Interstellar: Wurmlöcher, Schwarze Löcher, Logiklöcher

Es ist irgendwann um das Jahr 2060 und die Klima-Apokalyptiker haben recht behalten. Die Biosphäre der Erde ist ruiniert. Es ist heiß, Sandstürme toben um den Globus und es wächst nichts mehr Essbares außer Mais. Die Menschheit ist stark reduziert, der verbliebene Rest ist vom Verhungern bedroht und kämpft ums Überleben. Raumfahrt wird als unnötig, teuer und schädlich betrachtet. Deshalb musste Astronaut Cooper zum Getreidebauern umschulen. Nun werkeln er und seine Patchwork-Familie – die aufgeweckte Tochter Murphy, sein eher schlicht gestrickter Sohn Tom und Grandpa Donald – auf ihrer Farm herum.

Das Plakat zeigt eine Atlas 5 401. Eine Rakete, die im Film gar nicht vorkommt, aber in unserer Realität schon.

Das Plakat zeigt eine Atlas 5 401 der United Launch Alliance. Eine Rakete, die nirgendwo im Film vorkommt. Bild Thefilmgrapevine.com

So beginnt der Plot zu Christopher Nolans Science-Fiction Film “Interstellar”. Der Streifen wird übrigens in diesem Portal schon zum zweiten Mal unter die Lupe genommen. Die erste Besprechung stammt von Susanne Hofmann und ist hier zu finden. In meiner Kritik, drei Wochen später als Susannes, fließen eine ganze Menge von Kommentaren und Bewertungen meiner Freunde und Kollegen mit ein. Deren Meinungen reichen von “grottenschlecht” bis “bester SF-Film, den ich je gesehen habe”. Das Werk polarisiert also durchaus. Sollten Sie ihn noch nicht gesehen haben, aber noch anschauen wollen, dann lesen Sie hier am Besten nicht weiter, sondern machen sich erst selbst ein Bild.

Ich habe mir vorgenommen, das Thema in etwa 2000 Worten zu beleuchten. Will ich das schaffen, muss ich mir allerdings die Beschreibung der Handlung weitgehend schenken, denn der Film ist fast drei Stunden lang und es ist ganz schön was reingepackt. Ich versuche aber mal ein Gerüst in drei Absätzen zu schildern. Absatz eins haben Sie schon in der Einleitung gelesen. Da war ich eben dabei, zu erzählen, wie Ex-Astronaut Cooper auf seiner Farm herumwerkelt. Da weiß er aber noch nicht…

…dass nur eine Ecke von seiner Butze entfernt die Reste der NASA im Untergrund weiter existieren. Dass es sie überhaupt noch gibt, liegt an einem Wurmloch, das sich vor Jahren in der Nähe des Saturn aufgetan hat. Das führt in eine andere Galaxie, zu einem Planetensystem, das um ein schwarzes Loch kreist, dem man den ebenso hübschen wie passenden Namen “Gargantua” gegeben hat. Die Tiefbau-NASA hat schon vor zehn Jahren ein dutzend Astronauten da durch geschickt, um diese Planeten zu erkunden. Für jeden Planeten einen. Allerdings senden nur drei der zwölf Leute Signale zur Erde zurück, nämlich Miller, Mann und Edwards. Aufgrund physikalischer Störeffekte gelangen deren Botschaften nur fragmentarisch durch das Wurmloch, man weiß also nicht so genau, was sich an dessen anderen Ende so tut. Und dann gibt es ein seltsames binäres Signal in der Farm der Coopers, das den Ex-Astronauten und Töchterchen Murphy schließlich zur eingebuddelten Weltraumbehörde führt. Dort trifft er auf Professor Brand, den Chefwissenschaftler, und dessen Tochter Amalia.

Bei der Höhlen-NASA scheint Professor Brand nur darauf gewartet zu haben, dass Cooper aufkreuzt. Er entsendet ihn zusammen mit Amalia und zwei anderen Astronauten mit dem Raumschiff “Endurance” durch das Wurmloch, um Kontakt mit den drei Wissenschaftlern aufzunehmen, und Plan A oder Plan B umzusetzen. Plan A besteht darin, eine für Menschen bewohnbare Welt zu finden, damit die dorthin umziehen können. Sollte das nicht gelingen, dann ist es Plan B, mitgeführte befruchtete menschliche Eizellen vor Ort auszubrüten und eine neue Menschheit aufzubauen. Bei all dem tun sich Abgründe an menschlichem Sozialverhalten, technischen Problemen und physikalischen Absonderlichkeiten auf. Gegen Ende des Streifens stürzt sich Cooper in Gargantua, um dort das Rätsel der Gravitation zu lösen. Dabei gerät er in eine Art höher dimensionale Projektion des dreidimensionalen Raumes, einen “Tesserakt”. Dem ist die vierte Dimension zugefügt, also die Zeit, und aus diesem Gebilde heraus gelingt es ihm, seiner nun schon erwachsenen Tochter über eine mechanische Armbanduhr durch gravitative Beeinflussung Signale zukommen zu lassen, die schließlich dazu führen, dass Murphy in den kommenden Jahrzehnten (die aber für Cooper nur Sekunden sind) das Geheimnis der Gravitation löst. Am Ende löst sich der Tesserakt auf, was dazu führt, dass der kaum gealterte Cooper seine jetzt steinalte Tochter eben noch auf ihrem Sterbebett antrifft.

