Excavation over….

BLOG: Abenteuer Geschichte – Archäologie unterm Galgen

Geköpft und mit Steinen beschwert – archäologische Spuren von Hinrichtungen und Abwehrzauber in Mittelalter und Neuzeit
Abenteuer Geschichte – Archäologie unterm Galgen

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Heute war Zusammenpacken, aufräumen und Abschiednehmen angesagt. Wisst ihr noch? So sah es vor vier Wochen aus:

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Und in den letzten Tagen bot sich uns dieses Bild:

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Wir haben ganz schön viel geschafft. Beinahe jeden möglichen archäologisch interessanten Flecken erfasst. Wir haben unzählige Baubewegungen der letzten 100 Jahre im Boden angetroffen, wir sind eiszeitlichen Sedimenten begegnet, konnten mittelalterliche Scherben bergen, haben typische gelbglasierte Gebrauchsware der Neuzeit in Mengen gefunden, sind den Laufhorizonten des 16. bis 19….und immer wieder auch des 20. Jh. eisern gefolgt….haben Gruben – gehören sie zum ehemaligen Galgen? – ausgegraben, gezeichnet, vermessen und sind währenddessen zu einem wunderbaren Team zusammen gewachsen. Eine Fläche dieser Größe kann nur dann umfänglich erfasst werden, wenn eine sichere Dokumentation erfolgen kann.

Dies, meine lieben Studenten, war durch euch gegeben. Weil ich mich auf eine genaue Nivellierung verlassen konnte – danke Robert und Lizzy!…. weil ich mich auf präzise Listenführung und Fundaufnahme absolut stützen konnte – danke Maria, Laura, Louiza und Sabrina!….weil ihr alle technisch einwandfreie bis künstlerisch herausragende Zeichnungen erstellt habt…. das Grabungstagebuch immer fein ausgefüllt war – danke Sarah und Sophie!….alle Funde akribisch gewaschen, lackiert und beschriftet habt – danke Marlen, Maria und Sophie (danke für den B. ;))….weil ihr alle zusammen dafür gesorgt habt, dass die Fotos perfekt werden (eure Gespräche, wie nun die Sondage heißt und welcher PQ nun oder verdammt, war das ein Pl oder ein Pr??…waren herrlich lustig!)….weil ihr alle so wunderbar zusammengearbeitet habt, war die Grabung in diesem Ausmaß möglich.

Ich danke euch an dieser Stelle ganz ganz herzlich! Alle die nicht namentlich genannt sind, waren natürlich ebenso fleißig und umsichtig und nein Ronja, ich hab euch alle immer im richtigen, nämlich in einem arbeitsreichen Moment angesprochen;) …und ihr seid herzlich eingeladen, euch nächstes Jahr wieder mit mir auf eine neues (handfesteres ;)) Abenteuer einzulassen!

Zum Abschluss gab’ eine zünftige Grabungsparty, Fotos dazu lassen wir mal lieber sein…. Dank an dieser Stelle auch an Eugen, der einen Großteil der Sause unterstützte!!

Danke auch an alle, die uns unterstützt haben. Es war schön, in Fürstenwalde zu graben!

 

Einen entsprechenden Kurzbericht zur Grabung wird es im Laufe des Winters nach einer Aufarbeitung an dieser Stelle geben.

 

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Zu meiner Person: Dr. phil., Historikerin/Archäologin M.A. Schwerpunkt: Rechtsarchäologie, archäologische und historische Richtstättenerfassung

4 Kommentare

  1. Hab gar nicht gemerkt, wie die Zeit vergangen ist… 😉
    Interessante Funde, ja. Aber die eigentlich gesuchten Knochen oder sonstige Überreste von Delinquenten haben Sie in diesem Jahr, bzw. bei dieser Grabung ja eher nicht gefunden. Dafür hätte man wohl mehr Zeit gebraucht um noch tiefer graben zu können, wenn ich es recht verfolgt habe.

    • Nun, vier Wochen reichen aus, um bestimmte “typische” Bereiche eines Galgenberges mittels Sondagen zu erfassen. Wir hatten in eben diesen Schnitten keine humanen Knochenbefunde. Das heißt letztendlich aber nicht, dass noch an anderen, zum Teil bebauten Stellen, Bestattungen von Delinquenten oder Selbstmördern vorhanden sein könnten. Und ja, vier Wochen ist nicht allzuviel Zeit…

  2. Gerade ihren Focusartikel gelesen. Evtl. ist der Artikel Nordermarkt in der Wikipedia mit dem dort wiedergegebenen Sagenkomplex interessant. Vgl. auch Artikel Flensburgre Stadtbefestigung (jeweils unten die Sage).

  3. Die Burg Eisenhardt grüßt herzlich und wünscht auch weiterhin den schönen Erfolg. Denn “Früher … ” SeniorRitter Thomas

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