AstroGeo Podcast: Als die Erde zu Eis erstarrte

Eine Landschaft aus Satelliten-Perspektive: eine eisbedeckte Küste, eine Zone mit Eisbergen, dunkel erscheinendes Wasser

Die Vereisung fing an den Polen an. Eisschollen ballten sich zu Packeis und überspannten bald den arktischen und antarktischen Ozean. Auch Kontinente in der Nähe der Pole wurden von Eis überzogen, während von den großen Gebirgen hinab Gletscher immer tiefer in die Täler vordrangen. Es war der Beginn einer Eiszeit, die eigentlich zur Erde dazugehören: Alle paar Jahrtausende gab es in jüngerer geologischer Vergangenheit solche Phasen. Unsere Vorfahren erlebten und überlebten vor 23.000 Jahren den Höhepunkt der letzten Eiszeit. Aber diese war ganz anders.

Karl erzählt die Geschichte einer der extremsten Phasen der Erdgeschichte: Vor 650 Millionen Jahren froren nicht nur Teile der Kontinente zu, sondern die Erde gefror komplett. Alle Landmassen und Ozeane waren zwischen den Polen und dem Äquator von Eis bedeckt. Der Blaue Planet war weiß geworden. Diese Phase dauerte in zwei Episoden unvorstellbare 67 Millionen Jahre an. Die Theorie hielten die meisten Geologinnen und Geologen zuerst für so extrem, dass es fast 40 Jahre dauerte, bis die Fachwelt die Idee von Schneeball Erde akzeptierte. Denn es fand sich mitterlweile eine Erklärung, wie die zum Schneeball gefrorene Erde auftauen konnte.

Episodenbild: NASA

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Quellen

Veröffentlicht von

www.pikarl.de

Karl Urban wäre gern zu den Sternen geflogen. Stattdessen gründete er 2001 das Weltraumportal Raumfahrer.net und fühlt sich im Netz seitdem sehr wohl. Er studierte Geowissenschaften und schreibt für Online-, Hörfunk- und Print-Publikationen. Nebenbei podcastet und bloggt er.

2 Kommentare

  1. Karl Urban schrieb (06. Sep 2022):
    … wörtlich im description.content der Webseite des vorliegenden SciLog-Artikels:
    > Vor 650 Millionen Jahren breiteten sich Gletscher um die gesamte Erde aus. Lange lehnten Geologinnen und Geologen die Theorie von einer „Schneeball-Erde“ ab, weil […]

    … und im obigen SciLog-Artikel direkt lesbar:
    > […] WP: Schneeball Erde [ https://de.wikipedia.org/wiki/Schneeball_Erde ]

    Im angegebenen Wikipedia-Artikel wird die Beschreibung einer (der) „Schneeball-Erde“ als geowissenschaftliche Hypothese bezeichnet (und es werden dort Argumente als auch Gegenargumente hinsichtlich dieser Hypothese skizziert, insbesondere basierend auf bestimmten geologischen Befunden oder Modell-Annahmen).

    Diese ist (nur) eine von etlichen verschiedenen Beschreibungen (der Erde, ihrer Oberflächen-Beschaffenheit und des Klimas auf ihrer Oberfläche, vor ca. 650 Millionen Jahren), die sich unter Verwendung von Begriffen wie “Gletscher”, “Vereisung”, “Ausbreitung”, “Anteil der (Erd-)Oberfläche”, “Pol”, “Äquator”, “(Erd-)Jahr”, “(Wert der Jahres-Durchschnitts-)Temperatur” usw. formulieren lassen.
    (Für Beschreibungen, die mehr oder weniger deutlich von der „Schneeball-Erde“-Hypothese abweichen, und somit auch mehr oder weniger anderen Modellen entsprechen, liefern die vorliegenden geologischen Befunde vermutlich entsprechend schwächere Argumente bzw. stärkere Gegenargumente.)

    Als Theorien (bzw. entsprechende wissenschaftliche Lehren), die insbesondere die genannten Begriffe definieren und damit zur Formulierung der verschiedenen Beschreibungen (der Erde, ihrer jeweiligen Oberflächen-Beschaffenheit, ihres jeweiligen Klimas) überhaupt erst zur Verfügung stellen, gelten stattdessen insbesondere die Geologie und die Klimatologie (der Erde).

    • Frank Wappler schrieb (15.09.2022, 10:06 Uhr):
      > […] Als Theorien (bzw. entsprechende wissenschaftliche Lehren), die insbesondere die genannten Begriffe definieren und damit zur Formulierung der verschiedenen Beschreibungen (der Erde, ihrer jeweiligen Oberflächen-Beschaffenheit, ihres jeweiligen Klimas) überhaupt erst zur Verfügung stellen, gelten stattdessen insbesondere die Geologie und die Klimatologie (der Erde).

      Zu den wesentlichen, in meinem vorausgegangenen Kommenentar genannten Begriffen gehört ausdrücklich auch der Begriff “geologischer Befund”.
      Theorien (im obigen Sinne) bilden durch ihre Begriffs-Bildungen bzw. -Definitionen die Voraussetzung zur Gewinnung (bzw. Würdigung) jeglicher Befunde, und somit die Voraussetzung nicht nur des Formulierens sondern auch des Testens jeglicher Hypothesen bzw. Modelle.

      (Ein Grund mehr, den Begriff der “Theorie” selbst sorgfältig zu verwenden und vom Begriff der “Hypothese” bzw. des “Modells” zu unterscheiden.)

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