Soweit die Handlung ohne Details. Ich habe jetzt von Physik viel zu wenig Ahnung, um die Darstellung von Wurmlöchern, schwarzen Löchern oder eines so hypothetischen Gebildes wie eines “Tesseraktes” zu kritisieren. Sie scheinen mir aber auf jeden Fall künstlerisch ganz gut interpretiert worden zu sein. Ob ein Planetensystem, das um ein schwarzes Loch kreist, ohne dass es in diesem System zusätzlich noch eine “richtige” Sonne gibt, ein sinnvoller Aufenthaltsort für den Neuaufbau einer Zivilisation ist, erscheint mir dagegen schon sehr fragwürdig. Aber die NASA der Zukunft ist personell nur schwach besetzt, da mag es auch schon mal zu gröberen Fehleinschätzungen kommen.

Kaum durchs Wurmloch getunnelt beschließt Cooper, auf einem Wasserplaneten in abenteuerlicher Nähe des schwarzen Lochs zu landen. Von daher stammt zwar eines der drei aufgefangenen Signale (das von Miller oder Edmunds, von wem genau ist mir entfallen, wie ein paar andere Sachen auch in dem Film), aber es ist dennoch eine hochgradig bescheuerte Idee. Tatsächlich würden die raumfahrttechnischen Anforderungen, auf einem Planeten in so grotesker Nähe eines massiven schwarzen Lochs zu landen selbst Captain Kirk von der Enterprise vor unlösbare Probleme stellen. Der Himmelskörper verfügt über eine Schwerkraft von 130 Prozent der Erdgravitation. Aber das ist nur Mückenschiss, verglichen mit dem Umstand, dass der Wasserplanet derart tief in Gargantuas Schwerkrafttrichter liegt, dass die dort generierte Zeitdehnung eine Stunde (Planetenzeit) zu sieben Jahren (Erdzeit) beträgt. Vielleicht kann das mal jemand ausrechnen, der sich mit den mathematischen Grundlagen der Relativitätstheorie auskennt, aber ich vermute jetzt mal, dass man der Lichtgeschwindigkeit schon sehr, sehr nahe kommen muss, um dieser monströsen Gravitationskaverne wieder zu entkommen. Wenn jemand sowas schafft, dann fragt man sich, warum es da noch Wurmlöcher braucht um zu fernen Galaxien zu fliegen. Und ich vermute mal zusätzlich, dass es einen Planeten so nahe an Gargantua ohnehin in molekülgroße Einzelteile pulverisieren würde.

Weil wir grade bei “Wurmloch” sind: Mir selbst – aber ich bin langsam von Begriff und deshalb kein Maßstab – wurde erst nach einer guten Stunde und einer ganzen Flasche Maxlrainer Schlosstrunk klar, dass die Bezeichnungen “Wurmloch” und “Schwarzes Loch” in diesem Film durchaus in einer richtigen – nämlich unterschiedlichen – Bedeutung eine Rolle spielen. Ich war in meiner Naivität das ganze erste Drittel des Werkes der Meinung, dass das in üblicher Hollywood-Dialogwurschtigkeit einfach synonym verwendet wird. Ich bin aber überzeugt, dass selbst am Ende der dritten Stunde den wenigsten Zuschauern die grundlegende Unterschiedlichkeit dieser beiden Gebilde jemals klar wurde. Die meisten verwirrte es erheblich, dass man für die Story ein Wurmloch braucht, um zu einem schwarzen Loch zu gelangen und was das für relativistische Effekte sind, die das eine und/oder das andere betreffen. Mehr noch verwirrt das ständige Herumspringen vom Einen zum Anderen.

Mich überforderte auch die Logik, nach der die Besatzung der “Endurance” den für eine Besiedelung mit weitem Abstand ungeeignetsten Planeten als ersten untersucht. Danach geht sie unverdrossen zum Zweitunwahrscheinlichsten über. Darauf besteht übrigens Amalia, weil sie den Astronauten Mann liebt, den sie aber, nachdem ihn die “Endurance”-Crew aus seinem Tiefschlaf-Sarg befreit hat, in den er sich eingeschlossen hatte, dauernd recht distanziert “siezt”. Und auch er guckt sie kaum jemals an, und sie ihn auch nicht. Komische Art von Verliebtheit. Aber vielleicht dämmert es da Amalia auch schon, dass sich Mann schließlich als DER Oberschurke des Films herausstellt. Erst im letzten Versuch nehmen sie den einzig vernünftigen Planeten-Kandidaten unter die Lupe. Genauer gesagt: Amalia nimmt ihn alleine unter die Lupe, denn zu diesem Zeitpunkt muss sich Cooper leider schon ins Schwarze Loch stürzen. Aber dazu kommen wir gleich.

Nachdem wir jetzt den Punkt “Logik” erreicht haben, nehmen wir mal die verwendete Raumfahrt unter die Lupe. Da wird es – vom Logikfaktor her – ganz, ganz übel. Der Plot vermittelt uns nämlich mehrfach, dass seit Jahrzehnten keine Raumfahrt mehr betrieben wird. Denn die ist schädlich und nutzlos. An einer Stelle erklärt Murphys Geschichtslehrerin sogar, dass die Regierung die Geschichtsbücher geändert habe. In den neuen Büchern werden die Apollo-Mondlandungen als Betrugsmanöver dargestellt, die die USA unternommen hätten, um die Sowjetunion zu ruinieren. Die Mondlandungen seien fingiert gewesen, doziert die Lehrerin, und hätten natürlich niemals stattgefunden. Nur fünf Minuten Spielzeit im Film davon entfernt ist übrigens eine Stelle, wo man einen prächtigen Einsatz von Raumfahrttechnologie bewundern kann, nämlich Coopers über GPS gesteuerte autonome Erntemaschinen.

