Etikette (akademische Torte)

BLOG: Anatomisches Allerlei

Kopflose Fußnoten von Helmut Wicht
Anatomisches Allerlei

Eine wahre Schnurre aus dem Schoss der Alma mater. Über Torten und akademische Etikette(n).

Herkunft der Torte

Wer einmal am Busen der Alma mater (“nährende Mutter”) sein Auskommen gefunden hat, der bleibt auch gerne länger da. Als Professor, Beamter, lebenslang. Da kann es schon zu Dienstjubiläen kommen.

So geschehen hier zu Frankfurt. Professor P. ist seit 25 Jahren dabei, balgt sich (wie alle), seit 25 Jahren mit der Verwaltung herum, damit die Milch der Alma mater reichlicher ihm und seiner Kostenstelle, spärlicher aber anderen zuflösse, damit sein Stück von der akademischen Torte ungeschmälert auf ihn komme – er lebt also in vollen Zügen das Professorenleben, das er leben wollte.

25 Jahre. Oh – die Verwaltung denkt mit. Und wie! Professor P. bekommt eine Urkunde und ein Kärtchen. Glückwunsch! Und – eine Torte! Eine grosse Torte. Professor P. mag nämlich Torten.

An der Torte hängt ein Zettel. Unten steht: “sachlich und rechnerisch richtig”, obendrüber die Tortenrechnung und seine Kostenstellennummer. “Bitte unterschrieben zurück an die Verwahrgeldbuchhaltung”.

Boing.

 

 

 

Helmut Wicht

Veröffentlicht von

Gedankenfragmente von Helmut Wicht, Dozent an der Frankfurter Universität, über Neurobiologie, Anatomie, Philosophie, Gott und die Welt. Seine eigentliche Expertise bezieht sich auf die (Human-)anatomie und die vergleichende Anatomie des Nervensystems.

2 Kommentare

  1. Konvex ist nicht nur der Bauch vom Direx

    Wer 25 Jahre an der selben Institution arbeitet, der hat es dort nicht ungemütlich. Und bestreite niemand, dass zu dieser Gemütlichkeit die Verwahrgeldbuchhaltung als drolliges Abtönungspartikel unbedingt dazu gehört.

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