China startet Radarsatelliten

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Die hohe Startdichte chinesischer Träger hält unvermindert an. Beim inzwischen bereits zehnten Weltraumstart des Jahres brachte eine Trägerrakete des bislang unbekannten Typs Long March 4C in den frühen Morgenstunden des gestrigen Montags einen Radar-Erdbeobachtungssatelliten in den Orbit. Der Start erfolgte um 0:48 Uhr vom Weltraumzentrum Taiyuan. Der 2.700 Kilogramm schwere Satellit mit der Bezeichnung Yaogan-3 wurde 13 Minuten nach dem Liftoff sicher im Orbit ausgesetzt.

  

Das Raumfahrzeug ist das dritte in einer neuen Serie von Satelliten die mit einem Synthetic Aperture Radar (SAR) ausgerüstet sind, einer der fortschrittlichsten Technik zur Erdbeobachtung. Laut Aussagen der chinesischen Offiziellen soll das Fahrzeug für geowissenschaftliche Anwendungen eingesetzt werden. Man kann jedoch mit Sicherheit davon ausgehen, dass der Satellit vorwiegend militärisch genutzt werden wird.

Überraschend kam bei diesem Start eine neue Trägerrakete zum Einsatz, die mit Long March 4C bezeichnet wird. Dieser Typ wurde nie zuvor erwähnt. Allerdings sind in der chinesischen Raumfahrt "neue" Träger häufig nur gering modifizierte Varianten vorhandener Raketen. Aus den Bildern geht hervor, dass die Basisstufe der Long March 4 offensichtlich unverändert beibehalten ist. Möglicherweise wurde aber eine neue zweite Stufe verwendet. Die Nutzlastverkleidung stammt offensichtlich von der Long March 3B.

Sowohl der Satellit als auch die Trägerrakete wurden von der Shanghai Academy of Space- flight Technology (SAST)" in Zusammenarbeit mit der "China Aerospace Science and Technology Corporation (CASC)" entwickelt und gebaut.
Yaogan 1 wurde am 27. April von Taiyuan aus gestartet, Yaogon 2 von Jiuquan. Diese beiden Satelliten wurden jeweils mit einer Long March 4B und einer Long March 2D in den Orbit gebracht.

Der Start am Montag war der insgesamt 105. erfolgreiche Orbital- und Raumsondenstart Chinas, der 23. Satellitenstart von Taiyuan und der dritte von Taiyuan in diesem Jahr.

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Ich bin Raumfahrt-Fan seit frühester Kindheit. Mein Schlüsselerlebnis ereignete sich 1963. Ich lag mit Masern im Bett. Und im Fernsehen kam eine Sendung über Scott Carpenters Mercury-Raumflug. Dazu der Kommentar von Wolf Mittler, dem Stammvater der TV-Raumfahrt-Berichterstattung. Heute bin ich im "Brotberuf" bei Airbus Safran Launchers in München im Bereich Träger- und Satellitenantriebe an einer Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Technik tätig. Daneben schreibe ich für Print- und Onlinemedien und vor allem für mein eigenes Portal, "Der Orion", das ich zusammen mit meinen Freundinnen Maria Pflug-Hofmayr und Monika Fischer betreibe. Ich trete in Rundfunk und Fernsehen auf, bin Verfasser und Mitherausgeber des seit 2003 erscheinenden Raumfahrt-Jahrbuches des Vereins zur Förderung der Raumfahrt (VFR). Aktuell erschien in diesen Tagen beim Motorbuch-Verlag "Interkontinentalraketen". Bei diesem Verlag sind in der Zwischenzeit insgesamt 16 Bücher von mir erschienen, drei davon werden inzwischen auch in den USA verlegt. Daneben halte ich etwa 15-20 mal im Jahr Vorträge bei den verschiedensten Institutionen im In- und Ausland. Mein Leitmotiv stammt von Antoine de Saint Exupery: Wenn du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Menschen zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge zu verteilen und Arbeit zu vergeben, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem weiten unendlichen Meer. In diesem Sinne: Ad Astra

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