Tatsächlich aber hat trotz all dieser Behauptungen und der stark reduzierten Größe der NASA die Raumfahrttechnik im Film atemberaubende Fortschritte gemacht, vor allem in der Antriebstechnik. So ist die “Endurance”, das Raumfahrzeug, mit dem sich Cooper und seine Crew auf die Reise machen, ein großes, ringförmiges Schiff, das durch Rotation seine eigene Schwerkraft erzeugt. Es ist so fortschrittlich, dass es in der Lage ist, aus einer niedrigen Erdumlaufbahn heraus in nur zwei Jahren den Saturn zu erreichen. Offensichtlich verbraucht es dabei praktisch keinen Treibstoff, denn an dem Schiff sind nirgendwo Tanks von signifikanter Größe zu sehen. Auf dem Hochgeschwindigkeitstrip zum Saturn führt die “Endurance” unsinnigerweise auch noch ein “Swing-by” am Mars durch, den sie schon nach wenigen Wochen passiert.

Kurioserweise startet die Crew aber mit einer altertümlichen dreistufigen Rakete in die Umlaufbahn (wo die “Endurance” geparkt ist), die stark an eine Saturn V erinnert. Angesichts der personellen Minimalausstattung der im Untergrund agierenden Rest-NASA ist es schon sehr unwahrscheinlich, dass man eine solche Rakete mit nur ein paar Dutzend Leuten betreiben kann. Komplett unglaubwürdig wird es aber im weiteren Verlauf der Story. Denn die “Endurance” verfügt über so genannte “Ranger”-Beiboote, mit denen nach Durchfliegen des Wurmlochs die Planetenlandungen durchgeführt werden.

Diese “Rangers” sind erstaunlich. Es sind senkrecht startende, senkrecht landende Single-stage-to-orbit Fahrzeuge, die zwischen ihren Einsätzen weder gewartet noch aufgetankt werden müssen. Noch nicht einmal dann, wenn sie auf Planeten landen, deren Oberflächengravitation ein Drittel höher ist, als auf der Erde. Da fragt man sich dann doch, warum sie für den Start von einem Planeten mit “Normalschwerkraft” wie der Erde eine dreistufige Rakete in der Größe einer Saturn V brauchen, deren Stufen obendrein offensichtlich “expendable” sind, wenn das doch kinderleicht und im Handumdrehen mit den “Rangers” funktioniert.

Ein Thema, das mich immer den Kopf schütteln lässt, ist denn auch generell der Treibstoffverbrauch in diesen Raumschiffen (oder den Manövriereinheiten der Raumanzüge). Das war schon in “Gravity” mehr als nur ein Wunder. Es werden unfassbare Mengen von Sprit verschleudert, man sieht aber nie irgendwo auch nur eine Ausbuchtung am Fluggerät, hinter der sich ein Tank wesentlicher Größe verbergen könnte. Die Unerschöpflichkeit von Ressourcen (auch wenn man pausenlos behauptet, wie knapp sie doch seien) ist ein wesentliches Stilmerkmal amerikanischer Filme. Was wahrscheinlich daran liegt, dass die Amerikaner keinerlei Vorstellung vom Begriff “knapp” haben. Schon in den Western konnte die Pferde stundenlang mit Höchstgeschwindigkeit galoppieren, ohne jemals außer Puste zu geraten.

Ich stelle mir nun vor, dass eine Gesellschaft, die in so kurzer Zeit derart leistungsfähige Raumschiffe entwickelt hat, ohne größere Probleme Zugang zu allen Ressourcen des Sonnensystems haben sollte. Sie könnte Asteroiden ausbeuten, eine Siedlung auf dem Mars errichten oder große Raumstationen bauen. All das wäre um ein Vielfaches sinnvoller, als ausgerechnet durch ein Wurmloch in eine andere Galaxis zu fliegen um dort die Planeten eines schwarzen Lochs auf ihre Bewohnbarkeit zu untersuchen. Noch vernünftiger wäre es, diese immense technologische Kenntnis dafür einzusetzen, das Überleben auf der Erde selbst zu sichern. Meinethalben in irgendwelchen unterirdischen hydroponischen Anlagen, mit synthetischer Herstellung von Lebensmitteln oder weiß der Deibel, was sonst noch alles möglich wäre. Aber nein, ihnen fällt nichts besseres ein, als Mais und sonst nichts auf der Oberfläche anzubauen und zuzugucken, wie der immer mehr von Staubstürmen verwüstet und vom Mehltau zerfressen wird. Was den Mehltau betrifft: Für dessen solide Bekämpfung hätten sie nur meine Frau zu fragen brauchen. Die weiß, wie sowas zuverlässig geht.

In der zweiten Hälfte des Filmes wird es dann noch haarsträubender. In immer rasenderem Tempo türmt Nolan  jetzt eine absurde Unglaublichkeit auf die andere, bis das Ganze schließlich in einem schrillen Crescendo kollabiert. Da überlebt Cooper, gekettet an einen Roboter, den Eintritt in das Schwarze Loch, wird dort in seine eigene Vergangenheit geschleudert und gibt dann mittels Morsecode über eine mechanische Armbanduhr Instruktionen an seine offenbar telepathisch begabte Tochter.

Sequenzen wie diese haben dann auch rein gar nichts mehr mit einem möglicherweise falschen Einsatz von Wissenschaft zu tun. Sie stimmen so wenig mit irgendeiner Art gesicherter Erkenntnis überein, dass man sie noch nicht einmal als falsch bezeichnen kann. Die Sache mit dem Wurmloch ist so ein Beispiel. Abgesehen von dubiosen mathematischen Modellen gibt es nicht den geringsten Hinweis darauf, dass sie tatsächlich exisitieren. Geschweige denn, dass sie – sollte es sie tatsächlich geben – in irgendeiner Form manipulierbar, stabilisierbar oder durchfliegbar sind. In diesem Punkt hätte sich Nolan genauso gut irgendeiner anderen in SF-Filmen beliebten überlichtschnellen Fortbewegungsart bedienen können, wie Hyperraumsprünge, Warp-Antrieb oder Linearraumflüge.

