelt es sich um ein herausragend hübsches Gestein. Es schillert und schimmert silbrig, es ist mal leuchtend grün, mal strahlend gelb oder weinrot. Für manche ist es gar das schönste Gestein der Welt. Für ein Gestein von Rang hat es auch einen klingenden Namen: Saussurit-Smaragtit-Allalin-Metagabbro, oder kurz: Allalin-Gabbro.

Der Allalin-Gabbro ist ein Gestein der Walliser Alpen in der Schweiz, wo er fast ausnahmslos auf einem einzigen Berg vorkommt: dem Allalinhorn. Es ist ein besonderes Gestein, denn es entstand vor der Hebung der Alpen – als sich das Material, was sich heute so prächtig in die Höhen reckt, noch tief im Erdinneren steckte. Als Gabbro entstammt es einer Gesteinsgruppe, die eigentlich in der Tiefe der ozeanischen Erdkruste aus erstarrtem Magma entsteht. Doch dieser Gabbro wurde danach in die Gebirgsbildung eingewoben, indem er mal in die Tiefe gezogen, mal nach oben gerissen wurde. Dabei stieg zunächst der Druck und die Temperatur, was das Gestein veränderte: In ihm enthaltene Minerale reagierten zu anderen Mineralen. In der Geologie werden solche Prozesse als Metamorphose bezeichnet, wodurch schließlich aus dem grauen, unscheinbaren Gabbro ein bunter Metagabbro wurde – der von manchen auch als das schönste Gestein der Welt bezeichnet wird.

In dieser Schönheit steckt – tief verborgen – nicht nur die Information darüber, welchen Weg der Allalin-Gabbro im Laufe der Jahrmillionen genommen hat, sondern in welcher Tiefe sich die Alpendecken übereinander geschoben haben – und wie sie danach in (zumindest für Geologen) schwindelerregendem Tempo ans Licht gelangten.

Verlosung

Wir verlosen das Buch „Das schönste Gestein der Welt – der Allalin-Gabbro aus den Walliser Hochalpen“ von Jürg Meyer. Schreibt uns dafür bis zum 3. Juni 2026 an karl at astrogeo dot de:

Was ist für euch das schönste Gestein der Welt – und warum?

Die schönste Antwort gewinnt! Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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Quellen

Episodenbild: Shutterstock / Teguh Wage P – ein gewöhnlicher Gabbro im Dünnschliff durchs Polarisationsmikroskop

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https://www.astrogeo.de

Karl Urban wäre gern zu den Sternen geflogen. Stattdessen gründete er 2001 das Weltraumportal Raumfahrer.net und fühlt sich im Netz seitdem sehr wohl. Er studierte Geowissenschaften und schreibt für Online-, Hörfunk- und Print-Publikationen. Nebenbei podcastet und bloggt er.

4 Kommentare

  1. ….ein kleiner Bernstein – recht unscheinbar – geschliffen und strahlt mit voller Wucht – viele Meeresblubberblasen in sich eingeschlossen… einfach und doch wunderbar!

  2. Ich finde den Amethysten einfach wunderschön. Er hat etwas magisches und mystisches und ist einfach schön anzuschauen. Das Funkeln und Glitzern ist faszinierend.

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