Biblische Archäologie – ein geschichtlicher Rückblick

BLOG: Archäologische Spatenstiche

Anregungen zur Umwelt der Bibel
Archäologische Spatenstiche

Erika GittDie Archäologie Palästinas unterliegt wohl wie keine andere einem ungeheuren Wandel. Ein Interesse an der Altertumskunde des „Heiligen Landes“ ist schon sehr früh belegt.

Ab dem 2. Jh. ist die Verehrung von „heiligen Orten“ aus der Bibel, oder in Beziehung zu Märtyrern stehend, zu verzeichnen und so ist eine Identifikation solcher von großem Interesse. Der erste belegte Märtyrer dort, war Polykarp. Er war der Bischof von Smyrna und starb den Märtyrertod um 167/168 n. Chr. Nach seinem Tod wurde ein Bericht an mehrere Gemeinden versandt, der die erste belegte Märtyrerverehrung dokumentiert:

 

„Als der das Hinrichtungskommando befehligende Hauptmann die Streitsucht der Juden bemerkte, ließ er den Leichnam in die Mitte des Scheiterhaufens rücken und nach ihrer Gewohnheit verbrennen. Auf diese Weise konnten sie später seine Überreste, die kostbarer sind als Edelsteine und wertvoller als Gold, sammeln und an passender Stätte beisetzen. Dort wird uns der Herr vergönnen, wenn möglich, uns in Jubel und Freude zu versammeln, um den Tag seines Martyriums als Geburtstag festlich zu begehen, zum Gedächtnis derer, die ausgekämpft haben, und zur Übung und Zurüstung der künftigen Märtyrer.“ (A.M. Ritter, Alte Kirche- und Theologiegeschichte in Quellen, Neukirchen-Vlyn 1977, 40)

 

Das erste Werk über die Palästinakunde stammt von Eusebius von Cäsarea (260/65 – 339). Seit 313 war er Bischof von Cäsarea und hatte damit Zugang zu einer beachtlichen Schriftensammlung. Mit Hilfe dieser schrieb er seine Vita Constantini, aber auch sein Onomastikon (= Namensverzeichnis) entstand hier. Es befasst sich alphabetisch mit den Orten, die im Zusammenhang mit der Bibel stehen und beschreibt ihre Lage sowie alle bekannten Fakten, die ihm zur Verfügung standen. Natürlich lag er nicht in allen Dingen richtig, doch ist dieses Werk noch heute für die Wissenschaft von großer Hilfe. Schon im 4. Jh. wurde es von Hieronymus überarbeitet und ins lateinische übertragen.

Etwa zu gleichen Zeit in dem das Onomastikon entstand, entstehen auch die ersten Pilgerberichte. Dabei scheint der Bericht eine Pilgers aus Bordeaux von 333 der älteste erhaltene zu sein. Sein „Reisetagebuch“ beschreibt verschiedene Stationen seiner Pilgerfahrt. Dabei legt er eine deutliche Gewichtung auf Jerusalem. Ein weiterer wichtiger Bericht stammt von einer Pilgerin namens Eugeria, die zwischen 381 und 384 Ägypten und Kleinasien bereiste. Die nachfolgenden Pilgerberichte stammen aus einer Zeit, in der das Pilgertum gewaltige Maße annahm und die Berichte an Qualität drastisch abnehmen (Interessanter Artikel zum Pilgertum in der Epoc 2/2010). Auch konnte man nicht immer sicher sein, dass die Reisen, die beschrieben wurden, auch stattfanden. Ein Beispiel dafür ist Ritter Jörg von Ehingen, der Kammerherr von Graf Eberhard im Bart, dem Begründer der Tübinger Universität. Er skizziert 1454 eine Reise, die nie stattgefunden hat und somit reine Fiktion ist.

Im 18. Jh. entstand ein neues Interesse an den heiligen Stätten. Dabei standen nicht mehr, wie zuvor, die heilsgeschichtlich wichtigen Orte im Mittelpunkt, sondern alle Ortschaften, die in der Bibel erwähnt werden. So entstanden wieder Reiseberichte im Stil der alten Pilgerberichte.