Aber jetzt höre ich auf, denn meine selbstgewählten 2000 Wort sind geschrieben und ich komme zu meiner Conclusio:

“Interstellar” zitiert an vielen Stellen die beiden Meilensteine der Gattung, nämlich Stanley Kubricks “2001 – Odysee im Weltraum” und “Contact” nach dem Buch von Carl Sagan. In diesem letzteren Film, das nur nebenbei, können Sie Matthew McConaughey übrigens ebenfalls sehen. Diese beiden Filme sind sicher die Besseren des Genres, denn die große Anzahl von Logik-Löchern in “Interstellar” machen eher einem gut gereiften Emmentaler Ehre, als einem Film mit hohem wissenschaftlichen Anspruch. Wegen dieser “Löchrigkeit” würde ich ihn eher neben “Gravity” stellen (auch wenn “Interstellar” kein reiner Raumfahrtfilm ist).

Aber für “Interstellar” wie für “Gravity”, wie für jeden guten Mainstream-Spielfilm ganz generell gilt: Die Fakten dürfen einer guten Story nicht im Wege stehen. Es ist am Ende, allen vollmundigen Behauptungen zum Trotz, ja doch kein erkenntnisgetreues Doku-Drama sondern ein modernen Hänsel- und Gretel-Märchen. Und da wundert man sich ja auch nicht, dass da plötzlich ein Lebkuchenhaus mitten im Wald steht, sondern nimmt das einfach hin. So reiht sich eben Fehler an Fehler, und an manchen Stellen türmen sie sich zu Bergen. Dennoch ist es eine anrührende Story, ein optischer und akustischer Genuß, spannend vom Anfang bis zum Ende.

Nehmen wir den erhobenen Zeigefinger also wieder runter, lehnen uns zurück und genießen den Film.

 

Ich bin Raumfahrt-Fan seit frühester Kindheit. Mein Schlüsselerlebnis ereignete sich 1963. Ich lag mit Masern im Bett. Und im Fernsehen kam eine Sendung über Scott Carpenters Mercury-Raumflug. Dazu der Kommentar von Wolf Mittler, dem Stammvater der TV-Raumfahrt-Berichterstattung. Heute bin ich im "Brotberuf" bei Airbus Safran Launchers in München im Bereich Träger- und Satellitenantriebe an einer Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Technik tätig. Daneben schreibe ich für Print- und Onlinemedien und vor allem für mein eigenes Portal, "Der Orion", das ich zusammen mit meinen Freundinnen Maria Pflug-Hofmayr und Monika Fischer betreibe. Ich trete in Rundfunk und Fernsehen auf, bin Verfasser und Mitherausgeber des seit 2003 erscheinenden Raumfahrt-Jahrbuches des Vereins zur Förderung der Raumfahrt (VFR). Aktuell erschien in diesen Tagen beim Motorbuch-Verlag "Interkontinentalraketen". Bei diesem Verlag sind in der Zwischenzeit insgesamt 16 Bücher von mir erschienen, drei davon werden inzwischen auch in den USA verlegt. Daneben halte ich etwa 15-20 mal im Jahr Vorträge bei den verschiedensten Institutionen im In- und Ausland. Mein Leitmotiv stammt von Antoine de Saint Exupery: Wenn du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Menschen zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge zu verteilen und Arbeit zu vergeben, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem weiten unendlichen Meer. In diesem Sinne: Ad Astra

28 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Eine Nasa, die Raumfahrt mit Restbeständen und zusammengeschrumpften Budget betreibt, kann mit fortgeschrittenen Landefahrzeugen wie oben beschrieben, auftrumpfen. Das hat mich auch gewaltig gestört, denn es passt nicht zusammen, was viel schlimmer ist als Verstösse gegen eine Physik, die sowieso nur wenig Zuschauer verstehen.
    Ich finde es genau darum einen schlechten Film, weil fast nichts zusammenpasst und auch die Beziehungen zwischen den Personen nicht stimmen – bis vielleicht die Beziehung zwischen Murphy und ihrem Vater. Das reicht aber nicht.

  2. “Darauf besteht übrigens Amalia, weil sie den Astronauten Mann liebt,…Komische Art von Verliebtheit.”

    Ne, da hast du was falsch mitbekommen, sie liebte Edwards, den Mann auf dem geeignetsten Planeten (allerdings mit ausgefallenem ping) Cooper bestand darauf, trotzdem zuerst zu Mann zu fliegen, weil die Werte seines Planeten besser aussahen, allerdings ja gefaked waren.

  3. Ich habe auch genau das gedacht was AlMagnifico angesprochen hat. Klar sind deine Kritikpunkte (teilweise, nicht zu vergessen dass es immer noch ein Spielfilm und keine Dokumentation über Astrophysik ist) berechtigt, aber wenn du nicht mal in der Lage bist die storytechnischen Aspekte (Mann – Amalia – Edwards) korrekt wiederzugeben finde ich grenzt es schon an ziemlicher Arroganz diesen (meiner Ansicht nach genialen) Film derart zu zerreißen.

    • Super Kommentar! Das sehe ich genau so. Sich über andere Fehler im Film aufregen und selbst einen Haufen Fehler einbauen. “Wer im Glashaus sitzt…”

  4. Habe mir den Film gestern im Kino angeguckt, und muss sagen das er mir sehr sehr gut gefallen hat., besonders die Optik fand ich sehr schön retro , nicht so wie bei den meisten Sci-Fi Filmen in welchen alles so bombastisch dargestellt ist…
    Insgesamt empfand ich den Film als Hommage an 2001 von Kubkrik und musste auch immer mal wieder an Contact denken. Ich finde er reiht sich ganz gut in diese Reihe von Klassikern ein und bin froh das solche anspruchsvollen Sci-Fi Filme noch gedreht werden….

