AstroGeo Podcast: Aus und vorbei – das Universum und sein Ende

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Zumindest darüber sind sich Forschende mehr oder weniger einig: Unser Universum gibt es nicht schon seit ewigen Zeiten – sondern es hat vor rund 13,8 Milliarden Jahren mit dem Urknall begonnen. Seitdem dehnt sich das Universum aus, es wird immer größer und kühlt sich immer weiter ab. Aber wie geht die Geschichte des Universums eigentlich weiter, und vor allem: Wie hört diese Geschichte auf? Wenn das Universum einen Anfang hat, sollte es dann nicht auch ein Ende geben?
Zur allseitigen Beruhigung sei geschrieben, dass jegliche Enden des Universums in so unvorstellbar weiter Zukunft liegen, dass sie keinerlei Auswirkungen auf das Leben auf der Erde haben. Wir Menschen sind davon nicht betroffen.
Analog zum Begriff des Urknalls, auf Englisch „Big Bang“, werden vor allem drei verschiedene potenzielle Schicksale für unser Universum diskutiert: Da wäre der „Big Crunch“, bei dem das Universum in einer Art kosmischer Symmetrie am Ende wieder in sich zusammenstürzt – eine Art umgekehrter Urknall. Bei einem „Big Rip“ hingegen würde das genaue Gegenteil eintreten und das Universum würde sich so schnell ausdehnen, dass es letztendlich zerreißt – seinen gesamten Inhalt eingeschlossen. Der „Big Freeze“ hingegen bezeichnet den Kältetod des Universums: Im expandierenden Universum würden einfach nach und nach die Lichter ausgehen, Galaxien wären in so weiter Ferne, dass jede Sterneninsel für sich allein durchs All driftet und das Universum würde immer größer, kälter und leerer werden. Bis irgendwann gar nichts mehr passiert – und auch nie wieder passieren wird.
In dieser Folge des AstroGeo-Podcasts erzählt Franzi vom ultimativen Schicksal unseres Universums, was mit ihm am Ende der Zeit passiert – und was die mysteriöse Dunkle Energie damit zu tun hat, die derzeit dafür sorgt, dass sich das Universum beschleunigt ausdehnt.
Weiterhören bei AstroGeo
- Folge 69: Vakuumzerfall: Wenn das Universum sich auflöst
- Folge 94: Das Universum und sein Urknall – Der Anfang des Anfangs
Weiterführende Links
- BR2 IQ: Fünf Endzeitszenarien, die ihr kennen solltet (von Franzi)
- WP: Universum
- WP: Kosmologie
- WP: Lambda-CDM-Modell
- WP: Big Freeze
- WP: Big Rip
- WP: Big Crunch
- WP: Dunkle Energie
Quellen
- Pressemitteilung: Tantalizing Hints That Dark Energy is Evolving — New Results and Data Released by the DESI Project (19.03.2025)
Episodenbild: ESO
So weit ich es erkennen kann, ist das Universum eine stinknormale Inflationsblase, ein Luftballon, auf dessen Oberfläche wir herumrutschen. Und Luftballons können all diese Enden nehmen – es hängt von der Interaktion mit der Umgebung ab. Woher soll ein Luftballon wissen, ob er auf eine Nadel trifft, ob er ein Autoreifen mit fester Größe ist, oder bis zum Platzen aufgepumpt wird?
So weit ich es erkennen kann, sind wir mittendrin in einem fraktalen Muster: Das Universum als Ganzes verhält sich wie alles im Universum. Und alles im Universum sind eben Inflationsblasen aus Inflationsblasen aus Inflationsblasen mit unterschiedlicher Anzahl von Dimensionen, eine Linie, die sich stets verlängert, ist auch eine. Ich kann es mir nicht anders erklären, als dass es selbst Bestandteil einer größeren Inflationsblase ist: Es gab Myriaden Urknälle vor dem Urknall, jede Streichholz-Zündung ist ein Urknall und es gibt unzählige Universen sowohl in unserem Universum wie auch drum herum.
Ich befinde mich quasi auf einer Leiter, die unten und oben in einem Punkt am Horizont verschwindet. Das ist für mich einerseits unglaublich irritierend, weil ich ja gern wüsste, was hinter diesen Punkten ist. Andererseits macht es das Leben des Astrophysikers viel leichter, da er sich nicht um Dinge den Kopf zerbrechen muss, die sich aus den Daten, die er hat, gar nicht ergeben können, und sich all die Erklärungen, die er sucht, einfach abgucken kann: Sie schauen sich einen Pups unter Wasser an und überlegen, was auf dessen Oberfläche los sein muss, dass die winzigsten Körnchen darauf das sehen, was Sie sehen – Galaxiehaufen, Gravitation, Dark Fudge, Raumkrümmung, Urknall, Rotverschiebung, Blauverschiebung, und den ganzen anderen Rest.