Im 19. Jh. begann man solche Berichte auszuwerten, sowohl die frühchristlichen als auch die im vorherigen Jahrhundert entstandenen. Dabei kam das Problem zutage, dass nur wenige Stätten wirklich gut bekannt waren. Die meisten Orte waren seit Eusebius vergessen und nicht mehr besucht worden. So machten sich Personen wie Ulrich Jasper Seetzen (1767 – 1810) und Johann Ludwig Burckhardt (1784 – 1817) auf den Weg, um die Orte selber zu besuchen und sich ein eigenes Bild vom Umfeld zu machen. Dabei wurde Burckhardt zum Entdecker von Petra. Leider starben beide auf ihren Reisen und hinterließen statt einer ausführlichen Veröffentlichung nur Tagebücher. Eine weitere Person dieser Zeit ist Edward Robinson (1794 – 1863). Er besuchte Palästina 1838 und 1852. Dabei plante er seine Reisen penibel und versuchte durch Namensverwandtschaften alte biblische Orte zu identifizieren. Auf seiner Arbeit bauten fast alle nachfolgenden Untersuchungen dieser Art auf. Der französische Zeitgenosse Victor Honoré Guérin (1821 – 1890) widmete sich wesentlich stärker den vorhandenen Überresten. Insgesamt bereiste er Palästina drei Mal und führte erste kartografische Untersuchungen durch, die im Rahmen des Surveys of Western Palestine (1880 – 1884) stattfanden. Bis heute sind diese Karten eine große Hilfe für weitere Untersuchungen. Ähnliche Surveys fanden auch für das Ostjordanland unter Gottlieb Schumacher (1857 – 1925) und für Edom und Moab unter Alois Musil (1868 – 1944) statt.

Das 19. Jh. ist auch das Jahrhundert, in dem die ersten Vereine entstehen, die sich der Erforschung dieses Landes widmen. Unter anderem sind da der Palestine Exploration Fund, der heute älteste Verein dieser Art (1865 in London gegründet) und der Deutsche Verein zur Erforschung Palästinas. Die erste Institution vor Ort in Jerusalem wird 1890 von den Franzosen gegründet, die École Biblique et archéologique française. Sie setzte sich die Erforschung des Landes in Verbindung mit der Exegese zum Ziel. Weitere Institute folgten: Eine Zweigstelle der American Schools of Oriental Research (1900), das Deutsche Evangelische Institut für Altertumswissenschaft des Heiligen Landes (1902), die British School of Archaeology (1909) und das Studium Biblicum Franciscanum (1923).

Mit der Entstehung der Institute vor Ort beginnen auch die ersten Grabungen. Ch. Warren ließ 1867 – 1870 in Jerusalem Schächte graben, die zwar noch sehr unmethodisch waren, doch schon recht wichtig für das Verständnis der Stadtgeschichte. Nach ihm wurde später der Warren-Schacht benannt.

Die erste als wissenschaftlich zu bezeichnende Grabung fand unter Flinders Petrie 1890 auf Tell el-Hesi statt. Er hatte bereits in Ägypten Erfahrung gesammelt und konnte sie teilweise auch in Palästina anwenden. Er beschäftigte sich intensiv mit der Keramik, um durch sie Chronologien festzustellen. Doch besaß seine Ausgrabung noch einen schweren Denkfehler: Er ging davon aus, dass ein Siedlungshügel an allen Stellen gleich hoch anwächst, was de facto nicht der Fall ist, so dass seine Datierungen zum Teil als falsch gewertet werden müssen. Dennoch sind seine ersten Grabungen ein Meilenstein in der Archäologie des Heiligen Landes.

Nach dem Start der ersten Grabungen war man bemüht die Techniken kontinuierlich zu verbessern und schöpfte dabei aus vielen anderen Archäologien anderer Länder. Einen jähen Einschnitt in die Grabungstätigkeit setzte im 2. Weltkrieg ein. Man war schlichtweg „mit anderem beschäftigt“.

Erst ab 1948 wandte man sich wieder verstärkt der Archäologie zu. Hauptsächlich überprüfte man in dieser Zeit mit neueren Methoden alte Ergebnisse.

Die 70er Jahre stellten wieder einen Wendepunkt dar: Man setzte den Schwerpunkt wesentlich stärker auf Städte und Gebiete mit nationaler Bedeutung, das heißt Ortschaften, die Informationen über die Landnahme und Ähnlichem geben könnte und so auch politisch interessant werden könnten.

Die 80er brachten eine neue Generation von Forschern hervor, die ganz andere Fragestellungen an die Ausgrabungsstätten stellten. Dabei ging es vor allem um die jüdische Geschichte im Allgemeinen. So entstanden Projekte wie das „Survey of Israel“, die das Land in 10 x 10 km Quadraten unterteilten und erforschten. Man ist nicht mehr an einzelnen „Geschichten“ und Orten interessiert, sondern möchte das Land in der Gesamtheit erfassen.