    Hatte beim lesen ihrer Kritik das Gefühl das sie vielleicht nicht alle Details registriert bzw. verstanden haben , kann ja passieren bei der Länge des Films….
    Den Anfang und manch andere Szene fand ich aber etwas zu lang geraten , darum ist er für mich auch nicht ganz perfekt, aber immer noch sehenswert.

    Jetzt muss ich aber noch meinen Senf zu ihrer Kritik abgeben, da ich einige wichtige Szenen ganz anders verstanden habe…

    “Kurioserweise startet die Crew aber mit einer altertümlichen dreistufigen Rakete in die Umlaufbahn (wo die “Endurance” geparkt ist), die stark an eine Saturn V erinnert. Angesichts der personellen Minimalausstattung der im Untergrund agierenden Rest-NASA ist es schon sehr unwahrscheinlich, dass man eine solche Rakete mit nur ein paar Dutzend Leuten betreiben kann. Komplett unglaubwürdig wird es aber im weiteren Verlauf der Story. Denn die “Endurance” verfügt über so genannte “Ranger”-Beiboote, mit denen nach Durchfliegen des Wurmlochs die Planetenlandungen durchgeführt werden.”
    -Ich habe das so verstanden das auf der Erde an der Raumfahrt gespart bzw. sie komplett verboten wurde. Im All dümpelten die Hi-Tech Schiffe aus glorreichen NASA Zeiten rum, aber irgendwie muss man da ja erstmal mit wenig Geld / Restbeständen hochkommen…

    Wie meine Vorredner schon richtig bemerkt haben war die Dame in Edwards verliebt, der ja im Film dann nicht mehr vorkam….

    Und viel wichtiger , diese Szenen waren ganz anders als von ihnen beschrieben:
    ” Da überlebt Cooper, gekettet an einen Roboter, den Eintritt in das Schwarze Loch, wird dort in seine eigene Vergangenheit geschleudert und gibt dann mittels Morsecode über eine mechanische Armbanduhr Instruktionen an seine offenbar telepathisch begabte Tochter.”

    -Cooper war weder an einen Roboter angekettet noch ist er in seine eigene Vergangeheit gereist(sondern in die seiner Tochter).
    Der Roboter ist parallel zu Cooper mit einem anderen Raumschiff ins schwarze Loch reingeflogen, die beiden hatten nur Funkkontakt. Der Roboter hatte den Auftrag Daten des Lochs zu erfassen und Cooper wollte ja zurück zur Erde bzw.opferte sich quasi für die Frau (um Gewicht ,Sauerstoff etc. zu sparen), damit sie zu ihrem Liebsten fliegen kann…

    …”und gibt dann mittels Morsecode über eine mechanische Armbanduhr Instruktionen an seine offenbar telepathisch begabte Tochter”
    Das passierte meiner Meinung in “Echtzeit”. Die Tochter war in “Ihrer Gegenwart” und Cooper in seiner “Gegenwart” . Er konnte ja über den Tesserakt auf jeden Zeitabschnitt der Tochter “live” zugreifen. Man sieht ja im Film das er sich körperlich nicht verändert hat, weil der Trip für ihn eine andere Zeitrechnung hatte als für die Zurückgebliebenen auf der Erde….

    So, jetzt muss ich mir aber mal Gravity ansehen. Der scheint ja dann eher wieder echtes Popcornkino zu sein…

  5. Also ich fand den Film ganz gut und unterhaltsam. Nett fand ich, dass er ruhig war und nicht so viele Schnitte hatte wie manch andere Hollywood-Actionstreifen (bei denen komme ich aufmerksamkeitsmäßig nicht mehr hinterher). Es war für meinen Geschmack etwas viel Handlung drin, ging aber weil es so ein netter Mix an Handlung war. Süß fand ich dieses typisch amerikanische, dieses übertrieben Patriotische (hat wahrscheinlich aber auch viele gestört). Ich mag diese typisch amerikanische “heile Welt” manchmal – der Vadder immer in Bomberjacke und mit Fliegeruhr, der mit seinen Kindern Blödsinn macht und Drohnen fängt, dann aber ohne zu Zögern in den Weltraum fliegt um die Menschheit zu retten. Eine Mischung aus Naivität und Science Fiction ist immer schön.

    Mit 2001 würde ich ihn jedoch niemals vergleichen, da kommt er meines Erachtens nichtmal annähernd ran…ohne da jetzt zu dick auftragen zu wollen.

  6. AlMagnifico, Heinzo und Manou: Oijoijoij, ich werde inzwischen selbst in der Familie schon schwer gerügt, dass ich zwar jedes falsch gedrehte Schräubchen an einem Raumschiff erkenne, dass mir aber auf der anderen Seite völlig entgeht, obwohl es glasklar dargestellt ist, wer hier mit wem und warum verbandelt ist. Sicher war ich grade an dieser entscheidenden Stelle zu sehr mit Popcorn und Bier beschäftigt. Wenig wohlmeinende Stimmen in meiner Umgebung meinen aber – völlig zu unrecht natürlich – dass mich das einfach nicht interessiert.

  7. Zwei Dinge: Den Unterschied zwischen Wurmloch und schwarzem Loch hat der Zuschauer meiner Meinung nach sehr gut verstanden, keiner meiner Freunde hatte Probleme dabei, die Begriffe auseinanderzuhalten. Zudem wurde das Wurmloch recht anschaulich erklärt.
    Und verliebt war Amalia doch nicht in den “Oberschurken”, sondern in den Menschen auf dem letzten Planeten. Sie hätte ihn gern gesehen, doch Cooper sah die Entscheidung als zu emotional an. Oder habe ich das falsch in Erinnerung?

