AstroGeo Podcast: Der erste Exo-Ozean

Der Jupitermond Europa, zur Hälfte beleuchtet, mit seinen Rissen und weißer und brauner Färbung

Die Erde ist der blaue Planet, dabei ist sie verglichen mit vielen anderen Welten überraschend trocken. Nur 0,2 Prozent der Masse der Erde bestehen aus Wasser. Besonders Monde jenseits der Marsbahn besitzen häufig eine dicke Kruste auf Eis. Dazu gehören die Jupitermonde Europa, Ganymed und Kallisto, der Saturnmond Enceladus oder der Neptunmond Triton. Was sich unter dem Eis befindet, war lange völlig unklar.

Karl erzählt in dieser Folge, wie der erste Ozean außerhalb der Erde auf Europa am Jupiter entdeckt wurde. Europa ist den Astronomen schon seit über 400 Jahren bekannt. Dennoch brauchte es Jahrhunderte des wissenschaftlichen Fortschritts, viele Jahre von Beobachtungen und mehrere Raumsonden, unter die Eisschicht zu blicken. Unter mehreren Kilometern Eis könnte es von Leben wimmeln.

Übrigens: Ihr könnt dem Podcast auch in einem Podcatcher eurer Wahl oder auf Spotify folgen.

Episodenbild: NASA/JPL-Caltech/SETI Institute

Quellen

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Veröffentlicht von

www.pikarl.de

Karl Urban wäre gern zu den Sternen geflogen. Stattdessen gründete er 2001 das Weltraumportal Raumfahrer.net und fühlt sich im Netz seitdem sehr wohl. Er studierte Geowissenschaften und schreibt für Online-, Hörfunk- und Print-Publikationen. Nebenbei podcastet und bloggt er.

3 Kommentare

  1. Jupiters Mond Europa könnte flüssiges Wasser knapp unter der Oberfläche des Eispanzers beherbergen wie ein Vergleich von Eisstrukturen in Grönland mit Eisstrukturen auf Europa zeigt. In beiden Fällen beobachtet man an der Oberfläche Doppelkammstrukturen und im Fall von Grönland weiss man mit Sicherheit, dass unter diesen Doppelkammstrukturen oberflächennahe Seen, also Wasseransammlungen liegen. Es ist naheliegend, dass das auch für den Jupitermond Europa gilt.
    Im nature-Artikel Double ridge formation over shallow water sills on Jupiter’s moon Europa liest man dazu:

    Der Jupitermond Europa ist ein erstklassiger Kandidat für außerirdische Bewohnbarkeit in unserem Sonnensystem. Die Oberflächenformen seiner Eisschale drücken die unterirdische Struktur, Dynamik und den Austausch aus, die dieses Potenzial bestimmen. Doppelkämme sind das häufigste Oberflächenmerkmal auf Europa und kommen in allen Sektoren des Mondes vor, aber ihre Entstehung ist kaum verstanden, da aktuelle Hypothesen konkurrierende und unvollständige Mechanismen für die Entwicklung ihrer unterschiedlichen Morphologie liefern. Hier präsentieren wir die Entdeckung und Analyse eines doppelten Rückens in Nordwestgrönland mit der gleichen gravitationsskalierten Geometrie wie die auf Europa gefundenen. Unter Verwendung von Oberflächenhöhen- und Radarsondierungsdaten zeigen wir, dass dieser Doppelkamm durch sukzessives Wiedereinfrieren, Druckbeaufschlagung und Bruch einer seichten Wasserschwelle innerhalb der Eisdecke entstanden ist. Wenn derselbe Prozess für Europas Doppelkämme verantwortlich ist, deuten unsere Ergebnisse darauf hin, dass seichtes flüssiges Wasser räumlich und zeitlich allgegenwärtig in Europas Eispanzer ist.

    Konsequenzen für die Erforschung des Jupitermondes Europa:
    Sollte es sich bewahrheiten, dass es oberflächennahe Wasseransammlungen auf Europa gibt, könnten zukünftige Missionen zu Europa mit Bohrungen, die nur ein paar dutzend Meter tief sind, zu Wasser vorstossen und Proben entnehmen.

    • Wenn ich das zurückgeben darf: Der Kommentar ist nicht mal Heiseforum-Niveau. Ich freue mich aber über fundierte Kritik und gehe auch darauf ein, versprochen.

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