In der Gegenwart nimmt die Archäologie bei weiten nicht mehr den Stellenwert ein, den es noch vor 20 Jahren hatte. Das Land hat emotional einen großen Wandel durchgemacht. War man in den 50er und 60er so sehr an der Geschichte des Landes, das nun der Staat Israel war, interessiert, so ist die Generation, die heute in Israel lebt fest mit dem Land verwoben und nimmt vieles wesentlich selbstverständlicher hin, als es die Vorgängergeneration tat. Dies hat natürlich direkte Einflüsse auf die Archäologie selbst. Zum einen nimmt es der Erforschung den politischen Druck (der aber noch längst nicht vollständig verschwunden ist!) und man kann sich nun auf ganz andere Fragestellungen einlassen. Zum anderen fehlen vielerorts die Gelder, die nun häufiger ausbleiben.

Israel ist heute eines der besterforschten Flecken der Erde. Es ist zu hoffen, dass dies auch weiter so bleibt und man sich weiteren Fragestellungen zuwendet. Gegenwärtig geht die Tendenz dahin, dass man eher Orten mit „Tourismuspotenzial“ den Vortritt gibt. Die Gefahr dabei besteht, dass Projekte, die zwar für die Wissenschaft von großer Bedeutung wären, aber für den Tourismus unerheblich, auf der Strecke bleiben könnten. Es ist abzuwarten, ob der Staat Israel die Wissenschaft als Instrument für den Tourismus missbrauchen wird, oder ihr weiterhin auch die Möglichkeit einräumt unkommerzielle Untersuchungen durchzuführen.

 

 

Einige Literatur:

W. Zwickel, Einführung in die biblische Landes- und Altertumskunde, Darmstadt 2002.

H. Donner, Pilgerfahrt ins Heilige Land. Die ältesten Berichte christlicher Palästinaberichte (4.-7. Jahrhundert), Stuttgart 1979.

M.S. Drower, Flinders Petrie: A Life in Archaeology, London 1885.

Veröffentlicht von

Erika Gitt studierte an der Westfälischen Wilhelms Universität Münster in den Fächern: Vorderasiatische Altertumskunde, Koptologie und Früchchristliche Archäologie und promoviert derzeit in Münster im Fachbereich Vorderasiatische Altertumskunde mit dem Thema "Neuassyrische Palastware und deren Imitate in der Levante während der Pax Assyriaca". Seit 2007 ist sie Mitglied der AG für Biblische Archäologie. Erika Gitt hatte bereits in der Kindheit großes Interesse an vorderasiatischer Geschichte und Kultur, speziell für die Levante.

20 Kommentare

  1. über Polykarp

    Über Polykarp und den danach sich entwickelnden Reliquienhandel ist aktuell ein Artikel im P.M. Magazin 4/2010 zu finden: ´Der grausige Handel mit Reliquien´. Darin werden Heilige und deren Reliquien als wichtige Identifikationsobjekte des Christentums beschrieben: Lesenswert

  2. Kölner Dom

    Ich stehe gerade noch unter dem Einfluss der Terra X-Sendung über den Bau des Kölner Doms. Großartig!

    Und wie ist es zu dem Riesenprojekt gekommen? Genau – durch die Präsenz der Reliquien der Heiligen drei Könige, die Scharen von (spendenfreudigen) Pilgern nach Köln lockten.

    Hätte es diese Begeisterung nicht gegeben, sähe unsere Kultur- und Baulandschaft ärmer aus. Und da sich die Baumeister damaliger Zeiten noch durch Gott beobachtet wähnten, vollzogen sie ihr Werk erfreulicherweise auch mit mehr Gewissenhaftigkeit und weniger Korruption als den zeitgenössischen U-Bahn-Bau…

  3. @ Michael Blume

    ja, ja, die liebe Baupolitik von heute…
    Ich glaube, dass man heute die Reliquien sehr differenziert sieht und sehr kritisch. Aber schon richtig: Sie waren Anlass für viele Bauvorhaben. Auch heute werden noch Reliquien vom Vatikan gesammelt und zusammengetragen. Von jedem Heiliggesprochenen werden Knochen bzw. -fragmente sowohl in der Nähe des Sterbeortes, als auch im Vatikan aufgehoben. Das Reliquiensammeln geht also nach wie vor weiter…

  4. Reliquien

    Für mich sind diese ganzen Reliquien ein eher verirrtes Christentum. Das nimmt ja abergläubische Ausmaße an. Mir scheint, da ist einiges nicht verstanden worden. Aber das liegt wohl auch daran, daß einigen sehr gelegen war, daß andere nicht verstanden.

