Nennen Sie mich den “Wunderbaren Dextre”

"Nennen Sie mich den "Wunderbaren Dextre", forderte gestern der neue Robot an Bord der Internationalen Raumstation. Ein kleiner Aprilscherz der ISS-Besatzung macht deutlich, welch vielseitiges Werkzeug die Crew der Endeavour bei ihrem kürzlichen Besuch der ISS und ihrer Besatzung übergeben hat. Der "Special Purpose Dexterous Manipulator", kurz "Dextre" ist das vielseitigste Robotsystem, das in der Raumfahrt bislang verwendet wurde.

Dextre ist Teil des kanadischen Beitrags zur ISS, bei dem die Canadian Space Agency (CSA) die Manipulatorarme zum mobilen Service-Systems der Internationalen Raumstation liefert.

Was aus dem Bild nicht hervorgeht: der "wunderbare Dextre" könnte ohne weiteres auch der "mächtige Dextre" heißen und würde in jedem Star Wars- oder Terminator-Epos eine gute Figur machen. Das Robotsystem ist nämlich mehr als 1,5 Tonnen schwer und groß wie ein Haus.

Dextre besitzt einen ausgefeilten und gut bestückten Werkzeugkasten, eine komplexe Mechanik und Elektronik, zwei Arme mit je sieben Gelenken, zwei Greifhände und fünf Fernsehkameras. Er wird eine ganze Reihe von Routine-Außenbordaktivitäten an Bord der ISS überflüssig machen, wie etwa das periodische Wechseln von Batterien oder Lagekontrollkreiseln.

Die so genannten "Extravehikulare Aktivitäten" (kurz EVA's) sind nicht ohne Risiko. Ein Astronaut im Raumanzug außerhalb der Station ist der Strahlung und Mikrometeoriten deutlich stärker ausgesetzt als im Inneren der ISS. Diese Aktivitäten müssen daher auf das unbedingt notwendige Maß begrenzt werden.

Bei komplexen Arbeiten und allen Aktionen, die schnelle Entscheidungen verlangen, wird es aber nach wie vor nötig sein, dass Astronauten die ISS verlassen und selbst Hand anlegen. Trotzdem: Der neue "Facility Manager" für den Außenbereich der Internationalen Raumstation ist der "Wunderbare Dextre".

Ich bin Raumfahrt-Fan seit frühester Kindheit. Mein Schlüsselerlebnis ereignete sich 1963. Ich lag mit Masern im Bett. Und im Fernsehen kam eine Sendung über Scott Carpenters Mercury-Raumflug. Dazu der Kommentar von Wolf Mittler, dem Stammvater der TV-Raumfahrt-Berichterstattung. Heute bin ich im "Brotberuf" bei Airbus Safran Launchers in München im Bereich Träger- und Satellitenantriebe an einer Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Technik tätig. Daneben schreibe ich für Print- und Onlinemedien und vor allem für mein eigenes Portal, "Der Orion", das ich zusammen mit meinen Freundinnen Maria Pflug-Hofmayr und Monika Fischer betreibe. Ich trete in Rundfunk und Fernsehen auf, bin Verfasser und Mitherausgeber des seit 2003 erscheinenden Raumfahrt-Jahrbuches des Vereins zur Förderung der Raumfahrt (VFR). Aktuell erschien in diesen Tagen beim Motorbuch-Verlag "Interkontinentalraketen". Bei diesem Verlag sind in der Zwischenzeit insgesamt 16 Bücher von mir erschienen, drei davon werden inzwischen auch in den USA verlegt. Daneben halte ich etwa 15-20 mal im Jahr Vorträge bei den verschiedensten Institutionen im In- und Ausland. Mein Leitmotiv stammt von Antoine de Saint Exupery: Wenn du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Menschen zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge zu verteilen und Arbeit zu vergeben, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem weiten unendlichen Meer. In diesem Sinne: Ad Astra

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