  8. Aaaah und Ohhhh. Schreiben hier wirklich Erwachsene darüber das es in den Film Interstellar so nicht ganz mit rechten Dingen zugehen kann ? Es geht schon nicht das ein Vergaserauto in einem solchen Sandsturm zehn Meter fährt ! Mit keinem Luftfilter der unter diese Motorhaube passt. Und in diesem Film geht es auch nicht um Raumfahrt und allen Schnickschnack. Das ist nur Oberfläche. Unwichtig. ( Trotzdem war und ist alles wunderbar anzusehen ! ein Genuss !, sehr gut gemacht, und kraftvoll gespielt !) Das ist ein Film über einen Menschen und seine Motivation.-Und deren Konsequenzen.

  9. Ich würde auch beispielsweise nie an Star-Trek rumnörgeln. Das ist – von der beschriebenen Technik her – wirklich sinnfreier Nonsense. Aber wenn ein Film wie “Interstellar” ausdrücklich auf wissenschaftliche und technische Genauigkeit Anspruch erhebt, und für diesen Zweck sogar wissenschaftliche Koryphäen als Berater anheuert, dann muss er sich auch daran messen lassen. Und wenn Sie meine letzten beiden Absätze auch noch gelesen haben sollten: mir gefällt der Film durchaus und ich empfehle ihn jedem (und jeder) ihn anzugucken. Es gab in diesem Jahr keinen besseren SF-Film in den Kinos.

  10. Na, die Story war schon ein ziemliches Durcheinander. Woran die laute Filmmusik auch nicht ganz unschuldig war. Die Physik – nicht drüber nachdenken! Hilft! Aber bei dieser Zeitdilatation von 1 Std. zu 7 Jahren … du liebe Güte! Das wäre ein Abstand zum schwarzen Loch, wo kein Auge trocken bliebe! Gamma- bzw. Röntgenstrahlung sowie Grilltemperaturen vom Feinsten.
    Aber es ist ja ein Film und keine Doku. Für meinen Geschmack waren die letzten beiden StarTrek’s-Filme besser – die Zeitdilatation wurde z. B. besser gehändelt. Aber über Geschmack … usw.
    Ich war von Interstellar nicht begeistert – Note 3+ vielleicht.

  11. Danke für die Kritik – eine schöne Zusammenstellung der Logiklöcher. Ich empfand das Ansehen des Films als Zeitverschwendung. Mich macht es immer traurig zu sehen, wenn Regisseure einen Eimer bunten Kleister nehmen, um eine Story zusammenzuleimen, die hinten und vorn nicht zusammenhält. Und dann ein großes Gedöns von Sound- und Grafikeffekten drum herum veranstalten, auf dass dem Zuschauer nicht auffalle, wie klapprig die Geschichte ist. Übrigens bin auch ich dem Missverständnis aufgesessen, Amalia sei in Mann verliebt. Was jetzt nicht gerade für die Erzählkunst des Films spricht.

  12. @ Frank Schubert

    Sorry, aber wer nicht mitbekommt, das Amalia in Edwards und nicht in Mann verliebt ist, hat es entweder generell nicht so mit dem Zuhören oder war vom Film so gelangweilt, das er schon abgeschaltet hatte.
    Am Film lag es jedenfalls nicht, denn diese Stelle wurde extrem plausibel in einem etwa 5 minütigen Dialog zwischen Cooper und Amalia abgehandelt…

  13. Auf dem ersten planeten: Wie koennen so hohe wellen in so seichtem wasser entstehen??
    der horizont eines schwarzen loches ist die grenze, point of no return, uberschreitet man diese gibt es kein zuruck. Nicht mal licht schafft es da noch hinaus. cooper aber schon. Respekt.
    im schwarzen loch wird danm noch kurzeehand eine verbindung zu der vergangenheit seiner tochter aufgebaut Mit hilfe von sowas wie 3d skype um ihr dann daten uber das schwarze loch zu morsen. Pfffffttt. Totaler schwachsinn. Welche daten aus einem schwarzen loch kann man denn verwenden um die gravitation woanders aufzuheben??

  14. “Darauf besteht übrigens Amalia, weil sie den Astronauten Mann liebt, den sie aber, nachdem ihn die “Endurance”-Crew aus seinem Tiefschlaf-Sarg befreit hat, in den er sich eingeschlossen hatte, dauernd recht distanziert “siezt”. Und auch er guckt sie kaum jemals an, und sie ihn auch nicht. Komische Art von Verliebtheit.” <<< Sorry, also ihre Problematik mit der Unterscheidung von Wurmloch/Schwarzes Loch, geschenkt. Nur wieso sollte man nach diesen/ihren Sätzen hier noch wieterlesen?! Zum Thema Logik?! …wenn sie offensichtlich das ja noch nicht einmal gecheckt haben?

  15. Also ich fand den Film ziemlich unterhaltsam und fand es toll, dass relativ viel Physik eingebaut wurde…
    …über andere Fehler konnte ich hinwegsehen, aber dieses esoterische Schwarze Loch – und das er den Fall hinein natürlich überlebt – wurde dann etwas zuviel des Guten.
    …was mich besonders gestört hat, war die Pointe: Liebe liegt immer richtig, überbrückt Zeit und Raum und alle Hindernisse und führt – wenn sie nur tief genug ist – blind zum Erfolg, während Wissenschaft versagt. Dies sogar doppelt: Der geliebte Edwards hat _natürlich_ implizit den richtigen Planeten gefunden, einfach weil Amalia ihn liebt und _natürlich_ sind Cooper und Murphy irgendwie über das halbe Universum miteinander verbunden. Das ist in meinen Augen eine gefährliche Botschaft für die Zuschauer und unsere Wirklichkeit. Ich glaube durchaus, das Kulturelles Schaffen (dazu zähle ich Interstellar) unser Denken und unsere Urteile beeinflusst. Und man sollte Emotionen sicher nicht vernachlässigen, aber auch nicht metaphysisch glorifizieren. Ich kenne leider nicht wenige Personen (vornehmlich weibliche), die eine metaphysisch- schicksalsmächtige ‘Macht der Liebe’ für absolut real halten.