    Naja, jede Zeit hat halt ihre Irrwege.

  5. @Huhn: Irrwege

    Wenn man Reliquien als Irrwege bezeichnet, dann sollte man fairerweise ergänzen, dass dieser Irrweg weltweit begangen wurde/wird. In anderen Kulturen nennt man Gegenstände, welche einen gleichartigen Zweck erfüllen: Amulett, Fetisch, Medizin, …

  6. Fernsehen und biblische Archeologie

    Diese Sendung habe ich auch gesehen. Da kann man schon begeistert sein, was nach rund 300 Jahren Bauunterbrechung wegen Geldmangel (die Reliquien zogen nicht mehr und der Ablasshandel musste eingestellt werden) dann auf die Beine gestellt wurde. Heute hat man die Statik nachgerechnet – es stimmt sehr gut!
    Nicht alle Sendungen haben diese Qualität. Man sucht auch die Arche Noah – als ein Boot wie wir es kennen. Sowohl in der Bibel 1 Mo 6,14 (Ausgabe 1913, Tannenholz!) aber auch im Gilgamesch Epos ist es aber ein Kasten http://de.wikipedia.org/wiki/Arche_Noah. Er musste nur schwimmen, besser tauchen, denn dann ist es ruhiger im Inneren. Ein Kasten lässt sich auch schneller bauen als ein Schiff. Falls von dem Kasten Arche noch etwas da ist – wird man ihn nicht finden, weil man einen Bootskörper sucht. Im doppelten Sinn ein biblisches archäologisches Rätsel.
    Details sind sehr unterschiedlich in den Ausgaben. Und auf dem Bildschirm (Phoenix/ZDF – u. a.) flimmert dann schon mal ein hell erleuchtetes Schiff. Die eigentlich weltweit überlieferte Sintflut fand lokal am Bosporus statt: Dammbruch und das Wasser floss nach unten ins Schwarze Meer. Da frage ich mich doch, wie dann die Arche nach ca. 300 km durch eine Bergregion auf den Ararat kommen soll? http://www.zdf.de/…alt/10/0,1872,7501546,00.html
    Die wissenschaftlichen Untersuchungen am Schwarzen Meer gehen i. O. – wenn man die Bibel außen vor lässt! Hier hat man den Eindruck, dass die Forscher ihre Ergebnisse an der Bibel aufwerten wollten. Wider jeder Logik hat es auch geklappt! – Oder haben die Fernsehmacher hier doch Recht?

  7. “Israel ist heute eines der besterforschten Flecken der Erde”

    Bis auf den noch islamisch besetzten Tempelberg. Da wird archäologisch kostbare Erde vom Waqf ins Tal wie Schrott geworfen, alles zerbricht und geht durcheinander. Wenn aber jüdische Archäologen dann noch was zu retten versuchen, werden sie von der Polizei wegen unzulässiger “Ausgrabungen” verhaftet. Damit will ich sagen, dass die Vernichter der Geschichte sich auf beiden Seiten befinden; schuld sind nicht nur die Muslime, sondern vor allem die jüdischen “Autoritäten”, die das alles zulassen (und “Angst” ist hier keine Ausrede).

  8. @ KRichard

    Was ist das Christentum? Wenn ich das in Erfahrung bringen möchte, dann schaue ich in der Bibel nach, was Jesus Christus darunter verstand. Ich denke, ich bin da ganz gut beraten, wenn ich mir den Urheber genauer anschaue und dann muß ich zu dem Schluß kommen, daß er nicht für Heilige, Reliquien, Amulette, Beschwörungen etc. stand. Wenn also die Menschen, die heute das Christentum prägen und meinen die Deutungshoheit darüber zu besitzen, sehr von dem abweichen, was dieser Christus eigentlich wollte, dann geht es für mich in die Irre. Mit Aberglauben wollte Jesus eigentlich nie etwas zu tun haben.