Was für das 4D-Universum 3D ist, müssen Sie natürlich im Modell auf 2D plätten, was in dem Pups 3- und 4D ist, bringen Sie in einer Hyperkugel in 4D unter. So ein Hin- und Herspringen zwischen Dimensionen, das Ihnen erlaubt, Ihr leicht verständliches Modell mit der Wirklichkeit abzugleichen, hat seine Tücken, doch im Großen und Ganzen ist’s nicht schwer.
Sie können auch gern zwischen den Prämissen hin- und her springen: Der bisherigen, dass das Universum etwas Neues und nie Dagewesenes ist und es kein Draußen gibt – und der, dass es nur eins von vielen ist, nur ein Teilprozess einer größeren Explosion, und wir mit einem Draußen interagieren, wobei wir nicht sagen können, wie es hinter diesem Draußen weiter geht. Eine Explosion kann es nämlich auch in 2D geben, zwischen zwei Glasscheiben – auch darin gibt’s unendlich viele 1D und 2D-Universen, die auf der untersten Größenebene in n-dimensionale Universen ausarten können. Aber von jedem Punkt der größeren Blasen berühren Sie die Glasscheibe mit Ihren 2D-Eingeweiden und können vielleicht sogar ein Bisschen heraus schielen.
Paul S.
Du gehst inflationär mit dem Gedanken der Unendlichkeit um und das steht im Widerspruch zu einer Hypersphäre.. Die ist geschlossen, bietet aber Platz für Raum und Zeit, wobei das Volumen einer 4D-Hypersphäre mit Radius R als V= 1/2Pi² x R hoch 4 angenommen wird.
Und solange wir das Universum mathematisch erfassen können, solange ist nichts Geheimnisvolles mehr an ihr.
Herr Urban
Sie gehen mit Katastrophenphantasie an dieses Thema. Entweder Big Rip oder der Kältetod. Es könnte sich auch ein Gleichgewichtszustand zwischen Ausdehnung und Zusammenziehen einstellen. Daraus folgt eine ewige Wiederkehr der Planeten, die Leben hervorbringen können. Und da die Menscheit bis dahin auch das Planetenhopping beherrscht wird vieles geschehen, was die Science Fiction Literatur sich ausgedacht hat.
Bleiben Sie optimistisch.
Schicksal des Universums als geschlossener ewiger Kreislauf zwischen Tod und Wiedergeburt ist eigentlich das was man am ehesten Erwarten würde. Das würde zwar das Ende der Menscheit und allen Lebens bedeuten, wäre aber trotzdem noch die “tröstlichste” Vorstellung.
Die Alternative des ewig expandierenden Universums dagegen, welches letztendlich den Kältetod stirbt, lehne ich entschieden ab; da sie mir zu deprimierend ist. 🙂
Vielen herzlichen Dank Euch beiden für diese wundervolle Astro-Geo-Folge, die ich gerade genieße! 🙂
Herzlichen Dank und Grüße zurück an das Nachbarblog!
Hier https://www.morgenpost.de/ratgeber-wissen/article410214604/universum-vor-dem-kollaps-forscher-sagen-sein-ende-voraus.html wird ein viertes “Szenario” genannt: Big Splat.
Lustig und unterhaltend zugleich , wissenschaftlich und spekulativ aber nie langweilig. Dunkle Energie , da hat man wenig oder gar keine Ahnung.
Weiter so !
Hat das Universum als Ganzes ein Schicksal? Ist es unser Schicksal?
Wenn das Universum als Ganzes endet entweder im Big Crunch, Big Rip oder Big Freeze, dann bedeutet das dass das Universum ein Schicksal hat, es bedeutet, dass es für das Universum eine Zeitlinie gibt, der es als Ganzes folgt. Und das wiederum impliziert, dass wir es mit einem weitgehend uniformen, auf grösseren Massstäben gleichförmigen Universum zu tun haben. Es gibt also keine Bereiche im Universum, die vorzeitig und nur für sich zu Ende gehen, sondern wenn schon gibt es ein globales Ende, ein Ende, das wieder einen gleichförmigen Zustand für das ganze Universum darstellt. Doch warum wissen wir, dass das Universum auf grösseren Massstäben gleichförmig ist? Nun, es sind natürlich die Beobachtungen, die uns dazu führen: das sichtbare Universum sieht in alle Richtungen gleich aus und auch die Mikrowellenstrahlung aus den Anfangszeiten des Universums ist in alle Richtungen gleich stark.