  16. Hallo ihr!
    Also, ich habe jetzt die Kritik nur überflogen, habe aber schon dabei einen erheblichen Fehler gefunden. Amalia Brand will nicht zu Manns Planeten, weil sie ihn liebt. Sie will NICHT zu Manns Planeten, weil sie Edmunds liebt. Das nur am Rande.

  17. Hallo zusammen. Was mir bei dem Film etwas aufgestoßen hat ist besonders der erste Planet auf dem sie landen. Amalia versucht trotz des Wissens wie wenig Zeit sie dort haben an kaputten Wrackteilen rumzurütteln während eine riesige Welle auf sie zurauscht und obwohl der Planet von vorn herein offensichtlich kaum geeignet ist. Klar das an dieser Stelle unbedingt jemand draufgehen muss. Dieser Part erschien so dämlich konstruiert als wenn jemand in einem Horrofilm fragt “Hallo, ist da wer?” Genauso mit Mann der eine lange gefährliche Reise antritt um dann doch die Rettung der Menschheit aus lauter Heimweh vermurksen zu wollen. Die Idee mit dem schwarzen Loch und der Uhr fand ich dafür echt gut. Obwohl die Frage bleibt wie es sein kann das Cooper sich selbst die Koordinaten der Nasa schickt und damit überhaupt erst in der Lage ist die Mission zu starten und sich selbst die Koordinaten zu schicken. Mal abgesehen davon dass der Ablauf nicht passt, verursacht er dadurch zumindest theoretisch eine fette Zeitschleife. Das war mir dann doch etwas zu abstrakt. Insgesamt ist es trotzdem ein sehr schöner sehenswerter Film der eben wie jeder Scifi seine großen schwarzen Logiklöcher hat.

  18. Klasse, dass es so viele Stimmen zu einem Kommentar über einen SciFi-Film gibt. Ich habe den Film vor kurzem erst auf DVD gesehen und war von der technischen Darstellung auf der einen Seite begeistert (z. B. die Funktionalitäten des kastigen Roboters, die Berücksichtigung des Umstands, dass es im All keinen Schall gibt und die sehr gute Tricktechnik) von der Logik und der mangelnden Beachtung weiterer physischer Gesetzte aber enttäuscht. Genau die teils bereits erwähnten Kritikpunkte wie die “bewohnbaren” Planeten an Rändern von schwarzen Löchern (massive Gravitationseinflüsse, intensive tödliche Strahlung), ungeklärte Erdapokalypse (wegen vermeintlichem Klimawandel? Dann müsste es ja viele Niederschläge geben, da mehr Wärme = mehr Verdunstung…), das Überleben beim Hineinfliegen in ein schwarzes Loch (selbst das schadlose Durchfliegen das Wurmlochs machte mich stutzig) und die zum Ende hin enorm konstruierte Geschichte von fünfdimensionalen Wesen haben die im Grunde interessante Story irgendwie versaut. Auch, dass es die Menschen in ca. 75 Jahren nach Lösung des “Gravitations-Rätsels” (welches immer das sein mag) geschafft haben sollen bewohnbare Raumstationen im Sonnensystem aufzubauen, aber etwas ähnliches nicht auf der Erde konstruieren können (wo die Bedingungen trotz Apokalypse noch immer besser ein dürften als im leeren Raum) ist absolut unlogisch.

    • Zu Ihren Kritikpunkten “Genau die teils bereits erwähnten Kritikpunkte […] interessante Story irgendwie versaut” kann ich Ihnen nur das Buch “The Science of Interstellar” des Physikers Kip Thorne empfehlen, der den wissenschaftlichen Teil des Films beigesteuert hat. Dort werden die benannten vermeintlichen Fehler überzeugend erläutert.

  19. Physikalische Ereignisse in einem Film für Logikfehler zu halten, die im Moment weder bewiesen noch widerlegt werden können, liegt wohl an der Natur des Menschen. Neues ist immer schlecht, Veränderungen sind schlecht, Abweichungen von der “Norm” sind schlecht… Dabei würde es uns ohne Veränderungen gar nicht geben. Ich finde diese Meinungen mittelalterlich und engstirnig.

    Fakt ist das wir im Moment noch keinen blassen Dunst von Wurmlöchern, schwarzen Löchern und der gleichen haben. Sämtliche physikalische Erkenntnisse beruhen nur darauf was auf der Erde passiert oder von ihr zu sehen ist. In der Medizin geht es immer noch zu wie vor hundert Jahren, ja mit schickeren Instrumenten und in höherer Präzision aber es wird immer noch geschraubt, gesägt, geschnitten und genäht. Was chemische Zusammensetzungen im menschlichen Körper anrichten wissen wir erst wenn wir sie testen, das schreiben wir dann auf die Verpackung und verkaufen es in Apotheken…

    Und dann bilden sich doch tatsächlich welche ein, sie könnten fehler in einem SciFi Film “aufdecken”. Das ist so lustig…

    Meiner Meinung nach fehlt dem Film nur ein paar erzählerische Hintergründe, wie zum Beispiel das es auf der Erde einfach keine Ressourcen mehr gibt um noch mehr Treibstoff für die Rover und dem Raumschiff herzustellen und um diese zu sparen, werden sie halt mit “altmodischen” mitteln von der Erde befördert. Das erklärt dann aber trotzdem noch nicht wie so einfach und schnell die strecken im neuen System überwunden wurden.