  9. @ Yoav Sapir

    Ich hab in meinem Artikel ganz bewußt niemandem Schuld zugeschoben. Natürlich ist es furchtbar, dass man gerade den Tempelberg nicht untersuchen kann,doch ist es der Tempelberg wirklich wert dafür wieder erbitterte Kämpfe zu entfachen? Ich denke nicht! Ich wie du der Meinung, dass die Verurscher auf beiden Seiten stehen, doch die Archäologie instrumentalisiert wird, wofür sie nicht geschaffen ist.
    Was die “Notgrabungen” betrifft, so ist es leider kommplzierter, als du es darstellst, weil die plitische Lage nun mal so ist wie sie ist! Es geht hier nicht um Land sondern um Religion und der Temepelberg ist ein enorm wunder Punkt sowohl für das Judentum, als auch für den Islam (natürlich auch für das Christentum), aber solange man nicht zu einer gütlichen Einigung bezüglich der “Abfälle” kommt, solange riskiert man einen gewaltigen Krieg…

  10. @Huhn: Fakten

    Das Bedürfnis nach spirituellen/kultischen Orten (wie sie in diesem Blog angesprochen werden), und nach praktischen Ritualgegenständen ist weltweit ein wichtiger Bestandteil der religiösen, kulturellen und sozialen Erlebniswelt vieler Menschen. Das sind nun mal Fakten – und das hat nichts mit dem Christentum zu tun.

    Und wenn man danach frägt, was Gott/Christus gewollt hat, dann sollte man sich heute die Tageszeitung anschauen: Deutsche Waffen sind ein Verkaufsschlager – so oder ähnlich lautet eine der Schlagzeilen auf Seite 1. ´Du sollst nicht töten´ ist aber ein Absolutgebot.

    Was nützt es also, sich über Kultstätten aufzuregen und über Position 3 unter den größten Rüstungsexporteuren zu schweigen.
    Mir persönlich sind Leute lieber, welche in friedlicher Absicht die Kultstätten im Heiligen Land besuchen.

  11. @ KRichard

    Aber darum geht es mir doch gar nicht. Wenn jemand abergläubig sein will, dann soll er das sein. Aber man sollte Aberglauben nicht als christlichen Glauben bezeichnen.

  12. Es geht doch darum

    die (von islamischer Seite verursachte und von jüdischer Seite de facto zugelassene) Zerstörung zu stoppen. Was mit den “Abfällen” passiert, ist zweitrangig. Dass diese wichtigste Stelle überhaupt zu Abfall gemacht wird, ist das Schreckliche.

    Und ja, der Berg ist es wert, weiterzukämpfen. Die letzte Schlacht gewinnen wir 😉

  13. Religionen und Krieg?

    Das passt eigentlich nicht zusammen, besonders wenn sich Religionen untereinander bekriegen. Jede Kriegspartei betet zum selben Gott – was soll Gott da machen? Es gibt keine einzige wahre Religion!
    In früheren Zeiten spielten Reliquien in der Religion eine größere Rolle. Heute haben sie auch in der Archäologie eine Bedeutung, um das Leben von damals zu erforschen.
    Jerusalem ist insgesamt eine Stadt mit einer überlieferten 9000-jährigen Geschichte und war einst dem Mondgott Nannar/Sin gewidmet. Das macht die Archäologie hier besonders interessant.
    Der Tempelberg war abwechselnd von den Religionen besetzt. Dazu gehörte die Zerstörung der Heiligtümer der Vorgänger. Sind wir heute schon weiter?
    Eigentlich wissen wir, dass wir – Juden, Christen, Muslime – einen Gott haben, auch wenn wir ihn anders ansprechen. Wir kennen Lessings Ringparabel – und trotzdem bekämpfen sich die Religionen mal mehr mal weniger. Wenn man Angehörige anderer Religionen (gleicher Gott) als Ungläubige bezeichnet – kann das nicht die Lösung sein! Eigentlich sind es Machtkämpfe die hier ausgetragen werden. Die 3 Hauptlieferanten von Waffen sind die USA, Russland und Deutschland.
    Ich frage mich, warum streben die Gläubigen eines Gottes nicht nach Zusammenarbeit – dann brauchen sie keine Waffen mehr. In Madagaskar soll es auf diese Weise friedlich zugehen, wurde mal im Rundfunk berichtet.
    Als Tourist bin ich gern in die Heiligen Stätten der besuchten Länder gegangen – sind sie auch ein guter Spiegel der Leistungen der Völker. Hier kann ich KRichard zustimmen.
    Aberglauben – Herr Huhn – da stimme ich zu und möchte u. a. weiterführend auf Jessaja verweisen http://www.deistung.de/…l/horoskop/horoskop1.htm

  14. @Huhn Aberglaube

    Aberglaube ist kein Christentum soso …

    Zeichen am Himmel bei der Geburt des Herrn “Astrologie”

    Zeichen am Himmel bei der Kreuzigung des Herrn “Astrologie”

    Reliquien? … usw.

