AstroGeo Podcast: Ein Blick ins Alien-Teleskop – gibt es Leben auf der Erde?

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Bislang wissen wir nur von einem Planeten in unserer Galaxie sicher, dass es dort Leben gibt: unsere eigene Erde, die seit Milliarden von Jahren von den unterschiedlichsten Lebewesen bewohnt wird. Von Einzellern, die Kohlenstoff statt Sauerstoff atmen, über Pflanzen die sich nicht vom Fleck rühren können bis hin zu neugierigen Menschen ist so Einiges dabei. Auf unserem Leben wimmelt es geradezu vor Leben.
Ob das auf anderen Planeten außerhalb unseres Sonnensystems auch so ist, wissen wir nicht. Was wir auch nicht wissen: Wie könnte Leben dort überhaupt aussehen? Ähnlich wie auf der Erde, mit Einzellern, Pflanzen und Zweibeinern? Dann ist die grundlegende Frage, wie irdische Forscherinnen und Forscher nach etwas suchen können, von dem sie noch nicht einmal wissen, wie es aussieht und welche Spuren es hinterlässt.
Was wäre, wenn sich genau diese Frage in diesem Moment ein solches außerirdisches Lebewesen auch stellen sollte? Mal angenommen, es gäbe sie, die Aliens – nicht unendlich weit weg, sondern irgendwo ums kosmische Eck in unserer Milchstraße. Vielleicht sind sie genauso neugierig wie wir. Vielleicht blicken auch sie in ihren Nachthimmel, stellen astronomische Beobachtungen an und finden tatsächlich einen Gesteinsplaneten, der als dritter Planet einen nicht besonders großen Stern umkreist – unsere Erde.
In dieser Folge des AstroGeo-Podcasts dreht Franzi den Spieß bei der Suche nach außerirdischem Leben um: Wie könnten außerirdische Lebensformen herausfinden, dass die Erde ein bewohnter Planet ist? Zunächst müssten sie den Planeten überhaupt finden. Das irdische Leben hat seine Spuren hinterlassen, es gibt Biosignaturen und sogar Technosignaturen, die auf intelligentes Leben und einen gewissen technologischen Entwicklungsstand schließen lassen. Was also könnten Aliens überhaupt beobachten, um die folgende Frage zu beantworten: Gibt es Leben auf der Erde?
Weiterhören bei AstroGeo
- Folge 43: Es sind nie Aliens – oder?
- Folge 88: Biosignatur auf Ozeanwelt K2-18 – lebt da was?
- Folge 96: Späher von fernen Sternen: Was verbirgt Oumuamua?
Weiterführende Links
- WP: Exoplanet
- WP: Transitmethode
- WP: Biosignatur
- WP: SETI
- WP: Technosignatur
- WP: Arecibo-Botschaft
Quellen
- Fachartikel: Earth Detecting Earth: At What Distance Could Earth’s Constellation of Technosignatures Be Detected with Present-day Technology? (2025)
- Fachartikel: Past, present and future stars that can see Earth as a transiting exoplanet (2021)
- Fachartikel: The Detectability of Earth’s Biosignatures Across Time (2018)
Episodenbild: NASA
Ich find’s auffällig, dass die menschliche Intelligenz mit dem Zoom-Faktor abnimmt – je mehr Zeit und Raum wir auf einmal betrachten, desto mehr werden wir zu toter Materie. Ein Mensch ist relativ intelligent, doch sein Job und sein Privatleben sind so bemessen, dass sie die CPU maximal ausreizen – je mehr wir die CPU überlasten, desto dümmer werden wir in Bezug auf alles außerhalb unserer Lebensblase, und dann übernehmen die Gesetze der Physik.
Ich kann mir die Wirtschaft und die Zyklen aus Aufstieg und Untergang von Staaten und Zivilisationen noch vorstellen, indem ich die Menschen als binäre Bakterien sehe, die einem einfachen Programm folgen: Satt = bewegen, hungrig = bewegen. Aber da wird der Staat schnell zu einem EM-Feld mit zwei Polen, der selbst zur Riesenbakterie wird: Wir sind Lego-Steine, die größere Lego-Steine bauen, die dann das Gleiche machen wie wir, und das bipolare Modell setzt sich auch nach unten fort, mit Plus und Minus.
Wenn ich 1000 Jahre in fünf Sekunden ansehe, sind wir einfach Säure, mit der der Planet übergossen wurde. In noch größerem Zeitraffer wird das ganze Leben zu einer chemischen Reaktion, die durch Sonnenstrahlung ausgelöst wurde, und noch schneller sind wir einfach ein Steinklumpen, der sich inzwischen so sehr aufgeheizt hat, dass die Strahlung in der Form von Apollo- und Voyager-Quanten zu anderen Steinklumpen weiter springt. Natürlich hat ein solcher Zeitraffer Einsteins Physik längst zu Quantenphysik verwischt – Masse verlangsamt die Zeit, für Wesen, die aus Sternen bestehen, sind wir Quantenphysik. Wenn mir die Physiker die „anderen Regeln“ dort mit Beispielen vergleichbar mit „ich sehe den Cowboy vom Pferd fallen, bevor ich den Schuss höre“ belegen wollen, habe ich das Gefühl, dass es ihnen einfach peinlich ist, zuzugeben, dass sie hundert Jahre lang an so einem großen Patzer festgehalten haben. Muss es nicht, gehört zum Job.