Das sichtbare Universum ist also verblüffend gleichförmig, verblüffend homogen. Auch die dunkle Energie ist so eine globale (?) Grösse, die das Expansionsverhalten des sichtbaren Universums erfassen will. Übrigens gibt es neuerdings Hinweise darauf, dass die dunkle Energie keine Konstante ist, sondern, dass sie aktuell abnimmt. Neuere Analysen deuten darauf hin, dass sich die Expansion des Universums möglicherweise nicht mehr beschleunigt, sondern sich bereits in einer Abbremsungsphase befindet. Dies würde die Vorstellung einer sich verändernden Dunklen Energie untermauern und würde damit auch wieder einen Big Crunch ermöglichen.
Das sichtbare Universum ist also gleichförmig und kann mit mehreren Grössen wie der Expansionsrate, der Dunklen Energie, der durchschnittlichen Variabilität etc. beschrieben werden.
Doch bedeutet das, dass auch der Rest des Universums gleichförmig ist? Und wie gross ist der Rest, wie gross ist der Teil des Universums, den wir nicht sehen, weil das Licht von diesen entfernten, sich schneller als das Licht von uns entfernenden Galaxien, uns nie erreichen wird? Antwort: das wissen wir nicht. Das gesamte Universum, das Universum, dass alle Himmelsobjekte umschliesst, nicht nur die Sichtbaren, dieses Universum könnte sogar unendlich gross sein. Das aber bedeutet für mich, dass das uns sichtbare Universum uns völlig falsche Grössen über die zukünftige Entwicklung des Universums geben könnte. Ja, es könnte sogar bedeuten, dass die Gleichförmigkeit, die wir beobachten nur ein lokales Phänomen ist und dass das Universum insgesamt sehr heterogen sein könnte. Dann nämlich, wenn die Teile des Universums, die für uns nicht sichtbar sind völlig andere Strukturen zeigen als der sichtbare Teil.
Ist doch eigentlich ganz einfach mit den Millionen und Milliarden. Die Reihe geht weiter mit Billionen (10^12), Billiarden (10^15), Trillionen (10^18), Trilliarden (10^21), Quadrillionen (10^24), Quadrilliarden (10^27) usw.
Die Angelsachsen hingegen unterschlagen schlicht die -liarden. Bei denen wird jede Erhöhung des Exponenten um 3 so genannt: Millions, billions, trillions, quadrillions. Weswegen deren “billion” bei uns nicht die Billion ist, sondern die Milliarde. Unsere Billion ist bei denen eine “trillion” und unsere Billiarde deren “quadrillion”.
Alles klar? 😉
Spritkopf
Hoffentlich kennt das Universum diese Unterscheidung auch, nicht dass wir überrascht werden.
Herr U. nennt es einfach “aus und vorbei” , ganz lapidar.
Meine Meinung dazu, das Universum ist keine geschlossene Einheit. Am einen Ende endet eine Sonne in einem Schwarzen Loch , am anderen Ende entsteht aus
einer Wasserstoffwolke eine neue Sonne.
Bleiben wir optimistisch.
“….In dieser Folge des AstroGeo-Podcasts erzählt Franzi vom ultimativen Schicksal unseres Universums, was mit ihm am Ende der Zeit passiert…”
(Zitatende)
Ich finde es schon fast kafkesk- skurril, dass Franzi von einem Zeit – Punkt (oder “Ort” ) redet oder reden möchte , von dem sie zu(r) (unserer jetzigen ) Zeit nicht wissen kann, wo er ist bzw. wann er stattfindet. Und der schon zuvor (oder gerade deswegen) in keiner Hinsicht definiert ist bzw. sein kann.
Ist also etwa all das “eigentlich” nicht als “Physik” , sondern eher als metaphysisch- philosophische Spekulation zu betrachten? Oder gar als eine Art von “Science Fiction unter Verwendung physikalischer Begrifflichkeiten” ?
liitle Louis.
Ist Kosmologie kafkaesk ?
Auf jeden Fall ist sie unterhaltssam vorgebracht worden, und dagegen ist ein Parkplatzrempler ein Fliegenschiss. oder auch nicht. Denn der Rempler kostet gleich ein paar tausend Euro.
Für einen verregneten Freigtagmorgen ist es die richtige Lektüre. oder auch nicht.