    Im NT/AT ist noch viel mehr davon …

    Wenn man beim Christentum das wegliesse, was man so Aberglaube nennt .. dann wäre nur sehr wenig übrig, vielleicht ein paar Brocken aus der mesopotamischen oder ägyptischen Weisheitsliteratur auch “Nächstenliebe, Feindesliebe und Barmherzigkeit” oder 10 Gebote genannt.

  15. @ Bohnenkamp

    Mit Astrologie war das Judentum/Christentum noch nie im Bunde. Während für andere die Sonne und der Mond Götter waren und die Babylonier den Sternen übernatürliche Kräfte zuschrieben, waren sie im Judentum/Christentum immer Teil der Schöpfung, die keine übernatürlichen Kräfte haben und denen der Mensch somit nicht unterworfen ist, sondern Gott. Mal exemplarisch zwei Bibelstellen dazu aus dem AT. Im NT gibt es kaum etwas zur Astrologie, da geht es viel um Jesus Christus.

    “Und Gott machte die zwei großen Lichter: das große Licht zur Beherrschung des Tages, und das kleine Licht zur Beherrschung der Nacht, und die Sterne.” (1. Mose 1,16)

    “Hebet zur Höhe eure Augen empor und sehet: Wer hat diese da geschaffen? Er, der ihr Heer herausführt nach der Zahl, ruft sie alle mit Namen: Wegen der Größe seiner Macht und der Stärke seiner Kraft bleibt keines aus.” (Jesaja 40,26)

    Wenn sich nun Sternendeuter aufmachen und dann in einem Stall einen König finden und ihm huldigen, dann ist das keine Legitimation der Astrologie. Unverhofft kommt oft. Sie haben bestimmt etwas anderes gesucht, aber waren zufrieden, was sie gefunden haben.

    Reliquien, Amulette, Statuen etc. das ist für mich eben nicht das Christentum, aber das schrieb ich oben bereits. Und ohne dieses bleibt sehr viel im Christentum übrig.

  16. @Huhn

    Die Geschichte mit den “Drei Königen” wird jedes Jahr wieder in den Kirchen zelebriert … von Kritik an den Sternendeutern habe ich da noch nie was gehört.
    Abgesehen davon ist das auch historisch Falsch, kein babylonischer Sternendeuter wäre einem “neuen Stern” hintergerant .. und das wäre auch nur auf einer scheibenförmigen Erde gegangen.

    In der Bibel ist das ein Zeichen Gottes .. also kommuniziert er offenbar über die Sterne mit “uns” -> Astrologie.

    Und die Verdunkelung bei der “angeblichen” Kreuzigung ist auch nichts anderes.

    Was bleibt denn da über?

    Die ach so gerne genannten christlichen Werte sind viel älter als das AT.
    Quellen kann ich gerne nennen.

  17. @Huhn

    eine Kleinigkeit noch

    Das der Ostertermin “astrologisch” also nach dem Mondstand bestimmt wird, ist ihnen schon klar, oder?

  18. @ Bohnenkamp

    Es waren keine drei Könige (ich bin kein Katholik), sondern drei Sterndeuter oder auch Magier. Und ich habe schon sehr viele Krippenspiele gesehen, da ging es um die Geburt Jesus. Ein Licht ist aufgegangen im Dunkel der Welt, ein König, der Heiland ist geboren, davon gibt es jede Menge. Aber bisher habe ich noch nicht erlebt, daß zur Astrologie geraten wird.

    In der Bibel werden auch oft Sünden beschrieben. Wer davon ableitet, die Sünden sind Gottes Ratschluß, der interpretiert etwas fehl. So wird auch hier nur beschrieben, weshalb sich die Sterndeuter aufmachen. Eine Empfehlung für die Astrologie kann ich deshalb nicht herauslesen.

  19. @huhn

    D.h. die “Magier” aus dem Morgenland folgten einem teuflischen Zeichen?

    Jetzt wirds absurd 😉

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