Wenn ich die Entfernungen auf Erden mit konstanter Fahrradgeschwindigkeit messe, muss ich ganz viel Dunkle Materie und Dunkle Energie als Fudge Factor einquetschen, damit das passt, und weil ich das Ganze im All sehe, habe ich mich von konstanter Lichtgeschwindigkeit verabschiedet. Was ich vielmehr sehe, ist, dass die Zeit eines Systems von seiner Energie abhängt, das heißt, wo ich von Außen steigende Temperatur messe, werde ich auch Zeitraffer sehen, wovon das Innen des Systems aber nix merkt, weil alles gleichmäßig beschleunigt wird. Außer, es wird nicht ganz so gleichmäßig beschleunigt, dann gibt’s darin Gravitation und Evolution und Zeit.
Ich sehe auch, dass das Universum aus Blasen besteht, der Quantenschaum setzt sich im Makrokosmos fort. Einerseits erzeugt jeder Stern und jede Galaxie eine, andererseits sammeln sich diese zwischen größeren Void-Blasen im kosmischen Netzwerk, wie Dreck, den der Regen zwischen die Blasen einer Luftpolsterfolie oder Kopfsteinpflastersteine spült. Ich kann also annehmen, dass mein Gedankenexperiment eine reale Entsprechung hat – dass wir uns alle in Blasen befinden, in denen die Zeit mit unterschiedlicher Geschwindigkeit läuft.
Selbst das Sonnensystem bietet unterschiedliche Goldlöckchenzonen für Wesen, die mit unterschiedlicher Geschwindigkeit ticken – alle Planeten bekommen die gleiche Menge Energie über unterschiedliche Zeiträume. Ein Lebewesen auf dem Pluto wäre für uns Geologie, die Erde für es schon ein Streifen auf der Oberfläche der Sonne, sein Universum wäre anders, denn wenn Sie mit fünf Kilometern pro Stunde laufen und ein Gletscher mit fünf Kilometern pro Stunde läuft, muss ich wissen, wie lange seine Stunde ist, um zu wissen, wie lang seine Kilometer sind im Verhältnis zu meinen, und wie das alle anderen Entfernungen und Temperaturen in unser beider Universen verzerrt.
Nicht mal im Sonnensystem kann ich davon ausgehen, dass die Zeit überall gleich läuft. Wenn ich als Astronaut zum Pluto reise, habe ich meine eigene Heizung mit bei, ich nehme die Erdzeit mit. Aber selbst dann ticken alle Teilchen in meinem Körper, alle Eisblöcke des Pluto, alle Planeten mit eigenen Uhren, und all das wird lokal von der Sonnenuhr dominiert und synchronisiert.
Sehen Sie intelligentes Leben, wenn Sie Luft anschauen? Rein theoretisch müsste ein Luftmolekül eine bessere CPU haben als ein Mensch, denn er muss in einem 3D-System navigieren, während wir praktisch in 2D über die Erdoberfläche kriechen, und, anders als Fische, hat er nicht viel Platz zum Manövrieren. Natürlich könnte man ihnen auch Schwarmintelligenz unterstellen, doch die Intelligenz ist die Nebenwirkung von Schwärmen, auch unsere Neuronen sind ein Schwarm aus primitiven Analog-Chips, und genau das Gleiche ist jeder von uns in der Gesellschaft.
Weltbild und Logik klaffen derzeit weit auseinander, und es ist die Aufgabe der Wissenschaft, beides wieder unter einen Hut zu bringen. Aber deren Uhren sind mit der globalen Uhr verbunden, und so folgt sie dem gleichen Zyklus, wie der Rest der Menschheit – sie baut Masse auf, die zunächst den Widerstand gegen alle Veränderungen maximal erhöht, bevor ihr eigener Druck und ihre eigene Hitze sie kollabieren lassen. Wir sind auch nur eine Inflationsblase im Quantenschaum, in 4D – eine Welle, die mit Lichtgeschwindigkeit durch die Zeit rast. Masse ist, wenn Sie die Zeit haben, Beziehungen zu knüpfen, und Zeit haben sie, wenn der Andere synchron tickt und mit Ihnen einen Laserstrahl bildet, also einen größeren Lichtstrahl.
Und weil ich mir das alles mit Evolution, mit natürlicher Selektion erklären kann, bleibt mir nur die Gegenfrage: Woran merke ich, dass etwas kein Leben ist? Denn alle Materie verhält sich wie wir und nach der Beweislage kann ich mir ihr Verhalten nur mit dem Zusammenspiel von Bewusstsein und Bewusstlosigkeit, Emotionen, Wahrnehmung und spontan auftauchender und verschwindender Intelligenz erklären.
Wir könnten die Frage noch weiter umformulieren – für wen gibt es Leben auf der Erde? Gibt es irgendwo ein Leben, dessen Uhr so weit mit unserer synchron läuft, dass wir uns gegenseitig als solches erkennen, Kontakt aufnehmen könnten? Wie lange bleibt eine Spezies intelligent, bevor sie zu einem spezialisierten Baustein eines größeren Systems reduziert wird, wie es den Menschen im Internet passiert – da degenerieren wir ja auch zu Neuronen eines größeren Gehirns. Es passiert uns auch im Laufe unseres Lebens: Als Kinder sind wir intelligent und anpassungsfähig, als Erwachsene schränken feststehende Funktionen im System unsere Intelligenz gewaltig ein, weil wir sie nur noch zur Beseitigung von Störungen in unseren täglichen Routinen verwenden.
So weit die Logik. Wenn sie mit dem Weltbild zusammenkracht, wird der Knall uns erlösen. Wird wohl ziemlich gleichzeitig mit dem Krach passieren, der die Welt von sich selbst erlösen wird. Doch, anders als der Rest der Menschheit, kann die Wissenschaft ihre Spannungen ohne Mord und Totschlag entladen, also hat nur sie etwas, worauf sie sich freuen kann.