Mario und der Morgen danach

Zuallererst: Mario geht es gut.

Wie es aussieht, ist er mit dem Handy in der Hand…und eiskalten Füßen (bei fast um die 0 Grad) eingeschlafen…irgendwann war das Akku alle und so hatte ich eine nahezu schlaflose Nacht….hin und her gerissen zwischen losfahren und Vertrauen in ihn und den Galgenberg.

Mario war heute Morgen umso entspannter. Bekam er doch schon um 7.30 Uhr Besuch von unserer Waldfee Elke, die ihm frische Schrippen und uns jede Menge Kuchen vom weltbesten Bäcker in Belzig (Eingeweihte wissen, es ist der unter der Burg) vorbei gebracht hatte. Freudestrahlend kam er uns oben vom Berg entgegen.

Von seinen wüsten Träumen dort oben wollte er uns hingegen nichts erzählen….

Mario ist heute wieder oben, ausgerüstet mit Powerbank, vielen Elke-Decken und dem Auftrag, sich vorm Einschlafen unbedingt abzumelden.

Gestern hatte Ioanna einen schönen Bericht samt Fotos verpasst, ich stelle ihn hiermit hinein.

Liebes Forstteam, der Kaffee aus Eurem Becher schmeckt vorzüglich ;)! Wir sind noch bis Montag da, wenn also noch Fragen offen sind, kommt gern vorbei !

Marita

Ioanna:

Erlebnisse, Kameras und Tee

Noch ein Tag auf dem Galgenberg kommt langsam zu Ende und wir können und wollen gar nicht glauben, dass die Zeit bei der Austragung so schnell vorbei geht… Fast so schnell wie die Märkische Erde nachgibt , wenn man beim Ausgraben, Zeichnen oder Fotografieren auf die falsche Stelle tritt.

Trotzdem gibt es bei uns immer wieder Besucher; Heute kamen unter anderen auch eine Team vom ZDF, die Videos von den Befunden machten und die Grabungsleiterin interviewten, und Mario, der bei unseren Aufgaben auch mitmachte und trotz der Kälte heute auf dem Galgenberg übernachtet!

Das Ausgraben, Zeichnen und Fotografieren geht (mit kleinen Teepausen inzwischen, da es noch gnadenlos kalt ist,) weiter: heute wurden hauptsächlich Skizzen von den Skellettfunden gemacht während unsere Urne langsam frei gemacht wird. So kam auch der zweite Tag unserer letzten Woche in Bad Belzig zu Ende und der nächste Tag kann nicht schnell genug kommen : Man kann nämlich nur sich fragen, was Neues und Spannendnes man morgen erleben wird!

Man muss dazu sagen,dass Ionna heute die sagenhaft große Urne der Zentralbestattung weiter freigelegt hat und dabei auf bislang unerklärliche Muster und Strukturen gestoßen ist. Sie war kaum von “ihrem” Befund weg zu bekommen, Mario wollte schon eine Übernachtung im Zelt anbieten. Ich habe heute die Typentafeln zur Urgeschichte eingepackt, die Studenten, vor allem Ioanna, sollen selbst herausfinden, wie Datierungen erstellt und wodurch Keramiktypen verifiziert werden. Und wie ihr wirklich außergewöhnlich großes Gefäß zum Zeitpunkt der Ablage ausgesehen haben könnte.

Und Mario, denk an die Gute Nacht Mail!

Marita

 

Zu meiner Person: Dr. phil., Historikerin/Archäologin M.A. Dozentin an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) Schwerpunkt: Rechtsarchäologie, archäologische und historische Richtstättenerfassung

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