Geomagnetprospektion – die zweite Grabung beginnt

BLOG: Abenteuer Geschichte – Archäologie unterm Galgen

Geköpft und mit Steinen beschwert – archäologische Spuren von Hinrichtungen und Abwehrzauber in Mittelalter und Neuzeit
Abenteuer Geschichte – Archäologie unterm Galgen

Heute schreibt die Grabungsleiterin mal höchstpersönlich.

Der Tag begann im satten Sonnenlicht auf dem ..endlich!..Galgenberg Harzgerode. Noch allein lag vor mir der unberührte, geschichtsträchtige Hügel, dessen sanfter Anstieg voller abenteuerlicher Versprechungen dazu einlud, gemeinsam der Vergangenheit zu Leibe zu rücken.

Zerrissen wurde der innige Moment durch das laute Heranpoltern des Baggertransporters. Da war er, das Objekt der Begierde von wohl fast allen Teilnehmern. Pünktlich tauchte Florian aus dem Dickicht auf und seine erste Frage: Kann ich dat Ding auch ma fahrn?

Baggerfahrer Steffen hatte ein Herz und gemeinsam mit Flo tuckerten beide vergnügt den Hügel hinauf, um schon mal zu üben.

Die beiden Neuzugänge Raaschi und Achim erreichten zusammen mit dem Vermesser des Landesamtes Sachsen-Anhalt das Feld. Sofort wurde gefachsimpelt, das Räderwerk des Messwagens zusammengebaut und eine Geomagnetprospektion durchgeführt. Damit können wir eingriffsfrei vorab schon mal eruieren, wie es unter der Erde aussieht. Das Ergebnis haben wir aber noch nicht … ich kann es kaum abwarten. Morgen früh wissen wir mehr.

Achim fand bereits erstes humanes Knochenmaterial, so dass wir hoffen, wir sind hier richtig.

Florians Eis hat auch hier den Tag gerettet…

Auf dem Quedlinburger Galgenberg indes dokumentierte der andere Trupp die restlichen Knochenfunde, sicherte die Flächen und somit kehrt dort erstmal Ruhe ein.

Noch unberührt von Bagger, Schaufel und Kratzen – der Galgenberg Harzgerode
U
Unterwegs mit dem Messwagen
Fotoshooting

Zu meiner Person: Dr. phil., Historikerin/Archäologin M.A. Schwerpunkt: Rechtsarchäologie, archäologische und historische Richtstättenerfassung

1 Kommentar

  1. Dr. Webbaer, der archäologisch (fast, die Praxis meinend) informationsfrei ist, fragt dann doch, wegen des nun genannten Baggers, gerne noch mal nach.

    Macht es Sinn sozusagen wild mit (gerne auch archäologisch ein wenig sensitiven (wenn auf Widerstände gestoßen wird und so)) Baggern zu graben, auch den gelegentlichen Verlust von sog. Artefakten in Kauf nehmend, wenn doch so die Menge der archäologischen Wühlarbeit im Ertrag reicher sein könnte?

    Wir sind ja hier nicht im “Tal der Könige” ?!

    Mit freundlichen Grüßen und weiterhin viel Erfolg
    Dr. Webbaer

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