    Und am Ende stört mich ein wenig das viel zu kurze Wiedersehen mit Murphy auch hätte es ein paar Szenen mit ihren Nachkommen geben müssen, schließlich sind es auch seine Nachkommen doch er schüttelt ihnen nichtmal die Hand oder stellt sich vor.

    Für mich ein Film mit 9 von 10 Punkten.

    Bitte etwas mehr Offenheit und Toleranz gegenüber neuen Ansätzen.

  20. Also anscheinend haben hier einige null Ahnung von Physik. Ein Wurmloch ist eine Krümmung der Raumzeit, sprich es verbindet zwei Orte der selben Raumzeit oder zwei unterschiedliche Raumzeiten eines Multiversums (Gesamtheit aller Parallelwelten). Man sieht auch gut wie das Wurmloch Kugelförmig ist, als das Raumschiff sich nährt und in das Wurmloch eindringt. Dies ist alles korrekt in der Theorie. Das Schwarze-Loch ist auch korrekt dargestellt, nur geht man davon aus das dort nichts ist, aber gibt es nichts??? also alles Theorie genauso wie die Wurmlöcher. Wissen tut man praktisch gar nichts. Denn die Ergebnisse mathematischer Formeln sind zwar mathematisch richtig, aber in der Natur bzw. physikalisch nicht immer möglich.

  21. Ich habe nicht den gesamten Artikel gelesen, da es mir schon nach wenigen Absätzen gereicht hat. Man merkt dem Verfasser an, dass er sich offenbar an allerlei vermeintlich (!) falsch dargestellten Details hochzieht, aber überhaupt kein Gespür für den Plot und dessen Details besitzt. Der Artikel strotzt vor falschen Beobachtungen und unter dieser Prämisse kann ich alle weiteren Theorien gar nicht mehr ernst nehmen, denn da fehlt mir schlichtweg die Vertrauenswürdigkeit des Verfassers. Sorry, aber wer auf einem so hohen Ross sitzt (der Kommentar des Verfassers vom 1.12.14 bestätigt das noch), sollte dem schon mit absoluter Gründlichkeit gerecht werden. Diese mangelnde Beobachtungsleistung empfinde ich als höchst unwissenschaftlich.

  22. Es gibt Menschen, die den tieferen Sinn dieses Films nicht verstehen können.
    Es gibt Menschen, die sowenig physikalisches Allgemeinwissen haben, dass sie die wirklich anschaulichen Erklärungen im Film nicht verstehen können.
    Es gibt Menschen, die nicht verstehen, dass ein Science Fiction (deutsch: Fiktion, Fantasiegebilde) keine Dokumentation ist.
    Es gibt Menschen, die nicht verstehen können, dass bei unerforschten physikalischen Phänomenen die Fantasie des Regisseurs nicht bewertet werden kann.
    Es gibt Menschen, die nicht verstehen können, dass bei dieser sehr komplexen Geschichte nicht alles erklärt werden kann, es sei denn man macht ihn 6 statt 3 Stunden lang.
    Es gibt Menschen, die die parallelen Abläufe im All und auf der Erde nicht verstehen können.
    Es gibt Menschen, die die Verhältnisse der Personen untereinander nicht verstehen können.

    Dann gibt es Menschen, die gar nichts von all dem verstehen können.

    Und dann gibt es Menschen, die nicht verstehen können, dass man keine Rezension schreibt, wenn man von all dem gar nichts verstehen kann.

    Viel Spaß beim Schrauben-Zählen! 😉

  23. Also,
    1. Fliegen sie an LETZER Stelle zu Edmund S. ihrem Geliebten.
    Nicht in zweiter, wie oben geschrieben.
    2. Was haben die Apollo Missionen mit GPS zu tun?
    Ich weiß es selber nicht genau, ich kann aber sagen das ein für GPS zuständiger geotaionärer oder nicht stationärer Satellit nicht auf dem Mond platziert ist.

    Kritik hat ja schon bald mehr Logikfehler als der Film selbst.
    mfg

  24. Es gab noch weitere Logikfehler. Beispielsweise lässt Cooper sich in Gargantua stürzen, landet aber dann wieder im Wurmloch – für mich der krasseste Logikfehler. Auch die extrem hohen Wellen würden einen Sog erzeugen, der den Astronauten buchstäblich das Wasser unter den Füßen wegziehen würde. Die paar Monate zum Mars sind eher realistisch, auch die Reiselänge zum Saturn hebt mich jetzt nicht sonderlich an. Der Film ist allerdings absolut großartig und bietet alles, was man von einem Sci-Fi – Abenteuer erwartet. Natürlich ist es eher unglücklich montiert, dass die “Ranger” spielend einfach landen und starten, man aber für den Weg zur “Endurance” die altertümliche Rakete wählt, aber wie gesagt, bleibt es ein Film, ein wirklich guter. Für mich der beste Sci-Fi-Film ….

  25. Es macht keine Spass eine Rezension zu lesen, wenn sich der Autor nicht mal die Mühe macht, die Namen in dem Film auf die Reihe zu bekommen. Oder aber den Inhalt falsch wieder gibt: Nirgends wird im Film gesagt, dass nur 3 der 12 Astronauten zurücksenden, sondern es wird darauf hingeweisen, dass die Ressourcen fehlen, um alle 12 zu retten. Folglich wird ein System aufgewählt, dass die höchste Erfolgsquote bwsitzt: eins mit 3 möglichen Planeten. Nicht Cooper beschliesst auf Millers Planet zu landen, sondern alle 4 entscheiden dies gemeinsam.

    Ich hatte dann keine Lust mehr weiter zu lesen.

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